Einzelbild herunterladen

Kreistierschaufest in Wetzlar.

Zweiter Festtag. - Oie Ergebnisse der Prämiierung.

O Wetzlar, 7. Juli. Der zweite Festtag deS Kreistierschaufestes war in der Hauptsache mit der Prämiierung der aus­gestellten Tiere ausgefüllt. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis:

I. Vogelsberger Rindvieh.

Kl. I: Bullen im Alter von 8/< b i s IVg Jahren. Preise: 1b. Gemeinde Lützel­linden 40 Mk.; 2. Georg Depler, Hörnsheim, 30 Ml.; 3a. Karl Jung II., Hochelheim 20 Mk.; 3b. Otto Schneider, Hörnsheim, 20 Mk.; 3c. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim, 20 Mk. Lo­bende Anerkennung: Anton Schmidt V. und Gg. Müller IV., Hörnsheim, je 10 Mk.

Kl. ll: Bullen im Alter von IV, bis 2V, Jahren. Preise: 2b. Gemeinde Hörnsheim 50 Mk.; 3a. Anton Biehmann IV., Hochelheim, 30 Mk. Lobende Anerkennung: Karl Schmidt, Groh-Rechtenbach 15 Mk.

Kl. III: Dullen im Altervon mehrals 21/, Jahren. Preise: 1. Gemeinde Hörnsheim 100 Mk., gestiftet von der Stadt Wetzlar; 2. Jo­hannes Eckhardt, Hochelheim, 60 Mk.

Kl. IV: Rinder im Alter von 12 bis 21 Monaten. Preise: 2a. Philipp Eckhardt, Hochelheim, 15 Mk.; 2c. Anton Zörb, Hörns­heim, 15 Mk.

Kl. V: Rinder im Alter von mehr als21 Monaten. Preise: la. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim, 30 Mk.; 2a. Ferdinand Engel, Hörnsheim, 25 Mk., gestiftet von der Gemeinde Riederkleen; 2c. Anton Gümbel, Hörnsheim, 25 Mark; 2d. Wilh. Depler, Hörnsheim 25 Mk.; 3a. Otto Schneider, Hörnsheim, 20 Mk.; 3d. der­selbe 20 Mk. 3f. Friedrich Bogt, Hochelheim, 20 Mk.; 3h. Ferdinand Engel, Hörnsheim, 20 Mark; 4b. Anton Engel V., Hörnsheim. 10 Mk. Lobende Anerkennung: Johs. Krombach, Lützel­linden, 5 Mk.

Kl.VI: Kühe im Alter bis zu 6 Jah­ren. a) sichtbar tragend. Preise: 1. Wilhelm Depler, Hörnsheim, 50 Mk.; 2a. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim, 40 Mk.; 3a. Heinrich Hof­mann I., Hörnsheim, 30 Mk.; 3c. Otto Schneider, Hörnsheim, 30 Mk.; 4a. Wilh. Ludwig, Hörns­heim, 20 Mk.; 4b. Anton Engel V., Hörnsheim, 20 Mk.; b) Kühe in Milch: 1. Ehrenpreis Ferd. Engel, Hörnsheim, 50 Mk.; 2. Ehrenpreis Anton Engel V., Hörnsheim 50 Mk.; 3. Ehrenpreis Otto Schneider, Hörnsheim, 50 Mk.; la. Anton Engel V., Hörnsheim, 40 Mk.; 1b. Georg Depler, Hörnsheim, 40 J2lf.; 2b. Georg Depler, Hörns­heim, 30 Mk.; 2c. Karl Biehmann, Hochelheim, 30 Mk.; 3b. Ferd. Engel, Hörnsheim, 20 Mk.; 3c. Johannes Weber Ww., Hochelheim, 20Mk.; 3d. Johannes Krombach, Lützellinden, 20 Mk.; 4b. derselbe 10 Mk.; 4d. Johannes Weber Ww., Hochelheim, 10 Mk. Lobende Anerkennung: die­selbe 5 Mark.

