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Wirtschaft.

Oie Arbeitsmarktlage im Reich.

Die Zahl der Hauptunter st ützungs- empsänger hat in der Zeit vom 16. big 30. Juni zwar noch um rund 36 000 stärker als im gleichen Zeitpunkt früherer Jahre, aber weniger als in der ersten Iunihälfte abge­nommen. 3m Gesamtbild zeigte sich jedoch, daß die verzögerte diesjährige FrühjahrSentlastung deS Arbeitsmarktes als vorläufig beendet anzu­sehen ist. Dafür sprechen besonders die umsang- reichen Aussteuerungen und die ständige weitere Zunahme der Zahl der Krisenunter­stützten.

Aach den vorläufigen Meldungen der Arbeits­ämter gab es am 30. 3uni in der Arbeitslosen­versicherung 1 468 886, in der Krisenunte^stühung 364 593 Hauptunterstützungsempfänger. CBa einer Gesamtzahl von rd. 1 833 000 Unterstützten ist die Ueberlagerung gegenüber dem Vorjahr, die rd. 900 000 Köpfe betrug, nicht weiter onge- wach s^n.

Einschließlich eines gewissen Bestandteils nicht voll leistungsfähiger Arbeitskräfte wurden am 30. Juni bei den Arbeitsämtern rund 2 690 0C0 verfügbare Arbeitsuchende gezählt; wieweit diese Zahl eines Stichtages von der starken Fluktua­tion kurzfristig Beschäftigter beeinflußt ist, läßt sich nicht übersehen. Aach Abzug derjenigen, die sich noch in gekündigter oder ungekündigter Stel­lung oder in Aotstandsarbeit befanden, müssen etwa 2 636 000 als arbeitslos gelten.

Sesriedigende Entlastung der ReichSbank.

Der Reichsbankausweis vom 7. 3uli zeigt angesichts der geringen Inanspruchnahme zum HalbjahrSultimo eine befriedigende Ent­lastung. Die Lombardkredite von 130 Mill. Mk. sind bereit- vollständig wieder abgedeckt worden, und mit einem Rückgang der gesamten Kapital- anlaae in Höhe von 267,3 Mill. Mk. erreicht die Entlastung fast 50 Prozent der zum Ultimo eingctretenen Steigerung. Die Entlastung ent­spricht also den Erwartungen, die man angesichts der günstigen Geldmarktverhältnisse hegen konnte. Bewegungen bei zwei Posten des Ausweises sind von Interesse, nämlich bei den Deckungsdevisen, die sich um 36,3 Mill. Mk. verringert haben, und bei den Giroguthaben, die eine Abnahme um 110,6 Mill. Mk. aufweisen. Die Verringerung der Deckungsdevisen hängt offenbar mit der zunehmenden Rückzahlung von Auslandkrediten zusammen, indem die Reichsbank die durch sie eingetretene Devisennachfrage befriedigen muhte. Der Rückgang der Giroguthaben erklärt sich aus dem Dargeldbedarf insbesondere für die Reisezeit.

*

7prozentige Goldpfandbriese der Bayer. Handelsbank. Die Baye­rische Handelsbank in München erhielt die Ge­nehmigung zur Ausgabe von 10 Mill. Mk. sie- benproz. Goldhypothekcnpfandbriefen Reihe IV.

Stollwerck-Reichardt. Wie wir hören, haben die Verhandlungen Stollwerck-Rei­chardt zum Abschluß geführt. Die Geschäfts­betriebe der Reichardt-Werke gehen an Gebr. Stollwerck übet und werden als selbständige Unternehmen weitcrgesührt. Das Reichardt-Werk arbeitet zunächst in dem bisherigen Rahmen weiter.

* Leonhard Tietz AG., Köln. In der G.-D. kam eS zu einer mehrstündigen Debatte zwischen der Opposition unter Führung von 5>r. Alsberg, Berlin, der die Dividendenpolitik der Verwaltung und die Bilanz bemängelte, und der Verwaltung. Der Antrag des Oppo­nenten, die Dividende auf 15 Proz. zu erhöhen, wurde abgelehnt und die Verteilung von wieder 10 Proz. Dividende beschlossen. Dr. Alsberg meldete Protest an. Die Umsätze des Konzerns in den ersten 5 Monaten 1930 betrugen 82,43 Mill. Mark.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 10. Juli. Tendenz fester. Die Situation um die Deckungsvorlage Hot sich wieder etwas verschlechtert. Eine völlige Einigung wurde noch nicht erzielt, doch war die Stimmung an der Börse weiter freundlich, da auf der anderen Seite die feste gestrige Aeuyorker Börse und die Hoffnung auf eine bessere Zu­kunft nach Erledigung der innenpolitischen Schwie­rigkeiten einen Ansporn gaben. Der Ordereingang von Publikumsseite war immer noch sehr be­scheiden. Dafür machte sich ober von Schweizer

Aus aller Welt.

