Ausgabe 
11.4.1930
 
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doch in Aussicht genommen, auch den Sommer hindurch die Fühlungnahme unter den Vereins- Mitgliedern durch in größeren Zwischenräumen erfolgende gemeinsame Veranstaltungen aufrecht- zucrhalten. In einem Schlußwort, in dem der Ortspsarrer dem Verein auch fernerhin äußeres Wachstum und innere Erstarkung und Festigung wünschte, fand die Feier ihren Abschluß.

+ Grünberg, 10. April. Der zweite dies­jährige Schweinemarkt zeigte einen starken Auftrieb: 22 Läufer und 430 Ferkel. Vei flottem Handel war der Markt bald'geräumt, ein Teil Käufer ging leer aus. Durchschnittlich lagen die Preise etwas höher als auf dem vor vier Wochen stattgehabten Markte. Es kosteten Ferkel bis sechs Wochen alt 38 bis 40 Mk., sechs bis acht Wochen alt 40 bis 48 Mk., acht bis dreizehn Wochen alt 48 bis 55 Mk., Läufer 55 bis 65 Mk.

Der Frosch zuckte die Achseln und ich steckte den Bleistift ein. Es hat wirklich keinen Wert, einen Artikel nach dem andern über Tuskulum zu schreiben. Wer kümmert sich heute noch um eines der vielen Schlösser in den Castelli Ro­mani, um die Italiensehnsucht wandernder nor­discher Künstler und Dichter, denen ein Kaiser einst hier Heim und Sonne bot?

Manchmal kommen ja Deutsche und wundern sich, lieber das herrenlose Gut. Einer, hat mir der Froschkönig erzählt, ist in seiner Erbostheit schon einmal den steilen Weg nach Frascati zu­rückgerast -unö hat kurzerhand, als hinge es von fünf Minuten ab, nach Doorn telegraphiert. Andere sind in Berlinvorstellig geworden". Ge­nützt hat das eine so viel wie das andere. Denn ihrer Rationaltugend getreu müssen sich die Deutschen immer so lange herumftreiten, bis sich der lachende Dritte einstellt. Der kam schließlich in Gestalt des italienischen Staates, fragte nicht lange, wem die Falconieri gehöre, sondern sand sie schön und steckte sie in seinen großen Mantel­sack. '

Ietzt ist das Märchen ganz aus.

Ia, so hat dein letzter Artikel geendet. Aber das stimmt nicht. Die Zeit bleibt nämlich nicht stehen hier, wenn es auch so aussieht. Soll ich dir erzählen, was in den letzten Jahren vor- gesallen ist? Du machst einen so ununterrichteten Eindruck I"

3d) fühlte mich in meiner Iournalrstenehre verletzt: .

Ra, erlaube mal! Ich weih so gut tote du, daß die guten Leutchen in Frascati zuerst einen ösfentlichen Park aus der Villa machen wollten und die Römer ein Künstlerheim und das Kultus­ministerium

Froschperspektive! Wie ich da sitze auf dem Beckenrand, glaube mir: die Italiener wissen so wenig wie die Deutschen, was sie eigentlich wollen. Sie verstehen die Villa Falconieri nicht, wissen nicht um ihr Geheimnis

Lind dann ist schließlich der Völkerbund ge­kommen, er hat ja seine Finger überall drin, und der Filin ,

Hier prustete der Froschkönig los. daß uy mich der Errungenschaften der Reuzeit schämte. Es ist wahr, die Italiener haben etnen_ Film von dem Märchen gedreht und eine römische Zeitung schrieb, sie wolle aus Vaterlandsliebe nichts darüber sagen. Aber cs läßt sich nicht leugnen, daß sich Völkerbund und Film schließ­lich zusammentaten und in der Villa das Inter­nationale Lehrfilminstitut einrichteten.

Der Frosch tauchte an diesem Tage in den Schlamm unter und so oft auch eme Tipp- Prinzessin an den Beckenrand klopfte, er kam nicht hoch. Er war tief beleidigt. Lehrfilm- Jnstitutt Warum nicht gleich Kataste^mt! Die

Herrschaften verstanden offenbar von Poesie nicht einen Hauch.