Kl. VII: Kühe im Alter von mehr als 6 Jahren, a) sichtbar tragend. Preise: 2b. Jo­hannes Weber Ww., Hochelheim, 40 Mk.; 3. Georg Depler, Hörnsheim, 20 Mk.; b) Kühe in Milch. Preise: la. Wilh. Depler, Hörnsheim, 50 Mk.; 2a. Otto Schneider, Hörnsheim, 40Mk.; 2b. Anton Hartmannshenn, Hochelheim, 40 Mk.; 2c. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim, 40 Mk.; 3a. Johannes Krombach, Lützellinden, 30 Mk.; 3b. Anton Hartmannshenn, Hochelheim, 20 M.; 3c. Louis Engel, Riederkleen, 20 Mk.; 3c. Jo­hannes Will, Hörnsheim, 20 Mk. Lobende An­erkennung: Heinrich Hofmann I., Hörnsheim, 5 Mark.

SU. VIII: Familien. Kühe mit minde­stens zwei Rachkommen. Preise: 1. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim, 40 Mk.; 2a. Otto Schneider, Hörnsheim, 25 Mk.

Kl. IX: Milchleistungswettbewerb. Preise: la. Wilh. Depler, Hörnsheim, 15 Mk.; 1b. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim, 15 Mk.; 1c. Georg Depler, Hörnsheim, 15 Mk.; lb. der­selbe 15 Mk.; le. Johannes Will, Hörnsheim, 15 Mk.; 2a. Anton Hartmannshenn, Hochelheim, 10Mk.; 2b. Ferd. Engel, Hörnsheim, 10Mk.; 2c. Johs. Weber Ww., Hochelheim, 10 Mk.; 2d. Anton Hartmannshenn, Hochelheim, 10 Mk.; 3a. Otto Schneider, Hörnsheim, 5 Mk.; 3b. Ant. Schwarz Ww., Hörnsheim, 5 Mk.; 3c. Anton Engel V.. Hörnsheim, 5 Mk.; 3c. Gemeinde Lützellinden 5 Mk.; 3f. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim 5 Mark.

Kl. X: Sammlungen, aus einer Gemeinde mindestens 8 Tiere, darunter ein angekörter Dulle, 4 Kühe und 3 Rinder oder an Stelle der letzteren 2 Rinder und 1 Jungbulle. Preise: 1. Gemeinde Hörnsheim 50 Mk.; 3a. Gemeinde Hochelheim 30 Mk.

Kl. XI: Sammlungen aus Einzel st al­len mit mindestens 4 Tieren, wovon mindestens zwei selbstgezüchiet sein müssen. Preise: la. Wil­helm Depler, Hörnsheim, ein Prismenfernglas, gestiftet von der Firma Hensoldt, Wetzlar; lb. Anton Schwarz Ww., Hörnsheim, 30 Mk.; 2b. Otto Schneider, Hörnsheim, 25 Mk.; 3c. Anton Engel V., Hörnsheim, 15 Mk.; 3d. Johannes Krombach, Lützellinden, 15 Mk.; 4. Johannes Weber Ww., Hochelheim, 10 Mk.

III. Pferde. A. Kaltblut.

Kl. I: Stuten im Alter von mehr als vier Jahren, mit oder ohne Fohlen. Preise: 1. Hch. Haub II., Riederkleen, 40 Mk.; 2. Johannes We­ber Ww., Hochelheim, 30 Mk.; 4a. Louis Volk, Hörnsheim, 15 Mk.; 4b. Wilh. Diehl, Rieder­kleen, 1 Dutzend silberne Kaffeelöffel (gestiftet von Apothekenbesiher Dahr, Wetzlar); 4c. Karl Höringer, Riederkleen, 15 Mk.

Kl. III: Fohlen im Alter von 2 Jahren: 1. Karl Schütz II., Oberkleen, 20 Mk.

Kl. IV: Fohlen im Alter von 1 Jahr: 1. Jo­hannes Weber Ww., Hochelheim, 20 Mk.

B. Warmblut.

Kl. VI: Stuten im Alter von mehr als 4 Jahren, mit oder ohne Fohlen. Preise: 1. Wilh. Glaum, Riederkleen, 40 Mk.; 2. Otto Schneider, Hörnsheim, 30 Mk.; 3b. Ludwig Pepler, Hörnsheim, 20 Mk. Lobende Anerken­nung: Johannes Engel, Hörnsheim, und Wilh. Glaum, Riederkleen, je 8 Mk.

