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Dienstag, 10. Zuni 1950
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©berhefien)
llr. 155 Zweites Blatt
Walter vonMolo SvIahre alt
tung uno öiragiung an uit «u^iiunu ... der Außenwelt befindliche Gegenstände abgege- ben werden.
Nachdruck verboten
32. Fortsetzung.
gleichen waren.
10.
die an der
sah Peter Tisch.
die seines»
mens ihre Ende stellt fahr.
mehr, verscheuchen.
Dierundzwanzig Stunden darnach Uhlstädt im Bolton-Klub am grünen Er spielte Ballarat mit Menschen,
lag hierbei einen gewissen Spietraum lallen, vielleicht will sie sich auch nur die Möglichkeit sichern, die Dauer der Steuer den wirtschaftlichen und finanzpolitischen Entwicklungen an» passen zu können. Mindestens aber wird die Oeslcntlichkeil sich daraus einzurichten haben, dah
Die grobe Bedeutung der Haut für die menschliche Gesundheit ist erst in den letzten Jahrzehnten wieder entdeckt worden. Der Kulturmensch schützte seinen Körper ängstlich vor der Einwirkung der klimatischen Reize, vor Sonne. Kalte. Wind. Regen usw. und büßte so die natürliche Wärmeregulation des Körpers mehr oder minder ein. Diese wird nämlich von dem in der Haut gelegenen Te m pe r a t u r s i nn im Der- ein mit den Hautgesähen besorgt. Aus den K ü l tereiz hin verengern sich die Hautgefahe. da- warme Blut strömt nach dem Körperinnern, so dah durch die Haut nur wenig Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. 3n der Wärme erweitern sich anderseits die Blutgefässe. das warme Blut strömt jetzt aus dem Kör- perinncrn in die äuhere Haut und größere Wärmemengen können von der Haut durch Leitung und Strahlung an die Außenwelt und in
Walter v. Molo,
Präsident der Deutschen Dichtcrakadcmle, der Verfasser des .Schiller-Nomans" (1911—14) und des „Romans meines Volkes" (1918—22), roirb am 14 Juni 50 Jahre alt. Große Erfolge hatte Vft»lo auch mit den, moderne Stoffe behandelnden Romanen ,2luf der rollenden Erde" (1923) und Bobenmatz" (1925). wie mit den Dramen „Die Er- [Ölung der Ethel", „Till Laufebums" und „Lebens» ballade".
Die Erkenntnis, dah Licht-, Luft- und Schwimmbäder für die menschliche Gesundheit und das körperliche und seelisch« Wohlbefinden sehr förderlich sind, ist erfreulicherweise in weite Dolkskreise gedrungen. In den ersten Jahren nach dem Kriege war ein sonnengebräunter Körper bet den Gesundheitsuntersuchungen, wie sie im Institut für Körperkultur der Landesuniversität durchgeführt werden, noch eine rühmliche Ausnahme, heute wird umgekehrt eine blasse, welke, trockene Haut nur noch ausnahmsweise gefunden
Konstanze.
Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister Werdau
rade auf diesem Gedtete sehr wettgehend davon ab, in welchem Umfange es gelingt, d i e Preis» und Lohnabbau»Aktion vor» wärts zu treiben und von ihr auS noch im Lause dieses Jahres den Arbeitsmarll zu entlasten. Trotzdem sollte man sich vor einschnei» beiiden Mahnahmen nicht scheuen, wenn man gewih ist, durch sie die wirtschaftliche, finanzielle und vor allem politische Zukunft des Reiches sichern zu können.
Roch ein kurzer Hinweis aus das Arbeits - beschasfungs Programm der Reichsregierung Schon einmal, 1926, hatten wir eine ähnlich Situation. Damals konnte die Reichs- regierung aus den umfangreichen Steuermitteln, die ihr im Laufe der ersten zwei Stabilisto» rungsjahre zugeslofsen waren, ein solches Ar- beitsbeschasfungsprogramm mit Leichtigkeit finanzieren Heute stehen in den Reichskassen aber greifbare Mittel absolut nicht mehr zur Verfügung Infolgedessen halten wir auch eine Warnung vor übertriebenen Hoffnungen in dieser Richtung für absolut berechtigt. Denn selbst für die Vermögenswerte, die das Reich in der Gestalt von Grundbesitz, von ReichsbahnvorzugS- aktien usw. in den Händen hat, wird man nicht von heute auf morgen Käufer finden, die bereit und in der Lage sind, dem Reich« innerhalb kurzer Fristen wirklich angemessene Beträge für die DermögenSobjekte zur Verfügung zu stellen. Anleihen des erforderlichen Ausmaßes aber werden, wenn überhaupt, so erst nach dem Eingang der Vounganleihe zu haben sein. Alles in allem ergibt sich somit ein Bild, das den kritischen Beobachter keineswegs befriedigt Und es muß deshalb von der Reichsregierung mit I aller Bestimmtheit erwartet werden, daß sie nicht auf diesem halben We ge stehen bleibt.
