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den Reichspräsidenten von Hindenburg Ministerialdirigent Brandenburg den Ta­gungsteilnehmern die Grütze der Reichsregie­rung. Er begrüßte namens der Reichsregierung auch die Vertreter der ausländischen Staaten und versicherte, daß die Reichsregierung stets und gern mit den anderen Rationen in fairer Weise zusommenzuarbeiten bereit sei. Der hes­sische Innenminister L e u s ch n e r brachte ein Hoch auf die ausländischen Teilnehmer aus. Ge­rade der Segelflug sei geeignet, völkerverbindend zu wirken. Oberbürgermeister Mueller über­reichte Ministerialdirigent Brandenburg, Ministerialrat K n ö p f e l, Konsul Dr. Kotzen- b e r g und Professor Georgi die Preismünze der Stadt Darmstadt, ebenso in Erinnerung an die ersten Erfolge Gutermuths dem Vater des verstorbenen Entdeckers der Rhön. Für diese Ehrung dankte Geheimrat Guter- m u t h und gab dann Erinnerungen aus der Tätigkeit seines Sohnes und dessen Freunden aus den ersten Anfängen des Segelfluges zum Besten. Für die italienischen Flieger dankte Wa­nin i, der auf den Vorsitzenden Konsul Kotzenberg ein Hoch ausbrachte. Ministerial­dirigent Brandenburg teilte mit, daß der Hindenburg - Pokal 1929 und der Ehrenpreis von 10 000 Mark dem Stuttgarter Flieger Wolf H i r t h zuerkannt worden fei. Der anwesende Preisträger wurde mit stürmischem Beifall bedacht.

Oie weiteren Vorträge.

Am heutigen Sonntag ging die ernste wissen­schaftliche Arbeit weiter. Professor Dr. v. Kar­man. Aachen, behandelte das Thema »Turbu­lenz und Segelflug", Prof. Dr. Pröll. Hannover, und Ingenieur A. L i p p i s ch(Wa se» kuppe) das Rurflügelflugzeug, das in­zwischen konstruktiv schon sehr vervollkommnet worden ist, Dipl.-Ing. Loew von der Akademi­schen Fliegergruppe Darmstadt »Grundsätze beim Dau von Segelflugzeugen. Professor Dr. Sch renck, Berlin, machte dann Vorschläge für die Klasseneinteilung von Segel­flugzeugen. Der Inhaber des diesigen 2tf>» stuhles für Aerodynamik, der bekannte Frei­ballonfahrer Professor Dipl.-Ing. Eberhardt, sprach über das Verhalten der Luftfahr­zeuge in Inversionsschichten. Dr. Höhndorf, Darmstadt, gab Einblick in seine Untersuchungen über die atmosphärischen Grundlagen des Segelfluges. Don be­sonderem Reiz waren die Ausführungen des Weltrekordmannes Robert K r o n f e l d über die Methodik des Leistungssegelfluges, der die bisherigen wissenschaftlichen Theorien zum größten Teil in seiner Praxis bestätigt fand. Am Abend fanden zwei Filmvorführungen »Die Kunst des Segelfluges" in der Rhön und Rossitten, und »Segelflug im Hochgebirge", eine Expedition Stamers und Kronfelds an der Raxalpe.

Turnen, Sport und Spiel.

Frankfurter HaNensportfcst.

Das zweiteFrankfurterHallensport- fest am Samstag war nicht sehr gut besucht Die Besetzung stand der des vorigen Jahres kaum nach, und auch leistungstechnisch stand das Fest auf an­genehmem Niveau. Neben dem Kugelstoßen und den Staffelläufen nahmen die Spiele am meisten das Interesse der Zuschauer in Anspruch. Das bemer­kenswerteste und von den Zuschauern mit dem größten Interesse verfolgte Ereignis war das Kugelstoßen, in welchem Weltrekordmann Hirsch- seld zum ersten Male auf den Turnermeister und -Nekordmann L i n g n a u (Dortmund) traf. Der Ostpreuße rechtfertigte restlos die auf chn gesetzten Hoffnungen und überbot nicht nur seinen im Vor­jahre in Frankfurt ausgestellten Hallenwelt. rekord im einarmigen Kugel st oßen auf 15,56 Meter, sondern stellte auch im beidarmigen Stoßen mit 28,3 Meter einen neuen Welt- rekord aus, so daß die sportliche Ausbeute des Festes mit zwei Weltrekorden eine sehr gute ist. Im Sprinterdreikampf war der Han- nooeraner I o n a t h nicht zu schlagen.