IV. Schweine.

Kl. I: Eber im Alter bis zu 12 Monaten. Preise: 1. Anton Engel V., Hörnsheim, 20 Mk. und einen Schweinetrog, gestiftet von Dorsteher Reeb, Leun; 2. Louis Volk, Hörnsheim, 20 Rkk.; 3. Johannes Dolk, Hörnsheim, 15 Mk. Lobende Anerkennung: Johs. Engel VII., Hörnsheim, 5 Mark.

Kl. III: Eber im Alter von mehr als 18 Mo­naten. 2. Johs. Dolk, Hörnsheim, 30 Mk.;

Kl. IV: Sauen im Alter bis zu 12 Monaten. 1. Gg. Müller IV., Hörnsheim, 30 Mk.; 2. Anton Engel, Hörnsheim, 25 Mk., davon 15 Mk. ge­stiftet von dem Schweinezuchtverein für den Kreis Wetzlar; 2. Wilh. Ludwig, Hörnsheim, 25 Mk.; 3. Johs. Will, Hörnsheim. 20 Mk.; 3. Anton Engel V.. Hörnsheim, 20 Mk.; 4. Louis Dolk, Hörnsheim, 10 Mk.; 4. Anton Engel V.,Hörns­heim, 10 Mk.

Kl. V: Sauen im Alter von 12 bis 24 Mo­naten. 1. Albert Engel, Hörnsheim, 30 Mk.; 2. Ferd. Engel, Hörnsheim, 20 Mk.

Kl. VI: Sauen tm Alter von mehr als 24 Monaten. Preise: lb. Wilh. Ludwig, Hörns­heim, 30 Mk.; 2. Johs. Engel VII., Hörnsheim, 25 Mk.; 3. Otto Schneider, Hörnsheim, 15 Mk.

Die Sünde

der Senate Mercandin.

Vornan von Fred Aeliuü.

16 Fortsetzung Nachdruck verboten

Run war Renate auf die große Straße abge­bogen. Griebenow erkannte das besonnte Weiß des Chiffonkleides, den großen Florentiner Hut und darunter ihre blonden Haare. Zwei Minuten später war ^r an ihrer linken Seite.

Meine gnädige Frau.. .1" Er lüftete den Hut.

Da zuckte sie zusammen und blieb unwillkürlich stehen.

Ich bitte um Verzeihung, daß ich Sie vorhin so spät erkannte", sagte er.Die Kapelle spielte nämlich gerade den Straußschen Kaisecwalzer, und ich war weit fort. In Berlin. Ich träumte, ich sei eines Winterabends in dem Hause des Geheimrats Reugereuth, und ich tanzte dort. Ich tanzte mit Frau Mercandin."

So, so..." Sie lächelte. Run ging sie weiter.

Unb wo waren Sie denn heute mittag, gnä­dige Frau? Sanssouci vermißte Sie beim Esten."

Ich war zu Mittag mit Bekannten in der Teichmann-Daude. Später sollte ich im Auto nach Warmbrunn. Ich mochte nicht."

Das ist herrlich", sagte er.Lind nun?"

Sie zuckte leicht die Schultern, blieb dann stehen und sah an ihm vorbei. Sie standen jetzt vor einer Bude mit geschnitzten Holzsiguren und be­malten Bauerntellern. Hinter ihnen kam ein leerer Wagen. Kurz entschlossen drehte Grie- benow sich um und rief ihn an. Dann trat er wieder zu Renate Mercandin. Gr zeigte nach dem Wagen.

Darf ich bitten..."

Was denn?"

Wollen wir nicht fahren? Es ist heiß und staubig. Der Weg wird steil, und Ihr weißes Chiffonkleid kann schmutzig werden."

Sie lächelte. Sah ihn an und schüttelte den Kopf.Ihre Sorge, lieber Freund, um mein Kleid?" Aber dann, mit einem plötzlichen Ent­schluß drängte sie den Widerstand in sich zurück und ging zum Wagen.

Also gut fahren wir."

Elastisch stieg sie ein, ehe Griebenow ihr Helsen konnte. Sie nahm den rechten Sitz. Der Kutscher drehte sich zu Griebenow herum, der noch am Trittbrett stand.Wohin?"

