Ausgabe 
9.7.1930
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Dietzen, den 9 Juli 1930.

(Line Motte am Zensier.

QIn der großen Spiegelscheibe eines Restau- rants flatterte eine Motte. Ich sah ihr eine ganze Weile zu. Sie flatterte empor bis zum Rahmen, mühsam, sich an die glatte Fläche krampfhaft anklammernd und doch immer wieder abglei­tend, so dah sie sich durch Flügelschlag helfen mutzte. Jedesmal, wenn sie abgeglitten war, stieß sie kräftig gegen die Scheibe, datz es einen vernehmbaren Laut gab. Das war gart) gewih keine Annehmlichkeit und noch weniger ein Ver­gnügen. Gesucht hat sie diese Kletterei auf keinen Fall. Da das Fenster etwas geöffnet war, wäre eS nur nötig gewesen, datz sie sich, am Rahmen angekommen, dort festklammerte, über ihn klet­terte, und so wäre sie inS Freie gekommen, wohin sie wollte. Aber so oft sie am Rahmen angekommen war, flatterte sie um so kräftiger, ergriff nicht das Holz, das festen Halt geboten hätte, sondern lieh los, fiel ein Stück herab und begann ihre vergeblichen Bemühungen von neuem Sie Arbeitete sich müde, sie sank ganz nieder auf da- Fensterbrett, rastete ein Weilchen, begann dann wieder, bis sie müde war und kam nicht dahin, dah sie den schmalen Rahmen überkletterte. Mehr als einen Meter mühsamen Wegs legte sie immer und immer wieder zurück; diese zwei Zentimeter bewältigte sie nicht. Auf dieser gro- tzen Fläche der Glasscheibe suchte sie, vom Schein getäuscht, die Freiheits dort, wo di« Freiheit wirklich winkte, suchte sie sie nicht. Das täuschende Glas führte sie in die Irre; dem echten Holz, daS nichts vortäuschte, vertraute sie nicht. Oder täuschte auch der schmale Rahmen? Ia, er täuschte einen unübersteigbaren Abschluß vor und war doch nur eine Schranke, die es zu überwinden galt, um die Freiheit zu erlangen.

Ein unvernünftiges Tier! sagte ich mir. Cs ist doch wahrhaftig eine einfache Sache, die Freiheit zu erlangen. Dann aber überlegte ich, Ratürlich mir, der ich weih, was Glas ist, der daS ganze Fenster überblickt, der weih, wo die Scheidewand des Glases endet, mir er­scheint es als sehr leicht, an Stelle der Motte die Freiheit zu erlangen. Aber das Bemühen der Motte auf mich und meine Lebensformen ange­wandt, wie steht es da? Ist es so sicher, dah ich nicht genau so meinen Kopf an einer Glaswand Wundstoße, dah ich unsägliche Mühe anwende, um zu einer gewissen Freiheit zu gelangen, und di« kleine Schranke eines Rahmens als großes Hindernis ansehe, während es das einfachste und Ratürlichste meines Handelns wäre? Cs ist nicht unmöglich, daß einer, der einen größe­ren Umblick hat, mein Denken und Handeln als genau so töricht ansieht, wie ich das der Motte.

Und nicht nur das. Trifft es nicht im Grunde auch auf die ganze Menschheit zu? Wissen wir so genau, daß wir nicht genau so wie die Motte handeln? Daß wir uns an einer spiegeln­den, täuschenden Scheibe den Kopf einrennen und den nahen, den offenen Weg zur Freiheit nicht finden? S.

Daten für Donnerstag, 10. Aul».

Sonnenaufgang 3.54 Uhr, Sonnenuntergang 20.15 Uhr. Mondaufgang 20.49 Uhr, Monduntergang 2.46 Uhr

1509: der schweizerische Reformator Johannes Calvin in Novon geboren; 1919: der Musik­gelehrte Hugo Riemann in Leipzig gestorben.

Hornottzcn.

Tageskalender sür Mittwoch. Ro­manisches Seminar der Universität: Französischer Theater- und Deklamationsabend, 20.15 Uhr, im Musiksaal des Realgymnasiums. Rational- sozialistischer Deutscher Studentenbund: Oeffent- liche Versammlung, 20.30 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. DHD.: Monatsversamm­lung, 20.30 Uhr, Hotel Kohler. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Zigeunerrache" undTempi".

