Ausgabe 
10.5.1930
 
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tolrhmg bet hiesigen HauSfrauenverefne unb bet neugegrünbeten (Aas Bereinigung Hausfrauen« Veranstaltungen statt. Der VortragVicht her* schwenden Gas verwenden' bietet bedeutsam« Anregungen sür richtige Pslege unb Ausnutzung des Gasgeräts, sowie Möglichkeiten au neuer Verwendung des Ga'es im Haushalt. Außerdem werden die verschiedensten Rezepte, insbesondre Suppen, Vorspeisen, I sch- und Fleischgerichte, Salate, Vachspeisen, praktische Resteverwcrtuna behandelt. Die Zubereitung dieser Speisen wird von einigen Damen der Hausfrauenberatung vor- geführt. 'Die Ausstellung neuzeitlicher Gasgeräte dürste ebenfalls allgemeines Interesse finde». Man beachte die heutige Anzeige.

Verlehrsunsall. Gestern nachmittag scheuten die Pferde eines Fuhrwerks des Maurer« meisters Schleenbecker aus Krofdorf hier auf bet Lahnbrückc vor der entgegenkommenden Viebertalbahn. Die Tiere stürmten mit dem Wagen los, wobei der Lenker des Gefährts^ Eßt mehr Roggenbrot!

selbst und bezeugt seine hohe Kulturstufe vor allen Völkern. (F. Franke.) Vl.

Gießen im Lufioostverkehr 1930.

Dom I.Mai ab ist Gießen an den unmit­telbaren Luftpost verkehr wieder ange- schloffen worden. Mit dem um 8.20 Uhr hier an­kommenden (Richtung Frankfurt a. SW.) und 8 30 Uhr hier abgehenden (Richtung Hannover), Jonne mit dem um 1825 Uhr hier ankommenden (Rich­tung Hannover) und um 18.35 Uhr (Richtung Frank­furt a. M.) hier abgehenden Flugzeugen werden Luftpostsendungen (gewöhnliche unb eingeschriebene Briefe, Postanweisungen und Pakete mit der Be­zeichnungLuftpost") weiterbefördert.

Schluhzeiten: 1. für die Luftpostsendungen in nördlicher Richtung (Hannover usw.)

a) für gewöhnliche Briese spätestens 18.25 Uhr der Posthilfstelle Flughafen, spätestens 7.30 Uhr beim Postamt, ,

b) für die übrigen Sendungen spätestens 7.20 Uhr beim Postamt I.

2. für die Luftpostsendungen in südlicher Rich­tung (Frankfurt a. M.)

a) für gewönhliche Briefe spätestens 18.25 Uhr bei der Posthilfstelle Flughafen, spätestens 17.35 Uhr beim Postamt I.

b) für die übrigen Sendungen spätestens 17.25 Uhr beim Postamt I.

Die mit der Luftpost beförderten Sendungen er­reichen den Bestimmungsort wesentlich früher, als gleichzeitig aufgelieferte Sendungen ohne die Be­zeichnung Luftpost. Das um 8.30 Uhr in Richtung Hannover startende Flugzeug hat anschließende Luft- postoerbindungen iwch Amsterdam, Berlin. Borkum, Bremen, Breslau, Hamburg, Kiel Leipzig, London. Magdeburg, Marienbad, Rotterdam, Stettin, Wan- gerooge, Westerland, Wyk usw. Durch die günstigen Dahnpostverbindungen nach Frankfurt a. M. lassen sich auch die von Frankfurt a. M. ausgehenden Lust« postoerbindungen mit Vorteil ausnüßen. Insbeson­dere lassen sich bei Benutzung der Luftpostverbtn« hungert nach den außereuropäischen Ländern ganz erhebliche Zeitgewinne erzielen.

Gießener Wochenmarktpreise.

