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manns guter Geselle, Mammon und Teufel, Norbert Schiller als Tod und Auguste Prasch- Grevenburg als jedermanns Mutter. Die Darstellung der anderen Cinzelrollen lag bei Willi Braune (Hausvogt). 3. Gottowt (Armer Nachbar), E. Wendt (Schuldknecht), Mathilde Ze dl er (Schuldknechts Weib) in besten Händen. Die Aufführung wurde beifällig ausgenommen und bedeutete einen erfolgreichen und würdigen Beginn der Marburger Festspiele.
den Thronverzicht Carols anzunehmen, auf Grund schwerwiegenden Materials gefaßt. Der Sohn des verstorbenen 3onel Bratianu, Dino, teilte dem Bollzugsausschutz mit, datz er mit der Haltung der LiberalenParteiin der Königs- frage nicht einverstanden sei. Er wurde darauf aus der Partei ausgeschlossen. Dino Bratianu will nun mit seinen Freunden eine neue Liberale Partei gründen. Der frühere Iustizminister F l o r e s c u, der vor einiger Zeit aus der Liberalen Partei ausgetreten ist, veröffentlicht in einem Blatt einen Aufruf an die Liberalen,
sich von Bratianu zu trennen und sich um den König zu scharen.
Der Dollzugsausschuh hat einen Aufruf an die rumänische Bevölkerung gerichtet, in dem fest-
Schlietzlich findet man in der neuen Ausstellung einen weiteren Vertreter einheimischer Kunstübung: H. Küchel, Gießen, mit Scherenschnitten und Zeichnungen. Er zeigt eine sechsteilige Totentanzfolge in zarten Miniaturschnitten, eine Gruppe „Passion" und eine Neihe von Bleistiftblättern, auf denen man drollige und phantasievolle Illustrationen zu den berühmten „Galgenliedern" von Christian Morgenstern findet, hth.
Hochschulnachrichten.
Der Ordinarius für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Wiener Hniversität Dr. Paul K l u ck h o h n hat einen Ruf an die Hni- versität 3ena als Nachfolger von Geheimrat B. Michels erhalten. — Der Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf (an Stelle von Prof. K. Stern) ist dem a. v. Professor ebenda Dr, Hans Theo S ch r e u s angeboten worden.
geben worden ist. Den Revolver, mit dem er das Attentat ausführte, habe er bereits vor wer Jahren in Belgien gekauft, wo er damals gelebt habe. Von dort sei er später nach Brasilien gegangen und im 3ahre 1928 nach Lissabon gekommen, wo er einige Zeit geblieben, dann aber nach Spanien weitergereist sei. Dort habe er bis zu seiner Rückkehr nach Lissabon gelebt. Als er befragt wurde, wovon er lebe, erklärte er, daß ihm seine Mutter Geld schicke. Die Polizei forscht weiter nach den Gründen zu der Tat.
Nie Trauer in Portugal
Lissabon, 9.Juni. (WTB.) Heute nachmittag um 13,30 Uhr wurde die Totenwache am Sarge des deutschen Gesandten Dr. von Daligand von hohen Offizieren der portugiesischen Armee übernommen. Hm 14Hhr traf die Gemahlin des Präsidenten der Republik Carmona in Begleitung ihrer Tochter in der deutschen Gesandtschaft ein, wo sie vom Gesandtschaftsrat und hohen Offizieren des in Lissabon vor Anker liegenden deutschen Geschwaders empfangen wurde. Frau C a r m o n a begab sich zu Frau von Daligand, der sie ihre Anteilnahme aussprach. Hm 14.30 Hhr übernahmen hohe portugiesische Marineoffiziere und schließlich alle Mitglieder der Regierung und des Diplomatischen Korps die Ehrenwache. Gegen 16 Hhr erschien der Präsident der Republik in der deutschen Gesandtschaft, um der Witwe des verstorbenen Gesandten sein Beileid zum Ausdruck zu bringen. Präsident Carmona verweilte dann einige Zeit vor dem Sarge Dr. von Baligands. |
Alle in Lissabon garnisonierten Land- und |
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Deutsche Protestnote an Polen
Der Zwischenfall bei Reuhöfen.
Attentat ans den deutschen Gesandten in Portugal ©er Gesandte an den Verletzungen gestorben.
Eröffnung der Marburger Festspiele.
