Ausgabe 
13.2.1930
 
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168

Jahre

in diesem

Zum erstenmal

konnte

man

Kammer der Gießener

der

Ar-

Freiheitliche Liste Republikanischen beitsgemeinschaft

auch bei der Wahl zur Studentenschaft von einem Wahlkampf sprechen. BiS zum Wintersemester 1928,29 gab es nur eine Liste, nämlich die der Korporativ ns- studenten, die allein Kandidaten für die 25 Sitze der Kammer aufstellten. EZ hätte also da­mals gar nicht gewählt zu werden brauchen.

In dem vergangenen Wintersemester bildete sich nun eine frei studentische Liste heraus, an der auch die gerade gegründete republikanische Studentengruppe beteiligt war. Diese Liste brachte mit 113 Stimmen vier Sitze für die Kammer des

2. Ein einwandfreier Nachweis darüber, wann die letzten Dreijährigen entlassen wurden, ist mit den hier zur Verfügung stehenden Mitteln nicht gelungen. Unfer Gewährsmann glaubt jedoch, dah die letzten Dreijährigen nach Einführung des Gesetzes im Iahre 1893 zur Entlassung kamen. 3. Gemäß Exerzier-Reglement für die Infanterie konnte zur Erleichterung auf dem Marschbaä Gewehr auf die rechte Schulter!" kommandiert werden. Der Zeitpunkt dieses Wech­sels ist reglementarisch nicht festgelegt, er war in das Ermessen des Führers gelegt.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Gießener Konzertverein: 2. Symphonie.onzert, 20 Uhr, im Stadtthea er. Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende: Rechts­wissenschaftlicher Kursus (Thema: Die für den Kaufmann und Gewerbetreibenden wichtigen Teile des Bürgerlichen Gesetzbuchs; Dortragen- d.'r: Univ.-Prof. Dr. Rosenoerg), 20.15 Uhr. Oberhesjischer Cefchichtsverein: Vortrag mit LichtbildernSie geopolitischen Grundlagen der Solmser Geschichte und ihre Auswirkung im Mittelalter", 20.15 Uhr, im Hürsäal des Kunst­wissenschaftlichen Instituts. - Deutscher De- amtenbund: Hauptversammlung, 20 Uhr, im Saale desAquariums". Lichtfp'.e.haus, Vahn- hofstraße:Das Mädel von der Operette" und Ruhiges Heim mit Küchenbenuhung". Asto- ria-Lichtspiele:Sein bester Freund" (mit Harry Piel).

Aus dem Stadttheaterbureau w'.rd uns geschrieben: Morgen abend, Freitag, 14. Februar, wird im Stadtthcater das Kriegs­stück von SheriffDie andere Seite' (Iour- neys End") in der Inszenierung und Spiel­leitung des Intendanten Dr. P r a s ch wieder­holt.Die andere Seite" ist wohl das Stück, das bis jetzt den stärksten und auf jeden Theater­besucher persönlich am meisten wirkenden Ein­druck in der vergangenen Spielzeit gemacht hat. Das Stück wird sich noch lange des regsten In­teresses und ehrlichen Beifalls, den es bisher gefunden hat, erfreuen. Am Sonntag, 16. Fe­bruar, wird als Fremdenvorstellung das Lust­spielDu wirst mich heiraten" von Louis Der- neuil zum letztenmal gegeben. Die Proben zu der Reueinstudierung des Shakespeare-Lustspiels Wie es euch gefällt" haben begonnen.

Bund,aus und Schule". Freitag, den 14. Februar, 8.20 Uhr, wird Pfarrer K n a b-Mainz. Gustaosburg im Johannessaal einen Dortrag mit Lichtbildern halten über:Eine Diasporafahrt durch Jugoslawien". Siehe gestrige Anzeige.

*

C.U. Don der Landes-Universität G i« st e n. Zu den schönen Erfolgen der Gießener Studentenschaft bei den Turn- und Sportwett­kämpfen in Heidelberg hat Staatspräsident Dr. Adelung folgendes Telegramm an den Rektor der Universität gerichtet:Der Landes-Universi­tät herzlichen Glückwunsch zum schönen Erfolg ihrer Sportjugend in Heidelberg".

