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Universität zur Llebergabe dieser Heilstätte an Sie, sehr geehrter Herr Professor.

Ein gütiges Geschick möge dieses Haus schützen und beschirmen. Allen Stürmen und Drangsalen und allem, was die unerbittliche -Zeit mit sich bringt, soll es Stand halten und Trotz bieten. Liebevolle Menschen mögen in ihm tätig sein und die Kranken mit Sorgfalt pflegen. Reicher Segen soll ausströmen zum besten unseres Volkes!

E>e. Magnifizenz der Rektor

Prof. Dr. Brüggemann

als nächster Redner,- sagte in seiner Ansprache unter anderem:

Mit großem Dank und, ich darf sagen, mit freudiger innerer Bewegung nehme ich den Schlüssel aus Ihrer Hand, Herr Präsident, als äußeres -Zeichen dafür, daß nun die Heilstätte soweit fertiggestellt ist, daß sie Patienten auf­nehmen kann. Ein lang gehegter Wunsch ist damit in Erfüllung gegangen. Da ich bei dieser Feier auch die Landesuniversität als Rektor vertrete, sei es mir gestattet, dem Hessischen Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose zunächst den Glückwunsch unserer Alma mater Ludoviciana zum Ausdruck zu brin­gen. Die Heilstätte ist zwar kein Institut der -Universität, aber sie steht doch in engster Be­ziehung zu ihr. Aeußerlich kommt die enge Ver­bindung schon durch die Personalunion zum Aus­druck, die zwischen der Direktion der Universi­tätsklinik für Ohren-, Rasen- und Halskranke und der Direktion der Heilstätte besteht. Die Heilstätte soll aber auch neben der Kranken­behandlung der Forschung, und dem Unterricht dienen. Insofern ist sie also ein Institut, wie jedes andere Institut der Universität.

Die Landesuniversitäl ist dem hessischen Lan­desverband für diese pflege und Unterstützung der Wissenschaft und des Unterrichts besonderen Dank schuldig. Sie weiß es hoch einzuschähen, daß der hessische Landesverband trotz der Rot der Zeit, in der wir heute leben, eine so muster­gültig ausgestatlcte Forschungsanslalt errichtet hat, die auch der Lsindesunlversität zur Zierde gereicht.

Möge die enge Verbindung zwischen Heilstätte und Universität der deutschen Wissenschaft zum Ruhme und den Kranken zum Segen gereichen.

Und nun möchte ich auch als Direktor und ärztlicher Leiter dieser Heilstätte dem Hessischen Landesverband und seinem Präsidenten Herrn Dr. Reumann herzlichen Dank sagen für alles dos, was hier geleistet worden ist. Der Gedanke, eine solche Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftwege zu errichten, geht, wie Sie hörten, zurück auf meinen hochverehrten Lehrer und Vor­gänger Herrn Professor Dr. v. Eicke n, . den wir heute hier zu unserer großen Freude be­grüßen können. Die Zeiten, in denen damals darüber beraten wurde, waren aber zu schlecht, um die Pläne verwirklichen zu können. Das Pro- jekr mußte deshalb zunächst fallen gelassen wer­den. Aber der bewunderungswürdigen Tatkraft und nicht erlahmenden Energie des Herrn Prä­sidenten Dr. Reumann ist es dann schließ­lich nach Iahren doch gelungen, die notwendigen Gelder zusammenzubelommen. Rachdem dann noch die Stadt Gießen das Gelände dem Heil­stättenverein geschenkt hatte, war der Weg frei für' die Errichtung des Baues. Reben dem Heil- swttenvcrein und seinem Präsidenten bin auch ich großen Dank schuldig dem Erbauer dieses Hau'es, Herrn Bourat Meyer. Ich darf wohl sogen, daß das Zusammenarbeiten mit ihm mir viel Freude gemacht hat. Auf alle die kleinen und großen Wünsche, die ich hatte, ist Herr Daurat Meyer immer mit Verständnis ein­gegangen und hat sie stets zu erfüllen versucht. Dank sagen möchte ich an dieser Stelle auch dem Oberarzt Herrn Dr. A r o l d und Herrn Oberinspektor F r e u n d l i e b, die sich bei der Einrichtung der Heilstätte besondere Verdienste

Die gesiederie Schlange.