Die herbstmanöoer der Reichswehr.

Die Vorbereitungen der diesjährigen Herbst­manöver der Reichswehr und der Reichsmarine gehen allmählich ihrem Ende entgegen. Eine Beeinträchtigung der Manöver durch weitere Etatkürzungen wird nicht befürchtet, da auch die diesjährigen Manöver nur in ganz engem Rahmen obgehalten werden sollen. Bei der großen Parade, die beim Abschluß der Rah­menübung der 5. Division (zu der auch das 15. 2nf.-Rgt., Gießen, gehört) gegen die 3. K a - valleriedivision im Raume zwischen Mei­ningen Kissingen Würzburg ab­gehalten werden soll, wird auch Rcichspräsi- oent von Hindenburg nach den jetzigen Dispositionen anwesend sein. Wie sich die Klebun­gen der Reichsmarine gestalten werden, ist zur Zeit aber noch nicht zu überblicken. Die übrigen Truppenteile werden lediglich Hebungen aus ihren Truppenübungsplätzen abhalten, da die Finanzlage des Reiches die Bereitstellung grö­ßerer Mittel zu diesem Zwecke nicht ermöglicht.

Ivo sollen die Olympischen Spiele stallfinden?

Auf dem kürzlich in Berlin stattgefundenen Olym­pischen Kongreß hatte sich u. a. auch die Reichs- Hauptstadt um die Ucbertragung der Olym­pischen Spiele im Jahre 1936 beworben. Inzwischen ist nun innerhalb der beteiligten Kreise ein hef­tiger Streit um den Tagungsort ausgebrochen, da sich neben Berlin jetzt auch noch die Städte Köln, Düsseldorf, Nürnberg und Frank- furt beworben haben. Zn der nächsten Zeit soll zwischen den Interessenten eine Besprechung statt- finden, in der sich diese zunächst einmal einig wer­den sollen, um dann gemeinschaftlich im nächsten Jahre in Barcelona einen definitiven Borschlag unterbreiten können.

Revisionsverhandlung im Fall Böß.

Die Revisionsoerhandlung gegen Oberbürgermei­ster Böß findet vor dem II. Senat des Oberverwal- tungsgerichtes statt, jedoch voraussichtlich e r st im H e r b ft. Man hatte gehofft, daß im Interesse der Berliner Verwaltung die Vorbereitungen zur Re- Visionsinstanz möglichst beschleunigt werden würden. Das ist nicht der Fall. Es kann infolgedessen als ausgeschlossen gelten, daß Berlin noch im Jahre 1930 einen neuen Oberbürgermeister bekommt.

(Eröffnung der Schlußstrecke der Zugspihbahn.

Die Zahnradstreckr Eibsee-Zugspitz- platt her Bayerischen Zugspihbahn ist in An­wesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter des bayerischen Ministerpräsidenten und des Geheim­rats Stimming vom Aorddeutschen Lloyd, feier­lich eröffnet worden. Den kirchlichen Weiheakt nahm Kardinalerzbischof vonFaulhaber vor. Um 12.15 Uhr wurde in drei Sonderzügen die Bergfahrt vorn Bahnhof Eibsee zum Schnee- f e r n e r p l a 11 und zum neuerstandenen Schneefernerhaus angetreten, wo bei einem Frühstück in Reden Glückwünsche zu dem fest­lichen Ereignis ausgesprochen wurden.

Vie Angehörigen der Heilberufe.

