Ausgabe 
10.11.1930
 
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Gesetz über die Einschränkung des Personalauf- wandeS wird dangen abgelehnt, da es in die kommunale Beamtenschaft un-nötige Beun­ruhigung hineintragen würde. Eine Drosse­lung des Wohnungsbaues käme auf eine unerträgliche Äeubelaftung des Arbeitsmarktes heraus. Die Hauszinssteuer für den Wohnungs­bau müsse dem örtlichen Aufkommen entsprechend zur Verwendung gelangen. Die Weiterführung der Geineindefinanzwirtschast sei nur möglich, wenn die volle Beweglichkeit der Cinnahmege- staltung gesichert würde. Dazu gehöre vor allem auch die Einführung des Zuschlags- rechtszurEinkommensteuer zum 1. April 1931. Auf diese Weise werde am besten die LIeberlastung der Realsteuern vermieden. Eine allgemeine schematisch« Senkung der Realsteuern hält der Städtetag aber nicht für möglich. Zu­sammenfassend verwies Dr. Mulert nochmals auf das Anwachsen der Wohlfahrts­erwerbslosen. Die immer wieder geforderte Reuregelung der Krisenfürsorge und die Aeber- nahme des Gemeindefünftels auf das Reich müsse deshalb sofort geschehen. Grundforderung sei jedenfalls, daß die Gemeinden ihre Selb st Ver­antwortlichkeit behielten.

Oie Preissenkung.

Verhandlungen

im Reichsernährungsministerium.

Berlin. 8. Rov. (Wolff.) Die deutschen Däckerinnungen haben sich auf ihrer Ta­gung in Berlin mit der Frage der Senkung der Brotpreise besaht. Auf Grund ihrer Beratungen wurde dem Reichsernährungsministerium mitge­teilt, das) eine allgemeine Herabsetzung der Brot­preise im Reich zur Zeit nicht möglich sei, weil die Voraussetzungen hierfür Senkung der Lohnunkosten, Soziallasten, Steuern und Werktarife nicht gegeben seien. Eine ein­heitliche Festlegung der Bruttospanne für die Un­kosten des Bäckereibetriebes bei der Drotherstel- lung sei für das ganze Reich nicht möglich. In­folgedessen haben sich die Bäcker auf eine durch­schnittliche Druttospanne geeinigt. An Hand dieser Spanne werden nunmehr die bezirk­lichen und örtlichen Unkosten nachgeprüft, um die Unterschiede in den Brotpreisen der einzelnen Großstädte aufzuklären.

Im Anschluß an Verhandlungen mit dem Bäcker- und Fleischergewerbe und dem Milchhan­del sanden im Reichs Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft Besprechungen mit der H a up t ge me i n sch a f t des deutschen Einzelhandels statt. Die erschienenen Ver­treter deä Lebensmittelhandels legten dar, welche Preissenkungen auf verschiedenen Gebieten im Laufe der letzten Monate bereits einge- treten feien. Sie betonten den ernstlichen Wil­len, den Wünschen der Reichsregierung auf eine allgemeine Preis enkung auch ihrerseits im Rah­men des Möglichen Rechnung zu tragen. Sie wer­den dem Ministerium in den nächsten Tagen kon­kretes Material über die Preisbildung und die Höhe der Handelsspanne unterbreiten. Die Ver­handlungen werden fortgesetzt-.

Oie Tabakzollerhöhung im Reichsrai.

Hessen wird dagegen stimmen.

Berlin, 8. Roo. (DDZ. Funkspruch.) Die ver­einigten Ausschüsse des Reichsrates traten am Samstagfrüh unter dem Vorsitz des Staatssekretär» Schäffer vom Reichssinon;minislerium zusam­men. um die zum Finanzplan der Reichsregierung gehörende Novelle zur Tabak st euer zu be­raten. Während die Zigarellensteuer nach den Mit­teilungen des Reichsfinanzministeriums in den letz­ten Jahren schon mehrfach erhöht worden ist, waren Zigarren und andere Tabakwaren noch geschont worden. Die jetzige Novelle zur Tabaksteuer will diesen Unterschied zum Teil wieder ausgleichen, in­dem sie eine stärkere Belastung nament­lich fürZigarren vorsieht. Infolgedessen machte sich in den Reichsratsausschüssen eine Opposi­tion namentlich der bremischen und der badischen Reichsratsvertreter gel­tend. 3n beiden Staatsgebieten spielt die Zigarren­herstellung eine grohe Rolle. Es wurde darauf hin­gewiesen. datz die kartellierte und mit modernen Maschinen ausgerüstete Zigarettenindustrie eher eine starke Steuer tragen könne als die in zahl­reiche Kleinbetriebe zersplitterte und daher viele Arbeiter beschäftigende Zigarrenindustrle.