Spazieren", sagte der.Wohin Sie wollen." Run ging es los. Die Schimmel zogen an. Talwärts fuhr der Wagen... durch Rieder- Krumhübel hindurch... vorbei am Steigerturm

der Feuerwehr und dem GasthausRiesenge­birge" in das Tal der kleinen Lomnitz.

Bitte, umdrehen", sagte du Renate Mer­candin.

Griebenow sah nach der Armbanduhr.Es ist jetzt fünf. Ich habe eine große, große Ditte. Ich möchte Ihnen über alles gern meine Heimat zeigen: Schmiedeberg. Wir sind in einer Stunde dort. Ich zeige Ihnen schnell die Kirche... eine Teppichweberei. Wir essen eine Kleinigkeit, ihn sieben fahren wir zurück. Gegen neun Uhr sind wir wieder im Hotel."

Sie blickte links, sah ihn an mit einem Dlick, der ihn durchstrahlte bis zum letzten Rerv. Sie lächelte. Ein sonderbares Lächeln.

Ich denke, daß Sie heute abend reisen wollen?"

Ach, du lieber Himmel... sagten Sie nicht selber: heute abend oder morgen früh? Sehen Sie, gnädige Frau, ich bin den ganzen unerträg­lich heißen Sommer in das Joch gespannt ge­wesen. Ich verlange auch in Zukunft keinen Urlaub. ilnb nun bin ich dienstlich hier. Ich bin erst am Bormittag angekommen. Soll ich schon nachmittags wieder reisen? Soll ich baß?

Sie schwieg.

Rein, ich soll bas nicht. Ich soll erst morgen mit dem Frühzug reisen und dann mittags in Berlin sein nicht wahr?" Plötzlich stieß er einen Jodler aus, daß sie jäh zusammenschreckte. Dank schön, meine gnädige Frau... ganz un­ermeßlich vielen Dank für Ihre Güte. Dafür, daß Sie mir die Ehre antun, jetzt mit mir nach Schmiedeberg zu fahren. Dafür, daß ich Ihnen jetzt das liebe, dumme, kleine, alte Städtchen zeigen werde. Schmiedeberg wird flaggen. Schmiedeberg wird Böller lösenl"

Plötzlich griff er nach der Hand Frau Mer- candins, zog sie an den Mund und küßte fie.

Schnell entzog sie ihm die Hand.

Dann lachte sie.

*

Der Wagen rollte über die Landstraße... durch Steinseisfen hindurch... vorbei an der Schmiede und am Kretscham.

Gin ländliches Idyll.

Tiefer Friede unter den Dorflinden. Kinder spielten. Eine Rinderherde zog des Wegs. Ge­spanne kehrten von der Arbeit heim. Die Mücken summten. Des Sommers Zauberduft in Baum und Strauch.

Hinter Steinfeiffen kam Feld.

Stolz zeigte Griebenow in die besonnte Weite. Das ist meine Heimat", sagte er. Seine Stimme schwang.Zwanzig Jahre bin ich fortgewesen. Lind nun komme ich zurück. Gin Erlebnis ist das heute für mich... ein Erleben zweifach."

Zwischen wogenden Feldern und träumenden Weilern fuhren fie dahin. Ein bewaldeter Berg­hügel hob sich abseits vom Weg. Wie ein Silber-

Lobende Anerkennung: Louis Bolk, Hörnsheim, 5 Mark.

SU. VII: Familien mit mindestens drei Generationen, davon mindestens zwei gezüchtet. 2. Johs. Engel VII., Hörnsheim, 15 Mk.

SU. VIII; Sammlungen aus einer Ge­meinde, mindestens 8 Tiere, darunter ein ange­körter Eber und 7 Sauen. 1. Gemeinde Hörns­heim 20 Mk.

Kl. IX: Sammlungen aus Einzel­ställen mit mindestens vier Tieren, davon min­destens zwei selbstgezüchtet, la. Anton Engel, Hörnsheim, 20 Mk. und große Preismünze der Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz.