Die erste diessornmerliche Festspielaufführung in Marburg, Hugo von Hofmannsthals ^Jedermann", fand auf dem herrlich gelegenen, von hohen schattenspendenden Platanen bestandenen Platz vor der Marienkirche statt, auf dem bereits 1927 die Reformationsfestspiele vor sich gingen. Für das Mysterienspiel „Jedermann" ist dieser Platz, auf dem die Marienkirche die beste Kulisse abgibt, wohl der geeignetste. Bei herrlichem Pfingstwetter war die erste Vorstellung ausverkaust. Hnter der Leitung von Hni- versitätslektor Dr. F. Dudde fand das Spiel vom Sterben des reichen Mannes eine eindrucksvolle Wiedergabe und zog die Anwesenden vom ersten bis zum letzten Akt in seinen Dann. Aus der Gesamtaufführung ragte besonders Gustav von Wangenheim hervor, der den Jedermann fein charakterisiert, natürlich und glaubhaft darzustellen wußte. Hervorzuheben sind ferner die Leistungen von Werner H o l l m a n n als Jeder-
Seestreitkräfte werden die Leichenparade bilden, an der auch die Regierung, das Diplomatische Korps und die Desahung des deutschen Geschwaders teilnehmen. Die Trauerfeier findet heute in Anwesenheit des Präsidenten der Republik statt. Der Trauerzug wird sich von der deutschen Gesandtschaft nach dem deutschen Friedhof bewegen. Am Donnerstag wird unter Teilnahme der Regierung und des Diplomatischen Korps eine Messe in der deutschen Kirche zelebriert, wonach der Sarg auf den deutschen Kreuzer „Königsberg" übergeführt werden wird. Frau v.Daligand reist am Mittwoch von Lissabon ab.
Aus Anlaß des Trauerfalles sind alle offiziellen Feierlichkeiten anläßlich des Besuches des deutschen Geschwaders abgesagt. Es wird lediglich ein Frühstück in kleinstem Kreise bei dem Präsidenten der Republik für den deutschen Admiral stattfinden. ~
Der Mord hat in ganz Portugal tiefe Bewe- gung ausgelöst. Alle Blätter verurteilen und bedauern die Wahnsinnstat.
Lleberführung der Leiche nach Deutschland.
Lissabon, 8. Juni. (WTB.) Die Leiche des deutschen Gesandten v. Baligand wird am 11. Juni durch den ß r e u 3 e r „Königsberg" nach Deutschland übergeführt werden, wo sie am 14. Juni eintreffen wird.
Der Reichskanzler Brüning, der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Curtius und Staatssekretär v. Schubert haben der Gattin des ermordeten Gesandten telegraphisch ihr herzliches Beileid übermittelt.
auf den Gesandten ab, der am Kopfe von zwei Kugeln getroffen wurde. Die übrigen Kugeln, von denen eine den Hut des Gesandtschaftsrats durchlöcherte, verfehlten ihr Ziel.
Der Gesandte brach im Wagen zusammen und verlor das Dewuhtsein. Er wurde sogleich ms deutsche Hospital transportiert. Die bedeutendsten Chirurgen von Lissabon wurden an das Krankenbett gerufen und versuchten, die Kugeln, von denen eine durch das Ohr in den Kopf eingedrungen war, zu entfernen. Aber wegen des schwachen Herzschlages des Gesandten war die Operation unmöglich.
Der Täter versuchte nicht zu fliehen. Er schleuderte vielmehr den Revolver in das Automobil und lieh sich hierauf fest nehmen. Seine verworrenen Aeußerungen lauten etwa dahin, daß er
eine hochstehende Persönlichkeit habe töten wollen, um die Aufmerksamkeit auf sich ZU lenken und so zu beweisen, datz er keineswegs wahnsinnig sei.
Als er in Lissabon von dem Desuch des deutschen Geschwaders erfuhr, habe er beschlossen, seine Absichten auszuführen. Als er das Automobil gesehen habe, das die Insignien der deutschen Gesandtschaft trug, habe er sofort gewußt, daß die Person, die rechts im Wagen Platz genommen hatte, einen hohen Rang bekleiden müsse. Er habe dann, ohne zu wissen, daß es sich um den deutschen Gesandten handelte, geschossen. Als man ihm mitteilte, wer sein Opfer sei, hat er erklärt, daß er endlich in ein bedeutsames Verbrechen hineingezogen sei und daß man von ihm jetzt sprechen würde.
Der Mörder.
