Aus der Provinzialhauptfiavt.
Gießen, den 7. 3unl 1930.
Pfingsten.
3m ersten Zeitalter der christlichen Kirche machte sich in den Christengemeinden, die sich hin und her in Kleinasien und Griechenland gebildet hatten, eine seltsame Bewegung geltend. Ekstasi- sches, Schwärmerisches. Visionäre- trat zutage. Bei Verkündigungen der Sendboten Christi fiel plötzlich der Heilige Geist auf solche, die seither 3uden oder Heiden gewesen waren. Einzelne Christen redeten in ihren gotte-dienstlichen Versammlungen in .Zungen", was ihre Glaubensgenossen nicht verstanden und waS besonderer Deutung bedurfte. 3n diese Bewegung ist auch PauluS hineingezogen worden. Als er ein Christ geworden war, ergriff ihn da- so mächtig, daß er. nach seiner Darstellung in dem zweiten Briefe an die Korinther, entzückt ward bis in den dritten Himmel. Er .hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch aussprechen kann". Der Apostel selbst deutet an, daß es sich hierbei um visionäre Erscheinungen gehandelt habe, er spricht von sich sp der dritten Person und sagt: „3ft er in dem Leibe gewesen, so weih ich es nicht, oder ist er auher dem ßeibe gewesen, so weih ich es auch nicht". Damals bestand für ihn nach feine« späteren Angabe die Gefahr, daß er wegen dieser hohen Offenbarungen hochmütig würde, aber, so schreibt er in erschütternder Bildersprache: .Auf dah ich mich nicht der hohen Offenbarungen überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage." Man glaubt ein Gemälde des niederländischen Künstlers, der der .Höllenbrueghel" fenannt wird, zu sehen, wenn man diese- Wort isst, das auf schwere Leiden, schwere seelische Kämpfe hindeutet. Es war so, dah das Reu«, da- durch den Glauben an 3esus über diese Menschen kam, so stark auf sie einwirkte. dah sie sich zuerst gar nicht fassen konnten und dah ihr Gefühlsleben mächtig erregt war.
Doch bald ebbte der brausende Strom in wohlgeordnete Rinnsale ein, hauptsächlich durch das aeistesmächtige, besonnene Wirken des Apostel- PauluS. Er ist der Gesch.chtSschreiber und zugleich der Dogmatiker des Heiligen Geistes. Heiliger Geist, so lehrt er, ist da, wo 3esus eine Men- schenseele ersaht hat, die Frucht dieses Geiste- ist Liebe, Freude. Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit. Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Gott hat den Seinen nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Deist der Kraft, der Liebe und der Zucht. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geiste. Wer auf den Geist säet, wird von dem Geist« das ewige Leben ernten. Geistlich gesinnt ist Leben und Friede. 3m Sinne dieser Worte ist die antike und die germanische Welt umgestaltet worden. Da- neue eigentümliche Leben, der Heilige Geist, verbreitete sich überall, wo Menschen mit 3esuS in Berührung kamen, es quoll heraus aus der Bibel, und die christliche Gemeind« war seine Trägerin.
Brauchen wir diesen Geist, den Heiligen Geist, auch heute noch? Der Berliner Professor der Theologie Dr. Julius Richter hat vor kurzem gesagt: .Die große Menschheitsbeweaung unserer Zeit ist die Äeberschwemmung unseres Erdballs mit der europäisch-amerikanisch-tech- nisch-wirtschaftlichen Kultur. Die Frage ist: Soll diese Kulturbewegung seelenlos sein und dadurch zur Verweltlichung unseres ganzen Lebens, zum Avsterbcn der geistigen Faktoren wie Religion, Philosophie und Kunst führen? Oder ist das Christentum imstande, ihr eine Seele und damit ein höheres geistiges Leben einzuhauchen?" Dieses Urteil gibt scharf und klar die Signatur unserer Zeit wieder. Alle- ist auf die Technik, die Maschine, die Wirtschaft eingestellt. Rcgerdörfer in Afrika haben längst das Kino und das elektrische Licht, es ist jetzt möglich, auf eine Entfernung von 10 000 Kilometer zu telephonieren. Eckener fliegt von Friedrichshafen nach Südamerika, man hat die Fernphotographie erfunden. Maschinen und Apparate sind nötig, aber nötiger sind glaubensstarke, gute, liebevolle, freundliche Menschen, Menschen, die in sich geschlossen sind und alle Wendungen des Schicksals in dem Glauben überwinden, dah sie von einer höheren Hand geleitet werden. Rationalisierung der Wirtschaft kann man fordern, aber mit mehr Rachdruck soll man sordern, dah man frohe und zufriedene Menschen schafft.
