Nr. 209 Erster Blatt
180. Jahrgang
Montag, 8. September 1950
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General-Anzeiger für Oberhessen
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sämtlich in (Sieben.
Wie wähle ich?
Sine unpolitische Wahlbetrachtung.
Don Siegfried von Vegesack
Der Wahlkampf ist in vollem Vang. (Sin Trommelfeuer von Ausrufen und Programmen Hages! auf uns nieder, das Giftgas gegenseitiger Verleumdungen liegt in grauen Schwaden über dem Schlachtfeld, im erbitterten Rahlarnps schlägt man sich munter die Schädel ein. Und wie im wirklichen Kriege wird auch hier das Hinterland immer mehr in Mitleidenschaft gezogen: auch der, dem alle Politik von Herzen zuwider ist, kann heute nicht abseits stehen und in bequemer Selbstverleugnung das Feld dem Deruss- politiker überlassen. Denn es gebt ja um dein, um mein, um unser aller TDobi, — und was auch dos Resultat dieser Schlacht sein wird: die Krieaskosten werden wir alle befahlen müssen. Auch der Drückeberger im Wahlkamps, der Richtwähler, entrinnt nicht der gemeinsamen Der- onlworlung
Rein, wen und was du wählen sollst, das kann ich dir nicht sagen. Das muh ich berufeneren Leuten überlassen. Denn ich bin kein Politiker, lese keine politischen Artikel und begreife von diesen Dingen herzlich wenig. Aber mir scheint heute eine andere Frag« fast ebenso wichtig: wie soll ich wählen? Und diese Frage wird in den Aufrufen und Programmen der Parteien leider nie beantwortet. Ich meine folgendes:
Sagen wir, Herr A stimmt für Lifte 1, Herr B für Liste 2, Herr C für Liste 3. Schön und gut. (Es gibt eben verschiedene Parteien, verschiedene Interessen, verschiedene Menschen. Aber nun entsteht fol- flcnbfy weil A für Liste 1 stimmt, holt er B, der Liste 2 wählt, für einen Esel, und beide holten Herrn C, der für Liste 3 stimmt, für einen Lumpen. Seinerseits hält Herr C sowohl Herrn A, wie Herrn B für ausgemachte Trottel oder Idioten. Der sachliche Gegensatz wird also sofort in persönliche Feindschaft umgeschaltet. Weil Herr A einer anderen Partei angehört, anders denkt und anders wählt als du, ist er eben ein Schweinehund. Und weil du anders denkst und an- bers wählst als Herr A, bist du in den Augen von Herrn A natürlich auch ein Schweinehund Nirgends in der ganzen Welt herrscht diese Unsitte so stark wie bei uns: den politischen Gegner durch Der- dochtigungen zu diskreditieren, Ihn nicht sachlich, sondern persönlich zu bekämpfen.
Wenn z. B in England ober in Frankreich zwei Politiker im Parlament erbittert miteinanber gerungen hoben, kann man sie gleich darauf in der Pause freundschostlich Arm in Arm zum gemeinsamen Fyihstiikk gehen sehen. Und bei uns? Am liebsten würden sie auf der Strafte den Hamps mit der Sauft sortsetzen!
In Paris erlebte ich folgendes: Ich war vom Vertreter eines deutschen Zeitungsverlags zum Mittagessen geladen. Dort traf ich den Korrespondenten eines anderen deutschen Zeitungsoerlages, — beide Derlagshäuser sind die gröftten politischen Gegner, die man sich denken kann Aber ihre Vertreter verkehren freundschaftlich miteinander, weil dies drüben eben so üblich ist!