Nach den Ermittlungen des Reichsgesundheits- amtes bis Ende 1928 nimmt die Zahl derjenigen Personen, die den Heilberufen angehören, stetig zu. In der Krankenbehandlung und Krankenpflege waren zu der genannten Zeit rund 250 000 Per­sonen beruflich tätig. Es wurden insgesamt 45 948 rlerzte gezählt, darunter 2202 Aerztinnen. Anders ausgedrückt, kommen 7,2 Mente auf je 10 000 Einwohner. Die Zahl der Fachärzte be­trägt 8347. Weiter gibt es in Deutschland 6733 Apothekenoor st and e, 4225 angeftcUte Apo- tiefer und 3785 in der Ausbildung begriffene Affistenten. Zahnärzte zählt man 8865, Zahntechniker 16 602. An Heilgehilfen und Masseuren wurden 9200 ermittelt. Berner- kenswert ist an der Statistik, daß die Zahl der Hebammen ständig abnimmt. Sie wird mit 28 102 angegeben, so daß also gegenüber der vori­gen Zählung ein Rückgang um 1246 stattgefunden hat Als wichtigster Grund dafür wird der steigende Geburtenrückgang angegeben. An Kranken­pflegepersonen wurden 101 668 ermittelt, davon sind 85 081 S ch w e st e r n.

von einem Geisteskranken ermordet.

3m Park der Grazer Irrenanstalt wurde die zehnjährige Tochter des An­staltsarztes Dr. Maresch hinter einem Ge­büsch ermordet ausgefunden. Unweit der Leiche fand man ein Paket mit gekochten Kartoffeln. Die Kartoffeln führten auf die Spur des Täters. Man hatte nämlich den 59jährigen Pfleg­ling der Anstalt Krenn, der seit 1900 wegen Schwachsinns dort interniert ist, mit diesem Paket von der Arbeit heimkehren sehen. Auf die Frage, warum er das Kind getötet habe, erklärte er, die Begegnung mit dem Mädchen habe ihn so i n W u t gebracht, daß er das Kind mit einem Taschenmesser erstochen habe.

Don einem Wildschwein angefallen.

Auf dem Wege von Lohr am Main nach Frammersbach traf ein junger Mann auf dreizehn junge Wildschweine, von denen er eines einfangen wollte. Das dazu kommende Mutterschwein fiel jedoch den jungen Mann an, der sich vor ihm auf einen Baum retten muhte, unter dem das Muttertier Aufstellung nahm. Erst durch einen hinzu­kommenden Gendarmeriebeamten konnte der junge Mann aus seiner üblen Lage befreit werden.

Der Jliagarafaü fordert ein neues Todesopfer.

Der Niagarafall forderte wiederum ein Todes- opfer, als ein gewisser Stathakis sich mit einem schweren, eisenbeschlagenen H o l z f a ß in die reißen­den Fälle stürzen ließ. Das Faß war mit Matrazen ausgepolstert und hatte für drei Stunden Sauer­stoff. Das Faß ging sofort unter und wurde nicht mehr gefunden. Anscheinend ist es vollkommen in Stücke gerissen oder zwischen Felsen eingeklemmt. Die Hoffnung auf Rettung des waghalsigen Mannes ist aufgegeben worden.

Seite weiterhin Interesse für Elektrowerte bemerkbar, und in diesem Zusammenhang schritt die Kulisse zu stärkeren Deckungen, so daß in Spezialwerten das Geschäft lebhaftere For­men annehmen konnte. Die Tendenz war als fest zu bezeichnen. Die Spitzenwerte hatten teilweise beträchtliche Gewinne aufzuweisen. Die nicht günstige Arbeitsmarktlage und einige andere nachteilige Momente fielen kaum mehr ins Gewicht. Im Vordergründe des Interesses standen, wie schon erwähnt, Elektroaktien, und von diesen Siemens mit plus 6,5 Proz., Licht und Kraft, die bis zu 3,5 Proz. fester lagen, S ch u ck e r t, mit einem Gewinn von 5,25 und GesfüreI, die ebenfalls 3,5 Proz. anzogen. Am Chemiemarkt kam in 3.-0.-5 a r b e n erst ziemlich spät eine Rotiz zustande, was aber nicht auf eine Vernachlässigung zurückzuführen war. Die Kulisse beteiligte sich am Farbenmarkt reger am Geschäft. Dieses Papier gewann dann 1,5 Prozent. Die übrigen Werte des Chemie­marktes lagen unverändert, bzw. wenig verändert. Bei Holzverkohlung muh der Dividenden­abschlag berücksichtigt werden. Der Montan- markt hatte nur kleinste LImsähe; auch die Besserungen blieben hier gering. Auch für K a I i- werte bestand wenig Rachfrage, doch wurden diese Papiere fester taxiert. Schiffahrts - werte wenig verändert. M i a g lagen nach der wieder stärkeren Abschwächung von gestern 1 Pro­zent erholt. Etwas schwächer eröffneten H o ch -

