Samstag, V. Moder 1950
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Nr. 258 viertes Blatt
Wirtschaft.
Oie Gefahr der Kartoffelrekordernte.
In Anbetracht der Tatsache, daß wir in diesem Jahre, ähnlich wie 1913, wiederum mn einer Aartoffelrekordernte zu rechnen haben, deren Ertrag auf mindestens 43 Millionen Tonnen geschäht toird, beschäftigen sich die Agrarkreife zur Zeit lebhaft mit der Frage, auf welche Weise es möglich sein kann, diese Kartoffelernte unterzubringen. Zunächst steht fest daß die Hereinnahme von Ausland s k a r t o s f e l n vollkommen überflüssig ist. Darüber hinaus denkt man aber auch daran den jetzt bestehenden 2,5prozentigen Bezugszwang für K a r t o f f e l s P r i t beim Import von Auslandssprit in einen 10pro» zentigen D e i m i s ch u n g s z w a n g umzuwandeln und zu gleicher Zeit die Brenn- q u o t e , die für dieses Jahr. auf 51 Prozent festgesetzt werden soll, noch um einige Prozent zu erhöhen. Auf diese Weise würden mindestens 5 Mill. Tonnen Kartoffeln untergebracht werden. Allerdings ist dafür Boraussehung, daß die Umwandlung von Kartofselsprit in reinen Sprit zum Zwecke der Beimischung in größerem Umfange möglich gemacht wird. Aus diesem Grunde sind bereits Verhandlungen mit der Monopolverwaltung über eine Erweiterung der technischen Anlagen eingeleitet worden, bodk läßt sich noch nicht überblicken, ob dieser Plan im einzelnen in der Praris durchführbar ist. Eine Forderung der Kartoffelverfütte- rung kann nicht in Frage kommen, weil dadurch der Schweinemarkt nur noch in größere Schwierigkeiten geraten müßte. Dagegen sollen die Einführung der Beimischung von Kartoffelmehl und die Kontingentierung der Reiseinfuhr eneroisch weiter betrieben werden, wenn auch gerade hierfür in politischer Hinsicht die Aussichten besonders ungünstig sind.
Wochenbericht
vom $ranffurfer Produktenmarkt.
Arn Weizenweltmarkt waren weiterhin die bekannten Baissefaktoren wirksam, so daß in der Berichtswoche an den großen ^leberseemärkten ein neuer Preistiefstand erreicht wurde, der einen Rekord für eine ganze Reihe von Jahren darstellt. Die allgemeine Weltwirtschaftskrise wirkte naturgemäß auf den Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse wieder zurück, und die Folge ist eine Deroutierung der Märkte.
Der Frankfurter Markt ist nach dem Aushören der Roggenstühungsaktion immer noch nicht in sein Gleichgewicht gekommen. Die Anhäufung großer Lagerbestände zeichnet sich am deutlichsten in der Preisgestaltung am Lieferungsgeschäft für beide Brotgetreidearten und auch für Hafer durch eine wesentliche Erweiterung der Preisspanne zwischen den nahen und den Frühjahrs- sichten aus.
Die bekannten neueren Eingriffe von Regierungsseite hatten weiter eine kleine Befestigung für Weizen zur Folge, die sich aber im Einklang mit den schwachen Auslandmeldungen und dem sehr schlechten Mehlgeschäft nicht stärker auswirkcn konnte. Zum Wochenschluß gaben die Preise schon wieder leicht noch, doch war gegen die Vorwoche immerhin ein Gewinn von 3,25 Mk. festzustellen.
Der Roggen markt zeigte weiterhin eher schwächere Grundstimmung, ohne daß es jedoch zu Preisnachlässen gekommen wäre. Der Handel hierin war denkbar klein. Eine gewisse Stühe bot die Ermäßigung für Eosin-Roggen von 200 auf 170 Mk. per Tonne, da hierdurch eine gewisse Entlastung des Roggenmarktes herbeigeführt wird. — Hafer konnte seinen Preis halten, obwohl Ware ziemlich reichlich angeboten war und über schlechten Geschäftsgang geklagt wird. — G e r st e hat nach wie vor sehr schwieriges Geschäft! lediglich feine Brauqualitäten waren vereinzelt etwas gefragt. Eine amtliche Rotiz kam noch nicht zustande.