Die vereinigten Ausschüsse des Reichsrates be­endeten am Samstag die erste Lesung der Tabak- sleueroorlage der Reichsregierung. (Eine zweite Lesung wird am Samstag, den 15. 71 o- vember, stattfinden.

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Wie wir der amtlichenDarmstädter Zeitung" entnehmen, hat das hessische Gesamtmini- st e r i u m beschlossen, datz Hessen im Interesse des heimischen Tabakbaues und der Tabakindustrie im Reichsral gegen dieLrhöhungderTabak- st e u e r stimmt.

Auch die Volkspartei gegen die Tabakzollerhöhung.

Berlin, 10.Rov. (DDZ.) Die Reichstags- frcrktion der DVP. hielt am Samstag im Reichs­tag eine Sitzung ab. Wie das DDZ.-Bureau hört, erstatteten zunächst die Wgeordneten Dau ch und Dingeldeh einen Bericht über die politische Lage und über ihre Besprechung mit dem Reichskanzler. Die Fraktion steht dem Reichskanzler nicht ohne Vertrauen gegenüber. Bei der Besprechung der einzelnen Steuerfragen, über die Abgeordneter Dr. Cremer berichtete wurden u. a. stärk st eBedenkengegendie Tabaksteuer geäußert. Es wurde der Be­fürchtung Ausdruck gegeben, daß die Einschrän- kung des Tabakkonsums zu einer erheblichen Vermehrung der Arbeitslosigkeit führen könne. Wie das VDZ.-Bureau weiter erfährt, erregte m der Fraktion eine Mitteilung äußerstes Befremden, wonach von interessierter Seite im Lande die Behauptung verbreitet sei die Fraktion habe sich für die Einführung der Arbeitszeitkürzung entschieden. Es wird dazu ausdrücklich versichert, bah sich kein einziges Mitglied der Fraktion in diesem Sinne ausgesprochen habe.

Die Gründung der Deutschen Staatspartei.

Oie Auflösung her Oemokratischen Partei. Höpker-Aschoff bereitet über den Weg zur Staatspartei.

Hannover, 8.Rov. (WTD.) Auf dem demo­kratischen Parteitag hielt der Ehrenvorsitzende der Partei, Bürgernreister Dr. Karl Petersen, Hamburg, eine Rede über das Thema216- schiedvon derDemokratischenPartei, 12 Jahre der Arbeit für Deutschland."

Ter preußische Finanzminister Dr. Höpker- Aschoff sprach über das ThemaUnser Weg zur Staatspartei." Er führte dabei u. a. folgendes aus: Aus dem Willen heraus, alle Staatsbürger zum gemeinsamen Widerstand gegen den Sozialis­mus und zum Kampf für geistige Freiheit zu ver­einigen, ist die Staatspartei geboren worden. Ein Bündnis wesensverwandter Parteien und Grup­pen hätte dieses Ziel erreichen können. Das Bünd­nis ist gescheitert an einem großen Irrtum.

1. Wir haben uns geirrt über die persönlichen Eigenschaften und die politischen Fähigkeiten der Führer der volksnationalenBeweg ung.

