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(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Nr. 159 Zweites Blatt
Donnerstag, 10. Juli 1950
Wie Ost- und Westpreußen deutsch blieben.
Oie ostdeutschen Volksabstimmungen am 11. Juli 1920.
Don Dr. Karl G. von Lorsch, Vorsitzender des Deutschen Schutzbundes.
Zum zehnten Male jährt sich der Tag, an dem deutsche Menschen in Oft- und Westpreu - hen, gemäß den Bestimmungen des Bersailler Friedensdiktates, s i ch zu ihrem Deutsch- tum bekennen konnten und durch ihr Bekenntnis ihre engere Heimat für das Reich retteten. Cs waren freilich nur kleine Teile des Gesamtgebietes, dessen Abtretung Polen verlangt und zum großen Teil bereits durchgesetzt hatte, und das Ergebnis des 11. Juli, an dem in )er Abstimmungszone des südlichen Ostpreußen '7,5 Proz., in den westpreußischen Restkreisen 92,5 Prozent der Bevölkerung sür Deutschland stimmte, -mitte >ichts mehr an der Tatsache ändern, daß as Friedensdiktat wesentlich« Teile des deutschen ceichsbodens den Polen ohne Abstimmung iberantwortet hatte. Doch die über die Grenzen md Deutscherhaltung der Abstimmungsgebiete yinausgehende, gesamtdeutsche Bedeutung dieses 11. 3uli tritt heute, nach einem Jahrzehnt in der Erinnerung nur noch klarer hervor.
Diese ost- und westpreuhisch« Abstimmung erwies eindeutig die Unwahrheit der polnischen Propaganda, die sich auf der Behauptung aufbaute, die Bevölkerung des deutschen Ostens sei in ihrer Mehrheit polnisch, bzw. polnisch gesinnt; ja auch d i e polnischsprechende Bevölkerung hatte sich zu wesentlichen Teilen zum Reiche und zur deutschen Kultur bekannt, hatte sich für deutsche Staatlichkeit und gegenPolen entschieden. Dialekt und politische Meinung deckten sich nicht, wie die Polen erhofft hatten, der polnische Anspruch auf Masuren war restlos zusammengebrochen. Und der innere Widerspruch, daß einigen Grenzgebieten das Recht der freien Meinungsäußerung gewährt wurde, anderen jedoch nicht, ließ unzweifelhafte Schlüsse auf die moralische Berechtigung der abstimmungslosen Abtretung des Korridorgebietes au. Hätte nicht eine auf das übrige Westpreußen, den Soldauer Zipfel und den Rehegau ausge
dehnte Volksabstimmung das gleiche Ergebnis gehabt? Rämlich eine ft arte deutsche Mehrheit, mindestens 80 Prozent! Die Volksabstimmung in den Bezirken von Allenstein und Marienwerder haben den deutschen Rechtsanspruch auf das den Polen überlieferte, aber keineswegs von einer „unzweifelhaft polnischen Bevölkerung" bewohnte Gebiet, nur erhärtet: einen Rechtsanspruch, der durch die spätere Vertreibung der bodenständigen deutschen Bevölkerung nicht beseitigt werden kann, das mag^ im Zeichen der Erinnerung an den n affenlo en nieg vom 11. 3uli vor allem gesagt werden.
