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Turnen, Sport und Spiel

Gründe

3.

es von zu be­

denken, aber in

Vorzügen.

Ich muh an EulenbergsKatinka"

pflegen, daß sie einwandfreies, auf dem Markte gesuchtes Obst liefern. Die Grundstimmung der sehr lebhaft geführten Aussprache ergab die all­gemeine Auffassung, dah noch überaus viel zu tun bleibt, wenn unser oberhessische; Obst sich dauernd feste Märkte zu gutem Preise sichern will.

die zwar keinen Winter überlebte, dafür verblüffendenAphorismen" ihre Flienenwei'heit der lesenden Rachwelt hinterlieh. Eine dieser Fliegenoffenbarungen bestätigt mir übrigens, das; Weih die Lieblingsfarbe der Fliegen" wie

. 7°/e kräftigende bette

4. 8 mineralische Stoffe Blut», Knochen«, Hautgewebe« und Nervensubstanz bildend

5. Vitamin ß für die Gesundheit

6. Verdauungsfördernde Substanz

7. Köstliches Nußaroma

und überdies in 3-5 Minuten tafelfertig. Essen Sie täglich die köstlichen, kräftigenden Speisen aus

Quäker

Rgjticlffodcen

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

D a r m st a d t. 7. Febr. Im Finanzausschuß des Hessischen Landtages wird ein Landbund­antrag aus Streichung von Land steu» ern bei landwirt jchas tlichenSteuer- pflichtigen durch die entgegenkommende Re- gicrungsan wort für erledigt erllärt; ebenso ein vclkspärteilicher Antrag über Härten bei der Stempelbcrechnung für wirtschaftliche Konzessio­nen, Eine längere Aussprache ergibt sich über einen Landbundan rag aus Bereitstellung eines großen Kredits zur Durchfüh­rung der Feldbereinigung. Der An­trag wird zunächst zurückgestellt, doch nimmt bcr Ausschuß folgende Entschließung einstimmig an:Der Finanzausschuß er.ucht die Regierung, ihm alsbald Vorschläge zu unterbreiten, durch die die Mittel für die Durchführung bereits be­gonnener oder durchgesührter Felobere n-.gungen sichergestellt werden. Die erforderlichen Ka­pitalien müßten zu einem möglich st bil­ligen Zinsfuß beschafft werden. Der Fi­nanzausschuß ist der Meinung, daß die De- schasfung der Mittel unter Hinzuziehung öffent- tic'^rv ' <-r '"*'- " s nbe1- an-

d.r r Geldquellen bei einheitlich r Führung durch d,e ^iLfl.erung nwg.t-y

Blau die der Bienen" ist.

Dagegen scheint meine zutraulich mich um­schwirrende Zimmcrfreundin Katinkas Ansichten über die Menschen nicht zu teilen. Offenbar hat sie nicht so schlechte Erfahrungen gemacht wie diese mit dem wütend um sich hauenden kleinen dickblütigen Rentner". Ich werde ihr jedenfalls keinen Anlaß zur Klage geben.

Daß ich mir den Scherz erlaubte, sie einmal in meiner Hand zu fangen, dann aber wieder fliegen ließ, wird sie mir hoffentlich nicht nach­tragen. P. D.

Mehr Bewegung den (5f alitieren!

Der Gießener Tierschutz-Derein, Kaiserallce 1, schreibt uns:

Man kann vielfach beobachten, daß das Stall­vieh, vor allem die Ziegen, in viel zu kleinen Ställen untergebracht, oder viel zu kurz ange­bunden sind. Der Mangel an Bewegung ist nicht nur sehr ungesund, zumal sich meist noch Lichtmangel dazugesellt, sondern eine Quälerei für die Tiere. Man mache sich einmal klar, was es für ein junges, gesundes Geschöpf heißt, seinem natürlichen Drang nach Bewegung nie nachgcben zu dürfen! Auch für trächtige Ziegen ist dieses Gefangenenleben ungesund und quälend. Daß die Tiere im Sommer Gelegenheit be­kommen, sich frei zu bewegen, muß jedem Tier­halter selbstverständlich sein. Aber auch In diesen Monaten versage man, wenn auch nur irgend etwas Raum vorhanden ist. seinen Tieren nicht eines der natürlichsten Bedürfnisse: die Be­wegung. Dasselbe gilt auch für die Ketten­hunde.

