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ich

1 Fortsetzung.

Eine Falte trat Du willst nach Verwundert sah

Na..-druck verboten.

auf Lus Stirne.

Berlin zurückreisen?"

Schulhofs sie an.

Lebensinhalt istl ... Für mich besonders! ... Ich kann mich nicht ändern, und wenn ich dich auch noch mehr liebte, als es der Fall ist!" Um Lus Lippen zuckte es wie Hohn. Eine seltsame Liebeserklärung, das must sagen!"

Ich muh selbstverständlich morgen fahren!"

Du vergißt, daß ich übermorgen das Endspiel mit Madame Calllaux habe!"

»Ich hätte dem Spiel natürlich gerne bei­gewohnt, daS brauche ich dir nicht erst zu sagen, Lu! Du wirst aber verstehen, dah ich unter den vorliegenden Umständen Heimreisen muh!"

Lir machte eine schroffe Bewegung mit der Rechten.

Rein! Das verstehe ich nicht! ... Ich wünsche, dah du bei dem Spiel, das darüber entscheiden wird, ob ich Europameisterin werde, dabei bist!"

Schulhoffs Antlitz rötete sich. Der herrische Ton, in dem Lu gesprochen hatte, empörte ihn. Er zwang sich aber zur Ruhe.

Menn Vater krank ist und meine Anwesen­heit wünscht, geht das doch einem Tennisspiel vor, und wenn es das wichtigste von der Welt wäre!"

Lu lächelte spöttisch.

Das mag deine Ansicht sein, die meine ist es nicht! Uebrigens wird die Krankheit deines Va­ters nicht halb so schlimm fein; er hätte sonst nicht selbst telegraphiert!"

Es klang kalt, herzlos, wie sie das sagte. Felix Schulhofs sah Lu betroffen an. Wieder, wje an diesem Morgen schon, hatte er jäh das Empfinden, einem fremden Menschen ge^enüberzustehen.

Er wehrte sich instinktiv gegen dieses Emp- finden; er wollte Lu so sehen, wie er bisher ihr Di;d in sich getragen hatte ... seit jenem Tage, als er sie zum erstenmal gesehen und das sto^e schöne Mädchen sogleich besinnungslos geliebt hatte. ...

Er trat zu Lu, die sich auf den Divan gesetzt hatte und mit finsterem Gesicht vor sich hinsah, und sagte herzlich, eindringlich:

Wenn du, was ich ja sehnlichst wünsche, mit deiner Vermutung auch recht hättest. Lu, dost Vaters Erlranlung nicht schwerer Ratur ist, so mühte ich trotzdem heim! Du weiht, dah in diesen Tagen die Entscheidung wegen unseres großen Bauprojekts fällt; da muh einer von uns beiden, entweder Vater oder ich, unbedingt zur Stelle sein. Und da Vater nun ausfallt, muh ich eben nach Hause!"

Lu war brüsk aufgestanden

Ratürlich! Du muht heim! Die Arbeit ver­langt es!" stieß sie höhnisch hervor.Immer die

Schulhosf faßte sie am Arm.

Wie sprichst du. Lu?"

Sic lachte auf, sagte aber nichts darauf.

Schulhofs dachte an die Zerwürfnisse und Aus­einandersetzungen, die sic wegen der gleichen Ursache in Berlin schon immer hatten, und der Wunsch, endlich einmal Klarheit zu schaffen, er­stand heischend in ihm.

Ich habe mich bisher für dich frei gemacht so viel ich konnte, Lu! Ich bin auch jetzt, obwohl daheim Dinge von ungeheurer Wichtigkeit für unsere Firma auf dem Spiele stehen, mit dir noch Rizza gefahren. ..

Lu riß jäh ihren Arm aus Schulhoffs Hand, die sie noch immer gefaßt hatte.

Danke! Das genügt mir!" stieß sie hervor. Wenn ich allerdings geahnt hatte, welches Opfer es für dich war. mitzufahren, hätte ich dich nicht darum gebeten!"

Wie zwei Feinde standen sie sich gegenüber.