2. Wir haben uns geirrt über die voll^nationate Bewegung selbst. Diese Bewegung wurde gestärkt durch den Iungdeutschen Orden, und der Orden wollte nicht die Verwirklichung politischer Ziele, sondern er und vor allem auch seine bezahlten An­gestellten der Bureaukratie wollten nichts als die Macht. Der Plan, Verbindung mit dem Lager der Deutschen Dolkspartei aufzunehmen, wurde vor und nach den Wählen, insbesondere aber vor der Verhandlung mit Herrn Dr. Scholz, durch die volksnationalen Führer auf das schärfste bekämpft, weil man fürchtete, alsdann inner­halb der neuen Partei an Bedeutung zu verlieren. Was wollen wir in der Deutschen Staatspartei? Wir bekennen uns zum nationalen Gedanken. Wir wollen den Frieden, aber den Frieden der Frei­heit und nicht der Unterwerfung. Befreiung und Wiederaufrichtung der deut­sch e n R a t i o n ist unter oberstes Ziel. Die Etap­pen auf dem Wege heißen: Beseitigung der Tri­butlasten, Grenzrevtsionen im Osten, Anschluß Oesterreichs, Sicherung der deutschen Minderhei­ten und Organisation des mitteleuropäischen Rau­mes. Wir bekennen uns zum demokratischen Ge­danken und wollen, daß der Staat über alle kon­fessionelle Verknöcherung hinweg die deutsche Kul- turgemeinfchast als den Sinn jedes Bildungs- keseris betrachte. Wir bekennen uns zur Wirt- s^astsordnung d^s Privateigentums und beirachten es trotz aller Schlagworte als unsere Ausgabe, möglichst viele Menschen zu Besitzbürgern zu machen. Rach dem Referat Höpker-Aschoffs wurde der Antrag des Parteivorstandes auf Auslösung der Deut- schenDemokratischenPartei uni) Uebcr- führung der Parteiorganisation in die Deutsche Staatspartei mit allen gegen 16 Stimmen bei eini­gen Stimmenthaltungen angenommen.

Oie Gründungsversammlung her Gtaaispariet.

ReichHfmanzrrunister Dietrich der neue Parteiführer.

Hannover, 9. Noo. (WTB.) In Hannover, wo am Tage vorher nach teilweise stürmischen Aus­einandersetzungen mit großer Mehrheit die Auf­lösung der Deutschen Demokratischen Partei beschlossen worden war, hielt am Sonntag die Deutsche Staatspartei ihren Gründungs­parteitag ab, den der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff eröffnete.

Reichsfinanznimister Dietrich

hielt eine Rede überZiele und Aufgaben der Staatspartei", in der er etwa folgendes ausführte: Im neuen Reichstag besteht noch eine Mehrheit für den heutigen Staat und seine Verfassung, aber es besteht keine Mehrheit für die Aufrecht­erhaltung der gegenwärtigen Wirt­schaftsordnung, die Sozialdemokraten, Korn- muniften und Nationalsozialisten verwerfen. Die Grundursache dieser Erscheinung liegt in der Ver­mehrung der abhängigen Existenzen , die im übrigen politisch und wirtschaftlich heute voll­kommen gleichberechtigt sind. Schlimmer hat die Inflation gewirkt, die Millionen Existenzen ihr Sparvermögen weggenommen hat und sie daher in der Zeit der Arbeitslosigkeit der größten Not aus­setzt. Die Zusammenballung zu gewal­tigen Syndikaten und Trusts, die ganze Erwerbszweige beherrschen, verbaut einer Menge nach Selbständigkeit drängender Existenzen den Weg nach oben. Die Reparationen, die in ihren Auswirkungen vollkommen unübersehbar sind, be- drohen die Existenzmöglichkeit der Nationen. Die Meinung, der Staat könne alle Leiden heilen, ist überspannt worden und droht den Staat zum Erliegen zu bringen. Schlimmer ist zur Zeit die geistige Verwirrung. Die alten Auto­ritäten sind gefallen. In Familie, in Schule und Kirche wurde vielfach ein negativer Geist gelehrt, der der heutigen Generation jede Einstellung zum Staat genommen hat. Meinungs- und Pressefreiheit sind entartet, Selbstdisziplin ist verloren gegangen. Der Eintritt der Frau in das poli­tische Leben brachte ein neues unübersehbares Mo­ment, und das verkehrte Wahlrecht hat verwirrend gewirkt. Falsche Beamtenpolitik und wirtschaftliche Korruption haben verheerende Folgen gehabt. Mit Schlagworten wie Marxismus und Antimarxismus kann die Lage nicht geändert werden. Monopolistische Syndikate kann der Staat nicht frei schalten und walten lassen.

3m übrigen aber ist die Erhaltung des selb­ständigen Unternehmertums und vor allen Dingen des Mittelstandes in Gewerbe, handel und Landwirtschaft die vordringlichste Aufgabe. Davon hängt auch das wohl und Wehe der Angestellten, Arbeiter und Beamten ab.