Liebrigens war die Sache auch unpraktisch. Von Frascati nach Rom fährt man immerhin eine gute Stunde, mit der Straßenbahn auch zwei oder zweieinhalb, sie nimmt es nicht so genau. Diesen unbequemen Zuständen ein Ende zu ma­chen, nahm der Fürst T o r l o n i a , der schon Mussolini ein würdiges Heim geboten hat, in der gleichen Villa draußen vor der Porta Pia das Institut auf. Lehrfilm und Duce, zwei bemerkenswerte Gäste.

Lind was macht das Institut mit deinem Reich," fragte ich den Froschkonig.

Es hat ein Archiv daraus gemacht," grollte er,eine Schuttablagerungsstätte für Akten und Bücher und Schriften, die kein Menfch liest."

Du sprachst vorhin von einem Geheimnis?" Da setzte der liebe Frosch das Krönlein wieder auf, das er im Zorn neben sich hingestülpt hatte wie einen Filzhut, und tuschelte mir etwas tns Ohr, das klang wie aus der geheimnisvollen Tiefe des grundlosen Zhpressensees herauf Iedes Märchen habe eine Seele, wenn ich recht ver­stand, und man könne nicht das eine vom anderen lösen, ohne beides zu zerstören. Sie Seele der Villa Falconieri aber hätten Dichter hineingelegt, deren Sprache nicht die italienische war, und die Italiener fühlten das. sogar in den Ministerien, und der Duce habe mit dem anderen Gast in der Villa Torlonia gesprochen, geflüstert vielmehr, es solle nicht gleich an die große Glocke kom­men und daher wäre es eigentlich ein Wagnis, so etwas einem Iournalisten zu verraten, aber da meine Artikel, wie man wisse, doch bald ver­gessen würden, Madonna mia, das sei ja mit allem Laub so, und übrigens die Deutschen

Kurz, fuhr ich auf, die Deutschen könnten also jetzt die Villa Falconieri zurück haben???

Pst! Pst! Richt so laut! Man braucht es doch nicht gleich in Berlin zu hören. Wenn die Herren dort nur entfernt so eine Möglichkeit wittern, geht es schon schief. Die Bureaukraten wissen mit einem Märchen nicht umzugehn. Ia, es ist wahr: wenn sie dem Lehrfilm-Institut eine Tauschwohnung, so heißt man das doch, offe­rieren, dann zieht das muffige Archiv hier aus.

Lind das Märchen wieder ein! Lieber, lieber Froschkönig, wie sage ich s nur meinen Lesern?"

Der König des Zypressensees kratzte sich mit seinem klobigen Finger unter dem Kronenrand und meinte, ich könne ja nach fünf Jahren wieder einen Artikel über die Villa Falconier: schreiben, den fünften. Einer wie der andere versinke wie ein Stein im Wasser. Dort fum­meln sie sich an wie das welke Laub, und einst werde der See ausgefüllt fein und dann würden die Herren in Berlin aufwachen und sich die Augen reiben. Dann aber sei das Märchen wirk­lich und endgültig und ganz und gar aus.

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Hochfchulnachrichten.

Line Deutsche Studentens^aft an der Universität Wien.

Der Akademische Senat der Wiener Universi­tät hat für die Studierenden ein Studentenrecht ausgearbeitet, das an den Anschlagtafeln des Rektorats veröffentlicht wurde. In der Ver­öffentlichung heißt es u. a.: Rach dem Welt­kriege haben sich an allen deutschen Hochschulen die Studenten deutscher Volkszugehörigkeit und Muttersprache zu Deutschen Studenten­schaften zusammengeschlosfen und diese wieder zu einem großen über die Staats­grenzen reichenden Verband. Der Akade­mische Senat der Wiener Universität hat nun be­schlossen, von seinem Recht der Aufsicht und Disziplin für den akademischen Bereich Gebrauch zu machen, der deutschen Studentenschaft der Universität Wien die schon lange erstrebte Stel­lung auf akademischem Boden zu schaffen und ihre gewählte Vertretung als die Vertreter aller Studierenden deutscher Volkszugehörigkeit und Muttersprache anzuerkennen. Zugleich eröffnet er durch allgemeine Rormen den Stu­dierenden anderer Volkszugel, ö.igkcit und Muttersprache den Weg, um sie z u Organi­sationen mit gleichen Rechten und Ps lichten zusammen- shliehen. Ein Zwang wird jedoch nicht ausgeübt.