schweren Skandalszenen, als bei einem mchgluck- len Start von 20 Fahrern fünf am Start stehen blieben. Das Publi.um glaubte, daß eS sich um ein Manöver der Fahrer handele, forderte sein Geld zurück und ging bald zu Tätlichkeiten über. Die den Rennplatz umgebende Umzäunung sowie verschiedene Schuppen und Ho zgcbäude wurden n edergcr.sscn und in Brand gesteckt. In den Iockey- räumen und dem Saal der Rennstallbesitter tour» den die Fensterscheiben zertrümmert. Als dem Publikum versichert wurde, daß das Eintritts- geld und die Wetten zurückgezahlt werden wur­den. legte sich die Aufregung allmählich. Rie- mand ist zu Schaden gekommen, doch wurden einige Verhaftungen wegen Brandstiftung vor- aenommen. Die Rennen muhten abgesagt werden. Ueber die schuldigen Fahr:r sind von der Rennsportbchörde Geldstrafen verhängt worden.

Aber diese Fliege, die gestern plötzlich in zier­lichen Kreisflügen meinen Kaffeetisch umzirkelte und schließlich in sicherem Gleitflug auf dem Rande der Zuckerdose landete, hat sich um etliche Tage geirrt oder verfrüht. Sie muh über den Flur aus einem Kellerfchlupfwinkel gekommen sein, den die Rachmittagssonne bestrahlt. Meine Sorge, sie könnte sich im ersten Freiheitsrausch zu einem Ausflug verführen lassen und der frostigen Rächt erliegen, war unbegründet. Die kleine Fliege ist auch heute noch die stille Mit­bewohnerin meines Zimmers. Sie turnt und klettert mit ihren haardünnen Beinchen von einem Möbelstück zum andern, umstreift mich in spiele­rischen Flugtänzen wie etwa ein tollkühner Flieger den Eiffelturm umsurrt und ist über­haupt lustig und frohen Muts. Sie kennt bereits sämtliche Buchtitel der auf dem Schreibtisch her- umliegenden Bücher, die Länge meiner Feder­halter und Bleistifte, die Höhe meines Tinten­glases, dessen schwarze Tiefe sie graziös um­trippelte, sie rast die Spalten der Zeitungen ab, dah ich von ihrer Fixigkeit noch etwas lernen könnte, und kehrt immer wieder auf die rasch mit Schristzeichen sich bevölkernde Fläche meines Manuskripts zurück, als ahnte sie, daß ihr handelt. Weiß scheint sie überhaupt

Hochschulmeisterschasten.

Universität Giehen neben Darmstadt an erster Stelle.

An den südwestdeutschen Hoch sch ul- Meisterschaften im Turnen, Schwimmen, Fechten, Waldlauf und im Kleinkaliberschießen, die am Samstag und Sonntag in Heidelberg zur Durchführung gelangten, beteiligte sich die Universität Gießen mit insgesamt 2 4 Wettkämpfern mit großem Erfolg. Reben der außerordentlich starken Konkurreitz der grö­ßeren Hochschulen (es hatten gemeldet Darm­stadt, Frankfurt, Heidelberg, Tübingen, Frei­burg, Karlsruhe, Mannheim, Hohen'-eim) bnnte die Universität Gießen im Gesamtergebnis (Hoch­schulmehrkampf) zusammen mit* Darmstadt an erste Stelle gelangen. Auch in den Einzel- kämpfen und Mannfchafts'ämpfen, in denen z. T. glänzende Leistungen erzielt wurden, sah man oft Gießener an erster Stelle, so daß Seine Magnifizenz, der Rektor der Universität Hei­delberg, Professor Dr. G o t s ch l i ch, ein ehe­maliger Gießener Dozent, bei der Preisverteilung die Teilnehmer der Universität Gießen zu den vielen Siegen beglückwünschte.

