Ausgabe 
11.3.1930
 
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Dienstag, 11. März (950

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Nr. 59 Zweites Blatt

Turnen, (Sport und Spiel

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Der Krieg im Dunkel"

Boxkampf in Buhbach.

Voxabteilung des Mlo. Gieszen gewinnt den Rückkampf gegen Buhbach mit 4:1 Punkten.

Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

o. Ter Start der 1900er Leichtathleten beim Frankfurter Hallensport fest am vergangenen Samstag war, wie im Vorjahre, auch diesmal wieder von schönen Erfolgen be­gleitet. Wenn auch manche nur als Achtungs­erfolge zu werten sind, so erscheinen sie doch nicht minder wertvoll in Anbetracht der außer­ordentlich starken Konkurrenz aus allen Teilen des Reiches. Die Meldungen wurden nahezu restlos erfüllt und machten eine Reihe von Dor­kämpfen notwendig.

19 00 befte Waffe war wieder die3X1000- Meter-Staffel Obwohl für den stark in­disponierten Mittelstreckler Depperling Er­sah eingestellt werden muhte, schlug sich die Mannschaft ausgezeichnet und belegte in der guten Zeit von 8:07,2 Min. den dritten Platz hinter der bekannten Eintrachtstaffel (7: 54,3 M.) und DIK Frankfurt (8:06,5) vor Polizeisport­verein Frankfurt, Sportverein 93 Darmstadt und Elektron Griesheim. Deim ersten Wechsel hatten die Spielvereinigungsleute, dank des guten Laufs von Tönges, bereits den dritten Platz inne. Run kam für den Ersatzmann Knigge die Feuerprobe. Er bestand sie glänzend, indem er auf den zweiten Platz auflief und mit etwa 8 Meter Dorsprung an P e t e r s übergab Dieser setzte auch sogleich Dampf auf und lag in der vorletzten Runde etwa 12 Meter vor DJK. Frankfurt erste Mannschaft. Die Gießener schickte sich nun an, den Schlußmann der zweiten Mann­schaft des letztgenannten Dereins zu überrunden, als er fast eine halbe Runde lang von diesem Läufer in höchst unsportlicher Weise gesperrt wurde und so wertvolles Terrain verlor. In­zwischen war natürlich der Gegner herangekom­men und vermochte den 1900er 15 Meter vor dem Ziel zu passieren.

Auch in den Sprinter st afseln spielte die Spielvereinigung 1900 eine gute Rolle. Die 5x60-Meter-Pendelstafset in der Aufstellung Geist, Seipp, Hopfenmüller, Guyot, Völker qualifizierte sich in dem von fünf Mannschaften bestrittenen Verlauf mit D S. C. 99 Offenbach zusammen für den Entlauf. Hier wurde nach annehmbaren Laufleistungen, jedoch zu vor­

tausch mit wechselndem Glück. Der vielbejubeltc Punktsieger des Kampfes ist Wagenpfeil. Eben­falls im Mittelgewicht standen sich S) Nau­mann, Gießen, und K Schmidt, Butzbach, gegen­über. lleberrraschend war der Ausgang dieses Kampfes. Prächtig ist der Gießener in Schuß. Im Nahkampf, sowie auf Distanz ist er glatt der Bessere, zwei besonders schwere rechte flöten zeigen deutlich Wirkung bei Schmidt In der zweiten Runde stoppt der Butzbacher einen Angriff Naumanns mit einem schweren Blockstoß, der diesen sichtlich erschüttert. Eine Verletzung im Gesicht läßt den Gießener nicht mehr in Fahrt kommen Trotz verzweifelter Gegen­

wehr muß er den Sieg an Schmidt geben.

Halbschwergewichte Hier begegneten sich: G. Dernges, Gießen, und L. Spanner, Wetzlar. Rach ausgeglichener erster Runde und klarer Ueberlegenheit des Gießeners in der zweiten Runde konnte man auf einen Sieg Dernges' tippen. Dei einem außerordentlich heftigen Schlagaustausch erhielt Dernges, der seine Reich­weite nicht voll auszuwerten verstand, einen starken Schlag mit dem Ellenbogen gegen die Hintere Schädelpartie, der ihn so stark hemmte, daß ihm ein Weiterkämpfen nicht möglich war. Unverständlicherweise gab der Ringrichter den Sieg an Spanner.

