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Bneflasten der Reöoffion.

Kaiserallee. Anonyme Einsendungen können wir nicht berücksichtigen.

Berliner Börse.

Berlin. 7. Aug. (WTD. Funkspruch) Doch, dem der Schluß der gestrigen Mittagsbörse Zei- chen einer Beruhigung ausweisen konnte, hatten kleine neue Abgaben die Kurse des Abend­verkehrs wieder nach unten beeinflußt. Auch im heutigen Frühverkchr war die Stimmung, ohne daß Kurse genannt wurden, resp. Hmfätjc zu­stande kamen, eher schwächer. Der Ordev- eingang bei den Banken war zunächst sehr gering es bleibt aber abzuwarten, wie das Publikum auf die Abschläge der gestrigen Börse reagieren wird. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,83, London gegen Mailand 92,99, London gegen Madrid 43.80, London gegen Bue^ nos 40.c0, London gegen Kabel 4.8725,

Biiri[ö,,ass,9

Iflröen feinen Schah

sprich zu nehmen. Im Verkehr von Mensch zu Mensch zeichneten ihn immer lauterst« Gesinnung große persönliche Liebenswürd.gkeit und stete Hilfs-' bereitschafi aus, wodurch er sich in weiten Beoöl. ksruagskreisen in Stadt und Land einen großen jzreundeekreis erwarb. Man wird diesen prächtigen Mann, diesen warmherzigen freund und Schützer Un u-.M 2len^!t ,n dankbarer Anerkennung seines vorbildlichen Wirkens in bester Erinnerung behalten

Taten für Freitag N. ftuguft

Sonnenauf0ang 4 33 Uhr, Sonnenuntergang 19.37 .TT Mondaufgong 19.51 Uhr. Monduntergong

2 4 / Uhr

flcboren 9tabier,rin Äätf,e Kollwitz in Königsberg

Gicficncr Wochcnmarttprcise.

innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau wäh­rend der Drenststunden geltend machen

" Alarmierung des HiltszugeS im Bahnhof Gießen. Am DicnSiagaämd um 8-21 Hhr wurde der Gießener HilsSzug zur Probe noch Lohra, an der Strecke Riederwal- gernHerborn, alarmiert. Der Zug fahr nach 16 Minuten mit 25 SanitätS- und H..»smann- schaflen aus dem Gießener Bahnhof ab und traf wenige Minuten nach 21 Hfcr in Lohra ein. Der Hebung lag als Idee ein größerer Eiscnbahn- unfall zugrunde, bei dem Lote und Verletzte zu bergen waren. Mitglieder der ReichSbahn- direktion, die bereit- in Lohra anwesend waren und die Hebung leiteten, sprachen sich lobend über die Leistungen der Sanitäts- und sonstigen HilfSmannschaften aus.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: -butter 160 bis 183. Matte 30 bis 35. Käse (10 Stuck) 60 biS 140, Wirsing 10 bis 12. Weiß­kraut 8 bis 10. Rotkraut 10 bis 15. gelbe Rüben 12 biS 15, rote Rüben 12 bis 15. Spinat 20 biS 25. Römischkohl 8 bis 10. Bohnen. g!

25. gelbe 25 bis 30. Hnter-Kohlrabi v vlo 1V, Crbfcn 20 bis 25, Tomaten 20 bis 30. Zwiebeln 10 bi« 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln 6 (Zentner 5,50 Mark), Frühäpfel 20 bis 25. Fall- Wei 5 btS 6, Birnen 20 bis 30. Dörrobst 30

35. Heidelbeeren 35 bis 40. Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Pflaumen 20 bis 25, ZWetschen 35 bis 40. Mirabellen 35 bi« 40, Reineclauden 40 biS 45. Himbeeren 40 bis 45. Aprikosen 50 bis 55. Pfirsiche 50 bis 80, Brombeeren 40 dis 45. Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130. Suppenhühner 100 bis 120, alüHc 60 bis 70 Ps. das Pfund: Tauben (Etück- 70 bis 80. Eier 11 bis 12. Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15. Salatgurken 15 bis 30. Einmach- gurfen 2 bis 4. Endivien 10 bis 20. Ober-Kohl­rabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück' Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf.