und Tiefbau, und am Kunstseidemarkt Demberg minus 1,5 Prozent; Deutsche Li­noleum verloren 2,5 Prozent. Renten still, ohne erwähnenswerte Kursbewegung. 3m Ver­laufe wurde das Geschäft stiller, die Tendenz war jedoch fest. Gegen Anfang zeigten sich zum Teil weitere Besserungen bis zu 1 Prozent. In Spezialaktien konnte man vereinzelt er­neute Deckungen feststellen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Prozent wieder etwas versteift. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1920, gegen Pfund 20,394, London gegen Kabel 4,8695, gegen Paris 123,65, gegen Mailand 92,90, gegen Madrid 21,40, gegen Schweiz 25,04, gegen Holland 12,0990.

Berliner Börse.

Berlin, 10. Juli. Auch die heutige Börse entsprach zu Beginn den Erwartungen des Vor­mittags und eröffnete in freundlicher und über­wiegend festerer Haltung. Einige ungünstige Mo­mente, wie die weitere Verschlechterung der Kohlenlage im Juni, die Stag­nation am Arbeitsmarkt (die Arbeits­losenziffer hat in der zweiten Iunihälfte keinen Rückgang erfahren), die geplante Erhö­hung der Personentarife bei der Reichs­bahn und die schreckliche Katastrophe auf derGrube Wenzeslaus in Sch'esien,traten hinter ben_ besseren Aussich'en r" die Innen­politik zurück. Auch die Meldungen von festeren

Auslandbörken (besonders Reuyork schloß sehr fest) verfehlten ihre Wirkung nicht und lösten bei der Spekulation, die ihre Tätigkeit gestern gegen Schluß der Börse wieder »^rstärkt hatte, Deckungsneigung aus, trotz relativ kleiner Um­faße (nur die Favoriten wie S i e in e nS und Schuckert hatten auf AuSlandläuse lebhafteres Geschäft), und so ergaben sich infolge der Markt­leere nur 1 bis 3proz. Steigerungen. 'Die führen­den Elektrowerte zogen bis 5 Prozent an. Die deutschen Renten hatten freundliche Ten­denz. Von Ausländern gaben Bosnier bis 0,5 Proz. nach. Pfandbriefe waren ge­fragt. Die Geldsätze wiesen kaum Verände- besonders für spätere Fälligkeiten, waren ge­fragt. Die Geldsätze Diesem kaum Verände­rungen auf. Tagesgeld 3 bis 5 Proz., RlonatS- geld 4,5 biS 5,75 Proz., Warenwechsel 3.75 Proz. Auch im Verlaufe blieb die Grundstimmung zuversichtlich. Die bekanntgewordene Meldung, daß die kommunalen Spihenverbände die 200 Millionen Mark der Reichsregierung für ihre Pläne der Arbeitsbeschaffung zur Verfügung stellt, wurde günstig kommentiert. Die Spekulation wurde dadurch veranlaßt, wei­tere Deckungen vorzunehmen. Die Schweiz be­kundete für Gesfürel und Licht und Kraft weiter Interesse, so daß diese Werte, sowie dis schon oben erwähnten Favoriten, zu denen sich noch O st werke, Schultheis und Rhein. Braunkohlen gesellten, erneut etwa 1 bis 2 Proz. anziehen konnten. M i a g zogen bis auf 98 Prozent an.

Frankfurter Lchlachtvichinarkt.

Frankfurt a. M., 10. Juli. Auftrieb: Rinder 51, Kälber 867, Schafe 141, Schweine 900 Stück. Kälber. Beste Mast- und Saug­kälber 70 bis 74, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69, geringe Kälber 50 bis 64; Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel: Weide- mast 49 bis 52, mittlere Mastlämmer, ältere Mast­hämmel und gut genährte Schafe 44 bis 48; Schweine nicht notiert. Marktverlauf: Kälber und Schafe langsam, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, geräumt. Fettschweine schwer verkäuflich, ausverkauft.

Berliner Prodnktenmarkt.

