Wirtschaft.
Oie Arbeitsmarktlage im Reich.
Die Zahl der Hauptunter st ützungs- empsänger hat in der Zeit vom 16. big 30. Juni zwar noch um rund 36 000 — stärker als im gleichen Zeitpunkt früherer Jahre, aber weniger als in der ersten Iunihälfte — abgenommen. 3m Gesamtbild zeigte sich jedoch, daß die verzögerte diesjährige FrühjahrSentlastung deS Arbeitsmarktes als vorläufig beendet anzusehen ist. Dafür sprechen besonders die umsang- reichen Aussteuerungen und die ständige weitere Zunahme der Zahl der Krisenunterstützten.
Aach den vorläufigen Meldungen der Arbeitsämter gab es am 30. 3uni in der Arbeitslosenversicherung 1 468 886, in der Krisenunte^stühung 364 593 Hauptunterstützungsempfänger. CBa einer Gesamtzahl von rd. 1 833 000 Unterstützten ist die Ueberlagerung gegenüber dem Vorjahr, die rd. 900 000 Köpfe betrug, nicht weiter onge- wach s^n.
Einschließlich eines gewissen Bestandteils nicht voll leistungsfähiger Arbeitskräfte wurden am 30. Juni bei den Arbeitsämtern rund 2 690 0C0 verfügbare Arbeitsuchende gezählt; wieweit diese Zahl eines Stichtages von der starken Fluktuation kurzfristig Beschäftigter beeinflußt ist, läßt sich nicht übersehen. Aach Abzug derjenigen, die sich noch in gekündigter oder ungekündigter Stellung oder in Aotstandsarbeit befanden, müssen etwa 2 636 000 als arbeitslos gelten.
Sesriedigende Entlastung der ReichSbank.
Der Reichsbankausweis vom 7. 3uli zeigt angesichts der geringen Inanspruchnahme zum HalbjahrSultimo eine befriedigende Entlastung. Die Lombardkredite von 130 Mill. Mk. sind bereit- vollständig wieder abgedeckt worden, und mit einem Rückgang der gesamten Kapital- anlaae in Höhe von 267,3 Mill. Mk. erreicht die Entlastung fast 50 Prozent der zum Ultimo eingctretenen Steigerung. Die Entlastung entspricht also den Erwartungen, die man angesichts der günstigen Geldmarktverhältnisse hegen konnte. Bewegungen bei zwei Posten des Ausweises sind von Interesse, nämlich bei den Deckungsdevisen, die sich um 36,3 Mill. Mk. verringert haben, und bei den Giroguthaben, die eine Abnahme um 110,6 Mill. Mk. aufweisen. Die Verringerung der Deckungsdevisen hängt offenbar mit der zunehmenden Rückzahlung von Auslandkrediten zusammen, indem die Reichsbank die durch sie eingetretene Devisennachfrage befriedigen muhte. Der Rückgang der Giroguthaben erklärt sich aus dem Dargeldbedarf insbesondere für die Reisezeit.
*
7prozentige Goldpfandbriese der Bayer. Handelsbank. Die Bayerische Handelsbank in München erhielt die Genehmigung zur Ausgabe von 10 Mill. Mk. sie- benproz. Goldhypothekcnpfandbriefen Reihe IV.
• Stollwerck-Reichardt. Wie wir hören, haben die Verhandlungen Stollwerck-Reichardt zum Abschluß geführt. Die Geschäftsbetriebe der Reichardt-Werke gehen an Gebr. Stollwerck übet und werden als selbständige Unternehmen weitcrgesührt. Das Reichardt-Werk arbeitet zunächst in dem bisherigen Rahmen weiter.
