Einzelbild herunterladen

Stammkapital beträgt 100000 Mark. Die Auf­wendungen des Preußischen Staates gehen aber weit über diese Summen hinaus. Der Reichsdienst der Deutschen Presse war bekanntlich von großen demokratischen Zeitungsverlagen ge­gründet worden. Die Leitung hatte der frühere Mi­nisterialdirektor Dr. Spieker. Was der Preußische Staat mit dem Ankauf dieser Korrespondenzen be­zweckt, ist klar. Er will diese Nachrichtenbureaus dazu benutzen, um für seine Sozialisierungsideen eine nachhaltigere Propaganda zu ma­chen und um auch innenpolitisch im Sinne der So- zialdemokratie die öffentliche Meinung noch stärker zu beeinflussen. Nachdem allerdings bekannt gewor- oen ist, daß der Preußische Staat an diesen Nach­richtenbureaus beteiligt ist, wird der beabsichtigte Zweck wohl kaum in der gedachten Weise erreicht werden können."

Schachlund dieSozialdemolraten

Der Rcichsbankpräsidcnt als Sündcnbock.

Berlin, 9. San. (Tel.°An.) Der demokra­tische .Börsenkurier" setzt sich mit den un­unterbrochenen 2lngrifsen desVor­wärts" aus den Aeichsbankpräsrden- ten und des Reichsbankstatuts während der Dauer der Haager Konferenz auseinander. Das Blatt schreibt u. a.: Die Sozialdemokratie verliert mehr und mehr den Maßstab für das, was der Volksgesamtheit und ihren eigenen An­hängern nützlich und wertvoll ist. Ihre seltsame Logik hat rücksichtslos auf jede Besserung der Konjunkturlage gepocht und sie zum selbstverständlichen Anlaß für fortdau­ernde Lohnerhöhungen durch das staat­liche Zwangstarifsystem gemacht; als aber im Sahre 1928 und 1929 die Wirtschaft zurückging, war von entsprechender umgekehrter Lohnanglei­chung nicht die Rede. Die ungeheure Arbeits­losigkeit bildet das Fazit. Daneben for­dert diese Partei einen Ausbau der So­zialversicherung, ohne daß die realen wirtschaftlichen Voraussetzungen im Augenblick vorhanden wären; nicht nur die Ar­beitslosenversicherung geriet dadurch in ein heil- loses Defizit. Die unglückselige Lage der Reichskasse ist dafür dokumentarischer Be­leg. Was tut der kluge Volkstribun, wenn er die Sache soweit verfahren hat? Er vermengt Llrsache und Wirkung und macht, ftatt_sich selbst an die Brust zu klopfen, den zum Sun« , denbock, der in der äußersten Rot an dem kranken Körper den operativen Ein­griff vornimmt. Der Mann heißt in unserem Falle Schacht. Mag nun die Sozialdemokratie das schmerzende Licht der Wahrheit scheuen und deshalb lieber weiter ihr? Parteibrille tragen, oder mag sie überhaupt nicht mehr erkennen, wenn sie die Brille absetzt: Sedenfalls sieht der Vorwärts" im Reichsbankpräsidenten nichts an­deres als den politischen Verbrecher, der es ge­wagt hat, einen rühmlosen Finanzminister Hi l - feröing daran zu hindern, daß er Kabinett, Parlament und Volk durch Tatenlosigkeit noch weiter in Schwierigkeiten brachte.

Oie Gewerkschaften gegen die Anleihe prrre.

Berlin, 10.Jan. (TU.) Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund und der Allgemeine Freie Angestelltenbund wenden sich in einem Aufruf gegen dieKredit­drosselung, die in Deutschland durch den Reichbankpräsidenten und die Beratungs­stelle für Auslandanleihen ausgeübt werde. Die hohe Arbeitslosigkeit könne nur durch Kapckalzufubr aus dem Auslande bekämpft werden. Die wirpchafts- feindliche Politik, Deutschland von den internatio­nalen Kapitalmärkten abzusperren, sei gefahrvoll und sozialpolitisch unverantwortlich. Zum Schluß wird die Regierung aufgefordert, mit Entschlossenheit für die Zulassung von Auslandanleihen einzutreten.

Keine Erweiterung der Arbeitslosenversicherung.

Gewerkschaftliche Vorschläge auf Einbeziehung der Beamten.