Als Ringrichter probierte sich D r o k e s ch, Wetzlar. Er hätte bei fast allen Kämpfen weit energischer durchgreifen müssen. Chefsekundant und Punktrichter Paul und Willy H a i n b a ch.

Wolf Hirth, der sehr erfolgreiche württembergische Sport- und Segelflieger, erhielt den Hindenburg- Pokal 1929.

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Kohlenmärkten auf nehmen. Sie können das um so eher tun, als der Absatz ihrer Kohlen in Deutschland ihnen den Kampsfonds liefert und auffüllt. Das ist schon keine Wirtschafts- und Handelspolitik mehr, das ist ein Schlag gegen die deutsche Wirtschaft, der die empfindlichste Stelle trifft. Wenn Polen wirklich nicht weih, wohin es mit seinem Kohlenübersluh soll, so mag es das deutsche Beispiel nachahmen: Feierschichten einzulegen.

Ist das Kohlenkontingent ein Fehlschlag, so gilt dies erst recht für das Schweinekontin­gent. Abgesehen davon, daß die deutsche Land- wirtschost den Dedarf an Schweinen völlig deckt, ist das den Polen zugedachte Kontingent sogar höher als die gesamte Einfuhr an lebenden und toten Schweinen im Jahr 1929. Es sind in diesem Jahre 140 000 lebende Schweine eingesührt wor­den, während Polen zunächst 200 000 Schweine liefern soll, eine Menge, die vom achtzehnten

Seit gestern läuft im Lichtspielhaus Bahnhof st ratze ein Film, der nach dem 'Be­lud) am Abend zu schließen - eine nicht unbeträcht­liche Anziehungskraft ausübt. Er heißtD e r Krieg im Dunkel" und ist nach dem vor Jah­ren erschienenen Roman gleichen Namens von

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Ludwig Wolff ins Filmische übertragen wor­den, was zweifellos eine glückliche Idee war, wenn man sich an die Erzählung erinnert, wird man wissen, daß sie zu den gelungensten Arbeiten dieses entschieden talentierten Autors zu zählen ist, und daß sie stofflich und technisch eine ganze Reihe filmischer Anregungen und Möglichkeiten bietet Der Regisseur Fred Niblo hat das mit geschultem Blick erkannt und ausgenutzt Der Film kam über­dies konjunkturmäßig zu einem günstigen Zeitpunkt heraus, da gerade in letzter Zeit mehrere Publika­tionen über die Vorgesch chte und Vorbereitung des Weltkrieges, insbesondere über die intereuropdifdjc Spionage der großen Mächte, erschienen sind und erhebliches Interesse in der Oeffentlichkeit gesunden haben Es kommt hinzu, daß die Regie für die große und die gesamte Handlung beherrschende weiblick)e Hauptrolle eine Darstellerin vom Range Greta Garbos einzusehen hatte. Man muß in der Tat nach dieser neuen Begegnung mit ihr er- kennen, daß ihr Weltruf verdient und übrigens keineswegs nur mit der zum Schlagwort gewor­benen Kennmarke vom sex appeal zu begründen ist. Sie ist eine schöne Frau das ist keine Neuigkeit und hat fick; herumgesprachen, ober sie ist außer- dem auch eine MenschendarsteUerin ungewöhnlichen Ranges: dies ist entscheidend und wird vielleicht nicht immer gebührend betont; auch eine Filmdiva kann heute ihre ernsthafte internationale Wcrt- fd)ätzung auf die Dauer nicht allein mit dem Ein­satz ihres schönen Gesichts und ihrer tadellosen Figur aufrechterhalten. Sie wirkt anfänglich ein wenig kühl und spröde, aber sie steigert sich im Laufe der Akte zu einer schauspielerischen Leistung von außerordentlicher Intensität ... fast unmerklich und mit den vornehmsten und diskretesten Mitteln der Gestaltung. Sie wird dabei von der Dramatik der Handlung blendend unterstützt. Es ist möglich, daß die Vorgänge manchmal phantastisch und un­wahrscheinlich anmuten. Aber man kann in recht sachlichen Darstellungen über die historischen Vor­gänge vieles lesen, was ebenso phantastisch und um wahrscheinlich anmutet und am Ende doch wohl in irgend einer Form einmal Wirklichkeit gewesen sein muß. Uebrigens handelt es sich ja hier auch nicht um die einfache Wiedergabe von Tatbeständen oder eine dokumentarische Reportage, sondern um eine Romanhandlung und um einen Spielfilm, -der ungemein wirksam gemacht ist und der - in seinem zweiten Teil eine aufs Publikum unmittelbar Übergehende Spannung erzeugt, wie man sie auch in gewiegten Kriminalstücken nicht alle Tage erlebt. Dies und die Darstellung neben der Garbo unbekannte, aber tüchtige Spieler wie Conrad Nagel und Gustav o. Seyfsertitz machen den großen Reiz d^st'S abenteuerlichen Films aus.