* Leonhard Tietz AG., Köln. In der G.-D. kam eS zu einer mehrstündigen Debatte zwischen der Opposition unter Führung von 5>r. Alsberg, Berlin, der die Dividendenpolitik der Verwaltung und die Bilanz bemängelte, und der Verwaltung. Der Antrag des Opponenten, die Dividende auf 15 Proz. zu erhöhen, wurde abgelehnt und die Verteilung von wieder 10 Proz. Dividende beschlossen. Dr. Alsberg meldete Protest an. Die Umsätze des Konzerns in den ersten 5 Monaten 1930 betrugen 82,43 Mill. Mark.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 10. Juli. Tendenz fester. Die Situation um die Deckungsvorlage Hot sich wieder etwas verschlechtert. Eine völlige Einigung wurde noch nicht erzielt, doch war die Stimmung an der Börse weiter freundlich, da auf der anderen Seite die feste gestrige Aeuyorker Börse und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nach Erledigung der innenpolitischen Schwierigkeiten einen Ansporn gaben. Der Ordereingang von Publikumsseite war immer noch sehr bescheiden. Dafür machte sich ober von Schweizer
Aus aller Welt.
Die herbstmanöoer der Reichswehr.
Die Vorbereitungen der diesjährigen Herbstmanöver der Reichswehr und der Reichsmarine gehen allmählich ihrem Ende entgegen. Eine Beeinträchtigung der Manöver durch weitere Etatkürzungen wird nicht befürchtet, da auch die diesjährigen Manöver nur in ganz engem Rahmen obgehalten werden sollen. Bei der großen Parade, die beim Abschluß der Rahmenübung der 5. Division (zu der auch das 15. 2nf.-Rgt., Gießen, gehört) gegen die 3. K a - valleriedivision im Raume zwischen Meiningen — Kissingen — Würzburg abgehalten werden soll, wird auch Rcichspräsi- oent von Hindenburg nach den jetzigen Dispositionen anwesend sein. Wie sich die Klebungen der Reichsmarine gestalten werden, ist zur Zeit aber noch nicht zu überblicken. Die übrigen Truppenteile werden lediglich Hebungen aus ihren Truppenübungsplätzen abhalten, da die Finanzlage des Reiches die Bereitstellung größerer Mittel zu diesem Zwecke nicht ermöglicht.
Ivo sollen die Olympischen Spiele stallfinden?
Auf dem kürzlich in Berlin stattgefundenen Olympischen Kongreß hatte sich u. a. auch die Reichs- Hauptstadt um die Ucbertragung der Olympischen Spiele im Jahre 1936 beworben. Inzwischen ist nun innerhalb der beteiligten Kreise ein heftiger Streit um den Tagungsort ausgebrochen, da sich neben Berlin jetzt auch noch die Städte Köln, Düsseldorf, Nürnberg und Frank- furt beworben haben. Zn der nächsten Zeit soll zwischen den Interessenten eine Besprechung statt- finden, in der sich diese zunächst einmal einig werden sollen, um dann gemeinschaftlich im nächsten Jahre in Barcelona einen definitiven Borschlag unterbreiten können.
Revisionsverhandlung im Fall Böß.
Die Revisionsoerhandlung gegen Oberbürgermeister Böß findet vor dem II. Senat des Oberverwal- tungsgerichtes statt, jedoch voraussichtlich e r st im H e r b ft. Man hatte gehofft, daß im Interesse der Berliner Verwaltung die Vorbereitungen zur Re- Visionsinstanz möglichst beschleunigt werden würden. Das ist nicht der Fall. Es kann infolgedessen als ausgeschlossen gelten, daß Berlin noch im Jahre 1930 einen neuen Oberbürgermeister bekommt.
(Eröffnung der Schlußstrecke der Zugspihbahn.
Die Zahnradstreckr Eibsee-Zugspitz- platt her Bayerischen Zugspihbahn ist in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter des bayerischen Ministerpräsidenten und des Geheimrats Stimming vom Aorddeutschen Lloyd, feierlich eröffnet worden. Den kirchlichen Weiheakt nahm Kardinalerzbischof vonFaulhaber vor. Um 12.15 Uhr wurde in drei Sonderzügen die Bergfahrt vorn Bahnhof Eibsee zum Schnee- f e r n e r p l a 11 und zum neuerstandenen Schneefernerhaus angetreten, wo bei einem Frühstück in Reden Glückwünsche zu dem festlichen Ereignis ausgesprochen wurden.