Berlin, 10.Jan. (Prio.-Tel.) Aus Kreisen der Gewerkschaften ist schon vor einiger Zeit der Vor­schlag gemacht worden, die Beamten als bei­tragspflichtig zur Arbeitslosenver­sicherung anzuerkennen. Wie wir von gut in­formierter Seite hören, liegen aber bisher bei den zuständigen Stellen konkreter formulierte Forderun­gen dieser Art nicht vor und das Reichsarbeits­ministerium als Aufsichtsbehörde hat sich mit diesem Gedanken noch nicht ernsthaft befaßt. Von gewerk­schaftlicher Seite wird der Vorschlag mit dem Argu­ment begründet, daß die Beamten das Risiko der Arbeitslosigkeit nicht mit zu tra­gen hätten, und dafür eine 21 r t Abgeltung in Form von Beiträgen an die Versicherung leisten sollten. Natürlich spielt aber die Hoffnung, wesent- licbe Mittel für die Sanierung der An- stalt zu gewinnen, wohl die entscheidende Rolle.Dem­gegenüber wird geltend gemacht, daß vom Prinzip der Versicherung aus eine Beitragsleistung ohne eine entsprechende Leistung der An st alt sinnwidrig sei, vor allem aber wird darauf hinge­wiesen, daß ein solcher Plan politisch außerordentliche Schwierigkeiten bereiten würde, da der ohnedies schon erbitterte Kampf um die Arbeitslosenversiche­rung neu entflammen würde. Der Versuch wird wahrscheinlich in der nächsten Zeit von den Gewerk­schaften nicht aufgegeben werden, da ja die Frage der Sanierung der Anstalt noch immer nicht end­gültig gelöst ist. Für eine Verwirklichung dieses Vor­schlages, die Beamten beitraaspflichtig zu machen, scheinen aber die Aussichten sowohl bei der Regie­rung wie auch beim Parlament recht gering zu fein.

Me England die Arbeitslosigkeit bekämpft.

London, 9. San. (WTB.) Rach einer Mel­dung des Organs der Arbeiterpartei, des Daily Herold, hat der Minister zur Bekämpsung der Arbeitslosigkeit, Thomas, in Besprechun- ?en mit Bankkreisen erreicht, daß die fünf eitenöen Banken Englands sowie die Dank von England Verpflichtungen ein­gegangen sind, deren Auswirkungen, wie man erwartet, einen belebenden Einfluß auf die Neuorganisation der Schlüssel­industrien haben werden, wodurch sich gleich­zeitig eine Besserung -der Arbeitslo­sigkeit ergeben wird. Die sechs Banken wer­den in gemeinsamer Arbeit große Kredite nicht nur für den Wiederaufbau oer Wirtschaft, sondern auch für die Modernisierung der Maschi- uen und der Arbeitsmethoden bereitstellen.

VewaliiingsresormiindSparpwgrMMmSeffen.

Darmstadt, 9.San. Wie erinnerlich, wollte der Hessische Landtag zunächst seine Be­ratungen am 22. Sanuar fortsetzen. Rach Lage der Dinge wird es aber kaum möglich sein, das Plenum zu diesem Termin schon einzuberufen. Die Fertigstellung des Ctats hat sich hinausgezögert, und zwar zu einem Teil bedingt durch die Krise im Reichi-finanzministerium und den folgenden Rücktritt Dr. H i l f e r d i n g s, zum andern bedingt auch durch die Tlngewißheit über die Gestaltung des Reichsetats vor Beendigung der Haager Konferenz. Daneben spielten aber auch wohl rein hessische Gründe mit, weswegen der Etat dem Landtag noch nicht unterbreitet wurde. Die Finanzlage Hessens ist wie sich auch aus den Veröffentlichungen der Ein­nahmen und Ausgaben erweist, wirklich alles andere als rosig. Seit Safjren spricht man von dem Wirken des Reichssparkommis- s a r s und seiner Beamten hinter den hessischen Kulissen. Das Ergebnis liegt in einem umfang­reichen Werk vor.

Die Regierung hak nun schon seit einer Reihe von Wochen die Fühlung mit den Parteien aufgenommen und ihnen ein Sparprogramm unterbreitet.

Es wird richtig sein, daß dieses Programm noch feiner endgültigen Gestaltung bedarf. Aber einige seiner Gedanken haben in den betroffenen Kreisen und Gegenden doch bereits eine lebhafte Reak­tion ausgelöst. Es ist manches vielleicht nicht ohne Absicht durchgesickert und in gewissen Kreisen hat man auch ziemlich offen von den kommenden Dingen gesprochen.