Tierfchutzoeretn für Hessen. Die diesjährige 49. ordentliche Hauptversammlung des Tierschunverins für Hessen findet am 23. Septem­ber in Heppenheim a. d B- statt. Dank der Unter­stützung der krcisschulön.ter und Direktoren höheren Lehranstalten Hessens hat der Verein letzten Jahre etwa 110 000 Tierschutzkalender an Schulkinder Hessens veneilen können.

gelischen Frauen vereine und eint groß» Zahl Vertreter evangelischer und freier Zugendgruppen und Verbünde, endlich ein Vertreter des .frei­sinnigen. christlichen Studentenbun.eS" in Holland und der Direktor der deutschen Schule in Riga. Der Abend brachte in der weiten Fest hall« vor 4000 Menschen die Aufführung de» Hamburger ReformationSsesifpieles .Der Reformator" von Fritz Vater durch eine Franklurter Spielgruppe.

Der SamSlag wurde durch eine kurze Mor­genfeier eingeleitet. Es schloß sich dann auf i'cm Sportplatz eine .Körperschule" an, die für alle gesunden Tagungsteilnehmer verbindlich war und an der sich mehrere tausend Jungen und Mädchen beteiligten. Don großer Bedeu­tung war die Aussprache der Aelteren- schäft. In der Festhalle versammelten sich 2000 Aeltere lvon 18 Jahren ab). Von diesen war die Hälfte über 22 Jahre. Die mehrstündige Be­ratung der Aelteren drehte sich um die For­men der neuen Gemeinschaft. Der Sun- deSrat stellte es durch förmlichen Beschluß frei, in welcher Weise sie die Verbindung mit dem Bunde, dem sie entwachsen sind, aufrechterhalten wollen. Der Rachmittag wurde Den d r geschlossenen Bundesversammlung ausgefüllt. Von ihren Beschlüssen ift bernonubeben. daß Pro­fessor L). Dr. Staehlin (Münster) wiederum für zwei Jahre die DundeSleitung übernommen hat. Der Samstagabend brachte den Haupt- vortrag deS als Iugendpadagogen und Iu- gendschriststeller bekannten Ö. Dr. Staehlin über das Thema .Freier Gehorsam". Die Fest­halle war von vielen Tausenden von Jugend­lichen beseht. In seinem Vortrage zeigte Ltaehlin, ausgehend von den Kämpfen um den deutschen Ahein. den ewig dauernden MenschheitSkamvf um den Menschen selbst. Immer geht dieser Kampf um daS Verhältnis zu den beiden Mächten, die über den Menschen Gewalt haben: Freiheit und Bindung. »Wir verleugnen nicht", so sagte der Redner u. a., .den Weg von der Jugendbewe­gung. den wir gekommen sind. GS handelt sich picht mehr darum, Raum zu gewinnen für den jungen Menschen, sondern heute geht der Kampf wider die Willkür für den Gehorsam. Die Frage ist für den jungen Menschen nicht, gefällt mir daS, sondern, was muh ich nach meinem Gesetz tun. Die Aufgabe der Führer im Bunde ist eS, den Jüngeren den Gehorsam vorzuleben."

