Mann Ausnahmen zulässig sind. Wir glauben nicht, dah auch diese Fassung im Reichstags- plenum eine Mehrheit finden wird, weil diese Polizeistunde eine Einschränkung des Alkohol- konsums doch nicht mit sich bringen wird Vielmehr werden Nachtlokale, in denen der Alko- holgenuh hinter verschlossenen Türen fortgesetzt wird, wieder wie Pilze aus dem Voden schießen, so dah große Teile unserer Polizei zur Bekämpfung dieser Lokale ange.eht werden müssen und damit dem allgemeinen Sicherheitsdienst ent zogen werden Es wäre vielleicht besser, auf die Polizeistunde zu verzichten, weil sich dann der Schankstättenschluh automatisch regelt und in den meisten Fällen die Mitiernachtstunde kaum überschreiten dürfte
Schwierige parlamentarische Lage in Sachsen.
Dresden, 11. März (CAB.) Die demokratische Landtogsfraktion hat einen Beschluß gefaßt, in dem sie mit Bedauern davon Kenntnis nimmt, dah die Deutsche Dolkspartei jegliche Verhandlungen mit der Sozialdemokratie über die Regierungsbildung a b g e l e h n t und damit den einzigen Weg, der zu einer Regierung aus breiterer Grundlage geführt hätte, versperrt habe Die Fraktion müsse es jetzt den Parteien der Rechten, die die Regierung Bünger gestürzt haben, und der Volkspartei überlassen, die Krise zu lösen. Eine Rekonstruktion des bisherigen Kabinetts unter anderer Leitung werde, da aussichtslos, von der Fraktion nicht unterstützt werden. — Durch diese Stellungnahme der Demokraten ist es unmöglich gemacht, daß in Sachsen überhaupt eine Regierung zustande kommt. Da weder die Große, noch die alte Koalition möglich ist, dürften R e u - wählen als einziges Mittel übrigbleiben.
Frankreichs Niederlage in London.
Die Ablehnung derSicherheitsforderunften
Poris, 12. Mär;. (WIB. Funkspruch.) Der amerikanische Staatssekretär Stimson erklärte, daß Amerika hinsichtlich der Sicherheitssorderungen Frankreichs keinerlei verpslichtungen übernehmen könne; der offenbar amtlich beeinflußte Sonderberichterstatter der Haoas-Agentur meint dazu, man müsfe jetzt die Hoffnung aufgeben, daß in London ein politisches Abkommen zustande kommen werde, das die Abrüstung der fünf Seemächte erleichtern würde. Das Problem der Abrüstung müsse jetzt ausschließlich von der technischen Seite behandelt werden. Die Hauptschwierigkeit in dieser Hinsicht liege bei der italienischen Delegation, die sich trotz aller dringlichen Vorstellungen noch immer weigere, ihre Tonnagebedürfnisse in den verschiedenen Schlsfs- fategorien zu präzisieren, und die sich daraus beschränke, die Flottengleichheit mit Frank- re i ch zu verlangen Wenn eine derartige Auffassung sich vom Standpunkt des Prestiges erklären lassen, so sei sie doch unhaltbar, wenn man mit den Tatsachen rechne
Der „Daily Telegraph" schreibt, nach Bekannt werden der Erklärung der amerikanischen Delegation sei geiferns abend in französischen Kreisen zugegeben worden, dah die politische Seite der Flotten- konserenz abgetan sei und daß damit auch Frankreichs Hauptinteresse an der Konferenz verschwinde vriand habe zwar aus den Wert der zustande gekommenen abstrakten Vereinbarungen hingewiesen und sei der Ansicht gewesen, daß ihre Wichtigkeit eine sofortige Vollsitzung rechtfertigen würde, aber die italienischen Delegierten hätten widersprochen, und auch die Amerikaner und Engländer hätten keinerlei Begeisterung über das Erreichte gezeigt Sollte Vriand in den abzuschliehenden Vertrag einen Absatz einzufügen wünschen, daß die Frage der Sicherheit später erörtert werden könnte, so würden Großbritannien und Amerika schwerlich ihr Einoer st ändniv erklären.