Auf geistigem und kulturellem Gebiet liegt das Zeitalter des Liberalismus hinter uns. Wir übernehmen aus ihm das Rechtder Geistes- u n d M e inungsfreiheitundderDuld- samkeit. Aber auf Freiheit hat nur An­spruch, wer sich die nötige Disziplin und Selbst­beschränkung auferlegt. Die wichtigste Aufgabe ist die Erziehung zur Volksgemein­schaft und zur staatsbürgerlichen Pflichterfül­lung, Aur Staatsidee. Diese aber ist der Ge­danke des deutschen Rational st aates. Jede andere Staatsidee zerreißt die Verbindung mit den von uns getrennt lebenden Europadeutschen.

Weil wir aber für die Staatsidee alle Dolks- genoffen brauchen, muß der Staat demokra­tisch sein. Dieser demokratische Rationalstaat wird dem deutschen Volke die Freiheit wieder erobern, tote wir hoffen, auf friedlichem Wege. Aber die Friedensidee ist überlagert von Ser Idee der Gerechtigkeit, und Friede kann es in Europa nur geben, wenn toe Gerechtigkeit siegt.

Der Redner verbreitete sich dann über seine Finanzpolitik, die ein Gebot der Rot sei, und die auch, soweit sie die Beamten treffe, nur zu verstehen sei aus der Tatsache, daß eben die Mittel zur W e i t e r g e w ä h r u n g der bisherigen Bezüge nicht aus­reichten. Die Grundidee sei die Wieder- herstellung des Vertrauens und damit Belebung der Wirtschaft auf dem Binnenmarkt sowohl wie auf dem Weltmarkt. Die Repara­tionspolitik bezeichnete er als zwangsläufig.

Als der Redner die Rotwendigkeit der

Kürzung der veamtengehäller

als eine der Maßnahmen begründete, die die Zahlungsfähigkeit des Reiches, der Länder und Gemeinden erhalten solle, kamen von den De- amtenvertretern Rufe:Aber das Kapital wird geschont" Minister Dietrich erinnerte darauf an diein der Inflation und mit dem De- visenkvmmissar gemachten Erfah­rungen. Wenn jetzt abermals scharfe Dekrete gegen das Kapital ergehen, würde man erleben, was früher sich schon ereignete, nämlich, daß aus allen Volksschichten ein Sturm auf die Danken einsehen würde, und daß jedermann versuchte, sein deutsches Geld in fremde Währung urnzu- setzen. Der Redner gedachte der jüngsten Er­fahrungen Frankreichs auf diesem Gebiete und fügte hinzu:Ich will nicht um der augenblick­lichen Popularität willen Fehler begehen, die. das deutsche Volk ruinieren können, und ich hoffe, daß nicht neue Stürme das in der letzten Zeit mühsam aufgebaute Sanierungswerk für Deutschland zerstören. (Lebhafter Beifall.) Wir hoffen aber auch, einen Weg gefunden zu haben, auf dem wir das Kapital, wenigstens der Men­schen, die noch ein bescheidenes Staatsgefühl haben, aus dem Auslande wieder zurück­bringen können. (Beifall.) Wenn wir bei der Kürzung der Deamtengehälter nicht g e st a f - feit haben, so liegen dem einige Erwägungen zugrunde, dabei auch die, daß gerade die oberen De amten, die eine lange Vorbil­dung haben müssen, sich darüber beklagen, daß sie bei der Gehaltserhöhung 1927 besonders schlecht weggekommen seien. Dei den Mi­nistergehältern haben wir kräftige Abstriche ge­macht. Ich habe nach 21 jähriger Dienstzeit sieben Jahre lang auf Gehalt und Pension verzichtet. Dei dieser meiner persönlichen Unabhängigkeit darf ich aber auch sagen: Eine schlechte Dehand- lung der führenden Leute im Rat führt mit der Zeit zur Plutvkrati e.