Es kann unbestritten bleiben, ob der Reich°- sparkommilsar vorgeschlagen hat, von den jetzigen 18 Kreisen 7 aufzuteilen. Da doch manches geschichtlich Gewordene im Hessenland sich stärker auswirken wird, als die gut gemeinten Ratschläge des Sparkommifsars, so darf man annehmen, daß die Regierung an eine so weitgehende Veränderung in der Landesverwaltung nicht gehen wird.

Immerhin sprach man von fünf Kreisen, die durch die benachbarten Kreisbehörden rnilver- waltek werden könnten: zwei Kreisen in Rhein- Hessen, zwei in Starkenburg, einem in Ooer- hessen.

Sn einer Zuschrift an den dem Snnenminifter nahestehendenVolks,remrd' heißt e; he-te:Für Rheinhessen wird das günstigste Ergebnis in der Austeilung der Kreise Oppen­heim und Bingen erwartet." Rach unserer Kenntnis der Dinge scheint es auch zuzutressen, daß das Schicksal der eigenen Verwaltung für den Kreis Oppenheim fest,.eht. Ob das für Bingen auch gilt, möchten wir doch noch offen lassen. Sn Starkenburg sind zwei Kreisämter an der Bergstraße keine halbe Stunde Bahnfahrt aus­einander. Auch um Darmstadt liegen die Kreis­ämter sehr reichlich, so daß also Gelegenheit besteht, auch hier Einsparungen vorzunehmen.

Eine Kreisverwaltung wird Oberhessen bestimmt opfern müssen. Der Kreistag Schotten hat sich ja dieser Tage bereits in einem lebhaften Protest gegen die Auflassung ausgesprochen.

Weniger lebhaft wurde bisher über andere Sparmaßnahmen in der Öffentlichkeit gesprochen. An zahlreichen Kapiteln des Haushaltsplanes sind aber zum Teil beträchtliche Abstriche vorgenommen worden. Es ist ja schon bekannt geworden, daß die hessische Lehrerschaft gegen

Einsparungen auf dem Gebiet des gesamten Schulwesens

Vorstellungen erhoben hat. Auch die Hoch­schulen werden sich gewisse Rationalisierungs- Maßnahmen gefallen lassen müssen, selbst wenn sich diese in sofort fühlbar werdenden finanziellen Beträge nicht auswirken sollten. Die Sustiz wird nicht ungeschoren bleiben, wenn auch hier entgegen den weitgehenden Vorschlägen des Spar- kommisfars gewisse Rücksichten auf die Verkehrs- Verhältnis! e in einzelnen Gebietsteilen nach dem liebgewordenen" Amtsgericht genommen wor­den sind. Allerdings werden häufig die Er­sparungen, die durch die Aufhebung eines Amtes sich ermöglichen lassen, in der Öffentlichkeit zu hoch eingeschäht. Aber viele Wenige er­geben ein Viel. Dann aber wird auch erwogen, wie sich

die Ertrage an die Staatskasse aus den Gütern, Domänen, Forsten und Unternehmungen steigern lassen. Man wird dabei wohl nicht an gewissen Liquidationen einer nicht sehr fernen Vergangenheit vorüberlommen, schmerz­liche Vorgänge, ähnlich wie sie im vergangenen Sahr die Stadt Frankfurt a. M. erlebte. Gerade diese Debatten dürften im Landtag noch sehr interessant werden.

Gewiß laufen daneben noch manche anderen Projekte, wie man das Loch im Staatssäckel stopfen und vor allem der durch Steuern und Abgaben schwer belüfteten Wirtschaft, deren Kon­junkturrückgang zwar langsam, aber unverkennbar ist, einige Erleichterung verschaffen könnte. Gewiß wird der Landtag diesmal nicht darum herum- tonunen, gewisse Reformen und Ersparungen zu beschließen, mag es auch noch so hart angehen, aber die Situation zwingt zu Entscheidungen. Sn zwei bis drei Wochen wird das Sparbukett der Regierung überreicht werden. Wenn aber ein vernünftiger Ausgleich der Opfer zwischen Stadt und Land und innerhalb der einzelnen 'Berufs­stände tatsächlich zustande gekommen sein sollte, wie das in Aussicht gestellt wurde, dann sollte man von einem Feilschen um einzelne Forde­rungen absehen. Sm Herbst stehen ja die Wah­len zum Landtag bevor und die werden dann eine aufschlußreiche Antwort über die Stim­mung der Bevölkerung geben. Werden aber nicht gerade mit Rücksicht auf diese Antwort wieder gewisse Reformvorschläge in der Versenkung ver­schwinden?