V. Schafe. A. Deutsche fchwarzköpsige Fleischschafe.

SU. la: Böcke im Alter bis zu zwei Jahren. Pr.: 1. Schäfereigenossenschaft Hochelheim 12 Mk.; 2a. Schäfereigenossenschaft Hörnsheim 8 Mk.; 2b. Stammschäferei Riederkleen 8 Mk.

Kl. Ib: Böcke im Alter von mehr als 2 Jah­ren. 2. Stammschäferei Riederkleen 8 Mk.;

Kl. II: Schafe mit mindestens vier breiten Zähnen, a) mit Lämmern. Preise: 2b. Otto Röhrig, Hochelheim, 8 Mk.; 2c. Karl Jung, Hochelheim, 8 Mk.; 3a. Ot<o Röhrig. Hochelheim, 5 Mk.; 3b. Friede. Zörb II., Hochelheim, 5 Mk.; 3c. Anton Hartmannshenn, Hochelheim, 5 Mk.; 4a. Johs. Weber, Hochelheim, 3 Mk.; 4b. Johs. Eckhardt, Hochelheim, 3 Mk. Lobende Anerken­nung: Johs. Eckhardt, Hochelheim, 2 Mk. und Wilh. Lang, Hochelheim, 2 Mk.

Kl. III: Jährlinge mit höchstens zwei brei­ten Zähnen. Preise: 2a. Wilh. Lang, Hochelheim, 5 Mk.; 2b. Johannes Meier Ww., Riederkleen, 5 Mk.; 2c. Johs. Spies !., Riederkleen, 5 Mk.; 2d. Heinr. Rern, Riederkleen, 5 Mk.; 3a. Louis - Engel, Riederkleen, 3 Mk.; 3b. Wilh. Glaum II., Riederkleen, 3 Mk.; 3c. Johs. Eisenhardt, Nie­derkleen, 3 Mk.; 3d. Heinr. Ohly, Riederkleen, 3 Mk.; 3e. Louis Engel, Riederkleen, 3 Mk.; 3g. Johs. Rern VII., Riederkleen, 3 Mk. Lo­bende Anerkennung: Heinr. Rücker, Riederkleen und Louis Messerschmidt, Riederkleen, je 2 Mk.

B. veredelte sonstige Landschafe.

Kl. I V: Böcke im Alter von mehr als 2 Jah­ren. 1. Echäfereigesellschaft Hörnsheim 12 Mk.

Kl. V: Schafe mit mindestens vier breiten Zähnen. Preise: 1. Anton Ohly, Hörnsheim, 10 Mark; 2a. Johannes Engel, Hörnsheim, 8Mk.; 2b. Heinr. Eisenhardt, Riederkleen, 8 Mk.; 2c. Heinr. Rern, Riederkleen, 8 Mk.; 2d. Ludwig Engel Ww., Hörnsheim, 8 Mk.; 3b. Wilhelm Schupp, Riederkleen, 5 Mk.; 3c. Louis Engel, Riederkleen, 5Mk.; 3d. Louis Messerschmidt, Rie- kleen 5 Mk.; 4a. Ludw. Pepler, Hörnsheim, 3 Mk.; 4e. Heinr. Eisenhardt, Riederkleen,3Mk. Lobende Anerkennung: Anton Engel V.. Hörns­heim, Wilh. Lang I., Hörnsheim, Anton Ohly, Hörnsheim, Heinr. Depker, Riederkleen und Hch. Rern, Riederkleen, je 2 Mk.

SU. 6: Jährlinge mit höchstens zwei brei­ten Zähnen. Preise: 1. Karl Jung, Riederkleen, 8 Mk.; 2a. Wilh. Schupp, Riederkleen, 5 Mk.; 2f. Heinr. Höringer, Riederkleen, 5 Mk.; 3a. Heinr. Ohly, Riederkleen, 3 Mk.; 3b. Louis Engel, Riederkleen, 3 Mk.; 3d. Johs. Will, Hörnsheim, 3 Mk. Lobende Anerkennung: Karl Hofmann, Riederkleen, 2 Mk.

