die Kämpfe und unsagbaren Strapazen, die das Regiment auf exponiertem Posten in Nordfrank- reich« bestehen muhte, und wies -um Schluß auf das kaum -u übertreffende Maß von Pflichterfüllung hin. daS die Angehörigen des Regiments in aufreibenden Kämpfen bewiesen haben. Mit großer Erschütterung wurden die Rerlust-iffern, die das Regiment zu verzeichiren hatte, von den Zuhörern ausgenommen. Der Vortrag, der in kaum zu übertret send er Vollständigkeit die Geschichte d s Regiments, während der Monate September, Oktober, November 1914 widerspiegelte, gab zugleich allen einen tiefen Einblick in die Strategie dcs Krieges' er war umrahmt von Gedicht- und Profavorträgen dcs Spielleiters Karl V o l ck vom Stadtlheater Gießen, Darbietungen der Tur- nerrieac des Männerlurnvereins Gießen am Darren, die stacken Beifall fanden, und Tanzdarbietungen der Damen Schön und Malter, die ebenfalls mit warmer Anerkennung ausgenommen wurden. Musikalische Darbietungen der Kapelle Topp füllten den übrigen Abend, dec einen sehr- guten Verlaus nahm.
Gestern vormittag fand im Hotel Schütz der eigentliche Verbandstog unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden Kurt Mohr (Gießen) statt. Der Jahres- und der Kassenbericht gaben ein günstiges Bild der Entwicklung des Verbandes. Dec nächste Derbandstag findet in Mainz statt, nachdem Lauterbach einen g'.eichen Antrag zugunsten von Mainz zurückgezogen hatte. Der Wunsch, in Gießen einen großen Rcgimcnlsappetl abzuhalten, wurde mit Rücksicht auf die schwere wirtschaftliche Loge zurückgestellt. In der Wahl dcs Verbandsvorstandcs ergaben sich einige Aen- derungen. Der Vorsitzende Mohr legte sein Amt nieder und wurde in Anbetracht seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Wahlen hotten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender August Roll (Gießen), 2. Vorsitzender Dr. Knieriem (Bad-Nauheim), 1. Schriftführer Bill (Gießen), Stellvertreter Welcker (Gießen), Rechner L. Kratz, Stellvertreter Beil (Gießen), Beifitzer Funk (AiSseld), Storck und Schneider (Gießen). Zum Schriftleiter dcs ,116crs" wurde Prof. Wenzel (Darmstadt) wicdcrgcwohlt. Unter dem Punkt ^Verschiedenes" wurden eine Reihe von Anregungen zum Ausbarl des Verbandes gegeben. Gin geinüt- lichcs Beisammensein im Cafe Krämer beschloß den Tag.
Oberheffen.
42 Bewerber um die Grünberger Bürgermeisterstelle.
• Grünberg, 10. Rov. Bis zum gestrigen Schlußtermin für die Einreichung der Bewerbungen um die öffentlich ausgefchrie- bene Stelle eines Berufsbürger- m e i st e r s unserer Stadt haben sich insgesamt 42 Bewerber gemeldet.
Gemeinderat in Schotten.
V. Schotten, 8. Rov. Aus der jüngsten G e - m e i n d er a t s s i tz u n g ist u. a. zu berichten: In der Inslationszeit hatte die Stadt für den hessischen Staat das G e n d a r m e n h a u s erbaut. Der Staat will nun der Stadt die in Goldmark umgerechneten Baukosten zurückerstatten. Der Gemeinderat ist damit einverstanden, von dem Ankauf deS Hauses will er absehcn. — Die Holzhauerarbeiten werden ausgeschrieben 2n erster Linie werden dazu die ausgesteuerten Erwerbslosen verwendet. Ueber die Annahme und die Festsetzung der Holzhaucrpreise wird vom Gc- ». meinderat noch entschieden. Die früher unter ganz , anderen Holzpreisen und wirtschaftlichen Berhält- " nissen vereinbarten Tarifpreise für die Arbeiten
Oer Sternhimmel im November.
