Was geht in Finnland vor?
Don unserem Dr. P. (^.-Berichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Helsingfors, November 1930.
Die innerpolitischen Verhältnisse Finnlands haben leit dem finnischen Freiheitskriege nur selten im Auslande Beachtung gefunden. Man versolate mit Interesse den zielbewußten wirtschaftlichen Aufbau des Landes, das plötzlich vor der Notwendigkeit einer grundlegenden Neuorientierung stand. Finnland, dessen Außenhandelsschwerpunkt früher in Rußland lag, verstand in wenigen Fahren, sich neue Absatzmärkte zu schaffen seine Zellstoffindustrie auszubauen und sich in jeder Beziehung von Ost nach West um zu st eilen.
Das 3,5-MMionenvolk schuf sich eine wohldlszipli- nierte, schlagkräftige Armee und daneben das in seiner' Art und Bedeutung einzig dastehende frei- willige Schutzkorps. In beiden Fällen bildeten die finnischen Freiwilligen, die im preußischen Jäger, bataillon 27 ihre Ausbildung erhalten hatten, den Stamm des Offiziers- und Unteroffizierskorvs Obwohl Finnland nicht in die Falle des von Rußland vorgeschlagenen „Nonagressivvertrages" ging, schienen sich die Beziehungen zu dem östlichen Nachbar zu bessern. Bindungen mit den baltischen Ländern und Polen — wofür sich bekanntlich der frühere sinnische Außenminister cholsti mit Hochdruck einsetzte — wurden a b g e I e h n 1 und die ollen kulturellen Beziehungen zu Skandinavien aufrechterhalten. Die Aalandsfrage, die in den ersten Jahren nach dem Freiheitskriege das Verhältnis Schweden-Finnland getrübt hatte, steht nicht mehr zur Diskussion. ....
Als Finnland vor zwei Jahren das zehnjährige Bestehen seiner Freiheit feierte, konnte kaum ein Zweifel darüber herrschen, daß dos frühere russische Großfürstentum innerlich und äußerlich zu den am besten gefestigten Staatenneubildungen Europas gehörte. Die frühzeitige Stabilisierung der Währung, die außerordentlich lebhafte Bautätigkeit und die industrielle Unternehmungslust waren die deullichst sichtbaren Symptome des Fortschritts.
Die De ressionderWeltwirtschaft Heß auch Finnland nicht unberührt, zumal die Holz- und Holzveredlungsindustrie — die fast _ 90 v. H. der finnischen Ausfuhrprodukte liefert — Überall auf der Welt mit besonderen Schwierigkeiten kämpfen. K a • pitalmongel machte sich bemerkbar, und die Bautätigkeit ließ nach, naturgemäß wurde auch die Landwirtschaft betroffen, die in Finnland mit der Forstwirtschaft eng verbunden ist. Die Wirtschafts- depression nahm zwar keineswegs besorgniserregende Ausmaße an; sie trug jedoch mit dazu bei, daß die im Freiheitskriege nur mühsam zurückgedämmte kommunistische Welle sich wieder über das Land ergoß Die Ansichten darüber, wie weit die Bolschewisierung schon vorgedrungen war, sind ge- teilt. Zur Bekämpfung des Kommunismus entstand die Lappobewegung. Das kleine Kirchspiel Lappo in der nordfinnischen Provinz Oesterbotten isl in wenigen Wochen weltberühmt geworden. Der vaterländische Kampfruf der Lappobauern fand im ganzen Lande Widerhall. Der Großbauer Vihtori Kos o la organisierte den bekannten Marsch nach Helsingfors und setzte durch, daß eine neue Regie- rung gebildet und schließlich auch der Reichstag aufgelöst wurde, als die von der Lappoführung eingebrachten antikommunistischen Gesetze nicht die notwendige Mehrheit fanden. Die Wahlen brachten einenklarenbürgerlichenSieg. Nicht ein einziger Kommunist wurde wiedergewählt, und die bürgerlichen Parteien erhielten, wenn auch nur mit - einer Stimme Uebergewicht, die notwendige Zwei- -drittelmehrheit. Die Handhabe zur Durchdringung der Lappogesetze war gegeben; hatte sich doch auch die bürgerliche Linke auf den Boden der antikommunistischen Gesetze gestellt