Zwei Feinde, von denen jeder nur den einen Willen kannte: sich dem anderen gegenüber zu behaupten

In Schulhofs brach in diesem Augenblick etwas entzwei. Als sei eine Binde von seinen Augen gefallen erkannte er die tiefe Kluft, die ihn von Lu trennte.

Siebte sie ihn wirklich? - -. Könnte sie dann so zu ihm reden? ... Ihr selbstsüchtiges Wesen wollte einzig nur herrschen ... ihn beherr- schen ..nur ihre Wünsche, ihre Passionen gal­ten ihr etwas . . seine Arbeit. Die er so sehr liebte, war chr ein Nichts! ...

Wie eine Befreiung wehte es über Schulhofs

heitSrücksichten In andere Hände legen mußte, so­wie den Ehrenvorsitzenden Iakob Schmidt, der auch ein Viertelfahrhundert an der Spitze des Vereins gestanden hat. Beiden dankte der Redner in warmen Worten. Worte des Dankes hatte et auch für den jetzigen Dirigenten. Herrn Küm­mel, Rodheim, der den Verein vor drei Iabren übernahm und ihn in 3 Iahren in gesanglrcher Hinsicht auf beachtliche Höhe geführt hat. Fer­ner sprach der Redner dem Dereinsmitglied S ch e e r e r Dank aus für die Schaffung des schö­nen Saales, in dem der Verein seine Kräfte besser entfalten könne. Warme Worte des Dan­kes hatte der Redner ferner für die Sänger- stauen, die manche einsame Stunde aus sich neh­men müssen, wenn der Mann zur Gesangstunde gehen muß: Mit dem Wunsche, daß der Gesang­verein »Liederhain" getrost in die Zukunft schauen dürfe und auch in der Zukunft nur das eine Ziel kenne: die Pflege des deutschen Liedes, brachte er ein Hoch auf das deutsche Lied und den Ge­sangverein »Liederhoin". Zur Verschönerung des Abends führten Mitglieder des Vereins ein Lustspiel und ein Duett aus, so daß auch die Lach­muskeln der Gäste in Bewegung gesetzt wurden. Der musikalische Tell des Abends lag in Händen von Mitgliedern der Kapelle Weller, Oie* ßen, die ihrer Aufgabe voll gerecht wurden. Im Ramen der Gäste dankte Lehrer Wagner den Veranstaltern und hob besonders die Ver­dienste des Dirigenten. Herrn Kümmel, hervor, der in der Gesangleistung jeden Gast befriedigte. Verlosung und Tanz beschlossen den schönen Abend.

T Rodheim a. B., 6. Febr. Im Anschluß an den Ausruf des Hochmeisters des 3ungbeut- schen Ordens wurde hier eine Ortsgruppe der »Bolksnationalen Reichsvereini- g u n g" gegründet, deren Mitglieder bis jetzt die Zahl 100 übersteigt. Gestern abend fand eine Besprechung zur weiteren Durchorganisierung statt, wobei auch der Ortsausschuß gewählt wurde. Diesem gehören an: Hauptlehrer i. R. Friedrich L ö l l, Landwirt Wilhelm Schnei­der, Landes oberwegemeister Kasp. Schmidt, Arbeiter Karl Koth, Lehrer Karl Jäkel und Dampfziegellibesiher Wilhelm Bender II., Vorsitzender des Ausschusses wurde Landesvber- wegemeister Schmidt.

_L Waldgirmes, 6. Fehr. Bei unseren beiden Brennholzversteigerungen wa­ren die Preise gegen früher niedrig. Es kamen je 2 Meter Buchenscheit auf 2227 Mk., Knüp­pel 1618 Mk., Eichenscheit 18-20 Mk., Kiefern- und Fichtenscheit 610 Mk. Die Reiser wurden meist unter dem Hauerlohn verkauft, je 8 Meter Buchen 68 Mk., Fichten 36 Mk. Biele Haus­haltungen von hier haben ihren Holzbedarf durch das Fällen von alten Obstbäumen gedeckt, da die Schätzung derselben und der Besihwechscl durch die Zusammenlegung bevorsteht.

Kreis Wetzlar.