Die ErgevN'jse:

Sprinter-Dreikampf: 1. Ionath 18 P., 2. Mahlitz 15 P. 3. Währlein 12 P.

80tz-Weter-Lauf, offen: 1. Kaufmann, FSV. Frankfurt. 2:07,7 Min. 2. Knöckel, SC. 80. Frankfurt, 2:08 Min. 3. Bernhard, DIK. Frank­furt, 2:08.1 Min.

800-Meter-Lauf: Ein ladungslauf: 1. Paul, Stuttgarter Kickers, 2:02.4 Min. 2. ße- föbre, MTG. Mannheim, 2:03.6 Min. 3. Dach, Kassel, 2:04.3 Min.

60 - Meter - Hürden - Einladungs­lauf: 1. Trotzbach, BST. Berlin, 8.2 Sek. 2. Sch.'lhe, Pol. SB. Berlin, 8.3 Sek. 3. Schö- nig, Stuttgarter Kickers.

3000-Meter-Lauf: 1. Helber, Eisenbahn- SV. Stuttgart, 8:22 Min. 2. Gorth, Post-SV.

Berlin, 8:26.1 Win. 3. Diekmann, Hannover, 8:27.1 Min.

60-M eter-Lauf für alte Herren: 1. Weider, Eintracht Frankfurt, 7.3 Sek. 2. Reis, Eintracht Frankfurt, 7,8 Sek. 3. Angstmann, Eintracht Frankfurt, 7.9 Sek.

Kugel st ohen: 1. Hirsch, Allenstein, 15.56 Meter. (Reuer Hallen-Weltrekord, bisheriger Re­kord: Hirschfeld 15.47 Meter.) 2. Lignau, Dort­mund, 14.71 Meter. 3. Schneider, Rüsselsheim, 14.38 Meter.

De idarmiges Kugelstoßen: 1. Hirsch­feld, 28.30 (rechts 15.56 Meter, links 12.74 Meter, neuer Weltrekord, bisher Ralph Rose mit 28.00.2 Meter.)

Die Staffelkämpfe:

4X2 -Runden staffel: 1. Stuttgarter Kickers (Single, Sackmann. Iauch, Stumpp) 3:01,1 Min. 2. Berliner S. C. 3:01,6 Min. 3. S. C. 80 Frank» furt 3:02,2 Win.

3X1000 - M e t e r - S t a f f e l: 1. Frankfurter Eintracht (Leunig, Böselt, Iordan) 7:54,3 Min. 2. D. I. K. Frankfurt 8:00,5 Win. 3. Gießen 1900 8:07,2 Min.

5X60-M eter-Pendel staffel: 1. Berliner S. C. 36,2 Sek. S. C. 80 Frankfurt. 3. VfL Frankfurt.

10X200-Meter-Staffel für Klasse B: 1. Polizei Frankfurt 7:35 Min. 2. Deutsche 3u- gendkraft Frankfurt.

10X200-Meter°Staffel für Klasse C: 1. D:thmonn-Mittelschüler Frankfurt.

10X60 Meter-Pendel st affel für Ju­gendliche: 1. Dar Kochba 1. Mannschaft 1:19,4 Min. 2. Eintracht Frankfurt 1. Mannschaft 1:22,6 Min. 3. Dar Kochba Frankfurt 2. Mann­schaft 1:23,7 Min.

Die Wettkämpfe der Damen:

60 - Meter ° Einladun gslauf: 1. Dollinger -1. KC. Rürnberg, 7.7 Sek.: 2. Haux- Eintracht Frcnkfurt, Handbreite zurück: 3. Loren z- Emtracht 'ötcaurun.