Berlin, 9. Juli. Bei ruhigem Geschäft zeigte der Produktenmarkt einen stetigeren Unterton. Die Landwirtschaft ist mit Angebot in Getreide neuer Ernte vorsichtig und soweit Offerten vor­liegen, lauten die Forderungen höher. Weizen aller und neuer Ernte erzielt bei geringen Umsätzen 1 bis 2 Mark höhere Preise, in Alt­roggen überwiegt weiterhin das Angebot, Rog­gen neuer Ernte wird vereinzelt von Provinz­mühlen zu besseren Preisen ausgenommen als hi^r zu erzielen sind. Am Lieferungsmarkt zeigte sich angesichts der Erholung in Ueberfee und in­folge der weiterhin geringen Andienungen wieder einige Deckungsnachsrage, so daß Iuliweizen 3,25, Iuliroggen 2 Mark höher einsehten. Weizen zur Herbstlieferung war um 1,50 bis 2,50 Mk. be­festigt. Das Mehlgeschäft läßt keine Belebung erkennen, die Mühlenosferten lauten wenig ver­ändert. In Hafer ist das Angebot geringer und leicht erhöhte Preise werden vom Konsum be­willigt. Gerste stetig. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, (fester); Roggen, märkischer, 172 bis 177 (fester); Gerste 160 bis 190 (stetig).

Schwurgericht Gießen.

In seiner zweiten Sitzung verhandelte das Schwurgericht gegen einen Dienstknecht wegen Meineids. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. B r i I I, die Verteidigung führte Rechts­anwalt Zimmer. Der Angeklagte hatte in einem gegen ihn geführten Unterhattsprozeß be­schworen, mit der Mutter des unehelichen Kin­des, als dessen Vater er von dem Dorrnung verklagt worden war, keinen Verkehr gehabt zu haben. Die Anklage wirft ihm vor, diesen Eid wissentlich falsch geschworen zu haben. Rach dem Gutachten des Sachverständigen, Medizinalrats Dr. S c r i b a, ist der Angeklagte zwar etwas beschränkt, aber voll zurechnungsfähig. Da er int wesentlichen geständig ist, konnte die Verhand­lung nach kurzer Beweisaufnahme rasch zu Etzde geführt werden. Der Angeklagte wurde, dem Anträge des Oberstaatsanwalts entsprechend, zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten, unter Anrechnung eines Teiles der Untersuchungshaft und zu den gesetz­lichen Reoenstrafen verurteilt.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt deschlosfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H.

Veriln

Frankfurt a. 271.

Berlin

Frankfurt a. M

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9. 7.

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6% Üeunax eteuDeaiutim von 1987 ........

7% Deutsche Reichranleihe von 1929 ..........

tcuffdx Anl.-Lblös.-Schuld mit Lu« ioi.-Rechten.......

ohne Sullos.-Rechte . .

8% Hell. SolKftaaf von 1929 (rttfiablb. 102%)......

cberhesien Provinz - Anleihe nrii Au«loi.-Rechten......

Tee Mit flamm. Sammelabi.

Anleihe Serie 1 .... -

8% ffrany. Hvp.-vank «oldpfe XIII unkündbar bi« 1934 . .

7% ffranks. Hvo.-Bank Soldpte unkündbar bU 1933 .....

<H% Rdeinllche Hop.-Banl Ligu. Soldpse........

8% Pr. Sanbeipfanbbriefanftal t, Pfandbriefe R. 17......

6% Pt. Landekpsandbrlefanstall, flornm.-CW.m. 20......

7% Pr. Landerplan dbriesanstall Pfandbrieke R. 10......

L.E.G. abg. BorkriegS-Obligatio nen. rückzahlbar 1932 ....

4% Oesterretchilche Goldrente . . 4,20% Lesterreichilche Silberrente 4% Lesterretchtlche Einheitliche

Rente...........

*% Ungarische Goldrente ....

4% Ungarische Staattrente v. 1910

<K% beJfll. Bon 1913.....

4% Ungarilche flronenrente . .

4% Türkische Zollanleihc von 1911

4% Türkische Vagdadbahn-Anl Serie 1...........

4% bHfll. Serie II.......

6% Rumänische vereinh. Rente Bon 1903 ..........

<H% Rumänische vereinh. Rente von 1918 ..........

<% Rumänische vereinh. Renke

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Hamburg-Tüdam. Dampfschifs. 8

Hansa Dampfschiss.....10

Norddeutscher Lloyd.....