Die wichtigsten Bestimmungen der Studenten­ordnung lauten. Die ordentlichen Hörer der Uni­versität Wien, welche gleicher Abstam­mung und Muttersprache sind und min­destens ein Prozent aller ordentlichen Hörer zählen, werden als eine Studentennation angesehen. Die deutsche Studentennation wird ..Deutsche Studentenschaft" genannt Die übrigen Studentennationen werden nach ihrer Volkszugehörigkeit bezeichnet. Ieder Studenten­nation steht es zu, eine Vertretung zu wäh­len. Fragen der Parteipolitik und des Glaubens­bekenntnisses sind von der Beratung und Be­schlußfassung der Studentennation und ihrer Ver­tretung ausgeschlossen.

Zu diesem Studentenrecht hat der Vorstand der Deutschen Studentenschaft eine Kundgebung erlassen, in der er betont, daß es die Anerken­nung der Arbeiten und Ziele der Deutschen Studentenschaft darftellc. Der Volkstums- begriff, die Grundlage ihres Aufbaues sei rechtlich verankert. De Deutsche Studen­tenschaft sei an der zweitältesten und zweit­größten deutschen Hochschule anerkannt Sie werde wie bisher bestrebt sein, in Gemeinschaft mit den deutschen Studentenschaften aller deutschen Hoch­schulen im Sinne ihres vornehmsten Zieles zu wirken, nämlich der Mitarbeit an den Aufgaben der deutschen Hochschulen gegenüber dem deut­schen Volke.

Oberhessen.

Landkreis Gictzen.

u Großen-Linden, 9. April. In der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde der Einbau einer Schleuse in das Wehr des K l e e b a ch s bei der Mühle Tank beschlossen. Hierdurch soll bei Hochwasser eine Ucker- schwemmung verhindert und eine bessere Regu­lierung des Wasserstandes im Mühlbach er­reicht werden. Die Kosten für diese Neuanlage sollen sich aus rd. 1000 Mk. belaufen. Für den Voranschlag 1 930 wird ein _entsprechen- der Betrag für die Fürsorge und für die Fort­führung des Schulhausbaues gewünscht. Eine endgültige Stellungnahme zu dem Voranschlag erfolgte noch nicht. Die ausgesteuerten Er­werbslosen, bis jetzt sieben Männer, sollen innerhalb der Gemeinde produktiv beschäftigt werden. Rach Erledigung von Arbeiten im Ge­meindewald und des Crdabhubs bei der neuen

Villa Falconieri.

Von Gustav D. Eberlein,

P Frascati, im Frühling.

Steil und steinig- der Weg. Hohe Mauern, die niemals enden, laufen auf beiden Seiten mit und bleiben stehen stumm und traurig, wenn der Wan­derer stehenbleibt. Klagende Vogelstimmen in den Lüften, ein verwunschenes Schloß ... fern uni) einsam ein Kaiser. ...

Steineichen stemmen sich von innen gegen die Mauern, als wollten sie heraus aus der Ein­samkeit, unter Menschen. Pinienschirme kleben schwarz im unendlichen Blau, die nahen Zypressen warten wie Säulen aus verklungener Zeit, die am Ende der Landschaft schreiten hintereinander wie betende Pilger in den Himmel hinein. Der ist tief.

Die Menschen wollen hinein in die Einsamkeit und schauen wie Kinder durch die vergitterten Tore. Vermoost die Wege, grasüberwucherte Alleen entführen den Blick ins bämmergninc Unbestimmte. Bettler hocken davor, wunschlos und wissend. Fällt eine Münze, fällt keine, sie wenden kaum den Kopf. Gebrochenen Tones schlägt die Glocke im Pförtnerhaus an. Dcun dritten Klagen schlürfen unsichere Füße über den Kies. ...