Der Festsonntag begann mit dem Bundes- gotteSdienst in der Festhalle Die Fest­predigt hielt Pfarrer Manz (Frankfurt a. M.). Ein Sprechchor auS Frankfurter BundeSmitglie- dern trug den 100. Psalm und Worte der Berg­predigt vor. Am Rachmittag versammelten sich die jungen Scharen auf der Festwiese, dem ehe­maligen Kavallerieererzierplah. In hundert lusti­gen Einfällen äußerte sich der jungfrohe Sinn all der Gruppen, die in Wald und Wiese lager­ten. Reben solchen, die unter bewährter Lei­tung neue Lieder nach neuen Weisen übten, waren solche, die in fröhlichem Spiel echten Humor zu Wort kommen ließen, oder Volkstänze zeigten, an denen jung und alt sich beteiligten. Wie üblich schloß die Tagung mit einem Bunde-» feuer.

Der fingierte Raubüberfall in Frankfurt

WSR. Frankfurt a. M.. 6. Aug. Die 57 Jahre alte Witwe Therese Fenner. In­haberin einer Fremdenpension in der Gutleut- strahe. machte der Kriminalpolizei die Mittei­lung, daß der Wohlfahrt-Pfleger S u r e k, der den Raubüberfall auf sich fingiert hatte, ihr Geld zur Aufbewahrung übergeben habe. Die Frau händigte der Kriminalpolizei 4370 Mark aus. Sucek wurde von diesem Vorgang in Kenntnis gesetzt, er bestritt jedoch weiterhin, den Raubübersall fingiert zu haben, ebenso bestritt er die Aushändigung des Gelde­an die Frau Fenner. Gegen Surek wurde Haftbefehl erlassen, und der Verhaftete der Krankenabteilung deS Gefängnisse- Preunges­heim zugeführt.

Heute wurde nun auch die Witwe Fenner wegen Hehlerei fest genommen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung fand die Kriminalpolizei noch den Betrag von 370 Mk. Dor. Dach dem Eingeständnis der Fenner rührt dieser Betrag auch von der ihr von Surek übergebenen Geldsumme her. Die Fenner hat sehr verspätet die 4370 Mk. an die Kriminal» Polizei abgeliefert. Sie hat es nach Bekannt­werden der Tat nicht für nötig gehalten, der Kriminalpolizei sofort Mitteilung zu machen: sie wird hierfür ihre Gründe gehabt haben. Sicherlich hat Surek angenommen, daß Frau Fenner ihn nicht verraten würde. Offenbar hat bie Fenner der Polizei nur Mitteilung gemacht, weil sie befürchtete, daß der Polizei bekannt werden könnte, daß sie sich im Besitz deS Der*- untreuten Geldes befände. Runmehr sind 4740 Mark herbeigeschafft worden Surek hatte am Tage der Tat 5200 Mk. vom Geldbriefträger erhalten, so daß von dieser Summe noch 460 Mark fehlen.

Bund deuischerIugendvereine

WSR. Darmstadt, 5. Aug. Der Bund Deutscher Iugendvereine trat hier zu feiner 15. Reichstagung zusammen. In klei­nen und großen Truppen trafen dazu aus allen Teilen des Reichs an 4000 Mitglieder ein und erfüllten mit ihren Wimpeln, ihrem frischen Ge­sang und ihrer Fröhlichkeit die ganze Stadt.

Zur Begrüßung am Donnerstagabend waren die Gruppen bei einbrechender Dunkelheit im Glockenhof _ des _ Schlosses zusam menge komm en. Dicht gedrängt füllten sie den weiten, von dem 300 Jahre alten Schloß umgebenen und vom Glockenturm überragten Hof. Don den mit Fackeln erleuchteten und mit dem Dundeswimpel ge­schmückten Altan sprachen die Dertreter der hessi­schen Staatsregierung, der Stadt Darmstadt, des evangelischen Dekanats zur Jugend. Pfarrer Goethe (Darmstadt) grüßte namens der Darm­städter B. D. I.-Gruppen die Brüder und Schwe­stern aus dem Reich, namentlich aus Schlesien, Rheinland, Hamburg und Holstein, sowie aus Oesterreich, Riga, Amsterdam und Saargebiet.