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st em Stilempfinden den gebundenen Zeitgeist der Komposition mit Lebensnahe zu erfüllen. Im Charivary von Marais vermittelte er ein reiz­volles Charakterstück. Dr. Johannes H o b o h in gab Proben des italienischen Meisters Domenico S c a r l a 11 i : drei einsätzige Konzertsonaten für Cembalo in C-Dur, OMoll und O-Dur. Das Kecke. Prickelnde, Kapriziöse, das dem Klavier­stil Scarlattis besonders eigentümlich ist, stellte er fein pointiert heraus, dem Thema­tischen gewann er besondere Reize ab durch feinsinnige Ausnützung der durch die bei­den Manuale gegebenen Klangmischungen, Stei­gerungen, wie am Schluß der Ö-Dur- Sonate, baute er so geschickt aus, daß dem Hörer die beschränkte Moou.ationssähigkeit des Cembalotones gegenüber dem heutigen Klavier­klange nicht bewußt wurde. Zum andern aber wird es jedem klar geworden fein, daß die Werke dieser Periode der Klaviermusik erst durch die Wiedergabe auf dem Cembalo ihre vollen intimen, feingeistigen Werte zu entfalten ver­mögen. Die Triosähe: Sonate von Buxte- h u d e (^-Moll), Concerto E-Sur von Georg Phil. Telemann und Konzert in B-Sur von Jean Phil. R a m e a u bestätigten die besondere Eignung des Cembalos als Generalbaßinstru- ment; im Zusammenklang ergeben sich ungemein zarte, fast ätherisch verschwebende Klänge, im polyphonen Stimmgewebe konnte man eine ideale Durchsichtigkeit und Klarheit erleben.La For- queray" (Rameau) zeigte im Aufbau zwar Ab­weichungen von dem uns geläufigen Ausbau der Fuge, wies aber in den freien Einschal­tungen Momente von besonderer klanglicher Selikatesse auf. Interessant war es zu erkennen, wie bei Rameau im Vergleich zu der ..absoluten" Musik der Seutschen sich oußermusikalilche pro­grammatische Anregungen ins Musikalische um- setzten; dafür war auch die ZugabeSam- bourin" von Rameau eine Destätigung. Viel­leicht mag dieser ober jener skeptisch zum Konzert hingegangen sein, um so stärker mußte nachher jeder davon überzeugt sein, daß es sich hier nicht um ein historisches Experiment handelte, sondern daß hier kulturhistorische und musika­lische Werte, die noch heute einem jeden reichen Gewinn zu geben vermögen, mit vollster Derech- tigung der Vergessenheit entrissen wurden.

Dr. H.

Am Sonntag veranstaltete der Turn- und Sport­verein 1846 Butzbach einep Kampfabend, der einige recht intereffante Paarungen zeigte.

Bantamgewicht: Gustav Sommerlad, Gie­ßen, ist gegen A. Theiß, Bugbach, der technisch Bessere und gewinnt in der zweiten Runde durch Aufgabe seines tapferen Gegners.

