Ausgabe 
7.5.1930
 
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Aus Ver Pwvinzialhauptstavt.

Dieben, den 7. Mai 1930.

Ein Gewinn?

Sin Dekanat er lud mich kürzlich zu einem Sonn- tagSauSflug ein. Er ist Inhaber eine« De- tchättes besitzt ein 'Auto und chauffiert selbst.

Ich habe Platz im Wagen. Wenn Sie mit­kommen wird es mich freuen", sagte er. Dun, mich freute eS auch, zumal die Fahrt ziemlich weit gedacht war und mich an einige schöne Aus­flugsorte bringen sollte, die ich vor Jahren einmal auf Schustersrappen erwandert hatte. Es war damals eine umständliche Fahrt mit drei­maligem Umsteigen, einmaligem Uebernachten und einer Wanderung, die müde Fähe bescherte und viel Schweiß kostete. Und jetzt sollte tch dieselbe Gegend bequem nach ein paar Stunden Fahrt im Auto Wiedersehen? Selbstverständlich freute ich mich darauf.

Die Fahrt enttäuschte auch nicht. Sie ging ohne Panne vonstatten, zwar nicht ohne Degen, aber in einem geschlossenen Wagen kann man eine Heimfahrt auch im Regen aushalten. Ich freute mich wieder an dem blinkenden Flußlauf, an dem freundlich ins Tal gekuschelten Städtchen, an den waldigen Bergen. Ich grüßte von den Höhen Schlösser und Dörfer wie in früheren Tagen, wo ich die Sohlen meiner derben Wander- stiesel ablaufen mußte, während ich jetzt in weichen Polstern sah und durch die Fenster der rasch vorübereilenden Landschaft zu folgen be­müht war.

Ja, die Fahrt war schon", sagte ich, als ich mich von meinem Bekannten verabschiedete.Ich danke Ihnen für Ihre Liebenswürdigkeit, und ich bin gern wieder dabei, wenn Sie auswärts fahren."

Arn Abend aber, in ruhiger Stunde überlegte i<fc: Was hatte mir der Tag gebracht? Ich ver­glich ihn mit meiner damaligen Wanderung. Ja, damals bin ich versonnen und glückselig durch die stillen Täler gegangen, ganz mir gehörend, und die Welt, die laute, die Sorgen, die Men­schen, waren vergessen. Am rauschenden Fluh bin ich gesessen, und habe dem Spiel des Wassers zugesehen, und die Stunden verrannen und klan­gen so hell, wie wenige sonst. Ein kleines Sträuß­chen duftender Veilchen hatte ich mir gepflückt, dem Singsang eines Finken lauschte ich, jeder Blume schenkte ich Beachtung, jeder Stein schien mir merkwürdig Wo immer ich ging und stand, stets redete die Datur $u mir in ihrer eigenen, geheimnisvollen, tiefsinnigen Weise. Und als ich heimkehrte, war meine Seele übervoll von^dem Erlebten. Wochen danach noch klang es in mir, sobald ich mich dieser Wanderung entsann

Jetzt aber? In meinen Ohren brauste noch das Summen des Motors, und die vorüber­huschenden Bilder verfolgten mich im Schlaf. Sonst aber sprach nichts zu mir, und die Erinne­rung an dies« Fahrt ist sicher in wenigen Wochen völlig ausgelöscht. Dur das bleibt vielleicht, die Erinnerung an die Enttäuschung, die mir die Fahrt bereitet hat, die doch so schön war, wie sie nur sein konnte.

Und ich weiß, daß ich die nächste Einladung meines Bekannten nicht annehmen, sondern wie­der auf Schustersrappen in die Welt hinaus­ziehen werde, in die Welt, die kein Hasten kennt und fein Motorgeknatter und keinen Benzin- aeruch. sondern Stille, Ruhe und unberührte Schönheit, an der einem das Herz aufgeht, und die beglückende Freude gibt, die Dauer besitzt und Gewinn bedeutet. O. S.