Um so größere Üeberraschung riefen die Alarmnachrichten der letzten Wochen hervor, im besonderen die Entführung des früheren Staatspräsidenten S ta h l b e r g und die Verhaftung einer Reihe hoher Offiziere, darunter des Generalstabschefs W a l l e n i u s. Diese beiden Vorgänge wurden, zum Teil in leicht durchsichtiger Absicht, mit einem Netz wilder Gerüchte umsponnen Die meisten dieser Nachrichten sind inzwischen dahin verwiesen worden, wo sie hingehören. Daß General Wallenius in Verbindung mit Lappokreisen und weißrussischen
Emigranten beabsichtigt habe, den Helsingforser Sowjetgesandten gewaltsam au entfernen, um eine Kriegsursache zwischen Finnland und Rußland zu schaffen, gehört ins Reich der Fabel. Desgleichen das unsinnige Gerücht, daß Präsident Stahlberg ermordet und über die russische Grenze geschafft werden sollte, um den Anschein zu erwecken, er sei von Sowjetleuten beseitigt worden. Die Untersuchung hat keinerlei Anhalt dafür geboten, daß die verantwortlichen Lappoführer mit der Angelegenheit Stahlberg irgend etwas zu tun gehabt hatten. Aus welchen Gründen General Wallenius den Auftrag zur Entführung des Expräsidenten gegeben hat, konnte noch immer nicht geklärt werden.
Daß die Lappoführung zusammen mit den Der- hafteten Generalstabsoffizieren einen Militärputsch plante, ist weder erwiesen, noch wahrscheinlich Ko- solas Kampf richtet sich ausschließlich gegen die kommuni st ischeWühlarbeit, durch die kein Land in der Welt so bedroht ist, wie das Tausendseenland mit seiner langen sowjetrussischen Grenzlinie. Im Kampf gegen die rote Gefahr schien zwar den Lappoleuten jedes Mittel heilig; der Abschub von Kommunisten über die Sowjetgrenze gehörte zur Tagesordnung. Die Entführung des früheren Staats-
Präsidenten jedoch konnte der Bewegung nickts nützen, sondern wäre in jeder Beziehung eine Unklugheit ger-esen.
lieber 1000 Lappoleute haben sich auf die Anord- nung ihrer Führer hin bei den Behörden s e l b st angezeigt — „wegen Gesetzesübertretungen aus vaterländischen Motiven" Eine ganze Anzahl von Geistlichen haben sich auf den Sammellisten unter- schrieben, wie überhaupt der religiöse Einschlag in der Lappobewegung sehr stark ist. Besonders in der Landschaft Oesterbotten, wo die Verspottung der Kirchgänger durch Kommunisten mit in erster Linie zum Zusammenschluß der Elemente führte, die an Vaterland und Väterglauben festhalten.
Die finnische Regierung hat selbst erklärt, daß sie es nicht für angebracht hält, mit strengsten Maßnahmen gegen die Aktivisten vorzugehen, die Zweifel- los zu Unrecht als „Bauernfaschisten" bezeichnet werden. Bei Beurteilung der vorgekommenen Ausschreitungen muß außer der exponierten Lage Finnlands in Erwägung gezogen werden, daß man hier in den blutigen Kämpfen vom Januar bis Mai 1918 bie Schrecken der bolschewistischen Herrschaft am eigenen Leibe gespürt hat. Die kaum vernarbten Wunden von 1918 erklären die ungemeine Verbitterung, die im Kampf gegen den Kommunismus nur das eine Ziel kennt: bi e vollkommene Ausrottung. Nur so ist | bie Volksbewegung zu erklären, bie allem Anscheine nach ihrem vaterlänbischen Ziele sehr nahegekommen ist unb Finnlanbs Existenz gesichert hat.
Oberbeffen.
Bürgermeisterversammlung inSchotten
c. Schotten, 10. Rov. 3m hiesigen Rathaus-- saal fand unter Leitung des Kreisdirektors Dr. 3 a n n, Schotten, eine amtliche Versammlung der Bürgermeister des Kreise s Schotten statt.
