les,
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
10. März 1930
26. Ziehungslag
64489 64516 74880 79546 88786 90239
104293 118102
131247 149508
166183 192316 212899
236098 247367
269028 296881
311778 324579
349920 379200 398507
100209
132793
190401
227051
300569
352274
101778
138195
201042
228724
317656
355506
105619 121351
132176 163379
173507 200569
220800 239004 252^40 283454 304663 312386
330703 361622
380953
4446 24068 47490 72769
4683 24179
69871 77384
74680 105477 136645 161736 187742 232874 254626 292180 318613 344280 367170 381627 399738
60646
96899 121616
188767
221433
286934 351667 382100
54630
81599 108274
137361 162998
188861
233097 254931
292228 321069 344777
361566 388781
104357 120918 132163
151530 172828 196660 217465 236227 249021
269157 304101
312043 327245 352814
380881
112375 186609 214713 278028 350010
376977
10360 33717 60460 97710
117676 128750 145307 161442 190212 209455 233923
245425 266764 295958 311473 321094
345746
367445 392874
102291
148908
206869
264107
320945
356427
106349 122241 134004
158938 177646
201294 225653 239076
269018 287183 305247 315762
335751 363019
381075
107964 153202 207266 276476
329991 368163
107475 127095 137561
160871
190102 201665 230066 239234 266573
290411
306857 320908 337828 366176 388540
74533 389420
134825 14873? 212268
24294 239563 256146
207 29300 42709 67822
Beifall. m a _
Gerade die geschickte Mischung von Ernst und Scherz bet der Veranstaltung, wie sie übrigens dem Schulleben eigentümlich ist, läßt den Wunsch vieler Besucher begreiflich erscheinen, daß derartige Schulfeiern, welche die natürliche, aber läufig mißachtete Berbindung zwischen Elternhaus und Schule in zwangloser Weise her- teilen, in gewissen Abständen wiederholt werden möchten.
Kirchenmusikalische Passionsandacht
Roggenbrot ist vitaminreich er alsWezenbrot!
rische Generalkonsulat hat seinen Amtsbereich erweitert und ist mit Zustimmung des Auswärtigen Amtes auf den Freistaat Hessen ausgedehnt worden. Die Amtsräume befinden sich Frankfurt a. M., Schillerstraße 4, 1. Stock. Kanzleistunden 15 bis
tlelll
i Moldes ongetlag- hen Arbeiter Willy te das Gericht In ) fünf yahre Zucht- .Januar aus dm i/ an einem jungen ierbred)tn oer- ig und Seftrafung i in einen Wasser- des
Müe WM ge- chuemann ist bereits e vorbestraft.
Gewbmauszvg
6. Klasse 34. Preuhisch-LübbeulschO (260. Preuß.) Klassen-Lotterie
4 ®t»hme ,v 5000 OT.
12 Gewinne >u 3000 KL 297023 337842 365418
8 ©«wtnn» in 2000 KL 322858
30 ®etolnne ,o 1000 KL
Aus Oer Provinzialhauptstadt
Drehen, den 11. März 1930.
Stimmen »e« Frühlings.
I14100 187982 195579 219885 238102 249441 264283 278584 285480 293128 387046
52 Gewinn. |u 600 M 18183 27091 48985 60344 61435 68920 76645 138709 198257 219798 224125 230582 265424 275527 278119 303076 306975
309032 312693 312712 320747 328196 332998
349330 330481 388225
'82 ,-n. .u 300 6495 10237 10954 16318
27940 30485 31302 31676 33368 39570 41741 44164
In der heutigen NachmiNagsztehung wurden Gewinn« übei 150 M. gezogen
232 Gewinn, ra 300 M. 2188 12921 13304 16693 20241 36533 37125 45090 47164 63324 69482 72338 72758
Mann tm Scheinwerferlicht ganz genau gesehen haben. Er trug einen gefüllten Sack auf dem Bücken und war ausfallend sch.ank. Den Polizei- beamten hat der Chauffeur auf der Rückfahrt nicht mehr gesehen. Ob die genannten drei Personen etwas mit der Tat zu tun haben, steht noch nicht fest.
