Noch keine Entscheidung über den Zahnschutz im Saargebiei.
Lm Völkerbundsrai.
Deutsch-Ostafrika.
Genf, 9. Sept. (TU.) Der Völkerbundsrat behandelte am Dienstag den Jahresbericht des Mandatsausschusses über die Verwaltung von Syrien, Libanon, Tan- ganhika, Französisch-Togo, Reu-Guinea und Südwestafrita. Der Bericht stellt fest, daß dem englischen Plan für eine verwaltungsmäßige Zusammenfassung des Mandatsgebietes Tanganyika mit den anliegenden englischen Kolonien Kenya und Uganda besondere Bedeutung beizumessen fei. Die englische Regierung verpflichte sich, die Entscheidung über die Durchführung dieses Planes dem Mandatsausschuß zu unterbreiten. Dr. C u r t i u s erklärte hierzu, daß er sich mit dem Bericht des Mandatsausschusses einverstan- d e n erkläre und vorläufig nicht auf Einzelheiten eingehen wolle, obwohl die deutsche Regierung für gewisse Teile des Berichtes, wie den engeren Zusammenschluß zwischen Tangan- hika und Kenya, ein besonderes Interesse habe. Er behalte sich vor, zu einem späteren Zeitpunkt auf die Frage zurückzukommen.
Oberschlesische Minderheiio-beschwerden
Die Petition des Deutschen Volksbundes gegen Richterneuerung der Dien st- verträge von 32 Rerzten durch die Leitung der polnischen Knappschaffskasse in Tar- n o w i h wurde für erledigt erklärt, weil die polnische Regierung das Gutachten des Vorsitzenden der Gemischten Kommission für Oberschlesien angenommen hat. Reichsaußenminister Dr. Cur- tius bemerkte hierzu, daß trotzdem zu berücksichtigen sei, daß das Schicksal der betroffenen Aerzfe bis zur praktischen Durchführung des Gutachtens ungewiß bleibe, und sprach die Hoffnung aus, daß diese Durchführung nicht lange aus sich warten lasse. Der polnische Außenminister Z a l e s k i sagte zu, daß die polnische Regierung alles in ihrem Bereich Liegende zur Durchführung des Gutachtens tun werde, daß sie aber nur beschränkte Einwirkungsmöglichkeiten habe. Eine weitere Beschwerde wegen R i ch t z u- lassung von60Kindern, die seinerzeit auf Grund der Maurerschen Prüfungen i n d i e p o l - nischen Schulen umgeschult worden waren, wurde der Ratstagung der zweiten Septemberhälfte überwiesen, da dem Berichterstatter die Unterlagen zur Vorbereitung einer Entschließung zu spät zugegangen waren.
Zur Frage der Formalitäten bei der Einschreibung für d ie Minderheiten- fchulen legte der Berichterstatter dar, daß nach der Genfer Konvention das Verlangen um Einschreibung für die Minderhei-tenschule von den Erziehungsberechtigten nicht persönlich vorzubringen sei. Bei schriftlichen Anmeldungen soll jedoch die polnische Behörde die Echtheit Der Unterschrift der Erziehungsberechtigten nachprüsen dürfen. Die Dchulanmeldungskommissionen ständen mit der Genfer Konvention nicht im Widerspruch, jedoch hätten sie sich jeden Druckes auf die Erziehungsberechtigten zu enthalten, und sie dürfen insbesondere keine Nachprüfungen darüber vornehmen, ob die Erklärungen der Erziehungsberechtigten über die Muttersprache des Kindes den Tatsachen entsprechen. Es fei aber nichts dagegen einzuwenden, wenn sie bei schriftlichen Anmeldungen die Unterschriften nachprüften. Der Bericht wurde ohne Aussprache angenommen.
Oer Bahnschuh im Saargebiei.
Zum Schluß behandelte der Rat die Frage des Bahnschuhes im Saargebiet, zu der der italienische Außenminister Grandi den Bericht erstattete. Der Rat nahm den Antrag des Berichterstatters an, die Frage auf eine de? nächsten Sitzungen des Rates während der jetzigen Völkerbundstagung zu vertagen. Inzwischen wird auf Vorschlag Briands eine Kommission, bestehend aus dem französischen Außenminister, dem deutschen Außenminister, dem Generalsekretär des Völkerbundes und dem Berichterstatter zusammentreten, um verschiedene Fragen zu klären. Dr. Curtius erklärte sich mit diesem Verfahren einverstanden. Dr. Curtius betonte, für das Weiterbestehen des Bahnschuhes im Saargebiet fei fein Grund mehr vorhanden. Rach den Bestimmungen des Versailler Vertrages habe die Regierungskommission des Saargebietes für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch Gendarmerie zu sorgen. Der B a h n s ch u tz sei seinerzeit ausschließlich zur Sicherung der rückwärtigen Verbindungen der De- sahungsarmee gebildet worden. Es sei jetzt Sache des Dölkerbundsrates, die restlose Zurückziehung des Dahnschuhes im Saargebiet zu beschließen. Der vorgeschlagenen Einsetzung eines Ausschusses wolle er zustimmen; er gebe
Wie bekämpft England seine Arbeitslosigkeit.