" Das Landeskartell Hessen des Deutschen Beamtenbundes, in dem mehr als 32 000 Reichs-, Staats- und Ge­meindebeamte organisiert sind, hält seine zweite Hauptausschuhsitzung (8. Dertretertag) am Samstag, 1 2. 3 u I i, imDankettsaal" der Liedertafel zu Mainz ab. Am Sonntag, 13. Iuli, nehmen dann sämtliche Vertreter an der großen Befreiungskundgebung der deutschen Beamtenschaft in der großen Stadthalle teil.

** Aenderung im Kraftpostfahrplan. In den Fahrplänen der Kraftposten im Oberpost- direktionsbezirk Darmstadt ist u. a folgende Aende­rung eingetreten. Auf der Strecke GießenWißmar ist im Fahrplanbild 4 im Aushangfahrplan (Bild 7 im Kraftpostführer) die Fahrt 6a zu streichen.

* Deutsches Turn- und Sportab­zeichen. Am Sonntag, 13. Iuli, vormittags 10 Uhr, findet, wie man uns mitteilt, eine 2Tb- nahm« im Schwimmen für das Deutsche Tum- uno Sportabzeichen in der Müllerschen Bade­anstalt statt. Di« Teilnahme ohne vorschriftsmäßi­ges Urkundenheft ist ausgeschlossen.

** Aerztlicher Fortbildungslehr. gang in Bad-Nauheim. Der siebte Fortbil­dungslehrgang der Bereinigung der Bad-Nauheimer Aerzte findet vom 2. bis 4. Oktober 1930 über Pa­thologie und Therapie der Zirkulationsstörungen statt. Es sind für jeden Tag eine Reihe interessanter Dorträge von namhaften deutschen und auswärtigen Medizinern vorgesehen. Die wissenschaftliche Arbeit des Lehrganges wird von Veranstaltungen der Bad- unb Kurverwaltung umrahmt.

Tierschutz im Sommer. Um während der Sommermonate den Tieren das Dasein zu erleichtern, gibt es mancherlei zu beachten. Zum Beispiel sehe man Kanarien- und andere Käfig- vogel nicht der grellen Mittagssonne aus. Pferde und andere Zugtiere, die warten müssen, stelle man an einen schattigen Ort und gebe ihnen reichlich zu trinken. Zum Schuh vor quälenden Insekten, wie Bremsen, hilft dem Pferde eine Einreibung mit Bremsenöl. Man verwehre den gieren niemals, den Durst zu stillen und sorge dafür, daß alle Tiere, auch Geflügel und Kanin- chen,^ bet großer Hitze reines Trinkwasser zur Verfügung haben. Man läßt den Hund bei Radausflugen zu Hause. Den Kettenhund lasse Pian cr.£ großer Hitze, einige Stunden frei. Die ständig eingesperrten oder an die Kette gelegten Tiere sind für Krankheiten viel emp­fänglicher. Man sorge auch dafür, daß die Trink­geschirre der Hunde am Tage mit frischem Wasser gefüllt und sauber gehalten werden. Man schütze die nützlichen Vogel, sie sind die besten Freunde des Landmanns, des Obstzüchters und des Forst­wirts; wenn die jungen Vogel ausfliegen, dann

Oie Arbeitsmarktlage in Oberheffen.

Aus dem Zunt'Belicht des Arbeitsamtes Gießen.