Regierungsrat Frhr. v. Löw zu Steinfurth von der Hess, land- unb forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft hielt einen Vortrag über die Bedeutung, den Werl unb bie Vor
teile der Lanbw. Berufsgenossenschaft. Er wies aus bie ungeheure Steigerung ber Ren- tenanträge hin. bie sich von 3558 im 3ahr 1913 auf 9702 im letzten 3ahre vermehrt hätten. Daraus erwachse für alle Beteiligten die Pflicht, alle Rentensachen eingehend zu prüfen und Mißbräuchen vorzubeugen. Das frühere Betriebskapital der Berufsgenossenschaft sei durch die 3n- flation verloren gegangen, die Ansprüche an die Genossenschaft seien sehr gestiegen, dadurch hätte sich eine Beitragserhöhung von früher 9,6 Prozent auf 17 bzw. 18 Prozent pro 100 Mk. Steuer- wert nicht umgehen lassen. Der Referent bat um Unterstützung aller Bürgermeistereien. Eine in-
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Bon links nach rechts: Generalleutnant Werner von Blomberg, Kommandeur der ersten amerikanischen Division M a l i n C r a i s; Oberst ErichKuhlenthal (Deutschland) und Oberst Wal t e r Kruger (USA.). — General von Blomberg, der Befehlshaber des Reichswehrkreises l, ist auf seiner Inspektionsreise durch Amerika nun in Kalifornien angelangt, wo ihm die amerikanischen Militärs die neuesten technischen Errungenschaften der amerikanischen Küstenverteidigung zeigten.
Bahnhof.
Äon Richard öuelfenberf.
2ln Regentagen gehe ich meinen besonderen Ver- gnügungcn nach. 3ch liebe die merkwürdige Traurigkeit der Straßen, von denen das Wasser ab- tropst wie von alten Regenschirmen. Die Haus- fassaden sind von schmutzigen Wasscrdändeim überzogen; an den Fensterbänken träuft es in langen qualligen Schmuhbächen. Bei Schmiedeles, im Schmutz des Balkons (in den Wohnungs- Prospekten heißt es Loggia) verwelkt die letzte Geranie Aus dem Sportplatz, wo letzten Sonntag noch die Steglitzer „Red Girls" gegen den Friedenauer Damenverband einen stupenden Fuß- ballsieg erfochten, steht die Flüssigkeit die der graue Himmel ausschüttete, in großen Pfützen. Die Kinder des Portiers lassen Papierschiffchen schwimmen; ich höre ihre Ruse. Wir sind nicht weit vom Flugplatz; am Himmel ist Brummen unb Rumoren; D 165 unb D 78 müssen um diese Zeit das Dtraßenviertel überfliegen.
3ch wollte von al.'en diesen Dingen und Menschen gar nicht erzählen. Es lag mir daran, von geheimer Leidenschaft zu berichten, die mich manchmal packt, wenn das Wetter schlecht ift und einem die Melancholie in den Knochen sitzt nicht weniger als das Rheuma, daß die Schützengrabenzeit hinterlieft. An solchen Tagen bin ich von wehmütiger Liebe zu einem toten Gegenstand, zu einer Einrichtung, zu einer öffentlichen Angelegenheit, bie mir persönlich von allen öffentlichen Angelegenheiten die einzig nützliche und die einzig mögliche zu sein scheint. 3ch meine den Bahnhof, einen Bahnhof, irgendeinen Bahnhof, also ein Gebäude, eine Halle, in die die Züge donnern. Aber es handelt sich gar nicht um bie Züge. 3ch werde das ausführlicher aus- einandersetzen.
Die Züge sind es nicht, die mich reizen. Wenn ich sie sehe, bleibt mir nichts anderes als die nackte Vorstellung, daß es sich um eiserne De- hüller handelt, in die man sich setzt, um von einem zum anderen Ort verschoben zu werden. Die Züge sind bie Technik; bann unb bann erfunden, zwischen Nürnberg unb Fürth zum ersten- mal aufgestellt unb benutzt, später vre.sach verbessert vergrößert unb heute gewissermaßen neben Kino Radio unb Staubsauger zu ben QSunbern zu zahlen, die den Fortschrittsgeift mrt Stolz erfüllen.