Lissabon, 9. Juni. Rach einem Bericht des deutschen Geschäftsträgers, Gesandtschaftsrats Dr. Busch, wurde das Attentat auf den Gesandten v. Daligand von dein anscheinend an Verfolgungswahn leidenden, am 3. Juni 1891 in Danzig geborenen Seemann Franz Piech owski verübt. Seine Staatsangehörigkeit ist unbestimmt. Piechowski, der im Verhör angegeben hat, er habe den Gesandten nicht gekannt und nur durch ein Attentat auf irgendeine hochstehende Persönlichkeit sich für erlittene Verfolgungen rächen wollen, hat u. a. noch selbst aus- gefaat, daß er 1921 in Lauenburg in Pommern im Irrenhaus gewesen und von dort entwichen sei.
Der Mörder wurde von der Polizei der Hn- tersuchungsbehörde übergeben. Bei den weiteren Vernehmungen hat der Mörder seine früheren Aussagen wiederholt und bestätigt, daß er den Gesandten nicht gekannt habe. Als er befragt wurde, wo er sich in Lissabon aufgehalten habe, erklärte er, daß er als Seemann natürlich in der Nähe des Hafens herumgelaufe-n sei und in einer Pension niederen Ranges gewohnt habe, die ihm von einem Bettler ange-
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in seiner Farbgebung an die bekannten Rokokobilder von Pellar. Haberl bringt außerdem Radierungen, die einerseits durchaus den Stil seiner Malereien bewahren, andererseits auch eine tüchtige Porträtbegabung erkennen lassen. Die Arbeiten von D i e r m a n n sind in einer sehr lockeren, fliehenden Aquarellmanier behandelt; gelegentlich („Motiv aus Lugano") ist die strotzende Fülle der Palette doch nicht völlig zur ruhigen Einheit gebändigt. N 0 e t h e r bringt gut aufgeteilte südliche Landschaften und Architekturmotive, Seitz ebenfalls Landschaften, deren verschwommenes Kolorit nicht allein durch die Technik bedingt sein dürfte. Durch großzügige Linienführung, starke, leuchtkräftige Farbgebung und betontes Raumgefühl zeichnen sich Landschaften und Stilleben von Huber aus. Von S t i tz e l erwähnen wir in erster Linie ein Hafenbild mit kräftiger, unkomplizierter Tönung und ein Knabenporträt.
Oberhessischer Kunstverein.
Den Hauptteil der zu Pfingsten eröffneten neuen Ausstellung des Oberhessischen Kun st Vereins nimmt eine Oelgemälde-Kol- lektion des Gießener Malers H. W i l l ein, die in ihrer Gesamtheit einen gut orientierenden Eindruck vom Schaffen dieses hier ansässigen Künstlers vermittelt. Will legt, jedenfalls in dieser Ausstellung, den Nachdruck auf figürliche Motive in seiner Malerei. Der weitaus größte Raum der Kollektion wird von Bildnissen und Akten eingenommen. Als tüchtiger Porträtist erweist er sich etwa mit dem auch farblich sehr aparten Mulattenkopf (Trübner hat einmal ein ähnliches Motiv noch raffinierter gestaltet) und mit mehreren anderen, nicht näher bezeichneten Bildnissen (wohl von Gießener Persönlichkeiten) aus Privatbesitz. Auch etliche graphische Blätter seien in diesem Zusammenhang erwähnt und auf den weiblichen Studienkopf, eine feine, durchgeformte Arbeit, sei besonders hingewiesen. Die vorwiegend weiblichen Akte zeichnen sich aus durch eine sanft betonte, plastische Rundung, weiche Lichter und gute Perspektive; sie wirken für unser Gefühl in der körperlichen Gegenständlichkeit ihres einfachen und sachlichen Da- Seins unmittelbarer als auf den großen romantisierenden Gruppen „Idyll" und „Abend" (mit etwas unklarem Hintergrund), wo sie als symbolistische Staffage eingeführt sind. Ein hübsches Stilleben mit Krug und Früchten sei noch erwähnt, während ein zartes Gleiberg-Aquarell und der buntbewegte „Wochenmarkt" den heimatlichen Charakter der Ausstellung betonen.
Oie Vögel und das Flugzeug.