Sonnenaufgang von 6.55 bis 7.50 Uhr. Sonnenuntergang von 16.30 bis 15 Uhr. Licht gestalten des Mondes: Vollmond am 6. um 11 Uhr, letztes Viertel am 13. um 13 Uhr, erstes Viertel am 28. um 7 Uhr.
Die Betrachtung des diesjährigen November- himmcls zerfällt sozusagen in zwei Teile: Die frühen Abendstunden vor dem Erscheinen des Jupiter, und die späten, wo er im Nord-
Die anderen Wandelsterne sind minder auffallend. Eine ziemlich kümmerliche Rolle spielt der Saturn, der nur kurze Zeit und sehr tief stehend am Abendhimmel im Südosten sichtbar bleibt. Sehr schade ist es, daß wir die Venus nicht sehen können, weil sie der Sonne viel zu nahe steht. So entgeht uns leider ein sehr reizvolles Schauspiel: Fast ebenso schnell wie die Sonne wandert die Venus durch den
Der die 24 Stundenzahlen von Mitternacht bis Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmclsuhr — in 23 Stunden und 6G Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem• geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be- obachtungsstundc zeigt; dadurch u-erden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- natsmitte ist der gerade Pfeil 1/s Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte 7j Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeuteto Lichtgestalt zeigt.
12'
13
10.
18
inne
21X*
Mond: J")1.Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel
IV xW
xtigol Lpteja^
STERNBILDER: GROSZE BUCH STABEN
JAyPIqnetf'n:
4« 1
Sterne: Kleine Buch- < staben
Mars (J)Jupiter «^»Saturn
osten am Himmel steht. Vs ist nicht die Lichtfülle dieses mächtigen Wandelsterns allein, er steht vielmehr mitten im glanzvollsten Teil unseres Sternhimmels, der infolgedessen gleichzeitig mit ihm auf geht. Und so flutet denn, ausgehend vom Jupiter sowie von öem etwas später erscheinenden Mars und den mächtigen Sternbildern des Orion und der Zwillinge zu Beginn des Monats etwa von 21 bis 22 Uhr an — gegen Ende entsprechend später — eine Fülle von Licht über den nächtlichen Himmel. Immer größer wird der Zeitunterschied im Aufgang der beiden hellen Wandelsterne. Gegen Anfang des Monats betrug er eine Stunde: nachher erscheint der Mars gibt zwei Stunden später als sein stärker und weißer leuchtender Gefährte.
Sternhimmel, aber in entgegengesetzter Richtung, also nach rechts. So schnell ist der Vorübergang, daß die Venus, die am 22. in Sonnennähe stand, mit Monatsende gerade eben beginnt, auf der anderen Sonnenseite, also als Morgenstern sichtbar zu werden.
Am Fixsternhimmel treten neben dem Orion die anderen Sternbilder zurück; vielleicht werfen wir aber doch einen Blick auf das rechts von ihm stehende Sternbild des Eridanus, das zwar bei uns nur eine bescheidene Rolle spielt, dessen südliche Fortsetzung aber besonders glanzvolle Teile des Südhimmels umfaßt.
Kü st ermann.
scheinen heute nicht mehr angemessen. — Zum Ausbau der Renn st recke für das Motorradrennen wird ein Betrag von 1000 Mark bewilligt. Das Rennen wird auch im nächsten Jahre wieder hier ausgetragen werden. Schon jetzt beginnt der rührige Motorradelub mit den Vorbereitungen hierfür.