Schon am ersten Tag zeigte es sich, daß die Universität Gießen gute geschulte Kräfte besitzt. Im Geräte-Zehnkampf der Oberstufe placierten sich zwei Gießener, K ö h n e und Sterling, an erster und zweiter Stelle, die auch die Cinzel- meistcrschast am Barren und Pferd errangen. Das Schwimmen konnte niemand den Heidel­bergern streitig machen, die sich hier allen anderen klar überlegen erwiesen, trotzdem aber konnte die Lagenstaffel (4x2 Bahnen Bahnlänge 26 Meter), der Universität hinter Heidelberg (2:10,1) und vor Darmstadt (2:19,2) wider Er­warten den zweiten Platz belegen (2:17,8). Die Brust staffel errang unter sieben Konkurrenten den vierten Platz mit 2:33,4 Minuten. Im Sprin­gen mußte sich F o n t i u s mit 49,93 Punkten mit dem dritten Sieg begnügen (erster 53,78). Weitere gute Erfolge hatte Gießen im Waldlauf und im Kleinkaliberschießen zu verzeichnen. Stud. jur. Stepp wurde im Waldlauf hinter dem deutschen Hochschulmeister S ch i l g e n (A. S. C. Darmstadt) in der sehr guten Zeit von 16,46 (Schilgen 16:45,8) ganz knapp Zweiter. Im Mannschastswaldlauf belegte Gießen den zwei­ten Platz nach Darmstadt. Das Kleinkaliberschie­ßen sah wieder die altbewährte Mannschaft der Frankfurter Universität als Sieger, aber diesmal nur ganz knapp vor Gießen. Im Einzelschiehen war cand. med. Ianke einer der Besten, er schoß 149 Ringe. Auch im Musterriegenturnen sah man Gießen wieder gleich mit Darmstadt. Mit 331/e Punkten gelangten beide an dritte Stelle. Die Ergebnisse:

Geräte-Zehnkampf: Oberstufe:!. Köhne (Gießen), 2. Sterling (Gießen), 19. Müller (Giehen). Unterstufe: 5. Stahl (Giehen), 13. Scheuermann (Gießen).

Meisterschaften am Gerät: Reck: Sterling (Gießen): Barren: Köhne (Giehen): Pferd: Sterling (Giehen) 2. Sieg.

Meisterriegenturnen: 3. Steg (Ster­ling, Harimann, Köhne, Fontius, Stahl. Müller,

W atMa u f : fünf Kilometer (50 Meter Stei­gung): 2. Stepp, 9 Pfeilstifter, 14. Kleeberg.

Mannschaftskampf im Waldlauf: Gießen 2. Sieg (Stepp, Pfeilstifter, Kleeberg.)

Schwimmen: Lagenstaffel: (Zimmer, Ade­lung, Göth, Zeibig, Ploch, Kirschbaum, Weidner, Zimmer.) 2. Sieg.

Brustaffel: Ploch, K.rfchbaum, Weidner, Zimmer: 4. Sieg.

Freistilstaffel für kleine Hochschu­len: 1. Sieg 2:04. (Zeibig, Katz, Adelung, Göth.)

Kleinkaliberschießen (Mannchafts- kampf): 1. Frankfurt 544 Ringe, 2. Giehen 537. (Icmke 149 Ringe, Bohm 123, Christ 128, Heh 137 Ringe.)

Hochschul mehrkampf: 1. Gießen 12 Punkte, Sarmstadt 12 P.: 2. Heidelberg 20; 3. Stuttgart 22, Marburg 22 Punkte.

Aus Oer provinzialhouptstadt

Gießen, den 12. Februar 1930.

Oie erste Fliege.