Nun das Gegenbeispiel. In München habe ich zwei sehr liebe, sehr gute Freunde Der eine ist Redakteur eines Münchener Blattes, der andere Vertreter einer Berliner Zeitung. Der eine steht rechts, der andere links. Glaubt ihr, daft es mir möglich wäre, diese beiden lieben Freunde zusammen einzulaben, sie an einen Tisch zu setzen? Ausgeschlossen! Dabei sinb beide sehr kluge, verständige, durchaus nicht verrannte Menschen. Aber Opfer ihres Berufes, ihrer Stellung, die sie eben zu dieser „Feindschaft" verpflichtet'
Ich begreife das nicht Ich habe gute Freunde, die ganz rechts stehen, überzeugte Monarchisten sind, und ebenso gute Freunde, die ganz links stehen, sogar noch weiter links, als die Kommunisten. Aber mein Gott, — was kümmert das mich') Was hat die politische Ueberzeugung mit der Anständigkeit der Gesinnung zu tun? (Es gibt eben Lumpen und Schweinehunde überall: sowohl rechts wie links. Aber Gottlob: sowohl rechts wie links gibt cs auch anständige Kerle Und darauf kommt es an: aufbas W i e der Gesinnung, — nicht auf das Was der Ueberzeugung. Deshalb scheint es mir wichtiger zu fein, wie man wählt, als was man zählt Daft jder ehrlich feiner lieber- zeugung, feinem Interesse folgt, unbbiefesaudj vom andern voraussetzt. Daft man ben politischen Gegner achtet, daft man sachliche Gegen- sätze fachlich, und nicht persönlich austrägt
Ein Wahlkampf muft fein, aber er muft auch ohne das Giftgas der Verleumdungen geführt werden können. Und cs ist nicht nötig, daft man sich in diesen Kampf die Köpfe gegenseitig einfchlägt. Besonders, wenn man schon so wenig Köpfe hat.
Früher war es die religiöse Ueberzeugung, beret- wegen einer den andern tvtschlug, oder auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Wem wird es heute ein- fallen, Herrn A für einen Verbrecher zu halten, weil er Katholik oder Protestant ist? Hat er aber eine andere politische Ueberzeugung, bann ist er noch heute ein Schuft. Einmal wird auch diese mittelalterliche Unduldsamkeit und Engherzigkeit einer freieren und tieferen Lebenseinsicht Platz machen.
Nicht auf die Stimmenzahl der Parteien, nicht auf diese oder jene Mehrheit kommt es an. Diel wichtiger ist, daß die politische Atmosphäre bei uns endlich entgiftet, daft diese Partei-Kleinstaaterei aufhört, daft wir uns endlich darauf besinnen, daft in diesem Wahlkampf mehr auf dem Spiel steht, als Manditssitze und Ministersessel Ich meine unser aller Schicksal. Ich meine Deutschland.
Der Ansturm auf den Wähler.
Parteiführer und Minister am Rednerpult. — Wahlversammlungen im ganzen Reich.
Oben von links nach rechts: Reichskanzler a. D. Dr. Marx, Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsminister a. D. 6 e d e r i n g , Reichstagspräsident ßöbc, Ministerpräsident Otto Braun. Unten von links nach rechts: Reichsminister Dr. Dietrich, Reichsminister Dr. öurtius, Georg Straffer, Geheimrat Hugenberg.
Die Nationalsozialisten.
Hitler spricht in Hamburg.
Auf einer Versammluna der RSDAP. tn Hamburg sprach Adolf Hitler. Gr erklärte, daft, wenn das deutsche Volk jemals wieder eine Rolle in der Welt spielen wolle, dies nur geschehen könne, wenn ein Wille und eine Ansicht das deutsche Volk beherrsche. Was Deutschland vernichtet habe, sei nicht die mangelhafte Leistung des deutschen Volkes, sondern einzig und allein seine fehlerhafte Haltung. 3n Deutschland erhebe sich heute eine Reformation des deutschen Geistes, die Millionen erfasse und sie herausreifte aus dumpfer CBcrxtreillung. 3n Deutlchland stehe heute das Volk auf. allem Terror und aller Lüge zum Trotz. Der RakonalsozialisrnuS fei der granitene Block der Ration, der allein die Grundlage schaffen könne für den Wiederaufbau und den bevorstehenden Schicksolskamps. Der Geist der Demokratie habe den Geist der Leistungen in Deutschland getötet. Rur ein Volk, das allein auf sich selbst baue und wisse, daft der Weg zur Freiheit nur mit dem Schlüssel aufgeschlossen werden könne, den es s i ch s e l b st schmiede, werde auch den Weg finden, um sich dieses Tor zur Freiheit zu öffnen. Die Rationalsozialisten gingen nstht in die Wahl hinein, um sich nach der Wahl zur Ruhe zu sehen, vielmehr sei der Wahltag d i e Ausgangsstellung zum neuen Kampf der braunen Armee Deutschlands. Die Ruhe in Deutschland trete erst ein. wenn Deutschland wieder frei sei.