60-Meter-Hürdenlauf: 1. 'Becke» Brandenburg Berlin, 9.3 Sek.: 2. Haux-Eintracht Frankfurt: 3. Schmitt-Griesheim Elektron.

5x60-Meter-Pendel st affel: 1. Ein­tracht Frankfurt (Haux, Fleischer, Lorenz, Keil, Dlumenau), 43.2 Sek.: 2. Griesheim Elektron. 1. Mannschaft, 44.8 Sek-: 3. Griesheim Elektron, 2. Mannschaft.

Ergebnisse der Spiele:

Handball: Stadtmannschaft der Sportler gegen Auswahlmannschaft Gau Frankfurt der DT. 3:1 (1:1). Handball der Frauen: Sportlerinnen gegen Turnerinnen 1:0 (1:0).

Faustball. Licht und Luftbad Frankfurt (Deutscher Meister der DT.) gegen Post SD. Frankfurt 17:8.

Westdeutsche Fußballmeisterschaft

Im Kampf um die Fußballmeisterschaft des West- deutschen Spieloerbani.es wurden am Sonntag die Spiele der Meister in der Gruppe Nord fortgesetzt, aber auch in der Gruppe Süd war die erste Be­gegnung fällig. Hier trafen sich in Düsseldorf vor 15 000 Zuschauern der V- f. L. Benrath (Ber- gisch-Märkischer Bezirk) und S. C. 0 3 Kassel. Benrath trug einen glatten 5:2-Sieg davon. In dieser Gruppe dürfte die Entscheidung höchstwahr­scheinlich zwischen Benrath und dem neuen Rhein­bezirksmeister Köln Sülz 07 liegen. Die Gruppe Nord hat ihre Favoriten in Schalke 0 4 und Hornberger Sp. V.. die nach dem zweiten Spiel- tag je 4.0 Punkte haben, während Hüsten 09 (Sudwcstfalen) und V. f. B. Bielefeld (West­falen) bislang leer ausgegangen sind.

Bezirk Hessen-Hannover.

Das gestrige Derbandsspiel zwischen Spielv. Kassel und Borussia Fulda endete mit 3:2.

Bei einem Gesellschaftsspiel in Gießen zwischen Spieloereinigung 1900 Gießen und Offenbacher Kickers kam ein 2:2 Ergebnis heraus.

Süddeutsche Fueballmeisterschast

Rach der Tlnterbrechung infolge des ßänte» spiels gegen Italien nahmen die Kämpfe um die Meisterschaft des süddeutschrn Fußballverbandes gestern ihre Fortsetzung. Die

Runde ber Weister, in der wiederum sämtliche Dtatzbesiher siegreich blieben, erbrachte mit einer Ausnahme sehr hohe Resultate. Dieser eine Fall knappster Entschei- scheidung barg allerdings die größte Uebe» raschung des Tages in sich. Wormatia Worms, die bis jetzt nicht allzu sehr in Er­scheinung getreten war, konnte einen ter aus­sichtsreichsten Meisterschaftsanwärter, die S p. - Bereinigung Fürth, mit 2:1 Toren schla­gen. Am meisten überrascht hierbei die glatte Berechtigung dieses unerhof.ten Sieges ter Hessen. Aus diesem Ergebnis hat allerdings die Frank­furter Eintracht den größten Rutzen. Rach ihrem neuesten Sieg von 7:2 Toren über den F. E. Pirmasens führen die Frankfurter nun­mehr mit Harem Dorjprung von drei Punkten vor München und Fürth die Liste an. Der Sieg über Pirmasens fiel allerdings zahlenmäßig zu hoch aus. Auch in Mannheim gab es ein tor- reiches Treffen, in dem ter S. B. Waldhof- Mannheim den F. C. Freiburg mit 7:1 Toren nach Belieben schlug. Ebenso klar, wenn auch nicht mit gleich viel Toren, sandte der F. C. DavernMünchen den B. f. B. Stutt­gart nach Hause. Mit 5:0 behielten die Münche­ner die Punkte bei sich.

Runde der Zweiten und Dritten.

Hier hatte auch die Gruppe R o r d w e st eine große ckleberraschung. F. Sp. V. F r a n k -

Die blonde Sklavin.