Die Bestimmungen des Friedensdiktates, welche die Abstimmungszone Umrissen, gaben in Artikel 95 bekannt, daß jede Person stimmberechtigt sei, die bei Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrages das 20. Lebensjahr vollendet habe, in der Zone, in der die Volksabstimmung statt- sinden solle, geboren sei oder seit einem von dem Ausschuß sestzusehenden Zeitpunkt dort ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt gehabt habe. Das war nicht im Interesse des deutschen Volkes erlassen, beruhte aber auch auf polnischer Irreführung, als ob die deutsche Verwaltung der Ostgebiete ein Gewaltregiment dargestellt habe, das dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung entgegengesetzt gewesen wäre, als ob ein Großteil der Bevölkerung unter dem Druck des staatlichen Terrors aus dem Londe ausgewandert sei und eine Art politisches Flucht- lingstum verkörpere, das nun bei der Abstimmung mit Freuden für Polen stimmen würde. Die Polen selbst schienen an diese ihre These zu glauben, um so größer war ihre Enttäuschung. Denn die Abstimmungsberechtigten, die nun aus allen Teilen des Reiches in die alte Heimat zuströmten, um für das Schicksal ihrer Heimat ?u zeugen, stimmten, genau so wie die ortsan- ässig gebliebene Bevölkerung, mit Begeisterung für — Deutschland
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Das reichgeschmückte deutsche Haus in Allenstein während der Abstimmungswoche
(Sin Krankenhaus für Krast- postwagen.
Von Karl Ammon.
Meine Mutter hat mir oft von einem meiner vier Urgroßväter erzählt, der Thurn- und Taxis- scher Postmeister in Gelnhausen war. Dort war ein großer Postfuhrbetrieb, denn in Gelnhausen bekamen die Reisenden aus Frankfurt am Main, die nach Berlin und Leipzig fuhren, neue Pferde, und so hatte denn mein Urgroßvater 200 solcher nützlichen Säugetiere in seinem zoologischen Garten Als ich dann vor 50 Jahren einmal in Gelnhausen war. waren noch sage und schreibe zwei ganze Pferde vorhanden. Die Eisenbahn hatte ihren Siegeszug vollendet, und die erfreuliche Erscheinung des das Posthorn blasenden Postillons war so gut wie ganz von der Landstraße verschwunden. Die Technik hatte ihn gemordet.
Run aber läßt sie ihn — freilich in anderer Form - wieder auserstehen: Der Kraftwagen hat auch bei der Post seinen Einzug gehalten, und damit ist sie auch in der Fahrgastbeförderung über die Landstraße wieder konkurrenzfähig geworden. 12 000 KraftiahrAeuge der verschiedensten Arten besitzt die Post heute schon, und es ist vorauszusehen, daß sich diese Zahl in den nächsten Jahren vervielfachen wird.
Run müssen alle diese Kraftfahrzeuge mstand gehalten werden, wenn sie betriebsfähig und betriebssicher bleiben sollen. Kleine Instandsetzung gen, wie sie natürlich fast alltäglich notwendig werden, werden in den Betriebswerkstätten ausgeführt Darüber hinaus aber ist es erforderlich, die Wagen von Zeit zu Zeit einmal gründlich durchzusehen und sie so instand zu setzen, daß sie fast wie neu sind. Hierzu hat die Post fünf Krast- postwerke eingerichtet, und zwar in Derlin- Dorsigwalde, Breslau. Dortmund, Erfurt und Karlsruhe. In eines dieser Werke kommt jeder Kraftpostwagen, nachdem er l1/»» bis 2mal um den Erdumfang gefahren ist. oder mit anderen Worten, wenn er 60 bis 80 000 Kilometer zurückgelegt hat. Dies ist ungefähr durchschnittlich nach zwei Jahren der Fall. Bei einzelnen Fahrzeugen, z. B. bei den Telegraphenbauwagen, die natürlich während des Baues nur langsam mit den Baukolonnen vorrücken, dauert es bis zu fünf Jahren, man ist aber bestrebt, diese Zeit abzukürzen und solche Fahrzeuge ohne Rück
sicht auf die Kilometerzahl, die sie gefahren haben, auch alle zwei bis drei Jahre in einer der genannten Werkstätten gründlich zu überholen.