Erweiterung der Versicherungspflicht. Förderung der Auswanderung.
L o n d o n, 8. Sept. (TU.) Der Ausschuß zur Beratung über den Arbeitslosenversicherungsfonds hat °m Montag feine Arbeiten ausgenommen. Dem Ausschuß gehören außer dem Arbeitsminister Frau« lein B o n d f i e l d und Lord S) a r t f o r n für die Regierung je zwei Mitglieder der konservativen und der liberalen Partei an. Die Aufgabe des Ausschusses besteht darin, den Arbeits- 2° ™.L'. *^erungsfonbs, der gegenwär
tig 1400 Millionen Mark Schulden hat, auf eine gesund eGrundlage zu bringen. Da die Arbeitslosigkeit seit den Parlamentsferien weiter e r - heblichge st regen ist, wird das Parlament nach seinem Wiederzusammentritt durchgreifende Maßnahmen beschließen müssen, die jetzt vorbereitet werden. Die notwendigen Geldmittel sollen zum Teil dadurch aufgebracht werden, daß auch diejenigen, die bisher bei Einkommen von über 8000 Mark keine Beiträge zahlten, nunmehr hcrange- zogen werden. Das gleiche gilt auch für eine Anzahl kleinerer Beamten und Angestellten der öffentlichen Dienste, die bisher ähnlich wie Polizisten, Straßenbahnschaffner, Gas- und Wasserwerksarbeiter usw. von der Zahlung von Beiträgen
allerdings Der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß das vorgeschlagene Verfahren nicht zu einer Verschleppung der Angelegenheit führen und daß schon in einer der nächsten Sitzungen des Rates die endgültige Entscheidung über die Zurückziehung des Bahnschuhes erfolgen werde. Auch B r i a n d betonte in einer kurzen Erwiderung, daß die Angelegenheit beschleunigt behandelt werden solle. Er gebe zu, daß durch die Räumung des Rheinlandes auch für den Dahnschutz e i n neues Faktum geschaffen worden sei. Dieser
Tatsache sei durch die Verminderung der Bahnschutzkräfte vom 31. August Rechnung getragen worden. Der Dahnschutz habe aber auch noch die Aufgabe, für die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs zu sorgen. Er erklärte nachdrücklich, daß Frankreich kein Interesse habe, unter irgendeinem Vorwand noch Soldaten im Saargebiet zu behalten. Dr. Curtius stellte nochinals fest, daß die von Briand vorgetragene Auffassung über den Charakter des Dahnschuhes mit der Ansicht der deutschen Regierung nicht überein stimme.
Kriegsschulden und Reparationen.
Amerika lehnt jede Reduzierung ab. — Hoover braucht die Schuldenrückzahlung zur Deckung des Etatsdefizits.
Washington, 9. Sept (WTB.) Als vollkommen aus der Luft gegriffen wird von hiesiger zuständiger Stelle die IHelöung bezeichnet, daß in London angeblich eine deutsche Demarche zu dem Zwecke erfolgt fei, die Kriegsschulden der Alliierten an Amerika unter Hinweis auf die Möglichkeit zu reduzieren, die deutschen Reparationszahlungen könnten ansbleiben und daß diese Anregung von einer prominenten britischen Persönlichkeit an die amerikanische Regierung weitergeleitet worden sei. Man hält hier an dem Standpunkt fest, daß die Kriegsschulden von den Reparationen zu trennen seien, und betrachtet das Reparationsproblem ausschließlich als ein Problem der Alliierten. 3n diesem Zusammenhang weist man auch auf die kürzlich gemeldete Erklärung des Präsidenten Hoover hin, dem an der Beibehaltung der diesjährigen Steuerermäßigung auch für das nächste 3ahr gelegen sei, daß nämlich d i e Eingänge aus den Kriegsschulden der Alliierten zum Ausgleich des Haushaltes benutzt werden würden, wenn die Ausgaben für die Unterstützung der infolge der Dürre notleidenden Farmerschaft zu einem Budgetdefizit führen sollten.