Vornan von Hermann Veick

26 Fortsetzung Nachd'-uck verboten

XXIV.

Als Schulhofs an diesem Abend nach Hause kam und gerade das Tor aufschließen wollte, trat aus dem Dunkel des Hausganges ein Mann auf ihn zu.

»Guten Abend, Herr Schulhoffl"

Im ersten Augenblick fuhr Schulhofs, von dem unerwarteten Auftauchen des Mannes erschreckt, zurück. Dann schaltete er rasch das elektrische Licht über der Haustür ein.

In einem schwarzen Mantel, einen Breiten Schlapphut tief ins Gesicht gedrückt, stand der Wann vor ihm.

»Kennen Eie mich nicht meßr? fragte er und nahm den Hut ab.

Betroffenheit malte sich in Schulhoffs Gesicht.

»Sie sind esl" sagte er überrascht. Ec hatte den Fremden erkannt: es war der Mann, der ihn neulich auf Honneckers Spur gebracht hatte.

»Ich muß Sie unbedingt sprechen!" sagte der Fremde hastig.

Ieht um elf Ußr nachts?"

»Ich warte seit drei Stunden hier auf Sie, Herr Schulhofs!"

»Hat es nicht bis morgen früh Zeit?"

Die stechenden Augen des Fremden gingen ruhelos umher.

Olein..., morgen ist es zu spät!"

»Kommen Sie!"

Als sie in Schulhoffs Zimmer kamen, sagte dieser:

»Rehmen Sie Platz, und bann sagen Sie mir, was Sie zu mir geführt hat!"

Der Fremde blieb stehen. Ein gehetzter Aus­druck war in feinem fohlen Gesicht.

»2ch brauche Ihre Hilfe, Herr Schulhofs!" Meine Hilfe? Wie soll ich das verstehen?" »Ich brauche Geld ..."

Schulhofs hatte ein unangenehmes Empfinden. Kam der geheimnisvolle lln&elannte mit ter Absicht, Geld aus ihm herauszupressen? Da galt es, auf der Hut zu fein!

-Sie müssen sich deutlicher aussprechen!" ant­wortete er kühl.

Der Fremde schien das Abweisende in Schul- hofss Stimme nicht zu hören. Er sagte stehend: Reulich habe ich Ihnen einen Dienst er­wiesen: heute müssen Sie m i r helfen! Ich brauche einige Hundert Mart, um rasch von hier fort- zukommen!"

Mehr und mehr verstärkte sich das unbehagllche Gefühl in Schuchosf.

»Warum müssen Sie sv schnell fort?"

Der Fremde sah starr vor sich nieder. Seine Hände waren zusammengekrampft. Dun sagte et rasch, die Worte überstürzten sich beinahe:

Ich hatte heute einen Zusammenstoß

Honneckerk Seitdem Sie neulich bei ihm waren, ist er wie vom Teufel besessen! Er plagt die Leute, die mit ihm zu tun haben, bis aufs Blut! ...Auf mich hat er es besonders abgesehen! Er scheint zu ahnen, daß ich Sie auf seine Fährte gehetzt habe! ... Bis jetzt habe ich alles still­schweigend ertragen! Heute aber ist mir die Ge­duld geriffen! Da habe ich mit ihm abgerechnet!"

Die Augen des Fremden glühten fiebrig.

Run muß ich fort, sonst richtet er mich zu­grunde!"

In Schulhofs war immer noch ein Mißtrauen wach.

In welchem Verhältnis stehen Sie zu Hon- necker?" fragte er.

Ich war bis heute bei ihm in Stellung."

Run begriff Schulhofs, woher der Fremde seine Kenntnis von Honneckers Geschäftsmetho­den hatte. Ein Angestellter Honneckers war er also ... der sich jetzt mit seinem Ches verkracht hatte, älnb nun kam ter Marrn zu ihm und wollte Geld haben!

Er sagte mit merklicher Zurückhaltung:

Da werten Sie sich eben eine neue Stellung suchen müssen! Mehr als hinauswerfen kann Honnecker Sie ja nicht!"

