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gesunden Ländern Frondienste für das inter­nationale Finanzkapital leisten und dabei zu­grunde gehen. Die Ablehnung des Voung-Pla- nes würde zu einer Krisis der Gesundung führen. Die Haltung des Reichspräsidenten kann sich der Redner nur so erklären, daß er von einem geschlossenen Kreis umgeben sei. der ihn hindere, sich ein objektives Bild zu machen. Der Reichspräsident könne mit einem Wort die Annahme des Voung-Planes verhindern. Spreche er dieses Wort nicht, so könne man nur mit tiefem Bedauern feststellen, dah er den Anforde­rungen nicht genügt habe, die jeder deutsch­fühlende Mensch an ihn gestellt habe. (Gelächter bei der Mehrheit.) Weiterberatung Mittwoch.

Der Etat.

Arbeitslofenverfichcrung und Reichs- Hauehalt.

Berlin, 11. Febr. (Priv.-Tel.) 3m Reichsfinanz» Ministerium fand heute vormittag die angekündigte Besprechung Dr. Moldenhauers mit den Finanz» und Steuersachoerständigen der Fraktionen statt. Man beschäftigte sich zunächst mit den 15 4 Mil­lionen Fehlbetrag aus dem Fahre 19 28. Hierzu wurde heute der Gedanke bespro- chen, und es scheint, daß auch der Reichsbankprä­sident damit einverstanden sein würde. Praktisch könnten die 154 Mill onen dann also im nächsten Jahre abgedeckt werden. Die Deutsche Volks- oartei erwartet nun aber von dem nächsten Jahre die Durchführung der Steuersenkungs­aktion in der Höhe der 7 00 Millionen Poungplanersparnisse und befürchtet, daß die Verwirklichung dieser Forderung durch Bela­stungen des nächstjährigen Etats gefährdet wer­den könnte. Unter diesen Umständen muß die Frage der 154 Millionen noch weiter beraten werden. Den Hauptteil der heutigen Besprechung bildete das Problem der Arbeitslosenversicherung. Das Projekt des Reichsfinanzministers, die Singe» ft eilten» und Invalidenversicherung zur Entlastung des Etats auf diesem Gebiete heranzuziehen, ist dahin modifiziert wor­den, daß den beiden Dersicherungsinstituten Vor­zugsaktien der Reichsbahn verkauft werden sollen, um ihnen eine größere Sicher­heit zu geben und damit die Bedenken der Ge­werkschaften zu beheben. Wie im Reichstag verlau­tet, würde das Zentrum bereit sein, diesem Plane zuzustimmen, und die Entscheidung liegt bei den Sozialdemokraten.

Das neue Broigesetz.

Berlin, 12. Febr. (TU.) Der Entwurf des Reichsernährungsministers über das neue Brot- geseh ist dem Reichsrat zur Beschlußfassung zugegangen. Der Entwurf bestimmt, daß unter der BezeichnungRoggenbrot" gewerbs­mäßig nur Brot verkauft werden darf, das min- destens zu 95 v.H. aus Roggen her- g e st e l l t ist. Unter der Bezeichnung »W e i - zenbrot" darf nur Brot verkauft werden, das mindestens zu 9 5 v.H. aus Weizen herg este l l t ist. Brot, das aus einer Mischung hergestellt ist, darf nur unter der ausdrücklichen BezeichnungMischbrot" verkauft werden. Hierbei ist Brot, das überwiegend aus Roggen hergestellt ist. alsRoggen-Mischbrot" zu bezeichnen. In der Begründung wird auf die Roggenlage hingewiesen. Es heißt u. a. darin, daß die Preissenkung, die der Roggen im laufen» .den Getreidewirtschaftsjahr genommen hat, so verhängnisvoll geworden sei, dah unter allen Umständen Desserungsmahnahmen getroffen wer- den müssen, wenn die roggenbauende Landwirt­schaft nicht zugrunde gehen soll.

Schobers Romreise.

Besorgnisse der Kleinen Entente.