Die Lag« des oberhefsischen Arbeits­marktes hat im Monat Iuni d. 2. keine wesentliche Besserung erfahren, vielmehr ist eine gewisse Stagnation eingetreten. Die Fluktuation war überaus groß. An Zugängen kommen in der Berichtszeit 3033 Arbeitsuchende gegenüber 2741 des Vormonats in Betracht, so­mit liegt ein weiteres Anwachsen der Ar­beitsuchenden vor. Die sich bauend) ver­schlechternden Beschäftigungsmöglichkeiten lassen den Schluß zu, daß die Zahl der Arbeitsuchen­den vielleicht den Tiefstand erreicht haben. Die Absatzschwierigkeiten, die hauptsächlich in der Metallindustrie zu verzeichnen sind, lassen mit einem weiteren Zugang von Arbeitsuchenden rechnen. Mit einer Zunahme der Bautä­tigkeit ist nicht zu rechnen. Die Zahl der Ar­beitsuchenden am Ende der Derichtszeit betrug 6446 gegenüber 7119 des Vormonats und 1614 des Vorjahres. Arbeitslosenunter- st ü tz u n g erhielten 4364 und Krisenunter­st ü h u n g 646. Von den im Monat Iuni zu­gegangenen Unterstützungsempfängern wiesen 51,6 Prozent bis 39 Wochen, 12,2 Prozent bis 52 Wochen und 36,2 Prozent über 52 Wochen Anwartschaf tsxeiten nach. Der Prozentsatz von 36,2 beweist, daß im letzten Monat eine große Anzahl von Arbeitskräften zur Entlassung ge­bracht worden ist, di« in Dauerbeschäftigung stand Trotz der schlechten Marktlage konnten 1137 Arbeitsuchende vermittelt werden. 227 Un­terstützungsempfänger wurden von ihrem frühe­ren Arbeitgeber zurückgerufen. Aus den ein­zelnen Derufsgruppen ist wie folgt zu berichten.

In der Landwirtschaft sind durch die günstige Witterung die Auhenarbeiten erheblich fortgeschritten. Die Lage in der Forstwirt­schaft ist unverändert geblieben. In der De­richtszeit konnten 409 Arbeitsuchende in der Land­wirtschaft untergebracht werden. Die Arbeit­suchendenzahl betrug 194 gegenüber 209 des Vor­monats.

Der Arbeitsmarkt im Bergbau neigt zu einer weiteren Verschlechterung. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 197 gegenüber 199 des Vormonats.

Die Arbeitslosenkurve hat in der Industrie der Steine und Erden kaum eine Senkung erfahren. Am Ende der Derichtszeit waren 821 Arbeitsuchende gegen 902 des Vormonates zu zählen.

Die Lage im Holzgewerbe ist sehr ge­drückt. Die Sägewerke, die bislang gut beschäf­tigt waren, klagen über Absahmangel. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug am Ende der De­richtszeit 399 gegen 363 im Vormonat.

In der Metallindustrie hat sich die Marktlage ebenfalls verschlechtert. Am Ende der Derichtszeit wurden 1033 Arbeitsuchende gegen 1036 des Vormonats gezählt.

Die Marktlage im Rahrungs- und Ge - n u ß m i 11 e l g e w e r b e zeigte am Anfang der Derichtszeit eine gewisse Besserung, schlug ledoch am Ende der Berichtszeit in eine Verschlechte­rung um. Cs standen am Ende der Derichts­zeit dem Arbeitsmarkt 161 Arbeitsuchend« gegen 168 des Vormonats zur Verfügung.

3m Bekleidungsgewerbe flauten die Deschästigungsmöglichkeiten ab. In der Schuh­industrie ist die Lage nach wie vor als schlecht zu bezeichnen. Die Zahl der Arbeitsuchenden be­trug 167 gegen 179 im Vormonat.

Im Baugewerbe hat sich die ungünstige Lage bis jetzt kaum geändert. Am Ende der Be­richtszeit wurden 1080 Arbeitsuchende gegen 1285 des Vormonats gezählt.

Die Marktlage im G a st - und Schank- wirtschastsgewerbe kann als gut be- bezeichnet werden. Zur Zeit sind tüchtige männ­lich« und weibliche Fachkräfte gesucht. Die Ar­beitsuchendenzahl betrug 33 gegen 33 im Vor­monat.

Die Arbeitsmarktlage im Verkehrsge­werbe hat keine nennenswerte Veränderung erfahren. Am Ende der Berichtszeit waren 200 Arbeitsuchende gegenüber 194 des Vormonats verfügbar.

Auf dem Arbeitsmarkt der Lohnarbeit wechselnder Art boten sich nur geringe Unterbringungsmöglichkeiten. Die Zahl der Ar­beitsuchenden betrug 1378 gegenüber 1784 im Vormonat.

