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Also: Schont und schützt die Kätzchen!

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der Brotverbrauch zurück-- des Hygiene-Museums in

dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der leschäflsstelle auf

zur an­bei.

sammlung bei Sieck. Näheres in der heutigen Anzeige.

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Nagel aus Re- ie/djulbigl ivirb, f/aflentlaflung

zurückzusühren, daß geht. Der Direktor

Oer Fehlbetrag

im Ma nzer Haushaltsplan.

WEN. Mainz, 11. März. Oberbürgermeister Dr. K ü l b teilt mit, dah der Haushalts­plan für 1930 heule mit einem Fehlbe­trag von 1 1 66 000 Mark abschl.eßt. Dabei ist die D i e r st e u e r. über deren Einführung der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung zu beschließen haben wird, bereits berücksichtigt. Sie ist mit 240 000 Mark in den Einnahmen vorgesehen. Zur D e ck u n g des Fehlbetrages werden vorgeschla- gen: Erhöhung der städtischen Gebäudesteuer von 60 auf 75 Pf., was eine 3pro§. Erhöhung der Friedensmiete bedeutet, Erhöhung der Aus- schlagLziffern für die Landsteuer von 30 aus 50 Pf., Erhöhung des Was erpreises um 3 Pf. Eine Erhöhung des Licht- und Kraltstromes nach den Einlachzählern ist nicht vorgesehen. Dagegen wird eine Erhöhung des Preises für den Strom, der nach Doppeltari zählern außerhalb der Sperr­zeit abgegeben wird, um 5 Pf. vorgeschlagen. Der noch verbleibende Nest von 140 000 Mk. soll durch eine Erhöhung des Gaspreises von 20 auf 21 Pf. gedeckt werden.

Architekt Karl Friedrich Schinkel in geboren: - 1860: der Komponist

Kirche und Gchule.

Für Vereinigung der evangelischen Kirchen im Rhein-Main-Gebiet.

WSN. Frankfurt a. M., 11. März. Die Freie VolkskirchNche Bereinigung für Hessen hielt ihre diesjährige Hauptver­sammlung ab, die aus allen Teilen des Landes gut besucht war. 3m Mittelpunkt der Verhand­lungen standen zwei besonders wichtige Fragen. Professor Martin Schmidt von der Simultanen Lehrerakademie in Frankfurt a. M. sprach über Der Zusammenschluß der evange­lischen Landeskirchen im Rhein- Main-Gebi et". Der Redner zeigte die Not­wendigkeit des Zusammenschlusses der fünf Lan­deskirchen : Hessen-Darmstadt, Hessen Kas el, Hessen-Nassau, Frankfurt a. M. und Waldeck zu einer Kirche, die dann etwa 2*/^ Millionen Glie­der umfaßen würde. Die Versammlung nahm einmütig folgende Entschließung an:Die in Frankfurt a. M. tagende Hauptversammlung der Freien vollskirchlichen Vereinigung für Hessen billigt aufs wärmste die Forderung nach ener- gi'cher Arbeit zur Vereinigung derevan- geli schon Kirchen im Nhein -Main- Gebiet auf unitarischer Grundlage: sie wird dieses Ziel mehr als bisher in den Mittelpunkt ihres Arbeitsprogramms stellen." Eine weitere Entschließung bedauert die geplante Einsparung von 200 Lehrerstellen. Sollte sie un­umgänglich fein, so wird völlige konfessionelle Parität erwartet.

Mensch gewesen wäre.

OaS Roggenbrot.