Vie Angehörigen der Heilberufe.
Nach den Ermittlungen des Reichsgesundheits- amtes bis Ende 1928 nimmt die Zahl derjenigen Personen, die den Heilberufen angehören, stetig zu. In der Krankenbehandlung und Krankenpflege waren zu der genannten Zeit rund 250 000 Personen beruflich tätig. Es wurden insgesamt 45 948 rlerzte gezählt, darunter 2202 Aerztinnen. Anders ausgedrückt, kommen 7,2 Mente auf je 10 000 Einwohner. Die Zahl der Fachärzte beträgt 8347. Weiter gibt es in Deutschland 6733 Apothekenoor st and e, 4225 angeftcUte Apo- tiefer und 3785 in der Ausbildung begriffene Affistenten. Zahnärzte zählt man 8865, Zahntechniker 16 602. An Heilgehilfen und Masseuren wurden 9200 ermittelt. Berner- kenswert ist an der Statistik, daß die Zahl der Hebammen ständig abnimmt. Sie wird mit 28 102 angegeben, so daß also gegenüber der vorigen Zählung ein Rückgang um 1246 stattgefunden hat Als wichtigster Grund dafür wird der steigende Geburtenrückgang angegeben. An Krankenpflegepersonen wurden 101 668 ermittelt, davon sind 85 081 S ch w e st e r n.
von einem Geisteskranken ermordet.
3m Park der Grazer Irrenanstalt wurde die zehnjährige Tochter des Anstaltsarztes Dr. Maresch hinter einem Gebüsch ermordet ausgefunden. Unweit der Leiche fand man ein Paket mit gekochten Kartoffeln. Die Kartoffeln führten auf die Spur des Täters. Man hatte nämlich den 59jährigen Pflegling der Anstalt Krenn, der seit 1900 wegen Schwachsinns dort interniert ist, mit diesem Paket von der Arbeit heimkehren sehen. Auf die Frage, warum er das Kind getötet habe, erklärte er, die Begegnung mit dem Mädchen habe ihn so i n W u t gebracht, daß er das Kind mit einem Taschenmesser erstochen habe.
Don einem Wildschwein angefallen.
Auf dem Wege von Lohr am Main nach Frammersbach traf ein junger Mann auf dreizehn junge Wildschweine, von denen er eines einfangen wollte. Das dazu kommende Mutterschwein fiel jedoch den jungen Mann an, der sich vor ihm auf einen Baum retten muhte, unter dem das Muttertier Aufstellung nahm. Erst durch einen hinzukommenden Gendarmeriebeamten konnte der junge Mann aus seiner üblen Lage befreit werden.
Der Jliagarafaü fordert ein neues Todesopfer.
Der Niagarafall forderte wiederum ein Todes- opfer, als ein gewisser Stathakis sich mit einem schweren, eisenbeschlagenen H o l z f a ß in die reißenden Fälle stürzen ließ. Das Faß war mit Matrazen ausgepolstert und hatte für drei Stunden Sauerstoff. Das Faß ging sofort unter und wurde nicht mehr gefunden. Anscheinend ist es vollkommen in Stücke gerissen oder zwischen Felsen eingeklemmt. Die Hoffnung auf Rettung des waghalsigen Mannes ist aufgegeben worden.