L. U. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 16. Februar, vormittags 11,15 Uhr, findet in der Reuen Aula ein Universitäts- Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor

S. S. 29 und des W. S. 1929,30 durch.

Die Politisierung der Studentenschaft blieb auch in Gießen nicht aus, und so entstanden zu Beginn dieses Wintersemesters an der Landes­universität neben der bereits bestehenden Repu­blikanischen und der Stahlhelm-Studentengruppe eine nationalsozialistische, demokratische, sozialisti­sche und Zentrumsstudentengruppe, die alle eine verhältnismäßig hohe Mitgliederzahl aufweisen konnten. Die Republikaner, Demokraten, Sozia­listen und Zentrumsstudenten schlossen sich bald in einer auf dem Boden des Deutschen Stu- dentenverbandes stehenden republikanischen Ar­beitsgemeinschaft zusammen, die jetzt eine Liste (Spitzenkandidat: stud. jur. Hans Adelung) für die Astawahlen aufstellte. Ebenso nominier­ten die Rationalsozialisten Kandidaten (Spitzen­kandidat: stud. jur. Ludwig Fritz). Die dritte Liste, die der Großdeutschen Arbeitsgemeinschaft (Spitzenkandidat: stud. jur. Ludwig Iung), die den unpolitischen Standpunkt der Deutschen Stu­dentenschaft vertritt, war diesmal paritätisch aus Korporations- und Freistudenten zusammen­gesetzt.

Die Wahlbeteiligung ist von 42,3 Proz. im vergangenen Iahr auf 61,4 Proz. gestiegen. Trotzdem bleibt Gießen in dec Wahlbeteiligung noch erheblich hinter Darmstadt mit 71 Proz., Iena mit 78 Proz. und München mit 89 Pro­zent zurück.

Der Hauptleidtragende bei dieser Wahl ist die Großdeutsche Arbeitsgemeinschaft, die neun Sitze an die Rationalsozialisten abgeben muhte, mit denen sie eine Listenverbindung eingegangen war. Die Freiheitliche Liste der Republikanischen Ar­beitsgemeinschaft die einzige Liste übrigens, die eine Studentin stud. jur. Anita Rosen­berg aufgestellt hatte konnte ihre vier Sitze erhalten.

Werden Uhren mit elektrischem Aufzug gewünscht, so kommen bei Uhren mit Selbstaunug zum An­schluß an die Lichtleitung weder kostspielige Anla- gen, noch hohe jährliche Gebühren in Frage.

Eine Automobil-Sonderschau. In der Gießener Vertretung der Mercedes-Benz- Werke findet, wie vor einigen Tagen im An­zeigenteil bekanntgegeben, zur Zeit eine Auto- mobil-Sonderschau statt, die den Interessenten bis zum 20. Februar zugänglich sein wird. Es handelt sich dabei um die Vorführung des neuesten Personenauto-Tips der Mercedes-Venz-Werke.

Sozialdemokratie und ihren Führern ausein­ander und vertrat in diesem Zu, ammenhang die Auffassung, daß das parlamentarische System seine Daseinsberechtigung verloren baoc._ Er schil­derte die Rot der einzelnen Deru.sstände und bedauerte, daß die Verbesserung der eigenen Le­benslage heute zu sehr in den Vordergrund ge­rückt werde. In bezug auf die außenpolitischen Verhältnisse kritisierte der Redner die Haltung unserer Delegation bei den letzten Verhandlungen im Haag. In seinen weiteren Ausführungen bemängelte er die Besetzung höherer Stellen nach politischen Gesichtspunkten und übte durch Er­läuterung praktischer Beispiele an der heutigen Rechtsprechung Kritik. Bei dec Besprechung der Frage der politischen Betätigung der Iugend vertrat er die Auffassung, daß die Iugend die Pflicht habe, mitzuarbeiten, wenn es gelte, ein neues Deutschland aufzubauen. Die studierende Iugend habe sich von jeher begeistert betätigt, wenn es galt, Deutschland wieder auf-.ur.ch en. 2ln die Ausführungen schloß sich eine Aussprache an, nach deren Verlauf der Referent noch in län­geren Ausführungen den von ihm als richtig angesehenen Weg zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes sk'zzrerte.