So brauchen wir doch noch das, was im christlichen Sprachgebrauch der .Heilige Geist" genannt wird. Gott gibt nach der Derheihung 3esu seinen Geist denen, die ihn darum bitten, darum soll es in diesen von eigenartiger Raturschönheit erfüllten Tagen, da der Frühling übergeht in den Sommer, die Bitte der Christenheit sein, dah Gott ein neues Pfingsten über sie kommen lasse. H. B.
Das Schiffenberg'Zubilaum
Der geschäftsführende Ausschuß für die 8 0 0 » Jahr-Feier des Schis fenbergs hielt am Donnerstagabend eine Sitzung ab. in der man sich eingehend mit den Möglichkeiten zur Finanzierung dieser bedeutsamen heimatlichen Dercmnaltung beschäftigte. Man kam dabei nach langer Aussprache zu einem Ergebnis, das der Gesamtheit des Ausschusses die Durchführung de- geplanten Festes annehmbar erscheinen lieh. Es wurde einstimmig beschlossen, das Fest am 6. 3 uIi auf dem Schiffenberg ,u veranstalten. Am Abend vorher, am 5. 3ult, wird eine gesellige Veranstaltung der Heimotvereini- gung Schiffenberg in einfachen Formen den Auftakt bringen. Am Sonntag. 6. 3ulj, soll mittags die Gedenktafel für Wilhelm Heinrich Riehl gewecht werden, am Rachmittag wird sich dann die Aufführung des von Hans T a n n e r t und Georg Heh verfaßten Heimatfestspiels „Schiff en berg' anschliehen. Den Ausklang deS Tages wird ein srohgestimmtes Volksfest- treiben bilden.
Oer Sternhimmel im Juni.
Rachdruck verboten!
Sonnenaufgang von 3.45 bi- 3.40 Ähr, Sonnenuntergang von 20.10 bis 20.25 il&r. Lichtgestal- ten des Mondes: 1. Viertel am 3. um 23 ilfcr, Vollmond am 11. um 7 Ähr, letzte- Viertel am 19. um 10 Ähr.
msf. Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand am 22. um 4 Ähr 54 Minuten. 5>ie Aenderung ihre- Auf- und ihre- Äntergange- von da bi-
dämmerung im 3uni viele Beobachter finden wird, ist nicht anzunehmen. Seine lange Än- sichtbarkeit erklärt sich dadurch dah sich die Ge- fchwindigkeit seiner Bewegung nicht sehr stark von der der Sonne unterscheidet, so dah er lange in ihrer Rähe bleiben kann.
Am Firsternhimmel beobachten wir tief im Süden das Sternbild deS Skorpion- mit dem Hellen AntareS und den drei recht- von ihm
Mond: '-'•t D1. Viertel ® Vollmond d letztes Viertel
STEPVB’LDER:
GROSZE BUCH-, STABEN Z
Sterne?
Kleine Buch- s. staben
jf'£)Venus SSMar3
Der die 24 Stundenzahlen von Mitternacht bii Mitternacht einst Taget enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend su denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die su der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monats mitte. Will man zu einer anderen Stund» beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil $4 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächst» Monatskarte. Der Mond nimmt di» gezeichneten Stellungen ein, wenn er di» angedeutete Lichtgestalt zeigt.
zum Monatsende ist kaum merklich. Von den Wandelsternen stehen sich in diesem Monat die sonnennahe Venus und der sonnenserne Saturn fast genau gegenüber. Die Venus verschwindet nicht lange nach Sonnenuntergang im Rordwesten, während der Saturn im Südosten ausgeht. 3nfolge des hohen Sonnenstandes und des minder günstigen Standes der Venus nimmt deren Sichtbarkeit ab, wenn auch nur sehr langsam, obwohl ihr Abstand von der Sonne noch weiter wächst. Der Saturn, der vier Stunden nach dem Monatsende in die Gegenstellung zur Sonne tritt, ist mit Ausnahme der ersten Tage wo er etwas später erscheint, die ganze Rächt sichtbar. Dah auch der M a r S, der fast ein ganzes 3ahr lang unsichtbar war, was bei keinem anderen Wandelstern vorkommen kann, nun auch wieder sichtbar wird, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt; denn dah er in der Morgen
stehenden Sternen, von denen der Akrab der oberste ist. Von den beiden Hellen Sommersternen kommt nun die Wega schon eher gegen den Arctur auf; doch wird dieser den meisten Beobachtern noch etwas Heller erscheinen. Auch der Schwan steigt nun höher empor und der Deneb und der Albireo deuten di« Grenzen des Sternbildes an. Unter dem Schwan wird der Adler sichtbar. Sein hellster Stern führt den Ramen Atair, das heißt der »fliegende Adler", während die Wega soviel wie der „fallende Adle«" bedeutet. Warum der Atair mit einem fliegenden, die so viel hellere Wega aber mit einem fallenden Adler verglichen wird, kann ich leider nicht sagen. Auch warum sich für einen so Hellen Stern wie die Wega kein Rame aus dem Altertum erhalten hat — „Wega" ist arabisch — können wir leider nicht verraten.