** Schont di e Haselnuß- und Wei­denkätzchen! Durch die warme Frühlingssonne der letzten- Zeit angelockt, sind die ersten Früh­lingsboten, Haselnuß- und Weidenkätzchen, auf- geblüht. Leider werden die schön geschmückten Zweige oft von Kindern, selbst auch Erwachsenen abgerissen. Schont die Natur, damit sich recht viele Menschen an ihr erfreuen können! Aus diesem Grunde aber nicht allein sollte man diese ersten herrlichen Frühlingszeichen unberührt lassen. Nehmt auch Rücksicht auf die Bienchen, die es in der ersten Frühlingszeit schwer haben, ihre Vrut zu ernähren. Sie sind auf die Blüten der Kähchenträger angewiesen, und sie sind es, die man eben beobachten kann, wie sie mit ge­füllten Höschen den gelben Dlütenstaub in Men­gen aus den Haselnuß- und Weidenkätzchen heim- tragen. Es wäre ein großer Schaden, wenn unsere Dienen immer mehr abnehmen: sie tragen Bestäubung der Obstbäume, Sträucher und derer Däume in Wald und Flur wesentlich

Der Vortragende, Archivrat Thiele, Berlin, erinnerte zunächst an die schwere Bedrängnis unseres Vaterlandes im Westen, im besetzten Gebiet. Nicht nur das besetzte Gebiet müsse frei werden, sondern zu unserer endgültigen natio­nalen Befreiung gehöre auch, daß der polnische ! Korridor beseitigt werde: solange dieser bestehe, ' gebe es keinen wahren Frieden. Der Redner er­örterte dann die franzöl ischen Bestrebungen auf Gewinnung und Festhaltung der Rheingrenze, die aber zum Scheitern gekommen seien und heute schon stark abgeklungen wären. Wenn Deutschland diese Bestrebungen auch nicht außer Acht lassen dürse, so müsse es doch alles Gewicht auf den deutschen Osten legen. Dort könne unter einer einheitlichen und zielbewussten politischen Führung die bis jetzt noch ausstehende Entschei­dung über die Gewinnung von Lebensraum für unser Volk erzielt werden. Der Redner besprach in diesem Zusammenhänge die Verschiedenheit der Abstammung der heute im polnischen Staate vereinigten Völkerschaften, er wies hin auf die gemeinsamen Besorgnisse der nach dem Kriege neuerstandenen Oststaaten vor dem Bol chewis- mus, und aus die Bedeutung, die auch Deutsch­land der wichtigen Zukunftsfrage der Abwehr des Bolschewismus beimessen müsse. Wenn Deutschland dort ordnend und führend auftrete, so könne es sein Ansehen und seine Geltung in hohem Maße mehren und eine wirkliche Siche­rung gegen den Bolschewismus auch für sich schaffen. Der Osten sei für uns auch wichtig als Raum für die Betätigung der deutschen Wirt- schäft und Schaffenskraft. Nachdem der Redner in großen Zügen die imperialistischen Bestrebun­gen Polens gegen die deutschen Ostgebiete be­sprochen und dabei auch auf die immer mehr steigende Abwanderung von Arbeitskräften aus Ostpreußen nach dem Westen des Reiches hin­gewiesen hatte, forderte er eine einheitliche ge­sunde deutsche Ostpolitik, frei von allen pazi­fistischen Gedankengängen, einzig und allein ge­leitet von der berechtigten Verteidigung der nationalen Belange Deutschlands. 3n diesem Zusammenhang sprach sich der Redner mit großer Schärfe gegen das jetzt zur Entschei­dung stehende deutsch-polnische Abkommen aus. Sodann wandte er sich in einer sehr eingehenden

Außerordentlich wichtig für den Verbrauch des Roggenbrotes scheint auch der Prozentsatz der Ausmahlung zu sein. Das der Kleie beraubte Roggenbrot schmeckt fade und daraus ist es nur

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* Die Osterferien der Schulen ginnen in diesem Jahre am 6. April. Letzter Unterrichtstag ist der 5. April. Der Unterricht

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Hugo Wolf in Windischgräh geboren.

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Empfehlungsanzeije

in der Freitags- oder in de Samstags­nummer des G eßener Anzeigers du-ch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

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Aus der prvvinzialbuuptstadt

Gießen, den 12. März, 1930.