** V. H. C. Bei überaus günstigem Wetter ver­anstaltete der V. ch. C. Gießen am vergangenen Sonntag seine zweite diesjährige Vereinswanderung. Der Weg führte durch den Philosophenwald und Stolzenrnorgen über Trohe zur ersten Rast nach Alten-Buseck. Da die rund 100 Teilnehmer nicht alle an einem Platze Unterkommen konnten, verteilte man sich in drei Gasthäusern. Der Weitermarsch führte zum Dauvringer Paß, wo man bei klarer Lust eine weite Fernsicht genoß. Namentlich fesselte der Blick nach den verschrie ten chängen des chohe- rodskopfs und der cherchenhainer chohe, während nordwestlich das Lumda- und Lahntal mit dem lo­tenberg zur Rechten, den Marburger und chintcr- länber Bergen im Hintergrund und dem truglgen Staufenberg im Mittelpunkt ein ungemein Leb- liches Bild boten. Einen traurigen Anblick bot un Gegensatz hierzu die Kehrseite des Lollarer Kopfs, der durch den immer größer werdenden Steinbruch wohl als sterbender Berg bezeichnet werden kann. Durch Daubringen und Mainzlar, letzteres mit vielen schönen Fachwerksbauten, ging es b nauf zur Feste Staufenberg, wo im neuen Saal der Burgwirt- schasl der Kaffee eingenommen wurde. Auch hier oben entzückte wiederum eine prächtige Rundschau. Nach einer längeren Erholungspause ging der grö­ßere Teil nach dem Endziel Lollar, während die Unentwegten es vorzogen, den Heimweg nach Gie­ßen auf Schusters Rappen zurückzulegen.

Der Landesverband Hessen int I BundKönigin Luise" hielt, wie man I uns berichtet, vor kurzem einen zweitägigen Führerinnenlchrgang in Vad-Rauheim ab, an Ört sich ein Werbeabend anschloß. Zahlreiche Gäste und die verschiedenen Ortsgruppensüh- rerinnen versammelten sich in den Räumen des Reichshofes", wo die ganze Tagung stattfand. Die Landesverbandsführerin Frau von Ulrich, Kassel, hielt die Begrüßungsansprache und be­richtete über den Zweck der Tagung, der em Führerinnenlehrgang zugrunde lag. Sie dankte den Gastgebern für die liebenswürdige Auf­nahme. Eine Kameradin trug das Luisengedicht mit großer Wärme vor. Frau Sennewald, Halle, stellv. Bundesführerin, hielt einen em- I drucksvollen Vortrag über Zwecke und Ziele des Bundes. Sie- wirkte erschütternd durch die ergreifende Schilderung der sozialen Röte un­seres tief gesunkenen Vaterlandes. Sie feuerte die Führerinnen zu immer größerer Vertiefung in ihre Arbeit an. Sie ermahnte die Zuhörerin­nen, daß es auf die deutsche Frau ankäme, wenn Deutschland wieder das werden sollte, was es früher war. Der Vortrag gipfelte in den Worten Fichtes:Ein Volk ist immer das, was seine Frauen wert sind." Hierauf fang man ge­meinsam das Dundeslied. Erfreut wurde man noch durch ein Gedicht von Hünefeld und ein GedichtErwachen". Die Maingauführerin Frau Spieß, Frankfurt, sprach zum Schluß allen I Rednerinnen und Mitwirkenden, die in uneigen­nütziger Weise der guten Sache gedient hatten, I ihren Dank aus.

Aus der Provinzialhauptstadl. , Gießen, den 13. Februar 1930. Dor dem Examen.

