Aus der provinzialhauptstabt
Gießen, den 9. Januar 1930.
Wünsche.
3a, wer hat sie nicht? Solange die Welt besteht und es Menschen gibt, hat es auch Wünsche gegeben, und die Sähe, die mit „Wenn ich ..anfangen, sind wohl in allen Ländern ziemlich zahlreich. Auch in unserer deutschen Literatur haben wir einige lustige Geschichten, die uns davon erzählen, was sich Menschen wünschen, und wie es aussieht, wenn die Wünsche in Erfüllung gehen. Am unschuldigsten sind natürlich die Märchen, denn da geht ja fast alles gut aus. Aber die Menschen, die sich etwas wünschen dürfen, und nur an Gesundheit und Zufriedenheit denken. „Der Arme und der Reiche" (Brüder Grimm), kommen auch nur in den Märchen vor. Die Wirklichkeit ist wohl anders.
Was sich die meisten Menschen wünschen, läßt sich mit einem Wort von vier Buchstaben ausdrücken, weil sich noch ihrer Ansicht alles damit kaufen läßt. Aber in allen ernsten Lebenslagen, bei Krankheit, bei Unglücksfällen, wird uns auf einmal bewußt, daß auch Geld nicht immer helfen kann. Es gibt doch wohl stärkere Mächte al» das Geld, und das ist gut so. Mein Bater sagte immer: „Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen." Ich überlasse es dir, lieber Leser, die Schlußfolgerungen selber zu ziehen.
Und wenn wir nun auf einen Schlag Hunderttausend Mark gewönnen? So was kommt doch vor, bei Lotterien, bei Erbschaften. Dann wären alle meine Wünsche erfüllt, sagst du. Ich glaube, doch nicht ganz. Das Leben hat schon zu oft ganz grausam bewiesen, daß solche Leute, die über Rächt reich geworden sind, später unglücklicher werden, als sie vorher waren. In Italien, wo jedermann Lotto spielt, gewann vor Iah- ren eine Bettlerin (I) eine Million Lire. Sie wurde wahnsinnig vor Glück unZ> starb im Irrenhaus. Ist nicht vor kurzem auch die Notiz durch die Zeitungen gegangen, daß ein Teilgewinner am großen Los sich ein Motorrad (sein großer Wunsch!) kaufte und dann damit tödlich verunglückte?
Wünsche dir also allerhand, nur nicht zu viel auf einmal! Wenn der Segen knüppeldick kommt, kann er dir schaden. Ich selber, das kann ich ja verraten, habe auch ziemlich viel Wünsche. In einem alten, vergriffenen Notizbuch, auf der letzten Seite, stehen einige Namen, dahinter Zahlen! Cs sind auch ein Paar mit drei Nullen dabei! Ich gebe das ruhig zu. Vorläufig stehen sie nur da. Aber andere sind schon ausgestrichen, allerdings keine mit drei Nullen. Aber immerhin mit zwei. Das mache ich immer so. Wenn ich einen Gegenstand, der aus meinem Wunschzettel steht, Glücklich errungen habe, dann feiere ich so ein keines Fest. Ich hole umständlich einen guten Bleistift hervor und streiche dann ganz vorsichtig (mit dem Lineal natürlich!) den Namen nebst der dahinter stehenden Zahl, die manchmal verändert werden muß, durch. Der Gegenstand selber steht dabei, Wenns geht, vor mir auf dem Tisch. Ihm gilt jetzt meine ganze Liebe. Die anderen Namen in dem Notizbuch schaue ich kaum an. Dieses Ausstreichen auf der Wunschliste bedeutet, daß ein Wunsch in Erfüllung gegangen ist, und das ist das Schönste bei dec ganzen Sache. Für eine gewisse Zeit sind wir wunschlos. Da muß man doch eine kleine, stille Feier veranstalten?