* Launsbach, 5. Febr. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats stand der An­trag des Turnvereins A.D.T. zwecks Be­reitstellung eines ebenen Spielplatzes für die sporttreibenden Vereine zur Beratung. Im allgemeinen konnte man feststellen, daß der neue Gemeinderat weitsichtiger ist In dieser Angelegen­heit. Es wurde der Beschluß gefaßt, am Sonn­tag im Beisein der Vorstände der beiden Turn­vereine eine Besichtigung der in Frage kommen­den Geländestreifen vorzunehmen. Sodann be­hält sich der Gemeinderat die endgültige Zu­sage bis zur nächsten Sitzung vor. Der jetzige Platz soll nur vorübergehend zur Verfügung gestellt werden, bis der vorgesehene Platz in den Roten Gräben fertiggestellt werden kann.

? Odenhausen (Lahn). 6. Febr. Rach- dem die hiesige Pf ar r stelle seit l.Mai 1929 verwaist ist, scheint nunmehr der Zeitpunkt nicht mehr fern zu fein, wo unsere Gemeinde und das Fillaldorf Salzböden wieder einen Seelsorger er­halten werden. Bei dep seinerzeitigen Ausschrei-

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

Bieber, 6. Febr. Am vorigen Samstag veranstaltete der GesangvereinLieder­heim" seinen diesjährigen Familienabend, bei dem der Saal des Gastwirts Scheerer gut be­setzt war. In der Begrüßungsansprache dankte der zweite Vorsitzende Haus den Veteranen Les Gesangvereins, daß sie den Verein, der der älteste des Ortes ist (et feierte im Juni 1926 sein 40- Iubiläurn), durch alle Stürme der Zeit aus kleinen Anfängen zu dem stärksten Verein von Bieber entwickelt haben. Unter den Veteranen hob er besonders hervor den Ehrendirigenten Haupflehrer L ö 11, in dessen Händen 40 Jahre i)cr Dirigentenstab lag und der ihn aus Gesund-

schwachen Reonkichtquelle. Auch hierfür ist eine /seht hübsche Anordnung getroffen worden. Von den Löchern am Trommelumfang gehen von außen verspiegelte Glasstäbe speichenartig bis nahe an die Elektroden der Reonlampe heran. Das Licht wird in diesen Glasstäben gefangen und von der spiegelnden Wandung tote durch ein Rohr fast verlustlos den Trommellöchern zu- gelcitet.

Allerdings sind die Bilder noch verhältnis­mäßig klein; sie werden deshalb durch eine große Linse betrachtet. Sie Unterteilung der Licht­quelle in mehrere Elektroden bringt aber den Vorteil der besseren Lichtausbeute, so daß die Bilder deutlicher werden als bisher. Dabei sind keine besonderen CßerftärteranorOnungen zum Be­trieb der neuen Lampe notwendig; der Fernseher kann ohne weiteres an Stelle eines Lautsprechers an einen guten Empfänger angeschlossen werden. Die Ausgangsleistung des Endrohres genügt vollständig zur Aussteuerung der Reonlampe. Hand in Hand njit der Vervollkommnung der Fernseher ist in Amerika auch die Sendeeinrich­tung weitergebildet worden. Etwa in der Mitte dieses Iahrcs ist in Ierseh City im Staat Rew Iersey ein starker Sender in Betrieb genommen tooröen, der vorwiegend dem Fernsehen dient. So ist es möglich, dah sich eine große Anzahl von Sehgästen an den Versuchssendungen betei­ligt. Man hofft auf diese Weise durch Mitarbeit eines großen Kreises am schnellsten zu der un­bedingt notwendigen Weiterbildung zu kommen. Man geht drüben also bewußt den gleichen Weg wie bei der Entwicklung des Rundfunks vor etwa einem Jahrzehnt.