Am M e h l m a r k t e waren die Preise für Weizenmehl gegen die Vorwoche unverändert, nachdem zu Beginn der Woche eine Erhöhung um 0,25 Mk. vorgenommen, aber zum Wochenschluß wieder im gleichen Ausmaße ermäßigt wurde. Roggenmehl war ebenfalls zunächst etwas
höher, um wieder auf Dorwochenniveau zurückzufallen. In beidem Mehlarten war die älmfatz- tätigkeit nur auf den notwendigsten Bedarf beschränkt. — Am Futtermittelmarkt konnten sich die Preise nicht unwesentlich befestigen, nachdem schon gegen Ende der vergangenen Woche größere Umsätze getätigt worden sein sollen. — Von Hülsenfrüchten waren Linsen etwas stärker ermäßigt, da der Absatz ziemlich schwach sein soll. Rauhfuttermittel unverändert. — Am Kartoffelmarkt kam die Deroute etwas zum Sttllstand, doch war ein weiterer kleiner Preisverlust nicht zu umgehen, da das Angebot immer noch sehr groß war. Der Zentner gelb- fleischige Industriekartoffeln hiesiger Gegend wurde mit 2—2,10 Mk. bezahlt.
Die Woche schloß zu folgenden Dotierungen. Weizen 250-248,50 Mk.. Roggen 165, Hafer 157,50—162,50, Weizenkleie 6,50, Weizenmehl (südd.) 39.75-40,50, (niederrhein.) 39,50- 40,25, Roggenmehl 26—27, Roggenkleie 6,75—7, Linsen 32-60 Mk.
Wochenbericht
vom Frankfurter Effektenmarkt.
An der Effektenbörse nahm die schleichende Baisse in der Vorwoche einen fast ungehemmten Fortgang. Der zur Zeit immer noch bestehende innerpolitische Schwebezustand erstickte jeden Ansatz zu einer etwas freundlicheren Stimmung im Keime. §atte man anfänglich infolge des Beschlusses der PD.-Fraktion zur Verhandlungsbereitschaft Anlaß jju günstigerer Beurteilung ter Aussichten des Reglerungsprogramms gehabt, so wich dieser geringe Optimismus bald wieder einer lähmenden Unsicherheit, die ihre Ursache in den meist wenig hoffnungsreichen Besprechungen der Fraktionen mit dem Reichskanzler hatte. Die Hoffnung, den Ueberbrückungskredit des Reiches von 500 Millionen Mark unter Dach und Fach zu bringen, verlor dadurch an Berechtigung, wenn man auch die möglich« französische Beteiligung begrüßte.
Die Entwicklung der Tendenz an den deutschen Börsen wurde sodann von den Ausläufern einer überseeischen Erschütterung ungünstig beeinflußt: Die Revolution in Brasilien rief eine starke Abschwächung der Reuyorker Börse hervor, die ihrerseits auf die europäischen und damit auch auf die deutschen Märkte entsprechend einwirkte. Eine stärkere Verstimmung ging auch von der andauernden Rachfrage na ch Devisen aus, die zum Teil auf neue französische Geldabziehungen, zum größten Teil aber auf inländische Käufe zurückgeführt wird. Die Reichsbank sah sich täglich zu neuen Devisenab- gaben veranlaßt und schritt schließlich wieder zu Goldversendungen nach Frankreich.
Zwar war das Cffektenangebot aus dem In- und Auslande meist nicht so stark, wie in den Vorwochen, doch genügte es, um bei der infolge der Zurückhaltung der Banken nur geringen Aufnahmefähigkeit des Marktes neue Kursrückgänge herbeizuführen, die bei dem bereits stark ermäßigten Kursniveau mehr als bisher ins Gewicht fallen.
Als dann die Erhöhung des Reichsbankdiskonts von vier auf fünf Prozent vorgenommen wurde, verschärfte sich die Abwärtsbewegung der Kurse erheblich, und neue Tiesst ä n d e wurden erreicht. Abgaben der privaten Kundschaft, des Auslandes und der Spekulation wirkten zusammen, um die Haltung erneut ernstlich zu erschüttern. Auch Pfandbriefe, waren nach der Diskontheraufsehung naturgemäß wieder stärker angeboten und etwas schwächer. Am Aktienmarkt waren gegen die Vorwoche durchschnittliche Einbußen von 6 bis 15 Prozent für die Terminwerte zu verzeichnen. Darüber hinaus büßten Reichsbankanteile 17 Proz., Salzdetfurth sogar 27 Proz. ein. Auch Demberg lagen insgesamt 17 Prozent niedriger. Deutsche Anleihen waren ebenfalls abgeschwächt, namentlich Altbesih nach der Unterbrechung der Quotierung durch die Auslosung mehrere Prozent gedrückt.