Der Kraftwagenpark der Post ist zur Zett noch ziemlich vielgestaltig, und das ist auch gut so, weil es zweckmäßig war, die verschiedensten Muster im Betriebe zu erproben. Für die Instandsetzung entstehen dadurch allerdings erhebliche Schwierigkeiten, namentlich weil der Ersah schadhafter Teile nicht ohne weiteres durch Austausch möglich ist. Man hat dadurch eine_ gewisse Erleichterung geschaffen, daß die Werkstätten in Breslau. Dortmund, Erfurt und Karlsruhe nur bestimmte Wagenmuster instand setzen, während für alle übrigen Fahrzeuge das Werk in Derlin- Borsigwalde zuständig ist. Dieses Werk wurde kürzlich den Mitgliedern der Technisch-Literarischen Gesellschaft gezeigt. Es enthält eine ganze Anzahl von Sonderwerkstätten. wie Schmiede, Dreherei, Elektrowerkstatt, Schleiferei, Motorenbau, Dremsraum, Prüfraum, Stellmacherei, Klempnerei, Sattlerei. Zusammenbau und Lackierwerkstatt. Die Arbeit vollzieht sich noch nicht am laufenden Band, weil die Verschiedenheit der Muster eine solche Arbeitsweise unwirtschaftlich machen würde. Später aber wird dies voraussichtlich anders werden, nämlich dann, wenn man zu einheitlichen Mustern gekommen fein wird. Gerade die Werkstatt in Derlin-Dorsig- wolde leistet hierzu wertvolle Entwicklungsarbeit, und dazu ist sie ja auch ganz besonders befähigt, da sie die Vorteile und die Mängel aller Fahrzeuge und ihrer Einzelteile sozusagen am eigenen Leibe verspürt. In einem besonderen Versuchsfeld werden auch die der Deutschen Reichspost ange- gepriesenen Reuerungen gründlich geprüft.
Das Kraftpostwerk in Derlin-Borsigwalde hält auch neuntägige Lehrgänge für je 60 Teilnehmer ab, in denen die mit der Verwendung der Wagen betrauten Beamten über das Wesen des Kraftwagens und seine Pflege unterwiesen werden. Hierzu steht dem Werk ein Lehrsaal zur Verfügung, der mit so hübschen und geschickt gemachten Modellen ausgestattet ist, daß man an ihrer Hand jedem nicht ganz auf den Kops gefallenen Menschen alle Vorgänge bei elektrischen Kraftwagen und bei solchen mit Drennmotoren in kürzester Frist beibringen kann. Der Lehrsaal wird denn auch von Hochschulen, Gewerbeschulen usw mitbenuht, da Wohl kaum irgendwo anders gleich mustergültige Anlagen vorhanden fein dürften.
Die feierliche Uebergabe des Abstimmungsgebietes durch die Interalliierte Kommission. Im Vordergrund (sprechend) Regierungspräsident v. Oppen, neben ihm nach rechts Reichskommissar Freiherr v. (8 a g L
Die Schöpfer des Versailler Diktats sind sich in Paris gewiß nicht über die Zahl der Abstimmungsberechtigten, die ihre Heimat verlassen hatten, klar gewesen; handelte es sich doch in diesem Falle um rund 160 000 Menschen. Auch ohne ihre Teilnahme hätte das Abstimmungsergebnis eine gewaltige deutsche Mehrheit gegeben; aber nicht zuletzt aus der Tatsache, daß sich 152 000 Menschen um ihrer Heimat willen in Bewegung setzten, erwuchs das seelische Erlebnis dieser Abstimmungszeit. In der Vorbereitung und Durchführung dieser Wanderungsbewegung erhielt der Deutsche Schutzbund, der im Frühjahr 1919 unter dem vernichtenden Eindruck der Friedensdiktate von Vertretern der verschiedensten grenzdeutschen Gebiete als Selbsthilseverband gegründet war, seine erste große praktische Aufgabe. Gleichsam aus dem Richts heraus muhte eine das Reich umspannende Abstimmungsorganisation geschaffen werden, wurde in mühseliger Kleinarbeit jeder einzelne Abstimmungsberechtigte erfaßt, aufgeklärt, mit den nötigen Papieren versehen und in Marsch gesetzt, wurde der auf eine kurze Spanne Zeit zus ammengedrängte Transport vieler Taufende, unter ilebertoinöung der vielfachen Schwierigkeiten, welche die Abstimmungs- kommissare der Siegermächte durch Abänderung der Bestimmungen immer wieder versuchten, technisch vorbereitet und durchgeführt, in einer Zeit, in der die deutschen Transportmittel durch den Krieg und die Ablieferungen an die Entente auf den äußersten Tiefstand herabgesunken waren. Hinzu kam, daß das polnisch gewordene Korridorgebiet die unmittelbare Eisenbahnverbindung mit Ostpreußen unterbrach, und das Schwergewicht daher von vornherein auf den Schiffstransport gelegt werden muhte. Als die Polen in letzter Stunde den Korridorverkehr durch völlig unberechtigte Paß- beftimmungen fast ganz unterbanden, waren auch über See eine ungleich höhere Zahl von Menschen zu befördern, als vorgesehen war, eine Aufgabe, die schließlich sogar die Beteiligung von — Torpedobooten erforderte.