Die Deutschnationalen.
Hugenberg spricht in Breslau
3n Breslau sprach der deutschnationale Partei- führer Dr. Hugenberg. Der Vorsitzende des Landesverbandes Schlesien der Deutschnationalen Volkspartei, Landrat v. G oft ter. begrüftte den Parteilührer als den Führer, der verkannt und verlästert durch viele andere in uneigennütziger und selbstloser Weise stets der Sache deS Vaterlandes über seine eigene Perlon gestellt habe. Dr. Hugenberg beschäftigte sich bann mit über ihn verbreiteten falschen Behauptungen Gs sei ganz unverständlich, wie man die Unwahrheit verbreiten könne, daft Dr. Hugenberg in der Unterredung mit Dr. Brüning am Tage vor der Rcichstagsauslösung die Lösung des Zentrums von der Sozialdemokratie nicht gefordert habe. Kreise, die mit besonderer Vorliebe so täten, als ob sie die christ- liche Gesinnung für sich gepachtet hätten, streuten geflissentlich bte lügenhafte Vorstellung aus. als ob Dr. Hugenberg die Herstellung oder den Vertrieb pornographischer ErzeugniNe fördere oder dulde. Besonders perfide fei der Versuch, ihn persönlich dadurch herabzufetzen. daft man ihm einen Unterschied in seinen politischen Kundgebungen und feiner wirtschaftlichen Betätigung nachsage So verbreite jetzt eine Zeitschrift einen Geschäftsbericht deS Deutschen Kreduvereins aus dem 3uni 1929. der die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im Gefolge des Boungplanes vertrauensvoll anfah. Die Zeitschrift behaupte, daft der .stellvertretende AufsichtsratSvorsiyende Dr. Hugenberg" diesen Geschäftsbericht unterzeichnet habe. Diese Behauptung sei erlogen. Es handele sich um einen der üblichen Geschäftsberichte der Geschäfts- leitung. von dem er selbst erst sehr viel später Kenntnis erhalten habe.
Die Konservative Volkspartei
Trcviranus spricht in Köln.
In einer Versammlung der Konservativen Volks- Partei in Köln führte Reichsminister Treviranus u. a. aus: Schließe ns Vorsorge für einen Betriebsfonds der Reichsregierung und eine Aus- gleichsreferoe, die bis 1930 eine günstigere Gestaltung der Reoisionsoerhandlunaen für den Dawes- fiten möglich machen sollte, ist von seinen Nach- olgern in das Gegenteil verkehrt worden. Die Folgen Hai die jetzige Reichsregierung mit einer unendlich mühsamen, zeitkostcnden Aufröumungs- arbeit zu tragen. Die Kritik von links geht an der Tatsache vorbei, daft die Sozialdemokratie aus eigenem Antrieb im März auf die Verantwortung in der Regierung verzichtet hat, und daft die vergangenen iwci Jahre ein neues und besonderes Zutrauen in sozialistische Regierungskunst nicht be- gründen. Zwar wird eine grofte Zahl von Führern der Linken einfehen, daft eine Reform in der Finanz- gebarung und Sozialversicherung unabweisbar ist, aber gerade der Wahlkampf zeigt, wie wenig man es wagt, den alten Wählern d i e Wahrheit • zu sagen. Die Kritik von rechts machen sich die Nationalsozialisten besonders leicht, indem sie nur mit den Begriffen „Systemänderung, Kamps für die Idee, Nieder mit den bisherigen Zuständen!" operieren, ohne daft urteilsfähige Mitmenschen bisher ergründen konnten, welche konkreten Absichten oorliegen. Neigung zum politischen Radikalismus ist in wirtschaftlichen Notzeiten begründet. Aufstieg und Verfall der völkischen Freiheitsbewegung um 1924 zeigen, wie wenig auf Stetigkeit solcher Bewegungen ju geben ist. Sachlich wird von deutschnationaler Seite ebenso wenig Stichhaltiges oorgebracht.