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Tendenz auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt wurde von der allgemein ungünstigen Wirtschaftslage beherrscht. Den etwas ver
stärkten Zufuhren an Schlachtvieh stand eine verminderte Rachfrage gegenüber, so daß mit Ausnahme von Kälbern für alle Vieh- gattungen weitere Preisrückgänge eintraten.
Die Zufuhren auf dem Rindermarkt waren in dieser Woche etwas geringer. Bei ruhigem Handel wurde nahezu ausverkauft. Die Preise gaben bei Ochsen und Färsen weiter leicht nach, während Kühe und Bullen unverändert notierten. Bullen waren relativ besser gefragt. Im Gegensatz zum Rindermarkt war die Marktlage für Kälber etwas freundlicher. Es traten Preis- befferungen von 3 bis 4 Mk. ein, was auch auf den verminderten Auftrieb zurückzuführen sein dürfte. Rach regem Handel wurde der Markt geräumt. Am Schafmarkt war die Zufuhr durch den größeren Verbrauch an Kohlgemüsen durch den Konsum etwas größer. Bei mäßig regem Geschäft und etwas nachlassenden Preisen wurde der Markt ausverkauft. Den größten Preisabschlag hatten wieder Schweine. Die Zufuhren, die seither schon ziemlich reichlich waren, nahmen in dieser Woche weiter zu. Rach ruhigem Handel wurde der Markt jedoch geräumt. Die Preiseinbußen betrugen für die verschiedenen Gewichtsklassen 3 bis 5 Mk.
Der Gesamtauftrieb bestand aus 1413 (1636) Rindern, darunter befanden sich 380 Ochsen, 144 Dullen. 418 Kühe und 427 Färsen, ferner aus 1100 (1481) Kälbern, 590 (469) Schafen und 6222 (6128) Schweinen.
Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 58—60. a2) 53—57, bl) 48—52; Bullen a) 54-57, b) 49-53; Kühe a) 48-50, b) 43-47, c) 38 -42. d) 33-37; Färsen a> 59-61. b) 55—58, c) 50—54 — Kälber b) 80—84, cj 75-79. d) 70—74. — Schafe al) (Weidemast) 48—52, b) (mittlere Mastlämmer) 44—47, c) (fleischiges Schafvieh) 38—43. — Schweine b) 57—59, c) 57 bis 59, d) 57—59, e) 56 bis 58.
•
• Arbeiterentlassungen auf dem Westerwald. Die Traunkohlmgrube „Qllefan- dria" bei Höhn im Westerwald hat wegen Absatzschwierigkeiten 150 Bergleuten gekündigt. Für die übrige Belegschaft, etwa 300 Mann, wird Kurzarbeit eingeführt.
* Don der Frankfurter Börse. Dom 10. Oktober ab wird die Rotiz für Kommunalschuldverschreibungen alter Währung Serien 1 bis 24 und Serien 26 bis 50 der Hessischen Landes-Hypothekenbank in Darmstadt eingestellt.
* Portlandcem entwerte Heidelberg - Mannheim ° Stuttgart A G., Heidelberg. Die Gesellschaft, Deren Aktienkurs auf Gerüchte von einer Dividendenermäßigung stark flurüdgegangen ist, teilen dem WTB.- Handelsdienst auf Anfrage mit, daß man zur Zeit noch nicht sagen könne, ob eine Dividendenreduktion eintreten müsse, denn vom Geschäftsjahr seien erst neun Monate abgelaufen. Anderseits sei bekannt, daß es der Baustoffindustrie ebensowenig gut gehe, wie den meisten anderen Industrien. Don einer Auswirkung des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung sei leider noch nichts zu spüren. Trotzdem sei der Pessimismus der Börse im Falle der Gesellschaft so wenig berechtigt, wie in zahlreichen anderen Fällen. Ein Kurs von 80 bis 86 Proz., wie er gestern genannt wurde, entspreche durchaus nicht dem inneren Wert der Aktien der Gesellschaft.