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Es ist gar feine so leichte Kunst, den andern gelten zu lassen, und nicht alle beherrschen sie. Das heißt, nicht alle bringen es fertig, sich elbst. die eigenen und nicht immer schätzenswerten Ber­gungen so zu beherrschen, dah sie den andern gelten lai.en, mag, er nun Fähigkelle.a besitzen, die ihn auszeichnen, oder Eigen chasten, Die wert mehr zu tadeln als zu loben wären.

Ruch unsere bedeu enden Men chen haben das nicht immer vermocht Immerhin findet man bei ihnen doch viel öfter, als man gemeinhin annimmt, die Sachlichkeit und Selbst­überwindung, die erforderlich find, wenn es gilt, den andern gelten zu lassen.

Ein reizendes Gelchlchtchcn wird von Papa Haydn erzäh.t. Freunde hallen ihm zugetragen, daß sich Beethoven nicht freund.ich über ferne Kunst geäußert habe. Zorn war in Haydn. Am Abend traf er mit Musikern zusammen, dre für Beethoven schwärmten. Da wurde es Haydn zu bunt, er schlug auf den Tisch und schrie Sch uh jetzt mit dem Gewäsch! Immer nur Beethoven! Lächerlich so viel Getue um ihn." Die anderen sahen ihn verb.üfft an. Aber schon letzte Haydn seine Gedanken fort:Ein paar Sonaten hat er geschrieben. Was ist schon dran. Die Appassionata, ja, das ist ein schönes Werk unb hat meisterliche Stellen." Nachdenklrch sah Haydn vor sich hin und sprach nun mehr zu sich, als zu den anöcrn:Das Violinkonzert von Beet- Hoven, ja, das ist vollkommen." Unb nun strahl- len die Augen Haydns.Und die Eroica? Die ist göttlich." Aller Zorn war ausgelöscht. Haydn beugte sich vor dem Größeren, wenn man schon diesen Ausdruck dafür gebrauchen will. 2lber rückt er uns nicht dadurch viel näher, gewinnt er nicht dadurch erst recht in unfern Augen? Wenn er Beethovens Werke abgelehnt hätte aus Neid, wenn er nur sich und feine Werke hätte gelten lassen wollen, wäre er uns ein großer Musiker, aber ein kleiner Mensch. So finden wir in ihm auch den großen Menschen.

Wie oft aber wirb ganz anders verfahren! Man lehnt ab, weil man das Große neben sich nicht ver­trägt, weil man für die eigene Bedeutung fürchtet, und hält den Lauf der Dinge doch nicht auf, aber man setzt sich ins Unrecht und kommt zu dem Rufe, ein Neid 1 ing zu sein.

Aber das ist noch nicht das Schlimmste. Biel ernster ist die Gefahr, daß durch mißgünstiges Der- hallen leicht ein wertvolles Werk unterdrückt wird, uni) einen fchweren Weg hat, ein Werk, das der Menschheit in wertvollster Weise zu b.enen berufen märe. Und selbst wenn wir diesen Einfluß nicht haben, wenn unsere Sucht, nicht gelten zu lassen, nur im Kleinen wirkt und einen Menschen hemmt,

Ein rbei'n-mainischer Städteausschuß.

WSN. Frankfurt a. M. 11.März. Der Hauptau schuß der Frankfurter Stabtvcrorb- netenversammlung genehmi'te elnrn Antrag, der fordert, daß ein Städteausschuß unter Be­teiligung der Städte Darmstadt, Frank- furt, Mainz, Offenbach und Wies­baden gebildet werde mit der besonderen Aus­gabe, die gemeinsamen Interessen der genannten rhein-mainischen Städte auf dem Gebiete der Verkehrswerbung, des Derlehrs selbst, der in­dustriellen Entwicklung und der kulturpoliti chen Fragen zu wahren und ein Gegeneinanderarbei- tcn dieser Städte zu vermeiden.