..Rein", sagte Peter ohne zu zögern und schlüpfte in seinen Mantel.
„Warum nicht? Rützen Sie Ihre Glücksserte aus. Solche Chancen hat man nicht oft.“
„Ich habe eine Verabredung", log Peter und atmete auf, als er sah. daß sich der andere mit dieser Bemerkung zusrieden gab.
„Kommen Sie morgen“, bat der Große und winkte, schon an der Tür des Hotels, ein Auto heran.
Peter wurde schwankend. „Vielleicht! — Ich will es Ihnen nicht fest versprechen.“
Ws das Auto den Spieler seinen Blicken entführt hatte, war es Peter, als sei er einer großen Gefahr entflohen.
Während des Rachhauseweges hatte er das ständige Gefühl, als hielte er n«h die fettigen Karten in den Händen, ein Gefühl, das jeder berufsmäßige Spieler kennt, und das vielleicht am besten zu vergleichen ist mit dem Gefühl, als hätte man unreine Hände, die man schon seit langer Seif nicht mehr gewaschen hat.
Wie ein Trunkener legte Peter den Weg von der inneren Stadt nach seinem Atelier zurück Bilder aus der Zeit seiner stärksten Spielleiden- schäft tauchten auf und gaukelten vor ihm her Er sah den Russie-Klub in Paris Gleißendes Licht erfüllte einen unmäßig mit Prunk überlade- nen Raum. Das war vor einigen Jahren. Dekolletierte Frauen und gepflegte Herren in tadel- losen Gelellfchaftsanzügen laßen ober standen um lange Spieltische. Das war der Ballarat- Saal. Auch im Trente et quarante-6aal hatte er so manche Stunde verbracht. Auch Roulette wurde gespielt. Jedem Spezialspiel konnte man fröhnen. Ihm fiel eine Szene in eben diesem Klub ein. Wan hatte einen Falschspieler entlarvt. Der Verbrecher hatte neben ihm gesessen und manche Hundertfranknote war zu seinem Rebenmann, der mit seiner Drille mit dunklen Gläsern einen gespensterhaften Eindruck gemacht, zumal da sein Schädel kahl und schmal war und grotesk an einen Totenschädel erinnerte, hinübergewandert.
Durch einen seltsamen Zufall geschah es an diesem Abend, daß die elektrisch« Beleuchtung versagte. Die Glühlampen im Spielsaal verloren von ihrer Kraft und gingen schließlich aus. Da gewahrte man zum großen Erstaunen aller auf den Karten phosphoreszierende Punkte. Er hatte es verstanden, die eigenen präparierten Karten, mit den nur durch seine schwarzen Gläser sichtbaren Zeichen in das Spiel zu schmuggeln.
Auch in Rom war einmal mit gezinkten Karten gespielt worden. Damals war es eine alte Frau gewesen, die vom Falschspiel lebte und sich durch ihre Betrugsmanöver ein ansehnliches Vermögen ergaunert hatte.
Ia, in Rom war es auch gewesen, wo chn rasende, unsinnige Leidenschaft zu Giulielma An- dulli, der Tochter eines italienischen Industriellen,
Wan spielte hier mit Spielmarken, Kasse in bares Geld umgewechselt wurden. Eine
tragen
Für die außerordentlich« Heraufsetzung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge um l v. H. ist eine solche zeitlich« Begrenzung von der Regierung selbst ja bereits vorgesehen Wir vermissen aber ein« unmittelbare Verbindung dieser zeitlichen Begrenzung mit dem Zwang zu einschneidenden Sanierungsmahnahmen bei der Arbeitslosenversicherung Denn auf die Dauer wird man sich mit den Plänen, wie sie die Rovelle des Arbeitsministers vorsieht, vermutlich nicht begnügen dürfen Gewiß hängt der Erfolg ge-
feierliche Ruhe herrschte in den mit dicken Teppichen gezierten Räumen.