Die Plattform, von der aus die Reisenden abrollen, in diese unb jene Himmelsrichtung, interessiert mich nicht; meine Leibenschaft spielt sich vor ber Sperre ab. 3ch liebe ben Raum, in dem bie Billetts txr auft werden. Hier allein hat man bie Möglichkeit, seiner Phantasie freien Spielraum zu lassen. Hier allein kannst bu unentschlossen sein und davon träumen, wie dir zumute wäre, wenn du die Möglichkeit hättest, eine Erholungsreise nach Aegypten zu machen. Dabei wirst du am besten unterstützt durch Reklameplakate an den Wänden. Es gibt ein Plakat, das ich besonders liebe. Es ist sehr bunt; man sieht auf ihm eine Moschee ober etwas ' berartiges, jedenfalls einen ausländischen Tempel, einige Leute, die mit erotischen Burnussen herumlaufen, einen strahlend blauen Himmel und tropisches Pflanzengewirr. Mir schlägt das Herz, wenn ich bedenke, daß es Menschen gibt, die sich in Licht und Sonne frei bewegen können, ohne fürchten zu müssen, daß ihnen ein Wasserschmuh- badj über bie Hemdenbrust läuft. Die ausgesprochen fröhlichen Gesichter ber Menschen, die vor jener Moschee herumlausen, zeigen, wie sehr man dortzulande warmes Klima zu schätzen weiß. 3ch will den Leser nicht länger auf die Folter spannen. Es handelt sich um 3nbien. Das Plakat gibt einen Ausschnitt des indischen Straßenlebens, darunter steht: „3nd i en ruft d i ch!" 3ndien ruft mich, das ist es, was mich aufs tiefste bewegt unb weshalb ich in diesem naßkalten Raum mich länger aufhalte, als es meine empfindliche Gesundheit erlaubt. (Indien, das Land ber Sonne, der Moscheen, des tropischen Blättcrgewirrs ruft mich — mich, einen Mann, ber soeben für fünfundzwanzig Pfennige aus der Vorstadt hierhergefahren ist, um ein wenig Sehnsucht nach ber Ferne zu empfinden. Das ist doch eigentlich erstaunlich, baß 3nbien mich ruft, unb obwohl ich natürlich weiß, bah es eine Phrase ist unb nur wahr wirb, wenn man, bas schützende Bankkonto im Rücken, keck an den Billettschalter treten kann — obwohl ich das weih: ein klein wenig dieser Aufforderung gilt auch mir.
Wie oft schon hat das Schicksal einen überraschenden Weg genommen. Wer heute arm ist, kann menge nunb übermorgen ein reicher Mann fein. 3ch sehe mir bie Leute vor ben Billett- 1 sch altern an. Wozu biefe Hast, dieser auf jedem Gesicht deutlich ausgeprägte Lebenswille, wenn nicht die Möglichkeit bestände, auch einmal ein
Billett zu lösen nach 3ndien, das hier seinen Plakatrus ertönen läßt. Spart und arbeitet, hastet, kauft, lamentiert, sterbt und werdet geboren: 3ndien ruft euch; vielleicht eines Tages seht ihr euch wieder irn Sightseeing Car vor jenem Tadsch Mahal, das übrigens gar keine Moschee, sondern ein Grab ist, das ein reicher indischer Fürst seiner Geliebten errichten lieh.
Es ist erstaunlich, was in dieser Bahnhofsvorhalle alles geschehen kann. Zwei Buchhändler haben ihre Stände dort und viele Leute, die im Begriff sind, die Treppe zur Zugabfahrt zu ersteigen, laufen sich schnell eine Zeitung. Den Koffer trägt man mit ber rechten Hand, unb bie Zeitung klemmt man unter den rechten Arm; nie nimmt man sie in bie linke Hanb. Man macht es sich möglichst schwer; man erklimmt bie Treppe schnaubend, unruhig, ob man einen angenehmen Platz erwischen werde, man ist im Grunde wütend und freut sich gar nicht. Man freut sich nicht im geringsten über bie bevorstehende Reise; die Gesichter aller Menschen haben die graue, gleichgültige Maske, die dem Alltag bestimmt ist. 3ch gäbe alles genau beobachtet.
Die Kinder unb bie Hunbe finb bie einzig fröhlichen Wesen, bie es in der Bahnhofshalle gibt. Die Hunde insbesondere, die einzigen, die von 3ndien in keiner Weise gerufen werden, toben ihre Lebenslust aus. Wenn die Hunde schon reifen, werden sie in kleine Gefängnisse gesperrt, sie haben nichts zu lachen, Speisewagen kennen sie nicht, und als Erfrischung stellt ihnen der Zugführer, wenn es hoch kommt, einen Dlechnapf mit schmutzigem Wasser hin. Die Hunde sind dennoch fröhlich. Dieses dennoch gibt mir zu denken.