Wieder zweiRaubüberfäUe in Frankfurt

WSN. F va n k f u r t a. M., 11. März. In der Nacht zum 10. März wurde in der Ostendstraße eine junge Hausangestellte von einem unbclannten Täter überf allen und ihrer Handtasche mit zirka 30 Mk. Inhalt beraubt. Heute früh gegen 1,30 Uhr wurde in der Gutz­kow straße ein Schuhmacher überfallen und erheblich verletzt. Die beiden unbekannten Täter, die es auf eine Beraubung abgesehen hatten, haben auf die Hilferufe des Opfers hin die F.ucht ergriffen. Geraubt wurde nichts. Der Schuhmacher befand sich bis gegen 1 Uhr in einer Wirtschaft in der Fahrgasse. Von dort ist der ilcbcrfallene mit einem Unbekannten, der ebenfalls in der Wirtschaft anwesend gewesen ist, und der vorgab, in der Gutzkowstraße zu wohnen, nach Sachsenhausen gegangen. Unter­wegs wurde der Uebcrsallene angehalten, etwas zu bezahlen. Bald darauf wurde von dem Un­bekannten eine Zigarre und Feuer verlangt. Als der Schuhmacher beide Ansinnen ablehnte, wurde er von dem Unbekannten, wahrscheinlich mit einem stumpsen Geg:nstand, zu Boden ge­schlagen. Eine zweite unbekannte Per- s o n, die sofort anwesend war, hat ebenfalls auf den ilcbcrfallenen mit der Faust ein- geschlagen.

Oie Nachforschungen nach dem poliziffenmörder.

WSN. F r a n t f u r t a. OH., 11. März. Bei den Nachforschungen nach dem der Mordtat an dem Polizeioberwachtmeister Kern dringend verdächtigen Kürschner Herbert Sch u I le wurde in Erfahrung gebracht, daß er vermutlich am letzten Sonntag, dem Tattage, gegen 7 Uhr vormittags in Begleitung einer Frauensperson, beide mit Fahrrädern, in Offenbach gesehen wurde. Nach Angaben eines Zeugen fragte er nach einer Fahrradreparaturwerkstatt. Die Kri­minalpolizei bittet alle Personen, insbesondere alle Inhaber von Auto- und Fahrrad­reparaturwerk st ätten, die am letzten Sonntagvormittag die beiden verdächtig erschei­nenden Personen auf dem Wege nach Offenrach oder von Offenbach in anderer R chtung ge­sehen haben, um Mitteilung, die für den wei­teren Gang der Untersuchung von größter Wich­tigkeit ist.

Besprechung der Kriegsschuldfrage zu, wobei er zuerst in großen Zügen auf die po.itische Kon­stellation vor dem Kriege einging und hierauf ausführlich über die Machenschaften unserer Kriegsfeinde zur Konstruierung einer deutschen Alleinschuld am Weltkriege sprach. Gegen die erlogene Behauptung über die deutsche Kriegs­schuld nahm der Redner unter Zustimmung der Versammlung mit größter Entschiedenheit Stel­lung, und er forderte zu unermüdlichem und entschiedenstem Kampf aller Deutschen gegen diese ungeheuer.iche und unwahre Beschuldigung Deutschlands auf, da doch letzten Endes alle Rot unseres Dolles nur auf dieser völlig un­begründeten und unwahren Behauptung beruhe.

Tia Vcrsamm ung dankte dem Vortragenden mit lebhaften Beifall.

Taten für Tonncrstaq, 13 Marz.

Sonnenaufgang 6.21 Uhr, Sonnenuntergang 18 Uhr. - Mondaufgang 16.14 Uhr, Mond­untergang 6.17 Uhr.

wird am 28. April wieder ausgenommen.

Eine treue Mieterin. Am 15. März sind 25 Jahre verflossen, daß Frau Elise Kühn als Mieterin in dem Hause Druchstrahe 5 wohnt. Dieses Jubiläum ist in gleicher Weise ehrend für die Mieterin, wie für den Vermieter.