— Gießener Frühjahrs-Pferde- markt. Mit dem diesjährigen Frühjahrspferde- markt in Gießen am 19. März ist wieder eine Lotterie verbunden. Der Ziehungsplan ist wesentlich geändert worden. Während bisher der Hauptgewinn aus einem Pferd bestand, besteht er jetzt aus einem Gespann (d. i. 2) Pferde. Der zweite Gewinn besteht aus einem Pferd usw. Die Gewinner lebender Gewinne erhalten auf Wunfch 80 v. H. des Wertes in bar ausgezahlt. Der Losepreis beträgt unverändert 1 Mark. Man kann also für diesen geringen Betrag werwolle Gewinne erhalten. Versuche jeder sein Gluck!
" Fünfzig Jahre Feuerwehrmann. Am 10. März konnte der Inhaber des „Schipka- passcs", Jean Arnold, auf eine 50jährige aktive Dienstzeit in der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr zurückblicken. Aus diesem Anlaß veranstaltete am Montag die Wehr eine Feier zu Ehren des Jubilars. Die erste Ansprache hielt Branddirektor Braubach, der in anerkennenden Worten die Berdienste des Jubilars um die Wehr hervorhob und ihm im Ramen der Stadt, des Kreis- und Landesverbandes die herzlichen Glückwünsche und deren Dank abstattete. Hauptmann Wenzel überreichte hierauf die von dem Korps gewidmete Ehrenurkunde, in der ebenfalls der Anerkennung der Berdienste um die Wehr und den besten Wünschen für das fernere Wohl- ergehen des Jubilars Ausdruck verliehen wurde.
8n der heutigen VormMagszlebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 ®ett>1mt« in 10000 M. 158738
2 Gewinn« en 6000 KL 397153
12 ettrlnn. .n 3000 KL 72978 93711 209692
827137 354579 369548
16 ®rtn-nn. >u 2000 Kl. 29698 69307 67106 >11417 114249 302915 319581 325235
34 Gewinn, »u 1000 KT. 43555 62841 87365 1 05324 125750 171999 212016 217352 222627 237051 242634 283242 295113 337989 366818 370148 373966
96 »tiBlnn« 600 KL 11375 23702 37939 39389
17 Uhr. m t
** Der Aaturheilverein Gießen veranstaltete — wie man uns berichtet — im Rahmen seines Winterprogramms einen Kursus über praktische Ausführung der neuzeitlichen Ernährung. Als Leiterin war die Haushaltungslehrerin Fräulein Stoll, Frankfurt a.M., gewonnen, die in interessanter Weise das Gebiet behandelte und den vielen Kursteilnehmerinnen reichhaltige Anweisungen für die praktische Durchführung der neuzeitlichen Ernährung gab, aus denen hervorging, dah es mit ein wenig Praktischem Sinn jeder Hausfrau leicht möglich ist, ihren Haushalt auf die neu^itliche Ernährung umzustellen, die zur Erhaltung der Gesundheit urrerläßlich ist. Die Kursleiterin gab neben vielen Hinweisen auf den gesundheitlichen Wert der verschiedenen Ernährungsmittel eine große Reihe praktischer Rezepte, die zum größten Teil im Kursus auch praktisch durchgeführt wurden. Besonderes Interesse fanden u. a. die schmackhaft und hübsch angerichteten Rohkostgerichte. Der Kursus fand bei den Teilnehmerinnen große Anerkennung, weshalb in Kürze nochmals ein ähnlicher Kursus abgehalten werden soll.
Zm (fieromnrabe verblieben: 2 Prämier» zu ft 600000, 2 Gewinne zu je 25000, 10 zu fe lOUOfy 10 zu te 5000. 50 zu je 3000, 88 zu je 2000, 212 zu 1« 1000, *00 ju le 600, 1246 zu je LOO M.
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Mg deröraM. Katastrophe, i drrmsachte, hat ■m 5u|tn et, Jahrestages bei wtlammlunö^atle 1 Kinvfrftvvr- n Gange tvar, ei< iheurer Flammen, igszlvecken dienen, 's und setzte do i. 2Zur 25 Kinde: ?ricn. Mehr oll n bei ledrnbiM
wphe In B* Lherezsraiit igleiste ein As» : Versagens da Meter tiefe Tote und 15 Der- :gung sich erschät.
lingseinzug .... , ,, , .