Rur noch kurze -Zeit trennt uns von den Versehungs- undReiseprüfungenin den Schulen, zum Teil haben diese ^amen schon begonnen. Es gilt nun zu zeigen daß all die Mühen der Lehrer nicht vergeblich waren, sondern daß der Lehrstoff auf guten Doden ge­fallen ist, und dah ernst das Wissen Stufte tragen wird zu Rutz und Frommen der Mit­menschen. Da gibt es viele heiße Kopfe unter den Schülern, ein emsiges Rachholen Don wr< säumten und vergessenen Lehrsätzen. Ieoer wünscht, dahder Tag" bald vorüber fern

Hintergrund aber stehen die Eltern und erwarten das Ergebnis der Prüfung. Aber wie sie eS erwarten, das ist ein Kapitel für sich. Leider sind die wenigsten imstande, mit dem Kinde zu fühlen; die meisten legen den Mähstab der eigenen Reife an die kindliche Psyche. Dieser Fehler wird in allen Volksschichten begangen. Oft ist es den Eltern selbst nicht gelungen geistig rasch zu erfassen, oft sind sie f<fPn in, Anfang ihres Könnens steckengeblieben. Und Haden sie L.a8 Wissen erlangt und sind zu Erfolg ge- stiegen, dann vertreten sie erst recht die Mei­nung dah das Kind etwas können müsse. Sehen nun Eltern, dah ihr Kind lernt und lernt, aber doch nicht fähig ist dem Lehrplan zu folgen, dann müßte die bessere Einsicht Platz greifen und liebevolles Verstehen dem Kinde das Lernen erleichtern helfen. Vater und Mutter sollten die Freunde ihrer Kinder werden. Es liegt ja im Kinde nicht nur die Vererbung der Eigenschaften von den Eltern, sondern auch von den Voreltern; und von Generation zu Generation wechseln die geistigen Anlagen. Cs ist bei den Menschen doch nicht anders, als bei den Früchten des Feldes und Gartens; nach einigen ertrag­reichen Ernten kommen schwächere Ergebnisse weil der Boden und das Blut ausgenutzt send und der Ruhe bedürfen. In dieser Zeit ist die Frucht kleiner, ärmer an Gehalt, ist der Ertrag geringer. Ebenso lassen die Blut-, Rerven- und Muskelkräfte bei den Menschen nach, und so sind die Kinder nur das Produkt ihrer Vor­fahren. Das soll keine Entschuldigung werden für Taugenichtse; es soll ein erklärendes Wort sein für den Schüler, der bei allem Fleiß nicht vor­wärts kann, weil er den Ansprüchen nicht ge- wachsen ist. Wenn er nun nicht das Glück hat, verstehende Eltern zu haben, sondern ehr­geizige, rücksichtslose, die mit dem Stock statt mit dem Herzen dem Kinde entgegenkommen, dann ist es traurig um solch ein Kind bestellt. Es weih und fühlt, es kann nicht weiter, seine Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkrit hat eng- gezogene Grenzen, und daheim haben Vater und Mutter, die Menschen, die ihm das Leben gaben, kein Verständnis für die Rot, in der es lebt. Ein solches Kind ist zu bedauern.

Es ist die Zeit vor Ostern, bald wird es Frühling. Eltern: Tötet nicht den ßebenSfrüfc- ling in eurem Heim! Gebt den jungen Menschrn- pflanzen die Sonne verstehender elter­licher Liebe; so traurig klingt der Sah: Aus Furcht vor einer schlechten Zensur ustwV ..

Oie Kammerwahl der Gießener Studentenschaft.

Die gestrige Kammerwahl der Gießener Studentenschaft fand unter einer Wahlbetei­ligung von 64,4 v. H. im Vergleich zu 42,3 v. H. im Vorjahr statt. v

D.e Stimmenzahl und die Verteilung der 2 5 Sitze, aus denen sich die Kammer zusammensetzt, sind wie folgt:

Stimmen (1929) Sitze (1929)

Rationalsozialisten und Großdeutsche Arbeit 5- gemeinschait bilden, wenn sie zusammengehen, was anzunehmen ist, da beide auf dem groß- deutschen BoOen der D. ST. stehen, die Mehrheit in der Kammer.