Seite weiterhin Interesse für Elektrowerte bemerkbar, und in diesem Zusammenhang schritt die Kulisse zu stärkeren Deckungen, so daß in Spezialwerten das Geschäft lebhaftere Formen annehmen konnte. Die Tendenz war als fest zu bezeichnen. Die Spitzenwerte hatten teilweise beträchtliche Gewinne aufzuweisen. Die nicht günstige Arbeitsmarktlage und einige andere nachteilige Momente fielen kaum mehr ins Gewicht. Im Vordergründe des Interesses standen, wie schon erwähnt, Elektroaktien, und von diesen Siemens mit plus 6,5 Proz., Licht und Kraft, die bis zu 3,5 Proz. fester lagen, S ch u ck e r t, mit einem Gewinn von 5,25 und GesfüreI, die ebenfalls 3,5 Proz. anzogen. Am Chemiemarkt kam in 3.-0.-5 a r b e n erst ziemlich spät eine Rotiz zustande, was aber nicht auf eine Vernachlässigung zurückzuführen war. Die Kulisse beteiligte sich am Farbenmarkt reger am Geschäft. Dieses Papier gewann dann 1,5 Prozent. Die übrigen Werte des Chemiemarktes lagen unverändert, bzw. wenig verändert. Bei Holzverkohlung muh der Dividendenabschlag berücksichtigt werden. Der Montan- markt hatte nur kleinste LImsähe; auch die Besserungen blieben hier gering. Auch für K a I i- werte bestand wenig Rachfrage, doch wurden diese Papiere fester taxiert. Schiffahrts - werte wenig verändert. M i a g lagen nach der wieder stärkeren Abschwächung von gestern 1 Prozent erholt. Etwas schwächer eröffneten H o ch -
und Tiefbau, und am Kunstseidemarkt Demberg minus 1,5 Prozent; Deutsche Linoleum verloren 2,5 Prozent. Renten still, ohne erwähnenswerte Kursbewegung. 3m Verlaufe wurde das Geschäft stiller, die Tendenz war jedoch fest. Gegen Anfang zeigten sich zum Teil weitere Besserungen bis zu 1 Prozent. In Spezialaktien konnte man vereinzelt erneute Deckungen feststellen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Prozent wieder etwas versteift. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1920, gegen Pfund 20,394, London gegen Kabel 4,8695, gegen Paris 123,65, gegen Mailand 92,90, gegen Madrid 21,40, gegen Schweiz 25,04, gegen Holland 12,0990.
Berliner Börse.
Berlin, 10. Juli. Auch die heutige Börse entsprach zu Beginn den Erwartungen des Vormittags und eröffnete in freundlicher und überwiegend festerer Haltung. Einige ungünstige Momente, wie die weitere Verschlechterung der Kohlenlage im Juni, die Stagnation am Arbeitsmarkt (die Arbeitslosenziffer hat in der zweiten Iunihälfte keinen Rückgang erfahren), die geplante Erhöhung der Personentarife bei der Reichsbahn und die schreckliche Katastrophe auf derGrube Wenzeslaus in Sch'esien,traten hinter ben_ besseren Aussich'en r" die Innenpolitik zurück. Auch die Meldungen von festeren
Auslandbörken (besonders Reuyork schloß sehr fest) verfehlten ihre Wirkung nicht und lösten bei der Spekulation, die ihre Tätigkeit gestern gegen Schluß der Börse wieder »^rstärkt hatte, Deckungsneigung aus, trotz relativ kleiner Umfaße (nur die Favoriten wie S i e in e nS und Schuckert hatten auf AuSlandläuse lebhafteres Geschäft), und so ergaben sich infolge der Marktleere nur 1 bis 3proz. Steigerungen. 'Die führenden Elektrowerte zogen bis 5 Prozent an. Die deutschen Renten hatten freundliche Tendenz. Von Ausländern gaben Bosnier bis 0,5 Proz. nach. Pfandbriefe waren gefragt. Die Geldsätze wiesen kaum Verände- besonders für spätere Fälligkeiten, waren gefragt. Die Geldsätze Diesem kaum Veränderungen auf. Tagesgeld 3 bis 5 Proz., RlonatS- geld 4,5 biS 5,75 Proz., Warenwechsel 3.75 Proz. Auch im Verlaufe blieb die Grundstimmung zuversichtlich. Die bekanntgewordene Meldung, daß die kommunalen Spihenverbände die 200 Millionen Mark der Reichsregierung für ihre Pläne der Arbeitsbeschaffung zur Verfügung stellt, wurde günstig kommentiert. Die Spekulation wurde dadurch veranlaßt, weitere Deckungen vorzunehmen. Die Schweiz bekundete für Gesfürel und Licht und Kraft weiter Interesse, so daß diese Werte, sowie dis schon oben erwähnten Favoriten, zu denen sich noch O st werke, Schultheis und Rhein. Braunkohlen gesellten, erneut etwa 1 bis 2 Proz. anziehen konnten. M i a g zogen bis auf 98 Prozent an.