Vornan von Edgar Wallace.

19 Fortsetzung

Jtad)örud verboten

.,-ilnö jetzt, Mr. Dewin" bei diesen Worten legte sie ihre wundervoll geformten Hände auf den Tisch und zog die Augenlider zusammen sagen Sie mir, bitte, was der wirkliche Grund Ihres Besuches ist?"

Eine solche Herausforderung konnte nur ebenso beantwortet werden.

Ich will ganz offen zu Ihnen fein ich brauche Ausschluß über die gefiederte Schlange." Sie machte eine abweisende Bewegung.Sie mögen ja selbst denken, daß Sie nichts wissen, aber ich vermute doch, daß Sie etwas wissen. Vor vielen Iahren wurde ein großer Betrug begangen"

Ich war nicht daran beteiligt," sagte sie ruhig.Ich nehme zwar nicht an, daß Sie mir glauben, aber cs ftimnrt doch. Ich will nicht behaupten, daß ich nicht meinen Vorteil dabei gehabt hätte, aber bis zur letzten Minute, in der man mich cinweihen mußte, wurde ich über die Zusammenhänge im Dunkeln gelassen. Aber ich werde Ihnen über diese Sache weiter nichts erzählen."

Warum haben Sie mir denn schon soviel erzählt?"

Sie überdachte die Frage, bevor sie antwortete.

.-Weil ich mir denke, daß Sie irgend etwas ^'^ldeckt haben, das mich angeht. Ich wußte es nicht, b'.s Sie in diesen Raum eintraten aber als ich Ihren Gesichtsausdruck sah, erkannte ich es.

Er nickte.

3a Sie sind Paula Ricks."

Sie erwiderte nichts, und er wiederholte die Worte. Wieder spielte ein spöttisches Lächeln um ihren Mund.

Ich bin Paula Ricks aber was kann Ihnen diese Tatsache helfen?" J

--Sic kennen William Lane," sagte er ruhig ^ber zu seiner größten Verwunderung schüttelte sie den Kopf.

Ich habe ihn niemals gesehen ich wußte überhaupt nichts von seiner Existenz, bis er fest­genommen wurde. Später habe ich natürlich alles erfahren, was es überhaupt über ihn tojJJen gab." Sie lehnte sich etwas über den Tisch m denn irgendwie ein Vergehen, daß ich $aula bin? können mir doch nicht das Land verbieten ich bin eine Engländerin--

erworben haben. Es sei mir nun gestattet, noch etwas über

bie Aufgabe und Ziele dieser Heilstätte

zu sagen. Es ist noch nicht lange her, da nahmen die meisten Aerzte bezüglich der Hellbarkeit der Kehlkopftuberkulose einen absolut pessimistischen Standpunkt ein. Als in den achtziger Iahren Moritz Schmidt in Frankfurt über die ersten ge­heilten Fälle von Kehlkopftuberkulose berichten konnte, da erregte er großes Aufsehen. Der so lange herrschende Pessimismus in bezug auf die Heilbarkeit der Kehlkovftuberkulose, der zu einem Nihilismus in der Therapie geführt hatte, wurde damit glücklicherweise verlassen und da­für mit großem Eifer an dem Ausbau der Be­handlung der Kehlkopftuberkulose gearbeitet. Ra- türlich darf man bei einer solchen Erkrankung auch nicht zu hohe Erwartungen in therapeu­tischer Beziehung hegen, wie es zeitweise ge­schehen ist.