We ltergewicht: Der talentierte K. Beyer, Gießen, konnte gegen den hartnäckigen G Piel,

Feldwebel Hirschfeld (Allenftem) Cilly Äußern flegle im interna Henne (München) fteUh bei den stellte am Sonntag in Frank- tionalen Tennisturnier in Men- Eisrundrennen in Defterfunb furt a. M. einen neuen Hallen- tone über die französische Meisterin mit 198,7 km einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen auf Mathieu Schnelligkeitsweltrekord auf

diesem Instrument seine ganze Liebe und Hingabe widmet. Rur ein starkes Interesse an der Sache vermag dem Bestreben der Wiedererweckung alter Instrumente Dauer zu verleihen; reiner Sen­sationslust wird nur ein kurzer Erfolg befchie- den sein.

Im Vergleich zum heutigen Cello, dessen Ton voller, sonorer, voluminöser, krescendoiähiger er­scheint, ist der Klang der Viola da gamba weicher, dunkler, auch anmutiger, lieblicher, im Dekrescendo schwebender und nachgiebiger verklingend. Der Gamben-Kanlilene gegenüber würde der Ton unseres heutigen Klaviers als Begleitinstrument viel zu massig, vielleicht gar klangtötend sein. Mit dem Cembalo aber mischt er sich zu einer vornehmen Klangeinheit. Wenn zu diesen beiden Instrumenten die Violine in ihrer heutigen Klangintensität hinzutritt, so muß sie sich sehr starker Zurückhaltung befleißigen, um nicht die eigenartige Klangmischung in ihrer Wohlabge­wogenheit zu beeinträchtigen. Das ließ sich z. D. in der ^-Moll-Sonate von Dietrich Buxte- h u b e , op I, 3 beobachten; in den späteren Trio­werken fügte sich die Violine (Anton Huber) gemäß den akustischen Gegebenheiten der Aula vortrefflich ein. Don außergewöhnlichem Klang­reiz ist der Ton der Viola damour, im Vergleich zur heutigen Dratsche bei weitem weicher, auch nicht so groß; in ihm schwingt etwas Silbriges mit durch die unter Griffbrett und Steg aufge- spannten Aliquotsaiten, die freischwingend jedes­mal durch die in ihnen ruhenden Obertöne den angespielten Ton verstärken und klanglich ver­klären.

Es verdient besonders hervorgehoben au wer­den, daß die Vortragsfolge für die Soloinstru- mente nur Werke von folchen Meistern aufwies, die uns durch die Geschichte als hervorragende Vertreter chres Instrumentes überliefert worden sind. So spielte Anton Huber auf der Viola damour eine Sonate von Attilo A r i o st i, der sowohl als Opernkomponist als auch als Viola d'amour-Spieler in seiner Zeit besondere Geltung erlangt hat. Anton Huber verlieh dem Klang schwebende Weichheit; die Passagen prägte er mit galantem Zug aus und erfchloß im Doppelgrifs- unb Arpeggienspiel die klanglichen Eigenheiten seines Instruments. - Christian Döbereiner erteilte zwei klassischen Gambenkomponisten das Wort dem Pariser Sologambisten Marin Ma­rais und Louis de Caix d Hervelois. InCouplets de Foües (Marais) hatte er sich in der Abfolge der Variationen eine Ausgabe gestellt, in der et alle Möglichkeiten des Instru­mentes sei es in virtuoser Entfaltung von Do­gen- und FingertechniL fei es in Doppelgriffen und Arpeggien und in ausdrucksvoller Linie der Äantabilität, restlos zu erschöpfen vermochte, innerlich dabei völlig ausgehend, um mit fein­

Gießener Konzertverein.

IX. Konzert: Döbcreincr-Trio.

Cs tonnte im Laufe der Zeit an dieser Stelle schon verschiedentlich auf die Tatsache hingewie- jen werden, daß mit der Entwicklung der In­strumentalmusik seit dem Ende des 18. Jahrhun­derts und im 19. Jahrhundert die Instrumente an klanglicher Kraft gewonnen haben. In diesem klanglichen Wettbewerb mußte eine Reihe von überaus charakteristischen Instrumenten unter­liegen und das Feld räumen, so bie_ Viola da gamba, und, abgesehen von einigen Stellen in Opern, die auf besondere Älangeffette hinzielen, ebenfalls die Viola damour. An sich betrachtet, ist diese Tatsache durchaus zu bedauern, da damit bedeutsame klangliche Werte stillgelegt wurden. Aber selbst die Violine hat seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ihre Klangfähig­keit bedeutend dadurch verstärkt, daß man an den Instrumenten den Hals schräger legte und den Steg erhöhte.

