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cocit zu verzichten, als dies die Stadt Frankfurt bereits getan hat. Ein Antrag Werner lfrak- tionslos) und Böhm (Dnatl.), der ebenfalls die Hefrag betraf, wurde durch die vorher­gehende Aostimmung für erledigt erklärt. Ebenso werden einige Eingaben entsprechend der Regie­rungserklärung für erledigt erklärt.

Der von dem Kun st verein für Hessen und der Freien Bereinigung hessischer Künstler verlangte Beitrag von 5000 Mark für dre vom- > merausstellung 1 930 in Darmstadt wird gegen eine Stimme bei zwei Stimmenthal­tungen aus Sparsamkeitsgründen abgelehnt.

Das Parlament im Rundfunk.

Ein mitzglücktcs Experiment.

Berlin, 7. Febr. (Priv.-Tel.) 3e länger die Einrichtung des Rundfunks besteht, desto zahlreicher werden die Klagen über seine Han^ habung. Bisher hat es sich aber immerhin noch vermeiden lassen, diese technische Errungenschaft mit parlamentarischen Sitzungen m direkten Zusammenhang zu bringen, also zu ver^ hindern, dah die breitere Oesfentlichkett durch älebertragungen einen Einblick in dre Berhalt- nisse gewinnt, die wir zum Schaden für den Parlamentarismus nur allzu oft in den Sit­zungssälen unserer Parlaments vorfrnden. Die­jenigen, die es mit dem Parlamentarismus gut meinten, haben sich auch stets gegen die Leber- tragung von Brandreden und Spektakelstucken gewehrt. Sie haben jetzt die Waffen strecken müssen, weil diejenigen, die Republik, Demo­kratie und Parlamentarismus allein gepachtet zu haben glauben, es fertig gebracht haben, nun auch das Rundfunkmikrophon dort hinzustellen, wo parteipolitische Gegensätz­lichkeiten am stärksten aufeinander zu Platzen pflegen und wo es nicht immer so zugeht, tote man sich das im Interesse des Parlamentaris­mus selbst wünschen mühte.

Den Anfang hat Preußen gemacht, und zwar ausgerechnet der Sklarek-älnter- suchungsausschuh, in dem am Donnerstag der Berliner Bürgermeister Scholz sprechen sollte. Der Rundfunk wurde auch eingeschaltet, aber im gleichen Augenblick verstanden es die Kommu­nisten mit Hilfe des kommunistischen Ausschub­vorsitzenden eine Geschäftsordnungsdebatte von Stapel zu lassen, die lediglich dazu diente, vor dem Mikrophon Parteipolitik zu treiben. Die anderen Parteien beschränkten sich nur auf leere Proteste. Sie muhten sich überdies durch die Kommunisten die schwersten Beleidigungen gefallen lassen, die selbstverständlich nun in alle Welt hinausgefunkt wurden. Brüllendes Gelächter löste es schließlich aus, als ein Demo­krattm Interesse des Ansehens des Parla­ments" Schluß der Debatte verlangte. Auch seine Worte und ihre Aufnahme natürlich durch den Rundfunk hinaus. ünt> drathen im Lande wird man nunmehr naai uie,e.n bezeich­nenden Zwischenspiel wissen, was man vom Par­lament im allgemeinen und der Tätigkeit un­serer Abgeordneten im besonderen zu halten hat.

Amnestie in Spanien.

Madrid, 6.Febr. (TU.) Aus Anlaß des am heutigen Donnerstag vor einem Jahr erfolgten Todes der Königinmutter Maria Chri- ft i n a von Spanien beschloß der Ministerrat, eine weitgehende A m n e st i e für sämtliche Militär- und Zivilpersonen zu erlassen, die in die während der Diktaturzeit versuchten Umsturzanschläge verwickelt waren Dadurch werden auch alle vor einem Jahr entlassenen Artillerieoffiziere wieder in den Dienst eingestellt. Die von Primo de Rivera aufgehobenen Unterstaatssekretariate werden jetzt wieder errichtet. (Sambo und Gabriel Maura bemühen sich, gemeinsam die sogenannte große nationale Partei zu bilden.

Aus aller Wett.

Der Fall Meuhdörfer.