Bei aller Kritik besteht aber heute kein Zweifel darüber, daß unsere moderne Behandlung der Kchlkopftuberkulose selbst in vorgeschrittenen Fäl­len recht beachtenswerte Erfolge aufzuweisen hat. Völlige Ausheilung der Kehlkopftuberkulose, also Heilerfolge von Dauer sind heute nicht so selten, wie manche glauben. Gewiß, wir müssen uns häufig mit Teilerfolgen begnügen, aber auch diese sollten nicht unterschätzt wirden. Oft ver­mögen wir bei richtiger, gut ausgeführter Be­handlung eine vorhandene Heilungstendenz so zu fördern, daß wenigstens klinisch ein Erfolg erzielt wird, der an Heilung heranreicht. Bei anderen Patienten wird durch die Behandlung eine so wesentliche Besserung erzielt, daß man mit diesem Erfolg zufrieden sein kann. In weniger günstig gelegenen Fällen wird durch die Behandlung der Verlauf des Kehlkopfleidens verzögert, Kompli­kationen werden verhütet und dadurch wieder wird rückwirkend ein günstiger Einfluß auf das Lun­genleiden ausgeübt. Endlich ist zu bedenken, daß wir bei den hoffnungslos Kranken, die unter ihren Kehlkopfbeschwerden in den letzten Sta­dien ihrer Krankheit oft unsagbar leiden, noch dadurch helfen können, daß wir durch unsere Be- Handlung ihre furchtbaren Qualen lindern und ihnen die letzten Monate oder Wochen ihres Lebens einigermaßen erträglich machen.

Wir müssen uns klar darüber fein, daß in jedem Stadium der Lungentuberkulose auch der Kehlkopf an Tuberkulose erkranken kann. Eine tuberkulöse Erkrankung der oberen Luftwege bedeutet aber für den Patienten immer eine ernste Komplikation; um so wichtiger ist es, daß alles versucht wird, diese Komplikationen therapeutisch zu beeinflussen und die durch sie bedingten Gefahren zu beseitigen.

Eine Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luft­wege gibt es bisher noch nicht. Ls ist die erste dieser Art in Deutschland, ja auf der ganzen

Erde.

Die erkrankten oberen Luftwege sollen in dieser Heil­stätte eine besondere Beachtung finden. Diese Son­derausgabe kommt natürlich auch in der Einrichtung der Heilstätte zum Ausdruck. Es gibt keine Heil­stätte mit solchen Behandlungsmöglichkeiten und Be­handlungsräumen speziell für die oberen Luftwege wie hier. Selbstverständlich soll auch die Lungen­behandlung nicht vernachlässigt werden, darum ist ein tüchtiger erfahrener Lungenfacharzt, Herr Dr. Ar old, als Oberarzt angestellt worden. Der Kehl­kopfschwindsüchtige ist für gewöhnlich auch ein Lun­genschwindsüchtiger, und das Lungenleiden beeinflußt direkt und indirekt den Zustand des Kchliopfcs ganz wesentlich.

Neben der Behandlung der tuberkulösen Kranken dient die Heilstätte der Forschung und dem Unter­richt. Eine Reihe schöner Laboratorien sind hierfür im Kellergeschoß eingerichtet. Kurse für Aerzte und Studierende sollen hier abgehalten werden, in denen zum Segen der Kranken die Aerzte in der Erken­nung und Diagnose der oberen Lufwege unterwiesen werden, Fachärzte sollen auch praktisch die Behand­lung dieser Erkrankung hier lernen.

die Polizei kann mir nichts anhabenl" Sie sah ihn forschend an.Ich will Ihnen einmal er­zählen, was die Polizei vermutet, was aber bisher niemand weiß. Mit Ihnen kann ich ja offen darüber sprechen. Ich habe alle Platten selbst gestochen, die mein Vater brauchte, um die falschen französischen Banknoten zu drucken. Ich dachte damals, daß es nur ein Scherz sei ... ja, sogar als ich den Ernst der Lage übersah, war es für mich nur ein großer Spaß, und ich hatte eine gewisse Genugtuung dabei, als ich es tat. Aber nachher habe ich nie wieder eine solche Platte gestochen."

Er schaute sich in dem luxuriös eingerichteten Zimmer um.