Taten für Freitag, den 14 Februar.

Sonnenaufgang 7.17 Uhr, Sonnenuntergang 17.13 Uhr. Mondaufgang 18.50 Uhr, Mond- untergang 8.14 Uhr.

14J8: Iohannes Gutenberg, der Erfinder der Duchdruckerkunst, in Mainz gestorben (geboten zwischen 1391 und 1397); 1763: der englische Ra'.ionalök-nom Thomas R. Malibu; auf Ruk- kerly bei Dorking geboren (gestorben 1334); 1779: dcr englische Seefahrer Iames Eock auf Hawaii ermordet; 1830: der Theologe Lip- sius in Gera geboren.

Gictzcncr Wochcnmarktprcise.

Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 180, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Räben 10 bis 12, Spinat 30 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 100 bis 120, Endivien 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4l/e bis 5, Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Dürrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rässe 50 bis 80 Pf. das Pfund; Tauben (Stück, 70 bis 80, Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 25 bis 30, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück; Kartoffeln der Zentner 3,80 bis 4 Mk., Wirsing 10 brs 12 Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 7 vis 8, Aepfel 10 bis 12, Dirnen 8 bis 10 Mk.

D. Dr. 6 cf> u m a n n.

D i e n stj ub i l ä um. Der Geschäftsreisende Gustav Schad hierselbst kann am 15. d. M. auf eine 50jährige Reifetätigkeit im Hause Gebt. Görlach, Limburg, zurückblicken. Der Iubilar, der in den weitesten Kreisen der hiesigen Ge­schäftswelt bekannt ist, erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Reben der Ausübung seines Be­rufes als Reisender hat er auch stets für die Interessen der reisenden Kaufleute gearbeitet.

** Vorbildlich! Der Schützenverein Gießen beabsichtigt auf seinem sonnig gelegenen, von hohen Mauern und Planken geschützten Schießgelände am Schützenhause in diesem Frühjahr eine umfangreiche Obstbaumpflanzung anzulegen. In Betracht kom­men Apfel- und Süßkirfchenhochstämme, außerdem Schattenmorellen- und Pfirsichbuschbäume. Ein grö­ßerer Teil der Bäume ist von Mitgliedern bereits gestiftet worden. Dieses lobenswerte Vorgehen des Vereins sei zur Nachahmung empfohlen.

* Hundevergiftungen. Seit einigen Tagen werden hier in steigendem Maße Fälle von Hundevcrgiftungen beobachtet. Rach Lage der Dinge handelt es sich dabei um das Sterben eines gefühlsrohen Menschen, der den Hunden in irgendeiner Form Gift beibringt. Allein un südlichen Stadtteil sind neuerdings kurz hinter­einander mehrere Hunde an Dergiftungserschri- nungen plötzlich eingegangen, ebenso hat man auch in anderen Stadtvierteln Fälle dieser Art bemerkt. Alle Mitbürger, die auch für den Hund ein warmes Herz haben, mögen ihr Augenmerk auf verdächtige Erscheinungen richten und gege­benenfalls dafür Sorge tragen, dah dem gemei­nen Treiben des Hundefeindes durch Feststellung seiner Personalien und Anzeige bei der Polizei ein Ende bereitet wird.

** Vom Uhrmacher-Verein Gießen und Umgegend wird uns geschrieben: Die Ver­öffentlichungen über die Zentraluhrenanlage der Stadt Gießen erwecken fast den Eindruck, als ob es sonst keine genau gehenden Uhren mehr gäbe und für Handel und Industrie die Notwendigkeit be­stände, sich der Zentraluhrenanlage anzuschließen, um genaue Zeit zu bekommen. Die Uhrmacher von Gießen möchten daraus Hinweisen, daß gute Uhren mit mechanischem Werk (Feder oder Gewichtzu^ nach wie vor sowohl in der Anschaffung, wie auch im Betrieb die billigsten und zuverlässigsten sind.