Wie kaum ein anderer hat der Flieger Gelegenheit zur Beobachtung des Vogelflugs, da er die Vögel in ihrer eignen Welt aufsucht. Allerdings haben die meisten Flugzeugführer kaum die Zeit, sich eingehend um die vorbeiziehenden Tiere zu kümmern, da die Steuerung der Maschine sie vollauf beschäftigt; die meisten werden auch nicht die genügenden Kenntnisse für solche Beobachtungen mitbringen. Cs gibt aber auch Ausnahmen wie die Herzogin von Bedford, die hauptsächlich fliegt, um die fliegenden Vögel zu beobachten, und es liegen genug Aufzeichnungen über das Verhalten der Vögel gegenüber den Fliegern vor. Schon von den Luftreifen von Paris nach Madrid im Jahre 1911 berichteten zwei berühmte französische Flieger, Vidrine s und Gibert daß sie beim Heberqueren der Pyrenäen auf einen Adler gestoßen wären, dessen Angriff sich der erste nur durch eine geschickte Steuerung entziehen konnte, während der zweite Flieger ihn mit dem Revolver angriff. 3m allgemeinen kümmern sich aber, wie der englische Flugzeugführer Major Turner ausführt, die Vögel kaum um Flugzeuge, sondern sind höchstens etwas neugierig. Turner hatte bei mehreren Flügen die Begleitung von Lachmöven, die gewöhnlich in Paaren flogen und mit der Maschine, selbst für große Strecken, gleichen Schritt hielten. Dabei waren sie durchaus nicht ängstlich vor dem Geräusch des Motors, sondern hielten sich fast immer ganz dicht oder in einiger Entfernung vom Flugzeug. Daß Vögel, die im Flug sind, einer begegnenden Maschine nicht ausweichen, sondern ihren geraden Weg einhalten, wird oft bestätigt- Ein Flieger berichtet, daß eine Schar großer Vögel, die er in der Nähe der Alpen traf, in einer dichten Form flog und, ohne ihre Formation zu verändern, eine feste Wolkenwand durchbrach. Tausende flogen Rumpf an Rumpf, und ohne vom Herannahen seiner Maschine Notiz zu nehmen, setzten sie ihren Flug fort, auf dem sie unfehlbar mit dem Flugzeug zusammenstoßen
Berlin, 7. 3uni. (WTB.) Der deutsche Gesandte in Warschau, Hlrich Rauscher, hat der polnischen Regierung heute eine Note folgenden 3nhalts übergeben:
Die deutsche Regierung hat Kenntnis von dem Protokoll vom 6. dieses Monats erhalten, mit dem die über die Hntersuchung des Grenz- zwischenfalles bei Neuhöfen eingesetzte deutsch-polnische Kommission ihre Arbeiten abgeschlossen hat. Die deutsche Regierung bedauert, daß die Kommission trotz des durch die Beweisaufnahme in nahezu allen Einzelheiten klargestellten Tatbestandes und des besten Willens der deutschen Kommissionsmitglieder nicht in der Lage gewesen ist, einen gern eirtl amen und einheitlichen Bericht an die beiden Regierungen zu erstatten. Die deutsche Regierung hat auf Grund der beiden Berichte der deutschen und der polnischen Kommissionsmitglieder, sowie an Hand der Zeugenaussagen und der übrigen Beweiserhebung das Ergebnis der Hntersuchung nochmals eingehend geprüft. Sie ist dabei zu der Heberzeugung gekommen, daß
das Gukachken der deutschen Kommissionsmitglieder den Tatbestand richtig darstellt.
Diese Darstellung, die schon nady. der ganzen Lage der Hm stände innere Wahrscheinlichkeit für sich hat, wird durch die erhobenen Ein^elbeweise außer Zweifel gesetzt.' Die in dem Gutachten der polnischen Mitglieder enthaltene Kritik an einzelnen Beweisen ist entweder^ unerheblich oder entbehrt, wo sie erheblich wäre, einer irgendwie haltbaren Begründung.
Die deutsche Regierung erachtet hiernach folgende Tatsachen als feststehend: Polnische Grenzschuhbeamte haben den Versuch gemacht, deutsche Grenzbeamte zur Aushändigung von geheimem Material zu verleiten. Zur Empfangnahme dieses Materials haben zwei polnische Grenzschutzbeamte, die zu ihrem Schutz uniformierte und bewaffnete Grenzsoldaten bis an die deutsche Grenze mitgenommen hatten und mit Revolvern und einer
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gestellt wird, daß es sich bei der Thronübernahme durch Carol um einen Staatsstreich handele, an dem die Liberale Partei keinen Anteil habe. Sie werde an der verfassungsmäßigen Politik festhalten. Die öffentliche Meinung werde nur kurze Zeit ein Opfer der 3rreführung sein, die Carols Wahl darstelle.