Kü st ermann.
Wenn man auch den ernsten Willen hat, die bedeutsame heimatgeschichtliche Veranstaltung s o einfach und so billig wie möglich durchzuführen, um dadurch den Erfordernissen der Zeit Rechnung zu tragen, so hegt man aber doch die Hoffnung, dah aus den Kreisen der Schiffen- bergfreunde, wie von allen für unser enges Heimatgebiet opferbereiten Bürgern dorn Änter- nehmen der Schisfenberg-3ubiläumsfeier finanzielle Förderung zuteil wird. Wenn es auch in den meisten Fällen keine großen Beträge sein werden, die dem Ausschuß zur Verfügung an die Hand gegeben werden dürften, so muß man sich doch sagen, daß auch viele Wenig schließlich einen ansehnlichen Betrag erbringen. Man darf wohl hoffen, dah der dahingehende Appell des Ausschusses ein gebefreudiges Echo finden wird.
Ein Gießener Preffcprozeß vor dem Oberlandesgerichi.
Gestern beschäftigte sich das Oberlandesgericht Darmstadt mit der Revision des Redakteurs der „Oberhessischen Volkszeitung", Karl Bremer in Gießen, gegen das Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 25. Rovember 1929 in der Beleidigungsklage des Professors H o r n e f f e r gegen Bremer.
Redakteur Bremer war in erster 3nstanz zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einer Kritik eines Vortrages des Privatklägers diesem in beleidigender Weise vorge- toorfen habe, er vertrete die politische Äeber- zeugung seiner Auftraggeber, weil er dafür bezahlt werde.
Der Angeklagte ließ durch seinen Vertreter, Rechtsanwalt Sturmfels, vortragen, daß er in Wahrnehmung berechtigter Zntercssen gehandelt habe. Als Redakteur eines sozialdemokratischen Blattes habe er den Auftrag und die Weisung, die 3nteressen der Personen, gegen die sich die Angriffe des Privatklägers gerichtet hätten, nämlich der Lozialversicherten, wahrzunehmen. Er habe dabei auch die Grenzen der sachlichen Kritik mindestens subjektiv nicht überschritten. Der Privatkläger könne sich auch nicht anmatzen, über Fragen, die sein Fach nicht berührten, öffentlich zu sprechen, da er sie nicht wissenschaftlich behandeln könne. Er sei eben nur ein politischer Agitator.
Der Vertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt Dr. Albrecht, wies zunächst das Änbe- rechtigte der Vorwürfe gegen den Privatkläger nach und führte aus, dah eine Wahrnehmung berechtigter Interessen nicht vorliege. Der Angeklagte könne als Redakteur eines sozialdemokratischen Blattes keine Sonderbehandlung beanspruchen
Rach langer Beratung verkündete das Gericht das Urteil, wonach die Revision als u n - begründetzurückgewiesen und dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwen
digen Auslagen, auferlegt wurden. Soviel man aus der kurzen mündlichen Ärteilsbegründung entnehmen konnte, hat das Oberlandesgericht an sich zwar dem Angeklagten, im Gegensatz zum Amtsgericht Gießen, die Wahrung berechtigter 3nteressen zugebilligt, insoweit er eine sachlich gehaltene Kritik der Angriffe des Privatklägers gegen die Sozialversicherung veröffentlicht hat. Es hat aber die Feststellung des Amtsgerichts, daß der Satz „zumal wir beim Lesen diesev Zeilen den Eindruck nicht los werden, als wolle der Vortragende seinen zahlungsfähigen Auftraggebern unter allen Ämständen gefallen", über die Wahrung berechtigter 3nteressen hinausgehe, für ausreichend erklärt, eine Verurteilung zu begründen. Denn damll habe der Angeklagte eine persönliche Verunglimpfung ausgesprochen, um dem Privatkläger eins auszuwischen, aber nicht, um berechtigte 3nteressen zu wahren.
Das Sommerabonnement im Stadttheater.