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Die französische Sicherheitspolitik ist erledigt — wenigstens soweit die Beziehungen zu England und Amerika in Betracht kommen Drrand mußte seine Forderungen gegenüber den Bedenken der Angelsachsen immer weiter einschränken, der Mittelmeerpakt wurde aufgegeben zugunsten des Planes eines sog. Konsultativpaktes und schließlich sprach man nur noch von der Zurückstellung der Sicherheitsfrage auf eine spätere Konferenz. Aber nicht einmal dieses letzte Zugeständnis, das von der französischen Presse als ganz wertlos betrachtet wurde, wollten Stimson und Macdonald der von ihnen gefürchteten Sanktionspolitik Frankreichs machen. Damit aber verzichten sie auch aus die Möglichkeit, mit Frankreich über eine Herabsetzung seines Mammuthprogramms zu verhandeln, denn die darin enthaltenen Zahlen sind — Man- ?els neuer Sicherheitsgarantien — als a b s o - ute Bedürfnisse des über alle Weltmeere verstreuten französischen Imperiums bezeichnet worden.
Wenn nicht eintritt, was ein politisches Wun- der genannt werden müßte, so bleibt der mit so großem Optimismus begrüßten Flottentonferenz, die durch Regelung einiger besonders schwieriger Einzelprobleme den Weg für die Abrustungs- arbeit des Völkerbundes frei machen sollte, nichts anderes übrig als den Abrüstungsgedanken endaültigzu begraben und sich höchstens noch um die k u r z s r i st i g e „Limitierung" des Flottenbaues, wie sie den Franzosen von Anfang an vorschwebte, zu bemühen Die Arbeit — oder vielmehr die Liquidierung — der Konferenz wird von den Staatsmännern auf die Marinetechniker über gehen, die versuchen werden, aus Grund der einzelnen Bauprogramme, deren Kürzung dann nur noch in unwesentlichen Einzelheiten erwartet werden kann, eine, bis 1936 gültige Tabelle der Flottenbedürfnisse zusammenzustellen und damit ein vorläufiges Aufyören des Wettrüstens au ermöglichen. Die Initiative liegt dann wieder beim Völkerbund, dessen Aufgabe freilich durch den Verlauf der Londoner Konferenz eher kompliziert alS erleichtert werden dürfte.
Dr. Luther zum Mchsbankpräsidenien gewählt.
Berlin, 11 Mär; (WIB.) Die Reichsbank teilt mit: Der Generalrat der Reichsbonk wählte e i n ft i m m i g in seiner heutigen Sitzung an Stelle des ausscheidenden Reichsbankpräsidenten Dr Hjalmar Schacht den Reichskanzler a. D Dr Hans Luther zum Präsidenten des Reichsbank- dircklvriums mit Wirkung vom 3 April dieses Jahres, an welchem Tage die Ucbergabe der Amtsgeschäfte stattsindet. Die Bestätigung des Herrn Reichspräsidenten für die Wahl des neuen Reichsbankpräsidenten ist nachgesucht worden
Die Wahl des Nachfolgers des Reichsbankpräsi- öenten Dr Schacht hat, wie es nach Lage der Dinge bei dem bedeutendsten Geldinstitute des Deutschen Reiches auch nicht anders möglich war, nicht lange auf l i ch warten lassen Und selten ist ein so bedeutsamer Posten so wenig unv stritten gewesen, wie der des Präsidenten der Reichsbank Das dürfte aber nicht da ran gelegen haben daß zur Zeit wenig Männer für einen derartigen Posten in Deutschland vorhanden sind, sondern vielmehr daran, daß heute fein anderer als der ehemalige Reichskanzler Dr H Luther ein solches Ansehen in der ganzenWelt ge