Prag, 11. Febr. (Prioatmeldung.) Die Reise des österreichischen Bundeskanzlers nach Rom ist in politischen Kreisen mit außerordentlichem Interesse verfolgt worden. Bei der Bewer­tung ihrer Ergebnisse treten in den Betrachtungen der Presse zwei Momente in den Vordergrund. Einmal wird die durch diesen Besuch des Führers der österreichischen Politik in Rom bewiesene 21 k» tioität der österreichischen Außen­politik mit Befriedigung als ein Zeichen dafür gewertet, daß die Frage des deutsch- österreichischen Zusammenschlusses im Augenblick nicht akut ist. Andererseits zeigt sich eine gewisse Beunruhigung über die Mög­lichkeit, daß durch den österreichisch-italienischen Vertrag die italienische Politik in den Mittelmeer - und in den Balkanfragen eine Stützung erfährt, die angesichts des Kon­kurrierens der italienischen Politik mit der Frank­reichs und der Kleinen Entente unbequem wer­den könnte. Auch die Meinung wird vorschiedentlich vertreten, daß Oesterreich nunmehr als Brücke für eine italienisch-deutsche Zusam­menarbeit wirken soll, die ein Gegenge­wicht gegen Frankreich wäre; in diesem Zu­sammenhang wird darauf hingewiesen, daß die Tschechoslowakei nur mit Frankreich, den Staaten der Kleinen Entente und Polen eine gemeinsame Politik machen kann. Im übrigen zeigt sich in den Kommentaren der Presse ein aewisses Werben um Oe st erreich, das im Zusammenhang mit der Reise des österreichischen Bundeskanzlers nach Berlin, auf der aller Voraussicht nach Prag nicht berührt werden wird, zu bewerten ist.

polens Drängen an die Ostsee.

Lstprcutzcn als Hindernis.

Warschau, II. Febr. (WB.) Rationalistische Studenten hielten in Warschau eine Versammlung ab, um den zehnjährigen Jahrestag der Wie­dergewinnung der Seeküste durch Dolen zu feiern, wobei aggressive Reden ge­halten wurden. So erklärte ein Redner: An der Ostsee müssen die slawischen Feuer brennen, aber nicht nur an der gegenwärtigen Seeküste, sondern dort, wo sie vor tausend Jahren gebrannt hätten. Die nationaldemokratische Gazeta War» sxawski ist der Meinung, daß sich Polen in seinem Zug zum Meer nicht auf Verteidigung allein beschränken müsse. Wenn der Korridor Deutsch­land störe, so sei für Polen Ostpreußen ein Hindernis. Es gäbe zwei Methoden, um den Korridor an der Ostsee verschwinden zu lassen. Der im Vertrage von Versailles ge­schaffene Zustand, der von Polen geachtet und als unantastbar angesehen werde, sichere nickt Polen allein, sondern alle Partner. DaS gleiche Blatt bringt dann noch einen Aufruf, worin die

LoyddampserMünchen" im Mtmker Hafen durch Feuer zerstört und gesunken.

Reu York, 11. Febr. (TU. Junffprud).) Der am 30. Januar von Bremen abgefahrene und am heutt- gen Dienstag In Reuyork eingetroffene Dampfer München" des Norddeutschen Lloyd ist durch Feuer zerstört und gesunken. Der Damp­fer war gerade angekommen und halte am Pier festgemacht und die 206 Passagiere hatten begon­nen, von Bord zu gehen, als dichte Rauchwol­ken aus dem Schiff heransguollen, worauf sofort das AlarmsignalFeuer im Schiff" den Dampfer durchgellte. Der Umsicht der Schiffsleitung gelang es, eine Panik zu verhüten und alle 206 Passagiere sicher an Land zu bringen. D?r Kapitän lieh alle Feuerlosch- und Sicherheitsmah- nahmen ergreifen und auch die Neuyorker Feuer­wehr griff alsbald in die Katastrophe ein. Dennoch erwies sich eine Rettung des Schiffes als unmöglich. Es folgten noch mehrere Explosionen, wo­bei drei Feuerwehrleute verletzt wvrden. Der Damp­fer ist gesunken und der Schiffskörper ruht auf dem Boden des Hudson-Rivers, der am Pier 14 Me­ter tief ist. Der Oberbau des Schiffes ragt über das Wasser empor. Der Brand wütet weiter. Die Pum­pen schleudern das Wasser tonnenweise in den Brand­herd. Ein Uebergre'fen der Flammen auf den Pier und die Nachbarschiffe konnte verhindert werden.