Oie Königinwitwe.
München, 7.3uni. (WTB.) Die Königin- Witwe Maria von Rumänien, wird sich morgen vormittag nach Oberammergau begeben, wo sie der Ausführung der Passionsspiele am Pfingstmontag beiwohnen wird. Am Dienstag wird sich die Königinwitwe nach Sigmaringen begeben, aber am Samstag wieder nach Bukarest zurückkehren, wo sie mit Prinzessin Mileana zusammm en treffen wird.
Lissabon, 7. Juni. (WTB.) heute morgen um 11.15 Uhr wurde auf den deutschen ®e- sandten von Baligand, als er sich im Anschluß an eine Besuchserwiderung von Bord des Kreuzers „Königsberg" begab, dem Liegeplatz der „Königsberg" auf dem Pier ein Revolverattentat verübt. Der Gesandte wurde durch zwei Schüsse in den Kops schwer verletzt und ist am Nachmittag seinen Verletzungen erlegen.
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Albert von Baligand wurde am 23.Oktober 1881 in München geboren. Die Familie von Baligand stammt aus dem Hennegau und kam über Lothringen und die Pfalz nach Bayern, wo ihre Mitglieder im Staats- und Heeresdienst tätig waren. Auch Albert von Baligand war ursprünglich aktiver bayerischer Offizier, nahm aber nach wenigen 3ahren seinen Abschied, studierte in München und Würzburg Rechtswissenschaften, Nationalökonomie und Philosophie und wurde 1913 in das Auswärtige Amt berufen. Nach kurzer Beschäftigung im Haag und in Amsterdam kam er 1913 als Hilfsarbeiter für völkerrechtliche Fragen in das Auswärtige Amt, wurde, schwer verwundet aus dem Kriege zurückgekehrt, 1915 zum Legationsrat ernannt und von 1917 bis 1918 mit der Führung internationaler Verhandlungen, insbesondere von Ostfragen, betraut. 3m 3ahre 1920 wurde ihm die Leitung des Generalkonsulats in Genf, ®nbe 1921 die Führung von Verhandlungen mit der Tschechoslowakei übertragen. Von 1922 bis 1925 war er an der Gesandtschaft in Athen tätig. Danach erfolgte seine Ernennung »um vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt unter Hebertragung der Funktionen eines Dirigenten in der Rechtsabteilung. Seit November 1926 war er als Nachfolger Dr. Zechlins Dirigent der (Bereinigten Presseabteilung der Reichsregierung. 3m März 1928 wurde er als Nachfolger von Dr. Vortezsch Gesandter in Lissabon.
Einzelheiten über das Attentat.
Paris, 7.3uni. (WTB.) Havas berichtet aus Lissabon folgende Einzelheiten über das Attentat gegen den deutschen Gesandten von Daligand: Der deutsche Gesandte kehrte von einem Besuch zurück, den er dem Kommandeur des Kreuzers „Königsberg" abgestattet hatte. Auf dem Kai wartete das Auto. Der Gesandte war umgeben von höheren deutschen Offizieren und zahüeichen Lissaboner Persönlichkeiten. Der Gesandtschaftsrat öffnete die Tür des Automobils, um den Gesandten einsteigen zu lassen, der sich in die rechte Ecke des Wagens setzte, während der Gesandtschaftsrat links neben ihm Platz nahm.