nießt, das notwendig ist, um die deutsche Währung auch fernerhin vor Erschütterungen zu bewahren
Dr. Luther, der gestern 51 Jahre alt geworden ist. ist von Haus aus kein Bankfachmann. Seine ganze öffentliche Wirksamkeit hat ihn aber im Laufe der Zeit zu einer der kompetentesten Persönlichkeiten auf wirtschaftlich-finanziellem Gebiete herangebildet. Die Anfänge seiner Entwicklung fand er in der Kommunalpolitik und schon im Jahre 1918 konnte er das
Amt des Oberbürgermeisters von Essen übernehmen. Von diesem Platz aus begann seine politische Entwicklung. Bereits im Dezember 1922 trat er unter Beibehaltung seines Postens in Essen in das Kabinett Cuno ein, wo sein Rame im Zusammenhang mit dem R u h r e i n s a 1 l dadurch besonders populär wurde, daß er die Forderung des französischen Generals, ihn vor dem Rathause zu empfangen, ablehnte, mit der Begründung, daß er nur in seinem Amtszimmer zu sprechen sei. Er gehörte sodann auch dem Kabinett Stresemann an. und zwar hatte er dabei den Posten des Reichsfinanzministers inne, wo es ihm gelang, das Budget auszugleichen und die Rentenmarkverordnung herauszubringen, so dah er noch heute in dem Streite um die Vaterschaft der Rentenmark als die Mutter der stabilen Währung anerkannt wird. Rachdem das Kabinett Marx nach den Dezemberwahlen von 1924 zurücktreten mußte, übernahm er das Amt des Reichskanzlers und dabei gelang es ihm. im Oktober 1925 gemeinsam mit Dr. Stresemann in Locarno die Grund age au schaffen, die für die weitere Zeit der deutschen Politik maßgebend war Aul diese Weise hat er, der auch vorher an der Londoner Konferenz und am Abschluß der Dawesanleihe teilnahm, eine reiche Erfahrung sammeln können, die ihm nunmehr a n der Spitze der Reichsbank in hohem Maße zustatten kommen dürfte Dr Luther zog sich dann nach seiner Reich kanzlerschaft aus ein anderes Gebiet zurück, das aber gerade in finanzieller und wirtscho'tlicher Hinsicht für das weitere Schicksal Deutschlands von ausschlaggebender Bedeutung ist. und das ist die Reform des Reiches an Haupt und Gliedern. Im Januar 1928 wurde Luther zum Vorsitzenden des Bundes zur Erneuerung des Reiches gewählt, der seitdem einen großen Anteil an den Resormarbeiten nahm und für sich wohl in Anspruch nehmen darf, die wertvollsten Pionierdienste aus diesem Gebiete geleistet zu haben. Somit kann die Wahl dieser bewährten Persönlichkeit zum Präsidenten der Reichsbank nur begrüßt werden und man darf annehmen, dah Dr Luther selbst in diesem neuen Arbeitsgebiete ein reiches Betätigungsfeld zur Erfüllung seiner Pläne vorfindet.
Eine erste Unterredung mit dem neuen Reichsbankpräsidenten.
Frankfurt a. M.. 11 März. Reichskanzler a. D Dr Luther gewährte dem Frankfurter Vertreter des WTD. eine Unterredung, in der er sich in großen Zügen über die von ihm einzuschlagende Reich bankpolitik aussprach.
Welche Politik gedenken Sie in der Frage der Auslandanleihen zu versolgen? Dr. Luther »Daß unmittelbar und unzweifelhaft produktive Anleihen für die deutsche Volkswirtschaft nützlich sind, ist unbestreitbar. Ob darüber hinaus die Hereinnahme von Auslandgeld verantwortet werden kann, hängt davon ab, wie viel begründetes Vertrauen man m die zukünftige Gesamtentwickelung Deutschlands seht, aus jeden Fall ist Umsicht und Zurückhaltung geboten.