Wir führen den Wahlkampf um die Sicherung der Durchführung des begonnenen Rcformwerkcs Den Streit um die Stärke des nationalen Wollens lehnen wir ao Die Rcichsrcgierung habe ihr Ziel klar erkannt und entschlossen die notwendigen Maftnahmen an- geordnet, die zwar hart und druckend leien, aber notwendig, um Ordnung zu schaffen. Rur die Mitarbeit des gesamten Volkes und aller Parteien könne eine wirtschaftliche Gelundung und eine organische Fortentwicklung ermöglichen. Entscheidend bei der Wahl müsse die Verpflichtung der Uebemahme der Verantwortlichkeit für die Allgemeinheit fein. ..Staatsvolk, nicht 3n- teressentenhaufen" — deshalb werben wir für eine Mehrheit für die Fortführung des von unserer Regierung begonnenen Reformwerks und für die Sammlung aller Kräfte für die Wieder - aufbauarbeit.
Die Wirtschaftspartei.
Brcdt iprjcht in Düsseldorf.
Reichsjustizminister Dr. D r e d t sprach in Düsseldorf in einer Wählervcrfammlung der Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei). Der Minister führte u. a. auS: Wir müssen dahin kommen, daft wir in erster Linie die Sondersteuern für gewisse De- völkerungsteile, die Gewerbesteuer und insbesondere die Hauszinssteuer auf e i ne tragbare Basis zurück schrauben. Der Arbeitslosigkeit muft in erster Linie dadurch begegnet werden, daft d i e private Bautätigkeit wieder in Gang gebracht wird. DaS ist aber nicht möglich ohnen einen tunlichst schnellen Abbau der Wohnungszwangswirt<
schäft und der Steuern. 3n kultureller Hinsicht hat unsere Partei iftre alte Dahn noch nie verlassen. Wir sind eine christliche Partei, aber eine paritätische Partei, die beide Konfessionen gleichmäftig wertet. Wir vertreten nach wie vor den Gedanken der fon- feffionellcn Sch u l e auf dem Boden des EllembestimmungSrechts. Eine gute Zukunft des deutschen Dolles können wir unS aber nicht vorstellen ohne einen leistungsfähigen, selbständig schaffenden, christlich-nationa» denkenden deutschen Mittelstand. Dessen Erhaltung ist unsere Wahlparole, um dessen Erhaltung geht eS am 14. September.
Die Deutsche Volkspartei.
Lcholz und Steckt sprechen in Berlin.
Auf einer Dahlkundgebung der Deutschen Volks- Partei in Berlin forderte Reichsminister a. D. Dr. Seb olr, daft jeder seiner Wahlpflicht genügen müsse, sei doch der 14. September ein Schicksalslag für die ganze deutsche Nation. Der Kampf gelte jetzt in erster Linie den extremen Parteien links und rechts dann aber auch den sozialistischen Theorien und Idealen, die uns in die heutigen unhaltbaren Zustände hineingebracht hätten, damit eine Mehrheit des 3 u in Staat aftioeinge ft eilten und aufbaubereiten Bürgertums geschaffen werde. Die Wirtschaft habe ein Recht darauf zu verlangen, daft auch der Staat rationell verwaltet werde. Es müsse zur Derfassungs- unb Verwaltungsreform kommen mit dem Ziel des deutschen Einheitsstaates, den Bismarck bereit» erstrebt habe. Eine Gesundung unserer Finanzen sei nur zu erzielen, wenn Reich, Länder und Gemeinden nicht nur für ihre Ausgaben, sondern auch für deren Deckung verantwortlich gemacht würden. Zur Wayloefonn verlange die Deutsche Volkspartei in erster Linie eine Heraufsepung des Wahtelters. Die Sicherung unterer sozialen Errungenschaften fei zu wünschen, sie müsse sich aber im Rahmen der Tragfähigkeit der deutschen Wirtschaft halten.