Und ich wandere. An dem Schloß vorder. Einen feuchtschattigen Hain hinauf, bis dorthin, wo die schwarzgrünen Zypressen stehen und einen anschauen mit erloschenen Augen. Sie stehen kerzengerade, bis in den Tod getreue Wächter, um das weite Becken herum, den berühmten See. der untief oder grundlos ist, man kann es nicht sagen. So flaschengrün und schillerig wie die Flügeldecken des Skarabäus lastet das Wasser darin. In schlafendem Schweigen.

Plötzlich springt ein Frosch auf den Beckenrand und räuspert sich.

Ah, schön guten Tag, lieber FroschkönigI Wir haben schon einmal die Ehre gehabt, glaube ich

Der streicht sich würdig den Bauch, kratzt sich mit dem klobigen Finger unter dem Kronenrand und deutet dann auf mein Rotizbuch:

Olle Kamellen! Das alles hast du ja schon einmal geschrieben von dem angeblich verwun­schenen Schloß und den langweiligen Zypressen da

Es ist wahr, lieber Froschkönig du siehst mich bestürzt"

Run, nun, keine Angst, ich sag's ja nicht weiter. Und übrigens wird es deine Zeitung gar nicht merken und deine Leser erst recht nicht. Die Iournalisten erzählen ja so viele Märchen. Wan liest sie und vergißt sie."

L »Wie die Villa Falconieri!"^

s. Aus dem Horlvsstal, 8. April. ES ist jetzt wieder die Zeck gekommen, wo der Vet« laus der jungen Gänschen beginnt, oaji täglich kann man Bauersfrauen mit Heillelkorben unterwegs sehen, die auf der cvuche nach jungen Gänsen sind. Insolge des Wasserreichtums wird in den meisten Orten des Tales die Gänsezucht noch stark betrieben, denn durch Auszucht unv Mast von Gänsen suchen die Bäuerinnen matt nur gute Dettscdem zu gewinnen, sondern omch im Herbst ein Stück Geld zu erübrigen. Der Preis beträgt für das Stück 1,50 Mk.. ist also gegen das Vorjahr, wo die Brutergebnisse in­folge des starken Frostes sehr gering waren, zuräckgegangen.

Kreis Schotten.

-l-Wingershausen. 10. April. Am Sonn­tag sand hier ein Bezirkstag des .Hass i a' - Bezirks Vogelsberg statt. Der erste Vor­sitzende des hiesigen Kriegervercins, Kam. We­ber gedachte in seiner Begrüßungsansprache auch der Gefallenen, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Hierauf nahm der Bezirks­vorsitzende Scriba, Schotten, die Ehrung ver­schiedener Kameraden vor, denen für 40iahrige Mitgliedschaft die entsprechenden Auszeichnungen denHassia" ausgehändigt wurden. Nachdem der Schriftführer L. Straub, Rudingshain den Iahresbericht erstattet hatte, wurde Kam. Förster Frank, Stornsels. einstimmig zum Bezncks- schiehleiter wiedergcwählt und als weiteres Mit­glied in den Bezirksvorstand entsandt. Als Qkr- trclcr zumHassia"-Tag in Alsseld wurde Kam. Studiendirektor Hertsch, Schotten, bestimmt. Nachdem man noch den Bericht des Obmanns sur Rentenwesen, Kam. Duchard, Schotten und einen Vortrag des Kam. Em r ich, Sichelsachsen, entgegengenommen hatte, sand die Tagung, die der Musikverein Eichelsachsen durch seine Darbie­tungen bereicherte, ihren Abschluß.

± Rudingshain, 10. April. In unserem Dorfe sind in diesem Jahre nur sechs ftonfir- manben vorhanden, und zwar ein Knabe und fünf Mädchen. Im benachbarten B u s e n b o r n hat man in diesem Jahre überhaupt keine Konfirmanden.

* Dodenhausen II, 9. April. Der hiesige SportvereinGermania" veranstaltet am 3. August d. I. einen Sportwerbetag, bei dem für die Wettkämpfe hervorragende Preise zur Verfügung stehen sollen. Der Sportplatz ist in tadelloser Weise fertiggestellt. Mit den Wett­kämpfen wird bei genügender Beteiligung em Stafettenlauf verbunden sein. Gesellige Vcran- I staltungen sollen den Abschluß der sportlichen Kämpfe bilden.