Rach dem Reichsfinanzminister führte Reichs- tagsabgeordneter

Dr. Josef Winschuh

u. a. aus: Die Arbeit, die wir heute beginnen, wird nicht getragen vom Schwung eines Sieges. Sie kann ihre Kraft nur schöpfen aus der Ueber- zeugung, daß unsere Arbeit für Deutschland not­wendiger ist denn je und aus dem selbstkriti­schen Willen zur Erneuerung. Dei unserer Arbeit dürfen wir nicht in den Fehler verfallen, zu ratio­nalisiert und zu intellektuell zu werden. Wir müssen eine Politik aus dem Herzen und auS dem Glauben treiben, die nicht nur an die Ver­nunft, sondern stark an die Kraft des Gemüts appelliert. Die Staatspartei muh die lebende Drücke zwischen Volk und Staat wer­den. Um Rachtouchs zu gewinnen, müssen wir aber auch uns der Röte des Rachwuchses annehmen. Reben das Geben des Industriear­beiters, neben die sozialen Probleme der wach­senden Angestelltenschaft tritt als dritte soziale Frage immer stärker die Derufsnot und der Le­benskampf des deutschen fachlich und akademisch gebildeten Nachwuchses. Die Front der Kämpfer und Führer muß verjüngt werden, denn die näch­sten Jahre werden im Zeichen eines scharfen Kampfes stehen. Unsere besondere Aufgabe ist es, die Hohlheit und Unfruchtbarkeit des politi­schen Radikalismus zu demaskieren und eine Re­servestellung zu schassen für die verwirrten deut­schen Menschen, die bald aus den extremen La­gern zurückfluten werden, dann aber auch eine erneuerte politische Siegfried-Stellung vorfinden «müssen.

Auch das Referat Winschuhs wurde mit leb­haftem Deifall aufgenommen. In der Diskussion nahmen mehr als 30 Redner das Wort. Die Satzungen fanden in der Form, wie sie vom Parteivorstand vorgeschlagen waren, im ganzen Annahme. Auf Vorschlag des Ministers Höpker- Aschoff wurde mit allen gegen 22 Stimmen dar­auf Dietrich zum Parteivorsitzenden gewählt. Der Parteitag bereitete dMi neuen Parteiführer eine brausende Kundgebung. Dietrich erklärte, daß er das Amt annehme. Mit einem Hoch -auf die deutsche Ration und die deutsche Republik und dem Gesang des Deutschlandliedes schloß der Parteitag.

Oeutschnaiivnale Gpar- anträge in Hessen.

Darmstadt, 8. Rov. (WHP.) Die deutsch- nationale Fraktion hat im Hessischen Landtag eine Reihe von Anträgen eingebracht, in denen u. a. darum ersucht wird, die Regierung möge innerhalb sechs Wochen den Entwurf einer Ver­fassungsänderung dahingehend vorlegen, daß 1. die Zahl der Landtagsabgeord­neten von 70 auf 25 herabgesetzt werde, 2. daß neben dem Landtag (Volkskammer) noch eine berufsständische, aus 1 2 Mitgliedern bestehende Kammer gebildet werde. Letz­tere soll sich aus Vertretern der wichtigsten De- rufszweige: Arbeiterschaft, Landwirtschaft, Han­del und Gewerbe, Industrie, Handwerk, Beamten- schäft und anderen zusammensetzen. Die Vertreter sollen von den zuständigen Berufsorganisationen vorgeschlagen und vom Staatspräsidenten er­nannt werden. Die berufsständische Kammer hätte das gleiche Recht, gegenüber Deschlüssen des Landtages, durch die der Staatshaushalt eine weitere Belastung erfährt, Einspruch zu erheben (Vetorecht). Wird innerhalb eines Jahres derselbe Beschluß vom Landtag zweimal gefaßt, und von der berufsständischen Kammer abgelehnt, so soll der Landtag das Recht haben, eins

Volksabstimmung hierüber herbeizuführ««. 3. Das W a h l a l t e r soll heraufgesetzt werden. Außerdem wird in einem sehr ausführlichen Antrag eine Reihe von Sparanträge ge­stellt. die sich zum Teil mit denen des Land­bundes decken. Im Reichsral soll von der hessi­schen Regierung u. a. die Erhebung einer beson­deren Reparationsabgabe gefordert wer­den. Außerdem soll die Zahl der öffent­lichen Feste dem Emst der Zeit und der wirt­schaftlichen Rotlage entsprechend möglichst einge­schränkt und die Genehmigung zur Abhaltung von Festveranstaltungen nur in besonderen Fällen er­teilt werden. Während der Zeit des Vormittags- gottcsdienstes sollen öffentliche Veranstaltungen, an denen sich Behörden beteiligen, in Zukunft nicht mehr stattfinden.

