Ausgabe 
9.10.1930
 
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den mit 72 200 Tonnen rund 70 Proz.

dann geben Sie sie bitte spätestens Im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf

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Fahrplanverbefferung bei den Gießener Theaterzügen

Wenn Ihre

Empffehlungsanzeige

in der Freitags- oder in der Samstags­nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

werben soll

der, findet ein Ensemble-Gastspiel de« Deutschen Künstlertheaters Berlin statt mit Leopoldine Konstantin. Zur Aufführung gelangt Mau­ghams Komödie .Wasserscheu", ö» ist da« erste Gastspiel der Dr. Robert Klein-Bühne hier in Gießen. Das Ensemble stellt sich bewußt in Gegen- fatz zu den üblichen Slar-DnsembleS, die die deutschen Theater übersluten. Bei der Inszenie- runq der Komödie .Wasserscheu" ist man wieder unter Hintansetzung deS Starsystem« vom gleichen Prinzip der Gnsemblebesehung ausgegangen.

Militärpersonalien. Mit Wirkung vom 1. Oktober sind im Offizierkorps unseres Batail­lons folgende Veränderungen eingetreten: Major K l e p k e von der Jnfantcrieschule Dresden wurde zum Batatllonoftab 1./15. verseht: Hauptmann Faulenbach, Chef der 3. Kompanie, kam zur Jnfantcrttschule Dresden: Hauptmann Täsar, bis­her beim 2. Bataillon in Eisenach, wurde zum Kam- paniechck der 3. Kompanie 1./15. ernannt; Leutnant Breithaupt wurde zur Lehrkompanie in Kassel verseht.

Kirchliche Nachrichten

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst In der Synagoge (SiidanlagH. Samstag, t t. Oktober. Vor­abend 5.30 Uhr; morgens 8.80; abends 5.50 und 6.30 Uhr

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatskier den 11. Oktober. Freitag abends 5.15 Uhr; Samstag vor- mittags 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 6.30. Wochengottevdienst: morgens 6.80; abends 5.30 Uhr.

Oie Wetterlage

Kampf um die Prohibition.

In dem Kampf um das Alkoholverbot ist eine wichtige Entscheidung gefällt worden. Der Pro­hibitionskommissar in Washington, Woodcock, erklärte, daß die Herstellung von Wein und Bier in Prtvathäufern nicht gegen das Gesetz verstößt, vorausgesetzt, dah eS für den Selb st verbrauch bestimmt ist und nicht verkauft wird. Die Behörden sehen den Kampf gegen die Alkoholschmugg­ler energisch fort. In Brooklyn unternahm die Polizei eine Razzia gegen eine g'Mme Radio- stotion und verhaftete zwei Telegraphisten. Die Station gehörte einem Syndici, da- eine Schmugglerflotte von zwölf Fahrzeugen

Die Intendanz des Gießener Stadttheaters hat sich mit Unterstützung durch den BerkehrSbund Oberhessen kürzlich an die Reichsbahndirektion Franksurt gewandt, um eine Berbesserung de- Fahrplane« der Gießener Theaterzüge, insbesondere für die Hei m- fahrt, zu erreichen. In einer Eingabe wurden der Reichsbahndirektion zu diesem Zwecke Vor­schläge im einzelnen gemacht, die erfreulicher Weise zum größten Teil von Erfolg begleitet waren. Wie die Reichsbahndirektion Frankfurt der Intendanz de« Gtadttheater« und dem Ber­kehrSbund Oberhessen als Antwort auf ihren ge­meinsamen Schritt jetzt mitteilte, sind mit Beginn deS WtntersahrplanabschnittS ab 5. Oktober im Interesse der Gießener Theaterbesucher für folgende Züge spätere Abfahrten in G-ießen vorgesehen:

Strecke Dießen-Mücke: bisher ab Dießen 22.46 Uhr, künsttg ab Dießen 23 Uhr: Grünbcrg bisher an 23.22 Uhr. künftig 23.36 Uhr, Mücke bisher an 23.31 Uhr, künftig 23.45 Uhr.

** Evangelische Pfarrperfonalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Wil- Helm Kornmann zu Rodheim a. d. Horloff die erste evangelische Pfarrstelle in Laubach, Dekanat Schotten, übertragen.