An den Löscharbeiten beteiligten sich auch mehrere Feuerlöschboote. Durch die Explosionen wurden die Schiffsplatten auseinandergerissen. An der Steuerbordseitr und im Schiffsboden klafften große Löcher. Die Polizeibehörden haben die Einstellung des gesamten Untergrund- bahnverkehrs durch den von der oberen Stadt nach Verseh City führenden Hudson- Tunnel angeordnet, da die gesunkeneMün­chen" direkt über dem Tunnel liegt und weitere Explosionen befürchtet werden, die die Tunn^lwände beschädigen könnten. Der Pier, an dem die ..München" anlegte, liegt im unteren Teil des Stadtteiles Manhattan. Drei Personen wurden durch die Explosionen an Bord der München" in die Luft geschleudert. Von ihnen ist eine ertrunken. Die beiden anderen werden vermißt. Unter den Ver­

mißten befindet sich auch ein Mitglied der Be­satzung. Zwei Stunden, nachdem das Schiff ge­sunken war, waren Explosionen, die in seinem Innern unter Wasser erfolgten, noch deutlich zu hören. Rach Ansicht der Feuerwehr dürfte der Brand auf Selbstentzündung der in der Ladung befindlichen K a l i s ä ck e Kurückzu- füfjren sein. Die Dockarbeiter hatten über 203 Säcke Kali ausgeladen, als der Brand entdeckt wurde.

Der Brand hatte eine riesige Menschen­menge herbeigelockt. 10 003 umdräng en tags­über bis in die späte Rächt hinein das Dock, so daß Polizeireserven eingesetzt werden muhten, um die Ordnung au,rechtzuerhalten. 13 Schlepper und 26 Dampfsprihen, sowie sechs pneumatische Leitern waren an der Brandstelle zur Hilfe­leistung eingesetzt.

Ihn Mitternacht dauerte der Brand des Dampfers noch mit unverminderter He'tigkeit fort. Zur genauesten Beobachtung des Feuers waren eine große Zahl von Scheinwerfern auf den Dampfer gerichtet. Das Schiff lehnt sich stark gegen das Dock an, so dah man Deschä igungen des Docks bei Eintritt der Ebbe befürchtet.

Die Blätter widmen dem Brande mehrere Seiten. Die zahlreichen den Berichten beigegebe­nen Bilder geben eine Vorstellung von der In­tensität des Feuers und zeigen den bis zu den Deckaufbauten gesunkenen Dampfer. In den Schil­derungen werden die Bemühungen des Kapitäns, die Schiffspapiere zu retten, her­vorgehoben. Kapitän Brüning versuchte, mit der Axt in der Hand, an die Papiere heranzukommen, doch gelang es ihm nur, das Logbuch zu retten. Dem Schiffszahlmeister war es möglich, 40 000 Mark Schifssgelder in Sicherheit zu bringen. Unter dec verbrannten Ladung befinden sich auch 7000 Vögel, meist Kanarien­vögel. Rachdcm sämtliche Feuerwehrleute von Bord wegbefohlen waren, verlieh als Letzter Kapitän Brüning das Schiff, indem er sich an einem Seil herunterlieh. Die 137 Passa­giere, die mit derMünchen" am Donnerstag nach Europa abfahren sollten, werden mit dem amerikanischen DampferAmerica" abreisen.

Der Kampf um das Mooi.

Eine englische Niederlage auf der Floltenkonferenz.