Das Minimum betrug bei diesem Spiel hundert Mark. Die Dank hielt Ottokar Hargk. jener Hagere mit dem Raubvogelgesicht, dessen Augen heute voll einem glitzernden, beinahe bösartigem Schein waren.
Peter pointierte vorsichtig und zaghaft. Der zweite Pointeur war ein Graf de Lora, den ec von früher her kannte. Die Galerie wurde aus bekannten und unbekannten Herren und Damen gebildet.
Als Peter aufdeckte, hatte er sogleich einen großen Schlager. Es war ein Aß und eine Acht. — Er triumphierte. Das Glück blieb ihm weiterhin treu.
Seine anfängliche Erregtheit hatte sich gelegt Er merkte nicht, wie die Zeit verschwand, er hatte nur das schwindelnde, wahnwitzige Gefühl, als fei er gefeit, als könne er gar nicht verlieren.
Zuweilen kaufte Peter ein Blatt zu, wenn seine ersten beiden Karten unter acht Augen waren. Aber immer zeigte es sich nach diesem Rachkaus, dah er gewann.
Er übernahm die Bank und gewann. Ein maßloses Siegesgesühl ergriff Besitz von ihm. Er verdreifachte feine ersten Einsätze und gewann. Es war Wahnwitz, so au spielen, aber der Gedanke. gefeit zu sein, ließ ihn immer höhere Einsätze wagen.
Er setzte tausend Mark aus. Er zählte dreißig Augen Das galt Ruit Sein Geld war verloren.
„Ietzt kommt der Umschwung. Peter!“ raunte es in seinem Inneren und er verschloß sein Ohr gegen dieses Raunen. Er setzt abermals tausend Mark. Verloren!
„3n der Tat, nun muß ich aus hören“, dachte Peter und setzte fünfhundert Mark. Diese Summe gewann der Bankier. »Ich mutz vorsichtiger pointieren", sagte er sich und legte eine Hundertmark-Warke auf. Auch dieses Geld gehörte ihm nicht mehr.
Ottokar Hargk hielt die Dank und gewanv jetzt unaufhörlich.
»Ich gebe die Dank ab“, sagte der Raubvogel» mensch nach zwanzig Minuten, diese Zeit toai vorher verabredet worden, zu seinem Rachbar
»Ich zediere die Dank!" ries der Pointeu, und übergab Peter den Posten des Bankhalters Wieder verlor Peter. Er bekam nicht einmal mehr einen kleinen Schlager in die Hand. Hargk schien die Grohschlager jetzt gepachtet zu haben Das Glück war wohl von Peter zu ihm übev gesprungen.
.3ch kann mit einem großen Schlager meines Verlust wettmachen", sagte sich Peter, und schm hatte er feinen letzten Schein gesetzt. — Verloren»
(Fortsetzung folgt.)
Die Verengerung bzw. Erweiterung der Haut- gefähe ist durch die Tätigkeit der Gefäßmuskeln bedingt, die. ebenso wie die Stammesmuskeln. geübt und gekräftigt werden müssen, wenn sie ihren Dienst voll und ganz versehen und den Körper einerseits vor Erkältung, anderseits vor lieberfritjung schützen sollen. Der Physiologe du Dois-Rehmond sprach daher von einem Turnen der Gesäßmuskeln, das notwendig ist, um den Körper abzuhärten und Erkältungskrankheiten zu vermeiden.
Weiterhin ist die heilende Wirkung des Lichtes besonders gegen Rachitis und Tuberkulose heute allgemein bekannt, außer seiner Heilwirkung steht auch seine günstige Wirkung auf die menschliche Gesundheit außer allem Zweifel. Reuere Forschungen haben uns über die Heilvorgänge bei der Rachitis aufgeklärt und gezeigt, dah hierbei die unsichtbaren kurzwelligen, ultravioletten Strahlen, die sich im Sonnenlicht finden, eine ausschlaggebende Rolle spielen.