Wann kommt das Konkordat mit drr Evangelischen Kirche?

Berlin, 10. San. (Vriv.-Tel.) Nachdem es seit Wochen um die Verhandlungen zwisch.n dem preußischen Staat und den evangelischen Landeskirchen völlig still geworden ist, hat jetzt der Zentralvorstand des Evangeli­schen Bundes eine Kundgebung erfassen, in der gegen öie Verzögerung des Ver­tragsabschlusses Einspruch erhoben wird. Bekannt.ich hat die Staatsreg'.erung wäh­rend der Verhandlungen über das Konkordat mit der katholi.chen Kirche im Suli vorigen Sah- res die feierliche Zusicherung gegeben, einen entsprechenden Vertragsabschluß mit den evan­gelischen Kirchen a l s b'a l d in die Wege zu leiten. Snzwischen ist von verschiedenen Seiten immer wieder an die Einlösung dieses Ver­sprechens erinnert worden. Wie wir erfahren, sind die Verhandlungen in langsamem Tempo fortgesetzt worden, ohne daß sich indessen bisher erkennen ließe, wann es zu einem Ab­schluß kommen wird. Die Kundgebung des Evan­gelischen Bundes betont mit Recht, daß eine weitere Hinauszögerung des Vertragsabschlusses eine Gefährdung des inneren Friedens im preu­ßischen Staate bedeuten würde. Man darf von der preußischen Staatsregierung erwarten, daß sie zur Beruhigung der öffentlichen Meinung alsbald eine Aufklärung über denStand der Verhandlungen gibt.

Oie Hochzeitsfeier in Rom.

Illumination und Larade

Rom, 9. San. (WB.) Aus Anlaß der Hoch­zeit des Kronprinzen fand heute abend ein großer Empfang in den drei Palästen des Kapitols, d:m Senatorenpalast, dem Museums- Palast und d.m Konservatorenpalast statt, die zu diesem Zwicke miteinander in Verbindung ge­bracht und s.stlich geschmückt waren. Vom Turm des Kapitols wehte die italienische Flagge, vom Balkon des Senatorenpalastes d e bdg.sche Fahne, und von d:m Mittelbalkön des Museumspalastes und des Konservatorenpalastes wehten römische Fahnen. Die anderen Balkons und die Fenster der Kapitvlspaläste waren mit Gobelins ge­schmückt und illuminiert. Außerdem waren das Forum Romanum, der Platz des Kapitols mit der Kirche Santa Maria in Aera Coeli, die inneren Höfe der Kapitolspaläste und der tar» Pejische Fels durch eine künstlerische Silu­min a t i o n besonders beleuchtet. Der Zug mit den königlichen Herrschaften defilierte zunächst durch die Säle der drei Kapitolspaläste und wurde im Roten Salon des Senatorenpalastes empfangen von den Snhabern der Ordenskette des Annunziaten-Ordens, den Präsidenten von Senat und Kammer, dem Diplomatischen Korps, den Ministern und dem Generalsekretär der fa» szistischen Partei. Sm Anschluß daran wohnten die Teilnehmer von den Fenstern aus einem malerischen Schauspiel in den Ruinen des Fo­rums Romanum bei, das c:-~n Hochzeits­zug im alten Rom darstellte. Danach bi bete sich der Zug aufs neue unu ve, liierte du.ch die Säle der Paläste, womit der Empfang seinen Abschluß fand.

Am Nachmittag hatte König Viktor Emanuel eine große Parade der italienischen Streit­kräfte abgenommen, an der etwa 20 000 Mann

teilnahmen. Die Truppen marschierten mit klin­gendem Spiel an den Tribünen vorüber, auf denen die italienische Königsfamilie mit ihren Gästen Platz genommen halte. Außer der Gar­nison der Hauptstadt waren fünf Snfanterie- regimenter aufmarschie.'t, daranier das 92. Regi­ment von Turin, das der Kronprinz persönlich kommandierte. Auch faszistische Miliz- und S i ch e r h e i t s p o l i ze i nahm an der Pa­rade teil. Besondere Aufmerksamkeit erregten Kolonialtruppe n, darutrr Kameire'.ler in ihren malerischen Uniformen. Die Flieger­truppe vollführte einKarussell" über dem Paradefelde. 300 Flugzeuge näherten sich in dreieckiger Flugordnung den Tribünen, um sich dann zu fünf übereinanderfliegenden Kreisen zu ordnen. Der unterste Kreis wurde von schweren Bombenflugzeugen ge, logen, darüber staffelten sich leichte Bombenflugzeuge, Erkundungsflug- zeuge und Sagdflugzeuge. Die Kreise erweiter­ten sich nach oben, so daß das Karussell einem wirbelnden Trichter glich.