** Eine hochbetagte Gießenerin. Am morgigen Freitag, 10. Oktober, kann Frau Katharina H ahn, Schisfenberacr Weg 89, in geistiger und körperlicher Frische ihren 82. Geburtstag begehen.

** Ql euer Spätzug zwischen Mar­burg und Dießen. Rachdem die Reichsbahn- Verwaltung den bisherigen Spätabendzug zwischen Marburg und Gießen lab Marburg 23.20 Uhr, an Gießen 0.05 Uhr) mit Wirkung ab 5. Oktober wegen ungenügender Beteiligung aufgehoben hatte, ist nunmehr, um dem QZerkehrsbedürfntS zwischen den beiden Städten wenigsten- einiger­maßen zu genügen, vom 5. Oktober ab der schnell­fahrende Eilgüterzug ab Marburg 23.54 Uhr, an Dießen 0.53 Uhr, versuchsweise für den Personen­verkehr fretgegeben worden. Die Reichsbahn hofft, damit den an einer Spätverbindung Marburg Gieswn interessierten Kreisen soweit entaegenzu- kommen, als die derzeitige wirtschaftliche Lage der Reichsbahn eS zuläßt. Hoffentlich findet diese neugeschasfene Berkehrsmöglichkeit so starken Zu­spruch, daß sie zu einer dauernden Einrichtung gemacht werden kann.

** Hochwasser. Die anhaltenden und teilweise starken Regenfälle in den letzten Tagen, besonders auch am gestrigen Abend und in der vergangenen Nacht, haben ein starkes Anschwellcn der Flüsse und Bäche zur Folge gehabt. Die Lahn sührl sehr viel Wasser und hat den normalen Wasserstand be­reits wesentlich überschritten. Die Wiescck Ist zum Teil über die Ufer getreten, von dort aus sind die Wasscrmassen schon in die Planschbeckenanlage an der Eisbahn eingedrungen. Eine ernstere Gefahr besteht zur Zeit erfreulicherweise noch nicht, wenn nicht weitere bedeutende Regengüsse hinzukommen.

* Hcrizontalböen. In den Außen­bezirken unserer Stadt wurden In der vergange­nen Rächt gegen I Uhr und heute morgen Atol- schon 6 und 7 Uhr verschiedene sehr heftige Windstöße bemerkt, die jedoch keinen ernsten Schaden anrichteten. Auf unsere Erkundigung hin hören wir, daß eS sich bei diesen Windstößen um Horizontalböen handelte, die durch die unter­schiedlichen Lufttemperaturen entstehen. Die Er- haliungstendenz für die bestehende Wetterlage ist sehr stark. ES wird mit wetteren Regenfällen zu rechnen sein.

Erweiterungsbau in der oberen Bahnhofstraße. Zu Beginn der nächsten Woche wird an den Kolonnaden deS KasfeehauS- besitzers Schwarz am Bahnhof ein Erweite­rungsbau in Angriff genommen werden. SS han­delt sich dabei um die Errichtung von Bureau- räumen über den jetzigen Läden der Firmen Balser, Brinkmann und Wagner. Durch den Stockaufbau sollen dort Geschäftsräume für die Allgemeine Or.Skrankenkafse Dießen-Land er­stehen, wobei e« sich in-gesamt um sechs Zimmer, darunter einen großen Mittelraum, handelt. Der Erweiterungsbau soll so gefördert werden, daß er am 1. Januar nächsten Jahre« bezug-fertig zur Qkrfüflung steht. Qlachdem eine Anzahl De-

Aus her provinzialhaupistodt.

Dießen, den 9. Oktober 1930.

Oas Klima unserer Wohnung.

Ganz allgemein ist zu fordern, daß in einem Kinderzimmer eine Temperatur von 17 bi- 20 Grad GelsiuS, in einem Wohnraum von 17 bis 18 Grad Gelsius, In einem Schlaf raum für Er­wachsene von etwa 15 Grad Delfins herrschen soll. In einem Krankenzimmer wird man für eine Temperatur von 17 bis 20 Grad EelsluS sorgen müssen. Die Wärme in Arbeitsräumen muß der jetveiligen Beschäftigung angepaßt wer­den, sollte aber nie 18 bi« 20 Grad Celsius über­und 15 Grad Celsius unterschreiten. Möglichst in jedem Zimmer sollte daher etwa in ManneSböhe über dem Fußboden ein Thermometer ausgehängt werden, das mit einiger Zuverlässigkeit über bic wirklich Im Raume vorhandene Temperatur unterrichtet.