Kreis Alsfeld.

ch O t t e r b a ch, 9. Avril. Nachdem kürzlich unsere I Nachbargemeinde Rülfenrod ihr Sch u l - haus zum Preise von 6500 Mark versteigert hat, wurde nun auch das alte Sch u lh aus unserer Gemeinde versteigert. Die Kauflust war nur sehr gering, so daß sich das Höchst­gebot aus nur 2750 Mark belief. Das von den. Gemeinden Otterbach und Rülfenrod errichtete neue Schulhaus wurde im vorigen Herbst I im Rohbau fertiggestellt und soll zu Anfang dieses Sommers seiner Bestimmung übergeben I werden.

preuhen.

1 Kreis Wetzlar.

ch Launsbach, 10. April. Die Wasser lei- tungsarbeiten in unserem Orte schreiten rüstig voran. Die Hauptleitung ist bereits in mehreren i Straßen fertig. Um eine gerechte Verteilung des i Wassergeldes zu gewährleisten, sollen an sämtliche Anschlüsse Wassermesser eingebaut werden. Die i Hauptstraße soll nunmehr auch gleich kanalisiert werden. '

Daten für Samstag, 12. April.

Sonnenaufgang 5.13 Uhr, Sonnenuntergang 18.50 Uhr. Mondaufgang 18.04 Uhr. Monduntergang 5 08 Utjr

1809: Andreas Hofer erstürmt Innsbruck: 1888: der Chemiker und Industrielle L. Nobel in Cannes gestorben: 1899: Jer Augenarzt Karl Alfred Grafe in Weimar gestorben. ______________

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Dor zehn Jahren: Frankfurt von den Franzosen beseht. Das Hauptquartier der Franzosen im Hotel Imperial, kurz nach der Besetzung. Vor zehn Jahren zu Ostern 1920, besetzten französische Divisionen ohne vorherige Ankündigung Frankfurt a. M. als Repressalie gegen den Einmarsch von Reichswehrtruppen tn die entmilitarisierte Zone des Ruhrgebiets. Gleich am ersten Tage tarn es zu einem Blutbad, bei dem acht Zivilisten getötet und 24 verwundet wurden. Eineinhalb Monate spater wurde Frankfurt von der Besatzung wieder frei.

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Sanderoerlehr auf derlandstraße

Die Arbeitsmarktlage und die allgemeine Wirt­schaftslage ist auch am Wander verkehr der Land st raße nicht spurlos vorubergcgan- aen. Es zeigen sich vielmehr gewisse Wechsel- oeziehunHen und es hat in den vergangenen Jahren die Beobachtung gemacht werden kön­nen, daß der Wanderverkehr beträchtlich zu- genommen hat. Es liegen zwar keine absch.ießen- den Zohlen vor. gelegentliche Stichproben ein­zelner Kommunen zeigen jedoch ein sehr beträcht­liches Ansteigen. So sind z B. in einer hessischen Landstadt im Iahre 1926 2158 im Jahre 1927 2072, im Iahre 1928 2576 und im vergangenen Iahre bis zum Oktober 2796 Wan­derer gezählt worden. Man hat nun diesen Wanderverkehr eingehend untersucht und zu­nächst Ermittlungen übet Berus und Alter der Wanderer gemacht.