C. Unveredelte Landfchafe.

Kl.VIII: Schafe mit mindestens vier breiten Zähnen. Preise: 1. Johann Weber Ww., Hochel­heim, 10 Mk.; 2. Philipp Weber, Hochelheim, und Friedr. Jung, Hochelheim, je 8-Mk.; 3. Louis Engel, Riederkleen, und Anton Zörb, Hochelheim, je 5 Mk. Lobende Anerkennung: Heinr. Schmal­bach, Hochelheim, und Otto Röhrig, Hochelheim, je 2 Mark.

Kl. IX: Jährlinge mit höchstens zwei brei­ten Zähnen. 3. Louis Engel, Riederkleen, 5 Mk.

Kl. X: Sammlungen aus einer Gemeinde. Preise: la. Gemeinde Hörnsheim 10 Mark; lb. Gemeinde Riederkleen, 10 Mk.; 2b. Gemeinde

band schlängelte sich ein Dach von den Dergen her durch die fruchtbare Trift.

Allmählich strahlte die Sonne schräg. Aber die Hitze blieb. Unerträglich stachen die Fliegen. gibt Regen, dachte Griebenow. Die Grillen zirpten. Die Bienen sangen tm blühenden Klee. Griebenow stand auf. Tief zog er feinen Hut.

Wir find da. Schmiedeberg begrüßt durch mich die Schönste aller Frauen I"

Vorbei am Bahnhof ratterte der Wagen in das Städtchen Schmiedeberg. In der alten Berg- und Handelsstadt pulsierte noch der Markttag. Kleinstädter standen an den Ecken. Ferkel, Hühner, Gänse quietschten, gackerten und schnat­terten dazwischen. Hunde kläfften.

Als der Wagen vor dem gotischen Portal der alten Kirche hielt, blickte Griebenow zum Him­mel. Schwere schwarze Wolken türmten fid> am Horizent. Roch immer schien die Sonne. Aber ihre Strahlen waren fahl geworden. Dumpfe Stille hing bedrohlich in der Luft. Kein Wind­hauch ging.

Wir wollen uns beeilen", sagte Griebenow. Er öffnete die schwere Tür zur Kapelle.Der Wagen wartet draußen. Bitte, kommen Sie. "

*

Als fie eine Viertelstunde später wieder auf die Straße traten, hatte sich die Welt bemerkens­wert geändert.

Der ganze Himmel war von bläulichschwarzen Wolken überzogen. Der Sturmwind pfiff. Der Donner rollte. Gin erster schwerer Blitz zerriß das Firmament. Sie erreichten gerade noch mit knapper Rot den GasthofGoldener Stern". Als sie aus dem Wagen stiegen, löste sich der Himmel. Schwarze Wolken brachen. Regenströme klatsch­ten auf die Straße.

Im Handumdrehen wurden beide naß. Grie­benow riß schnell die Tür auf. Sie traten in den Flur. Beide atmeten erlöst.

Renate Mercandin blieb stehen und sah sich um. Beider Blicke trafen sich. Renate lachte. Ra, ich danke schön, Herr Schmiedebergeri"

Ach herrje...! Das hängt mir an, das hängt mir an. Der ganze große Festempfang ist jetzt verhagelt. Aber nun mal erst in das Trockene, bitte: hier herein!"

Er kannte alle Winkel imGoldenen Stern". Vom Flur aus kam man in ein allerliebstes kleines Trinkstübchen. Es war leer. Die Tür zum Rebenraum geschlossen.

Renate sah sich um. Wieder fiel ihr Blick auf Griebenow ... seltsam spürend und mit einem halben eingefrorenen Lächeln.

Reserviertes Zimmer also... Das gehört wohl auch zum Festempfang, Herr Schmiedeberger?"

Wortlos schob er den Tisch zur Seite, um ihr den Platz zum Ledersofa freizumachen. Danach ging er an die Tür zum Rebenzimmer und öffnete fie weit.

Hochelheim 8 Mk. Lobende Anerkennung: Ge­meinde Riederkleen 5 Mk.

VI. Ziegen.

Kl. la. Mutterlämmer. Preise: Ehrenpreis Heinrich Bepler II., Hörnsheim, 20 Mark; lb. Ludw. Schäfer, Hörnsheim, 12 Mark; 2a. Georg Weber IIL* Hörnsheim, 8 Mark; 2b. Albert Engel, Hörnsheim, 8 Mark; 3c. Anton Ohly, Hörnsheim, 5 Mark.