London, 11.Febr. (WB.) Die Plenarsitzung der Seemächtekonferenz, die sich mit dem Untersee­bootsproblem beschäftigen sollte, trat im St.-James« Palast zusammen. Die Sitzung war stark besucht. Für die englische Delegation wiee der Erste Seelord Alexander darauf hin, daß einige der auf der Konferenz vertretenen Mächte Gegenüber dem Ge­danken der völligen Abschaffung der U-Bootswaffe ein gewisses Widerstreben an den Tag gelegt hätten. Es müßten Schritte unter­nommen werden, um eine Wiederholung der Er­eignisse des Weltkrieges zu verhindern, bevor die Generation, die sie mitcrlebt hat, verschwindet und eine neue Generation, die nicht so unmit­telbare Kenntnis davon hat, sich am Ruder befin­det. Alexander suchte die These zu widerlegen, dah die Unterseeboote nur Derteidigungsschiffe seien. Der Bau und der Unterhalt der Unterseeboote sei eine toftfpielige Sache und durch ihre Ab­schaffung daher an sich könnte schon eine riesige Verringerung der Rüstungsausgaben erzielt werden. Außerdem könnte man, wenn die Konferenz überein- komme, die Unterseebootswaffe abzuschaffen, sofort daran gehen, die Zahl der Zerstörer und Unterseebootsabwehrfchiffe zu vermin- dern.

Der amerikanische Delegierte S t i m f o n trat mit großem Rachdruck von neuem für die völlige Abschaffung der Tl-Bootswaffe ein. Der japanische Delegierte Takarabe be­tonte, daß Japan mit seinen weit ausgedehn­ten Küstengewässern auf das Untersee­boot nicht verzichten könne, sei es doch insbesondere auch angesichts seiner BiUigkeit und seiner defensiven Eigenschaften die geeignet,te Verteidigungswaffe. Die unbeschränkte Tl-Boots- kriegführuna in der Art, wie der Weltkrieg sie gesehen habe, Welle er damit nicht verteidigen. Der französische Delegierte Lehgues erklärte, die französische Regierung betrachte die Unter­seeboote als gewöhnliche Krieg schille und als e'ne unentbehrliche Verteidigungs­waffe, aber ihre 'Verwendung könne und müsse geregelt werden. Der italienische Dele­gationsführer Grandi brachte zum Aufdruck, daß die italienische Delegation gern bereit sei, sich an der Beratung eines Programms zu be­teiligen, das auf eine möglichste Vermin­derung der Zahl der Tl-Boote abziele und ihre Verwendung gegen Handels­schiffe einsckränke.

Rachdem tue Sprecher der einzelnen Dele­gationen Erklärungen zur Mterseebootsfrage ab­

gegeben hatten, unterbreitete die franzö­sische Delegation eine Entschließung, in der vorgeschlagen wird, einen Ausschuß zu ernennen, der den Wortlaut einer Vereinbarung ausarbeiten soll, die von allen Seemächten zu unterzeichnen sei und den Unterseebooten verbie­tet, gegen Handelsschiffe anders vorzugehen als gemäß den zur Zeit geltenden oder in Zukunft noch in Kraft tretenden Bestimmungen, denen die öleberwasserschiffe unterworfen sind. Auf Vor­schlag Mac Donalds wurde die Entschließung Leygues zusammen mit einer weitergehen­den Entschließung, dec amerikanischen Delegation, dem Ersten Ausschuß zur Beratung überwiesen. Damit fand die Sitzung ihr Ende. Die amerika­nische Entschließung fordert, dah ein Ausschuß er­nannt werde, der drei Fragen zu prüfen und darüber zu berichten habe, nämlich die Frage der Abschafkung der älntersceboote, die Frage einer Regelung der Verwendung von Unterseebooten im Kriegsfälle und die Frage der Festsetzung einer einheitlichen Größe für alle Llnterseesahrzeuge.