Absichtlich hat man mit einfachen Sendungen begonnen, und zwar mit Schattenrihfilmen ein­fach schwarz-weiß, ohne Schattierungen. Zu wirllichen Sendespielen will man erst später über­gehen. Der Film bringt auch den Vorteil einer außerordentlich einfachen Sendeeinrichtung. Je­des Filmbildchen muß Zeile für Zeile mit einem Lichtstrahl abgetastet werden. Das macht man nun- nicht etwa so, wie es bei den üblichen Filmvorführapparaten geschieht, daß jedes Bild für einen kurzen Augenblick Via Sekunde stillsteht und in dieser Zeit betrachtet oder ab- aetaftet wird, sondern der Film läuft mit gleich- bleibender Geschwindigkeit zwischen einer starken Lichtquelle und einer Photozelle hindurch. Vor dem Film dreht sich eine Lochscheibe, deren Löcher jedoch nicht wie bei der Ripkowschen Scheibe auf einer Spirale, sondern auf einem Kreis an­geordnet sind. Die Löcher lassen einen feinen Lichtstrahl durch den Film in die Photozelle fallen. Dadurch, daß der Film während der Ab­tastung weiterläuft, tastet Der folgende Lichtstrahl nicht die gleiche, sondern die folgende Zelle ab.

Zwar steckt das Fernsehen noch immer in den Kinderschuhen. Es ist bei der schnellen Entwick­lung unserer Technik jedoch zu erwarten, daß es nicht allzulange dauern wird, bis die Fern- sehempfängcr ganze Bühnenszenen und Ereignisse nach der Ratur werden wiedergeben können. Dann wird der hörbare Rundfunk durch die Fernschau eine wertvolle Ergänzung erfahren.

Arbeit! Ich hätte mich gewundert, wenn die paar Tage hier in Rizza vorübergegangen wären, ohne daß ich das Wort Arbeit von dir gehört hätte!"

Schulhofs wollte ihr entgegnen, Lu schnitt ihm aber das Wort ab.

Ich weih, was du sagen willst! Ich habe es in Berlin oft genug gehört! Immer, wenn ich dich brauchte, hattest du zu tun! Seine Arbeit war dir wichtiger als ich!"

Schulhofs fuhr auf.

Das ist nicht wahr, Lu!"

Doch, es ist wahr! Ich will aber den Wann, mit dem ich verlobt bin, nicht immer mit feiner Arbeit teilen!

Schulhofs fühlte, wie eine trotzige Regung in ihm aufstieg.

Von einer Teilung kann keine Rede fein!" antwortete er überlegen.Su darfst aber nicht vergessen, daß für den Mann seine Arbeit der

Sie blonde Sklavin

Vornan von Hermann Weick.

ein (D. T.) sein gut besuchtes Wintervergnüaeir ab. Im Anschluß an die Begrüßung durch Den Vorsitzenden, Landwirt K. Lauer, führte Turn­lehrer R a u m a n n aus Marburg einen Sihn über die Kurische Rehrung vor, der lebhaften Beifall fand. Hierauf folgten turnerische Vor­führungen der Schüler unter der Leitung des Schülerturnwartes Konrad Bock und der älte­ren Turner unter der Leitung des 1. Turnwar- tes Th. Scheid. Sie Vorführungen lösten leb­haften Beifall aus. Baron Freiherr Gun- trum Schenck dankte im Ramen der Zu­schauer den Turnern für die vortrefflichen Vor­führungen. Hierauf erfreute Turner Heinrich B ast i a n mit einem Gedichtvortrag in ober­hessischer Mundart, der von dem Sinn und Zweck der Turnvereine handelte. Bei Verlosung und Tanz blieben die Teilnehmer dann noch mehrere Stunden in schönster Harmonie beisammen.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M., 7. Febr. Der 21 Jahre alte Bäcker Hermann Hotz und die 19sährige Kontoristin Emma ßiebler wurden heute morgen in der Küche der elterlichen Woh­nung des jungen Mannes gasvergiftet auf­gefunden. Stundenlange Wlederbetebungsver- suche mit Sauerstoffapparaten blieben erfolg os. Wie es heißt, hat Arbeitslosigkeit die jungen Leute in den Tod getrieben. In letzter Zeit mehren sich hier die Geschäftsei n- bräche. So wurde in einer der letzten Rächte in ein Strumpfgeschäft in der Bleidenstratze ein- gebrochen. Sabei wurden für 1 250 M k. Sa* men st rümpfe, seidene Winterkleider und Selbstbinder entwendet.