Rur wer damals im Mittelpunkt der Ereignisse gestanden hat, weih, welche Verantwortung auf denen lastete, die damals die Leitung übernommen hatten, wieviel geschicktes und rasches Handeln erforderlich war, um einer Stockung der Transporte und einer bedrohlichen Anhäufung von Reisenden, für deren Unter
bringung und Verpflegung schwer zu sorgen gewesen wäre, vorzubeugen. Doch das Werk gelang, gelang durch die vortreffliche Zusammenarbeit der zentralen und örtlichen Stellen, durch die Opferwilligkeit aller Beteiligten, durch die Anteilnahme des ganzen Volkes. Und das ist wohl das Wesentliche: dah in einer Zeit tiefster Zerrissenheit mit den Volksabstimmun- gen dem deutschen Volke wieder eine volks- politische Gesamtausgabe gestellt war; dah die Vorbereitungen für diesen Kampf zwischen Volk und Volk den Blick aller Deutschen aus die bedrohten Grenzen lenkte, und dah dann der Sieg vom 11. Juli, der die mühsame Arbeit vieler Wochen krönte, trotz aller äußeren Rot das deutsche Selbstbewußtsein stärkte. Der gesamtdeutsche Gedanke wurde in der Abstimmungszeit vielen zum ersten Male wieder zum tiefwirkenden Erlebnis.
MW Abstimmungs-Gebiet
Tilsit
Elbing
DANZIG
Thorn
Karte des Abstimmungsgebietes, dessen Bewohner am 11. Juli 1920 mit der überwältigenden Mehrheit von 363 000 Stimmen (für Deutschland) gegen nur 8000 Stimmen (für Polen) ihre Treue zum Deutschen Reich bekundeten.
An die Besichtigung schloß sich noch eine sehr interessante Erörterung über die Frage der Verwendung elektrisch angetriebener Kraftfahrzeuge für den Postbetrieb. Die Herren von der Post teilten mit, daß für alle Fahrzeuge innerhalb der Städte, die sehr oft halten müssen, wie dies z. D. bei den Paketbestellungen nötig ist, der elektrische Betrieb dann ganz erheblich vorteilhafter ist, wenn keine großen Steigungen zu überwinden sind, hauptsächlich deshalb, weil die Schalteinrichtungen beim elektrischen Wagen sehr viel einfacher sind, und weil beim Halten die Energiequelle vollkommen abgeschaltet wird; beim Drennmotvr neigen dagegen die Fahrer aus begreiflichen Gründen dazu, den Motor namentlich bei kürzerem Halten durchlaufen zu lassen. Tun sie dies aber nicht, so wird leicht tde Anlaßbatterie überanstrengt, wenn sie nicht außergewöhnlich groß bemessen wird.