Und wir geben dem Buchfinken recht, der uns bei der Ankunft zu Hause vom Apfelbaum aus entgegensingt: Ich hab's schon lang gesagt, nicht wahr? Sein kurzes Liedchen ist ja immer das eines Siegers. Gerade der Schluß klingt be- sonders selbstherrlich und herausfordernd.
Ja. die Stimmen des Frühlings, sie sinden ihr Echo in unserem Her'est. Der Winter ist vorbei! Run kommen die Sonnentage. O.
(Schulfeier im Realgymnasium.
Im Realgymnasium Gießen f?nd am Freitagnachmittag eine Schulfeier statt, die gleichzeitig der Entlassung der 26 Abiturienten dienen so'lle. Die Turnhaie toar, dem feierlichen Anlaß entsprechend, in den Reichs- und Landcs'arben geschmückt, erwies sich aber trotz ihrer Größe kaum ausreichend, um die große Zahl der Erschienenen: Eltern. Freunde, Lehrer und Schüler der Anstalt zu fassen. Aber, mag auch der Raum etwas beengt gewesen sem, die Herzen und die Stimmung waren ersichtlich weit und froh: denn alles, was geboten wurde, stand auf beträchtlicher Hohe und zeugte von dem harmonischen Verhältnis, das seit Jahrzehnten zwischen Schule und Elternhaus, Lehrer und Schüler im Gießener Rea'gymncs.um traditionell ist und Immer bleiben möge.
Die ganze Feier verlief in zwei Teilen. Der erste brachte nach einem Dorspruch die Darbietungen des Schüler-Orchesters und des Schüler-Chors, beide unter der Leitung des Oberreallehrers Blaß. Es mag unentschieden bleiben, ob man dem exakten Spiel des Orchesters, um dessen Zustandekommen sich 05er- studicnrat Seiler besondere Berdienste erworben hat oder ob man den frischen Stimmen der Schüler den Preis zuerkennen will, — Orchester und Chor waren vorzüglich und folgten jeder noch so unmerklichen Führung des Dirigenten, der ganze Arbeit geleistet hatte. Deutsches Lied und deutsche Musik tn deutscher höherer Schule! Welche Bildungswerte sind hier vorhanden und können ausgeschöpft werden! ilnö in diesen künstlerischen Rahmen gespannt die Ansprache des Direktors der Schule. Das erste Mel, daß Ob.rstudiendirektor Angel berget nach se n r Versetzung von Grünberg nach Gießen vor die Elternschaft des Gießener Realgymnasiums hin- trat und seinen ersten Abiturienten Worte der Erinnerung und Mahnung mit auf den Lebensweg gab, die aus warmempfindenden Lchrer- herzen kommend, sicht ich auf alle Anwesenden, all und jung, tiefsten Eindruck machten: „Fertig" sein — und doch als ,W erdender" sich bescheiden und „dankbar" erweisen, im Sinne von Goethes „Faust" sich stets strebend bemühen — das ist der rechte Geist, der den Abiturienten hineinstellt in die Volksgemeinschaft, deren Glied und Führer er zu sein berufen ist. — Es mag wohl keinen unter den vielen Hunderten von Zuhörern gegeben haben, aus allerlei Stand und Beruf, Alter und Geschlecht, der sich dem Eindruck der männlich- ernsten Worte des Direktors hätte entziehen mögen. Und das ist recht und gut. Rimmt doch jeder abgehende Schüler, ob er will oder nicht, ein gutes Stück seiner Schule mit hinein in sein Leben. , r
Ein zweiter Teil der Schulfeier war absicht- lich der heiteren Muse gewidmet. Der unsterbliche „Spenglermeister Dimbächer", der leider vielen Gießenern unbekannt ist, trotzdem er ausdrücklich als Posse aus dem Gießener Volksleben bezeichnet wird — Gegenstück -um Darm-
Jur Ermordung des Polizeibeamten Kern.