Frankfurter Alrcnvbörsc.
Frankfurt a. M , 11. Oft. Tendenz kräftig erholt. — Zum Wochenschluß konnte sich nach der starken Verflauung der beiden letzten Tage eine kräftige Erholung durchsetzen, die ihren Ausgang von der festen Tendenz der gestrigen Reuyorker Börse nahm. Die Stimmung wurde allgemein zuversichtlicher, und man glaubt, daß mit dem Zustandekommen des Ueberbrückungskredits nunmehr gerechnet werden kann. Außerdem hofft man, daß es nach der Fällung des Schiedsspruches zu einer Beilegung des Berliner Metallarbeiter tonfliktes kommen wird. Die Um fafttätigteit nahm jedoch keinen größeren Umfang an und beschränkte sich in der Hauptsache auf Deckungen; verschiedentlich sollen aber auch kleine Kauforders von außen her vorgelegen haben. Beträchtlich erholt waren vor allem Kaliwerte; Aschersleben plus 4,5 n. H., Westeregeln plus 6 v. H. und Salzdetfurth plus 10 v. H. Auch Elektrowerte waren stärker gebessert. AEG., Licht & Kraft, Felten, Schuckert & Siemens waren 3,5 bis 6 v. H. höher. Kunst- seideaktien ebenfalls bis 6 v. H. erholt. Am Mon
tanmarkt betrugen die Kursgewinne 1,5 bis 4 v. H.» am Schiffahrtsmarkt 2 o. H. Banken qcroannen 1 bis 3 v. H. zurück, wahrend Farben eher Geld eröffneten. An den übrigen Märkten ergaben sich durch, schni111ich Kurserholungen von 1,5 bis 3 n. H. Am Anleihemarkt waren von deutschen Anleihen Altbesitz 0,60 v. H. höher. Bon Ausländern lagen Türken schwacher Am Pfandbriefmarkt ließ das Angebot nach. Im Verlaufe waren die Kurse zunächst weiter leicht erhöht, die Geschäftstätigkeit ging jedoch zurück. Tagesgeld war zu den «teuer- zahlterminen weiter stark gefragt; der Satz wurde auf 5 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt war weitere Nachfrage nach Devisen festzustellen. Man nannte Mark gegen Dollar 4.2050, gegen Pfund 20,43, London gegen Kobel 4,8590, gegen Poris 123,86, gegen Mailand 92,80, gegen Schweiz 25, gegen Holland 12,0430.
Berliner Börse.
Berlin, ll.Okt. Bon gestern zu heute hot sich an den Effektenmärkten eine kräftige Besserung der Stimmung und Kurse durchsetzen können. Im Einklang mit der Erholung in Neuyork hatte man schon im Vormittagsverkehr Kurse taxiert; die offiziellen Notierungen übertrafen diese Erwar hingen aber ganz erheblich. Es befriedigte, daß sich die gestrigen Gerüchte über Dr. Curtius nicht bewahrheiteten, daß man im Lohnkonflikt der Metall Industrie durch den Schiedsspruch wahrscheinlich zu einer Einigung kommen wird, daß die Dresdner Bank in ihrem neuesten Wirtschaftsbericht etwas optimistischer gestimmt ist, daß Geheimrat Louis Hagen gestern in Köln vor Kopflosigkeit gewarnt und sich gegen die Kapitalflucht ausgesprochen hat, daß der Ueberbrückungskredit so gut wie perfekt ist usw. Neben Deckungen der Spekulation kamen auch effektiv kleine Kaufaufträge zur Ausführung, für die nicht zuletzt dos jetzt erreichte niedrige Kursniveau Anlaß gegeben haben dürfte. Das Ausland, besonders die östlichen Börsen Wien, Prag und Budapest, bekundeten Deckungsneigung. So war es nicht verwunderlich, daß zahlreiche Kurse mit plus-plus erschienen und mehrprozentige Kurserholungen an der Tagesordnung waren. Buderus, Harpener, Hohenlohe, Klöcknerwerke, Köln-Neuessen, Mansfeld, Phönix, Rheinstahl, Rütgerswerke und Berliner Maschinen, Drenftein & Koppel, Schubert 8- Salzer, Aku und Bemberg waren einige von diesen Plus-Plus-Werten. Trotzdem waren Besserungen über 4 v. H. nur ganz vereinzelt. Salzdetfurth zogen um 6,5 d. H., Schultheis um 6 v. H. an und hatten die höchsten Steigerungen. Kursabschwächungen waren Ausnahmen und gingen nur vereinzelt über 1 v. H. hinaus. Chodeaktien verloren 4 Mark. Deutsche Anleihen waren behauptet. Von Ausländern lagen Bosnier und Türken bis zu 0,25 v. H. schwächer. Der Pfandbriefmarkt war ebenfalls etwas beruhigter. Das starke Angebot hat jedenfalls wesentlich nachgelassen. Der Geldmarkt war eher fester. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 v. H., nur vereinzelt 4 v. H., Mönatsgeld 5,5 bis 7,5 v. H.; Warenwechsel zirka 5,25 v. H., vereinzelt auch darüber. Nach den ersten Kursen war es zunächst weiter befestigt, später trat eine uneinheitliche Kursentwicklung zutage. Die Hauptspekulationspapiere büßten 1 bis 2 v. H. ihres vorher erzielten Gewinnes wieder ein. Salzdetfurth lagen 3 v. H. niedriger, als zum Anfang.