Landkreis Gießen.
a. Klein-Linden, 8. Rov. Am Samstag hielt die ArbeitsgemeinfchaftderLeh- rer aus dem Bezirk Lich-Hungen im hiesigen Schulhaus eine Tagung ab. Der Leiter der Gemeinschaft, Lehrer Roth (Kl.-Linden), führte in seiner Klasse eine Bildbetrachtung auf arbeits- gemäßcr Grundlage vor. An der Hand eines zu dem Bild gehörigen Dprachstückes stellte er den Sprachunterricht in den Dienst einer lebendigen
Sprache. Eine rege Aussprache schloß sich an. Ueber einen Vortrag „Kultur und Bildung", von Lehrer Roth gehalten, konnte wegen vorgerückter Zeit nicht mehr in eine Aussprache ein- getreten werden. — Zum Besten der bedrängten Deutschen im Ausland wurde von unfern Dvlks- schülcrn der Betrag von 15,24 Mark gesammelt und dem Verein für das Deutschtum im Ausland überwiesen.
* Wieseck, 8. Rov. Gestern abend veranstaltete Lehrer Burk mit den Kindern des sechsten Schuljahres im Draunschen Saale eine Schulfeier, die außerordentlich gut besucht war. Rach kurzer Einführung in den Sinn der Feier, die das Band zwischen Elternhaus und Schule enger knüpfen sollte, zeigte Lehrer Burk in sinnigen Gedichtvorträgen, in Liedern heiterer und ernster Art und in gefälligen Singspielen den hohen
WUM-klMm»
Vornan von Hans Friedrich.
Urheber-Rechtsf.v'tz durch -Uerlag Oskar Meister, Werdau t. Sa.
27 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Der Depp sah schon einen Schilling für sich herauSguckcn und richtete sich entsprechend ein.
„G sehen net, wird woll In der Hütten da herüben sein. 0tafeln S' nur am Holze lang. Zwoa Büchsenschuß von hier finden S' die Jagdhütten vorn Schwaihofer."
Peter Hansen ließ sich nicht lumpen. Für das Trinkgeld tonnte Sepp den ganzen Abend nicht nur ehliche Stamperl Enzian, sondern auch noch „a Viertele Reathel" trinken! ES gab doch noch nobligte Mannderl unter den Fremden!
Während Sepp mit einem wannen „B'hüt Ihnen Gott!" -um Falkner hinaufstelzte, schleppte sich Hansen zur Jagdhütte hinüber. Er war stark ermüdet. In der Kehle fühlte er einen brennenden Durst. Und vor allem schmerzten ihm die Füße; denn er hatte den Aufstieg in ungenagelton Schuhen unternommen. Für Hochtouren war er nicht ausgerüstet. Bei der Abfahrt in Dresden halte er an die Ausführung solcher Partien nicht gedacht.
Als er die Hütte sah, ging ein Schmunzeln über sein Gesicht.
»DaS kann gut werden!" raunte er sich zu. „Nachdem ich dem Schwaihofer den Auftrag unten in der „Post" vor der Nase weggeschnappt habe, muß ich meine Tochter aus seiner Hütte holen und ihn auch um einen Trunk frischen Wassers bitten..
In der Hütte ging eS lustig zu. Durch das schmutzige, trübe Fenster war von außen nicht« xu sehen. Aber hören konnte man den Betrieb schon auf zehn Meter!
ES gefiel der Blondine plötzlich nicht mehr. Der Tabaksqualm, dec reichlich fließende Rotwein, diese ganze primitive Fröhlichkeit ernüchterte die verwöhnte Frau mehr, als daß sie betäubend wirkte. Sie sah das Ende voraus: Es würde disharmonisch ausklingen.
Und nod) eine Vernunftregung machte sie besinnlich: Sie wußte Erdmute hier irgendwo in der Nähe — die Welt ist klein — es war immerhin möglich, daß daS Mädel unverhofft austauchte.
Nein, das mußte unter allen Umständen verhütet werden!
Und so schlich He sich unter einem Vorwand hinaus in den nahen Wald. Noch ein zweifelnder Blick zurück. Die gröhlende Stimme Schwaihofers war bis hier herüber zu hören. Die 1 londe lächelte resigniert. Dieser Mensch war nichts für sie. Gut, daß sie daS Abenteuer rechtzeitig abbrach!