1000 Mk. Belohnung.
WER. Frankfurt a.M., 10.März. Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat eine De- I lohnung von 10 0 0 Mark ausgesetzt für Mitteilungen, die zur Ermittelung und Heber- führung des oder der Täter führen, die in der Rächt zum Sonntag den Polizeiwachtmeister Kern erschossen. Die Beschreibung des der Tat dtüngend verdächtigen Kürschners Herbert Schulte, am 12. Juni 1908 zu Leipzig-Lindenau geboren, wird wie folgt ergänzt: Er ist 1.63 bis 1,65 Meter groß, mittelkräftig, hat blondes, nach hinten gekämmtes Haar, ist wahrscheinlich bartlos. hat große breite, eingebogene Rase, große, I abstehende Ohren, am linken Fuß und Ringfinger Rarben, währscheinlich am rechten Zeige- finger eine Warze und über der linken Augenbraue eine schräge, einen Zentimeter lange Rarbe: auf der Brust und an beiden Armen ist er tätowiert. , , ,
In der Mvrdnacht gegen 3.35 Uhr fuhr eine Kraftdro'chke mit Fahrgästen von Frankfurt a. M. Hauptbahnhof nach Schwanheim durch die Bruchfeldstraße und Hahnstrahe in Riederrad. In der Bruchseldstrahe zwischen Königslacherstraße und dem Haardtwaldplah sah der Chauffeur einen patrouillierenden Polizeibeamten. Es kann sich hierbei nur um den ermordeten Polizeiwachtmeister Kern gehandelt haben. In der Schwanheimer Straße zwischen dem Roten Hamm und der Kläranlage sah er zwei Radfahrer, einen Mann und eine Frau, die in der Richtung nach Schwanheim fuhren. Der Mann lenkte das Rad mit der linken Hand, während er in der rechten einen Gegenstand, der in Stoff eingewickelt war, es kann ein Sack gewesen sein, trug. Rach den Angaben des Chauffeurs trug der Mann einen dunklen Anzug. offenes Hemd, schwarze Schnürschuhe und eine blaue Schiffermühe. Die Frauensperson war dunkel bekleidet, ohne Hut, dunkelkarrierter Unterrock. Sie trug gescheiteltes Haar, das hinten in einen Knoten auslief. Die beiden Personen waren ungefähr 40 Jahre alt. Auf der Rückfahrt von. Schwanheim traf der Chauffeur die erwähnten beiden Radfahrer an der Schleife der Straßenbahn 1 am Haardtwaldplatz kurz vor 4 Uhr wieder. Sie fuhren diesmal ab^r in der Richtung Bruchseldstrahe. Reben den Radfahrern ging ein dritter Mann zu Fuß, der einen Sack auf dem Rücken trug. Dieser Mann war etwa 25 Jahre alt Er trug einen hellen Rock und eine ebensolche Weste, aber öuntle Hofen. Als Kopfbedeckung trug er eine dunkle Mütze (Sportschlappmühe). Der Chauffeur will diesen
Eine erhebende Feierstunde erlebten die Besucher der von der Männer- und Fcauenvereini- gung der Matthäusgemeinde am Sonntagabend in der Stadtkirche veranstalteten kirchenmusikalischen Passionsanbacht. Ein Kreis von bewährten Gießener Künstlern, erweitert durch zwei kunstbegabte Damen von auswärts, hatte sich in anerkennenswerter Weise in den Dienst der guten Sache gestellt und dadurch den Plan der Matthäusvereinigung zum schonen Ergebnis geführt.