Allgemeine Deutsche Crrdttanft. 10

Barmer Bankverein .... 10

Berliner Handelsgesellschaft . 12 kommen- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nakionalbanl 12 Deutsche Bant und

Disconio-Gelellschaft, ... 10

Dresdner Bank......10

ReichSbanI........12

s.r.»............6

Bergmann.........9

Elekir. LteferungSgeseMchaft. 10

Licht und Srast......10

gelten & Guilleaume . . . 7H

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen .... 10

Hamburger ElektrizitätS-Werke 10

Rheinische Elektrizität .... 9

Schlesische Elektrizität. ... 10

Lchuckeri L 2v.......n

Liemene & Haleke . . . . , io Dranrravto ...... k

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Luderu» . . ....... b

Deutsche Erdöl ....... f Ellcner Steinkohle......6

Geilenkirchener . ......k

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Hoelch Eisen........6V,

Iile Bergbau..... . 10

Slöcknerwerke ........ 7 flöln-Reuessen........'<

Mannesmann-Röhre« .... 7

Manrfelder Bergbau . .... 7

Oberschlel. Eilenbedarf . . . . 6

Lberschlel. flottwerke.....7

Phönix Bergbau......6%

Rheinische Braunkohlen . . 10

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Riebeck Montan......7,2

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130,25 130,25

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133 143.25

171 215,5

72,5 84.25 127.4 125.4

119,13 95,28

240

96 92,78 92,9

65,25

92,9

220,5 100,5

Beremigie Stahlwerke . Ltavi Minen......16*/,

Kaliwerke Ascherkleben ... IC Kaliwerke LZesteregeln ... IC Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

I. G. Farben Industrie . . . U Dynamit Nobel ....... 6 Scheide anstatt........9

Goldschmidt........5

RütgerSwerke...... . . f

Metallgelelllchast.......e

Philipp Hol,mann......7

Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 Ban6 & Freytag......8

Schultheis Patzenhofer ... 15

Lstwerie.........12

91 tu...........18

Lemberg.........14

Zellstoff Daldbof .... 13'/, Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas........9

Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum ......

Maschinenbau A.-G......0

Rat. Automobil.......0

Lrenstetn & Koppel.....6

Leonhard Dietz ...... 10 Svenika...........

Frankfurter Maschmen .... 4

Gritzner....... 6

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Iunghans..........6

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Mainkraftwerkr Höchst a. M.. .8 Mrag...........10

Gebr. Roeder ....... 10 Botgt & Haeffner ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10

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Banknoten.

Deoifvnmarft Berlin Frankfurt a. M

Serlln, S. Juli

®tiE

Äries "

Kmenkanilche Roten ...... Belgische Noten .......

Dänische Noten ........

Englische Noten........

^ranjultldie Noten.......

Holländische Noten ....... Italienische Noten........

Norwegische Noten.......

Deutsch-L esterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten.......

Schwedische Noten ....... Schwerer Roten ........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten.....

Ungarische Noten........

4,172 58,45 '12,04

20,35

16,45

168.06

21,99

112,03

59,19

2,47

112,35

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48,85

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4.192 58,69

112,48

20,43

16,51 168,74

22,07 112,47

59.43

2,49 112,79

81.62 49,05 12,48 73,45

9.3uh

10.3uli

Amtliche Notierung

Geld flrit

Amwche Notierung

Geld 2 rief

HmfL-lHott.

168,40

168,74

168.37

168,71

Bnen.-AireS

1.504

1,508

1,505

1.509

Brss.-Änkw-

58,51

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58.585

Christiania.

112,19

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112,17

112,31

flop:nbag:n

112,21

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Stockholm .

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Helktngfors.

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Italien. . .

21,93

21,97

21,935

21,975

London. . .

20,376

20,416

20,37

20,41

JieHDorf . .

4,188

4,196

4,188

4,196

Paris....

16,465

16,505

16,465

16.505

Schwei; . .

81,33

81,49

81,32

81,48

Spanten. .

49,12

49.22

49,25

49.35

Japan . . .

2,061

2,075

2,071

2,075

Wo de.Ian

0,452

0,454

0,454

0,456

Dien in

Cefl. abgest

19,155

59,275

59,16

59,28

Prag . . . .

12,429

12,449

12,426

12.446

Belgrad . .

7,423

7,437

7,423

7,437

Badaptst. .

73,33

73,47

73,32

73.46

Bulgarien.

3,037

3,043

3,037

3,043

Lissabon . .

18,78

18,82

18,78

18,82

Tanttg. . .

81,43

81.59

81,42

81,58

Konstantia.

1,784

1,739

1,784

1,789

Alben. . .

5.43

5.44

5,425

5,435

Canada . .

4,186

4,194

4,186

4,194

Urn-nay. -

3,566

3,574

3,576

3,584

Lmro . . .

20,89

20,93

20,88

20,32