Als sie ein Stück durch die Zirbeln gegangen war, hörte sie in der Nähe Worte. UnwillKir-
lich duckte sie sich hinter eine Zwergkiefer. Der Klang dieser Stimme kam ihr so bekannt vor...
Die Augen ins Dämmerdunkel des Waldes gespannt. gewahrte sie den Sprecher. Wie ein Nadelstich ging ihr die Gewißheit zum Herzen: Das ist Peter! Peter Hansen in Sölden?!
Sie kannte die Zusammenhänge nicht, wußte nichts von dem Auftrag Rimls an die Hänfen» Motoren-Werke und war nun um so überraschter. Vielleicht war Peter auf ihrer Spur? Und jetzt — wirklich: Er wandte sich hinüber zur Hütte! Ein Einheimischer halte ihm den Weg gewiesen.
Und nun schätzte sich das leichtsinnige, im Grunde aber gute Geschöpf glücklich, noch In letzter Minute vor der Katastrophe auS dem Kreis des Abenteuers entwischt zu fein. Wie ein gehetztes Wild floh sie den Berg hinab durch den Wald. Und mit jedem Schritt wurde ihr leichter ums
Herz.
„Ich fahre sofort nach Innsbruck. Dort treffe ich mit Peter und Mute zusammen, dann soll alles ausgeglichen und wieder gut sein!" sagte sie sich.
Peter Hansen konnte nicht sehen, daß hinter dem Hause von der andern Seite ein Dicnlein und ein Männlein sich ebenso erstaunt und erwartungsvoll heranpirschte, wie er von der Waldseite her. CS
waren Mute und Heinz.
„Daß wir so weit links herabkommen würden, hätte ich nicht gedacht", sagte die Malerin.
Ihr Begleiter verhielt zögernd den Schritt.
„Höre nur, Mute: Da drinnen geht e«
lustig zu!"
Sie lauschten. Musik und Gelächter schallte bis zu ihnen heraus. Plötzlich verstummte der Lärm. Mute und Heinz eilten nach der Vorderseite und isahen eben noch, wie die Tür Der Hütte ins! Schloß siel. Es mußte jemand eingetreten sein.
„Der ©meiner Sepp wird doch nicht auf eigene Faust hier oben in Abwesenheit seines Herrn Verlobung feiern?" argwöhnte Gutenberg.
Die Wirklichkeit sah so aus:
Als Peter Hansen kurz entschlossen eintrat, (bleite ein Geiger irgendeine schmachtende Melodie, während ein anderer vergeblich versuchte, ein junges Mädel in toller Jagd um den Tisch cln-
zufangen.
„Laß mich in Ruh, Franz!" rief das braun- lockige Geschöpf ganz abgehetzt.
Jetzt erst, als die Tür ins Schloß krachte, wurde die gemischte Gesellschaft auf 'den ungebetenen Gast aufmerksam. Die Wirkung war überraschend. Die Geige verstummte mit einer klagenden Dissonanz. Dann herrschte eine Sekunde lang atemlose Stille. In der halb gefüllten Weinkaraffe auf dem Tisch verglühte ein zitterndes Sonnenkringel.
Das gejagte junge Ding schlüpfte hinter Hansens Rücken zur Tür hinaus, gefolgt von ihrem Bedränger. Wahrscheinlich wollten sie den Schauplatz ihrer Tätigkeit ins Freie verlegen.
Peter Hansen übersah die Situation. Gr war cS zufrieden: Seine Tochter befand sich nicht hier. Mit einem verlegenen Lächeln und einer leisen Entschuldigung machte er kehrt und verlieh die Hütte. Draußen stand er für einige Herzschläge
lang wie geblendet in der schräg über die Kiefern, spitze fallenden Sonne, sah die sich hier abspielende Szene: Gutenberg versetzte Strobl einen Schlag vor die Brust, der den Zudringlichen über den Hang hinab bis in den Wald beförderte, wo er stöhnend zwischen den knackenden Aesten einiger Zwergkiefern landete.