Der Volksschulabbau in Hessen

Nach einer Mitteilung imHessischen Schulboten* sind durch den Schulabbau 320 Schu 1 anwär- ter und -anroärterlnnen vorläufig vom Schuldienst abberufen, aber bis auf 110 mit halbem oder dreiviertel Gehalt wieder ein­gestellt worden. Gleichzeitig wurde die Pflicht- stundenzahl dieser Junglehrer auf 22 oder 15 wö­chentlich herabgesetzt, während für sämtliche Voll- Lehrer 30 Wochenftunden Pflicht sind. Die Pflicht­stundenzahl d.'r Rektoren wurde auf 18 wöchentlich festgesetzt. Durch die Klassenzusammenle­gungen usw. sind 500 Lehrpersonen d. h. etwa */? allen Lehrpersonals der Volksschule versetzt worden.

(schweres Unwetter im Kreise Friedberg

Das gestern in der Mittagsstunde über unsere Stadt niedergegangene schwere Regen­wetter, daS von hieraus südwärts weiterzog, hat in der Gegend von Friedberg in schlimmer Weise gehaust. Während es hier einen kurzen, aber starken Platzregen brachte, war es in der Gegend am Hausberg von einem Wolken­bruch und Hagel begleitet. In den Gemar­kungen der Orte Münster, Hochweiscl und Fauer­bach wurden große Verwüstungen auf den Fel­dern angerichtet. In Hochweisel waren die

Wassermassen derartig groß, daß mit Hilfe der Feuerwehr an vielen Stellen das Vieh aus den Ställen geholt werden muhte. Das Winter­getreide, namentlich der Roggen, liegt wie ge­walzt am Boden. An vielen Stellen sind die Aecker vollkommen verschlammt, so daß die Ernte vernichtet ist. Kreisdirektor R e ch t h i e n be­sichtigte die von dem Unwetter betroffenen Ge­biete.

Äerkeyrsverein Gießen.

Am Montagabend hielt der Derkehrsoeretn Gießen feine diesjährige Hauptversamm­lung im .Hindenburg* ab. Die Tagung brachte neben den Jahresberichten und der üblichen Dor- stondsroahl als besonders wichtige Entscheidung die Stellungnahme zu dem Antrag des Vorstandes auf Verschmelzung des Verfchönerungsoereins mit dem Verkehrsverein.

Der Vorsitzende, Stadtratsmitglied Schmieder, eröffnete die Sitzung mit begrüßenden^Worten an die Versammlung. Darauf gab der Schriftführer. Derwaltungssekretär Maus, den

lätlgkeitsbericht über das Geschäftsjahr 1929 bekannt, aus dem eine sehr umfangreiche und viel- festige Wirksamkeit des Vereins zum Vesten unserer Stadt ersichtlich war. Der Bericht, auf den mir noch besonders zurückkommen werden, sand die einstim­mige. Genehmigung der Versammlung.

Anschließend erstattete der Dereinsrechner. Kauf­mann S. Loeb, den

Kassenbericht für das Hahr 1929.

Nach diesem Bericht verzeichnete der Derkehrsoerein im Jahre 1929 eine Totalsumme in Einnahme und Ausgabe von 7643,56 Mark. An reinen Einnahmen kommen 5159,70 Mk., an reinen Ausgaben 4749,51 Mk. in Betracht, so daß sich ein Ucberschuß von 410,19 Mk. ergibt. Die Einnahmen setzen sich wie folgt zusammen: Aus Mitgliederbeiträgen und Zu- Wendungen der Stadt 4326,70 'Dir., an Bureauein­nahmen 833 Mk., insgefarpt 5159,70 Mk: die Aus­gaben gliedern sich wie folgt: Unterhaltungskosten des Bureaus 3803,76 Mk.. Adreßbücher. Kursbücher usw. 263 Mk., Anzeigen. Führer und fonftiae Pro- pagandakosten 682,75 Mk., insgesamt 4749,51 Mark. Das Dereinsvermögen beläuft sich auf 4535,10 Mk. Bei der Verwaltung des Vereins hat auch im ver­flossenen Geschäftsjahre äußerste Sparsamkeit ge­herrscht. Aus zwingenden Gründen zu verstärkter Werbung werden jedoch im neuen Geschäftsjahre erheblichere Aufwendungen als im Vorjahre not­wendig fein. Dem Verein gehören zur Zeit 357 Mit- glieder an. Der Rechner appellierte am Schlüsse fei­nes Berichtes an die Versammlung, tatkräftig und überall für die Unterstützung der Arbeit des Ver- kehrsvereins einzutreten und zu diesem Zwecke neue Mitglieder zu werben Weiter sagte er der Stadt­verwaltung, dem Stadtrat, der Presse und allen übrigen Mithelfern an der Arbeit des Verkehrsver- eins Dank für die großzügige Unterstützung, und verknüpfte damit die Bitte, dem Verein auch weiter- hin dke bisherige Förderung zuteil werden zu lassen.