Hier und da hat man es schon immer wieder versucht, die alten Instrumente klanglich neu zu beleben, und die Geschichte unserer Musik­instrumente wird immer wieder auf den leben­digen Klang zurückgreifen müssen, foll sie nicht zu einer Art Herdariumswifsenschast erstarren.

Jedes Zeitalter hat seiner Kunst, insbesondere auch der Musik, ein individuelles Gepräge ge­geben. Aber nicht nur eine Betrachtung des formalen Aufbaues der Werke und das Heraus- schälen ihres geistigen Gehaltes vermag diese Werte erschöpfend zu erfassen, der lebendige Klang jeder Zeitperiode verlecht dem ganzen erst die Wesenseigentümlid)keit. Wir empfinden es alle im Zeitalter des Radio mehr oder weni­ger unangenehm, wenn die menschliche Stimme durch den Lautsprecher überdimensional verstärkt wird. Ein ähnliches Verhältnis würde zutreffen, wenn man die alte Musik auf unfern klang­kräftigeren Instrumenten wiederzugeben versucht. Man wird allerdings oft zu diesem Behelf grei­fen müssen, da nicht immer die alten Original- Instrumente vorhanden sind und nicht immer sachkundige Spieler dafür zur Verfügung stehen. Im allgemeinen wird man wohl meist in solchen Fällen eine nachgebende Rücksichtnahme auf den Originalklangcharakter feststellen können; am stärksten wird jedoch der Eindruck immer sein, wenn die Werke in ihrer ursprünglichen Klang- gestalt erstehen. Hierin interessante Einblicke gewährt zu haben, ist ein positiver Gewinn des Konzertes des Döbereiner-Trios.

Christian Döbereiner ist schon seit langem als einer unserer besten Gambenfpieler bekannt, und aus dem Eindruck, den man von ihm auf dem Podium haben konnte, ging hervor, daß er

Der unmögliche Vertrag.

Die Reichsregierung hat sich endlich entschlos- fen. Einzelheiten über Öen deutsch-polni­schen Handelsvertrag mitzuleilen. Der Eindruck ist so ungünstig, daß er auch nicht da­durch gemildert wird, daß der Vertrag zunächst nur auf ein Jahr befristet werden foll. Daß dieser Handelsvertrag kein Tarifvertrag ist, also keine Zollbindung kennt, kann un­möglich als Gewinn für Deutschland gebucht werden. Und zwar deshalb nicht, weil die polni­schen Zölle allgemein viel höher liegen als die deutschen Zölle. Sie gegenseitige Meistbe- g ü n ft i g u n g ist ebenfalls kein Vorteil für Deutschland, zumal es so hingestellt wird, daß Deutfchland inskünftig der Nutznießer des inter­nationalen Handels mit Polen werden foll. Run zeigt die Äachprüfung des polnischen Außen­handels, daß der größte Teil der Einfuhr und Ausfuhr Polens über d i e Seehäfen gebt, wobei noch besonders anzumerken ist, daß das am stärksten nach Deutschland am polnischen Außenhandel beteiligte Land, nämlich Großbri­tannien. sicher nicht deutsche Schiffe für den Handel mit Polen heranziehen wird. Richt einmal Oesterreich braucht den Umweg über Deutschland zu wählen. Sie Tschechoslowakei kommt auch nicht in Frage, denn fie hat ja eine unmittelbare Grenze mit Polen, so daß höchstens der polnisch-italienische Warenhandel seinen Weg über Deutschland nehmen könnte. Aber der ist mengen- und wertmäßig so gering, daß es wirk­lich nicht zu verstehen ist, daß die offiziöse Dar­stellung diese Meistbegünstigung als einen Er­folg von größter Bedeutung für den deutschen Großhandel und die deutsche Seeschiffahrt be- zeich»et. Gerade wenn es sich um den inter­nationalen Warenaustausch mit Polen handelt, wird kein Schiff ausgerechnet deutsche Häfen anlaufen, um dann den langen Eisenbahnweg bis zur polnischen Grenze zu benutzen.