Mit einem klagenden, unverständlichen Laut sank Gertrud in die Arme ihres Gatten. Gesprochen wurde für eine halbe Minute lang fein Wort. Grenzenlose Ueberraschung lag auf allen Gesichtern.
Das ist wie ein phantastischer, unglaublicher Film!" dachte Hansen merkwürdig kühl und unberührt. Er hatte einmal in jungen Jahren die Explosion eines neu konstruierten Motors auf dem Prüfstande mit erlebt. Kurz nach der Katastrophe herrschte dieselbe unheimliche, lastende Stille wie letzt hier vor der Jagdhütte am Drunnenkogel!
Und nun nahm der Film greifbare Gestalt an: Ein Mädchen kam mit kleinen, zögernden Schritten näher. Hansen sah die Schreitende auf sich zukommen so unwirklich, wie aus fallenden Schleiern auftauchend.
„Bist du es, Mute?"
Ein Iubclruf antwortete ihm. Das Leben wurde wieder erträglich.
„Gott sei Dank, Mute, daß du da bist!"
Hand in Hand gingen sie hinein in den Wald.
23.
In weitem Abstand folgten Heinz Gutenberg und seine Frau. Zunächst war es still zwischen ihnen. Vielleicht war es die Ueberraschung, vielleicht auch ein Fünkchen Mißtrauen und Gisersucht. waS den beiden die Rede verschlug. Und dabei gab es doch so viel zu fragen! Z. D.: Wie kam Trude in die Jagdhütte Schwaihofers? Oder: wer war die junge, hübsche Dame in Gesellschaft von Heinz?
Einmal wäre Trude beinahe umgetnickt in ihren hochhackigen Salonschühchen.
„Nimm dich in acht!" warnte ihr Gatte ohne besondere Wärme.
Gertrud spürte einen tieferen Sinn In dieser Mahnung. Wie ganz anders hatte sie sich das Wiedersehen vorgestellt! Plötzlich füllten sich ihre Augen mit Tränen, daß sie keine zwei Schritte weit sehen konnte. An einer quer über den Pfald tgckoachsenen Wurzel blieb sie mit dem Absatz hängen, strauchelte und fiel. Lautlos raffte sie sich auf. Da stand Heinz neben ihr, nahm sie bei der Hand, ohne welterzugehen. Er sah ihr zuckendes Gesichtchen, ihren verschleierten Blick, dos unterdrückte Schluchzen in ihrem Halse.
„Trude — meine arme Trude!" sprach das Mitleid aus ihm.
Run verlieh sie alle Beherrschung. Gerade unter einem Marterl sank Trude auf einen Baumstamm hin. Keinen Schritt hätte sie jetzt weiterzugehen vermocht. Wortlos saß Heinz neben Ihr, hielt sie fest umschlungen, spürte den Schlag ihres Herzen- durch ihr dünnes Kleid. Und mählich wandelte sich sein Mitleid in Liebe. Er brauchte nicht« zu sagen, nicht« zu fragen. Deine
Stand der Vortragskunst seiner Klasse. Er hat mit diesem Abend wiederum vor der Oesfentlich- kelt bewiesen, daß er, der nun schon 38 Jahre In Wleseck wirkt, noch durchaus auf der Höhe seines Schaffens steht. Der Dank, den ihm zum Schluß Rektor Petri aussprach, war wohlverdient.
M Lollar, 9. Noo. Der Landwirt Ludwig Hofmann VII. schlachtete ein Schwein, welches das stattliche Gewicht von 473PfundSchlocht. gewicht aufwies.
Kreis Schotten.