* V. H. C. Gießen. Eine teilweise Begehung der blauen Keilmarkierung unternahm am Sonn­tag der V. H. C. Gießen in der Stärke von 85 Personen. Am Gallschen Tonwerk vorbei führte der Weg auf hübschen Waldpfaden Aur Mittagsrast nach Watzenborn. Während des Aufenthaltes war Die Sonne eifrig an der Arbeit, um den herrschenden dichten Frühnebel zu verdrängen. Rach hartnäckigem Kampfe ge­lang ihr dies auch und siegreich behauptete sie hierauf das Feld, um den Wanderern auf der ganzen Strecke das Geleite zu geben. Den blauen Keilen nach ging es jetzt auf wachsweichen Feld­wegen zum Pfahlgraben, der in diesem Teil noch sehr gut erhalten ist. Das gewaltige Kul­turwerk aus der Römerzeit hatte hier seine nördlichste Ausdehnung, was durch ein schlichtes Denkmal mit lateinischer Inschrift gekennzeichnet ist. Nahezu drei Stunden, zumeist durch schöne Waldung, währte der Marsch an dem alten Grenzwall entlang, der kurz vor dem» Endziel Butzbach verlassen wurde. Einen hübschen Blick aus die Wetterau genoß man noch von der Höhe oberhalb des Butzbacher Wasserbehälters, und hinab ging es in das freundliche Städtchen. Die Schlußrast wurde imDeutschen Haus" abgehalten, wo sich auch eine große Anzahl dortiger Clubgenossen mit ihren Familien zur Begrüßung eingefunöen hallen. Bei Ansprachen, Sang und Tanz entschwanden nur zu schnell die Stunden bis zur Heimfahrt.

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Der gewaltige Ueberschuß an Roggen, der un­sere Landwirtschaft auss scywerste ge.ährdet, hat nun Regierungsmaßnahmen veranlaßt, die viel­leicht zu vermeiden gewesen wären, wenn man dieser Frage nicht nur in den Kreisen der Land­wirtschaft, sondern auch in medizinischen Kreisen größeres Interesse getoiomet hätte. Heute sind die Dinge nun so ernst geworden, daß wahrscheinlich die Frage des Roggenbrots nicht nur durch propagandistische Maßnahmen allein, sondern nur noch durch Gefehesmaßnah- men gelöst werden kann. Diese Gesehesmaß- nahmen werden um so leichter von der Bevöl­kerung ertragen und verstanden werden, je in­tensiver gleichzeitig auch die medizinische Auf­klärung dabei mitwirkt. In den medizinischen Zeitschriften mehren sich die Aufsätze der Me­diziner, die sich für einen stärkeren Verbrauch von Roggen- und vor allen Dingen Vollkornbrot auch im Interesse der Volksgesundheit aus- fprechen.

In derMünchener Medizinischen Wochen- schriff hat schon Ende des vorigen Jahres Professor Dr. Hartmann sich für ein Voll- tornbrot ausgesprochen, das aus zwei Teilen Roggen und einem Teil Weizen besteht. Diese Anteile entsprechen etwa dem Anbau der bei­den Getreidearten im Deutschen Reiche. Diese beiden Getreidemengen sollen in der Mühle zu­sammen fein aemahlen werden, dazu eine kleine Menge von Kartosselwalzmehl, etwa 2,5 bis 5 Prozent, zur Förderung der Haltbarkeit und nach Erfahrung der Bäcker auch Der Backfähigkeit. Das Getreide wird nach mehrfacher Reinigung sein gemahlen und dabei eine Heine Menge gröbster Kleie fortgenommen. Aus diesem Mehl wird vom Bäcker ein sehr schmackhaftes, bekömm­liches, sehr haltbares und gut sättigendes Brot gebacken. Pros. Hartmann hat mit diesem Brot, das sich nach seiner Darstellung außerordentlich schnell eingeführt hat, sehr günstige Erfahrungen erzielt.