Sie Sonnenstrahlen der Rachmittage machen bereits warm und entzücken mit ihrem Schmei­cheln Wangen und Stirn. Alle Singe leuchten und lächeln unter ihrer Berührung. Sträuchern und Bäumen schießt das Blut in die Zweig- spitzen, dah sie schwellende Knospen hervortrei­ben. Set fahle Grasbüschel an der Erde wird grün und jung.

Sie Winterschläfer in Mauerrissen und Zaun- spalten zucken mit ihren zarten Insektenleibern unter den Weckrufen der Strahlenwärme. Bald wird der erste Zitronenfalter seine zusammen- gclegten Schwingen entfalten und gluckstrunken sich in den himmli chen Golfstrom stürzend davon­segeln. Sann werden auch die tiefer verkrochenen und versteckten Eidechsen, Käfer, Hummeln und Grillen nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadt­theater:Musik", 20 bis 22 Uhr. Aufklärungs­vortragDas Rätsel von Gallspach", 20.15 Uhr, im Saale des Postkcllers". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Sein bester Freund" (mit Harry Piel). Astoria-Lichtsptele:Der Kampf um Mitternacht".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend wird im Stadttheater zum ersten Male das Schauspiel Musik', Sittengemälde in vier Bildern von Frank Wedekind, wiederholt, dessen Erstauffüh­rung am Freitag, 7. Februar, stattfand und bei regem Interesse einen nachhaltigen Eindruck hin­terließ. Am Freitag, 14. Februar, wird das SchauspielSie andere Seite" von Sheriff wie­derholt.

Born Konzertverein wird uns ge­schrieben: Heute sei noch einmal auf das Mei­ningerkonzert am Donnerstag, 13. Febr., abends 8 Uhr, tm Stadttheater hingewiesen, welches in­sofern von besonderem musikalischen Interesse ist, als es diesen Winter das einzige mit diesem ausgezeichneten Orchester ist. Frau Paula H e g - ner spielt das Bs-Dur-Klavierkpnzert von Mo­zart. Es wird interessieren, dah sie schon als 12jähriges Kind dieses Konzert in der Berliner Philharmonie unter Edmund von Strauh ge­spielt hat. Das Konzert muh pünktlich um 8 Uhr beginnen. Wie in anderen Städten auch, bleiben bei Beginn des Konzerts die Türen ge­schlossen, um unliebsame Störungen zu vermei­den. Karten bei Emst ©ballier, welcher auch über die für das kürzlich verschobene Orchester- konzert gelösten Karten Auskunft erteilt. Man beachte die heutige An'«ige.

Ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten des Elisabethen-Bereins gibt unsere Militärkapelle am kommenden Freitagabend im Katholischen Vereinshaus. Näheres in der gestrigen Anzeige.

"Die Dien st stunden der Beamten. Das hessische Ge amtministerium hat an die Hel» sischen Behörden daS nachstehende Ausschreiben gerichtet: Sie Beamtenschaft aller Dienstgrade steht in der Zeit der allgemeinen Krise unter besonderer Kritik der Oeffentlichkeit. Sabel spielt die Arbeitszeit der Beamten eine große Rolle. Während in allen privaten Betrieben nach streng geregelter Arbeitszeit gearbeitet wird, werden tn den Behörden nur von einem Teil der Beamten die Sienststunden pünktlich eingehalten,

so daß wegen der großen Zahl zu spät kom­mender Beamten der behördliche Apparat vor­mittags und nachmittags mit großer Verspä­tung in Tätigkeit tritt. Sie Bevölkerung be­achtet nicht, daß angesichts der Verschiedenheit der Ausgaben eine Behörde nicht ohne wei­teres mit einem Wirtschast5betrieb verglichen werden kann, und sie überlieht auch, dah ein­zelne Beamte bis spät abends tätig sind und damit über die achtstündige normale Arbeits­zeit hinaus Sienst verrichten. Bei der bekannten Einstellung weiter Devölkerungsteile aus allen Schichten glaubt das Gesamtministerium aber im Interesse der Beamten zu handeln, wenn es das drängende Ersuchen an alle Beamten richtet, die vorgeschricbenen Sienststunden ein­zuhalten.