...Aber all dieses hat doch etwas gekostet, Miß Ricks ich nehme an, daß Sie nicht verheiratet sind? Sie hätten schwerlich diese Wohnung möblieren und von Ihren Einnahmen als Künst­lerin in Ihrem Stil leben können!"

Peter war von dem Charakter und Wesen dieser Frau überrascht, aber das größte Rätsel gab sie ihm erst auf.

-Das Geld, das ich besitze, diese Wohnung und alles, was Sie hier sehen, habe ich erhalten, weil ich ehrlich war! Ich würde genau dasselbe haben, wenn ich nicht ehrlich gewesen wäre. Aber mein Besitz ist der Preis für meine Ehrlichkeit und meine energische Weigerung, das alte Leben weiterzuführen."

Er war davon überzeugt, daß sie die Wahr­heit sagte.

Man sagt, daß Sie so groß im Auflösen von Rätseln sind, Mr. Dewin nun lösen Sie dieses Rätsel!"

Sie stand plötzlich auf und drückte auf eine Klingel in der Rähe ihres Schreibtisches.

Ich werde jetzt Tee trinken und Sie können mir dabei Gesellschaft leisten. Ich war wirklich im Anrecht, wenn ich mich vor Ihnen fürchtete, aber Sie haben mich doch ein wenig erschreckt."

Sie sprach nicht weiter, als das Mädchen kam und ihren Auftrag entgegennahm.

Wieso habe ich Sie erschreckt?"

Ich weiß nicht recht ich fürchtete, Sie wür­den herausbekommen, wer ich in Wirklichkeit bin- das haben Die ja in der Tat auch getan, und jetzt ist es gar nicht mehr so schlimm, wie ich mir eingebildet habe. Wenn ich mir die Sache letzt überlege, war es eigentlich töricht, daß ich mich überhaupt durch Sie erschrecken ließ. Sie smd heute morgen nach Scotland Mrd gegen- geteilt?" 6te ÖDrt ^re Entdeckung mit-

Er war über ihre Worte sehr erstaunt.

Woher wissen Die das?"

..Aus einem ganz einfachen Grunde," erwiderte

(Eine Stätte ernster wissenschaftlicher Forschung und Arbeit soll entstehen, wo mitgearbeitet wird an dem großen Tuberkulofeproblem, an dem die gesamte medizinische Wissenschaft in so hohem

Maße interessiert ist.

Eine Heilstätte ist hier erbaut, in der für Forschung und Unterricht, für Pflege und Behandlung der Kranken in bester Weise gesorgt ist. Mögen alle unsere Hoffnungen in wissenschaftlicher und thera­peutischer Beziehung erfüllt werden, zum Wohle unserer Kranken mit Tuberkulose der oberen Luft­wege!

Siaaisprasiveni Dr. Adelung überbrachte hierauf die herzlichen Glückwünsche der hessischen Staatsregierung.-Er sprach dem Hessischen Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose die beste Anerkennung der Staatsregierung für diese neue Schöpfung aus, wies auf die große Wichtig­keit dieser Heilstätte im Kampfe gegen die Tuber- kulose hin und würdigte mit eindrucksvollen Wor­ten die erfreuliche Schaffenskraft unseres Volkes an den Werken der Kultur, für die es trotz der Not der Zeit immer große Opfer zu bringen bereit fei. Mit dem Wunsche, daß von dieser Heilstätte ein breiter Strom des Segens zum Besten der leidenden Menschheit ausgehen möchte, schloß der Staatsprä­sident seine warmherzigen Worte für diese große Tat des Hessischen Landesverbandes.