Großdeutsche Arbeitsge­meinschaft 520

Nationalsozialistisd)er deutsch. Studentenbund 403

** Der MissionsfilmDas Licht scheinet in der Finsternis" wurde am Sonntagabend in der Stadtkirchr einer außer­ordentlich großen Defucherschar vorgeführt. Der Film der Baseler Mission führte nach dem Wunderland Indien mit feiner uralten Kultur und feinen eigentümlichen Sitten und Gebräu­chen. Diesmal soUte etwas non_ den unsagbaren Schwierigkeiten vor Augen geführt werden, die von denen überwunden werden müssen, die den Entschluß gefaßt haben, zum Christentum über­zutreten. An den Erlebnissen der Kalyani, eines Hindumädchens aus vornehmer Famil.e, wer­den diese Schwierigkeiten recht deutlich. Rachdem im ersten Teil des Films die wunderbare Pracht des Landes gezeigt wurde und man etwas schauen konnte von den uralten Tempelstätten, heiligen Hainen, Quellen und Teichm, an denen die Indier ihre Waschungen und Andachten verrichten, von den älmjügen mit den heiligen Tempelelefanten und den graufig'n Op ethand- hingen bei den^enfst n, fuhrt? d:r zw::t? Teil in das H'im der Kal.)ani, der eigentlichen Heldin. Das Familienob'rhaupt ist nicht der Vater, sondern dessen ält?rcr Bruder. Er ist der Vermögensverwalter der ganzen Verwandt- schast und hat in allen wichtigen Fragen das entscheidende Wort zu sprechen. Kalyanis Vater, ein eingeborener Arzt, ist von der Wahrheit des Christentums überzeugt und deshalb auch fest entschlossen, Christ zu werden. Rachdem ihm von dem älteren Bruder und der eigenen Frau eine böse Szene gemacht wurde, muß er fein Heim verlassen. Auf der Missionsstat.on w.rd er auch nicht so ohne weiteres ausgenommen, sondern muh vorher die Probe der Echtheit seines Entschlusses ablegen dadurch, daß er mit der Hacke ein Stück Feld ümrodet, was nach der landläufigen Auffassung für ihn die größte Entehrung ist. Doch er legt die Probe ab und tritt dann als Prediger in den Dienst der Mission. Das übcrzeuguvgstreue Verhalten des Vaters macht auch auf die Tochter tiefen Ein­druck. Auch sie entschließt sich zum ilebertritt. Mit Hilfe einer christlichen Rachbarin muß sie aus der Heimat fliehen, kommt auf die M.s.ions- ftation und trifft dort wieder mit ihrem Vater zusammen. Die heidnischen Verwandten haben ihren Aufenthaltsort auitgekundschaftet und ver­suchen nun mit allen Mitteln, sie toieöer in ihre Gewalt zu bringen. Der Advokat erscheint, um nachzuweifen, daß sie noch minderjährig ist; eine überaus günstige Heirat wird ihr ange­boten, die sie entrüstet abweist. Die Mutter erscheint und umschlingt weinend ihre Knie, mit List und Gewalt versucht man sie wieder in das alte Leben zurückzuführen. Als alles nicht; helfen will, wird der Zauberer aufgeboten, der nun feine Praktiken ausführt, um auf diese Weise wieder Einfluß auf sie zu getoinnen. Alles umsonst, ihr Entschluß ist gefaßt. Die frohe Botschaft vom Heil in Iefus Christus hat in ihrem Herzen Glauben gefunden. Dadurch ist es licht und helle in ihrem Herzen gewor­den. Das Licht scheinet nun in der Finsternis und gewinnt den Sieg. Das ist Gottes Werk, an dem auch wir teilhaben dürfen, wenn wir- h?lfen am Werk der Mission. Missionar L a u f (Frankfurt) sprach die erklärenden Worte, Pfarrer Mahr widmete ifjm herzliche Worte der Begrüßung und des Dankes, in denen er auf die jahrzehntealten Beziehungen der Freund­schaft zwischen der Gemeinde Gießen und der Baseler Mission hinwies und die Hoffnung aus­sprach, daß diese auch durch die gegenwärtige Rotzeit nicht gelockert, sondern um so fester ge­knüpft werden möchten.