Städtische Brennholzvrrsteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzverstcigerung aus den Waldungen der Stadt Giehen (Hangel­stein) wurden im Durchschnitt folgende Preise er­zielt' Buchenscheiter 16,40 Mk., Buchenknüppel 12,20 Ml., Buchenstöcke 7,00 Mk. per Raum­meter, Duchenreisig 18,03 Mk. per 100 Wellen.

* Eine Brennholzversteigerung der Stadt Gießen findet am kommenden Freitag, beginnend um 9.30 Uhr, im Fernewald, statt. Die Kausinteressenten treffen sich an der Licher Straße beim Waldeingang. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich.

Hausiammlung der Kinderrei­chen. Ser Landesverband Hessen des Reichs­bundes der Kinderreichen zum Schuhe der Fa­milie veranstaltet am 11. Mai zugunsten Bedürf­tiger in ganz Hessen eine öffentliche Straßen- sammlung. Gleichzeitig werden Kundgebungen und andere Veranstaltungen zu dem gleichen Zweck erfolgen. Der hessische Innenminister hat die Genehmigung zu der Straßensammlung be­reits erteilt.

** Berichtigung. In dem gestern abgedruck­ten Bericht über die Sitzung der Kleinen Straf­kammer vom 7. Februar muß es im zweiten Absatz richtig heißen, daß der angeklagte Maurer nicht von A l b a ch war, sondern seinen Wohnsitz in Burk­hardsfelden hat.

* Reichsgründungskommers des Gießener Lokal-VC. der faxbentra- gcnden Turnerschaften an deutschen Hochschulen. Man berichtet uns: Zum zweiten Male seit der Aufnahme der Turnerschaft Armi­nia in den Verband der farbentragenden Turner- schäften an deutschen Hochschulen konnte der Lokal- D. E. am Samstagabend im HotelrestaurantHin«

dafür

1. 65n/e Lebensenergien schaffende Kohles hydrate

2. 16°/( muskelbildendes Eiweiß

denburg" einen großen Kommers mit Rcichrgrün» dungsfeier abhalten. Zur festgesetzten Stunde hatte sich der mit den Farben des Verbandes und der veiden hiesigen Turnerschaften Ar m i n i a und Hasso-Nassovia geschmückte Saal mit zahl­reichen, selbst von weither geeilten Sillen Herren, den Aktiven und auswärtigen Verbandsbrüdern gefüllt. Der Kommers wurde von dem Sprecher der zur Zeit im L.V. E. vorfitzenden Turnerschaft Hasso-Nassovia eröffnet, der u. a. Prof. Dr. Z w ick als den Vertreter des Rektors der Landesuniversität, Derbandsbruder Provinzialdirektor G r a e f (Ghi- bcllinia-München) als Vertreter der Provinzialbe­hörde und den Vertreter der Aur Zeit im L. D. C. Marburg vorfitzenden Turnerschasl Schaumburgia begrüßte. Derbandsbruder Prof. D ö l z i n g (Hasio- Naffooia) hatte in letzter Stunde in Berhrnderung des für den Abend gewonnenen Redners die Fest- rede übernommen. Er sprach zunächst von der Be« deuturg Bismarcks für die Gründung des geeinten Deutschen Reiches. Er erinnerte an die Worte, di« der Eiserne Kanzler anläßlich seines 80. Geburts- lages an die Studenten, die ihn in Friedrichsruhe ausgesucht hatten, richtete: ,^2hne Kampf kein Leben. Nur muß man in allen Kämpfen, sobald die nationale Frage auftaucht, doch immer einen Sammelpunkt haben, und der ist für uns das Reich." Er kannte die Bedeutung der akademischen Jugend für unser deutsches Vaterland. Die Stu­denten müssen die Träger des nationalen Gedankens [ein. So ist gerade der V. E. durch seine Ideale: Pflege der vaterländischen und rein deutschen We­sensart, Betonung des großdeutschen Gedankens, und seine turnerische Betätigung, die er als erster aller Verbände schon vor Jahrzehnten auf seine Fahne geschrieben hat, berufen, an der Einheit des deutschen Volkes und Vaterlandes mitzuarbeiten. Ein urkräftiger Salamander auf das Deutsche Reich und das Deutschlandlied gaben der Rede ihre be­sondere Weihe. Prof. Dr. Zwick sprach dann über die Bedeutung der turnerischen und sportlichen Betätigung, die besonders im D. E. gepflegt wird, und der die Universität immer ihre grüßte Aufmerk­samkeit widmen werde. Unter dem Singen alter Studentenlieder und manch treffticher Ansprache verging die Zeit rasch. Dieser Abend war eine machtvolle Kundgebung für die Gedanken und Ziele des V. E., der auch in Gießen mehr an Ausdehnung gewinnt, und mit seinen etwa 90 Turnerschaften sich würdig an die Seite der anderen großen Verbände stellt.