Llniversitätsprofessor

Dr. HÜdebrand-G eßen

sprach als Dekan der Medizinischen Fakultät der Hessischen Landes-Universität deren herzliche Glück­wünsche aus und sagte dann u. a. weiter: Nur wenige Jahre sind verflossen, seitdem der Heil- stättenverein in Gestalt der Lupusheilstätte ein stol­zes Denkmal seiner werktätigen Hilfe erstellt hat, und schon erhebt sich wieder ein neuer prachtvoller Bau zum Segen der Kranken und Hilfsbedürftigen. Wahrlich eine erstaunliche und bewunderungswür­dige Leistung in einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Depression. Durch keine äußeren Hemmungen hat sich der Heilstättenverein mit seinem rastlos tätigen Vorstand, Präsidenten Dr. Neumann, in seiner Tätigkeit hindern lassen. Durch die Personalunion unseres Fachmitglieds Prof. Dr. B r ü g g e m a n n, des Direktors unserer Universitätsklinik für Hals-, Nasen- undOhrenkranke, ist auch hierwieder dieBrücke geschlagen zwischen Heilstättenoerein und unserer Universität. Die Medizinische Fakultät freut sich über das Vertrauen, das ihr von feiten des Heilstätten­vereins und ihres Vorstandes entgegengebracht wird. Sie wird alles, was in ihren Kräften steht, tun, um zum Gedeihen der Heilstätte beizutragen.

Oberregieruwaf Rihel-Gießen brachte im Auftrage des Provinzialdirektors, der am Erscheinen verhindert war, herzliche Glück­wünsche der Provinzialdirektion und des Kreises Gießen zum Ausdruck, die stolz darauf seien, daß mit dieser Heilstätte in Oberhessen ein neues großes Werk zum Besten der leidenden Mensch­heit enstanden ist.

Bürgermeister Dr. Seid-Gießen beglückwünschte im Ramen der Stadt Gießen den Hessischen Landverband zu dieser schönen Heilstätte und rühmte mit besonderer Anerken­nung, daß der Landesverband trotz der Schwere der Zeit dieses bedeutsame Werk geschaffen habe, für das auch die Stadt Gießen tem Landesver­band und allen seinen Mitarbeitern herzlichen Dank ausspreche.

Generalsekretär Dr. Helm-Berlin vom Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose begrüßte diese neue Schöpfung im Kampfe gegen die Tuberkulose mit besonderer Freude, sprach die herzlichen Glückwünsche des Zentralkomitees aus und würdigte dann die be­sonderen Aufgaben, denen dieses Institut zu dienen bestimmt ist.

sie ruhig.Ich habe Sie während der letzten sechsunddreißig Stunden überwachen lassen und habe eine ganze Menge über Sie erfahren. Miß Olroyd ist sicherlich ein sehr hübsches Mädchen. Mr. Dewin."

Er sah das heitere Lachen in ihren Augen und wurde rot.

Sie haben doch nicht etwa Mr. Stebbings engagiert, um mich beobachten zu lassen?"

Gewiß Mr. Stebbings selbst," sagte sie mit der größten Selbstverständlichkeit.Sie haben ihn also gesehen? Es ist auch nicht angebracht von Privatdetektiven, sich Bärte anzuklek^n, das fällt auf und macht die Leute nur verdächtig. Das habe ich ihm sofort gesagt."

Die Unterhaltung wurde unterbrochen, als das Mädchen den Dervierwagen hereinschob.

Der Fall von Mr. Farmer ist entsetzlich," sagte sie, als das Mädchen wieder gegangen war und sie ihrem Besuch Tee eingvß.Ich konnte ihn nicht gerade besonders leiden ich könnte Ihnen viel von ihm erzählen, aber es ist besser, daß ich es nicht tue. Sie sind ja so klug, daß Sie alle diese Dinge selbst heraus­bringen werden."

Soll das eine Beleidigung oder ein Kom­pliment sein?"

Das weiß ich nicht ich denke, daß ein bloßes Kompliment ebenso auf Sie wirkt wie eine di­rekte Beleidigung."

Er starrte in seine Tasse, dann trank er den Tee und schaute ihr klar in die Augen.

Ich will einen Trinkspruch auf Sie ausbrin­gen," sagte er.Ich brauche Ihnen nur das schöne, alte Wort Gucumatz zu sagen!"

Die Tasse fiel mit einem Krachen aus ihrer nervösen Hand, und ihr Gesicht wurde plötzlich bleich.

Gucumatz!" stieß sie hervor und starrte ihn mit weitaufgerissenen Augen an.Gucumatz ..