Frankfurter Lchlachtvichinarkt.
Frankfurt a. M., 10. Juli. Auftrieb: Rinder 51, Kälber 867, Schafe 141, Schweine 900 Stück. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69, geringe Kälber 50 bis 64; Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel: Weide- mast 49 bis 52, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 44 bis 48; Schweine nicht notiert. Marktverlauf: Kälber und Schafe langsam, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, geräumt. Fettschweine schwer verkäuflich, ausverkauft.
Berliner Prodnktenmarkt.
Berlin, 9. Juli. Bei ruhigem Geschäft zeigte der Produktenmarkt einen stetigeren Unterton. Die Landwirtschaft ist mit Angebot in Getreide neuer Ernte vorsichtig und soweit Offerten vorliegen, lauten die Forderungen höher. Weizen aller und neuer Ernte erzielt bei geringen Umsätzen 1 bis 2 Mark höhere Preise, in Altroggen überwiegt weiterhin das Angebot, Roggen neuer Ernte wird vereinzelt von Provinzmühlen zu besseren Preisen ausgenommen als hi^r zu erzielen sind. Am Lieferungsmarkt zeigte sich angesichts der Erholung in Ueberfee und infolge der weiterhin geringen Andienungen wieder einige Deckungsnachsrage, so daß Iuliweizen 3,25, Iuliroggen 2 Mark höher einsehten. Weizen zur Herbstlieferung war um 1,50 bis 2,50 Mk. befestigt. Das Mehlgeschäft läßt keine Belebung erkennen, die Mühlenosferten lauten wenig verändert. In Hafer ist das Angebot geringer und leicht erhöhte Preise werden vom Konsum bewilligt. Gerste stetig. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, (fester); Roggen, märkischer, 172 bis 177 (fester); Gerste 160 bis 190 (stetig).
Schwurgericht Gießen.
In seiner zweiten Sitzung verhandelte das Schwurgericht gegen einen Dienstknecht wegen Meineids. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. B r i I I, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Zimmer. Der Angeklagte hatte in einem gegen ihn geführten Unterhattsprozeß beschworen, mit der Mutter des unehelichen Kindes, als dessen Vater er von dem Dorrnung verklagt worden war, keinen Verkehr gehabt zu haben. Die Anklage wirft ihm vor, diesen Eid wissentlich falsch geschworen zu haben. Rach dem Gutachten des Sachverständigen, Medizinalrats Dr. S c r i b a, ist der Angeklagte zwar etwas beschränkt, aber voll zurechnungsfähig. Da er int wesentlichen geständig ist, konnte die Verhandlung nach kurzer Beweisaufnahme rasch zu Etzde geführt werden. Der Angeklagte wurde, dem Anträge des Oberstaatsanwalts entsprechend, zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten, unter Anrechnung eines Teiles der Untersuchungshaft und zu den gesetzlichen Reoenstrafen verurteilt.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt deschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H.
Veriln
Frankfurt a. 271.
Berlin
Frankfurt a. M
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9. 7.
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9. 7.
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9. 7.
10. 7.
Datum
9. 7.
10. 7.
9 . 7.
10. 7.
6% Üeunax eteuDeaiutim von 1987 ........
7% Deutsche Reichranleihe von 1929 ..........
tcuffdx Anl.-Lblös.-Schuld mit Lu« ioi.-Rechten.......
ohne Sullos.-Rechte . .
8% Hell. SolKftaaf von 1929 (rttfiablb. 102%)......
cberhesien Provinz - Anleihe nrii Au«loi.-Rechten......
Tee Mit flamm. Sammelabi.
