Ausgabe 
7.7.1930
 
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General-Anzeiger für Oberhessen

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Ur. 156 Erster Blaff 180. Zahrgang Montag, 7. Juli 1930

Gietzener Anzeiger

Das Mainzer Erinnerungsmal für Stresemann.

Die Feier der Grundsteinlegung am befreiten Rhein. - Minister Scholz spricht über Stresemann und den Rhein.

Mainz, 6. 3ult Die Stadt Mainz trägt fest­lichen Schmuck. Roch lebt der Geist der De- freiungSfeier im rheinischen Doll und bei den nach Tausenden zahlenden Gästen, die kamen, um die Grundsteinlegung des ©rinne« rungsmals für Gustav Stresemann durch eine einfache aber würdige Feier zu be­gehen. Umrahmt war der Festakt durch ein umfassendes Programm, dem vor allem die Huldigungsfahrt zum freien deut­schen Rhein des ADAC sein Gepräge gab. Schon der SamStag wurde durch eine akademische DcsreiungSfeier festlich begangen, die ihren Höhe­punkt in dem F e st s p i e lFrei der Rhein" von dem Mainzer Dichter Linkenbach, fand. Gin freudiges Bild bot am Sonntagvormittag der in besonders niedrigem Flug langsam den Rhein entlang fliegendeGraf Zeppelin", der, von Köln kommend, seinen Dank durch Uebersliegen des künftigen Standortes des Strefemann-Denkmals bezeugte.

Bei der Grundsteinlegung bemerkte man u. a. Botschafter Frciherrn Langwerth von Simmern, Landeskommissar Geheimerat Dr. U f i n g e r, Provinzialdirektor Dr. Wehner. Oberbürgermeister Dr. K ü l b, Handelskammer- Präsident Christian Scholz, Domdekan May und als Vertreter der Familie Wolfgang Stresemann.

Pünktlich um 12 Uhr wurde die Feier mit dem Riederländischen Dankgebet eröffnet. Dann hielt der Vorsitzende der Deutschen Dolkspartei

Reichsministef a. O. £>r. Scholz

eine eindrucksvolle Gedächtnisrede, in der er den jahrhundertlangen Kampf um den Rhein schilderte und betonte, daß fein Strom so innig mit deutschem Wesen, deutschem Streben und deutscher Kunst verwachsen sei wie der Rhein. Der Redner erinnerte an die schweren Leiden, die die Bevölkerung des Rheinlandes seit 1919 zu erdulden gehabt. Mit der Erinnerung an bie erduldeten Leiden werde auch das Gedächtnis jenes Mannes lebendig bleiben, der die Er­lösung brachte: Gustav Stresemann. dem ein tragisches Geschick es verwehrt hat. die Freiheit des Rheines selbst schauen zu können. Der Redner würdigte dann Stresemann als Staatsmann groszen Formats und als eine im höchsten Sinne künstlerische Persönlichkeit. Er gedachte der vaterländischen Begeisterung und der Fröhlichkeit seines fast rheinischen Tempe­raments und fand zu Herzen gehende Worte für den treuen Freund, den guten Kameraden und unermüdlichen Mitarbeiter. Dann weihte er den Grundstein

der Freiheil der Rheinlande, der Gröhe des Vaterlandes, der Erinnerung an Gustav Stresemann.

Während die Flaggen auf Halbmast sanken und die Fahnen sich neigten, erklang das Lied 2lm Brunnen vor dem Tore". Dann wurde die Urkunde verlesen. Während des Verlötens und Einmauerns der Kapsel trug Fräulein Ria G i n- ster auS Frankfurt a. M. einen der Erinnerung an Stresemann gewidmeten Weihegesang vor. Oberbürgermeister Dr. K ü l b erinnerte in seiner Ansprache daran, daß Mainz wohl am schwersten gelitten und daher einen Anspruch haben dürfte, as erste Denkmal des Befreiers in seinen Mauern zu bergen. Er gelobte, das Denk­mal immer treu behüten und in Ehren halten au wollen. Sein Hoch galt dem heißgeliebten: deutschen Vaterland. Aus 'Tausenden von Kehlen erscholl begeistert das Deutschlandlied, während die Fahnen sich grüßend senkten und die Schlä­ger der Studenten klirrten. Manch sinnvolles Wort begleitete die Hammerschläge auf den Grundstein, indes die Musikkapelle Stresemanns zweites LieblingsliedBrüder reicht die Hand zum Bunde" spielte. Alnb bald war der Grund- stein unter einer Lieberfülle von Blumen und Kränzen begraben.

Befreiungsfeier in Kehl.

Wirth spricht über die geschichtliche Ans. gäbe der Alemannen.

Kehl, 6. 3uli. (WTB.) Die Stadt Kehl und das Hanauer Land feierten beute den Tag ihrer Befreiung von französischer Besetzung. 3n geschlossenem Zug marschierten die Teilnehmer am Rachmittag zum ehemaligen Exerzierplatz hin­aus, wo angesichts des Straßburger Münsters die eindrucksvolle Feier ftattfanb.

gesamte b a di sche Staatsregierung war anwesend, ferner als Vertreter der Reichs» regterung Reichsinnenmitrister Dr. Wirth, die Oberbürgermeister der badischen Großstädte und

Rektoren der vier badischen Hochschulen.

Rach einer mit stürmischem Beifall aufgenom­menen Rede des Staatspräsidenten überbrachte ireichsinnenminister Or. Wirth die Grüße der Reichsregierung. Dr. Wirth führte sodann u. a. aus: Es ist mir eine Freude als stammverwandter Alemanne in dieser geschichtlichen Stunde in diesem befreiten Ale- mannenge&iet zu weilen und an dieser Defrei- ungsseier teilzunehmen. Der Weg zu diesem Tag war ein schwieriger und steiniger. Wir denken

heute an jene furchtbaren Qualen, die die Vor­kämpfer der Defreiungspolitik erdulden mußten. Sie haben ihre Gesundheit und auch ihr Leben eingesetzt von Friedrich Ebert, dem ersten Reichspräsidenten, über Erzberger und Ra­th e n a u hin bis zu dem Manne, der 5 Fahre lang im Auswärtigen Amte diese Stunde vor­bereitete, und der nicht müde wurde, alles daran au sehen, um mit Frankreich zu einer Ver­ständigung zu gelangen: Dr. Gustav Streue­rn a n n. Wir haben unser Ziel klar erkannt, und wir haben es erreicht,.weil wir ein klares Ziel und weil wir die Masse des deutschen Volkes hinter uns hatten. Wir werden diesen Weg weiter gehen, weil wir uns klar sind, daß das deutsche Volk heute noch ein Volk

minderen Rechtes ist. Gerade uns badischen Alemannen aber gibt das Schicksal eine Auf­gabe. Sind wir n>cht Brüder eines Stammes mit den Alemannen des Elsaß, mit den Ale­mannen der Schweiz, mit den Ale­mannen des Vorarlbergs. Daraus erwächst uns badischen Alemannen eine geschichtliche Sen- dung. Wir müssen einmal für das Deutsche Reich einstehen, wir werden aber darüber hinaus das große Ziel verfolgen, die ftaatenDerbin- de n de Drücke in Europa zu werden. Das ist ein großes Ziel und uns als Lebensaufgabe gestellt. Wolle Gott das deutsche Volk segnen und führen zur Freiheit und wieder zu neuem Glück.

Frankreich in Sorge um seine Schützlinge.

Vorstellungen Briandö bei Botschafter von Hoesch. Paris sorgt sich um die rheinischen Separatisten.

Paris, 5. Juli. (IDIB.) Die Agentur havas teilt mit, Außenminister Briand habe gestern mit dem deutschen Botschafter von hoesch über die von der Presse berichteten Zwischenfälle und Störungen der Ordnung gesprochen, die nach dem Abzug der B e s a h u n g s t r u p- p e n in gewissen Städten des Rheinlandes vor­gekommen feien. Sie stünden im Gegensatz zu den Vereinbarungen, die die alliierten und deutschen Be­hörden getroffen hätten, um allen Repressa­lien gegen die Personen vorzubeugen, die zum Befahungskorps in Beziehun­gen gestanden hätten. Briand habe anderseits die Konsularbehörden angewiesen, ihm sehr genau über die von der deutschen und französischen presse gemeldeten Tatsachen zu unterrichten.

Wie der Pariser Berichterstatter des WTB. hierzu erfährt, ist in der Tal im Laufe der gestrigen Unter­redung zwischen dem deutschen Botschafter und Außenminister Briand auch über die Uebergrisfe im geräumten Gebiet gesprochen worden, und zwar in der Weise, daß Außenminister Briand fein Be­bauern darüber zum Ausdruck brachte, daß nach der reibungslosen und torretten Abwicklung der Räu­mung nunmehr unliebsame Zwischenfälle ftattgefun- den hätten, die geeignet feien, die öffentliche Mei­nung zu erregen.

Frankreich vermißt die moralische Abrüstung.

Paris, 7.3uli. (Tel.Un.) Der französische 3ustizminister hielt in Lencloitre in West­frankreich eine Rede, in der er besonders un­terstrich, daß die Unterzeichnung des Friedens­vertrages noch nicht das Ende der durch den Krieg hervorgerusenen Umwälzungen be­deute. Frankreich hätte von feinem ehemaligen Feind, wenn auch keine besondere Anerken­nung, so doch durch sein Benehmen eine Geste erwartet, die der sranzösischenLoy- alität entsprochen habe. 3m Gegensatz dazu habe .man Kundgebungen gegen Frankreich ver­anstaltet. Dies beweise, daß pie moralische Abrüstung noch nicht überall durch- geführt sei. Die Liquidierung der Vergangenheit sei zwölf 3ahre nach dem Kriege noch nicht beendet. Frankreich habe nichts zu versäumen, was für die Auf­rechterhaltung seiner Sicherheit notwendig sei. Diese Sicherheit müsse durch ein genügend starkes Heer gewährleistet sein.

Echo der presse.

Unbegründete Cinmischnng in innerdeutsche Angelegenheiten.

Berlin, 6.3uli. (TU.) Zu der Beschwerde Driands wegen der Separatistenverfolgungen neh­men eine Reihe Berliner Blätter ausführlich Stellung. DieGermania" (Zentrum) sagt, es wäre im 3nteresse der mit der Rhein­landräumung stimmungsmäßig verbesserten deutsch-französischen Beziehung nur zu bedauern, wenn sich die französische Regierung ernstlich mit der Absicht trage, eine offizielle Demarche zu unternehmen. Der Sache selbst würde die Ein­mischung Frankreichs sicher mehr schaden als nützen. DieD. A Z." (volksparteil.) weist darauf hin, daß die französische Regierung selbstverständlich nach der Art der getroffenen Abmachungen keinerlei Recht habe, wegen der Mißhandlung der Separatisten Beschwerde zu führen. Die Regierung habe alles getan, um derartige Uebergriffe der empörten Bevölkerung zu verhindern. Herrn Briand scheine nicht recht zum Bewußtsein gekommen zu sein, daß er den Separatisten einen Bärendienst er­liefen habe: er habe sie durch seinen diploma­tischen Schritt noch einmal offiziell und amtlich vor dem deutschen Volk als Französlinge gebranbmartt DieDeutsche Ta­

geszeitung" (Landbund) weist ebenfalls dar­auf hin, daß jede Rechtsgrundlage für den Schritt Frankreichs fehle. Die deutschen Lokalbehörden am Rhein hätten pflichtgemäß alles ge­tan, um die Separatisten zu schützen. Frank­reich solle sich lieber der Zeit erinnern, als es im Vollbesitz der militärischen Gewalt nicht nur nichts tat, um das wehrlose Rhein- volk gegen die Schandtaten der Ab­trünnigen zu schützen, sondern darüber hinaus mit dem Gesindel einen Pakt schlo ß und seine angeblich politischen, aber nach Räuber- und Mordbubenart ausgeführten Aktionen unterstützte. Die deutschnatl. Kreuz-Zeitung" stellt fest, daß die Hal­tung Briands dem Geist der Versöhnung schroff widerspreche, und daß die deutsch-französischen Beziehungen von Paris aus erneut einer schweren Belastung ausgesetzt worden seien. Die volkskonservativeBörsen Zei­tung" betont, es müsse von deutscher Seite sehr energisch festgestellt werden, daß die Aus­schreitungen gegen die Separatisten eine spon­tane Aeußerung eines sehr berech­tigten Dolksunwillens gewesen seien, und daß es sich um Gefühlsregungen handle, die weder durch Paragraphen noch durch Proteste eingedämmt werden könnten. Der sozialdemo­kratischeVorwärts" bedauert, daß durch die Vorfälle in Kaiserslautern, Mainz und Wies­baden Briand das Mittel an die Hand gegeben worden sei, Deutschland wieder einer Vertrags­verletzung zu bezichtigen. Die demokratische D o s s i s ch e Zeitung" schreibt, die Masse der rheinischen Bevölkerung oder gar des deut­schen Volkes dürfe für die Ausschreitungen nicht verantwortlich gemacht werden. Die große Mehr­heit der Ration rücke entschieden von den Oeuten ab, die die lleberfälle und Plünderungen orga­nisiert und durchgeführt hätten. 3hr Verhalten sei des deutschen Ramens unwürdig.

Am Pranger.

Italienische Kritik am rheinischen Separatismus.

Rom, 5.3uli. ($U.) Unter der Überschrift -Die rheinischen Separatisten am Pranger", be­saßt sich derT e b e r e mit den Hcberbleibfeln der Separatisten im Rheinland, die nach dem bewunderungswürdigen Widerstand gegen den Poincarsschen Einbruch in das Ruhrgebiet in den Augen des italienischen Volkes nichts weiter waren als elende menschliche Ueberrefte ober lebende Leichen. Man hätte sie ohne Gefahr für die Zukunft schonen können, aber die spontane Gegenbewegung sei eben stärker gewesen als jedes menschliche Mitleid. Das Volk zitterte in feiner Ohnmacht gegenüber den Bedrückern, die, alle heiligen Gesetze vergessend, den Siegerbataillonen jede Gewalttat gegen eine Bevölkerung von alter Kultur gestatteten. Die Separatisten aber pak­tierten mit dem tausendjährigen Feind, nahmen von den Desatzungstruppen Unterstützungen an und kompromittierten die Einigkeit des deutschen Volkes. Sie vertraten keine 3dee und daher senkt sich auch kein Mitleid über ihre Gräber. 3n ihren unseligen Versuchen war nichts Edles. Das Werk Bismarcks erstrahlt auf weite Sicht nicht so sehr wegen des Sieges bei Sedan und wegen des Frankfurter Friedens als weil damals die un­erschütterliche Grundlage eines einigen Deutsch­lands gelegt wurde. Versailles war zusammen mit der Rheinlandbesatzung die Feuerprobe. Pufferstaaten sind undenkbar und mit der Zeit wird sich die Auferlegung einer ent­militarisierten Zone durch die Friedensverträge als unwirksam und sinnlos erweisen.

Graf Zeppelin" begrüßt das befreite Rheinland

Friedrichshafen, 6.3idL (WTD.) Das Luftschiff®raf Zeppelin" ist am SamStag um 22.30 Alfjr, nachdem der Start infolge Gewitters um etwa eineinhalb Stunden verschoben worden war, zu seiner Fahrt nach Köln unter Füh­rung von Dr. Eckener aufgeftiegen. Dir Fahrt ging über Freiburg am Rheinstrom entlang über Mannheim nach Köln, wo eS <un Sonntaavormittag früh um 7 Uhr glatt landete. Rach einem Aufenthalt von 22 Minuten ftieg das Luftschiff zum Rheinlandbefreiungsflug auf und verschwand nach einer großen Schleifen­fahrt über der Stadt In westlicher Richtung. K oblenz wurde 9,15 Uhr passiert, Bad Em S eine Viertelstunde später, Wiesbaden und Mainz gegen 11 Uhr, um 13.35 Uhr wurde über den östlichen Moselbergen von Trier sichtbar. Rach mehreren Schleifen nahm es nord­westlichen Kurs auf Aachen, das punkt 15 Uhr in niedrigem Fluge pcrssiqrt wurde.

Um 17.20 Uhr erschienGraf Zeppelin" von Rorden kommend wieder über dem Kölner Flug­hafen Dutzweilerhof und war zehn Minuten später glatt gelandet. Kaum waren die Halte­taue ergriffen, da erschien aus Düsseldorf kom­mend der andere Luftriese, das Flugzeug D. 2 0 0 0 , das den großen Bruder umkreiste. Reichsminister von Guerard und Oberbür­germeister Dr. Adenauer hatten sich zur Be­grüßung eingefunden. Rachdem der Passagier­wechsel vorgenommen worden war, tratGras Zeppelin" kurz nach 18 Uhr die Rückfahrt nach Friedrichshafen an.

Der Rheinland-Iesreiimgsflug.

K öl n , 5. Juli. (WTB.) Heute früh starteten auf dem Kölner Flughafen Butzweilerhof die aus Anlaß der Räumung des Rheinlandes aus allen Teilen des Reiches hier eingetroffenen Sports lug- zeuge zum Rheinland-Befreiungsflug in Anwesen­heit von Oberprafident Dr. Fuchs, sowie zahlreicher Vertreter der deutschen Luftfahrtgesellschaften. Kurz noch 8 Uhr stiegen am Aachener Tor mehrere Frei­ballons zu einem Wettbewerb auf. Der Start des größten deutschen UeberlandslugzeugesD 2000" war für 9.50 Uhr angeseht. Der Flug derD 2000" ging über Bonn und Koblenz nach Wiesbaden, der Weiterflug von Wiesbaden über Kaiserslautern und Trier nach Bonn.

Kurz vor 14 Uhr zog ein schweres Unwetter über Trier hinweg, das den Beginn der An­kunft der Befreiungsflieger zu stö­ren drohte. Kurz vor 15 Uhr Härte sich aber ber Himmel auf unb bei strahlendem Sonnen­schein nahte auch schon das Großflugzeug D 2000 in majestätischem Fluge. Leider erlaubten ihm öie Bodenverhältnisse auf dem Exerzierplatz keine Landung. Kurz nach 15 Uhr trafen dann bie ersten Flugzeuge, teils in Geschwabern, teilÄ in längeren Zwischenräumen ein. Die Teilneh­mer am Defreiungsflug haben in Trier pro­grammäßig übernachtet unb am Sonntag früh ab 7.30 Uhr gestartet. Die Flugzeuge mußten um 14 Uhr in Düsseldorf sein. Dort ftaj- teten sie bann zu einem 50-Kilometerrennen. Das Rennen führte über eine burch Wendemar­ken festgelegte Strecke. Die Landung in Köln mußte spätestens 50 Minuten nach dem Start erfolgen. Damit hat der Rheinlandflug sein Ende erreicht. Eine Maschine hatte bei der planmäßigen Zwischenlandung in Aachen wegen CBrud) des Fahrgestells den Weiterflug aufge­ben müssen. Die übrigen Flieger haben die Etappe AachenEssenDüsseldorfKöln absol­viert.

Große Saarkundgebung in Trier.

Ter Bund der Saarvereine fordert die Rückkehr zum Reich.

Trier, 6. 3uli. (WTB.) 3m Mittelpunkt der 10. 3ahreshauptversammlung des Bundes der Saarvereine stand eine große öffent­liche Kundgebung, die von mehreren tausend Eaargängem besucht war. Unter den Ehrengästen bemerkte man den Bischof von Trier Dr.D o r n e- wasser, den Oberpräsidenten der Rheinprovinz Dr. Fuchs, den Ehrenpräsidenten des Bundes der Saarvereine, Kommerzienrat Röchling. Völklingen, und Oberbürgermeister Dr. Weiß, Saarbrücken. Der Vorsitzende des Bundes der Saarvereine. Senatspräsident A n d r e s, Frank­furt a. M., betonte, daß es feine Pflicht sei, den Stammesgenossen an der Saar Hilfe zu leisten, wo immer es nur möglich fei. Oberpräsident Dr. F u ch s hob die treudeutsche Haltung der Saar­bevölkerung feit der Abtrennung des Saargebiets hervor. Er überbrachte die Grüße der preußi­schen Staatsregierung unb fuhr fort: Deutsch- lanb wolle in Frieden leben, aber was nütze es, wenn nicht die Hemmnisse, des Frie­dens unb ber Völker Versöhnung beseitigt werben. Ein solches Hemmnis fei es, daß bas Saargebiet noch nicht mit bem deutschen Mutter­land vereinigt sei. Das Saargebiet könne nicht