Die Gerichtspressestelle Bayreuth erklärt: Die in den letzten Tagen vorgenommenen Rachfor­schungen bezweckten hauptsächlich festzustellen, ob die Angaben Schuberths und Popps, die sich bekanntlich s e l b st des Einsteigens in die Billa Meuhdörfer beschuldigt hatten, wahr seien. Die Rachforschungen ergaben, daß d i e Angaben nicht wahr sein können. Cs wurde festgestellt, dah Schuberth und Popp au der in Frage kommenden Zeit sich nicht in der Billa Meuhdörfer, sondern an ganz an­deren Orten befunden haben. Schuberth hat seine bisherigen Angaben bereits dem Llnter- suchungsrichter gegenüber widerrufen. Er be­zeichnete als Beweggrund seiner Selbstbeschuldi­gung die Erlangung der in Aussicht gestellten Belohnung, mit der er für seine Familie sorgen wollte.

Stresemann-Ltraße in Berlin.

3n der Stadtverordneteniitzung wurde der An­trag der Deutschen Dolkspartei, den Stcahenzug Tiergarten-Lenne-Straße Stresemann-Strahe zu nennen, mit 109 gegen 101 Stimmen angenommen. Dafür stimmten die bürgerlichen Mittelparteien und die Sozial­demokraten, dagegen die Deutschnationalen, die Rationalsozialisten und Kommunisten.

(Befangene Aufständische entfliehen von Jleu-(Buinea.

Aus dem am oberen Digoel-Fluß auf Neu- Guinea errichteten Konzentrationslager, in dem seinerzeit die Führer der kommu­nistischen Bewegung und eine Anzahl ak­tiver Teilnehmer an dem kommunistischen Auf- standsoersuch in Niederländisch-Jndien inter­niert wurden, sind mehrere Gruppen von Inter­nierten e n t f l o h e n. Einer dieser Gruppen gelang es, die Thurda-Jnscln au erreichen, wo sie von einem Regierungsdampfer wieder übernommen wurde. Eine andere Gruppe wurde auf der Flucht int Urwald von Paquas überfallen. Die Ueberlebenden, die zum größten Teil bei dem Kampfe verwundet wurden, wurden von Paquas in das Internierungslager zurückgebrachl und an die holländische Besatzung ausgeliefert Der zu dieser Gruppe gehörende bekannte Kommunisten­führer D a ch l a n mußte von feinen Anhängern im erschöpften Zustande im Urwald zurückgelassen werden.

Beraubung einer Aztekenpyramide in Mexiko.

Diebe haben die Attetenpyrarnide von Eholula im Staate Puebla erstiegen und von dem Ma- rienbildnis die goldene Krone, die 3utoelen und Gewänder, sowie den 3esuslnaben des von Eortez aufgestellten MarienstandbildrS gestohlen.

ttnierzeichnung des Freundschastsverirags zwischen Oesterreich und Italien.

Das Ergebnis der Haager Konferenz. - Trinksprüche zwischen Schober und Mussolini auf die neue Freundschaft.

Rom, 6. Febr. (Tel.-Ln.) Der italienisch­österreichische Freundschafts-, Vergleichs- und Schiedsgerichtsvertrag ist von Schober und Mussolini am Donnerstag unterzeichnet worden. Rach der Unterzeichnung schenkte Musso­lini dem österreichischen Bundeskanzler eine sil­berne Statue, die den Tiber darstellt. Der Wortlaut des Vertrages wird am Mittwoch in Wien und Rom veröfsentlicht werden. Der Ver­trag ist auf zehn Fahre abgeschlossen worden, läuft aber weiter, wenn er nicht gekündigt wird.

Am Donnerstagabend veranstaltete Mussolini ein Festessen zu Ehren des österreichischen Bundeskanzlers, auf dem zwischen beiden Staatsmännern herzliche Trtnksprüche ge­wechselt wurden.

lien und Oesterreich seien durchden Freund- schastsvertrag bekräftigt worden. Zum Schluß sprach Schober seinen aufrichtigen Dank für die Aufnahme in 3talien aus und erhob sein Glas auf das Wohl des Königs von 3talien, der königlichen Familie, Mussolinis und des gesamten italienischen Volkes.

Gchober ist sehr zufrieden.

Der Zweck der Berliner Reise

Rom, 6. Febr (TL.) Bundeskanzler Schober empfing am Donnerstag die Vertreter der deutschen und österreichischen Presse und erllärte ihnen u. a., daß der am Donnerstag unterzeich­nete Vertrag ein Freundschafts-, Vergleichs- und

Der Staatsbesuch des österreichischen Bundeskanzlers In Rom: Bundeskanzler Schober (Mitte) bei der Ankunft in Rom.