Kl. lb. Bocklämmer. Preise: Ehrenpreis Gg. Hinkler, Hörnsheim, 12 Mark und kleine Preis­münze der Landwirtschaftskammer für die Rhein- prooinz; la. Heinrich Volk I., Hörnsheim, 10 Mark; lb. Heinrich Zörb, Hörnsheim, 10 Mark; 2a. Gg. Hedrich, Hörnsheim, 8 Mark; 2b. Gg. Weber III., Hörnsheim, 8 Mark; 2c. August Wedel, Hörnsheim, 8 Mark; 3a. Gg. Hinkler, Hörnsheim, 6 Mark; 3b. Johannes Weber Wwe., Hochelheim, 6 Mark; 3c. Friedrich Jung Hochelheim, 6 Markiert Wilhelm Ludwig, Hörnsheim, 6 Mark; 4b. Wilhelm Müller I., Hörnsheim, 5 Mark; 4c. Wilhelm Ludwig III., Groß- Rechtenbach, 5 Mark; 4d. Albert Engel Hörnsheim, 5 Mark; Lobende Anerkennungen: Ludwig Rinker, Hörnsheim; Ludwig Pepler, Hörnsheim; Heinrich Luh, Lützellinden, je 2 Mark.

Kl.2. Böcke im Alter von 1 bis 2 Jahren: 2a. Ziegenzuchtverein Hörnsheim 15 Mark.

Kl. 4: Mutterziegen im Alter von 1 bis 2 Jahren: Prelle: Ehrenpreis Wilhelm Lenz I., Hörnsheim, 15 Mark; 2a. Georg Müller IV., Hörns- heinr 10 Mark; 2b. Wilhelm Ludwig, Hörnsheim, 10 Mark; 2c. Friedrich Jung, Hochelheim, 10 Mark; 3. Wilhelm Binz, Hörnsheim, 8 Mark.

Kl. 5. M u t t e r z i e g e n im Alter von mehr al» 2 Jahren. Prelle: la. Wilhelm Lenz I., Hörnsheim, 15 Mark: lb. Albert Engel, Hörnsheim, 15 Mark; 1c. derselbe, 15 Mark und Medaille vom Landwirt­schaftlichen Verein für Rheinpreußen; Id. Anton Ohly, Hörnsheim, 15 Mark; 2a. Gg. Hedrich, Hörns- heim, 12 Mark; 2b. Wilhelm Lang II., Hörnsheim, 12 Mark; 3a. Heinrich Zörb, Hörnsheim, 10 Mark; 3b. Johs. Weber Wwe., Hochelheim, 10 Mark; 3c. Ludwig Pepler, Hörnsheim, 10 Mark; 3d. Friedrich Jung, Hochelheim, 10 Mark; 3e. Gg. Hinkler, Hörns­heim, 10 Mark; Lobende Anerkennungen: Wilhelm Lenz I., Hörnsheim, und Anton Ohly, Hörnsheim, ,e 3 Mark.

Kl. 6. Familien: Ziegen mit mindestens zwei Rachkommen: 2. Friedrich Jung, Hochelheim, 10 Mk.

Kl. 7. SammlungenausEinzelställen: lb. Albert Engel, Hörnsheim, 15 Mark.

Kl. 8. Sammlungen aus einer Ge­meinde. 1. Gemeinde Hörnsheim, 20 Mark.

VII. Ruhgeflügel. A. Hühner.

Kl. 1. A l 11 i e r e. Preise: 2. Alfred Jung, Hochel­heim; Albert Engel jun., Hörnsheim; Friedrich Zörb III., Groß-Rechtenbach; Wilhelm Müller II., Hörnsheim; Heinrich Schaum, Hochelheim, je 6 Mk.; 3. Anton Zörb, Hörnsheim; Hermann Engel II., Hörnsheim; Louis Schmidt, Hörnsheim; Heinrich Zörb, Hörnsheim, je 3 Mark.