Oie Abteilung Berufsberatung weist im Monat Iuni 1930 125 Deratungsfälle (65 für männliche und 60 für weibliche Rat­suchende) auf, davon waren 93 Ratsuchende (43 männlich« und 50 weibliche) zu wiederholter Beratung erschienen. Unter den 32 Besuchern (22 männlichen und 10 weiblichen), die die Be­rufsberatung zum erstenmal in Anspruch nahmen, waren 18 Volksschüler und 7 Volksschülerinnen, 3 männliche und 3 weibliche Besucher hatten mittlere oder höhere Schulbildung.

Im Monat Iuni kamen 15 Lehrstellen (12 für Knaben und 3 für Mädchen) zur Anmeldung. 8 Knaben und 4 Mädchen konnten in Lehrstellen vermittelt werden. Die Wirtschaftskrise macht sich auch auf dem Lehrstellenmarkt bemerkbar. Viele Arbeitgeber haben in diesem Iahre von der Einstellung eines Lehrlings abgesehen.

halte die Katzen im Haufe. Auch die Raub­vögel, besonders Eulen, Turmfalken und Bussarde, sind als Mäusejäger sehr nützlich. Alle Raub­vögel (mit Ausnahme von Habicht und Sperber) sind jetzt das ganze Iahr streng geschützt und dürfen nicht geschossen werden.

Große Strafkammer Gießen.

'Gießen, 4. Iuli.

Anfang Februar dieses Iahres wurde in Lollar ein von hier stammender Familienvater, der nach einer Deschäftstour sich auf dem Heimweg befand, von einem hinter ihm herkommenden Kraftwagen derart angefahren, dah er infolge der erlittenen schweren Verletzungen am nächsten Tage in der Klinik verstarb. Der Führer des Kraftwagens muhte sich wegen fahrlässiger Tötung verant­worten. Zunächst gab er an, von einem ihm entgegenkommenden Kraftwagen so stark geblen­det worden zu fein, daß er die Fahrbahn nicht mehr habe überblicken können. Ein andermal behauptete er, der Verstorbene sei vorher ge­stolpert und zu Boden gefallen. Durch die er­hobenen Beweise erwiesen sich aber die ver­schiedenen Darstellungen des Angeklagten als nicht den Tatsachen entsprechend, vielmehr er­gab sich einwandfrei,' dah der Angeklagte sein Augenmerk gar nicht auf die vor ihm liegende Fahrbahn gerichtet und aus diesem Grund den Fußgänger vor sich nicht bemerkt hatte. Er hat daher in ganz grobfahrlässiger Weise den Zu- sammenstoh und den Tod eines Mitmenschen verschuldet. Das hiesige Schöffengericht hatte ihn wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die von ihm zwecks Milderung des Urteils verfolgte Berufung hatte keinen Erfolg. Auch das Berufungsgericht kam zu dem gleichen Ergebnis und verwarf kosten- fällig die Berufung, da in solchen Fallen der Strafzweck durch Geldstrafen nicht zu erreichen sei, und durch Verhängung empfindlicher Strafen gegen derartige pflichtvergessene Kraftwagen- führer vorgegangen werden müsse

Strafkammer Gießen.

'Gießen, 4. Iuli.

Ein schon wiederholt vorbestrafter Betrüger, der sich als Direktor einer Reklamegesellschaft ausgab, suchte im vergangenen Iahre in größeren Badeorten, wie Bad-Rauheim, Bad Mergent­heim, Baden-Baden und Kissingen alleinstehende, gewerbetreibende Frauen auf, die er in den meisten Fällen zur Erteilung von Reklameauf­trägen zu überreden verstand. In der Regel gab er an, daß sein Unternehmen in neuzeit­licher Form Reklamen auf Seidenstoffblättern zusammenstelle, auf denen die betreffenden Fir­men in Goldschrift aufgedruckt würden. Er ver­pflichtete sich dabei, die so in Form von Zei­tungen zusammengestellten Mappen gegen einen Abonnementspreis von 30 Mk, in allen größeren Hotels und Kaffeehäusern aufzuhängen. Meist gelang es ihm auch, größere Teilbeträge sofort einzukassieren. Hierauf kam es ihm auch allein an. Seine Versprechungen loste er niemals ein. Das ganze Unternehmen bestand nur aus seiner Person. Das Amtsgericht Bad-Rauheim ver­urteilte ihn wegen fortgesetzten Betrugs zu vier Monaten Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft ver­folgte gegen dieses Urteil Berufung, da die Strafe zu gering erschien. Die Berufung hatte Erfolg. Unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils wurde die Strafe auf a ch t Monate Gefängnis erhöht.