Der Freitagmorgen galt der Leibesübung. Während am Nachmittag die Landesverbände getrennt berieten und die Elternschaft unter Jörg örb und Gotthold Donndorf sich über dir Frage: .Der Bund und was dann?" aussprachen, war gleichzeitig im Fürstensaal die Gästever­sammlung aufammengetreten. Pros. Staeh- l i n kennzeichnete hier die Aufgabe der Tagung, oie in dreierlei bestehe: im Rahmen eines Iugend- bundes den Weg zu zeigen zu dem Führerdienst, den die junge Generation von ihnen erwartet: zum zweiten das Ringen um eine neue Sinn­gebung der Jugendbewegung. Endlich handele es sich um das Problem, das heute die evange­lische Pädagogik beschäftigt, die Problematik des evangelischen Menschen überhaupt. Hierauf grüß­ten mit gehaltvollen Reden, die wertvolle Bei­träge zur Frage der Jugendarbeit und des Problems »Freier Gehorsam", boten: der Staats- Präsident und da« Ministerium des Innern durch Schulrat H a s s i n g e r, Minister für Arbeit und Wirtschaft K o r e l l, der die Rot der arbeitslosen Jugend betonte, Oberbürgermeister Mueller Prälat D. Dr. Sie b I, Dekan Zimmermann, fa Quecken (Frankfurt-, Professor

D. Dr. Cordier (Gießen) namens der Fakultät und des Christdeutschen Bundes. Pfarrer Marr iDarmstadt) für den evangelisch-sozialen Kongreß ferner Vertreter der Inneren Mission, der Evan­

^ornoti^en.

Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Wenn du einmal dein Herz verschenkst ..." undFrau oder Geliebte?" Rus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am nächsten Dienstag bringt das Stadttheater als Erstaufführung Ladislaus Fodorjkis Lustspiel .Die Füllfeder". Orl. Hilde Schwend vom Stadttheater Plauen und die Herren Karl Druck vom Stadttheater Trier und Jochen Hauer vom Stadttheater Oberhausen (bereits in Gießen durch sein Gast- spiel in der »Anderen Seite" bekannt), die für bie Winterspielzeit hierher verpflichtet wurden, werden zum erstenmal in Gießen auf treten.

Der Kaufmännische Verein feiert, tote alljährlich, am Sonntag. 10. August, sein Sommerfest. Den Teilnehmern dürften einige ver­gnügte Stunden bevorstehen. Für die Jugend sind Spiele mit Heberraschungen vorgesehen. (Siehe heutige Anzeige.)

Dtc Gießener Berfassungsfeier. Om heutigen Anzeigenteil laden der Provinzial- direktor und der Oberbürgermeister die Bewohner der Stadt und des Kreises Gießen zur Derfassungs. feier am kommenden Montag um 15 Uhr in die A'eßener Dolkshalle ein. Das Programm für diese Feier ist in zwei Teile gegliedert. Die Gießener Militärkapelle wird mit einer Komposition von Waaner bie Feier eröffnen, anschließend wird ein Massenchor sämtlicher Gießener Gesangvereine fol. gen. Sodann wird der Minister des Innern L e u s ch- n e r bie Festansprache' halten, die ihren Ausklang in dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes finden wird. Eine weitere Darbietung der Militär- kapelle wird den ersten Teil der Dortragsfolge be. enden. Im zweiten Teil des Programms werden neben Musikstücken der Mililärkapelle turnerische Borfuhrungen der Gießener Turnerschaft und der Freien Turnerschaft, ferner Darbietungen der hie­sigen Gesangvereine den Besuchern einige angenehme Stunden bereiten. Auf bie heutige Anzeige sei be- sonders hingewiesen

** Der Eisenbahnverkehr am Ver- faffungs tag. Am Montag, 11. August, der in Hessen als gesetzlicher Feiertag begangen wird, oer- kehren die Personenzüge auf den hessischen Strecken wie an Werktagen.

D i e Gießener Geldinstitute am $erfaf fungstag geschlossen. Im heutigen Anzeigenteil geben die Gießener Geldinstitute be­kannt, daß ihre Bureaus am Verfassungstag, 11. August, der bekanntlich in Hessen gesetzlicher Feiertag ist, geschlossen sind.

Straßensperre in Gießen. Wegen Rohrinstandsetzungsarbeiten ist die Straße Am Kugelberg zwischen Grünberger Straße und Friedensstrahe auf die Dauer einer Woche für allen Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt.

" Der deutschamerikanische Tur­nerführer Seibel spricht im Rund- funk. Heute um 20.30 Hhr hält im Stutt­garter Sender der Präsident des Amerikanischen Turnerbundes. Herr George Seibel aus Pittsburgh (Pennsylvanien). einen auch auf die Sender von Frankfurt a. M. und von Konigs- wusterhausen übertragenen Vortrag über ,.D a s Deutschtum in Amerika". Da Herr Sei­bel. Inhaber der Ehrennadeln des Turnvereins von 1846 und des Männerturnvereins, in unserer Stadt zahlreiche Freunde besitzt und ein hervor­ragender Dertreter des deutschen Gedankens in Amerika ist, sei auf seinen Vortrag besonders hingewiesen. Herr George Seibel wird in Kürze unserer Stadt wiederum einen Besuch abftatten. 2m vergangenen Jahre konnte er bekanntlich in Pittsburgh unseren Gießener Turner Reuter, den Sieger vom Deutschen Turnfest 1928, sowie den Turnerführer Schneider. Butzbach, als Besucher bei sich begrüßen.

Ihren 88. Geburtstag beging gestern in bester Gesundheit Frau Witwe Henny Bock, Bahnhofstraße 34 wohnhaft.

Fundsachen beim Polizeiamt. Das Verzeichnis über die im Monat Juli gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der An- mr11 5lut des Polizeiamts, Landgraf- Pynipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Emp- sangsberechsigten mögen ihre etwaigen Rechte

Nächtliche Storchenparade.

* L i ch. 5. August. Gin seltenes Ratur­schauspiel, das allabendlich zahlreiche Zu­schauer anlockt, gewahrt man seit Samstag In unserer Stadt. Da- Dach unserer Marien- stiftskirche trägt seit einigen Jahren ein S t o r ch n e st, in dem in diesem Jahre das Etorchenpaar vier Junge ausgezogen hat. 3m Samstagabend gab es mit einemmal Besuch bei der Licher Storchenfamilie. Zahl­reiche weitere Störche trafen ein und nahmen auf dem langen Dachfirst der Kirche Aufstel­lung für die Rächt. Die stattliche Zahl von 2 4 Störchen konnte festgestellt werden. Mit Ein­bruch der Dunkelheit konnte man die Gäste nur noch als schwarze Punkte auf dem hohen Dache erkennen, aber ab und zu noch ein vereinzeltes Geklapper vor dem .Einschlafen" vernehmen. Am Sonntagmorgen, als der Tag graute, war die Schlafstätte wieder verlassen. Dieses interessante Raturschauspiel hat sich nun allabendlich wieder­holt, heute zum viertenmal. Immer die gleiche Zahl der Storche, die immer in der gleichen Anordnung und in bewundernswerter Ordnung die Schlafplätze einnehmen. In ganz regelmäßi­gen Abständen die 2 Meter scheinen mit der Schnur gemessen steben die klugen Tiere, alle mit dem Gesicht nach der Stadtseite, regungslos auf dem langen Dachfirst: die einheitliche Linie wird nur unterbrochen durch den einen Schlaf­gast, der auf der Kuppel des Glockentürmchens über den andern thront und sich diesen Platz auch nicht nehmen läßt. Auffallend ist. daß sich die Zahl der Kirchdachsgäste jeden Abend gleich­geblieben ist. Als gestern zwei weitere Besucher sich in die Storchenfront einreihen wollten, gab es einen heftigen Kampf um die Plätze, und die beidenEindringlinge" wurden nicht in das Massenquartier ausgenommen und muhten sich auf hochragenden Dächern der Rachbarschaft'mit , Einzelquartieren" für die Rächt begnügen. Tagsüber halten sich die Tiere in dem großen Wiesengrund nach Rieder-Dessingen zu auf. Das Abendbild auf dem Kirchdache ist so schön und in seiner Eigenartigkeit so selten, daß es un- bebingt photographisch festgehal ten werden müßte, um es so einem größeren Kreis von Raturfreunden vermitteln au können. Wie das Raturschauspiel zu erklären ist, mühten sach­kundige Dogelforscher entscheiden. Anzunehmen ist aber, dah es sich schon um Vorbereitungen für die große Sammlung zur Reise nach dem Süden handelt.