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führte u. a. aus, die Regierung und das italienische Volk chatten Schobers Besuch herz'ich ausgenommen und werteten seine Bedeutung be­sonders, da in dem neuen Vertrage die Freund­schaft zwischen beiden Rationen festg.legt worden sei Die Bedeutung Oesterreichs in C u° ropa sei- der faschistischen Regierung immer klar gewesen und das erkläre 3taliens Hal­tung auf der Haager Konferenz. Mit 3nteresse verfolge 3talien Oesterreichs Bemühun­gen, zu einer Gesundung seiner politischen und wirtschaftlichen Lage zu kommen. Mussolini schloß mit einem Hoch auf den Bundespräsidenten, die Republik Oesterreich und den Bundeskanzler.

Bundeskanzler Schober

dankte Mussolini für die freundlichen Worte. Das Ergebnis der Haager Konferenz sei für Oesterreich von historischer Bedeutung. Der Erfolg hätte nicht erzielt werden können, wenn nicht Italien, das der größte Gläubi­ger Oesterreichs war, auch diesmal, wie schon wiederholt, weitreichendes Verständnis für öster­reichische Lebensnotwendigkeiten bewiesen hätte. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen 3ta-

Schiedsgerichtsvertrag sei, wie Oesterreich ihn schon mit vielen Staaten abgeschlossen habe, wie z. B. mit der Schweiz, der Tschecho­slowakei ufto. Alle, die hinter dem österreichisch- italicnischen Freundscha ts° und Sch edsgerichts- vertrag etwas Außergewöhnliches such­ten, würden durch die Veröffentlichung ent­täuscht sein. Er fei kein Mann, der die Oesfcnt- lichkeit zu scheuen brauche. Schober tarn im Ver­laus des Presseempfanges dann auch auf feine bevorstehende Reise nach Berlin zu spre­chen. Er freue sich, als österreichischer Bundes­kanzler dem benachbarten Deutschland seinen Be­such abzustatten, und sprach die Hoffnung aus, daß bei dieser Gelegenheit auch die Frage des deutsch-österreichischen Handelsvertrages geklärt werden könnte. Aus die Frage, ob die Ursachen, die seinerzeit zur Trübung der italienisch­österreichischen Beziehungen geführt hätten (wo­mit wohl S ü d t i r o l gemeint sein dürfte), bei­gelegt seien, erklärte Bundeskanzler Schober, daß er vom ersten Tage seiner Kanzlerschaft an nur Freundschaftsbeweise 3taliens gegenüber dem österreichischen Volk erfahren habe und keinerlei Beschwerden mehr an ihn gelangt seien.

Das Attentat ans den Präsidenten von Mpko.

Das Attentat auf den Präsidenten von Mexiko: Präsident Ortiz Rubio im Kreise seiner Familie.

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Die Mexikaner legen Wert darauf, daß sie keine Gelegenheit zum Revolutionspielen vorüber- gehen lassen. Auch der Tag, an dem der neue Präsident Ortez Rubio sein Amt an trat, ist durch solche Do.ksbelustigung gekrönt worden. Der Präsident ist angeschossen, nach neueren Rachrichten sogar nicht unbedenklich: aber wer in Mexiko ein Amt übernimmt, weiß, daß damit automatisch gesteigerte Lebensgefahr verbunden ist.

3m Grunde genommen ist das Land in den hundert 3ahren, seit es die spanische Herrschaft abschüttelte, aus den Unruhen nicht her­ausgekommen, vielleicht wenn man die Zeit des Diktators Porfirio Diaz abrechnet. Da waren immer Heinere Provinzialarößen oder Ge­nerale. die sich selbständig machten und gegen die Zentralgewalt ankämpften, die auch immer Anhänger fanden, solange sie Geld hatten und.

da das Land nur halb kultiviert ist, einen Guerillakrieg führen konnten, der mit Drand- chahungen des Landes solange geführt wurde, bis die Armee aus Mangel an Lebensmitteln oder an Plünderungsmöglichkeiten auseinander­lief. Präsident Calles hat diesen Unfug zu teuem gesucht und hat auch unbestreitbare Cr- olge erzielt. Was sich ihm in den Weg stellte, wurde beiseite geräumt, so daß er schließlich un­bestrittener Herr des Landes war. Er hat aber dafür von der andern Seite her die Brand» adel in die Bevölkerung hineingeworfen, indem er einen Kulturkampf gegen d i e ka­tholische Kirche führte, den er später wieder abbauen mußte. Die Leidenschaft dieses ohnehin temperamentvollen Mischvolkes sind dadurch er­neut in Bewegung geraten, und eine Folge dürfte auch das neueste Attentat fein, hinter dem ver­mutlich der unterlegene Präsidentschaftskandidat Dasconcellvs steht.