Die Meldung wird jetzt auch vom Schatzamt
als unzutreffend bezeichnet. Der stellvertretende Schahsekretär Ogben Mills erklärte, es sei keine derartige Anregung an ihn gelangt Zur gestrigen Erklärung des Senators Barkley, der a m e - rikanischeZolltarifunddiealliiertLn Schulden seien revisionsbedürftig, betonte Mills, die amerikanischen Kapitalsanlagen in Europa, die Ausgaben von Amerikanern für Reifen nach Europa, die Ozeanfrach- t e n und die Geldsendungen der Einwanderer in ihre Heimat machten zum mindesten zusammen einen ebenso hohen Betrag aus, wie die Beträge für die Kriegsschulden, vermehrt um Amerikas aktive Handelsbilanz.
Rach einer Zuschrift an das Journal of Eommerce wird die Meldung von einem angeblichen Schritt Deutschlands hier als ein von interessierter dritter Seite lancierter Versuchsballon betrachtet, der in Washington einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht habe. Deutschland kenne Amerikas Stellungnahme zur Frage der Kriegsschulden und sei daher an dieser törichten Rachricht sicherlich nicht beteiligt. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Depression in den Vereinigten Staaten sei Hoover weniger denn je geneigt, die amerikanischen Steuerzahler zugunsten des Auslandes mehr als notwendig zu belasten.
Oie Revolution in Argentinien.
Ein Mißverständnis.
Die Ursache der Stratzenkänchfe in Buenos Aires.
Reuhork, 9. Sept. (WTB.) Associated Preß erfährt telephonisch aus Buenos Aires, daß die Strahenkämpfe der vergangenen Rächt einem tragischen Irrtum zuzuschreiben waren, der sieben Tote und 56 Verwundete kostete. Die Stadt befand sich während der ganzen Rächt in einem Zu st and der unglaublichsten Verwirrung. Die ganze Bevölkerung war von einer Panik erfaßt, die durch das falsche Gerücht von einem gegenrevolutionären Angriff auf das Postamt hervorgerufen wurde. Die dort aufgestellte Wache sah sich durch das Gerücht veranlaßt, die Straßenlaternen in der Umgebung auszuschiehen, um die Verteidigung zu erleichtern. Diese Schüsse wurden von der Wache des benachbarten Regierungsgebäudes für einen gegenrevolutionären Angriff gehalten. Sie eröffnete infolgedessen mit Maschinengewehren und Artillerie das Feuer gegen das Postamt, armierte die Zivilisten und bewaffnete sich schleunigst zur Bekämpfung der angeblichen Gegenrevolution. In allen Stadtteilen kam es in der Folge zu Schießereien. Die Menge stürmte und plünderte die W a f f e n a r s e n a l e, um sich in den Besitz von Waffen zu setzen. Als sich das Gerücht verbreitete, daß sich die im Hafen liegenden Kriegsschiffe der Gegenrevolution angeschlossen hätten, begann die Artillerie den Hafen zu beschießen. Ein Zerstörer wurde von einer Granate getroffen. Erst nach vielen Stunden gelang es, die Ruhe wiederherzustellen.
Immer noch starke Erregung.
Die Stadt behält trotz der eingetretenen Ruhe ihr krisenhaftes Aussehen bei. StarkeTrup- penabteilungen sind an strategischen Stellen konzentriert: die Kavallerie patrouilliert in voller Kriegsausrüstung auf den Straßen. Ma- rineabteilungen sind von den Kriegsschiffen gelandet. Mancherseits wird mit dem Wiederaufflammen der Kämpfe gerechnet, zumal da der offiziellen Darstellung, daß die
nächtlichen Unruhen auf ein Mißverständnis zurückzuführen sind, nicht überall beige- pflichtet wird und Unstimmigkeiten zwischen den tatsächlichen Ereignissen und ihrer offiziellen Darstellung festgestellt wurden.
Der Kriegsminister gab in einer offiziellen Erklärung zu, daß noch eine Anzahl 3ri- gohen-Anhänger in der Stadt feien. Die Plaza de Mayo und die benachbarten Straßen und Plätze bieten einen Anblick der Verwüstung, und zahlreiche Gebäude weisen Kugelspuren auf. Zwei Männer, die als Anstifter der letzten nächtlichen Straßenkämpfe festgenommen wurden, sind auf der Plaza de Mayo öffentlich durch Erschießen hingerichtet worden. Weitere Hinrichtungen werden erwartet.