Die Same neigte zustimmend den Kops.

Während Schulhofs speiste, betrachtete er un­auffällig sein Gegenüber.

Die junge Same war mit vornehmer Eleganz gekleidet. Blondes, lockiges Haar umrahmte ein ungewöhnlich reizvolles Gesicht. Ein ernster, sin­nender Ausdruck lag über den weichen Zügen.

Sie schien die beobachtenden Blicke, die Schul- hoff ihr zuwarf, nicht zu bemerken. Sie sah an ihm vorbei zum Fenster hinaus, mit einem fer­nen und, wie ihn dünkte, schwermütigen Blick.

Mehr und mehr fühlte Schulhosf. wie die Frenrde fein Interesse fesselte. Wer mochte sie sein? ... Reiste sie allein? ...

Der Wunsch, sie kennen zu lernen, regte sich in ihm.

Er hätte sich die älrsache dieses Wünschens nicht erllären können. Cs war sonst nicht seine Art, von jedem hübschen Gesicht sogleich be­geistert zu fein. In diesen schönen, anmutigen Zügen war aber etwas, das ihn bannte.

Ser Kellner brachte den Kaffee.

Schulhofs nahm die Zigaretten aus der Tasche.

Sa traf ihn ein kurzer, forschender Blick der Fremden. Für Sekundendauer sah er in ihre Augen.

Er verneigte sich und fragte:

Stört es Sie, wenn ich rauche, Gnädigste?"

Sie Same wandte sich ihm zu.

Rein ... gar nicht," antwortete sie freund­lich.

Schulhosf zündete sich die Zigarette an, er sah den Rauchwölkchen nach ... die Same schien sich wieder für die Landschaft zu interessieren, die in wechselvollen Bildern draußen vorüberzog ___

Rach wenigen Minuten begegneten sich wieder beider Augen. Hm den schmalen, feingeschnittenen Mund der Same huschte kaum merklich ein Lächeln.

Ähulhoff sagte:

^.Es ist eigentlich schade, daß man so am Schwarzwald vorübrrfährt. Man sollte eine Welle in den Bergen Aufenthalt nehmen!"

Er wurde sich seiner Worte erst bewußt, als sie gesprochen waren.

War es nicht unschicklich, so ohne weiteres _ i&m fremde Same anzusprechen? ... Wie toürbe sie seine Worte aufnehmen? ...

Die Fremde wies mit der Hand zum Fenster.

Ich komme von oben," sprach sie.Ich war einige Tage auf dem Feldberg."

Freude rauschte in Schulhosf auf. Sie Same toar also über seine Worte nicht erzürnt! Run durfte er die Unterhaltung nicht mehr abreihen lassen!

,Sr begann, vom vergangenen Winter zu er­zählen, als er einige Wochen auf dem Feldberg mit Skifahren zugebracht hatte.

Die Fremde hörte ihm aufmerksam zu.

(Fortsetzung folgt.)

Bung der Stelle hatten sich nur drei Bewerber gemeldet, nämlich Pfarrer Lindenborn (Gotha), der Enkel des Pfarrers Lindenborn, der lange hier amtierte, Pfarrer Geiß (Ober- Ofleiden) und Pfarrer Fröhlich (Bobenhau- fen). Sie Wähl der Kirchenvertretung fiel auf Pfarrer Lindenborn, der aber nach Ablauf der Bedenkzeit ablehnte. Runmehr muhte, da für Pfarrer Geiß keine absolute Mehrheit vorhanden war, nach dem Kirchengefeh nochmals gewählt werden. Es wurde dann Pfarrer Geiß ein­stimmig gewählt. Sieger lehnte jedoch, nachdem er das Pfarrhaus als ehr mangelhaft befunden hatte, ab. (S3 hätte jetzt eine nochmalige Aus­schreibung erfolgen fen, wenn nicht Pfarrer Lindenborn seinen Entschluß geändert hätte. Er teilte nämlich dem hiefigen Presbyterhuin mit, daß er jetzt bereit wäre, die Stelle anzu­nehmen. Rachdem er mit dem Presbyterium per­sönlich verhandelt hatte, erklärte sich die er­weiterte Kirchenvertretung mit der älebernahme des Pfarramtes durch Pfarrer Lindenborn einverstanden, so daß dieser wohl zum 1. April antreten wird.