Wan könnte aus dieser Geschichte der Revo­lutionen schließen, dah Mexiko noch nicht die moralische Reife zur Eigenstaatlichkeit hat. Die Bereinigten Staaten haben diese Folgerung auch ziehen und das Land annektieren wollen, schon mit Rücksicht auf die reichen Gel­eitet im Rorden. Sie haben zu dem Zweck längere Zeit eine eigene Privatarmee auf mexi­kanischem Boden unterhalten. Aber der Un­abhängigkeitssinn der Mexikaner ist so groß, daß sie sich gegen diese Einrnisa-ung von Rorden l>er einmütig zusammenfanden. Die Petroleum­magnaten haben deshalb ihr Tempo gemildert und suchen jetzt im Wege der friedlichen Ans­augung der Mexikaner allmählich Herr zu wer­den, was ihnen auch eher gelingen dürfte. Denn je mehr das Land besiedelt wird, je mehr fremde Kolonisten einbringen, die in Ruhe ihren Besitz mehren wollen, desto eher muh der klassische Revolutionär aussterben. Aber darüber wird noch einige Zeit vergehen.

Die Mersuchung des Attentats.

Eine weitverzweigte Verschwörung?

Mexiko, 7. Febr. (WTD. Funkspruch) Prä- ident Rubio muhte sich Donnerstag nachmi tag einer zweiten Operation unterzieh n, die der Entfernung eines Knochensplitters aus dem Kiefer galt. Der Patient hat die Opera­tion gut überstanden, und die Aerzte bezeichnen sein Befinden als befriedigend. Sie wollen aber nicht gestatten, daß irgend jemand ich mit ihm unterhält. 3n der Bundeshaupt­stadt herrscht völlige Ruhe. Angesichts der Zeitungsberichte, dah Präsident Rubio sich nicht in Le^nsgefahr befinde und wahrscheinlich be­reits innerhalb einer Woche imstande sein werde, feine Amtstätigkeit aufzunehmen, hat sich die Er­regung der Bevölkerung gelegt. Der Täter Flo­res ist im Militärgefängnis untergcbracht. Er hat zugegeben, dah er dem Präsidenten meh­rere Stunden nach st eilte, um eine gün­stige Gelegenheit für den Anschlag abzupassen. ®ie Lnterfuchungsbchärde geht offenbar von der Voraussetzung aus, dah der Anschlag auf eine weitverzweigte Verschwörung zuräck- zusühren ist: es wird jedoch nicht belanntg .geb n, welche Ergebnisse die Untersuchung bish.r ge­zeitigt hat. Die Truppen, die während der ganzen Rächt in kleinen Abteilungen durch die Straßen marschierten, wurden heute zurück­gezogen. Vor der Wohnung des Präs deuten kind jedoch 50 Mann der Präsidentschaslswache auf gestellt. Der Verkehr wird von der Polizei im Umkreis von zwei Häuserblocks umgeleitet. Rach dem Polizeibericht sind bei dem Anschlag drei Zuschauer durch die Schüsse des Täters verletzt worden.

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Wettervoraussage.

Der Kaltlufteinbruch hat sich über ganz Deutsch­land durchgesetzt, so daß die heutigen Morgentem- peraturen bei Null und etwas darunter lagen Er hat gleichzeitig eine Verlagerung des nordwestlichen Hochdruckgebietes nach der Nordsee bewirkt. Das Hoch wird sich weiter nach dem Festlands aus­breiten. Dabei werden feine ausfließenden Lust­massen uns überfluten, so daß unter südöstlichen Winden das rauhe Wetter anhält. Einzelne Schnee­fälle sind vorerst noch zu erwarten. Die Tempera­turen sinken langsam weiter und kommen unter dem Gefrierpunkt zu liegen. Auch nimmt die Wol­kendecke später mehr ab, so daß Aufheiterung ein- tritt.

Witterungsaussichten für Sams­tag. Teils wolkiges Wetter mit vereinzelten Schneefällen, teils aufheitemd, leichter Frost.

Amtliche Wintersportnachrichten

Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, mi­nus 5 Grad 15 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zen­timeter Neuschnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Herchenhainer Höhe: Klar, minus 5 Grad, 15 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmög­lichkeit für Ski und Rodel sehr gut.