Die Regulierung der Lufttemperatur eine« von Menschen benutzten Wohn-, Schlaf- oder Arbeits­raume« geschieht durch Heizung und Lüftung. Letztere dient vor allem auch der Luftverbesse­rung. Die Zusammensetzung der Außenluft ist im allgemeinen gut und richtig, im abgeschlossenen Raume dagegen wird die Luft durch die Aus­atmung und Ausdunstung der Qllenfchen, ferner durch die Heizung und die verschiedenen künst­lichen Lichtquellen, wie Gas, Petroleum oder Kerzenlicht usw., in gesundheitsschädlichem Maße verändert. So kommt e« zu einem vermehrten Gehalt der Innenlust an Kohlensäure und Wasser. Durch die Anwesenheit von Menschen im Mohnraum sindel an die umgebende Luft aber auch eine stündige Wärmeabgabe statt, die bei ungenügender oder mangelnder Luftbewegung zu künstlicher Wärmestauung im Körper führt. Besonders der Säugling, der womöglich noch in Betten und Kissen eingehüllt wird, erfährt so nicht selten eine ^leberhitzung, die allerlei Krank­heiten, ja unter Umständen sogar seinen Tod zur Folge haben kann.

Darum ist richtiges Lüften des menschlichen WohnraumeS von ganz besonderer 'Bedeutung. Erwärmte Lust sammelt sich an der Zimmerdecke. Oessnet man daher beim Lüsten nur ein tief ge­legene« Fenster, fo bleibt die oben liegende schlechte Lust meist ungewechselt und mischt sich höchstens mit der einströmenden frischen Luft, so daß eine vollständige Durchsetzung des Raumes mit frischer Luft unmöglich wird. Deshalb öffne man zum Lüften möglichst stet« den Höchstgele- geilen Teil des Fensters. Wo eine solche Mög­lichkeit nicht besteht, erstrebe man den raschen, vollständigen Lustwechsel durch Herstellung von Gegenzug, der in längstens 5 Minuten die ge­sammelte schlechte Lust auSsegt und den ganzen Raum mit srischer Luft anfüllt. Eine solche Lüftung ist je nach Gröhe und Besetzung deS Raumes mehrmals täglich erforderlich. Ganz bc- sonders bedars das Schlas^immer einer aus­reichenden Versorgung mit frischer Lust, wobei aus daS möglichst zu erstrebende Schlafen bei offenem Fenster hinaewiesen sei.

Im Schlaszlmmer spielt auch der Feuchtigkeits­gehalt der Lust wohl die in gesundheitlicher Qk- ziehung größte Rolle. Die während der Rächt auSgeatmete Lust zusammen mit der gleicl-zeitig in vermehrtem Qllahe erfolgenden Hautau-dun- stung erhöht den Wassergehalt der Luft. Rur wenn die Zimmerlust einen bestimmten, je nach der Temperatur verschieden hohen Feuchtigkeits­gehalt ausweist, oder einen bestimmten rcla- tiven Sättigungsgrad erreicht hat, sühlen wir unS wohl. Daß vermehrte Luitfeuch iakeit Möbel, Betten und Kleidungsstücke verdirbt, sei nut nebenbei erwähnt. Bei Körperruhe und unbe­wegter Lust soll im Schlafzimmer der Höchst­wert der relativen Luftfeuchtigkeit etwa 60 Prozent,, im Wohn- oder Arbeitsraum 40 bis 50 Prozent betragen.

Aus der anderen Seite pflegt die Luft In un­seren Wohnräumen, besonders wenn sie durch Zentralheizung erwärmt werden, oft zu trocken zu fc n. Zu trockene Luft läßt Haut und Lippen spröde werden, macht bei offenem Munde und längerem Sprechen Zunge und Gaumen trocken und löst Durstgefühl au«. Die einzig zweckmäßige Abhilfe besteht in solchen Fällen im Ausstellen flacher, mit Wasser gefüllter Schalen oder Im Aushängen nasser Tücher, die durch Qkrbunftung Feuchtigkeit an die umge ende Luft abgeben. Falsch ist e«. wie eS besonders in QSurcautttumen häufig geschieht, trockene Luft durch Oeffnen eine« Fenster« bekämpfen zu wollen. Dr. K

tior nullten.