Zunächst ist die Feststellung interessant, daß fast zwei Drittel aller Wanderburschen zu der großen Gruppe der u n g e l e r n t e n u n d a n - gelernten Arbeiter gehören. Em Drittel sind Handwerker. Bon den einzelnen Be­rufsgruppen stellen die Lohnarbeiter wechselnder Delchästigungsart die meisten Wanderer, dann folgen die Schlosser, Schmiede und Klempner. Rach den Feststellungen bei den Arbeitsämtern sind Lohnarbeiter am häufigsten unter den Wanderburschen zu finden, dann folgen M e - tallarbeiter, landwirtschaftliche Arbeiter, Schneider, Schuster und Sattler. Bäcker, Metzger, Maurer und Zimmerer sowie Kellner Tischler, Stellmacher. Fabrikarbeiter und Kaufleute neh­men nur einen ganz geringen Prozentsatz em. Ganz seltene Gäste der Landstraße smd Buch­binder, Drucker und Schriftsetzer. Die 2llters- gruppierung der Wanderer innerhalb der großen Hauptgruppen und innerhalb der Fach­gruppen und Handwerke läßt interessante Schlüsse auf den Sinn des Wanderns der betreffenden Gruppe zu. Am zahlreichsten sind die Wanderer von 20 bis 25 Iahren, in allen Gruppen, außer bei den Buchbindern, Druckern und Schriftsetzern. In diesen Dcrusen sind die unter 20 Iahre alten Wanderer die stärkste Gruppe. Bei den wandernden Handwerkern steht die Alters­gruppe derJüngsten" allgemein an zweiter Stelle. Bei den Arbeitern und sonstigen Berufen dagegen steht an zweiter Stelle die Gruppe im Alter von 25 bis 30 Iahren.

Bei der zunehmenden Wanderlust ist in der letzten Zeit die Wandererfürsorge stark ausgebaut worden. Es ist jedoch notwendig, die Wanderarbeitsstätten an den großen Wanderstraßen weiter auszubauen, um dem wach­senden Wanderverkehr die soziale Problematik zu nehmen. Weiter sind Bestrebungen im Gange, die Wanderfürsorge dahingehend auszubauen, in­dem man eine einheitliche Regelung der Wan- derersürsorge für das ganze Reich schafft. Vom Reichsstädtebund ist im Verfolg dieser Anregung die Forderung erhoben worden, daß Reich, Län­der, Kommunen und freie Wohlfahrtspflege ein festes System der Wandererfürsorge schassen. Bei der Ausstellung der hierfür notwendigen Richt­linien wird das Beispiel Württembergs maß­gebend sein, wo die Wanderersürsorge von allen deutschen Ländern am fortschrittlichsten ist.

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Emil Bleck.

Schule soll unter fachmännischer Leitung mit Wege- und Straßenbau begonnen werden.

xy. Hausen, 9. April. Heute wurde hier unter Beteiligung eines großen Trauergesolges aus allen Tellen unserer Bevölkerung A l t b ü r germeifter G g. Müller III. z u Grabe getragen. Der Verstorbene hat ein Alter von 79 Iahren erreicht. Bürgermeister Müller war ein ruhiger, fleißiger Mann, ein treuer, biederer Charakter, der allgemein hohe Achtung genoß. Fast ein Dierteljahrhundcrt 23 Iahre stand er an der Spitze unserer Gemeinde. Als im neuen Jahrhundert neue Ausgaben für die Gemeinde­verwaltung auftraten, da zeigte der Entschlafene Llmsicht und Weitblick und half innerhalb ver­hältnismäßig kurzer Zeit eine Anzahl größerer Arbeiten zum Wohle der Gemeinde zur Ausfüh­rung bringen. Während der Amtszeit von Bür-

germcifter Müller erfolgten der Dau unserer neuen Schule und der Wasserleitung, die Kanali­sation und Entwässerung des Dorfes, die Anlage der elektrischen Beleuchtung und die Haupt­arbeiten der Feldbereinigung. Die Gemeinde Hausen ist dem Entschlasenen, der auch in den. schweren Kriegsjahren das Bürgermeister- und Standesamt führte, zu großem Danke verpflichtet.

* A11en - Buseck, 9. April. Gestern abend hielt der hiesige Frauenverein im Rühl- schen Saale feine Abschlußfeier für das vergangene Winterhalbjabr. Rach einer Eröff­nungsansprache des Ortsgeistlichen, die einen Rückblick gab auf die örtlichen Veranstaltungen des Vereins im letzten Winter und seine Betäti­gung im Landesverband der evang. Frauenver­eine, folgten im Wechsel gemeinsame Lieder, dann Vorträge von Gedichten und Darbietung eines I jugcndlich-srischen Einakters durch die Töchter von Vereinsmitgliedern. Wenn auch die seit­her allwöchentlich am Montagabend stattfinden­den Zusammenkünfte nunmehr aufhören, so wurde

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