Ihr Busen hob und senkte sich schnell. Er hatte sie an dem empfindlichsten Punkt getroffen. In der nächsten Sekunde muhte sie ihm das Geheimnis enthüllen ...

Aber in diesem Augenblick öffnete sich die Tür, und das Mädchen kam herein. Paula wurde am Telephon verlangt. Und so gewann sie Zeit. Sie verlieh das Zimmer schnell und war einige Minuten abwesend. Als sie wieder ein trat, hatte sie ihre alte, sichere Haltung wiedergewonnen. Rur ihre äußere Erscheinung war verändert, denn sie hatte ihr früheres Kleid, das mit Tee beschüttet war, mit einem anderen vertauscht. Das Dienstmädchen hatte inzwischen die Scher­ben der Tasse entfernt.

Run wollen wir sehr vernünftig fein, fügte Paula, und ihre Stimme klang fröhlich.

Ltm'versitäisprofeffor Dr. von Eicken-Berlin berichtete im Anschluß an seine Glückwunschwvrte mit feinem Humor über einige Erlebnisse aus der Zeit seiner Gießener Gelehrtentätigkeit (Pro­fessor Dr. von Eicken war 1910 nach Gießen be­rufen worden), aus denen hervorging, unter welchen Schwierigkeiten damals die Wissenschaft zu kämpfen hatte, die sich heute, repräsentiert durch Prof. Dr. Drüggemann, so guter Ar­beitsstätten erfreuen darf. Mit Worten des per­sönlichen Glückwunsches an Prof. Dr. Brügge- mann zu dieser Heilstätte und mit starker Be­kundung des Vertrauens für diesen ärztlichen Leiter der Anstalt schloß der Redner seine Aus­führungen.

Besichtigungs-Rundgang.

Rachdem der Erbauer Baurat Meyer noch in kurzen Worten auf die baulich?- Gestaltung der Heilstätte hingewiesen hatte, folgte in meh­reren Gruppen ein Besichtigungs-Rund- g a n g durch den imponierenden Bau, bei dem sich die Gäste davon überzeugen konnten, daß mit dieser Heilstätte ein Werk geschaffen wurde, das des höchsten Lobes und der uneingeschränkten Dankbarkeit der Allgemeinheit wert ist.

Kirche und Schule.

Oorfkircheniagung in Hochelheim.

O Hochelheim, 2. April. Gestern fand in tunferer Gemeinde die erste Dorfkirchen- tagungimHüttenberg statt, die sich eines sehr zahlreichen Besuches erfreute. Auch die Ge­meinde selbst nahm an den einzelnen Veranstal­tungen fast ausnahmslos teil.

Die Tagung begann am Vormittag mit einem Gottesdienst, in dem der hessische Landes­pfarrer für Innere Mission, Direktor Röhricht, Darmstadt, über das Gotteswort Luk. 18, 40 3esus aber stand stille" predigte. Der Redner rief auf zu den großen Ausgaben und den hei­ligen Pflichten, die der Gemeinde warten. Der hiesige Kirchenchor fang voc der Predigt den 121. Psalm und nach derselben den 103. Psalm.

Der zweite Teil wurde durch den Führer der Dorfkirchenbewegung im Kreise Wetzlar, Pfarrer B i e r m a n n, Ebersgöns, eröffnet, der herz­liche Degrüßungsworte an alle Erschienenen, ins­besondere an die Direktoren der Inneren Mission, sowie an den Superintendenten der Rachbar- synode Braunfels, Pfarrer Lic. Heep, Wehlar- Riedergirmes, richtete. Ueber das Hauptthema Her TagungEvangelische Gemeinde und Wohlfahrtspflege" sprach der Pro­vinzialdirektor der Inneren Mission, Pfarrer I-ie. Ohl, Langenberg. Der Redner entwickelte in einem längeren Vortrage ein ausführliches Bild über die Zunahme der Rotlage weiter Volks­kreise in unserem Vaterlande. Aufgabe der evan­gelischen Wohlfahrtspflege sei es, dieser Rotla^ entgegenzusteucrn. Er führte an, daß in Deutsch­land heute über 40 000 Blinde, 40 000 Taub­stumme, 60 000 Geistes- und Gemütskranke, 63 000 Fallsüchtige und 250 030 Krüppel vorhanden feien. Diesen Armen werde in den Anstalten der Inneren Mi.sion nicht nur äußerlich, so..dem auch innerlich Hilfe gewährt. Hauptaufgabe der Evan­gelischen Wohlfahrtspflege fei es, daß der immer mehr zunehmenden Entseelung weiter Volkskreife Einhalt geboten werde.