TageSkalender für Donnerstag. Deutsche Friedensgesellschaft Dortrag von Frei­herr v. Schoenaich:Dom preußischen General zum Pazifisten und Republikaner", 20 Uhr. im Easö Leib. D. H. V.: Monatsverfammlung, Lonystraße, 20.30 Uhr. LichtfPielhauS Bahn­hofstraße:Der Greifer". Astoria-Lichtfpiele: Kameraden" undKabarettzauber".

- Stadttheater Dießen. Man schreibt unS. Am Freitag, IS. Oktober gelangt Johann RestroyS PosseEinen Jux will er sich machen" zur Aufführung. Die Spielleitung hat Heinrich Hub, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Fritz Euj6. Beschäftigt ist fast da« ganze Solopersonal. Am Sonntag. 12. Okto-

Defamtförderung von 1929 erreicht. Allein Juni ist gegenüber dem gleichen Monat Vorjahre« eine Steigerung der Förderung 63 Proz. festzustellen. Allerdings bereitet Verarbeitung dieser verhältnismäßig schwe­ren, paraffinhaltigen Oele große Schwierig­keiten, da die entsprechenden Veredelungsanlagen fehlen und man wegen der Ungewißheit über die Lebensdauer der hannoverschen Quellen, man schätzt ihre Ergiebigkeit nur noch auf annährend 5 Jahre, mit dem Bau neuer Anlagen zur Ver­arbeitung zurückhaltend gewesen ist.

geftrlit werden. Besonders stark wurde das Beben In Faulenbach bei Füssen verspürt. In der Pension Am See" wurden Bilder und Tafeln von den Wänden geschleudert. Stühle fielen und Gläser zerbrachen. Sämtliche Zimmer des Hau­ses weisen Risse und Sprünge auf.

60 Millionen Mark

Jrijlbetrag des Berliner Stadthaushatt».

In einer Sitzung der Finanz- und Steuerdepu- tation des Berliner Magistrats wurde vom Stadt- kömmerer über den Haushalt für das Jahr 1H3O berichtet. Danach würde trotz der weitgehenden Ausgabeneinschränkung ein Feylbetraa von 60 Mil­lionen Reichsmark vorhanden fein, der durch die Einführung neuer Steuern um 20 Millionen er­mäßigt werden könnte. Die Ursache dieser furcht­baren Finanzlage der Stadt Berlin liegt in den erhöhten Wohls ahrtslast en und der Der- rlngcrung de r ©teucreingdnge begrün- bet.

Das pensionierungsgesuch bc» Oberbürgermeister» Boß angenommen.

Der Berliner Magistrat beschloß, dem Pen- fionierungSgesuch des Oberbürgermeister« Böß >um l.Rovernber 1930 mit der gesetzlichen Pen­sion stattzugeben. Sr wird tiefen Beschluß her Stadtverordnetenversammlung in einer Vor­lage zur Kenntnisnahme mitteilen und um Reu - b e s e tz u n g der Stelle bitten.

Der Oberbürgermeister von Königsberg wiedergewähli.

In der Königsberger Stadtverordnetensitzung stand als Hauptpunkt die Wahl eines Dbcrbürgcr- meisters auf der Tagesordnung. Bei der W<chl wurde Dr. Lohmeyer auf die Dauer von 12 Jahren wiedergewählt. Zu dem von ver- fchiedcnen Seiten eingebrachtcn Antrag auf Reu- festsetzung bzw. Herabsetzung des Gehalts des Oberbürgermeisters, der bisher 35 000 Mark bezog, wurde von der Deutschen Volkspartei und den Sozialdemokraten ein Antrag angenommen, die Reichsregterung zu ersuchen, bei der beabsichtig- kn Herabsetzung der Miniftergehältcr usw. all­gemeine Bestimmungen über Herabsetzung der Gehälter d:r Magistraiodirlgenten und Magi- ftratsmitglicder in allen deutschen Städten sowie der Direktoren der städtischen Gesellschaften zu treffen.

DagbauefteUung 1931.