Generaloberst v. Geeckt
betonte, daft der Feind nicht rechts ober links stehe; sondern daft für einen wahren Deutschen der Feind nur jenseits der Grenzen stehe könne. Die Wiedergewinnung und Wiederherstellung der Geltung Deutschlands im Bereiche her anderen Völker, entsprechend seiner Gröfte, seiner Geschichte und seinem Können fei untrennbar verknüpft mit einem Kampf gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrags. In erster Linie richte sich der Kampf gegen einen untragbaren Tribut. Weiter muffe der Kampf gehen um die Lebensnotwen- dlgkeiten im Osten. Deutschland wolle kein Staat zweiter Klaffe sein Ein weitere» Ziel der Auftenpolitik müsse der Schutz der deutschen Minderheiten sein. Nur auf einer gesicher- ten Innenpolitik könne eine feste Auftenpolitik geführt werden. Heute werde viel von F r o n t g c i ft gesprochen. Was sei aber unter Frontgeist zu verstehen? Die Forderung der Disziplin, der Selbstaufopferung und der Kameradschaft. Auch in der Wirtschaft bedürften wir der Kameradschaft, des Frontgeistes und der Disziplin. Wo in der Beschränkung der Ausgaben keine Selbstdisziplin eintrete, müsse der Zwang eintreten. Ls müsse ein Willen und eine Stelle im Staate geben, die eine Entscheidung herbeiführen könne. Damit aber verschwinde vollkommen da» Gespenst der Diktatur. Dft Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft sei eine Frage, die die Stadt ebenso angehe, wie bas Land. Deshalb müsse es auch zu einer Verständigung in der Frage der Zolle lammen. Zu den sozialen Fragen betonte General von Sreckt, daft wir uns immer ben Unterschied klar machen müftten zwischen dem Wünschenswerten und dem Erreichbaren. Die Hoffnung daft es gelingen möge, unsere Arbeiter in Deutschland hinüberzu- Ziehen zu nationalem Denken und zu wirtschaftlicher Vernunft dürfe nicht aufgegeben werden. General- Oberst v. Seeckt faftte ichlieftlich seine Grundsätze dahin zulammen Erhaltung und Stärkung der Staatsmacht nach innen und auften, Freiheit und Raum für Arbeit und Persönlichkeit, ober überall der Glaube an bas Reich.
Die Deutsche Gtaatspartei.
Höpker-Aschoff und Mahraun sprechen ttt Berlin und Köln.
Auf einer Kundgebung der Deutschen Staats- Partei in Berlin führte Minister Dr. Höp- ker-Asch off auS: Die Finanzkrise ist der Boden, auf dem der Weizen der radikalen Parteien blüht. Man schiebt diese Kalamität auf die Regierung, bedenkt aber nicht, daft ein» schlechte wirtschaftliche Lage in der ganzen Welt herrscht. Freilich wird diese Rot bei unS noch durch die ReparationSlaften verschärft. Diese aber nach dem Willen Hugcnbergs durch ungeheure Erhöhung der Einfuhrzölle auf daS Ausland abzuwälzen, ist eine Utopie. Tlnsere Hauptaufgaben nach den Wahlen werden sein: Senkung der Ausgaben Umlagctung deS D t e u e r pr o ze s- f e S und allgemeine Preissenkung. Auch daS Wahlregelement muft eine Reuordmmg erfahren. Die norddeutschen Kleinstaaten müssen in den preuftischen Provinzen und die prrufti- sche Regierung muft in der Reichsregierung auf* gehen. Bei aller Achtung der süddeutschen »iflaN