Berliner Pror.rktcnmartt.
Berlin, 10. Oft. Obgleich das Inlandange- bot von Brotgetreide weder zur Waggon- noch zur Wosserverladung relativ wenig gering ist, setzte sich die Abwärtsbewegung der Preise, für Roggen sogar in beschleunigtem Tempo, weiter fort. Die anhaltende Schwäche des Auslandes übt naturgemäß stimmungsmäßig auch einen gewissen Eindruck aus, in der Hauptsache dürften für den Rückgang jSdvch die bestehenden Loger- schwierigfeiten und der teilweise dringliche Geldbedarf der Landwirtschaft verantwortlich sein. Letzteres wirkt insofern mit, als die Landwirte Verkäufe von Effektivgetreide zur späteren Abnahme vornehmen, um sich Geld zu beschaffen, was wiederum stärkere Abgaben am Lieserungs- marfte zur Folge hat. Für Weizen und Roggen in effektiver Ware werden etwa zwei Mark niedrigere Preise genannt, die Preisrückgänge am Lieferungsmarkt hielten fich bei Weizen gleichfalls in diesem Rahmen, während sie bei Roggen 3,50 bis 4,50 Mark betrugen. Die erste Dotierung für Oktober-Roggen mußte zunächst wiederum ausgesetzt bzw. mit Minus-minus vorgenommen werden. Die Mühlen fordern für Weizen- und Roggenmehle nominell unveränderte Preise, das Geschäft ist außerordentlich still,
Banfnotcn.
Berlin
^ranffurt a. U>.
87,5
87,5
98,25
98,75
129,75
126,75
129
125,13
88
88,5
45,5
51,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt
a.M.
54,5
54
99
83,5
94,5
44,5
45
83,75
101
101
98
98
97
97
94,5
27,13
3,1
23,5
1,6
4.85
4,65
«TOafntrafttoede Höchst a.M.. . 8
8,13
8,75
3,2
6,75
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an
66
83
54,1
6,05
93
150
128
60
1,65
23,5
18,75
12 6
9
5
6
0
0 F
10
6
0
6
8
21
145
13
6
10 10
, 9
10
19
/8,5
125
41
44
91
21,75
148
41,5
44
91,5
1,75
4,55
10
10 . 8
29,25
92
75
53,5 6
50
56,25
110
41
46
91,25
54
62
113,5
Mwg.......
Gebr. Roeder . . , Voigt & Haesfner , Süddeutsche Zucker
54,25 6
15
12
18
14 13*/.
12
. 8
. 9 , . 0
Philipp Holzmann . . Zementwerk Heidelberg Cemcitlroerf Karlstadt. Wayh & Freytag . .
13
6,8
I. G. Narben Industrie . Tnnamil Nobel . . . . Scheideanftalt.....
Goldschmidt . ... . Rütgettwcrke . - - Metallgelellichasl. . . .
26,9 3,1
1,9
23,5
19
19,7
1,7
4,6
54,25
5,7
strankfurter Maschinen Sriyner......
Heoligenstaedt . . . Iunghans.....