In der anschließenden Mittagspause fanden die zahlreichen auswärtigen Teilnehmer gastliche Aufnahme in den Häusern der Gemeinde.

Die Rachmittagsversammlung im Saale der Gastwirtschaft Philipp Iung wurde von dem Ortsgeistlichen, Pfarrer Schneider, mit kurzen Begrüßungsworten eröffnet. Dann hielt Direktor Pfarrer Horning, Reuwied, einen Vortrag über das ThemaUnsere Ge­meinden und unsere Ingend". Hierbei redete er insbesondere der Schaffung von Klein­kinderschulen, sowie der Gründung von Iugenö-

Und aufrichtig!" sagte Peter.

Auch aufrichtig!" wiederholte sie.Und zwar gegenseitig. Ich gestehe, daß Sie mich erschreckt haben, bis es mir klar wurde, daß Sie das böse Wort gefunden haben, das Farmer stets mit sich herumtrug. Sie haben mich furchtbar erschreckt," sagte sie noch einmal.Sie scheinen solche Sensationen zu lieben!"

Ia, ich liebe es und wenn ich von Gucu­matz sprach"

Das ist ein verrücktes Wort ich schwöre Ihnen, daß ich es nicht gehört habe bis ein Iahr nach" sie zögerte und suchte nach einem Ausdruck.

Bis ein Iahr nach?" wiederholte Peter.

Bis nach einem gewissen Ereignis," vollendete sie den Sah.Aber was wollen Sie eigentlich mit diesem Wort?"

Wußte sie es, oder wollte sie ihn nur ver­blüffen? Er neigte zu der Ansicht, daß sie die Bedeutung des Wortes nicht kannte, und die Vermutung wurde bestärkt, als er den nächsten Satz ausgesprochen hatte.

Das ist ein anderer Rame für gefiederte Schlange," sagte er langsam.

Sie schaute ihn lange an, dann fiel sie plötz­lich in einen Stuhl und bedeckte das Gesicht mit den Händen. Als sie wieder aufschaute, sah sie bleich und verzerrt aus.

Würden Sie mich morgen besuchen?" sagte sie und reichte ihm ihre schlaffe Hand.Rein, nein, ich will heute nicht mehr darüber sprechen ... morgen.

Sie folgte ihm in die Halle und sah, wie er fortging. Dann rief sie ihr Mädchen.

Gehen Sie sofort zu Cooks Reifebureau und belegen Sie zwei Schlafplätze im Orientexpreß."

Das Mädchen war scheinbar an solche plötz­lichen Entschlüsse gewöhnt und antwortete nur mit einem zufriedenen Lächeln.

Rita, niemand darf erfahren, daß wir mor­gen früh reifen. Es wäre gut, wenn Sie packen würden und meine Koffer in der Rächt zur Sta­tion brächten. Sagen Sie auch dem Portier, daß ich für mindestens ein Iahr verreise aber erst im letzten Moment."

Paula Staines ging zu ihrem Tisch zurück und verbrachte den ganzen Rachmittag damit, Briefe zu zerreißen, Schecks zu schreiben und Rechnungen zu bezahlen. Es war ein Grundsatz, den ihr Vater ihr eingeprägt hatte, und den sie niemals vergaß: .Gehe immer Verwicklungen aus dsm Wege!' Es waren böse Verwicklungen im Anzug, die schnell über die hereinbrechen würden, die dablieben.

(Forljetzung folßL)