Ds kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-160, Matte 30-35, Pf. das Pfiwd: Eier 10 Pf. DaS Stück, Käse 10 Stück 60140 Pf.; Weißkraut 810, Rotkraut 1520, Gelbe Ru­ben 1012, Rote Rüben 1012, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 45-90 Tomaten ZO-^-80, Zwiebeln 8-12, Meerrettich 5070, Schwarzwurzeln 4060, Rhabarber 1520, Kar­toffeln 4,5-5. Aepfel 10-15, Dörrobst 30-35, Honig 40-50, Vüsse 50-70 Pf. das Pfund; Tauben 7080 Ps. baS Stück, Junge Hahne 120130, Suppenhühner 100120 Pf. das Pfd.; Dlumenkohl 50100, Salat 10-25, Salatgurken 75-80. Ober-Kohlrabt 25-30. ^Lauch 5-10. Rettich 2530, Sellerie 1040 Pf. das Stuck, Radieschen 1015 Pf. das Bund: Kartoffeln 3.804.00 Mk. per Zentner.

Bornotizcn.

TageSkalenderfürSamstag. Gie­ßener Dchwimmverein: Abschwimmen, 20,15 Uhr, im Volksbad. GesangvereinFrohsinn : 46. Stiftungsfest, 20.30 Uhr. im Kathol. Vereins- hauS. Kavallerieverein Gießen: Monatsver­sammlung. 20 Uhr. - Reichsverband der Zwil- dienstberechtigten: Monatsversammlung, 2O. ilbt. in derStadt Lich". GDM: Monats- Versammlung, 20.30 Uhr. DHV.: "^onatsver- sammlung, 20.15 Uhr, im Hotel Kohler. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: nachmittags 4 Uhr . 1.. Tonsilm-Kindervorstellung:Zwei Herzen tm

l »/.-Takt", abends: TonsilmZwei Herzen tm > »/.-Takt", Astoria-Lichtspiele.Teure Heimat .

ffl ÖÖ/O WELTPRODUKTION

zeige.

Äriefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ' Schriftleitung )

h. in TB. I. Auf Grund Ihres Tauschvertrage« wurde Ihnen offenbar doch das ganze Einfamilien­haus einschließlich des fraglichen Zimmers über­lassen. Uebcrzeugen Sie sich noch einmctz vom Der« tragsinhalt durch Einsichtnahme in den Vertrag, der in einem möglichen Prozeße als Beweismittel dient. Fordern Sie die Vor­besitzerin auf, die Möbel wegzunehmen. Wenn sie dem nicht nachkommt, so erheben Sie Klage zu Protokoll dM Geschäftsstelle Ihres Amtsgericht» auf Entfernung. II. Wenn die Vorbesitzerin nicht Eigentümerin des Ofens war, so durste sie ihn beim Wegzuge nicht mitbringen; sie müßte ihn zurück­liefern. III. Der Schaden, den das Ungeziefer an­gerichtet hat, wird so gering sein, daß sich eine Klage nicht lohnt, zumal Ihnen erhebliche Kosten entstehen können, da Sie beweispflichtig sind.

Aus der Provinzialhauptstadt. '

Gießen, den 10. Mai 1930.

Oer Tag der Mutter.

Es ist schon so: Wenn irgend jemand verdient, Laß ihm im Iahre ein besonderer Tag gewecht wird, dann ist es die Mutter, inmitten der Hast des täglichen Lebens soll es ein Ruhetag ein Tag der Besinnung fein, der uns htnwetst auf das Köstlichste. was wir besitzen oder besessen haben. Wir können uns das Leben mcht denken ohne die unermüdliche Fürsorge und htngebende Liebe der Mütter. Unsere Führer und Dichter haben immer wieder verkündet, daß thnen chre Mutter das Beste mit auf den Lebensweg gab.

Aber für die Mütter selber soll. eS nicht nur ein Tag der Freude fein, an dem sie tm Mittel­punkt stehen, sondern für sie gilt es auch, dexer zu gedenken, die in schwerer Arbeit und Entbeh- Jung stehen. Die glücklichen Mütter dürfen ihre Mitschwestern nicht vergessen.