3n ber vorigen Woche hatte ber Duchhanbler mein Buch in seinem Fenster stehen. 3etzt ist es verschwunden. Es erhebt sich bie bange Frage: „Sollte es jemand gekauft haben?" Der Gedanke, ein Mensch, ein eiliger Mensch, jemand, der im Begriff stand, eine Reise zu unternehmen (wenn sie auch nur bis Potsdam ging) könnte sich mein Buch gekauft haben, rührt mick tief. So etwas ist also in dieser Zeit noch möglich. Es gibt Menschen, bie von Koffern, Sorgen unb Alltag beloben, ihre Brieftasche ziehen und kurzerhand mein Buch kaufen. Die lesen es vielleicht. Sie finben es vielleicht erträglich.
Bon ber Stadtbahntreppe kommen die Mädchen in Hellen Wolken. Es scheint Samstag zu sein:
tereflante Aussprache schloß sich an den Tort trag an, die auch das angrenzende Gebiet beö Haftpflichtversicherung der Landwirte gegen Schäden im Betrieb berührte.
Auch die G eme in de h a f tp f l ich tVersicherung wurde näher besprochen. Man verständigte sich dahin, daß man einem Reuabschluh des Haftpflichtversicherungsvertrages nähertreten solle. Das Kreisamt will alsdann den Abschluft eines Kolleklivversicherungsvertrags veranlassen.
Veterinärarzt Dr.Metz vom Kreisveterinär- amt Schotten sprach dann über Rotschlach- tungen und wies auf die außerordentliche Wichtigkeit der amtlichen Untersuchung aller Schlachtungen, auch der Hausschlachtungen, auf Tuberkulose, Trichinen usw. hin. Auch ber Maul- und Klauenseuche, der Ueberwachung aller von Märkten eingeführten Tiere soll größte Aufmerksam- keit geschenkt werben.
Die Versammlung sprach sich bahrn aus, daß die vielen Feiern und Festlichkeiten bei ber Schwere ber Zeit möglichst eingeschränkt werden möchten. Herumziehende Musiker, private Sammlungen sollen möglichst ausgeschlossen werden. „
An bie Regierung soll herangetrKrn werden, damit bald bie Ausführungsbestimmungen über die neuen reichsrechtlichen Steuergesetze, Biersteuer, Bürgersteuer herauskommen.
Oie Bewerber um den Grünberger Bürgermeisterposten.
4- Grünberg, 11. Rov. 3n der gestrigen: Sitzung des Gemeinderats berich-teie Beigeordneter Keller über bie Bewerbungen um die Stelle eines Derufsbürgermei- sters in unserer Stabt. Es haben sich, wie von uns schon kurz berichtet, 42 Bewerber gemelbet. Don biefen sinb sechs mittlere Derwal- tung8beamte (Stadtsekretäre unb (Inspektoren), vier andere Beamte, drei Staatsbeamte, drei Kaufleute, 15 Volkswirte und (Juristen, zwei Syndici, fünf Gerichtsr4erendate und -a ses oren, einer Bürgermeister, je einer Polizeihauptmann und -Wachtmeister a. D. und einer 3ngenieur. Das> Alter ber Bewerber schwankt zwischen 23 und 50 3ahren. 3n einer erneuten Sitzung des Gemeinde- rals Ende dieser Woche soll über die Bewerbungen näher beraten und möglichst schon eine Anzahl Kandidaten ausgeschieben werden.
Landkreis ^Gießen.
U Großen-Linden, 11.Rov. 3m Saale der Gastwirtschaft „zur Linde" fand am Samstag die Fünfziger- Feier der im 3 ah re 1880 geborenen Allerskameraden _ statt. Die Veranstaltung nahm einen sehr schönen Verlauf. Kaufmann Ludwig Weiß gedachte in einer Ansprache u. a. auch des im Weltkrieg gefallenen Alters- fameraben, dessen Andenken man in üblicher Wei e ehrte. Zur Freude aller Teilnehmer hatte sich auch ber in Lang-Göns im Ruhestanb lebende Lehrer D i e m e r , der einzige noch lebende Lehrer dieser Altersklasse, eingefunden. Allen Teilnehmern werden die schönen Stunden unvergeßlich bleiben. Am Sonntag nahmen die Alterskameraden gemeinsam am Gottesdienst teil.