Demgegenüber waren wir über die günstige Wirkung des Lichtes auf den gesunden, bzw. tuberkulösen Körper noch wenig unterrichtet. 3etzt scheinen die in den letzten Jahren im Gießener Institut für Körperkultur durchgeführten Unter- suchungen auch hier endlich einige Klarheit gebracht zu haben Wie sich mit einer neu aus- gcarbeiteten Methode feststellen ließ, üben die Lichtstrahlen, und zwar neben den unsichtbaren ultravioletten auch die sichtbaren Helligkeitsstrahlen. eine kräftige Reizwirkung auf die natürlichen
Auf halbem Wege
Die Beschlüsse des R e i ch s k a b i n e t t S Sx Deckung des erwarteten Fehlbetrages im eichshausyalt und bei der Arbeitslosenversicherung müssen notwendigerweise sehr gemischte Sesühle in der össentlichen Meinung auslösen Die Regierung ist mit ihren Vorschlägen zur Sanierung der gesamten öffentlichen Finanzge- öahrung leider wieder auf halbem W e g e stehengeblieben; sie hat den grundsätzlich wichtigsten Teil eines wirklichen Sanierungspro- grammS. das AuSgabe nfenkungSgefetz nicht verabschiedet. Bei allem, was man gegen die längst bekannt gewordenen Einzelheiten dieses in Aussicht gestellten Werkes sagen kann, — es wäre doch immerhin wenig st enS der Ausdruck einet prinzipiellen De reit- schäft zu völliger Umkehr in der öffentlichen Finanzgebahrung ge- oesen, wenn das Kabinett die Vorlagen des Finanzministers gebilligt hätte. So wird die Oesfentlichkeit wieder mit einem Zukunftsversprechen getröstet, und wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, als gehe die Reichsregierung mit einet allmählich peinlich anmutenden Sorgfalt dem eigentlichen Kernproblem unserer Gegenwarts- und Zukunftsnot nur deshalb aus dem Wege, um parlamentarische Konflikte zu vermeiden Diese Haltung verträgt sich schlecht mit den starken Gesten, die die Regierung Brü- ning in den ersten Tagen und Wochen ihres Bestehens an den Tag legte. Wit lagen diese Dinge nicht, um dem Kanzlet und feinen Mitarbeitern das Leben sauer zu machen. Wir wollen keineswegs in die Front der Opposition ein- schwenken. Aber wir halten allerdings den Hinweis für allzu berechtigt, daß das Kabineti von den großen Versprechungen, mit denen es sich auf seinen Weg machte, dem deutschen Volke noch seht vieles schuldig geblieben ist.
In diesem Sinne ist auch alles das zu verstehen. was zur Kritik des Deckungsprogramms einschließlich der Maßnahmen zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung notwendigerweise gesagt werden muß Einen wirklichen Schlüssel zur Lösung der wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten hat die Reichsregierung mit ihren Vorschlägen nicht gesunden, fie kuriert weiter an den Symptomen herum und zwar zu Lasten von Schichten, die genau besehen, nicht weniger Gegenwarts- und Zukunftssorgen haben, als das große Heer der übrigen Arbeitnehmer. statt den Ursachen zu Leibe zu gehen.. Was bedeutet denn etwa eine .Reichshilfe', wie sich die amtliche Mitteilung verschämt ausdrückt, anderes als eben ein Rotopfer zu Lasten der Beamten und der anderen sogenannten Fest besoldeten? Rach wie vor halten wir aus allgemeinen rechtlichen und sozialen Erwägungen einen Rot- opferplan dieser Art für unmöglich, nicht nur, weil er einseitig wertvolle Mittelstandsschichten belastet, die größtenteils noch lange nicht wieder über ihr Realeinkommen aus der Vorkriegszeit verfügen, sondern auch deshalb, weil man mit ihrer Mehrbelastung wieder «inen Teil der ohnehin schon so geschwächten Konsumkraft wegsteuert, dessen Ausfall sich bei anderen Einnahmequellen des Reiches bemerkbar machen muß. lieber die Ledigensteuer wollen wir in diesem Zusammenhänge nichts sagen. Ihre Einführung ist vielleicht grundsätzlich nicht unberechtigt. Allerdings wird dann auch Sorge dafür getragen werden müssen, daß sie einen möglichst umfassenden Charakter erhalt.
Bleibt die Frage nach der Dauer dieser Sondersteucrn. Die Reichsregierung hat sich hierzu in ihrer amtlichen Mitteilung leider nicht geäußert. Vielleicht will sie absichtlich dem Reichs-
Winke zur Badezeit.