Gewiß sollen wir das ganze Iahr hindurch unterer' Mutter mit Liebe begegnen und ihr Freude bereiten. Es gibt ja auch Gelegenheiten genug. Aber der tiefe Sinn des morgigen Mutter-Gedenktages hegt dann, daß wir alle bewußt an diesem Tage derjenigen gedenken, die unser ganze- Leben mit ihrer Liebe und Güte umgeben oder umgaben. Es «st ein großer Gedanke, der uns alle eint: Ehrfurcht und Dan^ barteit für unsere Mutter! Gibt es e'genttlch etwa« Würdigeres für einen Feiertag? Und wenn nur der Muttertag das eine bringt daß alle Menschen für kurze Minuten überhaupt daran erinnert werden, was ihnen ihre Mutter bedeutet, dann wollen wir dafür dankbar fetn.

Auch unsere Kinder sollen Heranwachfen mit der Erinnerung an solche Muttertage. Wir müssen immer wieder daraus bintoeifcn, was sie an ihrer Mutter hoben. Und wenn sie an diesem Tage nur ein Sträußchen auf den Tisch stellen, oder sonstwie mit einer Kleinigkeit ihr Teil mit dazu beitragen, der Mutter eine Freude zu machen, bann haben auch sie ihren Muttertag. Auf daS Wie kommt es ja nicht an, sondern nur daraus, daß sie mit ihrem Herzen Dabet b3n erster Linie soll ja der Muttertag im ena« ften Familienkreise gefeiert werden. Und welche Freude wird die Mutter empfinden, wenn sich Die Kinder bemühen, ihr die Arbeit abzunehme^ daß sie auch einmal ausruhen kann. Wenn sich dann alle in Liebe und Ehrfurcht um die Mutter scharen, werden diese Stunden nie aus dem kindlichen Gedächtnis verschwinden. Ein bißchen mehr Ehrfurcht in der heutigen Zeit schadet un­serer Jugend gewiß nicht, und an keinem Tag ift bessere Gelegenheit gegeben, die Kinder an das vierte Gebot zu erinnern.

Alle diejenigen aber, deren Mutter draußen auf dem stillen Gottesacker ruht, Serben in stummer Ergriffenheit dorthin wandern und in dankbarer Liebe zurückdenken an sonnige, glück­liche Sugenbtage, an denen ihnen ihre Mutter noch alles war.

Mutterl Es gibt in allen Sprachen der Welt kein Wort von süßerem Klang und von tieferem Gehalt, das größere Fülle wonnigen Reichtums umschließt als das Urwort: Mutter! Es ist DaS Wort, das ein kleines, unschuldiges Kind jauchzen macht; das den reifen Menschen innig ergriffen erkennen läßt: das Beste Deines Lebens, Das dem Verbrecher selige, erlösende Tränen der Ergriffenheit in die Augen treibt. Ein Wort mit Zaubermacht, uns wieder zu Kindern zu machen und für leuchtende Augen­blicke daS verlorene Paradies aufzuschließen. Em Volk, das seine Mutter öffentlich ehrt, ehrt sich

TageSkalender für Sonntag, i Stadtthntter: Lustiger Vortragsabend. 20 bis 21.30 Uhr. Gesellschaft Liebig-Museum: Vor­trag von Geheimrat Sommer zur Feier von Zustus von Liebigs Geburtstag, 11.15 Uhr, auf der Liebkgshöhe. Lichtspielhaus Bahnhof- strotze: Tonfilm .Zwei Herzen im '/.Takt'. Astoria-Lichtfpiele: .Teure Heimat.

Stadttheater G i e ß e n. Man schreibt uns: Für morgen Sonntag, 11. Mai, hat die In­tendanz einen Gast«Rezitolionsobend feftgelegt. Fritz Schlotlhauer, der bekannte Vortragskünftler, wird sein reichhaltiges Programm sprechen. Schlott- bauer wird mit diesem Abend bas erste Mal nach Gießen kommen und Dürfte sich auch hier F^unde erwerben. Der Abend beginnt um 20 Uhr. Frem« denvorstellungspreise.