Wie im vergangenen 3ahre, gibt auch für die kommende Eommerspielzeit das Stadttheater ein Sommerabonncment aus, das sechs Karten enthält, die übertragbar und auch für eine Vorstellung auf einmal zu verwerten sind. Das Abonnement ermäßigt die Preise um etwa 30 bis 50 Prozent (siehe Anzeige).
Der Spielplan sieht folgende Stücke vor: Alfred Möller und Hans Lorenz: „Der Herr mit dem Fragezeichen"; Paul Frank und Ludwig Hirschfeld: „Geschäft mit Amerika"; Sascha Guitrh: „Wir wollen träumen“; Ladislaus Fodor: „Die Füllfeder"; Karl Röhler: „3ch habe feine Zeit" (Uraufführung); 3ohann Repomuk Restroh: „Einen 3ux will er sich.machen".
Am nächsten Dienstag, 20 Ähr, beginnt die Sommerspieizeit mit der Erstaufführung von Fred Antoine Angermahers tiroler Volksstück „Flieg, roter Adler von Tirol".
Pornotizen.
— Tageskalender für Sarn-tag. Artillerie-Verein: Monatsversammlung. — Licht- .spielhaus Bahnhofstraße: „Wien, du Stadt der Lieder". — Astoria-Lichtspiele: „Der Sheriff von Arizona" und „Violantha".
— Tageskalender für Sonntag (1. Pfingstleiertag). Oberhessischer Kunstverein: Eröffnung der Gemäldeausstellung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Wien, du Stadt der Lieder". — Astoria-Lichtspiele: „Der Sheriff von Arizona" und „Violantha".
— Tageskalender für Montag (2. Pfingstfeiertag). Spielvereinigung: Handball gegen Sportklub „Germania" Magdeburg, 15 Ähr. — Lichtspielhaus Bahnhofstrahe: „Karriere" und EiSballett „Rose und Honeywith Morrison".
— Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße bringt vom zweiten Pfingstfeiertag ab auf der Bühne „DaS weltberühmte Eisballett Rose und Honey with Morrison". Es werden
— wie man uni schreibt — von dem Ballett akrobatische Tänze und Figuren auf der künstlichen Eisbahn, zu der die Bühne in wenigen Minuten her gerichtet wird.aufgeführl. DieTruppc kann auf viele erfolgreiche Gastspiele in anderen Städten verweisen. Ferner kommt ein große- Filmprogramm zur Vorführung.
" Blumenschmuck-Wettbewerb. Der Verkehrs- und Verschönerung-Verein veröfsent» licht im heutigen Anzeigenteil die Ankündigung des für diesen Sommer wieder vorgesehenen Blumenschmuck-Wettbewerbs. Da- 3ntereffe für
immer neue Kräfte werden in ihren Dienst ge stellt. Die wichtigste und zukunftsreichste ist bi
te
Elektrizität. Gerade sie erfüllt bai Streben jeder Hausfrau, beim sparsamen Kochen ein schmackhaftes Mahl zu bereiten, Billigkeit und Bequemlichkeit zu vereinen und die persönliche Äeberlastung auf ein Mindestmaß Herabzusehen. Die von der Hausfrauenberatungsstelle und Elektrogemeinschaft, Gießen, am kommenden Donnerstag und Freitag im Saale Cafe Leib, Wall- torstrahe, vorgesehenen Elektro-Koch- und Brat- veranstaltungen weisen ihr die Wege dazu. Diese geben Gelegenheit, sich von der Zweckmäßigkeit im Gebrauche des elektrischen Herdes praktisch zu überzeugen. (Siehe Anzeige.)
” Die Marburger Festspiele 1930 bringen am morgigen Pfingstsonntag in Marburg vor der Luth. Pfarrkirche (Marienkirche) die Erstaufführung „Jedermann", das Spiel vom Sterben des reichen Mannes, von 5)ugo. d. Hofmanns- thal. Die künstlerische Leitung hat der Universitäts- lektor Dr. Fritz Budde. Auf die Veranstaltung sei empfehlend htngewiesen. Siehe heutige Anzeige.
diese Veranstaltung ist jetzt schon außerordentlich groß. Bei dem Bureau des BerkehrsvereinA haben sich bereit- zahlreiche Mitbürger für den Wettbewerb angemeldet, weitere Anmeldungen sind umgehend an das DerkehrSbureau zu richten. Wer sich für den Wettbewerb nicht anmeldet, kann bei der Prämiierung keine Berücksichtigung finden. Wan beachte die Anzeige.