Anleihe Serie 1 .... -
8% ffrany. Hvp.-vank «oldpfe XIII unkündbar bi« 1934 . .
7% ffranks. Hvo.-Bank Soldpte unkündbar bU 1933 .....
<H% Rdeinllche Hop.-Banl Ligu. Soldpse........
8% Pr. Sanbeipfanbbriefanftal t, Pfandbriefe R. 17......
6% Pt. Landekpsandbrlefanstall, flornm.-CW.m. 20......
7% Pr. Landerplan dbriesanstall Pfandbrieke R. 10......
L.E.G. abg. BorkriegS-Obligatio nen. rückzahlbar 1932 ....
4% Oesterretchilche Goldrente . . 4,20% Lesterreichilche Silberrente 4% Lesterretchtlche Einheitliche
Rente...........
*% Ungarische Goldrente ....
4% Ungarische Staattrente v. 1910
<K% beJfll. Bon 1913.....
4% Ungarilche flronenrente . .
4% Türkische Zollanleihc von 1911
4% Türkische Vagdadbahn-Anl Serie 1...........
4% bHfll. Serie II.......
6% Rumänische vereinh. Rente Bon 1903 ..........
<H% Rumänische vereinh. Rente von 1918 ..........
<% Rumänische vereinh. Renke
103,5
59,9
8.75
96,5
57,25
58,5
101,5
96,25
90
101,5
97,25
96,25
94
26,75
2,9
1,925
23,2
1,8
i.O25
5
5
9,5
16
7,65
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ' 1 1 II । 1 1 1 1 1 || I ||
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8,7
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27
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23,3
19,6
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5,25
5,25
16,1
7,65
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Iw । o | uin Illa» || 1 | | | | | | | | | coÖj | |
vatnDutg Vimenla Patei - <
Hamburg-Tüdam. Dampfschifs. 8
Hansa Dampfschiss.....10
Norddeutscher Lloyd.....
Allgemeine Deutsche Crrdttanft. 10
Barmer Bankverein .... 10
Berliner Handelsgesellschaft . 12 kommen- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nakionalbanl 12 Deutsche Bant und
Disconio-Gelellschaft, ... 10
Dresdner Bank......10
ReichSbanI........12
s.r.»............6
Bergmann.........9
Elekir. LteferungSgeseMchaft. 10
Licht und Srast......10
gelten & Guilleaume . . . 7H
Gesellschaft für Elektrische
Unternehmungen .... 10
Hamburger ElektrizitätS-Werke 10
Rheinische Elektrizität .... 9
Schlesische Elektrizität. ... 10
Lchuckeri L 2v.......n
Liemene & Haleke . . . . , io Dranrravto ...... k
Lah meyer L Eo.......io
Luderu» . . ....... b
Deutsche Erdöl ....... f Ellcner Steinkohle......6
Geilenkirchener . ......k
Haroener.....••»..(
Hoelch Eisen........6V,
Iile Bergbau..... . 10
Slöcknerwerke ........ 7 flöln-Reuessen........'<
Mannesmann-Röhre« .... 7
Manrfelder Bergbau . .... 7
Oberschlel. Eilenbedarf . . . . 6
Lberschlel. flottwerke.....7
Phönix Bergbau......6%
Rheinische Braunkohlen . . 10
RheinSahl.........6
Riebeck Montan......7,2
97,5
97,25 111
138,25 197
130,25 130,5
255
'49
'44,5 107
145
i 208
— 160
72
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125 '18,5
92
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219 101,25
98
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151 z
147,75
148
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214,5
101,5
97
153
130 97,25 111,25 120,25
155,5 138.25
197
130,25 130,25
254
149,25 179
139 144,25
107
144,13 133,25
142 141,5 166,75
208
160
71,75 84.25
125
119 94,25
95.25
92 91,65 65,13 56,25
91,5
86
219 100,25
98.13
98,13
111
129 156.5 138.5
200
130.5 130.25
255.5
150,5 180
145,25
147,5 133,5
133 143.25
171 215,5
72,5 84.25 127.4 125.4
119,13 95,28
240
96 92,78 92,9
65,25
92,9
220,5 100,5
Beremigie Stahlwerke . Ltavi Minen......16*/,
Kaliwerke Ascherkleben ... IC Kaliwerke LZesteregeln ... IC Kaliwerke Salzdetfurth ... 15
I. G. Farben Industrie . . . U Dynamit Nobel ....... 6 Scheide anstatt........9
Goldschmidt........5
RütgerSwerke...... . . f
Metallgelelllchast.......e
Philipp Hol,mann......7
Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 Ban6 & Freytag......8
Schultheis Patzenhofer ... 15
Lstwerie.........12
91 tu...........18
Lemberg.........14
Zellstoff Daldbof .... 13'/, Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas........9
Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum ......