Ein Kraftpvstomnibus kostet ungefähr so viele tausend Mark wie et Sitze hat, also kostet ein Omnibus von 30 Sitzen ungefähr 30 000 Mark. In den Kraftpostwagen stecken also sehr erhebliche Werte. Die vollkommene Instandsetzung eines Wagens, wie sie in den Werken ausgeführt wird, kostet jedesmal etwa 1 , des Reuwertes, ist also ziemlich teuer, aber natürlich trotzdem notwendig und auch lohnend. Ist man erst so weit, dah man die Fahrzeuge aus wenige Muster normen kann, dann werden sich natürlich die Instandsetzungskosten und auch die Instandsetzungs- zetten ganz erheblich vermindern lassen; aber so weit sind wir noch nicht — dazu find die Kraftfahrzeugtechnik und insbesondere auch der Kraftpostbetrieb noch zu jung. Man wird ja z B. in absehbarer Zett den Benzinmotor zweifellos durch den Dieselmotor ersetzen und dadurch die Betriebsstoffkosten aus einen Bruchteil der jetzigen herabsehen. Allein dadurch wird auch der Kraftpostbetrieb einen weiteren Aufschwung nehmen. denn es werden bann zahllose Linien wirtschaftlich betrieben werden können, bei denen dies kommen, wo der Schwager auf der Landstrahe jetzt nicht der Fall ist. Dann wird die Zeit noch häufiger anzutreffen sein wird als vor der eisendahndurchsausten Gegenwart. Wenn er dann auch selbst nicht mehr das Horn blasen kann, so wird man vielleicht in die Fahrzeuge einen Lautsprecher einbauen, der die auf einem magnetisierten Draht mitgeführten Pvsthornklänge beim Einfahren in die Kleinstädte und Dorfe» hinausschmettert, denn man sollte diesen schönen
alten Brauch wieder aufleben lassen, wenn auch in einer der neuen Zeit an gepaßten Gestalt.
Oie Kultur und die Seife.
Wenn der Verbrauch Hon Seife tatsächlich der untrüglichste Gradmesser für die Kultur eines Volkes ist — es war wohc Justus von Liebig, der das zum ersten Male ausgesprochen hat —, so müssen in einigen Teilen Rußlands noch wahrhaft bootische Zustände herrschen. Wenigstens geht das aus den Anekdoten hervor, die ein englischer Bildreporter im „Rational Geographie Magasine" von seiner soeben beendeten Ruhlandreise ausplaudert.
Er hatte in Moskau bei den zuständigen Stellen um die Erlaubnis nachgesucht, mit noch zwei anderen ausländischen Journalisten einige Staatsgruben besichtigen zu dürsen. Rach langem Hin und Her wurde die Genehmigung auch ausgesprochen und dem Engländer in einem amtlichen Schreiben mitgeteilt, dessen Schlußsatz lautete:
„Da bei dieser Besichtigung die Möglichkeit teilweiser Beschmutzung der Besichtigenden besteht, ersuchen wir Sie, sich dazu mit genügend Seife versehen zu wollen, da im Bergwerk keine vorhanden ist und wir hier nicht in der Lage sind, Ihnen welche zur Verfügung zu stellen."
Das war allerdings wenig propagandistisch, aber doch ehrlich gesprochen!
Wozu die Verkehrsregelung gut ist.
In einem kleinen Ort in der Rähe von Chi- fago am Michigansee schickten die vereinigten Frauenvereine eine Abordnung ins Rathaus mit der Bitte oder der Forderung, man möge schleunigst an den Straßenecken jene Verkehrsampeln anbringen lassen, die abwechselnd rot, grün und gelb leuchten. Der Magistrat beriet lang und breit und kam zu dem Schluß, daß derartige Maßnahmen keineswegs angebracht wären und in keinem Verhältnis zu dem geringen Verkehr stünden, der sich auf den Straßen bemerkbar mache. Aus ilmtoegen bekam man denn auch heraus, weshalb die Damen auf eine solche^ ausgefallene Idee gekommen waren: wenn nämlich das Licht dreimal gewechselt hat, ist die Zeit um, in welcher Eier weich kochen. Lind das schien den Hausfrauen eine sehr praktische Einrichtung.