Im Rahmen der 6. (Brünen Woche in Ber­it n im Jahre 1931 wird vom Reich-jagdbund eine großzügige IagdauSstellung vorbereitet. Man verspricht sich gerade von dieser Ausstel­lung in jagdwissenschaftlicher Hinsicht besondere Ergebnisse. Tie aufeinanderfolgenden s e h r kal­ten und milden Winter haben auf die Dehörnblldung deSWNde« starken Ein­fluß gehabt. In vielen Gegenden Deutschland« konnten entsprechende Beobachtungen gemacht werden. Der ReichSjagdbund berichtet, daß ihm Gehörne und Geweihe zur Verfügung gestellt worden seien, die die belonbercn Rückwirkungen de« abnorm kalten Winter« 1928/29 erkennen lassen. Man hofft daher, daß gerade unter die­sen Umständen ein ausgedehnter Ueberblid auf der Iaadausstellung von 1931 die Möglichkeit von Schlußfolgerungen über den Einfluß der Witterung auf die Dehörnblldung bringen wird.

Zum Tode verurteilt.

In zweitägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgericht Essen den 22jährigen Schmied Wilhelm H a a r m a n n und den 25 Jahre alten Bergmann LouiS B a u p e I, beide aus Bochum- Linden wegen g e m e i n s ch a f 11 i ch e n M o r- de« zum Tode und Aberkennung der bürger­lichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Die beiden hatten am Pfingstsonntag dieses Jahres ihren Iugendgenossen, den 19jährigen Handlanger Ty» bussek, in einen Ä ob len teilet gelodt, um sich Geld für den Besuch der Kinnes zu ver­schaffen. Oie erschlugen ihn mit einem Bell und plünderten ibn aus. Aks Deute fielen ihnen ganze 5 Mk. in die Hände.

(Eine furchtbare Kindertragödie.

In der Gemeinde Zubrohlawa bei Sillein (Mähren) hat sich ein furchtbares Unglück ereig­net. Am ilfer eine« Dache« spielten mehrere Kinder, die Löcher in den Weißen ilfer- rand gruben. Als die Kinder auf dem aufge­lösten Erdreich herumsprangen, löste sich ein große« Stück der Llserböfchung, auf dein sie stan­den und rutschte in den Dach. Zwei Knaben und zwei Mädchen wurden indaSRadderWas- sermühle gerissen und zermalmt. Zwei weitere Knaben ertranken.

Ueberfchwemmung einer mexikanischen Stadt.

Infolge Hochwassers des Flusses AvonidaS wurden die Straßen der Stadt P a ch u c a Im Staate Hidalgo in metertiefe Seen verwandelt. Die Zahl der Todesopfer beträgt 70. Der Sach­schaden wird auf eine Million Pesos geschätzt. Da« Hochwasser, das sich durch die Straßen ergoß, riß viele leichte Häuser mit sich, deren Bewohner ertranken. Zahlreiche Handelshäuser wurden stark beschädigt und die darin aufgestapelten Waren sind zerstört.

Zunehmende Erdölförderung In Deutschland.

Die deutsche Erdölförderung, die durch die neuen Quellen Im hannoverschen Gebiet stark an Interesse gewonnen hat, weist Im ersten Halb­jahr 1930 nach den neuesten Ziffent eine be­trächtliche Zunahme der Förderung auf. Dereits in den ersten 6 Monaten von 1930 tour-

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. witiiioinflc.

Ter Dturmwirbel ist unter weiterer Berties ung seit gestern morgen von Irland bi« nach Süd­schweden und der Ostsee gezogen. Seine Tätigkeit kam über Teutschland in starkem Maße zur Gel­tung. So brachte der Warmluftsektor, welcher im Laufe des gestrigen Tage« vorüberzoa, an­haltenden AuSgleitregen, der In unserem Bezirk über 30 Millimeter betrug. Mehrmals höeiu» und sturmartig gestaltete sich die Südwestluft und verursachte merkbare Örtoärmung. Die Witte­rung gelangt nun mehr und mehr unter den Dinsluß der Rückseite der Störung, d. h. in den Dereich feiner Kaltluft. Dabei steigt der Luft­druck vorerst wieder an und die Temperaturen gehen zurück. Das Regengewölk nimmt ab und e« klart sich vorübergehend auf, jedoch bringen die vorüberziehenden Döenwolken noch einzelne Schauer mit sich.