Hätten wir diese Freude, wenn uns die Sachen einfach so zuflögen? Nein! Niemals! Alles, was wir erringen, womöglich mit Opfern, das wird erst richtig geschätzt das haben wir lieb gewonnen. Wie ist es aber, wenn dir die Mittel zur Verfügung stehen, daß du kaufen kannst, wonach dein Herz begehrt? Da wird irgendwo enä'mt: „Müllers haben das und das, eigentlich könnten wir uns das auch kaufen." Gut! Du gehst zum Telefon und bestellst. Eine Viertelstunde später hast da das Gewünschte. Aber genau so leicht, wie du gekauft hast, genau so leicht hast du es auch wieder vergessen. Nach wenigen Tagen steht es vielleicht schon unbeachtet in einer Ecke. Sind nun solche Leute zu beneiden?
Ich bin froh, daß ich noch Wünsche habe, daß noch Ziele vor mir stehen, nach dMen ich streben will, denn sonst kommt uns das Leben doch ziemlich zwecklos vor.
Wir wollen aber auch manchmal daran denken, daß die beiden Alten in dem Märchen doch recht hatten als sie sich Gesundheit und Zufriedenheit wünschten. Ein Gang durch ein Krankenhaus läßt uns gar oft für längere Zeit alle Wünsche vergessen, wenn wir sehen, wie arm manche Menschen da liegen müssen. Dann kann uns auch die Musik vom Kaffeehaus oder vom Kino nicht irre machen. Wir nehmen solche Erlebnisse hin al« mahnende Weisungen vom Schicksal. Wir schützen uns glücklich, daß uns das Allerbeste blieb, die Gesundheit. P.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 130 bis 170, Watte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20. gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15,
Spinat 25 bis 35, Nnter-Kohlrabi S bi« 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70 bis 90. Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 41/3 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse HO bis 140, Nüsse 50 bis 80 Pf. das Pfund: Tauben (Stück- 70 bis 90, Kisteneier 16 bis 17, frische Landeier 18 bis 19, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 35 bis 40, Endivien 15 bis 40, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Kartoffeln der Zentner 3,80 bis 4 Mk.. Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8. Rotkraut 10 bis 12, Aepfel 10 bis 12, Birnen 8 bis 10 Mk.
Lehrgang „Auslandsdeutschtum und Schule^. Der vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht und dem hessischen Ministerium für Kultus und Bildungswesen in Gemeinschaft mit der Stadtverwaltung Gießen veranstaltete Lehrgang über „Auslandsdeutschtum und Schule" wird sämtlichen Lehrern Gießens theoretisch und praktisch die Bedeutung der Volkstumsprobleme und ihre Darstellung und Behandlung im Unterricht vor Augen führen. Der Lehrgang findet in Gießen am Mittwoch, 15., und Donnerstag, 16. Ianuar, in der Aula der San», desuniversitat statt. Das Programm ist im einzelnen wie folgt festgesetzt:
Am Mittwoch.. 15. Ianuar. wird der Lehrgang durch das Hess. Kultusministerium eröffnet. Es schließt sich ein Vortrag des bekannten Dozenten für das Auslandsdeutschtum an der Universität Gießen Prof. Dr. König an, der mit dem Thema „Volk und Staat" mitten in den der Tagung zugrunde liegenden Gedankenkreis hineinführen wird. Direktor Niemann vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht (Ausländsabteilung) in Berlin wird dann in drei je einstündigen L e h r p r o b e n die unter» richtliche Durchführbarkeit der Behandlung von Volkstumsproblemen erhärten. Klaisen der Volksschule, Berufs» und Höheren Schule werden die Schüler über diese Lehrproben stellen. Der Nachmittag bringt einen bedeutsamen Vortrag von Ministerialrat Dr. Löffler vom Reichsministerium des Innern über „Das Auslandsdeutschtum in aller Welt". Am Abend gibt eine öffentliche, kostenlose Ver» a n st a l t u n g in der Aula der Universität Gießen der Bürgerschaft Gelegenheit, von den Ausgaben und der Bedeutung der Dolkstumsarbeit Kenntnis zu nehmen. CZ werden bei diesem ..Ausländsdeutschen Abend" sprechen: Professor Dr. C s a k i, der Leiter des deutschen Kulturamtes in Großrumänien, über „Die völkerverbindende Bedeutung des Aus- landsdeut^chtums" und Gelder sch^fts'e're- tär F u r t w ä n g l e r (Berlin) über „DasAus - landsdeutlch.tum und der deutsche Arbeite r".