Wie beurteilen Sie persönlich diese zukünftige Entwicklung'? Dr Luther „Die, tote jedermann weih, großen Schwierigkeiten der Gegenwart werden vielfach dadurch noch übersteigert, daß man allzu laut von einer Vertrauenskrise spricht. Man sollte umgekehrt den Ton nach der positiven Richtung legen und immer wieder die Gesichtspunkte unterstreichen, die das Vertrauen in die deutsche Zukunft rechtfertigen. Das deutsche Volk hat auch nach dem Kriege s o Außerordentliches in wirtschaftlicher Wiederaufbauarbeit geleistet, daß es gar nicht einzusehen ist, warum diese lebendige Kraft sich nicht mehr durchsetzen sollte. Sie wird sich u m so sicherer durchsetzen, je ruhiger die Entwicklung sich vollAieht."
Sie haben deswegen also auch keinerlei Befürchtungen wegen einer Gefährdung unserer Wä hrung in naher und ferner Zukunft? Dr. Luther: „Die Fragestellung trifft nicht den Kern Die deutsche Währung ist durch .die gesetzlich gewährte Unabhängigkeit der Reichsbank, für deren Rotwendigkeit das deutsche Volk nach den schrecklichen Erfahrungen der Inflationszeit das vollste Verständnis besitzt, vollauf gesichert Obendrein sind die mit der Festigkeit der deutschen Währung verbundenen in- und ausländischen Interessen so groß, daß sie auch etwa entgegenstehende Kräfte und Verhältnisse bestimmt überwinden werden."
Spielen Sie mit dieser letzteren Bemerkung auf den Voungplan und die von dort etwa kommenden Gefahren an? Dr. Luther: „Man kann den jetzt amtlich sogenannten Reuen Plan nicht isoliert betrachten Die großen Lasten, die er für Deutschland enthält, sind ebenso tote die große Arbeitslosigkeit und die Wirtschaftsnot, in der wir uns befinden, auf die allgemeine Bedrängnis
von Reich und Volt zurückzuführen. Es ist Aufgabe der verantwortlichen Reichspolitik, hier den Ausweg durch ein Gesamtprogramin zu zeigen, bei dem es nicht nur auf die Einzelheiten an- kommen wird, sondern ebenso sehr auf die Gewinnung eines verstärkten Vertrauens im In- und Auslande zum deutschen Staatswesen. Hinsichtlich des Maßes von Lasten, die das deutsche Volk tragen kann, möchte ich auf das Hinweisen, was ich bei den Vorverhandlungen über den Dawesplan als Reichsfinanzminister immer wieder gesagt habe, daß es nämlich ganz wesentlich darauf ankommt, in welchem Umfange das Ausland di e deutschen Ausfuhrerzeugnisse aufzunehmen bereit ist und auf- nimmt Cs ist eine wichtige Ausgabe auch des Reichsbankpräsidenten, auf dem Wege wechselseitigen Verstehens außerhalb Deutschlands eine immer klarere Anschauung von den wirtschaftlichen Möglichkeiten und 2c- bensnotwendigkeiten des deutschen Volkes zu verbreiten, wobei das Ausland auch um das unerläßliche Maß deutscher Sozia 1 po 1 i - t i k wissen muß."
Welche besonderen Erfahrungen werden Sie aus Ihrer privatwirischastlichen Tätigkeit der letzten Jahre in das neue Amt hinübernehmen?
Dr. Luther: „Meine privatwirtschaftliche Arbeit, deren Hauptteil seit vorigem Frühjahr im Realkreditwesen lag, hat mir Tag für Tag bestätigt, w i e unerträglich die hohen Kapitalzinsen für die deutsche Wirtschaft im ganzen, und zwar nicht weniger für die Binnenwirtschaft als für die deutschen Ausfuhrmöglichkeiten sind. Es kann kein Zweifel fein, daß z. B. für die gesamte Woh - nungswirtschast und namentlich auch für die Landwirtschaft die Zinshöhe von ausschlaggebender Bedeutung ist.