Lechwerte
4% Oesterretchstche Golvrenre . . 4,20% Orsterreichtsche Silberrente 4% Oesterreichllche Einheitliche
Rente...........
4% Ungarische Goldrente . . . ■ 4% Ungarische Etaatsrenle v. 1910 4V,% deögl. von 1913 4% Ungarische Kronenrente . .
4% Türkische Zollanleibe von 1911
4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie ...........
4% desgl. Gerte 11
5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ..........
Rumänische vereinh. Rente von 1913
4% Rumänische vereinh. Rente .
6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 ..........
7% Deutsche ReichSanlethe von 1929 ......... •
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mil Aullos.-Rcchlen.......
DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte . .
8% He». BolkSstaat von 1929 trückzahlb. 102%).....
vberhessen Provinz - Anleihe mii Ausloi-Rechten......
Deulsckie Komm. Sammelabl.
Anleihe Serie 1 .
8% stranks. Hyp.-Bank Äoldpsc.
XIII unkündbar bis 1931 . - .
7% Franks. Hyp-Bank Goldpsc unkündbar bis 1932 .....
<H% Rheinische Hvp.-Bank Ltgu. Goldpse.......-
8% Pr. LondeSpiandbriesanstalt, Psandbricie R. > 9 ...
8% Pr Landespianobriesanstalt, Komm.-Obl. R. 20
7% Pr. Landesp'andbriesanstalt, Pfandbriefe R. 21 - - - • •
A.E.G abg. BorMegS- Obligationen. rückzahlbar 1932 ...
CchulihetS Patzenhoser . Ostwerke.......
Aku.........
Bemberg Zellstofs Waldbos . . . Zellstoff Aschaffenburg . Eborlottenburger Wasser Dessauer (Maa.....
Daimler Motoren . . . Deutsche Linoleum . « Maschinenbau A.-G. . > Rot. AutomobU . . . « LrcnNein & Koppel . . Leonhard Tietz . . . . Svenska . ... .
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Reichsbankdiskont 5 v.H., Lombardzinsfuß 6 v.H.
Frankfurt a. Ul.
Jerlln
Schlußkur«
1-Uhr- Kurs
Schluß- kur«
Anfang- Kur«
Dalum
10 10
11 10
10 10.
11. 10
Bereinigte Stahlwerke ....
Ltavi Minen......16'/»
Kaliwerke Aschersleben ... 10
Kaliwerke Westeregeln ... 10
Kaliwerke Salzdetfurth . . . 1L
59
180.5
182
247,5
185
188
257
59 28,13 183,5
186 250,5
61,25
28.5 186,25 189,75
257
Frankfurt a. Ul.
Berlin
Schluß- kur«
1-Uhr- Rur«
Schluß« kur«
Anfang- Kur«
Datum
10 10.
11 10.
10 10
11 10
_
Derlin, 10 Okiobcr
Geld
3rle( ‘
Amecikaniiche Roten......
4.24
4,26
Belgische Roten........
58,505
58,745
Dänische Roten ........
112,18
112,62
Englische Roten........
20,41
20,49
stronzüsische Roten .......
16,46
16,52
Holländische Roten .......
169,46
170,14
Italienische Roten........
Norwegische Noten.......
21,96
112,22
22,04
112,66
Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling
59.08
59,32
SiumanildK Noten.......
2.472
2,492
Schwedische Noten.......
112,85
113,29
Schweizer Noten........
81,74
82.06
Spanische Noten........
42,41
42,59
Tichechoiiomokische Roten.....
12,43
12,49
Ungarische Noten .......
73,32
73,62
Schluß-s für« |
1-Uhr- Rur«
Schlußkur«
Anfang- Kur«
Datum
10 10.
11 10
10 10.
11. 10
Hamburg-Amerika Paket . -
71
73
72,5
73,25
Hamburg-Südam. Dampfschiff
8
—
—
155
155,75
Hansa Dampsschiff.....
10
—
—
121
121,5
Norddeutscher Lloyd ....
8
72
74
73,5
74,25
Allgemeine TeutlcheCreditanst.
10
_
—
100,4
100,5
Barmer Bankverein ....
10
101,5
102,25
102,65
102
Berliner Handelsgesellschaft .
12
126
—
126,25
127
Commerz, und Privat-Bank .