Angesichts der strengen Presse- und Kabelzensur sind Rachrichten höchstens auf telephonischem Wege erhältlich. Den ausländischen Zeitungskorrespondenten ist von dem Chef den Presseabteilung der Regierung mitgeteilt worden, daß, so lange die Pressezensur bestünde, keinerlei Berichte aus Argentinien gesandt werden dürften, die nicht zuvor amtlich zensuriert und genehmigt worden seien. Zuwiderhandlungen würden mit sofortiger Ausweisung bestraft werden.
Das Schicksal ZngoyenS.
Buenos Aires, 9. Sept. (Associated Preß.) General Uriburu hat die neuerliche Verhaftung Jrigoyens sowie aller Mitglieder des alten Kabinetts und Kongresses angeordnet, ferner den Befehl erteilt, daß sämtliche Waffen, die sich in Privatbesitz befinden, innerhalb von 12 Stunden abgeliefert werden müssen, andernfalls Verurteilung nach Kriegsrecht erfolgen würde. Man nimmt an, daß diese Maßnahme unter dem Gesichtspunkt erfolgt ist, daß sich unter den Arsenal st ürmern viele Anhänger Irigoyens befanden. Jrigohen soll von der Kaserne des 7. Inf.-Rgts., in die er sich nach der Revolution geflüchtet hatte, i n e i n Marinehospital nach 2a Plata gebracht worden fein. Der Kreuzer „General B e l g r a n o" soll den Präsidenten nach einem bisher noch nicht bekannten Bestimmungsort bringen.
befreit waren. Der Ausschuß wird sich auch mit der Frage der Behebung der Arbeitslosigkeit durch Förderung der Auswanderung beschäftigen. Für jeden Arbeitslosen, der auswandert, soll die Arbeitslosenzulage eine bestimmte Zeit lang weiter gezahlt werden. Dies würde sich immer noch billiger stellen, als wenn man ihn auf unabsehbare Zeit als Arbeitslosen im Lande behalt. In der Zwischenzeit sollen Mittel und Wege zur Aufbringung einer Anleihe von 200 000 000 Mark gefunden werden, um über die kritische Zeit bis zur Durchführung neuer Maßnahmen Hinwegzukommen und einer weiteren Zunahme der Arbeitslosigkeit begegnen zu können.
Warnung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten.
Berlin, 9. Sept. ($11.) Der Bundesvorstand des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen teilt mit. daß der Reichsbund mit der an 22. Stelle der Reichswahlvorschläge genannten „Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen- Parier der Deutschen Mannschaft einschließlich der Abgefundenen" weder identisch noch sonst das geringste zu tun hat. Der Reichsbund der Kriegsbeschäoigten warnt die Kriegsopfer, diese bedeutungslose Splitterpartei zu Wählern Er fordert vielmehr dazu auf, nur großen Parteien die Stimme zu geben, die einen
entschiedenen Einfluß auf den Ausbau der Kriegsopferversorgung ausüben können.
Aus aller Wett.
Das Grohfeuer im Piräus.
Im Piräus, dem Hafen von Athen, ist, wie schon kurz gemeldet, ein Großfeuer ausgebrochen, dem zahlreiche Schiffe zum Opfer gefallen sind. Heber den Hergang des Riesenbrandes liegen folgende Einzelheiten vor: Infolge eines Schadens an der Benzinpumpe des englischen Frachtdampfers „Donax" verbreitete sich auslaufendes Benzin unbemerkt auf der Wasseroberfläche. Am Ufer sah ahnungslos ein Arbeiter, der über einem offenen Feuer fein Essen kochte. Er warf die Feuerreste dann ins Hafenwasser, das im Nu in hellen Flammen stand. Gegen 20 Segelschiffe und einige Dampfer befanden sich urplötzlich mitten im aufflammenden Meere. Eine große Panik war die unmittelbare Folge. Die Besatzungen der Schiffe flüchteten und überließen die Fahrzeuge ihrem.Schicksal. Heber dem Wasser entstand eine wahre Hölle. Der Frachtdampfer „Dona?' und acht Segelschiffe bildeten schwimmende Feuerfackeln. Sämtliche brennenden Schiffe waren mit Benzin geladen, das mit Donnergetöse explodierte. Allenthalben war das Hilfegeschrei gefährdeter Menschen vernehmbar. In den nahegelegenen Lagern von Standard Oil,
Shell u. a., die in äußerster Gefahr waren, bönt Feuer ergriffen zu werden, entstand gewaltige Auf- regung. Der englische Frachtdampfer „Donax" führte allein 15 000 Tonnen Benzin. Acht Segelschiffe und ein Dampfer sind gänzlich verbrannt. Nach vorläufi« aen Nachrichten beläuft sich die Zahl der Opfer bisher auf 10 Tote und viele Verwundete. Der Sachschaden wird auf über 10 Millionen Mark geschätzt. Das immer noch brennende Meer bietet ein großartig schauriges Schauspiel mit den krachenden und berstenden Seglern und Schiffen, deren Feuerschein weit in die offene See hinausleuchtet.