Am 16..Januar schließen dann zwei Nachmittagsvorträge die Tagung ab. Auf ihr wird Legationsrat Dr. B o e h m e vom Auswärtigen Amt, früher lange Lahre Direktor der deutschen Schule in Meriko und Austauschprofessor in der USA., das Thema „Aus der Arbeit der deutschen Auslandsschule" behandeln, während Ministerialrat Dr. S ü d h o f über „Der deutsche Auslandslehrer" reden wird.
Der Lehrgang, der für die Lehrkräfte aller Schularten verbindlich ist, dürste allgemeinem Interesse begegnen: für den auslandsdeutschen Abend ist die Bürgerschaft eingeladen.
Daten für Freitag, 10. Januar.
1797: die Dichterin A. v. Droste-Hülshoff auf Hülshoff bei Münster i. W. geb. (gest. 1848). — 1858: der Karikaturenzeichner und Satiriker Heinrich Zille in Radeberg i. Sa. geb. (gest. 1929).
Vorno tizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Evangel. Kirchengesangverein: Geistliche Musikaufführung, 20 Uhr. in der Stadtkirche.— Damen-- vereinigung 1877—1878, Weihnachtsfeier, in der „Stadt Mainz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf von Monte Christo", Gastspiel des Barietekünstlers Sylvester Schäffer. — Astoria- Lichtspiele: „Das Panzerauto" und „Die Iagd nach der Kassette".
— Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: In der morgigen Erstaufführung „Der Geisterzug" von Ridley hat Peter F a s s o t die Spielleitung. Es wirken mit die Damen Heß, Lahn, Iüngling, Koch und die Herren Arzdorf, Haeser, Hais. Hub, Tannert, Wahlen, Wesener, Zingel. — Sonntag, 12. Januar, 15 Uhr, zum letzten Male „Das tapfere Schneiderlein": 18,30 Uhr: Operettenpremiere „Gräfin Mariza". — Dienstag, 14. Ianuar, „Tobias Wunderlich", dramatische Legende in drei Akten. — Mittwoch, 15. Ianuar. erste Wiederholung von Ridlehs „Der Geisterzug".
— Das Kirchenkonzert des Evangelischen Kirchengesangvereins, das heute, 20 Uhr. in der Stadtkirche stattfindet, fei den Konzertinteressenten noch einmal zum Be
suche empfohlen. Den rntttoirtenben beiden auswärtigen Künstlern, Frau Dr. Anny Q u i st o r p und Dr. W i s s i g , geht von ihrem Auftreten in anderen Städten ein ausgezeichneter künstlerischer Ruf voraus.
— Ein genealogischer Abend findet am morgigen Freitag, 171/« Uhr beginnend, auf Einladung der Stiftung für Familienforschung an der Universitätsbibliothek im Hörsaal der Universitats-Nervenklinik, Am Steg, statt. Regierungsrat Schäfer, Darmstadt, spricht über das Thema „Wesen und Bedeutung der Familienforschung", Geheimrat Prof. Dr. Sommer, Gießen, spricht über „Familienforschung in Hessen mit Demonstration der Soldansammlung". Da die Veranstaltung öffentlich ist, hat jeder Mitbürger Zutritt. Man beachte die Anzeige.
— Der Goethe-Bund lädt im heutigen Anzeigenteil zum Besuche des Vortrages von Prof. Dr. Dr. Z i l ch e r t über „Frauengestalten der Romantik" ein.
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*• Polizeipersonalie. Der Polizeihauptwachtmeister Hans Velde zu Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Ianuar ab zum Kriminalhauptwachtmeister ernannt.
*• Von der Gendarmerie. Der Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe Ludwig Kirchner in Romrod wurde mit Wirkung vom 1. Dezember 19Ä ab zum Gendarmeriehauptwachtmeister ernannt.