Kl. 2. Jungtiere. Preise: 2. Wilhelm Martin, Hochelheim; Heinrich Schaum, Hochelheim, 2 Preise, je ß Mark; 3. Anton Zörb jun., Hörnsheim; Wilhelm Müller II., Hörnsheim; Fritz Andermann, Lützel­linden; Albert Faber, Hörnsheim; H. Birkenstock, Hochelheim, je 3 Mark.

Kl. 4. Ente n. 2. Karl Hepp, Hochelheim, 6 Mark.

Auf einer Sonderausstellung (außer Konkurrenz) der EdelpelztierfarmenErma" (Besitzer Dr. med. Erler, Hörnsheim, undHüttenberg" (Besitzer Käsefabrikant Johs. Mehl, Hochelheims waren Nerze, südamerikanische Sumpfbiber und Edelkanin- chen zu sehen, die allgemein große Bewunderung fanden. Landrat Miß, Wetzlar, schilderte in seiner Ansprache die Notlage der Landwirtschaft, die trotz­dem erfreuliche Leistungen, besonders auf dem Ge­biete der Viehzucht, aufweise. Die Grüße der Be­zirksbauernschaft für Nassau und den Kreis Wetzlar überbrachte Geschäftsführer Dr. Becker, Limburg, lieber den Stand der Tierzucht im Kreise Wetzlar berichtete Tierzuchtinspektor Binkert, Koblenz.

Ein Kellner kam und legte Griebenow die Wein- und Speisekarte auf den Platz. Der Geruch von Speisen und von Küchendünsten drang jetzt durch die offene Tür. Man sah. wie sich nebenan die Gäste unterhielten und wie sie lachten. Fernab hörte man den Regen rauschen und den Donner rollen.

Renate Mercandin blickte auf die Speisekarte. Allerlei Gedanken kreuzten ihr Gehirn. Leichte- Unbehagen kroch an sie heran. Diese Fahrt zu zweien schien in Bahnen zu geraten, die sie nicht vorausgesehen hatte. Das Gewitter raubte ihr die Freiheit der Entschließung. Wohl für eine Stunde bis das Wetter sich beruhigt hatte mußte fie hierbleiben. Mitgefangen mitgehangen!

Der Kellner stand und wartete, was fie be­stellen werde. Sie bat um Toast und kalte- Fleisch. Griebenow studierte immer noch die Karte mit den Weinen. Seine Kehle brannte. Er hätte für fein Leben gern Sekt bestellt. Er hatte da- Empfinden, daß er dies nicht dürfe, daß dies nicht am Platze und geschmacklos wäre.

Er fragte, welchen Wein Frau Mercandin befehle Weiß, Rot, oder...

Irgendeinen Sauerbrunnen, bitte."

So saßen sie und aßen ihre Brote mit dem kalten Aufschnitt. Griebenow tränt eine Halde Flasche Wein, Renate ihren Säuerling. Der Regen klatschte feine Sturmflut an die Scheiben. Die Blitze zuckten, und der Donner krachte, daß es schien, als ob der Himmel bersten wolle.

Beide mühten sich, der Stunde ihre beste Seite abzuringen. Griebenow empfand in tiefster Seele wonniges Beglücktsein über diese Zweisamkeit mit der geliebten Frau. Alles war so wundersam und unwahrscheinlich und trotzdem zum Greifen deutlich. Man war allein, zwei Wcnschen Weib und Mann. Wie auf einer Insel saßen sie. Die Welt versank. Beider Blicke kreuzten sich. Die Ströme ihres Atems flössen ineinander. Es war der Anfang und der Gipfel und das Ende alles Glücks.

So zog er sämtliche Register seiner Sonnen­laune auf. Er sprühte Witz, erzählte tausend Dinge, die fie lachen machten. Sie mußte mit, widerstrebend und doch weich im Willen.

Und dann war es acht Uhr abends.

Renate blickte nach der Armbanduhr und schüt­telte den Kopf.

So geht das nicht, mein Freund. Wir müssen heim."

Wenn cs aber doch noch regnet.

Wahrscheinlich regnet es die ganze Rächt hindurch."

Ich werde mal mit Petru- sprechen", sagte Griebenow. Er stand auf, begab sich vor die Haustür und sah nach dem Wetter. Die Straße war ein See. Schwarze Hoffnungslosigkeit verhing den Himmel. (Fortsetzung folgt)