Die Vortragsfolge war in drei Gruppen Ungeteilt worden. Die erste Gruppe unter dem Motto: „Suche Jesum und sein Licht!" brachte Kompositionen von Gaetano Pugnan.-Kreisler, Heinrich Schütz, 2oh. Seb. Bach und Max Reger: in der zweiten Gruppe unter dem Geleitwort: Der leidende Herr" hörte man Werke von Albert Decker, Lorenz Spengler, Max Reger und Alexander Winterberger: als Abschluß brachte die dritte Gruppe unter dem Motto: „Der sterbende Herr" Kompositionen von Joh. Wolfgang Frank, Sah von Heinr. Müller, Joh. Seb. Bach und Max Reger. m
Als Sängerinnen wirkten Frau Dr. W e y l, Gießen, und Frl. Käthe Gärtner, Klein-Linden, mit. Frau Weyl entzückte wieder mit den herrlichen Gaben ihres wundervollen Mezzo-Soprans, Frl. Gärtner bereitete mit ihrer klangschönen und umfangreichen Altstimme ebenfalls einen hohen Genuß. Beide Sängerinnen brachten mit einprägsamer In- nigteit die Passionsstimmung der Kompositionen heraus und bereiteten dadurch der andachtsvoll gestimmten Gemeinde ein starkes seelisches Erlebnis. Stadtorganist Heinz Simon, der schon vielfach bewährte Meister unserer Stadtkirchenorgel, war auf seinem Instrument den Sängerinnen ein Begleiter von erlesener künstlerischer Delikatesse, von feinstem musikalischem Fuhrertum: auch als Sänger mit einer sympathischen Baritonstimme lernte man Herrn Simon bei dieser Gelegenheit kennen. Musiklehrer Franz Bauer j r., Gießen, bereicherte auch bet dieser Gelegenheit mit seiner gereiften unb immer gern gehörten Biolinkunst die musikalische Gottesdienstfeier und vermochte in gleicher Weise wie die Sängerinnen den Zuhörern starke seelische Erbauung zu schaffen. Als Geigerin hörte man weiter noch Frl. Gertrud Neumann, Wetzlar, deren Kunst gleichfalls in starkem Maße befriedigen konnte. Schließlich sei noch mit Anerkennung der Gesänge der Knaben chor schule gedacht, die besonders mit einem dreistimmigen Chorgesang wirkte.
Wenn auch an der geweihten Stätte Vieser Feier lauter Beifall sich von selbst verbot, so darf doch gesagt werden, dah die sehr große Zahl der Zuhörer den Künstlern und der veranstaltenden Matthäus-Vereinigung In herzlichem Danke verbunden ist für diese seellsch erlebnis-
Das Schneeglöckchen läutet, in den Gärten blühen die Krokus, an sonnigen Abhängen kom- men die ersten Gänseblümchen. Du siehst es und wirst froh. Aber warum im Zimmer bleiben? Haben wir auch keinen Winter gehabt, so dürfen wir uns doch freuen, daß nun der Frichttng^ da ist. Und er ist wirklich da! Wir sehen es nicht nur, wir hören es auch. Kaum haft du die letzten Häuser hinter dir gelassen, so bleibst du schon überrascht stehen. Da trillert \x eine Lerche in der Lust! Die erste Stimme des Frühlings. Wohl lärmten und schwatzten die Stare schon lange in den Bäumen rings um die Stadt, aber die Lerche ist erst vor kurzem zurückgekommen von ihrer Reise. lind es lohnt sich, stehen zu bleiben. Du siehst sie nicht hörst sie nur, nicht eine, sondern viele. Die Luft ift voller Lerchengesang. Da kommt eine herunter aus dem Blau. Wie ein kleiner grauer Stein läßt sie sich fast senkrecht in den Kleeacker fallen. Du siehst sie da herumhuschen und <jutter suchen. Richt lange, da kommt noch eine und doch hört das Jubilieren in der Luft nicht auf. Die kleinen Vöglein können ja gar nicht anders bei diesem wunderbaren Sonnenschein. Da steigt wieder eine auf, erst fliegt sie schräg nach links, dann wendet sie sich und steuert im Zickzack gegen den Wind, dann aber fängt ihr Lied an, ein Jubeln und ein Singen, daß es dir warm in der Brust wird. Steil steigt sie in d<e Hohe, bald ist sie deinen Augen entschwunden.
Hörst du nicht auch die Stimmen in deinem Innern? Möchtest du nicht auch mit der Lerche hoch hinauf in die Himmelsluft? Ach. wer doch das könnte! Wehmütige Gedanken kommen: Die Welt liegt im Sonnenschein, Getreidefelder trogen im leichten Sommerwind, der Lerchengesang aber liegt darüber. Ja, diese Tage, sie werden auch noch kommen. Dann, lieber Wanderstab, halte dich bereit!