Der Fremde lachte in wildem Hohne auf.

ilm das zu erfahren, komme ich doch nicht mitten in der Rächt zu Ihnen!"

Er eilte auf Schulhofs zu und faßte ihn am Arm.

-So fragen Sie doch nicht länger! ... Helsen Sie mir ... Iete Minute ist kostbar!"

Cs war wie ein Derzweiflungsschrei. Wider Willen wurde Schulhofs davon ergriffen. Er sagte rasch, teilnehmend:

Warum müssen Sie vor Honnecker stiehen? ... Hat er Sie irgendwie in seiner Gewalt?..."

Der Fremde gab nicht gleich Antwort. Wirr gingen seine Blicke umher. Plötzlich schien er von einer Erschlaffung befallen zu teerten. Er machte eine müde Handbewegung.

Vielleicht helfen Sie mir eher, wenn ich Ihnen alles sage ... 3a, Honnecker hat mich in der Hand. Seit drei Jahren schon ... Ich war bei einer Bank angestellt ... und habe Unterschlagungen begangen ... ein Frauenzim­mer, das vorgab, mich zu lieben, hatte mich so weit getrieben ... als ich dann im Dreck faß, kehrte sie mir den Rücken ... Doch davon wollte ich ja nicht sprechen ... Meine Verfehlungen tourten entdeckt, man wollte Anzeige gegen mich erstatten ...da griff Honnecker plötzlich ein..

Der Fremde machte eine Pause. Aus seiner eingefallenen Brust kamen rasche, hastige Atem-

Mein Vater hatte, wie er mir sagte, gerate in jenen Tagen Honnecker einen Dienst erwiesen - - - was es war, verschwieg er mir, es war mir auch gleichgültig, ... Die Hauptsache für mich war, daß ich nicht ins Gefängnis kam! ... Hon­necker, ter damals schon ein Mann von großem Einfluß war, regelte die Sache mit meiner Dank ... ich mußte dort natürlich meine Stellung

aufgeben, aber Honnecker bot mir einen Platz in seinem Bureau an ...

Wäre ich doch lieber ins Gefängnis gegangen! ... Das Leben, das ich fortan bei Honneckex hatte, war schlimmer, als es sich schildern läßt! Wie einen Sträfling behandelte er mich! Tag für Tag ließ er mich fühlen, daß ich ganz von seiner Gnade abhänge. Mit einer wahren Wol­lust peinigte er mich, manchmal trieb er mich fast zum Aeußersten, so daß ich nahe daran war, ihm an den Leib zu gehen ... aber er touß.:, daß ich nichts gegen ihn unternehmen würde ... ich war ja im Laufe der Zeit so zusammen- getreten ... so klein und feige geworden ..."

Das Gesicht des Fremden verzerrte sich zu einem wilden, satanischen Grinsen. Haß sprühte aus seinen Augen.

Heute aber war das Maß voll! Einer Gering­fügigkeit wegen brüllte er mich an, ich wider­sprach, da wollte er mir mit der Faust ins Ge­sicht schlagen ... Ich blieb ihm aber die Ant­wort nicht schuldig! ... So hat ihm noch keiner die Meinung gesagt, so gründlich und deutlich ... Ieht ist es natürlich zwischen uns aus! Ietzt muß ich mich schleunigst aus dem Staube machen, denn nach dieser Auseinandersetzung wird er mir sicher die Polizei auf den Hals hetzen!"

Schulhofs schüttelte zweifelnd den Kopf.

Ich glaube, Sie sehen da zu schwarz! Da Honnecker damals Ihre Verfehlungen gutge- macht hat, haben Sie kaum mehr etwas zu be­fürchten!"

T.'r andere wurde erregt Fieberhafte Un­ruhe zeigte sich wieder in seinen Zügen.

Glauoen Sie das nicht! Wenn dieser Bluthund einen Menschen vernichten will, bringt er es fertig!" Mit einer verzweifelten Gebärde streckte er Schulhofs die Hände entgegen: »So helfen Sie mir doch! Lassen Sie mich nicht im Stich!"

Schulhofs ging zum Schreibtisch.