**GenossenschafilicherInstruktions» k u r s u s. Am Montag und Dienstag hielt der Hess, landwirtschaftliche Genossenschaftsverband Darmstadt im Restaurant Faulstich einen Jnstruktionskursus für die Aufsichtsratsmitglieder der angeschlossenen Genossenschaften ab. Zusammen waren etwa 300 Personen anwesend. Oberrevisor E i d m a n n (Friedberg) referierte über die gesetzlichen und statutarischen Vorschriften hinsichtlich Pflichten und Rechte der Aufsichtsratsmitglieder, sowie über die praktische Ausübung der Kontrolle. Oberrevisor Hartmann (Gießen) sprach über das Lesen der Bilanz und die Prüfung, sowie über Betrachtung der Bilanz vom Gesichtspunkte der Liquidität und Rentabilität. Die Aussprache war lebhaft und bewies, daß man den Vorträgen großes Interesse entgegenbrachte. Der Sturfus wurde als sehr notwendig bezeichnet, weil das Genossenschaftswesen eine immer größere Bedeutung für unsere Wirtschaft erlangt und in erster Linie die Verwaltungsorgane über Rechte und Pflichten orientiert sein müssen.
** Zur Berichtigung eines Steuerbescheids. In den von Steuersyndikus Hermann Will (Gießen) herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Januar-Ausgabe) lesen wir: „Nach § 74 Absatz 3 der ReiHsabgabenordnung können die Finanzämter Schreibfehler, Rechenfehler oder ähnliche offenbare Unrichtigkeiten auch nach der Bekanntgabe oder Verkündung berichtigen. Ein Steuerpflichtiger, der in seiner Einkommensteuererklärung einen Gewinn aus Spekulation in Höhe von 11 000 Mk. angegeben hatte, war zunächst vorläufig veranlagt worden. Bei der endgültigen Veranlagung hatte das Finanzamt diesen Gewinn versehentlich unberücksichtigt gelassen. Als der Fehler später entdeckt wurde, erließ das Finanzamt einen Berichtigungsbescheid. Das Finanzgericht hat die Berichtigung nicht zugelassen, da weder die Voraussetzungen für eine Neuveranlagung nach § 212 AO. (neue Tatsachen) noch für eine Berichtigung auf Grund des § 74 Absatz 3 AO. gegeben waren. Der Reichsfinanzhof hat die Entscheidung des Finanzgerichtes gebilligt und in einem Urteil vom 11. September 1929 (VI A 1527) ausgeführt. daß eine fehlerhafte Sachbehandlung des Finanzamtes nicht nachträglich auf dem Umwege über § 74 Absatz 3 AO. richtiggestellt werden könne."
RDV. Führerhunde blinder Kriegsteilnehmer auf der Reichsbahn frei! Von der Reichsbahn wird neuerdings in einer Verfügung an das Personal darauf hingewiesen, daß — sofern Polizeivorschriften nicht entgegen- stehen und die Mitreisenden nicht Widerspruch erheben — erblindete Kriegsteilnehmer an Stelle einer Begleitperson einen Führerhund gebührenfrei mit ins Abteil nehmen können. Führerhunde von nicht kriegsbeschädigten Blinden dürfen gebührenpflichtig in die Personenwagen mitgenommen werden, falls Mitreisende nicht widersprechen.
** Führerwechsel im Gaujugendamt des D. H. V. Der langjährige Gaujugendführer des D. H. V. Herbert K u b a n k e (Frankfurt a. M.) verläßt, wie man uns schreibt, im Laufe des Monats Januar den Gau Main-Weser, um sich einem anderen Arbeitsgebiet des Verbandes zu widmen. Sein Nachfolger wird Albert Stüber (Hamburg).
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 8. Ian. Am 30. September 1922 fuhr ein Lauterbacher Geschäftsmann in L a u t e r- bach durch die Langgasse in die Lindengasse. Dort sah er. nach feinen heutigen Angaben, plötzlich ein kleines Mädchen vor seinem Auto, riß dieses nach rechts, um auszuweichen, und fuhr dann nach weiteren 10 Meter noch einen Radfahrer an. Das Mädchen war aber auch von dem Auto überfahren worden und nach kurzer Zeit verstorben. Nach umfangreicher Beweisaufnahme
(es wurden gegart zwanzig Zeugen vernormnenl hielt daS Gericht den Angeklagten der fahrZ lässigen Tötung des KindeS und bet fahrlässigen Körperverletzung bei Radfahrers für überführt und verurteilte ihn zu zwei Monaten Gefängnis.
Ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung wurde ein Gespannführer eines Gutes in bet Wetterau zu sechs Wochen Gefängnii verurteilt. Er war frühmorgens im Oktober 1929 mit unbeleuchtetem Fuhrwerk auf der falschen Seite von einer Nebenstraße in die Kreisstraße eingebogen, so daß ein auf dieser vorschriftsmäßig fahrender Motorradfahrer mit den Pferden zusammengestoßen, zu Boden geschleudert wurde und alsbald an einem Genickbruch verstorben war.
Pros. Wilhelm Dölsing t-
WEN. Darmstadt, 8. Ian. Professor Wil- helm D 5 l s i n g. der vor kurzem erst unter allgemeiner Anteilnahme seinen 7 0. Geburtstag feiern konnte, ist gestern ganz unerwartet verstorben. Wit ihm ist eine in der Tier- schutzbewegung Deutschlands führende Persönlichkeit und ein ausgezeichneter Pädagoge dahingegangen, dessen Wirken sich in vielen FÄ- len segensreich ausgebreitet hat.
Marburger DerkehrSbilanz 1929.
WSN. Warburg, 8. Ian. Im Iahre 1929 Übernachtetenin den Marburger Gast- h ä u s e r n 52 878 Personen, gegen 45 923 im Vorjahr und 37 396 in 1927. Die meisten fremden Gäste, nämlich 6465, entfallen wieder auf den Iuli, in dem bekanntlich die studentischen Stiftungsfeste gefeiert werden.
Um die Erhaltung des Mainzer Stadttheaiers.
WEN. Mainz, 8. Ian. Die Fraktion der Notgemeinfchaft des Mainzer Mittelstandes hat gestern dem Oberbürgermeister folgenden Antrag unterbreitet: „Die Verhandlungen mit Darmstadt wegen einer Fusion der Theater Mainz und Darmstadt sind vorläufig e i n z u st e l l e n. Die dem Herrn Oberbürgermeister erteilte Ermächtigung, auf einer bestinunten Grundlage weiter zu verhandeln, wirb zurückgenommen. Dagegen soll unverzüglich eint gemischte Kommission gebildet werden, bestehend aus Vertretern des Stadtrats, der Presse, des Theaters und der Theaterfreunde, die beauftragt werden soll, unverzüglich gründliche, praktische und brauchbare Sanierung« - und Ersparungs-Vorschläge auszuarbeiten mit dem Zwecke der selbständigen Erhaltung des Mainzer Stadttheaters in seiner bisherigen Form.
Rundfunkprogramm.
Samstag, 11. Januar.
11.15 bis 11.45: Schulfunk: Französisch — Französische Volkslieder. 13.15: Schallplattenkonzert: Spaß muh sein! 14.15: Von Stuttgart: Iugendstunde. 15: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 17: Tanztet. 18.05: „Der Ernst der wirtschaftlichen Lage", Vortrag von Stadtrat Dr. Linse. 18.35: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Wert der Wissenschaft, Vortrag von Dr. Heinrich Ritzmann. 19.05; Spanischer Unterricht. 19.30: Franz Hauck mit seinen zehn Rhythmiphonikern. 21: Herr Schiebermann gibt sich die Ehre... Operette in einem Auszug. Musik von Iacques Offenbach. 22.45: Von Kassel: Bunter Abend. 24 bis 1: Tanzmusik.
Berliner Börse.
Berlin, 9. Ian. (WTB. Funkspruch.) Für heute lagen keine wesentlichen neuen Momente vor. Die Stimmung scheint auch im heutigen Frühverkehr weiter freundlich zu bleiben, doch werden Kurse noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 123,88 zu 123,90, London gegen Mailand 93,07 zu 93,10, London gegen Spanien 39,00 zu 39,25, London gegen Kabel 4,8695 zu 4,87 London gegen Berlin 20,3890 zu 20,3913, Kabel gegen Berlin 4,1865 zu 4,1870.
Kirchliche Nachrichten.
_ Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in bet Synagoge (Südanlage). Samstag, 11. Januar. Vorabend 4.45 Uhr: morgens 9; abends 5 und 5.40 Uhr.
Israelitische Religionsgemeinschaft. Sabbatfeier den 11. Januar. Freitag abend 4.25 Uhr Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.40. — Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4.30 Uhr.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Unzelgenaufträge sind lediglich an di« Geschäfts st elle iu richten
Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
Sevftergevuns.
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