ch Erda, 6.Febr. Unsere Gemeinde hat im vo­rigen Iahre die W a 11 c r i c i t u n g mit teil­weiser Kanalisation des Ortes erbaut. Sie Kosten belaufen fich auf etwa 125 000 Mark, zu deren Deckung der Gemeinde eine besondere Holz- fällung im Gemeindewald von der Forftauffichts- behörde bewilligt wurde. Aus diesem Sonderhieb wurden rund 3000 Festmeter Holz gewonnen, die jedoch in unserer Gegend nicht abgeseht wer­den können. Auf Anraten der Regierung ver­sucht die Gemeinde nunmehr, das Holz durch Vermittelung großer Holzhandelsfirmen im Ruhrgebiet zu verwerten. Für Brennholz wurden bei der letzten hiesigen Holzversteigerung bis zu 35 Mark je Raummeter erzielt. Der hiesige Spar- und Darlehnskassenverein c. G. m. u. H. hielt dieser Tage im Rathause seine ordentliche Generalversammlung ab, zu der die Mitglieder fast vollzählig erschienen waren. Zu­nächst wurde die Rechnung und Bilanz für das Iahr 1929 vorgelegt. Ser feit 27 Iahren be­stehende Verein hat fich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gut weiterentwickelt. Die Spar­einlagen bezifferten sich am Iahresschluß auf 51 491 Mark. Sie Aktiven und Passiven belaufen sich auf 70 712 Mark, der bilanzmäßige Umsatz betrug 1018 036 Mark; der älmsah ist im Rech­nungsjahre um rund 100 000 Mark gestiegen. Rach dem Bericht des Verbandsrevisors Ä re- rn a n n vom Raiffeisenverband Frankfurt wurde die Bilanz einstimmig genehmigt und dem Vor­stand und Rechner Entlastung erteilt. Weiterhin stimmte die Versammlung zu, daß der Rein­gewinn von 515,19 Mark dem Reservefonds zu­geführt wird. Bei der Wahl der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden die Herren Jo­hannes Schneider und Georg Rinn in den Vorstand wiedergewählt. Aus dem Aufsichtsrat schied auf seinen Wunsch Herr Peter Sbr r aus, neugewählt wurden Kaufmann Theo K a u ß und Landwirt Heinrich S o r r. Schließlich wurde die Grenze für Kredite und Bürgschaft neu festgesetzt und die Anleihehöchstgrenze erhöht. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprachen noch Ver- bandsrevisor K r e m a n n und Lagerhausverwal­ter Gath über verschiedene genossenschaftliche Fragen. Da unser Pfarrer Müller in der nächsten Zeit von hier fortzieht, um eine neue Pfarrstelle in Diskirchen (Lahn) zu übernehmen, wurden am vorigen Sonntag die in diesem Jahre aus der Schule entlassenen Kinder konfirmiert. Cs waren insgesamt neun Mädchen und vier Knaben. Der Holzhauermeister der Fürst!. Hohensolms- schen Forstverwaltung Peter Brück von hier konnte dieser Tage das Jubiläum seiner 40- jährigen Tätigkeit als Holzhauer und Holzhauer­meister begehen.

^rcis Marburg.

O Fronhausen (Lahn). 6. Febr. Am vorigen Samstag hielt der hiesige Turnver- hin. Rein, er war nicht der Mann, zum willen­losen Werkzeug Lus zu werden!

Fahre morgen ruhig nach Hause! Ich lanh auch ohne dich spielen!" sagte Lu kalt und wandte sich zum Gehen.

Schulhofs zündete sich eine Zigarette an. Eine ihm selbst unerklärliche frohe äleberlegenheit war in ihm.

Ich freue mich, daß du dich meinen Grün­den doch nicht verschließt!"