Der Bericht der Rechnungsprüfer stellte die ein­wandfreie Führung der Kassengeschäfte durch den Rechner fest, so daß dem Rechner und dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt wurde.

Hierauf tarn der Antrag des Vorstandes und Aus­schusses betr.

Verschmelzung des Verschönerungsoerelns mit dem Vcrkehrsverein

zur Beratung. Nach der Berichterstattung des Vor­sitzenden und des Vorstandsmitglieds Redakteur B l u m s ch e i n über die Verhandlungen der bei­derseitigen Dereinsvorstände und die dabei getroffe­nen Vereinbarungen wurde die Verschmelzung des Verschönerungsvereins mit dem Verkehrsverein einstimmig gutgeheißen. Nach der Abma­chung der Vorstände gilt als künftige Dereinsbezeich- nung der HaupttitelVerkehrsverein e. SB. Gießen", als Untertitel die BezeichnungVerkehrs, und Der- fchönerungsverein Gießen". Der Derfchönerungsver- ein überträgt sein Barvermögen in Höhe vön zirka 3000 Mark auf den Verkehrsverein Der Verkehrs- verein übernimmt für die Zukunft das gesamte Auf­gabengebiet des heutigen Verfchönerungsoereins zur Bearbeitung, so daß also die Tätigkeit der Verkehrs- Werbung und die Mitarbeit an der Verschönerung unseres Stadtbildes, der Spaziergängerwege, der Anlagen usw. in Zukunft an einer Stelle zusammen- gefaßt sind. Die Mitglieder des Verfchönerungsver- eins werden durch die Verschmelzung in die Mit­gliederliste des Verkehrsvereins aufgenommen, um künftig im Rahmen des Verkehrsvereins an den ge­meinsamen Aufgaben mitarbeiten zu können. Nach der Verschmelzung wird im Rahmen des neuen Ver­einsvorstandes eine Gliederung in zwei Abteilungen Dorgenommen; eine Abteilung bearbeitet das Ge­biet der Verkehrswerbung und alle damit zusam­menhängenden Fragen, die andere Abteilung hat die Arbeit für die Verschönerung der Stadt, der Anlagen und der Spaziergängerwege in der nächsten Umge-

bungjur Aufgabe. Beide Abteilungen arbeiten unter der Doerleitung des Gesamtvorstandes und nach des­sen Weisungen. Die beiden Dereinsvorstände erhof­fen von dieser Regelung eine gedeihliche Fortent­wicklung der Tätigkeit zum Besten der von ihnen wahrgenommenen gemeinnützigen Aufgaben.

Die Dahlen.

Dis Rechnungsprüfer wurden für das neue Jahr Kaufmann Röder und Kaufmann Schulze gewählt. Die Deuwahl des Ausschus- ses ergab die Wiederwahl der bisherigen Mit­glieder: Stadtratsmitglied Schwieder. Der» waltungssekretar Maus, Kaufmann Loeb. Redakteur D l u m s ch e i n. Beigeordneter Dr. Hamm, Kafseehausbesitzer Schwarz, Meh- germeister Bogt, HandelskammershndikuS Dr. Zeidler, Kaufmann Wilhelm Horn, Steuer­inspektor K l e m m r a t h, Kaufmann W e i d i g , Uhtmachermcister Marx, Kaufmann Röhr sen., Handwerkskammersyndikus Röhr, Direktor S t o 11 c , neugewählt wurde Hotelbesitzer Schwab. Der Ausschuß wählt aus feiner Mitte die Mitglieder des geschäftsführenden Dor­standes. Falls der Derfchönerungsverein in seiner Generalversammlung der Verschmelzung mit dem Derkehrsoerein zustimmt, sollen als derzeitige Vorstandsmitglieder des Derschönerungsvereins dem Gesamtvorstand des Derkehrsvereins bei tre­ten: Geheimrat Professor Dr. Mittermeier, Oberforstmeistcr Dr. Schüz, Forstrat Rico- laus, Rektor i. R. Müller, Redakteur B l u m s ch e i n : von diesen Herren des Der­schönerungsvereins sollen einige in den geschäfts­führenden Dorstand des neuen Vereins eintreten.