Aus aller Well.

Schwere politische Zusammenstöße.

In Hilden bei Düsseldorf, wo es schon am Freitag zwischen Kommunisten undRa- tionalsozial isten zu schweren politischen Schlägereien gekommen war, hatten die Kommu­nisten für Sonntag zu einer grvhsn-S t rah en - kundgebung gegen die Rativnalsozialisten aufgerufen. Trotzdem die Polizei die Veranstal­tung verboten hatte, rückten am Sonntagnach­mittag aus Richtung Geeresheim, Benrath und Ohligs tommunistische Züge in die Stadt ein. Die; Hildener Polizei versuchte mit Tlnterstützung der Landjägerei die Umzüge aufzulösen. Die Be­amten wurden jedoch derart bedrängt, daß sie schließlich von ihren Schußwaffen Ge­brauch machen muhten, da von allen Seiten auf sie eingehauen wurde. Dabei wurden vier Personen, darunter eine unbeteiligte Frau, schwer verletzt. Auch mehrere Polizeibeamte erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen, davon einer einen Messerstich in den Unterleib. DaS aus Düsseldorf herbeigerufene Ueberfalltommando drängte die Kommunisten ins Hildener Volks­haus zurück, wo die Eingeschlvssenen nach Was-« f en durchsucht wurden. Einige Personen, bei denen man Gummiknüppel fand, wurden fest­genommen, die übrigen nach Feststellung der Personalien wieder freigelassen. Erst gegen Abend war die Ruhe wieder soweit hergestellt, daß die Düsseldorfer Polizei abrücken könnte.

Gründung eines internationalen 3agdrates in Paris.

In Paris wurde ein internationaler Jagdrat ins Leben gerufen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Ermittlungen über die verschiedenen Jagdrege­lungen zu zentralisieren, Statistiken zwischen den einzelnen Ländern auszutauschen, den Transitverkehr von Waffen zu erleichtern und schließlich eine inter­nationale Verständigung zu schaffen, um die nütz- lichen Tiere zu schützen und die Wilderei an den Grenzen zu bekämpfen. Die Eröffnungssitzung, die unter dem Vorsitz des französischen Landwirtschafts. Ministers David stattfand, war von Vertretern von 17 verschiedenen Staaten besucht, wobei Deutschland durch den Herzog von Rati - b o r vertreten war. Nach Schluß der Sitzung wur­den die Mitglieder der Vereinigung vom Präsiden­ten der Republik empfangen.

Gustav Frenfsen ;um Holsteiner Bombenlegerprozeh.

Der Dichter Gustav Frenfsen und die Vor­sitzenden der Bauernbünde beider Dithmarschen, Hausbesitzer Thiessen und Johannsen jun., haben an Frau Heim, die Frau des in Altona zu s ieben Jahren Zuchthaus verurteilten Hofbesitzers Heim, ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt:Ein hartes Gesetz hat Ihren Mann zu einer Sühne verurteilt, die ihn ehrlos machen soll. Wir Unterzeichneten, gleich ihm aus alten Dithmarscher Familien, wollen Ihnen sagen, daß wir zwar die Unternehmungen Ihres Mannes, seinem schwer bedrohten Stande zu hel­fen, nicht billigen, daß wir aber fern da­von find, sie ehrlos zu nennen, und daß wir also Ihren Mann weiterhin für einen der Unseren halten und achten werden."

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

3m Grenzbereich zwischen dem hohen und ttefen Druck ist die dem Laufe der Isobaren ent­sprechende westliche Luftströmung erhalten ge­blieben. Somit ist die gestern über den britischen Inseln lagernde Warmluft nach dem Festlande befördert worden und ruft bei Temperatur­anstieg noch vielerorts Bewölkung hervor. Ganz vereinzelt werden auch Riederschläge gemeldet, jedoch alle nur leichterer Art. Es folgt jetzt kühlere Luft nach, was einen weiteren Aufbau des hohen Druckes zur Folge hat; dabei tritt vorerst noch wechselhafte Bewölkung auf, die sich aber nach und nach mehr auflösen wird.

Aussichten für Dienstag: De- wölkt oder dunstig mit Aufklaren ohne nennens­werte Riederschläge, etwas kühler.

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