Hartmann weist nun neuerdings daraus hin, es sei vom volkswirtschaftlichen Standpunkt außer­ordentlich bedauerlich, daß die Bedeutung des Roggens für die Ernährung so sehr unterschätzt wird. Das Roggenbrot sei aromatischer, ge­schmackvoller und wirke dadurch appetit- und verdauungsanregend. Hartmann weist auch dar­auf hin, daß die von ihm vorgeschlagene Mischung das Backen erleichtert.

Bei den Verhandlungen im Reichsverein für Ernährung über die Brotfrage führte kürzlich der Vertreter dcr Landwirtschaft Oekonomierat Dr. Meyer aus. Die deutsche Landwirtschaft habe das größte Interesse daran, daß das ihrem Bo­den und Klima am besten angepahte Getreide, der Roggen, seinen Vorrang als Brotgetreide be­raubtet. Da volkswirtschaftlich orientierte Propa­ganda viel weniger wirksam sei, als diätetisch orientierte, so sollten sich Landwirtschaft und Medizin zu einer Roggenbrotvrvvaganda verbin­den. Professor Hartmann hat wahrscheinlich recht, wenn er betont, dah die meisten Leute gar nicht wissen, ob sie Weizen- oder Roggenbrot erhalten, obwohl sie das erstere schon am Hartwerden deS Beschnittenen und am schnellen Altgebackenwer­den erkennen können.

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Die Vorzüge eines pflanzlichen Abführmittels.

Bon Dr. med. Griebel, Frankfurt a. 2TL

Wer unter Stuhltrug^eit und Verstopfung, die häufig mit allgemeinem Unbehagen, Mattigkeit. Kopfschmerzen und Sch aflos gleit verbunden sind, zu leiden hat, gebraucht am zweckmäßigsten ein aussch ichlich aus pflanz ichen Bestandle l:n her- gestelltes Absü^rmitlll. Li.s.s steigert nicht nur die Absonderung der Verdauungss-fte, sondern bewirkt auch, daß der Darm zur Weiterbeförde­rung und Ausscheidung der Stoflwechse.schlacken, die sich durch die Verstopfung angesammelt haben, genügend angeregt wird. Dabei greift es die Darmschleimhaut nicht an und verursacht weder Leibschmerzen noch Uebelkeit. Als Abführmittel dieser Art haben sich die rein pflanzlichenApotheler Richard Brandts Schweizerpillen, die man in jeder Apotheke erhält, hervorragend bewährll 992v

Dresden betont deshalb mit Recht:Im Hin» k blick auf eine sparsame, ausgiebige und be­kömmliche Volksernährung müssen wir Derlan- gen, daß die Grundlage Der Volksernährung von einem Vollkornbrot zur besseren Ausnützung und besseren Bekömmlichkeit aus feinst gemahlenem Mehl ohne grobe Kleieteile hergestellt wird."

Gefallenen - Gedenkfeier.

Die Dezirksgruppe Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräbersürsorge veranstaltet, wie bisher alljähr. ch, auch am kommenden Sonntag wieder eine Gedenkfeier z u Ehren un­serer gefallenen Krieger. Die Seiet findet in der Reuen Aula der Universität statt und beginnt pünktlich um 12 Uhr. Die Gedenk» aniprache wird Universitätsprofessor Dr. Eger halten. Zur Ausgestaltung der Feier werden Der Tauerjche Gesangverein unter Leitung seines Chormeisters Gör lach, Frau Dr. Fischer, Ä.u illchrer Franz Dauer, Helmut Bayers- Dorf und Heinz Eger Mitwirken.

Der Dolksbund Deutsche Kriegllgräberfürsorge als vollkommen überparteiliche Organisation will an diesem Gedenktage zu Ehren unserer ge­fallenen Brüder alle Schichten unseres Dolles vereinigen. An diesem Tage und bei dieser Seiet soll alles beiseite gclassen werden, was sonst politisch oder konfessionell trennend ist. Nur das Gemeinsame unseres Dolkes, Dank und Ehre für unsere gefallenen Brü­der, soll der Feiet auch in unserer Stadt das Gepräge geben. Man darf daher wohl mit Be­stimmtheit annchmen, daß alle Sch.chten unserer Mitbürger sich zu dieser Gedenkfeier vereinigen werden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Deutschlands Ostfrage.