Die indische Krisis.

Ghandi über die Möglichkeiten eines Ausgleichs mit England.

London, 9. Jan. (Tel.-Un.) In der letzten Aus­gabe vonDoung-Jndta" legt Ghandi die Bedin­gungen dar, unter denen ein Ausgleich zwischen der von ihm geführten Mehrheit, der allindischen Bewegung und der britischen Verwaltung möglich wäre und stellt gleichzeitig die Grundlinien der Po­litik auf, die im Falle der Nichteinigung eingeschlagen werden sollen. Ghandi führt u. a. aus: Wenn die britische Regierung den ind.schen Natio­nal.ongreß zu einer gemeinsamen Konfe­renz einladen sollte, um den Entwurf eines Pla­nes für eine wirklich unabhängige Re­gierung zu erörtern, und wenn sie die anderen für eine solche Konferenz maßgebende Bedingungen erfüllt, dann würden die Führer des indischen Kon­gresses, wie ich glaube, zustimmend antworten. Ob ein solcher Schritt noch in weiter Ferne liegt oder nicht, hängt davon ab, ob wir dieses Jahr für uns benutzen oder die Zeit unnütz verschwenden. Ich muß zugeben, daß ich vorläufig keine geeignete Atmosphäre für eine solche Maß­nahme sehe. Bei der gegenwärtigen Stimmung bei zahlreichen Mitgliedern des Kongresses, der inneren Auseinandersetzung und der Spannung zwischen In­diern und Moslem ist es schwierig, einen wirksamen und durchführbaren Plan des passiven Wider st andes zu finden. Es mag in diesem Augenblick unmöglich fein, eine solche Forderung im Namen des Kongresses zu er­lassen oder zweckmäßig erscheinen, sich hierbei nicht auf den Kongreß zu beziehen. Ich kann dem un­geduldigen indischen Patrioten nur die Versicherung geben, daß ich mit allen mir zur Verfügung stehen­den Kräften daran arbeite, einen durchführbaren Plan zu finden."

Aman Ma* 6 jRücff.br

nach Afghan stau unerwünscht.

Peschawar, 9.Jan. (Reuter.) Der König von Afghanistan Nadir Schah teilte in einer Staats­audienz, an der Vertreter verschiedener Stämme teil» nahmen, mit, daß Vertreter Deutschlands, der Sowjetunion und Frankreichs be­reits in Kabul eingetroffen feien. Der I König fügte hinzu, daß Vorstellungen erhoben wor­den feien, um den früheren König Aman UUahdteRückkehrnachAfghanistanzu

ermöglichen. Die Vertreter der Stämme legten Mm gegen heftigen Protest ein, und die Teil» nehmen der Staatsaudienz faßten einen Beschluß, wonach König Aman Ullah eine Rückkehr nach Af° gbaniftan unter keinen Umständen g«. stattet werden solle.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichspräsident hat die bisherigen Mitglieder derHistorischen Kommission für das Deichsarchiv" den General der Snfanterie a. D. v. Kuhl in B.rlin und den ordent.ichen Professor an der älniver,ckät Leipzig Dr. Brandenburg, deren Mitgliedschaft am 20. Dezember 1929 abgelaufen war, erneut zu Mitgliedern der genannten Kommission für eine weitere Dauer von fünf Sahren berufen.

Zu den Zeitungsveröfsentlichungen über die Gestaltung des Marineetats erfahren wir aus Reichswehrkreisen, daß noch keine Ver­handlungen hierüber geführt worden find.

*

Die Meldung über das Ausscheiden des Geh. Rats Dr. K a st l aus der Mandatskommis­sion in Genf infolge Arbeitsüberlastung wird von zuständiger Stelle bestätigt. Dr. Kastl hat schon feit einiger Zeit den Wunsch geäußert, diesen Posten niederzulegen. lieber seine Rach- folgcschast befindet der Dölkrrbundsrat.

*

Sm Rahmen der Arbeiten zur ReichSver- waltungsreform schweben zwischen den Reichsrefsorts Erwägungen, den Beamten des mittleren Dienstes eine größere Zuständigkeit zu geben. Diele Bestrebungen knüpfen an Maßnahmen an, die bereits in Preu­ßen seit längerer Zeit im mittleren Sustizdienst getroffen sind und die sich sehr gut bewährt haben.