Völlig untragbar für Deutschland ist das Kohlenkontlngent von 3,7 Millionen Ton­nen. Cs ist nicht üblich, daß bei Handels­verträgen Kontingente für Erzeugnisse zugelassen werden, die das damit bedachte Dertragsland selbst überreichlich hervorbringL Was würde denn Polen gesagt haben, wenn die deutschen älwterhändler etwa ein deutsches Kohlenkontin- ge-U verlangt hätten, das sicher ebenso zweckmäßig wäre als umgekehrt das polnische Kohlenkontin- qent für Deutschland. Die Dinge liegen nicht so, daß es für Deutschland schließlich nicht dar­auf ankommt, drei oder vier Millionen Tonnen Kohlen mehr auf seinen Markt zu nehmen, nach­dem ohnedies schon fünf Millionen Tonnen Koh­len auf die Halden gestürzt find. Wenn Polen seinen Kohlenüberfluh in Deutschland zu dem festgesetzten Zwangspreis loswerden kann, so erzielt es dadurch Gewinne, die es ihm möglich machen, die schwer erschütterte Ertragsfähigkeit seines Bergbaus wieder herzustellen. Das aber wird für Deutschland ganz andere Folgen haben als etwa nur die, daß Polen auch über die ein­jährige Frist hinaus Kohlen nach Deutschland liefert. Jedenfalls wird Polen alles daran sehen, sich über Jahr und Tag das Kohlenkontingent weiter zu sichern. Denn es Hal immerhin die Gewähr, diese Mengen in Deutschland absehen zu können, während die deutsche Industrie damit rechnen muh, dah die Polen die deutschen Waren nicht taufen. Roh gerechnet werden die Polen aus dem für Deutschland bestimmten Kohlen- fontingent 60 Millionen Mark ziehen, von denen fich mindestens 20 Millionen Mark als glatter Gewinn für Polen buchen lassen. Richt nur der westoberschlesische und niederfchlesische Bergbau wird durch die polnische Kohleneinfuhr gefährdet sein, fondern auch das Ruhrgebiet wird an den Folgen zu tragen haben, sobald die Polen in verschärfter Form den Wettbewerb auf anderen

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Butzbach, nur ein klares Unentschieden erringen. Piel ist in seinem Gewicht nur sehr schwer zu schla­gen. Ebenfalls im Weltergewicht trafen sich L. Klotz, Gießen, und Wilh. Dellen, Butzbad). Dieser Kampf wird eine sichere Sache des Gieße­ner Klotz. Er ist und bleibt eine Klasse für sich. Vel­ten kann nichts weiter, als fich tapfer schlagen. Mil ungeheurem Mut greift er Klotz an, wird zweimal hart angeschlagen. Klotz kann ihn jedoch nicht ent­scheidend erwischen und wird hoher Punktsieger

Mittelgewicht: Den dramatischen Kampf des Abends lieferten sich L. Wagenpfeil, Gießen, und H. Rosendahl, Butzbach, Wagenpfeil greift in der ersten Runde in seiner bekannten Manier an, wird aber von dem Butzbacher einige Male recht hart gestoppt, was jedock) nicht hindern kann, die erste Runde an Wagenpfeil zu geben. In zweiter und dritter Runde beiderseitiger schwerer Schlagaus-

Monat ab auf 275 000 Stück steigen kann, um nach weiteren sechs Monaten sogar 350 000 Stück zu erreichen. Mit dieser Einfuhr würde rein handelspolitisch gesehen, jede Einfuhr aus Däne­mark und den Riederlanden überflüssig werden, was uns mit Sicherheit Schwierigkeiten mit diesen Ländern schaffen wird, die bei Abschluß der Handelsverträge mit Deutschland gerade beson­deren Wert auf die Einfuhr von Vieh nach Deutschland gelegt hadern 3m übrigen ist an keiner Stelle der offiziösen Darlegung zu entneh­men, welche tatsächlichen Vorteile Deutsch­land für die Einfuhr nach Polen zuaestanden erhalten folL Das ist erklärlich. Denn Polen ist weder reich genug, um deutsche Fertigwaren in großen Mengen laufen zu können, noch hat es die Absicht, dies zu tun, weil es mit aller Kraft da­hin strebt, durch Drosselung der Einfuhr die Handelsbilanz aktiv zu gestalten.

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