Kamps der Kriegsschuldlüge.

Am Montagabend fand im Cafe Leib auf Einladung der Ardeitsg.meinsHaft der Militär« und Regimentsvereine eine Versammlung statt, die einem Vorträge des Archivrats a. D. Thiele, Berlin, überDie Not der deutschen Ostmark" galt.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Land­gerichtstat Trümpert, bezeichnete in seinen Cinsührungsworten die Frage des deutschen Ostcns als bedeutsame Schicksalsfrage des ganzen deutschen Volkes. Vom deutschen Osten sei mit besonderer Berechtigung zu sagen: Volk in Not! Denn dort bestehe die große polnische Ge­fahr für das Deutschtum. Das gesamte deutsche Volk müsse sich der Ausgabe bewußt sein, daß alle mitkämpfen und mithelfen müßten, um das Deutschtum im Osten zu erhalten, damit dieses Land Dem deutschen Volke nicht auch noch ver­loren gehe.

seine Kräfte so zu entfalten, wie es ihm und Der Mitwelt dienlich wäre, laben wir eine Schuld auf uns und tragen Verantwortung dafür. Läßt sich dicse Verantwortung auch nicht handhaben wie irgendeine andere Schuld, so bleibt uns minde­stens der Makel, der auch einem Haydn geblieben wäre, wenn er nicht eben doch ein gr_o&er

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Freitag, den 14. März.

Gießen. Kapelle des Allen Friedhofs. 6 Uhr: Pas­sionsandacht: Pfarrer Lenz. Elifabeth-Kleinkinder- schule. 8: Passionsandacht: Pfarrer llic. Waas.

katholische Gemeinden.

Freitag, den 14. März.

Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht.

Lich. 19.30 Uhr: Fastenandacht.

Sprechstunden der Rcdaition.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachm tlag geschlossen

Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefugtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadt­theater:Weekend im Paradies", 20 bis 22.15 Uhr. Einheitsoerbanb der Eisenbahner Deutsch ands, Ortsoerwaltung Gießen: Dcffentlidjer Vortrag mit Lichtbildern, Thema: Erregung und Ermüdung, ihr Nachweis und ihre Bedeutung für die Entstehung von Unfällen, insbesondere im Eisenbahnbetriebe, 17.30 Uhr, im Großen Hörsaal des Unioersitätsge- bäubes. Freie Innung ber Gastwirte von Gießen

urb Umg.: Protest-Derfammluna, Cafe Leib, 17 Uhr. Lichtspielhaus Lahnhofstraße:Die Spionin". Astoria-Lichtspiele:Masken" unb Luftpiraten".

Aus Dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Heute 20 UhrWeekend im Paradies'. Dieser Schwank wird zur Zeit an fast allen größeren Bühnen aufgeführt. Freitag Premiere:Die Sache, die sich Liebe nennt" (This thing called lovej, Komödie in Drei Akten von Edwin Burke. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Karl Lerbs Bei Der Ur­aufführung bekam der Verlag telegraphiert:Ein Lachlalvenabend!" Spielleitung Karl V o 1 ck.

BundHaus unb Schul e". Am nächsten Freitag, 14. März, 20 Uhr, f.nbet im Johannessaal ein Famil enabend statt. Pfarrer A u s f ej d wird einen Vortrag mit Lichtbildern halten über Das Thema:Unser Katechismus im B.ld unb im Lied". Man beachte die heutige Anzeige.

Der Tierschuhverein Gießen be­ruft in unserem heutigen Anzeigenteil die dies­jährige Generalversammlung auf nächsten Mon­tagabend in das Kaufmännische Vereinshaus ein. Interessenten seien auf die Anzeige beson­ders hingewiesen.

FreiwilligeGai Ische Feuerwehr Nächsten Samstagabend ordentliche Hauptver-