Der Bund .Haus und Schule" ver« anftaltet (diesmal ausnahmsweise) am Montag, 12. Mai, 20 Uhr im Iohonnessaal einen Familien­abend. Es werden Dabei mitwirken: Frau Men­de l s s o h n « B a r t h o l b y (Rezitation), Fräulein Stammler mit Schülerinnen (Gesang), die Her­ren Günther unb Weber (Klavier) unb Der Klein-Lindener Posaunenchor. Man beachte Die heu­tige Anzeige. ,

LU. Von der Landesuniversität. Dr. med. Paul Frick, der sich für das Fach der Kinderheilkunde an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird Dienstag, 13. Mai, 17 Uhr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema:Kli­nische Verlaufsformen der kind­lichen Tuberkulös c. Heute mittag fand die erste feierliche Immatrikulation in der Großen Qlula statt. Es wurde die bisher noch nie erreichte Zahl von 515 neuen Studierenden immatrikuliert. Die zweite und letzte 3mmatrifulation erfolgt am 24. Mai. '

Maienblasen. Bei dem beute um 19 Uhr vom Turme der Iohanneskirche stattfin­denden Maienblafen werden folgende Stüde au Gehör gebracht: 1. Choral: .Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut"; 2. .Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", L. v. Beethoven: 3.DaS treue deutsche He^/', Otto.

* Sie Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet.

** Die Gesellschaft ßiebigmufeum veranstaltet am morgigen Sonntagvormittag auf der Liebigshöhe eine ßiebtggebentfeier, bei der Geheim­rat Professor Dr. Sommer einen Vortrag über das ThemaDie ßiebigshöhe um 1850 nach dem Plane von Johannes Körner" halten wird. Auf die heutig^ Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

* Der Volkshalle-Derein hält seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung am 19. Mai im Sitzungssaal des Stadthauses, Berg­straße, ab. Die Vereinsmitglieder werden im An­zeigenteil unseres heutigen Blattes zu der Ver­sammlung eingeladen.

** Autobusverbindung nach dem S ch i f f e n b e r g. Wie aus der heutigen Anzeige des Schiffenbergpächters F. ßynker ersichtlich ist, besteht von jetzt ab tägliche Autobusverbindung nach dem Schiffenberg. Die Autobusse verkehren bestimmt, ihre Fahrten werden nicht mehr, wie früher, von Der Beteiligung der Fahrgäste abhängig gemacht.

** Gas « Koch - und - B r a t - V e r a n st a l - mitgeteilt wird, fand gestern abend unter allgemei­ner Beteiligung der hiesigen Gas-Installationssir« men, Gasgeräte-Derkaufsgeschäfte unb bes Stabt. Gas- unb Wasserwerks Gießen bk Grünbung einer Arbeitsgemeinschaft, bk Den NamenGas « Ver­einigung Gießen* erhalten hat, statt.

Gas-Koch- und Brat-Veranstal- tungen. Man schreibt uns: Wie aus der heu­tigen Anzeige ersichtlich, finden am nächsten Don- nerstagabend und Freitagnachmittag unter Mit-

ein Sohn deS Herrn Schleenbecker. bedauerlicher­weise zu Fall kam und von dem Fuhrwerk über­fahren wurde. Der junge Mann erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels und einen Vervenfchock. Die Freiwillige Sanitätskolonn« vom Voten Kreuz verbrachte ihn nach der Chirurg gischen Klinik. Die Pferde wurden am Veu- städter Tor aufgehalten, zum Glück richteten fit nicht noch weiteres Unheil an.

Der nächste Frankfurter Pferdes markt findet auf dem Gelände des Landwirt« schastlichen Vereins in Frankfurt am 12. Mai statt. Rach den Meldungen zu schließen wird eine grö­ßere Zahl leichtere, volljährige Arbeitspferde Verkauf kommen. Man beachte Die heutige An-

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