Gelegenllich des Friedberger Pferdemarktes nahm ein Landwirt eine neben einem Pferde liegende Pferdedecke an sich und verbarg sie in einem Sack mit Heu. Rachdem es der Polizei noch am gleichen Tage gelungen war, den Land­

wirt ausfindig zu machen, behauptete er, die Decke sei versehentlich mit Heu in den Sack ge­steckt worden, die Decke habe er gefunden, er habe sie nur aufheben wollen, bis der Verlierer ermittelt sei. Diesen Angaben schenkte das Amts­gericht Friedberg keinen Glauben. Wegen Rück- salldiebstahls wurde der Landwirt zu d r e i M o - n a t e n Gefängnis verurteilt. Seine Be­rufung hatte keinen Erfolg. Das Derufungs- ?ericht war der gleichen Meinung und verwarf ostenfällig die von dem Angeklagten eingelegte Berufung.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

-z- Lützellinden, 8. Iuli. Wie schon kürz­lich an dieser Stell« kurz berichtet, beabsichtigt bie hiesige Gemeinde, ihr an derZechweide" gelegenes Wiesengelände, ferner die Gemeinde­wiesen an derSuhrbach" durch eine syste­matische Kultivierung ertragsfähiger zu gestalten. Beide Geländeflächen leiden in erheblichem Um­fang« an stauender Rässe, liefern saures Futter, und sind daher von sehr geringem Ruhwert, der im Verhältnis zu ihrer Gröhe kaum noch als solcher zu bezeichnen ist. Rach wiederholten Be­sichtigungen ourch Fachkommissionen und behörd­lich« Vertreter will die Gemeinde nun endlich eine Aenderung dieses wenig erfreulichen Zustan­des herbeiführen. In der jüngsten Gemeinde- ratssihung wurde beschlossen, den Dorschlä gen des Leiters der Grünlandabteilung des landw. Vereins für Rheinpreuhen, Administrator Siebold aus Bonn, nachzukommen und die Ländereien trockenzulegen und für die Edelgras­saat vorzubereiten. Die Trockenlegung soll durch eine hier noch neue, in England gebräuchliche Methode, die sog. Maulwurfsdrainage erfolgen, die yinsichtlich der Anwendungsmöglichkeiten und Kostenersparnis wesentliche Vorteile bietet. Rach der Entwässerung wird das Land tief umgepflügt und einige Iahre landwirtschaftlich bebaut, wor­aus es dann erstklassiges Grünland abgeben soll. Don fachmännischer Seite wird die beste Aus­nützung der kultivierten Ländereien in der Ein­richtung von Iungviehweiden gesehen, welche, von einer noch zu bildenden Interessengemein­schaft hiesiger Landwirte verwaltet, der hei­mischen Viehzucht zu einem bemerkenswerten Auf­schwung verhelfen dürften. Sämtlich« Drainie- rungsarbeiten werden unter der Aufsicht des Kreistiefbauamtes zu Wetzlar und des Land» mafchineninstitutes der landwirtschaftlichen Hoch­schule zu Bonn durch einen Unternehmer mittels motorischer Kraft ausgefübrt. Reben angemesse­nen Beihilfen werden der hiesigen Gemeinde auch Kapitalien zu verbilligtem Zinsfuß von der preu­ßischen Regierung zu diesem Zwecke zur Verfü­gung gestellt. Durch den begrüßenswerten Be­schluß der Gemeindevertretung werden insgesamt 80 Morgen Gemeindegelände in ertragreiche Wie­sen um gewandelt.