§ Daudringen, 12. Rov. Bei einer Treib- j a g b in der hiesigen Feld- und Waldgemarkung wurden 60 Hasen, zwei Rehe und ein Fuchs erlegt.
• Londorf, 11. Rov. Diplom-Landwirt Dr. Klingelhöfer, Gießen, hielt in unserer Gemeinde, sowie im benachbarten Kesselbach Vorträge über „Ernährung ber Pflanzen". Die Besucher folgten den Vorträgen mit großem 3nteresse. ,
v. Londorf, 11. Rov. Am Sonntagabend hielt Herr Kratz aus Freienseen im hiesigen Kriegerverein einen Vortrag über sei.e Kriegserlebnisse bei ber Marine unb im Unterseeboot. Seine klaren und gemeinverständlichen Ausführungen fanden bei der zahlreichen Zuhörerschaft lebhaften Beifall.
4- ©rünberg, 11.Rov. Hier sand jetzt die Herb st-Gesellenprüfung ihren Abschluß. Rachdem die Prüflinge vor einiger Zeit ihre Gesellenstücke angefertigt unb ihre Arbeitsproben geleistet hatten, wurde nun die theoretische Prü- fung in der Volksschule abgehalten. Gewerbelehrer Kröhle prüfte im Zeichnen unb Veranschlagen, Berufsschullehrer Gengnagel in Deutsch, Buchführung und Staatsbürgerkunde, die Prüfungsmeister über Berufskunde. Von den die Geschäfte haben geschlossen, die Rechtsanwaltsbureaus, die Verkaufsstände und was weiß ich. Die Mädchen sind jedenfalls da. Sie haben Helle Kleider an. Aber diese und jene hat eine Regenhaut übergezogen; viele tragen vorsorglich einen Schirm.
Als ich am vorigen Samstag in dieser Bahnhofshalle stand, erblickte ich ein Mädchen, das Ä>erzeugend der Braut meines Freundes Sülte- meier glich, den ich jetzt feit zehn 3ahren nicht mehr gesehen habe. Damals, als Sültemeier die Braut hatte — sie hieß Lissy Wager — waren wir noch Schüler unb wohnten bei einem Mathematikprofessor in Burgsteinfurt, einem Rest in Westfalen. Um neun Uhr ging der Alte in feinen Verein, und um neun Uhr fünfzehn lieft fup Sültemeier an zwei zusammengeknüpften tüehern herunter. Er traf sich mit Lissy Wager im Stadtpark. 3ch war damals noch sehr jung, hatte keinerlei Braut und hätte auch nie gewagt, mich an Bettüchern herunterzulassen; aber Paul war ein Held. Leider hals ihm dieses Heldentum nicht Denn Examen. Er fiel durch. Er fiel, glaub ich, mehrmals durch, und als ich ihn vor zehn 3ahren sah, wagte ich nicht zu fragen, ob es ihm doch noch gelungen sei, das Examen zu bestehen.
3d) war sogleich entschlossen, Lisstz Mager oder ihren Astralleib, jenes Wesen, daä die Stadtbahntteppe herunterkam, anzusprechen, aber ich tat es doch nicht. 3ch wagte es nicht, und ich wollte auch keine alten Geschichten aufrühren. 3ch hätte anhören müssen, Sültemeier habe sein Examen nicht bestanden. Was gehen mich heute noch Examen an? Richts und gar nichts. Da sind andere Dinge zu erledigen. 3ch stampfte durch den Regen zur Straßenbahn 77, die zu mir hinausfährt. Sie ist mir lieb und vertraut.
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Der ordentliche Professor an ber Technischen Hochschule in Darmstadt Dr.-3ng. Enno Heidebroek ist vom 1. April 1931 ab zum ordentlichen Professor in ber Mechanischen Abteilung bet Technischen Hochschule Dresben unter üebertragung des bisherigen Lehrstuhls für Hebe- Iunb Transportmaschinen, allgemeine Maschinenlehre Eisenbahnmaschinen und technisches Zeichnen ernannt worben.
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