11
113
116
113,13
116
Darmstädter und Nationalbank
12
151,5
—
151,5
155
Deutsche Bank und
Dtsconlo-Gesellschaft, . . .
10
111
111
111
111
Dresdner Bank......
10
110
111
110,5
111
Reichsbani........
12
203
206
203
204
A.E.G...........
. t>
106,75
110,25
107,25
110
Bergmann........
. 9
—
—
132
135
(Helft. Lieserungsgesellschaft.
10
—
—
105
107,13
Licht und Kraft......
10
108,5
113,75
109,5
174
stellen & Guilleaume . . .
7N
85
88,5
35.25
87,25
Gesellschaft für Elektrische
Unternehmungen ....
10
109
112,5
110
113
Hamburger ElektrizitätL-Werke
10
110,5
111,5
Rbemische Elekftizität . . .
. 9
—
121
—
Schlesische Elelftizttät. . . .
10
—
108
110,25
6diudeft & Co.......
11
121
126,5
122,13
126,l5
Siemens & Halske .....
16
168
174
171
174
Iransradio . .......
. 8
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120
120,25
l'obmeyer & Co.......
V
—
135.5
132,5
—
. 6
—
48
46,13
48,9
Deutsche Erdöl ......
. 6
55
56,5
53,5
57
Estenei Steinkohle . • • • •
. 8
—
—
—
““
Gelsenkirchener......
. 8
87
—
87,5
90
Harpen« . .......
. 0
81,5
84,5
81,75
86,5
Hocsch Eisen. .......
6Vi
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—
67,25
70,5
Ilse Bergbau.......
10
—
206
207
Klöcknerwerke .......
. 7
61,5
63,6
r1.75
64,5
Köln-Rcuessen..... •
. 7
—
—
66
70,25
ManneSmunn-Röhren . . .
. 7
—
66,25
63
66,25
ManSfelder Bergbau ....
Obcrichles. Eijenbedarf . . .
. b
41
34,75
39,75
Lberschtcs. Kokewerke....
. 7
—
—
65
66,6
Phönix Bergbau .....
59
60,75
58
60,5
Rheinische Braunkohlen . .
10
168,5
—
169
171,5
Rheinstahl........
. 6
65
69,25
64,75
69
Rtebeck Montan......
7,2
—
—
83
—
66
68
10 Ostober
11 Oktober
Amina»
Notierung
Amtlich, Kotierung
45
_
Geld
Srir
Geld
Seiet
ÄMst- 'Hott.
169.36
169.70
169,38
169,72
175
181
Buen.AireS
1,436
1,438
1,455
1.457
Brss-'Antw
58,565
58.685
58,57
58,69
136
139,75
Christtania -
112,33
112,55
112,33
112,55
50,75
56
Kopenhagen
112,33
112,55
112,35
112,57
57
61
Stockholm -
112,77
112.99
112,78
113,00
110,5
113,5
Helstngfors.
10,566
10,586
10,57
10,59
73
Italien. . .
21,98
22,02
21,985
22,025
77
78,5
London. . . 'HeunOtt . .
20.405
20,445
20.41
20,45
102,75
105,75
4,1995
4,2075
4.201
4,209
21
22,25
Paris. . . .
16,467
16,507
16,468
16,508
144,5
147
Schwei; ..
81,61
81,77
81,62
81,78
28,5
Spanien .
42.51
42.59
42,01
42,09
10,9
11
2,083
2,087
2,083
2,087
42
44
•Hio de Ian
—
—
—
—*
105,5
107
Dien in T -
290,25
292
Ceft abgest
59,225
59,345
59,28
59,40
Prag . . . .
12.465
12,485
12,467
12,487
19,5
—
Äelirad .
7,449
7,463
7,453
7,467
28,5
—-
Budapest.
73.495
73,625
73,535
73,675
——
—
Bul arten
3,043
3,049
3.043
3,049
28
—
Lissabon
18,825
18,865
18.825
18,865
—
——
Tanüg. . Konst nttn.
81.535
81.695
81.58
81,74
—
—
1.784
1,789
1.784
1,789
73
——
Athen. .
5,435
5,445
5,435
5,445
—
—
Canada
4,201
4,209
4,203
4,211
150
—
llru uay.
3,307
3,313
3,247
3,253
127,5
—
Cairo ■.
20,915
20,955
20,925
20,965