§ Ulrichstein, 7. Nov. In seiner jüngsten Sitzung beschloß der ®emelni>erat u. a. den Abschluß einer allgemeinen Haf tpf llcht- versicherung für die Schulkinder zu dem Prämiensatz von 35 Pf. für jedes Kind. Ferner wurde die Errichtung eines Selbstanschlußamtes beim hiesigen Postamt ins Auge gefaßt. Die nächstens vorzunehmende Dürgermel st erwähl wurde auf den ersten Sonntag im Dezember festgesetzt.
8 Feldkrücken, 7. Nov. Für den nach 2'/.- jähriger Tätigkeit von hier auf die Schulstelle Rülfenrod-Otterbach im Kreis Alsfeld versetzten Schulverwalter Schön kam Schulverwalter Eisenhauer an unsere Schule. Der neue Lehrer stand seither in Rieder-Moos. — Witwe Katharina Kraft, geb. Hofmann, feiert am Samstag, 8. November, ihren 8 6. Geburtstag. Die Greisin ist unsere älteste Orts- einwohnerln und kann sich noch verhältnismäßig großer Rüstigkeit erfreuen.
Guter Besuch
des Marburger Wintersemesters.
js Marburg, 9. Rov. Die Studentenzahl des vorigen Wintersemesters ist jetzt bereits überholt, denn bis gestern waren 3594 Studenten eingeschrieben, gegen 3568 im letzten Winter. Im Sommer waren es allerdings über 4200 Studierende. Die Eintragungen dauern noch an.
Kreis Biedenkopf. \
• Rodhelm a. d. Bieber, 8. Nov. Im Saale des Gastwirts Dender fand gestern eine große Versammlung statt, in der Stellung genommen werden sollte zu der drohenden ungeheuerlichen Erhöhung des Tabak- zolles von 80 auf 400 Mark für den Doppelzentner. Pfarrer Vö-mel leitete die Versammlung und wies in einem längeren Vortrag auf die Bedeutung der Zigarrenfabriken gerade für unsere engere Heimat hin. Er zeigte im besonderen, daß jetzt, wo die Steinbrüche und Bergwerke im Biebertal schon seit Jahren stillgelegt sind, der Verdienst der Zigarrenarbeiterinnen vielfach die Familien über Wasser gehalten und vor dem Schlimmsten bewahrt hat. Die Annahme der Tabaksteuergesetze in der vorliegenden Form würde voraussichtlich diese letzte Arbeite- und Vecdienstmöglichkeit unserer Gemeinden auf das bedenklichste einschränlen, ober vollständig nehmen und sie damit der Armut überliefern. Herr Durban, der hiesige Vertreter des Deutschen Tabakarbeiterverbandes, unterstrich die Ausführungen und belegte sie in eindrucksvoller Weise durch Zahlen. Zum Schluß legte er eine Entschließung vor, die zur Besprechung gestellt wurde. Mit einigen Abänderungen wurde sie von der Versammlung einstimmig angenommen und soll baldigst an die wichtigsten Reichs- und Staatsstellen, sowie an eine Anzahl Reichstagsabgeordnete übersandt werden. Die einmütig und würdig verlaufene Versammlung zeugte davon, daß unsere gesamte Bevölkerung sich der ernsten Sachlage und Tragweite der die Existenz vieler um Gießen gelagerten Gemeinden bedrohenden Steuervorlagen bewußt ist. Hoffentlich kann das Schlimmste noch abgewendet werden! _____________
kleine, tapfere Frau wurde ruhiger, gefaßter und begann erst stockend, dann fließender zu erzählen. Von dem Kampf mit Franz Strobl; denn ein fortwährendes Ringen um sie war es gewesen vom ersten Tage an.
Gutenberg lauschte. Und weil Frau Gertrud in jeder Einzelheit wahr blieb, nichts beschönigte und nichts verschwieg, glaubte er ihr jedes Wort.
„Um auch an meinem Telle etwas zu verdienen und uni wenigstens räumlich in deine Nähe zu kommen, habe ich In diese Konzertreise gewilligt. In dieser Stunde bitte Ich nachträglich um deine Einwilligung, Heinz..."
Er drückte sie mit einer impulsiven Bewegung fester an sich.