Rach den Wahlen folgte ein Dortrag des Vor­standsmitglieds Redakteur Blum schein über das Thema:

Verkehrswerbung und wirtschaft.

Der Vortragende zeigte dabei die innigen Zu­sammenhänge und zwingenden Rotwendigkeiten einet großzügigen Derkehrswerbung und tatkräf­tigen Förderung der heimischen Wirtschaft, die beide der vollsten Unterstützung aller Bürger- kreise bedürfen. Er hob hervor, dasi in unserer Stadt auf diesem Gebiete bisher schon immer von der Stadtverwaltung und dem Verkehrsver­ein in zweckentsprechender und weitblickender Weise gearbeitet worden sei, wofür man beiden Stellen Dank sagen müsse. Es sei zu wünschen und zu hoffen, daß auch für die Zukunft in dieser Richtung rege und verständnisvoll weitergearbei­tet werde.

wünsche der Mitglieder.

Unter PunktVerschiedenes" führte Kaufmann fiorn nachdrückliche Beschwerde darüber daß an Sonntagen mit besonders großen Veranstaltungen der Geschäftswelt die beantragte Deffnung der Ge­schäfte bisher nicht in dem Ausmaß gestattet wurde, wie es gesetzlich als Maß für jedes Jahr festgelegt fei. Die Geschäftswelt sei an sich nicht gegen bte Sonntagsruhe, aber sie verlange mit Recht, daß ihr bei großen Veranstaltungen die Möglichkeit zu geschäftlicher Betätigung nicht so stark eingeengt werde, wie das bisher in Außerachtlassung der ge­setzlichen Vorschriften und Möglichkeiten geschehen sei. Hier machten sich Bestrebungen von Nachgeord­neten Behörden (Polizeiamt und Kreisamt) geltend, gegen die man mit aller Entschiedenheit Front machen müsse. Die Geschäftswelt verlange nur die Zubilligung der gesetzlich für jedes Jahr vorgesehe­nen Ausnahmen. Der Redner bat den Derkehrs- verein, in künftigen Fällen bei derartiger Benach­teiligung der Geschäftswelt durch die Behörden ener­gisch mit vorstellig zu werden.

Kaufmann Schulze gab unter Hinweis auf den Vortrag des Abends Anregungen zu verstärkter Derkehrswerbung, insbesondere auch durch Heran­ziehung von Industrie. Er machte dabei, ebenso wie Kaufmann Weidig, verschiedene erwägenswerte Vorschläge. Beigeordneter Dr. Hamm äußerte sich über die bisherigen Bemühungen der Stadtverwal­tung zur Gewinnung von Industrie für unser Ge­meinwesen, über die erstrebte Schaffung von Jn- buftriegelänbe und die auf dem Gebiete der SBer- kehrswerbung befolgten Gesichtspunkte.

Uebereinftimmenb wurde von der Versammlung anerkannt, daß die Stadtverwaltung mit ihrer bis­herigen Tätigkeit auf diesem Gebiete die rechten Weg« beschritten hat, di« weiter zu verfolgen für unser Gemeinwesen von Nutzen sein dürfte.

Bornotizen.

Tageskalender f ü r Mittwoch. Derschönerungsverein Gießen: Ordenti. Mitglie­derversammlung, 20.30 Uhr, im Hessischen Hof. D. f. B.: Iugendhauptversammlung, 20 Uhr. Dereinsheim. 117er: Monatsversammlung, 20 Uhr, im Postkeller. Lichtspielhaus Bahn­hofstraße: TonfilmZwei Herren im 2/1-Takt".

Vortrag im Englischen Seminar. Heute 20.15 Uhr englischer Vortrag von Prof. C. C

Fries über amerikanische^ Erziehungsproblem«, veranstaltet vom Englischen Seminar der Unioerfb tät, im Hörsaal 33 des Dorlesungsgebäudes.