3n dem Augenblick, als das Automobil abfuhr, stürzte ein hochgewachsener Mann aus der Menge hervor und gab mehrere Revolverschüsse
mußten. 3m letzten Augenblick bog die Maschine ab, um die Gefahr zu vermeiden, konnte es aber nicht verhindern, daß ein Vögel gestreift und getötet wurde. Vor einigen Wochen berichtete ein Flieger, der in Le Bourget landete, daß er geradewegs in eine mächtige Schar großer Vögel geraten sei, die auch in geschlossener Formation flog. Zwei verfingen sich in den Drähten und wurden ebenfalls getötet. Nachher ergab sich, daß der Durchmesser der Schwingen eine Lange von 1,52 Meter hatte. Wichtige Einblicke in die Geschwindigkeit der Vögel ermöglichen sich durch die Beobachtung der Tiere, die mit dem Flugzeug parallel fliegen. So stellte em Pilot, der die Strecke Southampton—Guernsney fliegt, fest, daß die Seemöven, die so oft em Flugzeug begleiten, das Tempo der Maschine von 70 Meilen gleich 113 Kilometer durchschnittlicher Stunden- geschwindigkeit ohne Mühe von einem Punkte bis zum andern hielten. Die Beobachtungen scheinen auch daraufhin zu weisen, daß die Vögel durchaus sich untereinander verständigen, denn Dick Grace, der amerikanische Trickflieger, sah einmal ein paar Habichte, die miteinander starteten, aber sich dann trennten. Bei einem bestimmten Signal wandten sie sich ostwärts, bann geradeaus und flogen aneinander vorbei wie Blitze. Grace beobachtete, daß sie bei jeder neuen Wendung die Schnäbel öffneten und einen scharfen Laut gaben, wie um sich zu verständigen. Eine große Gefahr erwächst für die Flieger, wenn sie plötzlich einem Schwarm kleiner Fliegen begegnen, die in einer derartigen Menge auftreten, daß die Windfänge von ihnen beschlagm sind. 3n der Nähe von Pontoise fand ein Flieger plötzlich feine Sicht gehemmt, und beim Hntersuchen ergab sich, daß Millionen winzig- kleiner roter Fliegen gegen die Scheibe gerannt waren und sie verklebt gatten. Man hat deshalb besondere Hilfsmittel konstruiert, um die Scheiben sofort wieder klar zu bekommen. Dabei ist der Belag oft so dick, daß man ihn mit „Löffeln abkrahen kann", wie ein Pilot einmal sagte.
Handgranate ausgerüstet waren, die deutsche Grenze überschritten und sich in die deutsche Paßkontrollbaracke bei Neuhöfen begeben.
Diese beiden polnischen Beamten haben ihrer gesetzmäßigen Verhaftung mit den Waffen in der Hand widerstand geleistet und dabei einen deutschen Beamten verwundet, der seinerseits einen polnischen Beamten verwundet hat. Fast gleichzeitig haben die erwähnte« polnischen Grenzsoldaten die deutsche Grenze überschritten und in der Richtung auf deutschen Gebiet sowie auf die deutsche Paßkontrollbaracke Schüsse abgegeben.
Das in dieser Weise von den polnischen Beamten begangene Hnrecht wird nicht dadurch entschuldigt, daß diese Beamten deutschen Grenzbeamten landesverräterische Absichten zugetraut und daß die deutschen Beamten sich in Wahrung berechtigter 3 nie ress en zum Schein auf die polnische 3nitiative eingelassen haben. Daß einer der polnischen Grenzschuhbeamten seinen Verwundungen erlegen ist, wird von der deutschen Regierung aus Gründen der Menschlichkeit aufrichtig bedauert; an der Beurteilung der Vorgänge wird dadurch nichts geändert.
Als die polnische Regierung es unmittelbar nach dem Zwischenfall für angebracht Hielt, bei der deutschen Regierung wegen eines angeblichen Unrechts deutscher Beamter Verwahrung ein« zulegen, hat die deutsche Regierung dies sofort zu« rückgewiesen und ihrem Befremden darüber Ausdruck gegeben, daß die polnische Regierung sich zu einem solchen Schritte entschlossen hatte, ob« wohl damals der Tatbestand noch gar nicht zu über« sehen war und obwohl die polnische Regierung dies durch den Vorschlag der Einsetzung einer gemischten Kommission selbst zugab. Das Ergebnis der jetzt durchgeführten Untersuchung beweist, daß die damalige Stellungnahme der deutschen Regierung vollauf berechtigt war. Darüber hinaus muß
An der Ausstellung ist ferner eine Gruppe süddeutscher, vorwiegend Mannheimer Maler beteiligt, die sämtlich eine Auswahl ihrer Aquarelle vorsühren. Da es sich im ganzen um neun Aquarellisten handelt, liegt allerdings die Gefahr einer gewissen, technisch und motivisch begründeten Einseitigkeit nahe und ist auch im vorliegenden Falle nicht ganz vermieden worden: 3m einzelnen: Breithut bringt ein paar räumlich gut bewegte und aufgelöste Freilichtstudien. Hassemer bevorzugt in seinen Landschaften ein tintig fließendes Kolorit mit starken blauen und grünen Lokaltönen. Schindlers Aquarelle erscheinen im Gesamteindruck am wenigsten aufgelöst, sie zeigen ein gepflegte- Kolorit und stellenweise („Bahnhof") stark lineare Betonung. Haberl (München) bringt feine gemütvolle Miniaturen: er ist Romantiker und erinnert übrigens
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