Jack Diamond will nach Deutschland zurück.
Der amerikanische Alkoholschmuggler Jack Dia- mond hat von hoher See aus seinen Berliner Anwalt beauftragt, sofort alle Schritte zu unternehmen, um die Ausweisung aus Deutschland rückgängig z u machen. Jack Diamond möchte mit dem nächsten Schiff von Neuyork nach Bremen zurückfahren, um sich in Deutschland einer Kur zu unterziehen. Ob die deutschen Behörden sich dazu verstehen werden, ihre aus Sicherheitsgründen erfolgten Vorbeugungsmaßnahmen wieder rückgängig zu machen, ist mindestens s e h r f r a g l i ch. Die Tatsache, daß Diamond mit einer ganzen A n - zahl seiner Freunde nach Europa gekommen ist, deutet nicht gerade darauf hin.^aß der König der Alkoholschmuggler hier lediglich seine angegriffene Gesundheit wieder Herstellen will.
„Graf Zeppelin" nach Moskau gestartet.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist Dienstagvormittag 8.00 Uhr z u feiner Landungsfahrt nach Moskau aufgestiegen. Die Führung hat Dr. Eckener übernommen. An Bord befinden sich 20 Passagiere. Unter ihnen Ministerialdirektor Trautrnann vom Auswärtigen Amt, Kowalsky von der Berliner sowjetrussischen Handelsvertretung, und Lorenz als Vertreter der sowjetrussischen Botschaft in Berlin. Die Landung in Moskau dürfte Mittwochvormittag gegen 8.00 Uhr erfolgen. Ein genauer Weg konnte wegen des unbeständigen ' Wetters nicht angegeben werden. Um 12.30 Uhr nachts wurde Dünaburg überflogen.
Weibliche Polizisten in Schanghai.
Dem. Beispiel von London und Reuyork folgend, hat die Stadtbehörde von Schanghai beschlossen, Frauen in den Polizeidienst einzustellen. Sie sollen in erster Linie für die U e b e r - | wachung der Fabriken mit weiblichen Arbeitskräften, und der Tanz- lokale in Frage kornicken und nicht nur für die Aufrechterhaltung der Ordnung, sondern auch für die Einhaltung hygienischer Vorschriften sorgen. Sie werden zunächst unter Leitung einer englischen Spezialistin arbeiten.
Explosion in einer Aluminium-Pulverfabrik.
In Schwarzenfeld (Reg.-Bez. Oberpfalz) explodierte in der Aluminium-Pulverfabrik Lauerbacher & Co. der Mahlraum für Aluminium. Sämtliche , Maschinen wurden durch die Gewalt der Explosion vernichtet und in die Nab geschleudert. Auch ' eine Seite der Fabrik ist in die Nab gestürzt. Die j
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Wettervoraussage.
Von der britischen Störung hat sich an der Süd-' feite ein Ausläufer, nach dem Festland vorgestreckt, ' welcher West- und Süddeutschland beeinflußt. Trübes Wetter und vielfach Niederschläge hat die Südwestluft verursacht. Ebenfalls zeigen die Tempera-' turen wieder eine Zunahme von 2 bis 3 Grad. Dagegen liegt das übrige Deutschland im Bereich nordöstlicher und östlicher Luft, die durch das skandinavische Hochdruckgebiet dorthin gelangt und dabei zu Barometeranstieg führt. Da sowohl der tiefe Druck über den britischen Inseln sich langsam abflacht und der hohe im Norden über Deutschland weiter an Raum gewinnen dürfte, so ist wieder etwas besseres Wetter zu erwarten, wenn auch im Grenzbereich der verschieden temperierten Luftschichten vorerst dunstiges und wolkiges Wetter auftritt und vielleicht auch vereinzelt leichter Sprühregen zu erwarten ist.
Aussichten für Donnerstag: Reblig- wolkiges Wetter und aufheiternd, keinen oder nur vereinzelt noch etwas Regen, im ganzen etwas kühler.
Aussichten für Freitag: Vorübergehend trockenes, teils neblig-wolkiges, teils auf* heiterndes Wetter.
Lufttemperaturen am 9. September: mittags 17,8 Grad Celsius, abends 14 Grad: am 10. September: morgens 14,3 Grad. Maximum 18,1 Grad, Mini« mum 12,4 Grad. — Grotemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. (September: abends 17,1 Grad: am 10. «September: morgens 15,3 Grad. — Niederschlag 2,6 miq, —
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