Der Verlauf der Vollsitzung der Flottenkonfe- renz hat keine Tleberraschung gebracht. Da Frank­reich und Japan an ihrem Standpunkt unbedingt festhalten, ist von der gegen­wärtigen Konferenz eine Abschaffung der Unterseeboote, wie sie von England und Amerika befürwortet wird, nicht zu erwarten. Es ist nur mit einem Kompromiß in Gestalt eines Ab­kommens gegen einenunmenschlichen U-Cßpot- krieg" und vielleicht mit einer gewissen Einschrän­kung der Zahl und der Größe der Unterfee6wtc zu rechnen. Das Bedauern über diese für Eng­land sehr unbefriedigenden Ergeb­nisse kommt in der Presse allgemein zum Aus­druck.Times" hofft, daß auf einer künftigen Konferenz der einzig wirksame Schritt möglich werde, der dieser kostspieligen und zum Miß­brauch herausfordernden Kriegsschiffsklasse ge­genüber angebracht sei.Daily Chronicle" weist Darauf hin, daß das Washingtoner tr-Toot» Abkommen von 1922 infolge der Haltung des französischen Parlaments nie­mals in Kraft getreten sei, und fragt, welche Gewähr dafür bestehe, daß Frankreich bei der gestern vorgeschlagenen Aechtung barbarischer Verwendung der Unterseeboote nicht genau so handeln werde.

Bevölkerung aufgefordert wird, Geld für d?n Bau einer starken Flotte zu sammeln. Wit den Worten: »Aufs Meer hinaus! Bauen wir Häken, bauen wir Schiffe!" schließt die Kundgebung.

Aus aller Wett.

Die christlichen Gewerkschaften für den Au. fammenschlust von Hessen, Baden und

Württemberg.

Die in Darmstadt jufammengefommenen Der- freier der christlichen Gewerkschaften Hessens faßten einmütig den Beschluß, im Bet­eln mit dem Beschluß der christlichen Gewerkschaften In Württemberg und Baden gleichzeitig Berhandlungen über den Anschluß hestens an Württemberg und Baden einzuleiten. Ein Anschluß Hessens an Preußen wird einmütig abge- lefjnt

Faustrecht im Berliner Ehauffeurslreik.

An verschiedenen Stellen Berlins kam es zu schweren Ausschreitungen zwischen strei- | kenden Droschkenchauffeuren und arbeitswilligen Kraftwagenführern. Am Schluß einer Versamm­

lung der Streikenden forderten kommunisti­sche Funktionäre die Streikenden auf, in geschlossenen Zügen durch die Straßen zu ziehen, Autodroschlen anzuhalten und die arbeitswilli­gen Chauffeure von den Wagen zu drängen. Ani Schlesischen Bahnhof, am Küstriner Platz und am Prenzlauer Tor kam es dann zu Zu­sammenstößen, Droschken wurden durch Stein- Würfe schwer beschädigt, von Streikenden an« gehalten, die Fahrgäste mit Gewast aus den Wagen herausgerissen und die Chauffeure blutig geschlagen.

40 000 Berliner Läden ohne Licht.

Der Bund der Handels- und Gewerbetreibenden hat den Beschluß gefaßt, seine sämtlichen Mitglieder und die dem Bunde angefchlossenen Verbände auf­zufordern, vom 15. bis zum 28. Februar als Pro- t e ft gegen die Erhöhung der städti­schen Werktarife nach Gefchäftsschluh die Schaufensterbeleuchtung einzu st eilen und auch die Reklameinschriften nicht mehr leuchten zu lassen. An der Aktion sollen sich rund 40 000 Berliner Ladengeschäfte aus den verschiedensten Branchen be­teiligen.

Entlastungen bei der Berliner Berkehrsgesellschast

Die Direktion der Berliner Derkehrsgesellfchaft beschloß, 500 Mann des technischen Per­sonal» zu entlasten. Di« B.D.G. hat sich hierzu

infolge der Sparmaßnahmen entschließen müssen, nachdem der kommunistische Arbeiterrat den angebotenen Ausweg, eine Feierschicht pro Woche einzulegen, abgelebt hatte. Die Ent­lastungen werden bereits vom Mittwoch ab durch­geführt werden. Infolge der oppositionellen Hal­tung der Funktionäre ist damit zu rechnen, daß noch weitere Entlassungen, auch in an­deren Abteilungen, erfolgen.

Stürmische Gläubigcrvcrsammlung der Bank für Deutsche Beamte.