Lu drehte sich um. Aus unsicheren Blicken sah sie ihren Verlobten cm. Ahnte sie nicht, daß in dieser Stunde die Wacht, die sie bisher über ihn besessen hatte, zerbrochen war? ...

Sie sagte kurz:

Wenn du keine Lust hast, mich heute abend ins Kasino zu begleiten, dispensiere ich d.ch!"

Schulhosf hörte den verhaltenen Zorn aus ihren Worten.

Warum sollte ich nicht mitgehen, Lu? ... Be- elle dich aber, damit wir nicht zu spät kom­men!"

Das Feindselige zwischen ihnen wuchs noch im Verlaufe des Abends. Schulhofs tanzte nur we­nige Male mit Lu. Sie war stets von zahlreichen Kavalieren umringt, die sich um die Gunst, mit der schönen Tennismeisterin zu tanzen, stritten. Loudon, der lange Engländer, wich kaum einmal von ihrer Sette.

Gleichmütig sah Schulhosf diesem Treiben zu.

Er ging nachher in den Spielsaal, setzte ohne sonderliches Interesse und gewann rasch hinter­einander einige hundert Franken.

Rach einer Welle tauchte Loudon im Saale auf. Suchend blickte er umher. Als er Schulhofs entdeckte, kam er herbei.

Wollen Sie auch spielen?" fragte Schulhosf.

Der Engländer verneinte.

Ich habe heute abend, bevor Sie kamen, schon so viel verloren, daß ich in nächster Zett wahnsinniges Glück in der Liebe haben muß!"

Gleich darauf fragte er, wie auS einer Ge­dankenverbindung heraus:

Ist es wahr, daß Sie uns morgen verlassen wollen, Mr. Schulhofs? Miß Horwitz sprach so­eben davon."

Schulhosf durchschaute den anderen.

Gewiß, ich fahre morgen nach Berlin zu­rück."

Ein Zucken Der Freude lief über das sonst so beherrschte Gesicht des Engländers.

Es war Felix Schulhofs nicht entgangen. Er wunderte sich, daß keine Spur von Eifersucht sich in ihm regte.

III.

Ser Speisewagen war dicht besetzt. Rur an einem Keinen Tisch, an dem eine Same sah, war der gegenüberliegende Platz noch frei

Schulhoff ging darauf zu.

Gestatten Sie?" fragte er.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, 9. Februar. 5. Sonntag nach Epiphanias.

Ltadtlirche. 9.30 Uhr: Mifsionsprediger Lauck (Frankfurt a. M.); 11: Kindertirche für die Mat- thäusgemeinde; Missionsprediger Lauck; 5: Pfarr« assistcnt Schlaudrafl. llobanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolshelmer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Lenz; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Jo« bannesgemeinde; 8: Bibelbefprcchung im Johannes- (aal; Pfarrer Müller. Kapelle des Allen Fried­hofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. Elifabeth-KIeinkindcrschule. 9.45: Pfarrer Lio. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemttnde; Pfarrer llic. Waas. Klein-Linden. 11: Kinder gottesdienft; 1.30: Hauptgottesdienst. Wieseck. 9 45; 11: Kinderkirche. Ailen-Luscck. 10; 6. Kirchberg. 10; Kirchberg; 1.30: Mainzlar. Hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich; 1: Haufen. Watzen­born-Steinberg. 1: Hauptgottesdicnst (Opfer für die russischen Emigranten; 2: Kinderkirche. Lich. 10: Stiftsdechant Kahn (Chorschule); 12.45: Kinder- gottesdienft; 2: Pfarrvikar Staubt.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 8. Februar.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, 9. Februar. 5. Sonntag nach Epiphanie.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommu­nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre­digt; 16.30: Jungfrauen-Kongregation; 17.30: Chri» stenlehre und Andacht. Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. (jungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. Lollar. 8 45: Messe mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt.

eonnttimfricnit X'Herste n.'Uvotb"kr», am 9. 2. 30 Dr. W. Klein. Dr. S. Klein. Petikanavotbeke. _____________.iabulirzt: Dr. Jäger.D

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

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