Von der hohen Tanne am Waldrand kommt die andere Stimme des Frühlings: die Amsel flötet. Du siehst den schwarzen Sänger hoch oben sitzen, wie er sich aufplustert, wie schmelzend er lockt! Du denkst nicht daran, dah er dir tm Garten die besten Beeren stiehlt. Rein! Du freust dich über die Amsel und nickst dem eifrigen Sänger zu. Und die kleinen zarten Stimmchen der Meisen tönen dir entgegen. Die Vöglein hüpfen auf den Büschen, von Ast zu Ast. von Zweig zu Zweig. Die kleinen Kerlchen haben wir ja schon lange in unser Herz geschlossen und hegen und pflegen sie und sorgen dafür, dah sie auch in unserm Garten heimisch werden.
Oben im Wald aber triffst du andere Sanger. Kinder sind es, die heute ihre Lieder tn de Frühlingsluft schmettern. Wohl singen sie noch: „Schöner Frühling, komm doch wieder!" Aber an ihren Gesichtern, an ihren glänzenden Augen siehst du, daß sie fühlen: Er ist ja schon da! Sie haben sich mit Tannengrün und Weiden- kätzchen geschmückt (trotzdem es verboten ist!), tragen Haselgerten und feiern so den Früh»
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lltil ni»h ^dergeiezi
reiche Passionsfeier.
Daten für Mittwoch, 12. März.
1365: Eröffnung der Wiener Universität: — 1607: der Dichter Paul Gerhardt in Gräfenhainichen ge- boren.
Gictzener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt:' Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 35,
Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20,
gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15,
Spinat 35 bis 40, Unter-Kohlrabi 8 bis 10,
Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 180 bis 200, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4*/t bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 50 bis 80 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 30 bis 40, Endivien 40 bis 60, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 20 bis 25 Pf.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Stadt- theater: „Die Heilige Flamme", 20 bis 22.15 Uhr. —Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Spionin". — Astoria.Lichtspiele: „Masken" und .^Luftpiraten".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend wird das große Erfolgstück „Die heilige Flamme" (Gastspiel Auguste Prasch-Grevenberg) zum erstenmal wiederholt. Beginn 20 Uhr. — Am Mittwoch. 12. März, spielt man das ausgelassene Schwankstück „Weekend im Paradies" zum drittenmal. Stürme der Heiterkeit erneuern sich bei jeder Ausführung immer wieder. — Am Donnerstag, 13. März, 3. Symphoniekonzert des Gießener Konzertoereins. Orchester des Darmstadter Landestheaters. — Als nächste Premiere ist am Freitag, 14. März, „Die Sache, die sich Liebe nennt" (This thing calfed love), Komödie in drei Akten von Edwin Burke, vorgesehen, lieber all, wo die Komödie ausgeführt wurde, halle sie einen großen Erfolg.
— Der Sinheitsverband der Eisen- bahner Deutschlands, OrüDcrtcaltung Gießen, veransta.t.t am rnorgllen Mittwochnachmittag im großen Hörsaal der Universität einen öffentlichen Vortrag mit Lichtbildern von Prof. Dr. Griesbach. Gießen, über das Thema: „Erregung und Ermüdung, ihr Rachweis und ihre Bedeutung für die Entstehung von Unfällen, insbesondere im Eisenbahnbetrieb." Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.
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Eine Eisenbahnerinnerung. Am heutigen 11. März sind 80 Jahre verflossen seit dem Tage, an dem zum erstenmal ein Eisenbahnzug zwischen Frankfurt und Friedberg verkehrte. Die Wain-Weser-Bahn wurde 1851 dem Verkehr über geben. Dis dahin fand auf den bereits fertig- gestellten Teilen eine Art Pendelverkehr statt. Aill der Strecke Frankfurt—Friedberg fanden schon 1848 Probefahrten statt, und am 11. März 1850 wurde der Verkehr auf dieser Teilstrecke eröffnet
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Kam. Trinkaus gab aus der Chronik der Wehr in Dichtung und Prosa das auf das Wirken des Jubilars Bezügliche in humoristischer Form zum besten und überreichte ebenfalls eine schön ausgestattete Urkunde. Der Jubllar, der während seiner langen Zugehörigkeit zum Korps den Dienst eines Obmannes und stellvertretenden Schriftführers versah und durch staatliche Ehrenzeichen ausgezeichnet wurde, dankte in warmen Worten für die ihm dargebrachten Ehrungen. Der- Gesang von Feuerwehrliedern und Ansprachen bildete den Abschluß der einfachen Feier.