Die erste Gläubigerversammlung der Bank für Deutsche Beamte im Berliner Großen Schauspiel­haus gestaltete sich sehr stürmisch. Etwa 600 Gläu- biger konnten keinen Einlaß finden, da das Schau- spielhaus wegen Ueberfüllung Polizei- l i ch gesperrt wurde. Zwei Bereitschaften der Schutzpolizei hielten die Ordnung vor und im Schauspielhaus aufrecht. Die Außenstehenden zer­streuten sich bald, als bekannt wurde, daß die Ver­handlung auf einen späteren Der­rn i n v e r t a gt werden sollte. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Herr, beantragte sofort bei der Er­öffnung unter allgemeinem Protest, mit Rück­sicht auf d i e nicht anwesen d^en Gläu­biger, die Verhandlung zu vertagen. Es wurden nur der Bericht des Vertrauensmannes, Konkurs­verwalters N ö tz e l, entgegengenommen und einige Ausführungen für und wider den Konkurs gehört Als Verhandlungsraum wurde die Neue Autohalle der Ausstellungshallen am Kaiserdamm bestimmt.

Aufregender Fabrikbrand in Chicago.

In einer Kissen- und Matratzen­fabrik, deren Betrieb im 7. und 8. Stockwerk eines Geschäftsgebäudes untergebracht war, brach ein Brand aus. Kapok und andere leicht brenn­bare Materialien standen in kurzer Zeit in Flammen und versperrten den 233 Angestellten den Weg ins Freie. Trotz der beträchtlichen Höhe blieb nichts anderes übrig, als die Rettung mit dem Sprungtuch zu versuchen. Die meister überstanden den Sprung in die Tiefe, wenn auch nicht immer heil, so doch nur mit geringfügigen Verletzungen. Ein junges Mädchen jedoch stürzte so unglücklich ins Sprungtuch, dah es einen tödlichen Schädelbruch davon­trug. Diejenigen, die den Entschluß zu dem Sprung nicht aufbringen konnten, waren eine zeitlang in einer fürchterlichen Lage, da die pneumatischen Leitern der Feuerwehr zu solchen Höhen nicht hinaufreichen. Sie hingen verzweifelt an den Fensterbrüstungen des bren­nenden Gebäudes, bis die Feuerwehr mit Haken­leitern einen Leitergang hergestellt hatte, «über den sie in Sicherheit gebracht werden konnten.

Skandalszenen auf einer Pariser Rennbahn.

Auf der Rennbahn von Vincennes kam es zu Beginn des zweiten Trabrennens zu

Oie Wetterlage.

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Xvcttrrvoraussagc.

Die weitere Ausbreitung der ozeanischen Luft hat in den gestrigen Nachmittagsstunden bereits Tem­peraturanstieg und Bewölkung gebracht. Auch hat sich dadurck der hohe Druck langsam abgeschwächt, weist jedoch immer noch in feinem Kern über den britischen Inseln Barometerstände von über 770 Millimeter auf. Mit dem weiteren Vordringen der Störung im Norden ist der Herantransport mari­timer Luft gegeben, so daß der hohe Druck langsam weiter zurückgehen dürfte und die Temperaturen später allmählich etwas ansteigen werden.

Wettervoraussage für Donners­tag: Wolkiges, stellenweise auch nebeliges Wet­ter, Temperaturen nachts etwas unter Rull, meist trocken. .

Witterungsaussichten für Frei­tag: Bewölkt, Temperaturen um Aull, noch vorwiegend trocken.

Lufttemperaturen am 11. Februar: mittags 3,7 Grad Celsius, abends 0,9 Grad: am 12. Februar: morgens 0,9 Grad. Maximum 3,7 Grad, Minimum 0,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Februar: abends 0,1 Grad; am 12. Februar: morgens0,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 4% Stunden.

Amtliche Dinterfportnachrichten.

-Vogelsoer g. Hoherodskopf: Bedeckt, minus 3 Grad, 15 Zentimeter Schnee, teils Pulverschnee, teils verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Herchenhai- ner Höhe: Klar, minus 1 Grad, 20 Zenti­meter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.

Sauerland. Winterberg: Bewölkt, minus 4 Grad, 10 Zentimeter Schnee, verharscht. Sportmöglichkeit für S.i und Rodel gut

Schwarzwald. Feldberg: Klar, minufl 8 Grad, 98 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, minus 12 Grad. 10 Zentimeter Pulverschnee Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut