von
Entwurf: Stadtbaurat Gravert.
Oie Lagt» im Luni
Durchgangsverkehr gestört und ist in sich abgeschlossen. Die beiden Räume für blutige und unblutige Operationen liegen aus dem westlichen Flügel und sind durch einen Sterilisationsrcrum miteinander verbunden. Wenige Schritte entfernt liegen die Werkstätten für Bandagisten und Gipsformer, daneben ein besonderes Laboratorium. Diese Werkstätten haben durch eine Wendeltreppe direkte Verbindung mit zwei weiteren Werkstätten im Kellergeschoß, in denen die geräuschvolleren Schmiede- und Schuhmacherarbeiten ausgeführt werden.
An die Operationsräume schließen sich das Chefarztzimmer mit Bibliothek und Privatsprechzimmern' an; danach folgt der Röntgenraum mit Dunkelkammer, der so gelegen ist, daß er sowohl von den Operations-, als auch von den Unter- suchungsräumen benutzt werden kann.
Sm Kellergeschoß liegen, den Programmforderungen entsprechend, auf der nordöstlichen Ecke die Küchenräume mit Vorratskammern und Kellern, daneben, zentral gelegen, die Räume der Heizung und daran anschließend Einzelräume
— Blick aus der Vogelschau.
sich abgetrennt und in seinem Organismus für sich abgeschlossen. , „ w .
Der vorläufige erste Bauabschnitt soll in seiner äußeren Gestaltung einen einfachen und gediegenen Eindruck machen und, um den Charakter der Sauberkeit und Helligkeit auch nach außen hin zu dokumentieren, in den gelblich weißen Klinkern der hiesigen Garlschen Tonwerke aufgeführt werden. Sm übrigen bildet in erster Linie die Grünbepflanzung, einmal in Form einer das Grundstück ringsum abschließenden Grünhecke, dann in Form von Rasenflächen und Blumenbeeten für die Erholung und schließlich auch in Form von Obstplantagen neben der möglichst reichen Verwendung von Glas auf der Sonnenseite der Gebäude das wichtigste Moment für die Erreichung des Zweckes:
die Krüppelkranken nicht allein durch die operative Behandlung, sondern auch durch die Er- holungsmöglichkeit in der frischen, sonnigen Luft des Gartens und in den ruhigen, Hellen und freundlichen Räumen der Krankenzimmer der baldigen Genesung zuzuführen.
wie die Ost grenze einmal die Geschichte Deutschlands beeinflussen würde, und wie stark die Anteilnahme der Frauen am Geschick dieser
für Heizer, Wärter, für Werkstattmaterialien u. a. Heber dem Operationsflügel liegt im ersten Obergeschoß die Wohnung des Chefarztes. Heber dem Hntersuchungsflügel liegen die Wohnräume für die Assistenten und Schwestern und in einem weiteren GeschlH die der Helferinnen und Hausmädchen.
So liegt der eigentliche Klinikbetrieb vollständig auf einer einzigen Geschoßhöhe, und keine Zwischenstufe, kein Aufzug und keine Rampe hindert eine schnelle Verbindung zwischen den einzelnen Flügeln. Seder ist dabei wieder klar in
Ostgrenze sein müßte.
Die Verleihung des Frauenstimmrechts erschien mir nicht nur als eine Frage des Rechts. Vielmehr verbunden mit der stärksten Verantwortung und Verpflichtung für das deutsche Volk wurde die Frage des Rechts zur Lebensfrage Denn nun mußten und dursten auch me Frauen bei all den großen Schicksalsfragen Mitarbeiten. So leben wir seit der Rationalvea> sammlung in der Spannung zwischen Staat und Volk einerseits und Vaterland und Volk andererseits. Die andere große Spannung im deutschen Leben ist die zwischen sozialem Leben und Einzelschicksal. Hier einen Ausgleich finden liegt in der Linie meiner Arbeit, die durch sozial« Tätigkeit danach strebt, mit dem gesamten Volksleben in enger Verbindung zu bleiben. Der politische Einfluß, den eine Frau in ihrem Wahlkreis, in der Fraktion, in den Ausschüssen besitzt, ist viel stärker gewesen als man annehmen sollte. Vielleicht liegt ein wesentliches Betätigungsfeld in der Schaffung einer neuen politischen Kultur, die ganz andere Formen politischer Bildung und politischer Beeinflussung von Menschen sucht. Denn unsere Zeit wird trotz aller Zivilisation, die laut und lärmend ist, in Ihren Tiefen doch von neuen geistigen Werten beeinflußt."
Oer Bau einer orthopädischen Klinik in Gießen
Don Stadtbaurat Graveri.
Mnistenalrätin Or. Gertrud Bäumer
Mitglied der Deutschen Demokrati chen Partei.
Mein Vater, in dem sich aber durch mütterliche Vorfahren rheinisches und tiroler Blut mischte, hatte eine ausgesprochene liberale Richtung. Hr- sprünglich evangelischer Geistlicher, quittierte er unter dem ersten liberalen preußischen Kulturminister Falk den Kirchendienst und war der erste weltliche Kreisschulinspektor, nachdem er schon immer gegen die geistliche Schulaufsicht gekämpft hatte. Meine Familie mütterlicherseits hingegen war durch jahrhundertealte Tradition streng konservativ gerichtet, noch heute ist der konservative Zusammenhalt außerordentlich stark in diesem Familienverbande, der dem Staat eine Reihe hoher Beamter und hoher Offiziere gestellt hat.
Da mein Vater starb, als ich neun Sabre alt war, und meine Mutter mit uns Kindern nach Pommern ins großelterliche Haus übersiedelte, kann die demokratische Reigung in mir bewußt nicht auf Vorbild des Vaters oder die Erinnerung an ihn zurückgeleitet werden. Es muh wohl mehr eine Aehnlichkeit der überkommenen Anlage sein, die es verursachte, daß ich mich von Kindheit an in dem streng konservativen Kreise der Familie irgendwie fremd fühlte. Sch wurde dann, mehr der Reigung, als der wirtschaftlichen Rötigung folgend, V o l k s s ch u l - lehrerin, kam nach Berlin und faßte sehr bald Wurzel in dem Kreis um Friedrich Raumann. Sch studierte und stellte mich sehr bald Helene Lange, der Vorkämpferin für die wissen- schaftlich-staatspolitische Bildung der Frau, zur Verfügung. Als wir Frauen im Sahre 1908 durch das Vereinsrecht endlich die Möglichkeit erhielten, uns politisch zu organisieren, trat ich der damaligen Freisinnigen Vereinigung bei. Sm Sahre 1912 wurde ich Redakteurin der Raumann- schen Hilfe. Sch bin also eine lange Reihe von Sahren schon in der mir vom _ Vater überkommenen politischen Richtung tätig — mein Hauptinteresse gilt den kulturpolitischen Fragen unserer Ration."
Reichsiagsabgeordnete Ciara Bohm-Gchuch
Mitglied der Sozialdemokratischen Partei.
„Wie ich in die Politik kam? Eigentlich bin ich hineingeboren worden. Vater und Mutter waren ganz freiheitlich gesinnte Menschen, die zu allen politischen Ereignissen aktiv Stellung nahmen. Vater war Vertrauensmann der Freisinnigen Partei in unserem kleinen Dorfe. Wirtschaftlich hatten die Eltern unter ihrem offenen politischen Bekenntnis schwer zu leiden."
Mit 17 Sahren kam ich nach Berlin; ich wollte in die kaufmännische Berufsbahn. Mittel standen nicht zur Verfügung, so arbeitete ich zunächst tagsüber in einer Bäckerei und besuchte den Abendunterricht bei einem Handelslehrer. Den Abschluß bildete ein dreimonatiger Tagekursus, den ich nur dadurch ermöglichen konnte, daß ich gegen sechs Stunden Hausarbeit — früh drei Stunden und abends drei Stunden, manchmal auch mehr — Hnterkunft in einer Familie fand. Der damalige kaufmännische Hilfsverein für weibliche Angestellte, dem ich beitrat, vermittelte mir die erste Stelle bei einer Buchdruckerei- und Verlagsfirma, in der ich vielseitige Möglichkeiten für meine Weiterbildung hatte. Durch meine Arbeit kam ich mit der Gesellschaft für ethische Kultur in Verbindung. Gleichzeitig lernte ich die Kreise kennen, die sich um eine neue Lebensreform durch Licht, Luft und vegetarische Ernährung bemühten. Meine Wohnung hatte ich bei einer Heimarbeiterin, einer Witwe mit zwei kleinen Kindern, die täglich im Durchschnitt 18 Stunden Hnterkleidung nähen muhte, um den nötigen Lebensbedarf zu schaffen. Sch verdiente ein dreiviertel Sahr lang 40 Mark im Monat und bezahlte 9 Mark für meine Schlafstelle; die restlichen 31 Mark muhten für Le- bunsunterhalt und Kulturbedürfnisse reichen. Sch sah die sozialen Hnterschiede nicht nur, sondern ich erlebte sie täglich. Das hat mich bewahrt, mich in den lebensreformerischen oder nur ethisch- geistigen Bestrebungen meiner Derufsumgebung zu verlieren. Smmer mehr strebte ich den sozialistischen Zielen zu, ohne zunächst die Form zu finden. Da lernte ich 1903 in einer sozialdemokratischen Wahlversammlung Ottilie Bader kennen und sie wies mir den Weg.
Wenn auch die parlamentarische Betätigung oftmals unbefriedigt läht, so hat doch die Entwicklung der letzten 10 Sahre gezeigt, dah die Mitarbeit der Frau an der Gesetzgebung im Sntereffe der Völkerverständigung und der sozialen und kulturellen Entwicklung nottoenbig ist. Sn meiner Fraktion ist ein gutes kameradschaftliches Zusammenwirken mit den männlichen Kollegen vorhanden, wodurch die Arbeit leichter und erfolgreicher wird. Der politische Kampf bringt viel Widerwärtigkeiten mit sich, doch für jeden, der den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft will, ist Stellungnahme in diesem Kampf eine Rotwendigkeit."
nach rechts zum Warteraum. Reben ihm liegt ein Schreibzimmer, in dem die Krankheitsakten vorbereitet werden, so dah sie, sobald der Kranke das Hntersuchungszimmer betritt, dem Arzt vorliegen. Die Hntersuchungszimmer für beide Geschlechter haben je drei Hntersuchungskabinen. Wenn der Hntersuchte die Klinik wieder verläht, muh er auf vorbezeichnetem Wege an den Verwaltungsräumen und am Pförtner Vorbeigehen, o dah jeder Eintritt und Fortgang eines De- uchers beobachtet werden kann.
Der Operationsteil der Klinik wird von keinem
Sn der Privatstation, die vorerst für zehn Betten vorgesehen ist, liegen einzeln oder zu zweit die Kranken in Räumen, die mit dem Hauptflur durch eine Schleuse als gesonderten Wasch- und Garderoberaum verbunden sind. Rach der Auhenseite, ebenfalls Südseite, haben sie einen doppelten Glasabschluh, zwischen dem Blumen wachsen sollen.
Außerdem sind hinreichend grohe Tagesräume vorhanden, ebenso die erforderlichen Bade-, Dusch- und Waschgelegenheiten und die übrigen Räume für Schwestern, Teeküchen usw.
Diejenigen Kranken, die die, Klinik zu einen Hntersuchung betreten, werden im Haupteingang, der am östlichen Zwischenflügel liegt, vom Pförtner in Empfang genommen und wenden sich
Die Sagd im Suni bedeutet für viele deutsche Säger den Höhepunkt des Sagdjahres., Denn Ende Mai — Anfang Suni geht in den meisten Ländern die Sagd auf den Rehbock auf, den zu erlegen für sie die Krone des Weidwerks bedeutet, wenn es ihnen nicht vergönnt ist, auf den König des deutschen Waldes, den edlen Hirsch, zu weidwerken. Manche Stunde hat der Säger im April und Mai schon draußen zugebracht, um seine Docke zu beobachten und zu bestätigen. Er hat sich bemüht, abschuhreife und Zukunftsböcke voneinander zu scheiden, und seinen Abschußplan danach gebildet. Run soll ihm der Lohn für seine Hegetätigkeit werden. Der Abschuß des Bockes soll planvoll erfolgen. Man kann nicht nur gute Böcke schießen und alles andere laufen lassen. Das geübte Sägerauge gehört dazu, um zu entscheiden, ob dieser oder jener Bock nicht eine Gefahr für die Qualität des Bestandes bedeuten. Solche Böcke, die wirklich schlecht veranlagt sind, die aus irgendeinem Grunde kümmern, gehören hinweg, bevor im 3uli das Rehwild in die Brunst tritt und solche Bocte ihre schlechten Anlagen vererben. Der gute Bock, besonders wenn er im Herzen des Reviers steht, hat Zeit. Shn sollte man erst zur Fortpflanzung kommen lassen. Einen solchen Abschuß wird aber immer nur der durchführen können, der auch zur jagdlosen Zeit immer wieder draußen war und seinen Bestand wirklich kennt. Der milde Winter scheint auf die Gehörnbildung günstig gewirkt zu haben, so daß berechtigte Aussicht auf gute Beutestücke besteht.
Die Ricken haben gesetzt. Den Kitzen drohen von tierischen Feinden, vor allem von Hunden und Menschen mancherlei Gefahren. Man sehe daher Blumensuchern, Beerenlesern usw. auf die Finger.
Heberall, wo Wald und Feld miteinander ad- wechseln, pflegt ein großer Seil des Rehbestandes im Laufe des Suni in die Getreidefelder auszuwechseln. Dort herrscht Ruhe, und die Stechmücken und sonstigen Plagegeister aus der Snsektenwelt des Waldes fehlen. Wenn einzelne Wiesen oder Kleeschläge in diese Felder eingesprengt sind, so ist es häufig möglich, den gesuchten, im Walde unsichtbar gewordenen roten Dock dort auf seine Decke zu legen, besonders wenn ein recht ergie
biges Gewitter hemiederging und die Getreidefelder triefen. _
Alles übrige Ruhwild hat Schonzeit. Das Alttier betreut fein Kalb, die Häsin hat irgendwo im Versteck ihr Restchen voll Sunghäschen. Die Ente hat ihr Gelege meist schon ausgebrütet. Auch unsere Wildhühner führen z. T. schon ihre Sungen oder brüten noch. Sst das Raubzeug in Gestalt von Hunden, Katzen, Krähen, Wieseln einigermaßen kurz gehalten worden, so verspricht die Riederjagd guten Erfolg. Eine besondere Gefahr stellen leider für alles SungtoUb Sense und Mähmaschine dar. Wie viele Rehkitze, Sunghasen, brütende Feldhühner und Fasanenhennen fallen ihnen leider zum Opfer! Es ist den Sagdberech- tigten dringend zu empfehlen, alles zu versuchen, um die Verluste herabzumindern, soweit dies möglich ist. Wenn es durch das Ausloben von Belohnungen für den Schuh eines Geleges z. B. gelingt, ein Rest vor dem Dermähen zu verwahren und der Henne die Möglichkeit zu geben, das Drutgeschäft ungestört zu Ende zu führen, so ist viel gewonnen.
Wenn Sungfüchse nicht auslaufen sollen, wird es Zeit, sie zu graben. Denn bald werden sie so weit sein, daß die Fähe sie in die Felder entführt, und dann ist es bis zu dem Ausem- anderlaufen des Geheckes nicht mehr weit.
Der Dachs hat in Hessen wieder Schutzzeit. Die Wälder unserer engeren Heimat beherbergen noch manchen alten Mutterbau und überall trifft man Grimbarts Wechsel, die Stellen wo er „gestochen" hat oder wo er in seltener Beharrlichkeit sich zu „erleichtern" pflegt. Der Dachs gilt als wichtigster Helfer des Sägers im Kampf gegen die Rachenbremsen, denen alljährlich Rehe und anderes Schalenwild in dachsarmen Revieren in größerer Zahl zum Opfer fallen. Anderseits ist nicht zu verkennen, dah er dort ein nicht gern gesehener Gast ist, wo man Fasanen hvchbnngen will. Denn er ist fein Verächter eines Geleges. Cs ist Sache des Sägers, das richtige Maß für fein Revier herauszufinden.
Als gutes Winterfutter für das Wild hat sich in harten Winter immer Laubheu, das im Schatten getrocknet war, bewährt. Gegen Ende des Monats ist die rechte Zeit zu seiner Gewinnung gekommen. Hubertus. ,
Dort, wo die Klinikstrahe sich teilt in he i Gaffkystrahe und Hhlandstraße, läuft bis zum । Aulweg ein Geländestreifen zwischen Freiligrath- i strotze und Körnerstrahe von etwa 75 Meier Breite. Dis vor wenigen Sahren sollte hier eine neue Kirche für den südlichen Stadtbezirk errichtet werden. Snzwischen wurde aber für diesen Zweck ein anderes Geländestück festgeleat, um die Geschlossenheit des neuen Klinikviertels nicht zu unterbrechen.
Das Gelände läuft in feiner Längsachse von Rorden nach Süden und hat den großen Rachteil, daß es nicht nach Süden, sondern nach Rorden abfällt und eine im Verhältnis zur Länge sehr geringe Breite hat. Den nördlichen Teil dieses Geländestreifens in einer Größe von etwa 6200 Quadratmeter hat die Stadt Gießen, das nach Süden anschließende Gelände in einer Größe von etwa 4000 Quadratmeter hat der hessische Staat dem Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel geschenkt, so daß für den ersten Bauabschnitt der Klinik einschließlich der erforderlichen Sport- und Erholungsflächen etwa 10 000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.
Die wichtigsten Gedanken nun, die für die Ausarbeitung des Entwurfes die Grundlage bildeten, find folgende:
Sn erster Linie soll eine klare Trennung her- beigeführt werden zwischen den einzelnen Zweckbauten, um auf diese Weise nicht allein in hygienischer und betriebswirtschaftlicher, sondern auch in baulicher Hinsicht das Beste erreichen zu können. Das heißt mit anderen Worten: die Räume für die Kranken sollen nicht in einem Gebäude liegen mit den Räumen der klinischen und ambulanten Behandlung, der Hauswirtschaftsräume und der Wohnungen, sondern mit Rücksicht auf die Kranken soll weitestgehend für ruhige und auch für sonnige Räume gesorgt werden. Es soll die Möglichkeit bestehen, auch die bettlägerigen Kranken ins Grüne bringen zu können und nicht auf Terrassen, deren Baukosten in keinem Verhältnis zum Rutzefsekt stehen. Für die bewegungsfähigen Kranken soll die Möglichkeit der sportlichen Betätigung im Freien vorhanden fein, ohne daß sie lange Wege über Flure und Treppenhäuser zurücklegen müssen.
Die eigentlichen Behandlungsräume sollen aber auch wieder so gelegen sein, daß sie mit den Krankenräumen eine schnelle Verbindung Herstellen, ohne dah für den Transport von Fronten Auszüge nötig werden. Anderseits müssen mit den Behandlungsräumen die Werkstätten in möglichst enger Verbindung stehen. Die Derwaltungs- räume sind so anzuorkmen, dah sie zentral liegen für den gesamten Hausbetrieb und eine leichte Heberwachung des Auhenverkehrs gestatten. Die Küchenwirtschaftsräume sollen günstige Lage zur Himmelsrichtung haben, damit eine Belästigung der Baulichkeiten durch Küchengerüche t>ermieben wird.
Die Wohnräume für den Chefarzt, die Assistenten Schwestern, Helferinnen und Mädchen schließlich sollen ebenfalls nicht vom eigentlichen Klinikverkehr gestört werden und außerdem gute Sonnenlage erhalten. Aus städtebaulichen Grün- ben ist außerdem auf einen günstigen Abschluß der Klinikstrahe Wert zu legen.
Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte hat sich im Laufe der einzelnen Entwurfsstadien eine Lösung ergeben, die in der Hauptsache zwei grohe Baukomplexe vorsieht: in der Achse der Klinikstrahe den Behandlungsbau mit den Küchenräumen, der Heizung, einem Teil der Werkstätten usw. im Kellergeschoh; den VerwaltungsräuMen und den Räumen für klinische oder ambulante Behandlung im Erdgeschoß und den Wohnungen in den Obergeschossen. Als zweiten Teil einen etwa 70 Meter langen Krankenflügel für etwa 66 Betten.
Tritt ein weiterer Bedarf nach Krankenräumen ein, so sind die Behandlungsräume in ihren Ausmaßen schon jetzt so vorgesehen, daß eine eigentliche Erweiterung nicht mehr in Frage kommt, während an den Krankenslügel zwei weitere (immer im Abstand von etwa 20 Meter) mit geringen Baumitteln angeschlossen werden können. Die Verbindung zwischen dem Dehand- lungäflügel und dem Krankenslügel des ersten Bauabschnittes wird zunächst durch einenQuer- flügel hergestellt, in dem der Turnsaal liegt; ein weiterer Querflügel soll später den Hörsaal mit den erforderlichen Rebenräumen aufnehmen. Der so umschlossene Hof von etwa 450 Quadratmeter Fläche ist der eigentliche Turnhof, in dem in Verbindung mit der Turnhalle Bewegungs- Übungen ausgeführt werden können.
Der Dehandlungsflügel ist unterkellert und hat über sich zwei weitere Geschosse. Außerdem ist der Trakt, der in der Achse der Klinikstrahe liegt, noch um ein weiteres Geschoß erhöht worden, um den geforderten Abschluß besonders zu betonen. Alle anderen Baulichkeiten sind eingeschossig und nur so weit unterkellert, als Räum« für die Hnterbringung der Heizungs- und Kanalisationsrohre notwendig sind.
Sm einzelnen wäre zu den verschiedenen Räumen folgendes zu sagen: die Krankenräume zeigen als charakteristisches Merkmal die völlige Oeffnung der Südostwand unter einem weit ausladenden Vordach. Die Räume stehen so unter der vollen Wirkung der Sonne vom frühen Morgen bis zum Mittag, während die drückende Rachmittagssonne die Gebäude nur noch streift. Große Schiebefensteröffnungen geben die Möglichkeit, sich den Außentemperaturen durch entsprechende Oeffnung der einzelnen Flügel anzu- passen. Die sechs Meter tiefen Räume der einzelnen Stationen schauen direkt ins Grüne, so daß auch den Kranken, die im Zimmer bleiben müssen, jederzeit ein angenehmer Ausblick bleibt.
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