AuSsichtenfür Freitag: Nachlassen der Niederschläge, nur vereinzelte Schauer, kühl. De- wölkung mit Aufklaren wechselnd.

Lufttemperaturen am 8. Oktober mittag« 14,3 Grad Eelsius, abend« 13,7 Grad: am 9. Oktober morgen« 10,2 Grad. Maximum 14,3 Grad, Mi­nimum 9,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Oktober abends 10,6 Grad, am 9. Oktober morgen« 10,4 Grad. Nieder­schläge 27,4 mm.

fchäfi-räume de« Arbeitsamtes schon feit längerer Zelt In den Schwa rzschen Kolonnaden unter» gebracht sind, wird durch die Verlegung der Krankenkassenräume nach diesem Immer stärker bevorzugten Geschäst-viertel der Eharakter al« v^chästs- und Dureaustraße dort noch ausge­prägter ht Erscheinung treten.

Erweitertes VezirlsschöffeiMrichl Siesten.

Dießen, 8. Okt Wegen fortgesetzten D e t r u g« wurde ein Anfang der Dreißioer stehender, mehrfach wegen Betrug« und Ur« kundenfälschung beslraster früherer Dekorations­maler zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten, unter Anrechnung eine« Teil« der Untersuchungshaft, verurteilt. Bon Zechprellereien kleineren Stil- abgesehen, die keinen großen Schaden verursachten, ging er dabei hauptsächlich In folgender Welse vor Al« Provlstonsrelsender für eine Anzugstoff-Firma legte er eine Reihe von Bestellzetteln vor, di« zwar nicht ordnungsmäßig mit dem Hamen de« Kunden versehen waren, aber den Vermerk tru­gen, daß der Zettel mit der Ermächtigung de« Kunden auSgefüNt fei. Die Firma ließ sich täu­schen und lieferte den Stoff. Darauf erschien der Angeklagte bei den Kuirden, schwindelte Ihnen den Stoss wieder ab und verpfändete ihn für seine eigene Rechnung. ®r war zum Teil geständig und wurde im übrigen durch die Aussagen der Geschädigten - es wurden siebzehn Zeugen ver­nommen überführt. Die Höhe des Schaden« und die Dorstvafen kamen straf erschwerend in Betracht.

.Berliner Börse.

Berlin, 9. Oft. (WTB. Funkspruch.j Im brü­tigen Frühverkehr war schon von Anfang an eine gedrückte Stimmung zu erkennen. 'Ulan nannte die gestrigen Abendkurse Brief (Siemens 175 Brief und Farben 134 Brief), ohne daß auf dieser Basis aber Umsätze zustande gekommen sein dürften. Da» schwache Reuyork von gestern, die neue Batssewelle am Metallmarkt und vor allem aber die (Einberufung des Zentralauvschuffev der Reichsbank auf 11 Uhr, wobei sogar mit einer 1-v. H -Diskonterhöhung ge­rechnet wird, waren Momente, die ungünstig wirkten.

weitere Cofalnad)rld)ten tm 2. Blatt

S t r e ck e Dießen Nidda: Dießen bisher ab 22.43 Uhr, künstig ab 22.53 Uhr, Nidda bis­her an 2337 Lhr, künftig an 23.47 Uhr.

Strecke Gießen Dillenburg Saiger: Gießen bisher ab 22.53 Ubr, künftig ab 23.00 Uhr. Dillenburg bisher an 21.00 Uhr, künftig 0.02 Ahr, Haiger bisher an 0.11 Upr, künftig 0.12 Uhr.

Durch dlefe Späterleg una der Ab­fahrtzeiten in Gießen wird e« den Theaterbesuchern auS den Orten an den vorge­nannten Strecken möglich fein, in Zukunft allen Vorstellungen im Gießener Stadttheater ohne Besorgnis wegen der Abfahrtzelt der Züge b i S zum Sch 1 uffc beiwohnen und den Weg zum Bahnhof in Ruhe xurüdlegen au können. Nachdem auf diese Weise für die Schaffung gün­stigerer Helmkehrmögllchkclien gesorgt ist, darf wohl erwartet werden, daß nunmehr auch die Mitbürger auf dem Lande und In den benach­barten Städten an den genannten Strecken sich noch reger als bisher am Besuche unseres Stadt­theater« beteiligen.

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