Koch- und Backoorträge veranstaltet die Firma Heyd & Sohn in den nächsten Tagen in ihrem Geschäftslokal. Es soll dabei von einer Vor­tragenden Dame ein neuer Apparat dem Publikum vorgeführt werden. Interesienten seien auf die heu­tige Anzeige hingewiesen.

Das Maienblasen findet heute um 19 Uhr vom Turme der Johanneskirche statt mit folgenden Dortragsstücken: Ehoral:Allein Gott in der Höh sei Ehr",Frühlingsaruß", Fantasie von E. Ruh, und Maienlied:Drautz' ist alles so präch­tig".

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** Zwei Wohnungseinbrüche wurden am Sonntagnachmittag in der Bleichstraße und in der Frankfurter Straße-Ecke Klinikftraße verübt. Während die Wohnungsinhaber sich auf einem Spaziergang befanden, drangen die Diebe, sotz. Klingelfahrer, durch Deffnen der Vorplatztüren mit Nachschlüsseln in die Wohnungen ein, die sie nach Geld durchsuchten. In der Bleichstraße fiel den Spitz­buben eine Kassette mit 150 Mark in die Hände, in der Frankfurter Straße erbeuteten sie zwei Porte­monnaies mit etwa 2,50 Mark Bargeld. Schmuck­stücke und sonstige Wertgegenstände ließen sie un­berührt .liegen. Die polizeilichen Nachforschungen nach den Tätern sind im Gange.

** E i n Reit- und Fahrturnier veran- statten die Reit- und Fahrvereine Lich, Wettertal und Butzbach am 10. und 11. Mai in Butzbach. Mit dem Reit- und Fahrturnier wird die Standarten­weihe des ländlichen Reit- und Fahrvereins Wetter- tat verbunden. Man beachte die heutige Anzeige.

Borrömische $unbc bei Bad Homburg.

WSN. Bad Homburg, 5. Mai. Bei Bau­arbeiten nahe der Frankenstraße in Gon- z e n h e i m stieß man auf vorrömische Scher­ben. Bei der Untersuchung des angrenzenden Ge­ländes durch den Direktor des Saalburgmuseums, Baurat Dr. Jacobi, wurden zwar keine geschlossene Bauten ober Gräber gefunden, doch konnte man eine große Menge von Tonscherben mit Resten von ver- branntem Lehm Heden, mit dem die Kochstelle um­geben war. Es handelt sich um Bruchstücke von etwa 20 ohne Drehscheibe hergestellten, zum Teil rohen Gefäßen, die mit aller Deutlichkeit zeigen, daß hier Reste aus der frühen Hallstattzelt, also etwa 9 0 0 v. Ehr., oorliegen. Sie stammen von den ältesten Bewohnern Homburg-Gonzenheims unb geben zum erstenmal einen Begriff von der Kultur unserer engeren Heimat. Schon früher find dort ver­einzelte vorrömische Scherben gefunden worden, unb es ist anzunehmen, daß hier das älteste Homburg lag. Auch einzelne römische Bauwerke fand man dort sowie zahlreiche Frankengräber. Daraus geht eine Kontinuität der Besiedlung hervor, die die be­sondere Bedeutung des Platzes deutlich kennzeichnet: es ist nämlich die nähere Umgebung derH 0 mbur - g e r Quellen. Vielleicht ermöglicht die mit den Bauarbeiten zusammenhängende Deffnung des Bo­dens, durch weitere Funde die in der Vorgeschichte des Main-Nidda-Gebiets noch klaffende Lücke in absehbarer Zeit zu schließen.

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der Ländlichen Reit- und Fahrvereine Lieh, Wettertal und Butzbach am 10. und 11. Mai 1930 zu Butzbach auf dem Turn- und Sportplatz am Ostbahn hot

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Am 11. Mai, vormittags 8 Uhr: Beginn der Vorprüfungen auf dem Turnier­platz Mittags 1.30 Uhr Festzug 2.30 Uhr Turnierbeginn Abends 9 Uhr im »Deutschen Haus« Preisverteilung mit an­schließendem Reiterball (nur für Mitglieder und eingeführte Gäste). Die Turnierleitung. 35770

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