Welche Möglichkeiten sehen Sie, auf eine Sen- kung der Zinssätzeeinzuwirken? Dr Luther: Das Schwergewicht der sich hier bietenden Möglichkeiten liegt durchaus in der allgemeinen Politik, in der der Gesichtspunkt der Kapitalbildung immer mehr in den Vordergrund treten muß Daß die Reichsbank im Rahmen ihrer Zuständigkeit diesem Gesichtspunkt ebenfalls größte Beachtung schenkt ist selbstverständlich Bis zu welchem Grade die Diskontpolitik der Reichsbank den Zinssatz für langfristige Anlagen zu beeinfluffen vermag, ist neuerdings zum Problem geworden.
Oie Reform der inneren Verwaltung in Hessen.
Oie Beratung des Znueue ats vor dem Finanzausschuß.
Darmstadt, ll.März (WHP.) Im Finanzausschuß des Hessischen Landtags begann die Beratung der Kapitel des Haushalts deS Innenministeriums, das insgesamt 22,? Millionen Mark an Ausgaben erfordert Einleitend gab der Innenminister eine zusammen- lassende Darlegung der aktuellen Probleme der Verwaltungsresorm. Der Reichssparkommissar anerkannte die zweistufige Verwaltung als durchaus zweckmäßig und emp- lahl sie als vorbildlich für eine gesamtdeutsche Reform Wegen der im Gange befindlichen Reformarbeiten könnten die Beamten in der Zentralstelle zur Zeit nicht vermindert werden. Auch die sachlichen Ausgaben leien auf ein Mindestmaß herabgesetzt Durch eine Aenderung der Kreisgrenzcn und die Aufhebung einiger KrelSämter könne et Einsparungen in Aussicht stellen Die dazu notwendigen Vorlagen wolle er aber nur 1 in Angriff nehmen, wenn der Landtag ihm die
Ermächtigung gebe, die Kreisgrenzen allein durch das Ministerium fest- zusetzen.
In der Debatte forderte der Redner der Deutschen Dolkspartei eine Dezentralisation der Ausgaben von der Zentrale auf die lokalen Stellen, wodurch eine ganze Reihe von Seamtenftellen in der Zentrale c l n g e f Part werden könnten, ohne daß eine Vermehrung der Beamten- stellen bei den lokalen Behörden notwendig werde. Den lokalen Stellen werde durch die Vergrößerung ihrer Zuständig'eitcn ein großer Teil der Arbeit abgenommen, die durch die heute notwendige umfangreiche Berichterstattung an das Ministerium erforderlich sei Die von dem Minister geforderte Ermächtigung lehne bk Deutsche Volkspartei entschieden ab I Zu einer Aenderung der Krcisgrenzen, die lediglich Im Interesse der Bevölkerung läge, brauche der Minister kein Ermächtigungsgesetz,
weil der Landtag hierzu ohne weiteres sein Einverständnis geben würde. Der Reichsspar- kommissar habe bei der Aufhebung von sieben Kreisämtern z. B. eine Ersparnis von nur 1 1 6 000 Mk errechnet, bei einer gleichzeitigen einmaligen Mehrausgabe von einer Million. Durch die Verzinsung und Tilgung dieser Mehrausgaben toüroe aber jede Ersparnis illusorisch gemacht Die Vollspartei wolle eine Aushebung von Kreisämtern nur, wenn nachgewiesen fei, daß die zu erwartenden Ersparnisse nicht nur auf dem Papier stünden und die Ersparnisse im richtigen Verhältnis zu den mit dieser Aushebung verbundenen indirekten La st en der Bevölkerung stehen.