Aus der provinzialbauptstad»

Gießen, den 7. August 1930.

Oaö Schlafzimmer.

Don Dr. med Gurt ttayser.

Zum Schlafzimmer soll man möglichst den größ­ten und ruhigsten Raum der Wohnung wählen und daraus bedacht fein, in einem Schlafzimmer nicht zu viele Menschen unlerzubringen. Man richte gegebenenfalls für die Familien­mitglieder mehrere Schlafzimmer ein und scheue nicht davor zurück, auch die .gute Stube" au opfern für eine zeitweilige Benutzung als Schlaf caum

Es braucht wohl hier nicht betont zu werden, daß jeder Mensch sein eigenes Bett haben muh. Leider ist diel« Grundforderung aller Hy- gicnc noch nicht allenthalben erfüllt. Die Bett­stelle soll gerade, glatte Linien zeigen, die sich leicht von Staub reinigen lassen. Besonders zweck­mäßig ist eine Bettstelle aus Metall, weil sie neben bequemer Reinigungsmöglichkeit das Ein- nisten von Ungeziefer unmöglich macht. Die M a - trotze sei mehrteilig, leicht herausnehmbar und hort Letzteres ist besonders für den Säugling und das Kleinkind von Bedeutung, weil durch die harte Matratze die Wirbelsäule eirtc feste Hnterlage bekommt und so der Möglichkeit einer Wirbelfäulenverkrümmung vorgebeugt wird

Eine Hnsitte ist es. das Bett mit einem großen Dau von Federbetten aukufüllen, wie das leider^ auf dem Lande noch häufig üblich ist. Solche Heberfüllung mit Beiten verhindert ge­nügenden Luftzutritt, begünstigt die Schweihbil- dung und schafft künstlich eine Erkältungsgefahr.

Für den gesunden, jugendlichen Mensch-n ist es hygienisch richtig, sich möglichst nur mit einer wollenen Decke oder Steppdecke, im Winter allen­falls noch außerdem mit einem Plumeau zuzu­decken Auch soll man ein flaches hartes Kopf­kissen benutzen. Aus gesundhe'lichen Gründen sorge man dafür, dah zum Füllen von Betten und Kissen nur gereinigte Bettsedem oder entkeimte Watte benutzt wird.

Reinliche, möglichst oft gewechselte Bettwäsche ist ein hygienisch ebenso dringendes Erfordernis, wie daS tägliche AuSlüften des Bett- inhaltS. Dabei machen viele Hausfrauen den Fehler, daß sie das Bettzeug hoch aufeinander geschichtet ins Fenster legen. Die Betten müssen vielmehr beim Auslüften frei liegen oder stehen, um so von allen Seiten Luft und Sonne Zutritt zu gewähren. Für das Auslüften der Betten genügt im allgemeinen ein Zeitraum von etwa einer Stunde. Allzuviel Klopsen der Betten ist unzweckmäßig, da Dettfedern wie Roßhaar dabei nur zerklopft werden und Staub in sich ausneh­men. Empfehlenswert ist dagegen ein häufigere- feuchtes Abbürsten, sowie das Auslockern der Matratze und Polster, wenn man nicht mit dem hygienisch einwandfreien Staubsauger die Reini­gung vorzunehrnen in der Lage ift Heberhaupt verdient die tägliche Reinigung des Schlafzimmers besonder« hygienische Sorgfalt. Der Staub des Fußbodens darf nur feucht, am besten mit feuchtem Tuche, aufgenommen werden. Als Fuhbodenbelag wähle man möglichst Lino­leum, daS leicht zu reinigen ist und bakterien­tötend wirkt