Don Professor Or. Huntemüller, Leiter des Instituts für Körperkultur der Hess. Landesumversttät.
beinahe vernichtet hätte — Wo er sie kennengelernt hatte? — In dem gleichen römischen Spielklub, in dem er in jener Zeit regelmäßig verkehrte. Auch sie war vom Spiel besessen. Er hatte sich damals zuweilen gefragt: „Welche Leidenschaft in dir ist die größere: Giulielma oder das Spiel?"
Das Spiel war Sieger geblieben.
Filmartig huschten diese Bilder vorüber, ©bätet war es ihm schlecht gegangen in Rom. Er hatte nahe vor der Selbstvernichtung gestanden Er war ausgesogen gewesen bis aufs letzte Richts hatte ihm der Spielteufel gelassen. Er war zu Giulielma Andutti gegangen, er hatte gesteht und sich gebemütigt. Sie hatte gelacht und war gegangen Da hatte er sich dem Mammon verschrieben mit Haut und Haar.
Immer weiter spann er seine Erinnerungen und gelangte schließlich zu feiner Haustür^ Es war ganz klar. Das Spiel hatte ihn vollständig wieder in seine Krallen geschlagen. Er wand sich wie der Wurm unter dem Fußtritt des Wanderers.
3m Atelier zählte er seinen Gewinn. Seht an. er hatte heute abend etwas über sechshundert Mark gewonnen. Er betrachtete nachdenklich die Geldstücke. „Du kannst dich einsperren lassen. Peter denn du bist irrsinnig, wenn du nicht spielst, bis die Wendung kommt. Die Wendung konnte bald kommen, sie konnte gleich kommen, schön, mochte sie. Aber die Möglichkeit bestand, die Glücksserie könne sich fortsehen und dies quälte ihn so lange, bis er sich fest vornahm, morgen in den Bolton-Klub zu gehen. Morgen hatte Konstanze ihre Musikstunden, da kam sie nicht zu ihm. Die Gelegenheit war ihm unzweifelhaft günstig — Konstanzei — Augenblicklich fühlte er ein beschämendes Brennen im Gesicht Sein Blick fiel in den Spiegel. Er fuhr zusammen. Leidenschaftsflackernde Augen starrten ihm entgegen. Das Gesicht eines unglückseligen Spielers zeigte sich im Glas. Er wußte, wenn er morgen in den Bolton-Klub ging, war er ein verlorener Mann. Seine Blicke glitten durch das kleine Zimmer. Er kam sich hilflos vor und wünschte plötzlich mit großer Heftigkeit. Konstanz« möchte bei ihm fein. „Sie ist der einzige Mensch, der dich retten kann“, dachte er und umarmte Konstanze liebevoll in Gedanken. — Aber schon verschwand die Erinnerung an sie. Die Bilder, die er vor kurzem geschaut, tauchten abermals auf. Spiell>ilder. Sie liehen sich nicht
Man protestierte und bat ihn, sich zu fetzen.
Die paar Märker werden uns nicht ruinieren. Liebster", rief Otto Avus und versuchte, Peter auf seinen Stuhl niederzudrücken.
Du nimmst es mir nicht übel, wenn ich nun wirklich gehe. Ich sehe dich vielleicht n^> einmal", sagt« Peter, indem er feinem Gastgeber die Hand schüttelte.
Er ging durch die übrigen Zimmer zur Garderobe. Plötzlich merkte er. dah jemand hinter ihm herkam. Cs war Ottokar Hargk. Er blieb vor Peter stehen und dämpfte feine Stimme bei der Frage:
„Sie sind berufsmäßiger Spieler. Nicht w^>r r Peter war erstaunt und verärgert zugleich. Was maß sich dieser Fremde an?
.Ich verstehe nichtI?“ . ,
„Ich sah es an Ihrem Spiel, daß Sie Spieler sind", sagte der Große mit vertraulichem Augenzwinkern.
.Ich - war — Spieler.“
,Ah. Derzeihungl Sie spielen nicht mehr^
.Rein! Das heute war nur ein kleiner Versuch — nach langer Zeit.“
.Ich verstehe. Eine kleine Entgleisung. Ein Durchbrechen Ihrer Grundsätze. Ich begreife das vollkommen."