Maschinenbau A.-G......0
Rat. Automobil.......0
Lrenstetn & Koppel.....6
Leonhard Dietz ...... 10 Svenika...........
Frankfurter Maschmen .... 4
Gritzner....... 6
HeyltgenOaedt ....... v
Iunghans..........6
Lechwecke..........e
Mainkraftwerkr Höchst a. M.. .8 Mrag...........10
Gebr. Roeder ....... 10 Botgt & Haeffner ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10
85,5
200
204
355
157,75
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283 231,5
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196 46
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66,75 144
306
22,25 31,25
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93
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106
99.75
145,75
31,75
198
46,25
147
308
95
—
Banknoten.
Deoifvnmarft Berlin — Frankfurt a. M
Serlln, S. Juli
®tiE
Äries "
Kmenkanilche Roten ...... Belgische Noten .......
Dänische Noten ........
Englische Noten........
^ranjultldie Noten.......
Holländische Noten ....... Italienische Noten........
Norwegische Noten.......
Deutsch-L esterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten.......
Schwedische Noten ....... Schwerer Roten ........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten.....
Ungarische Noten........
4,172 58,45 '12,04
20,35
16,45
168.06
21,99
112,03
59,19
2,47
112,35
81,30
48,85
12,42 73,15
4.192 58,69
112,48
20,43
16,51 168,74
22,07 112,47
59.43
2,49 112,79
81.62 49,05 12,48 73,45
9.3uh
10.3uli
Amtliche Notierung
Geld flrit’
Amwche Notierung
Geld 2 rief
HmfL-lHott.
168,40
168,74
168.37
168,71
Bnen.-AireS
1.504
1,508
1,505
1.509
Brss.-Änkw-
58,51
58,63
58,465
58.585
Christiania.
112,19
112,41
112,17
112,31
flop:nbag:n
112,21
112,43
112,19
112,41
Stockholm .
112,52
112.74
112,51
112,73
Helktngfors.
10,539
10,559
10,54
10,56
Italien. . .
21,93
21,97
21,935
21,975
London. . .
20,376
20,416
20,37
20,41
’JieHDorf . .
4,188
4,196
4,188
4,196
Paris....
16,465
16,505
16,465
16.505
Schwei; . .
81,33
81,49
81,32
81,48
Spanten. .
49,12
49.22
49,25
49.35
Japan . . .
2,061
2,075
2,071
2,075
Wo de.Ian
0,452
0,454
0,454
0,456
Dien in
Cefl. abgest
19,155
59,275
59,16
59,28
Prag . . . .
12,429
12,449
12,426
12.446
Belgrad . .
7,423
7,437
7,423
7,437
Badaptst. .
73,33
73,47
73,32
73.46
Bulgarien.
3,037
3,043
3,037
3,043
Lissabon . .
18,78
18,82
18,78
18,82
Tanttg. . .
81,43
81.59
81,42
81,58
Konstantia.
1,784
1,739
1,784
1,789
Alben. . .
5.43
5.44
5,425
5,435
Canada . .
4,186
4,194
4,186
4,194
Urn-nay. -
3,566
3,574
3,576
3,584
Lmro . . .
20,89
20,93
20,88
20,32