Die Temperatur de- Schlafraums soll im allgemeinen 10 bis 14 Grad Celsius nicht über- aber auch nicht unterschreiten. Wer zu rheuma­tischen oder katarrhalischen Erkrankungen neigt, wird gut tun, die Temperatur seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen und zur Vermeidung von Erkältungen, speziell von Schulterrheumatis- mus u. dgl., im Bett eine wollene Schlasjacke an- -uziehen. Am gesündesten ist das Schlafen in gänzlich ungeheizten Räumen.

Die Frage, ob man bei offenem Fen­ster schlafen soll, läßt sich allgemeingültig nicht beantworten. Zunächst ist dafür die Außen­temperatur maßgebend. Liegt sie unter Rull, so wird man mit dem Offenheiten der Fenster während der Rächt vorsichtig sein müssen. Im Sommer sind die Fenster nachls jedenfalls ge­öffnet zu halten: denn reine, frische Luft ist das. was unser Körper während der Rachtzeit zur Vorbereitung auf den kommenden Tag unbedingt braucht.

Schließlich seien noch zwei H n f i t te n gerügt: das Rauchen und das Lesen im Bett. Erste­res bedeutet Feuersgefahr und trägt natürlich auch zur Luftverschlechterung bei. Das Ldsen im Bett ist vielen Menschen Bedürfnis, sie vermeinen dadurch leichter und besser einschlafen zu können. Im Einzelsalle mag das gelegentlich zutreffen, zumal, wenn es sich um keine aufregende Lektüre handelt. Indessen vom gesundheitlichen Stand­punkt aus ist das Lesen im Bett nicht zu emp­fehlen. da man beim Lesen in liegender Stellung den Augen unbedingt schadet.

Lehrer Wilhelm Fritzel t-

Am Dienstagoorrnittag verstarb in Füssen (All­gäu), wo er sich mit seiner Gattin zur Erholung aufhielt, der Lehrer i. 9t. Wilhelm Fritzel von hier im 69. Lebensjahre an den Folgen eines Schlag, anfalles. Der Heimgegangene wurde bei bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit von einem schweren Schlaganfall betroffen, dem nach mehr- tägigem Krankenlager der Tod folgte. Lehrer Fritzel, ein Mann von edlem Charakter und großer Güte sowohl für die Kinder, die während feiner Dienstzeit ihm anvertraut waren, wie auch für alle Personen seines großen Bekanntenkreises und darüber hinaus, trat im öffentlichen Leben be­sonders durch feine Tätigkeit als langjähriger erster Vorsitzender des Gießener Tierfchutzocrcins hervor. Alle Tierschutzbestrebungen in Stadt und Land hatten in ihm stets einen arbeitsfreudigen und opferbereiten Förderer, der zum Schutze der Tiere alle Möglichkeiten nützte, die für diesen Zweck Er- folg versprachen. Er war dabei bestrebt, vor allem erzieherisch und in veredelndem Sinne auf seine Mitmenschen zum Schutze des Tieres einzuwirken, er scheute sich aber auch nicht, mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit gegen unverbesserliche Tier­quälerei aufzutreten und, so ungern er bei feinem gütigen Wesen es tat, gegebenenfalls auch die Machtmittel der Polizei gegen Tierquälerei in An-