„Mein gutes Frauchen!"
Und dann die Szene in der Jagdhütte:
„Die Blondine ist geslohen — sie war mit dem jungen Schwaihofer gekommen — und dann hat Strobl geglaubt, mit mir leichtes Spiel zu haben. Eine Weile habe ich mich gewehrt, bin dann durch die Tür entwischt, well ich mich vor dem fremden! Herrn geschämt hab'... Und dann kamst du dazu, hast ihm die Quittung gegeben..
Er sah ihr forschend In die Augen.
„Und wenn ich nicht zur Stelle gewesen wäre?" Sie zögerte keine Sekunde mit der Antwort.
„Ich hätte Sölden auch allein gefunden — und dich, Heinz! Denn ich wußte, daß diese Stunde komme' d» ich eines Tages
vor Strobl fliet,. in Sicherheit brin
gen müßte." Noa-^un-<nerung jagte ihr kühle Schauer über die $eat.
.Beruhige dich, Trude..." bat Gutenberg welch, nun selbst überwältigt. Gr sah klar. Nicht ein einziger dunkler Winkel blieb zu ergründen.
„Nun wird alles gut!“ rief der Dichter mit kaum unterdrückter Freude aus. Seine Hände streichelten das braune Haar seiner Frau und fein Mund bekannte: „Du gute, süße Frau hast mir heute die zweite Hälfte meines Romans geschenkt! Wir haben ihn gemeinsam erlebt. Und was noch fehlt, steuert Mute Hansen dazu...!"
Als sie nach einer knappen Stunde beim Heinrich Gstrein in Sölden eintrafen, waren die leichten Schatten, die während der Trennung auf ihre Ehe fielen, verscheucht durch die Sonne der Liebe.
„Du wirst nachher in der „Post" Gelegenheit haben, Erdmute Hansen kennenzulernen", sagte Gutenberg, das Kapitel beschließend. In ihm nagte die Neugier, über die Not des Peter und dec Irma Hansen die Wahrheit zu erfahren. Einige Anhaltspunkte hatte er schon aus den Berichten Mutes über ihre Mutter gewonnen. Das Intermezzo in der Jagdhütte ergab das dramatische Finale.
„Trudelchenl Nun komme ich nicht mit leeren Händen heim! Nun bringe ich Dr. Berger einen Roman mit, der nicht erdacht, sondern erlebt ist!" Damit faßte er seine Frau um die Hüften und wirbelte sie wie ein Kreisel durch das kleine trfcifje Zirbelholzzimmer. ;
(Schluß folgt.)
1 o. h ein! fifiifli- Am leicht gebru gehalten, w eröffneten, [djulbbudjfi im DeM tarnen Un war Tage vifenmark recht fest. Dollar 4, fiabel 4£ 92,18, gegl
Unternehm merkliche Geschäft 1 sangre etwas Samstag der W Aurser mehr J SalE hoher. 1,75 och ? Wie an all dos Gefcha Siemens (
.mutig b"
sprach
linb fl-f
war rnfl ‘ u;»fnon all-
Aerln mittagsver! verlässige! über die C geteilt wai wert wi traten gex nur geriiu kannte soc werden. $ tigeren S Meldungen Schwierig Metall-Sch Folgen ma Das Dccku 3antfunb(i einstellte. ( banfanteili 2 v.h., C Schubert l In Erwar minen um ziemlich bt erstmalig z Ausländer bessern, A' briefmar!1 gen etwa- Tagesgel! auf 5 bis 4,75 o. h. unoeränb freund zu 1. bi? (Ealzdetfi. gewinn erste 9?odi Die Tesar Mille, wo 216 Millio konnten sic das Teschä erreichten ' behaupten.
Fr , Frank utter Prc freundliche
tn iDt, '* «urittit * »on js?®
8nLr A-Nt 'V'MolUfi
JUU Unlinbb.
Sö
"«•rutii
K