Der frühere Daherifche Generalstabsmajor Mayr vom Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold teilt mit, daß unter Voraus­setzung der Zustimmung der deutschen und der französischen Regierung im Spätsommer 1930 ein Mass entlassen des Reichsbanners mit französischen Kriegsteilneh- mern auf den Schiachtfeldern des Weltkrieges, am Ehemin des Dames oder bei Verdun, statt- - finden soll.

Aus aller Welt.

Die Papageienkrankheit.

Der Deichsminister des Snnern hat wegen der in den letzten Wochen in verschiedenen Orten des Reiches seftgeste.lten Crlrankungen von Menschen an der sogenannten Papageienkrank­heit den Landesregierungen empfoh.en, ein zeit­lich begrenztes Einfuhrverbotvon Papa­geien und Sittichen zu erlassen. Es wird festgestellt, daß die Erkrankungen durch Papageien verursacht sind, die aus Südamerika ein­geführt wurden, und daß in Argentinien feit August 1929 eine heftige Papageienepidemie herrschte, die auch unter der dortigen Bevölke­rung viele Erkrankungen hervvrrief. Die älr-

SL

ZSdll

Seydlsfjord-

6*1

len

Tdetn-

Nordöi

ßösl

lagenl

namDg.vOT4 / -

' Donnerstag

9. Januar. 1930,7" abds.

Berlin

_ Wen

L-J1 r/36-

SflfO j

x PariS^S Frank!.

-0 © w z

xrfit Genf T-7 S

la Cortina

©woixenios onntet Qnato oedt<*t. 0 -oikiq. ootdfcr.t «Reflex v Sehnte » Oraoprm s Mtoel K Grw<iier (§)Wind$ttlie o sehr eichte» Ost nisstoe» tudsuowest sturmiscnet nordwesl Oie »teile fliegen mit dem wmue Sie oeiden Stationen stenenden Zah» ien otDen die Temperatur an Die Linien verDmden Qrlr mil fllCKhU* «i Meeresniveau umoerechneten Luftdruck

'-tt-ettcrvo raussage.

Schon wieder nähert sich ein neues Fallgebiet in derselben Weife wie seither, und die Westküste Srlands wird von feiner Warmluft beeinflußt. Obwohl bei uns der hoye Druck von Südwesten her die herrschende Wetterlage noch erhält, so wird doch allmählich wieder der Uebergang zur Westwetterlage gescyafsen, die uns wahrschciiv lief) bis Sonntag erneuten Temperaturanstieg und wechselhaftes Wetter bringt.

Wettervoraussage für Samstag: Fort' dauer des teils nebeligen, teils wolkigen Wetters^ Aufheiterung und wenig veränderten Temperatur

Witterungsaussichten für Sonntag'- Mehr wolkiges und etwas milderes Weftwettek mit Neigung zu Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 9. Januar: mittags 4,8 Grad Celsius, abends 0,1 Grad; am 10. Januar: morgen» 0 Grad. Maximum 4,9 Grad, Minimum1,9 Grad. Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Januar: abends 2,1 Grad; am 10. Januar: morgens 0,6 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer VA Stunden.

Amtliche Mnterfportnachrichtea.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, mi­nus 2 Grad, 1 cm Schnee, Pulverschnee; Sport* Möglichkeit nicht vorhanden.

Schwarzwald. Feldberg: Heiter, minus 4 Grad, 25 cm Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: N«« bei, minus 1 Grad, 9 cm Schnee, verharsch^ Ski und Rodel mäßig.

Hrlra'l

Unser I

rS*^

f N"1 flankt W/s-siel fftchwitlige 3' £,t MierW! feg {offline n- MnanzlaS^ in feder

Men. 1 $e nut noch % et etfolS' Kn sonnte iw* ter jfes»

Kchffltrer kra r-ffl Dorfe

iM, mit einen Jij-en, ohne Scfiffsvetl Hiller."*! itenltn, m lw.ntt.

Satin ttlosun

Ulj AuM 5tn \nknwrfifl: ste M Reich. Mmgen brga' Milchen ÄJ ted) den Kult W-1, der bab?' wgl, dah auf LdcmW m)i hab die ittMd mhrhch xtraltcnbc 61 den; aber iäjng warten legienmg tob la: in, daß sie ist; daß ft! ennt; dah teniig zu dir

Be9um

Sl