A'rcie Marburg.

j l Marburg, 6. Iuli. Wie mitgeteilt wird, hat der Magistrat beschlossen, die Ueberschreitung der Kosten des Hallenschwimmbades in Hohe von 185 000 Mk. so zu regeln, dah 13 000 Mark aus weiteren Schenkungen, 113 000 Ult. aus vorhandenen Anleihemitteln und die rest­lichen 59 000 Wk. aus einet weiteren Anleihe bei der städtischen Sparkasse bestritten werden.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

' Das A m t s ve r k ü n d i g u n g s b l a t t Rr. 51 vorn 8. Iuli enthält: Die Einfuhr von Kirschensendungen nach Schottland. Die Ein­richtung und den Betrieb von Aufzügen. Ver­zeichnis über Personen, die durch Einbürge­rung im Auslande ihre deutsche Staatsangehö­

rigkeit verloren Haven Tagung für gcschicht» liche Städtekunde. Feldbereinigung in der Ge­markung Lauter. Dienstnachrichten.

dingefanöt

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Bewegliche Klage aus Dießen.

Wonach riecht es jetzt, wenn man die größte Lindenallee Gießens entlang promeniert? (Rach Benzin, Benzol und Staub!)

Wie sehen die Grünflächen der Sudanlage aus? (Gelb, denn sie werden nicht gesprengt!)

Was wird noch mehr nicht gesprengt? (Die Straßen, weil man zwischen Wasserentnahme aus der Lahn und der Leitung die Wahl nach Buridan hat.)

Worauf wartet man, bis die abgestorbenen Bäume in der Plockstraße erseht werden? (DiS die noch übrigen auch vertrocknet sind.)

Wann und wo ist in Gießen etwas los? (In jeder Rächt von Samstag auf Sonntag von 3 Uhr ab Plockstraße Südanlage: Motoren­wettgeknatter, gesangartiges Geschrei und ge- schreiartiger Gesang, Baumeln und Taumeln; Zutritt frei, ohne Polizei.)

(Sin Gießener Bürger.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Luftdruckoerteilung zeigt seit gestern wenig Aenderung. Das finnische Tief ist hartnäckig ge­blieben und hat uns an seiner Rückseite noch immer mit kühler Ozeanluft versorgt, so daß die Tempe­raturen noch in mäßigen Grenzen blieben und die Bewölkung heute morgen wieder ziemlich stark war. Die Störung scheint sich jedoch jetzt abzuflachen, so dah wir mehr in den Bereich hohen Druckes ge­langen. Wenn sich auch bei der noch herrschenden Westluft vorübergehend noch Bewölkung zeigt, so wird doch späterhin der Himmel mehr ausheitern und die Temperaturen werden dann etwas an­steigen.

Wettervoraussage für Donnerstag: Bewölkung mit Aufheiterung abwechselnd, noch mäßig warm, meist trocken.

Luf ttemperatueren am 8. Iuli: mittags 19,4 Grad Celsius, abends 14 Grad: am 9. Iuli: morgen« 15 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum 8,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. Iuli: abends 22,8 Grad: am 9. Iuli: morgens 18,4 Gr. Sonnenscheindauer: 7 Stunden.

Reisewetterdienst.

Garmisch-Partenkirchen. 12 Grad, gestern: vorherrschend kühl, Windstille: heute morgen: halb bis ganz bedeckt: gestern: meist trübe.

Baden-Baden. 18 Grad, gestern: der Iahreszeit angemessene Temperatur, Südwest- toinb; heute morgen: halb bis ganz bedeckt: gestern: meist trübe.

Westerland aus Sylt. 23 Grad, gestern warmer Tag, gestern meist trübe, heute morgen halb bis ganz bedeckt, gestern teils heiter, teil­wolkig.

Verantwortlich für Lokales: 3- 23.: Or. Thyriot.

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3a,aber auf die neue bekömmliche Art-mit Kathreiner gemischt, ab JtiZtikathr einer /

- öer tt)ir6 dreimal so leicht veröaut'wie Milch, unö-----öer schmeckt

hunöerkmal besser/

Unsere ätilidienZeitsdiriften berichte! jetzt gerade über dieses aufsehenerregende Ergebnis der neuesten Ernährunasforsthuna.