b^ch.lt seVkWbcr Lad-Nauheim im Staai-voransch'ag Vorträge von ßic. Rober t Goebel befaßte für 1930.

sich mit dem Durchbruch in die Welt der Offen- I Bad-Raubei m 12 Febr Wie die

K °m°n Hymnen an WML «ich d-r

inn-rlich.g°iMg bic Macht M tMfettem»*. ® VuVÄm) wie fptegcfUlkn:&

finöet den ^gang zum Bereich Ausgabesähe belaufen sich auf 3 265 000

gMyj «S &02006<Timani%legnCaSCr@82^0^ L

tumsim Laufe der ^elA^. um AM Schluß ^Jt^ unö Ausgaben von 530 000 Mk. auf d»u & lt £ «Ä'ch w sini 6 3 0 0 0 0 M k. gestiegen. Die bisher übliche

nach der ^mmenden Kirche, welche daL älni Abführung von 200 000 Mk. an den Emeucrungs- Derfale und die Groze des Christentums mit « dem Sofortprogramm der TOiegie-

ergebt Der tung bießmS unterbleiben. Die Abführung an

^Christenheit oder Europa ). Er steht in der 6tQQt beträgt also nicht, wie bisher, 230 000. Gewißheit, daß sie in fiir8eter o&er Jüngerer fonZ>ern 200 000 Mk. aus dem Erneuerungssonds

Zc,t kommen wird und daß dabei Deutschland ' üg(i$ 330 000 Mk. (um 103 000 Mk. erhöhte

eme toubtige Qlufgabe $u ^Ml^Jjat f 2Ib,ührungsfumme), insgesamt demnach 550 000

erstehungstat hat indessen für Rovalis die Be- v y

dcutung einerW e l t Verjüngung"; sie hat eine I __

Bedeutung für die Raturreiche und die Erde,o-x-MJ-h

die mit in den Vorgang der Erlösung einbezogen I <5nCTiü|iCn vCF jiCPOitWtl. sind. Als Ziel steht es vor seiner Seele im (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Sinne eines Zukunftsbildes. Indessen vermag Schriftleitung.)

jetzt schon der Mensch an dieser Zukunft teil- Stammtisch Stadt Kassel. 1. Die zweijährig» zirnehmen, wenn er die Feier des he.l gen Mah- I Dienstpflicht bet der Infanterie und Feld- les begeht, in der Brot und Wein als Trager artillerie ist durch Gefeh vorn 3.8.1893 verfuchs- des Heiligen auserwählt werden (Abendmahls- tocife eingeführt worden. Der Versuch wurde Hymne"). Die vier Vorträge wurden mit Auf- längere Jahre beibehalten und wurde durch merNamkeit und Interesse ausgenommen. | Gesetz vom 15.4.1905 für dauernd eingeführt.

Der Rationalsozialistische Deutsche Studentenbund, Hochschul­gruppe Gießen, veranstaltete Dienstagabend im Postkeller" eine gutbesuchte öffentlich? Versamm­lung. in der Dr. R. 5 r c i 8 l e r iKassel) über das Themailn rr gerne n'ame Rot" sprach. In seiner Einleitung betonte der Reuner, daß die Rotzeit unseres Volkes seit fünfzehn Iahren vorhanden sei. Sie sei auch durch die Revolution nicht zu Ende gegangen, sondern habe im Iahre 1918 erst richtig begonnen und zugenommen. Heute gelte es, zu erkennen, daß man sich hin­geben müsse, um das Ganze zu retten. Der Red­ner besprach sodann die äußere und innere Rot unseres Volkes, schUderte die Entwicklung der Verhältnisse nach dem Kriege und die Auswir­kung derselben und kritisierte in' längeren Aus­führungen die Tätigkeit der Staatsmänner und der politischen Organisationen seit Beginn der Revolution. Besonders setzte er sich mit der

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