•• Dom botanischen Garten. An den beiden Pfingsttagen wird eine ArcSstellung von Kakteen und schön blühenden Gewächsen von 11 bis 12 Ähr im Wannhaus geöffnet fein (Eintritt 20 Pfennig). Zur Zeit blühen verschiedene Mamillaria- und EchiuopsiS-Arten, ferner Ariocarpus, MelokaktuS und Auhaloniurn. Weiterhin ist auf die fog. Äsambara-Veilchen aufmerksam zu machen, auf die Begonien, die Bro- mcliazeen und ein großes Sortiment bimtblätt* riger Warmfandpflanzeir.
' Oberhessis cher Kunstverein. Morgen beginnt im Turmhaus am Brandplatz eine neue Ausstellung, in welcher der Gießener Künstler H. Will zum ersten Male mit einer größeren Kollektion von Oelgemälben figürlichen Inhalts vertreten ist. Darunter befinden sich zwei große Werke: 3dyll und Abend; Akte, Porträt- und Studienköpfe. Eine aas acht Mannheimer Aquarellisten bestehende Künstlergruppe ergänzt die Ausstellung durch Landschaften mannigfacher Art. Die Graphik ist durch eine größere Zahl von Radierungen verschiedenartiger Technik des hier aus früheren 3ahren wohloekannten Münchener Künstlers Heinrich Haberl vertreten. Mit Scherenschnitten (Totentanz und Passion) sowie Zeichnungen vervollständigt H. Küchel (Gießen) die Ausstellung, welche endlich noch die in diesem 3ahre für bte Mitglieder- Derlosung 1930 bis jetzt angefauften Bilder zur Sckau bringt Sie ist zu geänderten Zeiten, nänk- lich Sonntags und Mittwochs von 11 bi« 13 Ähr, Montags, Mittwochs, Freitag- von 17 bi- 19 Ähr geöffnet und auch an den beiden Pfingstfeiertagen zugänglich. (S. gestrige Anzeige.)
*• Die städtische Kunstsammlung im Reuen Schloß, Eingang Senkenbergstraße, ist am ersten Pfingstseiertag von 11 bis 13 Ähr geöffnet Der Ausstellung wurde vor einigen Tagen neu einverleibt, ein Porträt des Schriftsteller- Dr. h. c. Alfred B o ck, das die Stadt Gießen gelegentlich seines 70. Geburtstages dem Kunstmaler Krau ß-München in Austrag gab.
Die Museen sind an den beiden Pfingst- feiertagen zu kleinen Preisen geöffnet.
*' Von einem Lastkraftzug über- fahren und schwer verletzt. Gestern vormittag gegen 11 Ähr wurde in der Hammstrahe das etwa 8 3ahre alte Söhnchen des Dachdeck ermeisterS Meyer von dem Anhänger eines Bulldogg überfahren und schwer verletzt. Der Lastkraftzug, bestehend aus einem Bulldogg und Atoci Anhängern, befand sich auf der Fahrt nach dem Güterbahnhof. Während auf dem Bulldogg und aus dem ersten Anhänger Personal saß, war der zweite Anhänger unbesetzt. Strahen- passanten bemerkten Plötzlich, daß zwei Kinder unter dem letzten Anhänger lagen, von denen das eine, das 8 3ahre alte Söhnchen des Dachdeckermeisters Meyer, von zwei Rädern des Wagens überfahren wurde, während das ander« Kind zum Glück unverletzt davonkam. Der Last- kraftzug wurde sofort zum Stehen gebracht und das bedauernswerte Kind hervorgeholt. DaS Bübchen trug außer Kopf- und anderen Verletzungen noch einen komplizierten Beinbruch davon und wurde sofort von einem des Wege« kommenden Privatauto der Chirurgischen Klinik zugeführt. Di« Ärsache des ÄnglückSfalleS wird von der Behörde noch ermittelt.
•• Elektro-Koch- und Bratveranstaltungen. Man schreibt uns: Die Freude an der Arbeit wächst um so mehr, je bessere Ergebnisse unsere Mühe belohnen und je geringer diese Mühe ist. Wenn wir daran denken,' wie mühsam und umständlich früher sich der Küchenbetrieb gestaltete, als man noch an offener Feuer stelle unter dem Rauchsang daS Essen bereiten mußte, dann dürfen wir sagen, daß die Hausfrau von heute es wesentlich besser hat. Viel ist schon zur Verbesserung und Vereinfachung des Haus- und KüchenbetriebeS getan worden. Aber damit soll es nicht genug fein, 3mmer neue Wege des Fortschritts tun sich auf, um der Frau ihre Arbeit zu erleichtern,
Zum Zähneputzen merkt Euch wohl,