Der Kreis-Obst- und Gartenbau­verein Gießen hielt seine diesjährige Haupt­versammlung am Samstagnachmittag im Saale des Hotel Hopfeld unter überaus zahlreicher Be­teiligung von Vertretern aus allen Teilen deS Kreises ab. Der Vorsitzende, Regierungsrat Wolf, begrüßte insbesondere die Herren vom Landwirtschaf tekammer-Ausschuh, Oekonomierat

Breidenbach und Oekonomierat Dr. Wag» ner, wobei er dankend auf die bereitwillige und wertvolle Unterstützung hinwies, welche der Kreis-Obstbauverein jederzeit bei dieser Körper­schaft gesunden hat. Er gedachte ferner in warm­herzigen Worten der Tätigkeit des am 12. August v. 3. verstorbenen Vorstandsmitgliedes Lehrer Buh, Leihgestern. Die Wiederwahl des seit­herigen Vorsitzenden, sowie die Reuwahl zum Vorstand der Herren Landwirtschaftsrat Dr. D ö ch e r , Grünberg, und Bürgermeister Mül­ler, Bellersheim, erfolgte einstimmig. In seinem Vortrage führte dann Obstbauinspektor E n k l e r zur Frage der leider viel zu geringen Bewer­tung unseres einheimischen Obstes aus, daß für die gedeihliche Entwicklung des genossenschaftlichen Zufammenschlusses, den uns die Zukunft bringen wird, zunächst die Grundlagen geschaffen werden müssen. Sie bestehen in der großzügigen Durch­führung von Reupflanzungen auf gutem und geeignetem Boden in marktfähigen, wenigen Sorten, sowie in der allgemeinen Durchführung der Umpfropfmatznahme, auch ohne staatliche DeihUfen. Wo in der Rähe der Ortschaften seit Iahrhunderten immer wieder Kernobstbäume nachgepflanzt werden, die nicht mehr gedeihen können, weil der Boden müde geworden, foll man sie zugunsten von großen, einheitlichen Kirschen- oder Mirabellenkulturen aufgeöen, diese l Kulturen aber in offenem Boden rationell so

Schwimmwettkämpfe der Mnitrrfifäf.

Am vorigen Donnerstag fanden unter zahlreicher Beteiligung der Gießener Korporationen und Frei- Sdenten die S ch w i m m w e t t k ä m p f e des intersemesters 19 2 9 /30 statt. Den Gä­sten und Zuschauern boten sich recht spannende Ren- nen, insbesondere bei den Staffeln der einzelnen Korporationen. Wohl das schärftte Rennen entspann sich zwischen den Mannschaften der schwimmsport­treibenden Vereine in Gießen und der Universitäts- Mannschaft, das schließlich der Schwimmver- ein vor T v. 1846 und Univ, für sich entschei- den konnte. So gewann Zimmer (Frankonia) mit we.tem Vorsprung das Brustschwimmen für Fortgeschrittene. In den 4 Bahnen Freistil zeigte Goth /Freistudent) die beste Leistung. Das Wasser­springen" entschied mit knappem Vorsprung Fon­tius (Freistudent) vor Stütz (Merovingia) für sich. Nachfolgend die Ergebnisse (Univ. = Uni-

4 ruft s chwimmen 6 Bahnen für Fort-! geschrittene: 1. Zimmer (Frankonia), 1:20,1; 2. Bloch (A. Th. D.), 1:25,2; 3. Kirschbaum (Win- golf), 1:26,3.