Ich will Ihnen gerne helfen. Sie haben mir neulich einen größeren Dienst erwiesen, als Sie ahnten."

Er nahm einige Scheine aus einer Kassette. Wohin wollen Sie sich wenden?" fragte er.

I weiß es noch nicht ... vielleicht ins Aus-

Haben Sie keine Angehörigen?"

Mein Vater hat vor zwei Iahren seine hiesige Praxis aufgegeben und lebt jetzt zurück­gezogen in Oranienburg.

Schulhofs gab es einen Schlag.

Er fuhr herum.

Ihr Vater ist Arzt?" fragte er bestürzt Ia ... Warum interessiert Sie dal?" Mit eiserner Willenskraft zwang Schulhofs sich zur Ruhe.

Es war nur eine Frage ..."

In Ujm aber rasten die Gedanken.

Wie hatte ter Fremde vorhin gesagt: ... fein Vater habe Honnecker einen Dienst erwiesen und dieser Vater war, tote sich jetzt heraus­stellte. Arzt ...

War der Dienst, von dem hier die Rete war.

furt verlor auf eigenem Platze völlig verdient mit 23 Toren gegen Sportfreunde Saar« brücken, die keinen schlechten Eindruck hinter­ließen. Die Frankfurter enttäuschten start Auch Rotweiß Frankfurt erlitt durch einen 6 aarberein eine bittere Riederlage. 0:2 vom 5- B. geschlagen, kehrten die Frankfurter aus Saarbrücken zurück. S. V- Wiesbaden nützte den Platzvorteil zu einem knappen 1:0 gegen ten V. f. L. Reu-Isenburg aus. Phönix Ludwigshafen behauptete feine Spitzenstel­lung durch an 2:1 gegen ten V f. L. Reckarau.

In terGruppeSüdost zwang der K. F. V. Karlsruhe dem 1. F. C. R ü r n b e r g mit 1:1 einen Punkt ab. Vorläufig kann sich der Alt­meister dieses ülnenttchieten noch leisten, denn er bleibt nach wie vor an ter Tabellenspitze. ©. 03.1860 München feierte einen Sieg von 3:0 Toren über den AS. V. Rürnberg. Iahn Regensburg hatte trotz des Vorteils des eigenen Platzes die lleberlegenßeit des V. f. R-Heilbronn mit 0:2 Toren anzuerkcnnen.

Um den Handbal'-Volal der

Suddeutschland aus dem Rennen geworfen.

In der Zwischenrunde um den Handball-Pokal der D. S. B. wurde die süddeutsche Auswahlmann- schast gestern vor 6000 Zuschauern in Darmstadt von den Vertretern Brandenburgs mit 8:7 aus dem Rennen geworfen. Berlins m.t etwas G'ück er­rungener Sieg war nach den gezeigten Leistungen zu einem gewissen Grade verdient.

Mitteldeutschland siegt gegen Rord.

Das zweite Spiel ber Zwischenrunde wurde in Leipzig ausgetragen und sah die Mitteldeutschen mit 5:3 siegreich, nachdem sie bereits bei der Pause 8:2 geführt hatten.

Berlin Mitteldeutschland im Endspiel.

Rach den Ergebnissen der Zwischenrunde haben sich Brandenburg und Mitteldeutschland für da» Endspiel um den D.S. B.-Pokal qualifiziert. Al« Termin für das Endsoiel wurde der 30. März fest­gelegt. Der Ort der Austragung steht dagegen noch nicht fest.

Sin $rüntfnrter pollzeibeamler erschossen.

WSR. Frankfurt a. M., 9. März. Der Po­lizeioberwachtmeister Ludwig Kern ist heute morgen 4 ilßr, als er einen Radfahrer, ter ohne Licht fuhr, anßalten wollte, von diesem erschos­sen Worten. Der Täter ist entkommen. Der Gelötete hinterläßt Frau und zwei Ämter. Der Tat dringend verdächttg ist ter Kürschner Herbert Schulte, geboren am 12. Iuni 1903 in Leipzig-Linden au. Er hat sich in letzter Zeit in Frankfurt auf gehalten, jedoch ist nicht be­kannt, wo er wohnte, oder wo er Unterschlupf gesunden hatte. Bei ter Leipziger Kriminal­polizei ist er als Einbrecher und Fahr- r a d d i e b bekannt. Er soll sich in den letzten Monaten auch in Mainz und Trier aufgehalten haben. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den vermutlichen Täter sestzunehmen.