" König 1. Bulgarisches General- konsulat. Das von Generalkonsul Moritz Abe- Frankfurt a. M. verwaltete ÄonigL Bulga- Generalkonsulat hat seinen Amtsbereich er-
Oisziplmarmaßnahme geaen den Wormser Polizeidirektor.
WSR. Worms, 10. März. Polizeidirektor KlapProth, Worms, hatte sich in eineinhalbtägiger Verhandlung vor dem Provinzialausschuß in Mainz auf Grund eines Disziplinarverfahrens zu verantworten, das er selbst beantragt hatte. Gegen Klapproth lag eine Reihe schwerer Beschuldigungen vor. Rach dreistündiger Beratung verkündete der Ausschuß folgendes Urteil: Polizeidirektor Klapproth wird einer Reihe von Verfehlungen für schuldig erkannt und aus diesem Grunde in eine geringer betol- dete Dienst ste11e zurückversetzt. Außerdem hat der Beschuldigte die Kosten deS Der-. fahrens zu tragen.
Das Autounglück bei Höchst.
WSR. Frankfurt a.M., 10.März. Di« Personalien der bei demschwerenAuto- un glück zwischen Höchst und Frankfurt verbrannten beidenPersonen konnten nunmehr festgestellt werden. Es handelt sich um den 50 Jahre alten Philipp Pf lug beil und seinen 25 Jahre alten Sohn Helmuth auS Frankfurt a. M., Heiligkreuzgasse 31. Ae Leichen sind vorläufig beschlagnahmt worden. Rach Zeugenaussagen soll der nach Frankfurt sahrenda Wagen im Zickzack gefahren fein, so daß die Polizei ennimmt, daß der Fahrer betrunken ge- wesen ist.
Berliner Börse.
Berlin. 11. März. (WTB. Funkspruch.) Die schwebenden politischen Fragen bewirkten, dah auch der heutige Frühverkehr geschäftslos und abwartend lag. Da Kurse noch nicht zu hören waren, läßt sich über eine Tendenzentwickelung der heutigen Börse nichts sagen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen PanS 124 27, London gegen Mailand 92,84, London gegen Spanien 39,50, London gegen Kabel 486,30, London gegen Berlin 20,41 zu 20,50, Kabel gegen Berlin 4,1970 zu 4,1930.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden^ Mittwoch, den 12. März.
Gießen. Sladikirche. 6 Uhr: Passtonsandacht; Pfr. Mahr.
Mittwoch, den 12. Marz.
Lich. 8 Uhr: Passionsandacht.
Sprechstunden der Redaktion.
1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloßen
Tür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
, städter „Datterich" — ging über die Bretter. Da sämtliche Darsteller (Fräu e.n Schäfer, die Herren Mohr, Loh. Kammer, Kiefer und Heil) ihr Bestes boten, so errang die,Darstellung einen glänzenden Erfolg und stürmischen
Auf lebe gezogene Nummer sind zwei gleich
hohe
Gewinne gefallen, und zwar je
einer
auf
die Lose gleichet Nummer in Abteilungen I und II
den
beiden
64855 65209 67516 59692 70426
86133
88132
103398
1062'8
115893
122267
126869
135336
163323
165593
167221
169737
166976
168429
185600
186743
192302
197334
206048
231316
235850
239324
25’226
2534 88
257411
26276k 311987 324626
270676
284152
305407
324435 34620L
31653c
318546
330182
340978
347736
353462
35565c
370249
375624
377276
380244
389546
390088
396911
398468