Auch die Vertreter der übrigen Parteien schlossen sich hinsichtlich der Dezentralisation den Ausführungen des oolksparteilichen Redners an. Das Zentrum lehnte allerdings ebenfalls ein Ermächtigungsgesetz ab. Ter Redner der Volksrechtspartei wies noch darauf hin, daß eine Beförderung nicht ordnungsmä- ßig vorgebildeter Personen in akademischen Stellen bei der Verwaltung nach den jetzigen Bestimmungen unstatthaft sei
Bei der Abstimmung fand lediglich ein sozialdemokratischer Antrag Annahme, der einen Ministerialrat and einen Vortragenden Rat in Innenministerium auf den Inhaber bc.il- ligt Die übrigen Anträge wurden meist bei Stimmenthaltung des Zentrums abgelehnt. Das Kapitel 27 (Ministerium des Innern) wird genehmigt.
Aus aller Welt
Slosch-Sarasani oenauft feinen Zirkus.
Der Direktor und Eigentümer des Zirkus Sar- rafani HansStofch veröffentlicht In der „Berliner Morgenpost" ein Inserat, in dem eS heißt Gedrängt durch unendliche Schwierigkeiten, die sich der Fortführung meines Unternehmens auf der jetzt erreichten künstlerischen Höhe ent- gcgenftelkn, eingeengt von einem Sta- cheldrahtzaun untragbarer gesetzlicher Bestimmungen und behordli- cher Vorschriften, durchSte uern erdrosselt. habe ich mich schweren HerzenS entschließen müssen, meinen Zirkus öffentlich zum Derkau s anAubieten. Denn gerade das Berliner Gastspiel hat mir erneut deutlich gezeigt, dah eine Weiterführung des Unternehmens sinnlos ist, scheitern muh an der La st der Unkosten, von deren Höhe sich der Laie keine Vorstellung macht.
Lin Geständnis des versicherungsfchwindlers Tetzner.
Der des Mordes und Mordversuches beschuldigte Kaufmann Tetzner hat in der Untersuchungshaft endlich ein Geständnis abgelegt Danach hat er den Unbekannten, den er zwischen Leipzig und Hof zur Mitfahrt eingeladen hatte, mit Benzin übergossen und das Benzin entzündet, so daß der Unglückliche bei vollem Bewußtsein verbrannte. Tetzner hat jetzt auch den zuerst abgeleugneten Mordversuch an dem Mechaniker Ortner zugegeben Seine Frau, so wird von ihm versichert, habe von dem Plane gewußt und ihn gebilligt, dagegen werden die Verdachtsmomente gegen die ebenfalls, verhaftete Kassiererin Nagel aus Regensburg, die der Mitwisserschaft beschuldigt wird, immer mehr entkräftet, so daß ihre Haftentlassung in Aussicht genommen ist.
Oie Wetterlage.
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LScttcrvoraussagc.
Der Temperaturrückgana hat weiter angehalten und zu verbreitetem Nachtfrost geführt Im Küstengebiet lagen heute morgen die Werte etwas über Null, dagegen im Btnnenlande bis zu 4 Grad minus Die zur Zeit bestehende Verschiedenheit der Druckoerteilung laß, auch keine bestimmte Luftzufuhr erkennen Flacher hoher Druck hat sich von Südwesten her über Deutschland ausgebreitet, an den Störungen und Tiefausläufer grenzen Für unser Gebiet dürste sich zunächst keine wesentlich« Aenderung der Wetterlage bemerkbar machen. |fl daß namentlich die Temperaturen nachts weiter unter den Gefrierpunkt finken.
Wettervoraussage für DonnerS- t a g Rcbeliges und wolkiges Wetter, leichter Rachtfrost, meist trocken.
Witterungsausfichten für Frei- t a g Temperaturen nachts in Gefrierpunktnähe, stellenweise nebelig, sonst wolkig mit Aufheiterung und vorwiegend trocken
Lufttemperaturen am 11 Marz mittags 7,3 Grat Celsius, abends 2,9 Grad, am 12 März: morgens — 1,7 Grad Maximum 7,5 Grad, Minimum — 2,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 11 März abends 6,4 Grad; am 12 März: morgens 2,3 Grad Celsius. — Niederschlag 0,2 nun. —» Sonenscheindauer 64 Stunden.