Zu dem Vorfall wird noch mitgeteilt: Mit einem Polizeiaufgebot, wie cs nur in ganz großen Fällen üblich ist nahezu 60 Kriminalbeamte und ebensoviel Schuhpolizeibeamte ging man an die Llntersuchung der vorhandenen Spuren und an die Rekonstruierung des Falles. Danach glaubt die Polizei, daß sich der Vorgang etwa folgendermaßen zugetragen haben kann: Der Po­lizeiwachtmeister Kern fahndete während seines Patrouillenganges u. a. auch auf Hühner - diebe und hielt zwei Leute an, wahrscheinlich einen jungen Mann und eine Frau. Dem Mann nahm er die Invalidenkarte und ein Messer ab, worauf der Beamte von dem Burschen meuch­lings erschossen wurde. Es war von vorn-

jenes ärztliche Zeugnis über Reinhold Wittes angeblichen Selbstmord gewesen?...

Die einzelnen Glieder schlossen sich zur Kette. Schulhofs sah klar. Der Arzt, nach dem er erst vor wenigen Stunden Eva gefragt hatte, war gefunden! Run galt es noch, seinen Aamen zu ermitteln!

Er reichte die Geldscheine dem Fremden, die dieser hastig in die Tasche steckte.

Vielen Dank, Herr Schulhofs!"

Schulhofs geleitete ihn die Treppe hinunter. Ehe er das Haustor aufschloß, sagte er gle*£- mütig:

Wollen Sie mir nicht Ihren Ramen nennen?"

Der Fremde blickte ihn mißtrauisch an.

Wozu?"

Es konnte fein, daß Sie draußen einmal m Rot kommen: dann schreiben Sie mir. Ich werte Ihnen jederzeit gerne helfen! Ich mochte aber doch wenigstens wissen, wie Sie heißen!"

Der andere zögerte kurz.

Ich heiße Willy Ronneberg," antwortete er widerstrebend.

Die Türe ging auf.

Schulhofs fühlte den raschen Druck einer heißen, feuchten Hand.

Gute Rächt, Herr Ronneberg!" sagte er und sah mit einigem Verwundern, wie ter Fremde sich zuerst verstohlen umblickte und dann schnell, scheu an ten Häusern entlang hastete.

Es sah aus wie eine Flucht.

* *

Schulhofs war schon früh aufgestanden. ES hatte ihn nicht länger im Bett geduldet.

Bon innerer ünraft getrieben, ging er in der Wohnung umher. Was hatte sich seit gestern abend nicht alles ereignet! Zuerst das Telephon­gespräch mit Mockel, das seinem ganzen Leben und Schaffen wieder schöne Zukunftsausblicke eröffnete: dann das Zusammensein mit Eva... und schließlich, in später Rächt, der Besuch Willy Ronneberg Z!

Ronneberg ...

Er würde den Damen nicht vergessen! Kein Zweifel bestand mehr für ihn, daß dieser Dr. Ronneberg der Arzt war, der Honnecker damals das falsche Zeugnis über ten Selbstmord des Schauspielers Witte geliefert hatte.

Schulhoffs Entschluß stand fest.

Heute morgen noch würde er nach Oranten- mirg hinausfahren. Er mußte Dr. Ronneberg sprechen. Vielleicht konnte er von ihm Räheves über die rätselhaften Vorgänge jener fernen Rächt erfahren.

Wieder tauchte in Schulhofs ter Verdacht auf, der chn am Vorabend plötzlich überfallen hatte. Schärfer noch als gestern traten bte einzelnen Momente, die für seine Richtigkeit sprachen, her­vor. Wenn es s ich wirllich so verhielte .... wenn Eva all die Iahre her schuldlos gelitten hätte.. schuldlos den Peinigungen Honneckers ausgesetzt gewesen wäre ...

(Fortsetzung folgt)