Peter »uhlte sich plötzlich tief beschämt.
»Es ist schade, daß Sie nicht mehr spielen.
.Warum?"
.Eie sind ein ebenbürtiger Gegner. Herr Uhlstädt. — Kennen Sie den Bolton-Klub?"
Bei diesem vertrauten Klang wich Peter das Blut aus den Wangen — Bolton-KlubI — Eine Erinnerung an leidenschaftsdurchglühte Tage und Rächte tauchte vor ihm auf.
„Ich bin noch nicht lange hier In München“, nahm der andere wieder das Wort. „Aber ich kann nur sagen, der Bolton-Klub ist die einzige wahre Stätte für gewerbsmäßige Spieler, wie Eie und ich.“
Eine plötzlich aufsteigende Zärtlichkeit für den Mann dessen Mund diese vertraute Stätte genannt. schwelte in Peter hoch. Er fühlte sich hingezogen zu diesem da.
»Ich kenne den Bolton-Klub“, versetzte Peter
„Ich würde mich freuen, Herr Uhlstädt, Sie dort treffen zu können. Ich fühle mich wesensverwandt mit Ihnen.“ Er zeigte mit dem Daumen hinter sich „Was ist das für ein Spielchen? — Das reine Possentheater. — Ich gehe jetzt in den Dolton-Klub, kommen Sie mit?“
Widerstandskräfte im Blutserum aus. sodaß diese vermehrt bzw. zur Reubildung angeregt »erben und so im Körperinnern den Kampf gegen die Krankheitskeime aufnehmen und einerseits Echuhwirkung und anderseits Heilwirkung entfalten können.
Die den Körper treffenden Reiz« müssen aber, besonders beim kranken Körper, richtig hofiert d h abgemessen werden, toenn U« Ruhen und nicht Schaden bringen sollen Rach dem Arndt-Schulzschen Gesetz bleiben klein« Reize die unter der Reizschwelle hegen, wir- kungslos, mittelkräftige Reize fachen die Lebensfunktionen an. starke schädigen sie und allzustarke heben sie auf.
Dementsprechend darf man bei der Sonnenbestrahlung Wie bei der Abhärtung des Körpers keine zu starken Reize Aur Anwendung bringen, d. h., man soll die Aby Ortung nicht in der kalten Winterzeit. sondern in der warmen Iahreszeit und die G e » wöhnung an Lichtreize nicht im prallen Sonnenlicht, sondern im a er ft reuten Tageslicht beginnen, nicht über Gebühr ausdehnen besonders wenn eS sich um eine Helle, empfindliche Haut handelt. Sonst kommt es im ersteren Falle zur Erkältung, d. h. es dringen Krankheitskeime infolge der geschädigten Lebens- funltion in den Körper ein und rufen Krank- heitserfcheinungen hervor. Bei zu starker Sonnenstrahlung kommt es dagegen zur Verbrennung, b h zum Sonnenbrand, der sich in Rötung. Schwellung und Blasenbildung äußert
Gegen das Eindringen zu starker Licht- und Wärmestrahlen sucht sich der Körper durch Bildung von Hautpigmen t zu schützen, daS diese Strahlen wie ein Filter abfängt und ein tieferes Eindringen verhütet. Ein kräftiges Haut-
der Finanzminister mit den Einnahmen aus diesem Rotopfer auf alle Fälle bis zum Ende des lausenden Haushaltsjahres rechnet, da sonst ja das ganze Deckungspro^ramm sinnlos wäre Sollte der Reichstag die Eondersteuer auf den Mittelstand mit 4 v. H. des jeweiligen Einkorn- genehmigen, so muß unter allen Umständen automatische Aushebung mit dem deS gegenwärtigen Finanzjahres sicherge- werden. Es besteht nämlich sonst die Ge- über die man notabene im engeren politischen Zirkel bereits ganz offen spricht, daß diese Sondersteuer solange erhoben werden soll, bis die Arbeitslosenversicherung endgültig auf eigenen Füßen steht. Das würde bedeuten daß ihre Aufhebung ad calendas graecas vertagt wird Wollen die Parteien, die hinter dem gegenwärtigen Kabinett stehen, nicht ihren politischen Kredit verlieren, dann müssen sie hier für ausreichende Eicherungsbe- ftimmungen unter allen Umständen Sorge