Kopfweitsprung: 1. Grünberg (Aleman­nia), 12,30 Meter; 2. Weber (Adelphia), 12 Meter; 3. Stütz (Merovingia), 11,50 Meter.

Streckentauchen: 1. Thraum (Ehnttia), 31,60 Meter; 2. Grünberg (Alemannia), 31 Meter.

Lagenstaffel (Frankonia,Alemannia,Wingolf, Merovingia, Hasso-Nassovia): 1. M:rovingia (Heu- sei. Reinke, Weisel, Stütz), 1:37,2: 2. Wingolf (K.rschbaum, Hörnlein, Wagner, Reitz), 1:38; 3. Frankonia (Kraft. Dingeldey, Lohnes, Zimmer), 1:39 3.

Bru ft schwimmen 4 Bahnen Anfän­ger: 1. Weber (Adelphia), 0:54,1; 2. Kraft (Ger­mania), 0:57,3; 3. Dingeldey (Fran'onia), 0:59,2.

Freisti 1 4 Bahnen: 1. Göth (Freistudent), 41,3 Meter; 2. Zeibig (Freistudent), 46,1 Meter: 3. Bloch (A. Th. B.), 47,8 Meter.

Springen: 1. Fontius (Freistudent), 40/-,P.;

2. Stütz (Merovingia), 39 P.; 3. Weidner (Frei- ftubent), 34% Punkte.

23 ruft [taff ei 4 mal 2 Bahnen (Frankonia, Alemannia, Germania, Wingolf, Adelphia, Mero- ving-a): 1. Wingolf (Reitz, Wagner, Hörnlein, Kirschbaum). 1:38,4; 2. Frankonia (Kraft, Lohres, Dingeldey, Zimmer), 1:40.1; 3. Germania (Leichsen- ring, Mohr. Gabriel, Kraft), 1:41,9.

Lagen st affel für Gäste 4 mal 2 Bah­nen: 1. Schwimmverein (Modner, Schüler, Schaum, Hartmann), 1:25,8: 2. Turnverein 1846 (Weeg, Geismar, Horeyseck. Gerhard), 1:27; 3. Uni­versität (Zimmer, Stütz, Göth, Zeibig), Handschlag zurück, 1:27.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Watzenborn I Wieseck I 4:3.

Watzenborn hatte sich Wiesecks Erste zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Das Resultat überrascht. Wohl trat Wieseck mit Er­sah an. lieferte aber ein Spiel, das seine son­stigen Leistungen ganz vermissen lieh. Bis zu Halbzeit sührten bereits die Einheimischen mit 3:1. Rach Halbzeit konnte Wieseck zwar den Ausgleich erzielen, seine Leistungen reichten aber nicht dazu, zu verhindern, daß Watzenborn kurz vor Schluß sein viertes Tor erzielte.

Kinzenbach I Wieseck Ib 3:3.

In Kinzenbach lieferten sich diese Mannschaften ein scharfes Spiel. Wieseck, das in veränderter Aus- [teUung antrat, hatte Mühe und Not, die forschen Angriffe der Einheimischen abzuwehren, die mit allen Mitteln ihre in Wieseck erlittene Niederlage ausgleichen wollten. Beiderseits wurden schöne Lei­stungen gezeigt und von jeder Partei in gleich- mäß.gen Abständen je drei Tore erzielt, so daß man sich am Schluß mit dem unentschiedenen Re­sultate trennte.

Die Jugend Wiesecks brachte im Spiel ge­gen Rödgen ! in Rödgen abermals einen Sieg von 5:2 Toren heraus.