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JI« 5980 ■ (ab Werk)
Daimler-Benz A.-G. Verkaufstelle Giefeen, Bahnhofstrabe 90/92
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Aus der Provinzialhauptstadt.
Drehen, den 7. Februar 1930.
Podagra.
Don Dr. med. E. Moübacher, Äerlin.
Aus .Podagra" hat vielfach der Dolksmund „Psotenqram" gemacht, und damit, wie so hausrg. den Olagel auf den Kopf getroffen. Ist es doch bei der Gicht meist die große Zehe, bie als Ein des Leidens Gram und Kummer verur- facht Die Gegend des Gelenkes zwischen Mittel- fuhknochen und Zehe schwillt im akuten Gichtanfall stark an, indes sich tue darüber.liegende Haut hochrot verfärbt und brennend heiß wird. 3m Gelenk wühlt, beißt und brennt es; jede, auch die leiseste Berührung, löst die heftigsten Schmerzen aus. und oft dauert es Stunden und Stunden, dis die rasenden Beschwerden nachlassen. Beben dem großen Zehengelenk können auch andere Gelenke der Füße und Zehen, der Hände und der Finger, Knie-, Ellenbogen-, und noch größere Gelenke befallen werden. ,
Es ist bekannt, daß bei der Gicht Abweichungen des Harnsäure st offwe ch f e 13 vom Normalen eine wichtige Rolle spielen. Die Harnsäure wird bei der Gicht nicht in genügender Menge von der Niere ausgeschieden; sie sammelt sich im Blute an und schlagt sich — unregelmäßig periodisch — in Kristallform nut Vorliebe auf den Gelenkknorpeln nieder; Jie fällt aus", sagt der Chemiker; und .löst den Anfall aus", seht der Arzt hinzu. Auch die Gicht- kn o t e n an den Fingern, an den Ohren ufto. hefteten aus harnsauren Salzen. Worauf aber die Gicht, worauf letzten Endes die Harn- säurestoffwechfelstörung beruht, das ist noch in ein geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Sicherlich spielt in manchen Fällen erbliche Anlage eine Nolle; zumal in Familien, in denen auch noch andere Stosfwechselstörungen, wie Zucker, Fettsucht und dergleichen Vorkommen. Die Annahme, daß starker Flei sch genuh mit zur Entstehung des Leidens beiträgt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Jedenfalls ist die Gicht in England mit feinem großen Fleischkonsum viel verbreiteter als in Japan, dem fleischarmen Neis- lande. Alkoholmihbrauch, vor allem das übermäßige Trinken schwerer Rot- und Portweine, wie überhaupt üppiger Lebenswandel gelten als besonders schädlich für Personen, die eine Anlage zur Gicht haben. 3m übrigen ist das Podagra eine klassische M ä n n e r k r a n k h e i t ; auf 50 bis 80 gichtkranke Männer kommt eine gichtkranke Frau.
Die Behandlung der Gicht hat zunächst einmal den akuten Anfall mit Hilfe von innerlichen Medikamenten zu bekämpfen. 3n der anfallsfreien Zeit muß eine Diät eingehalten werden, die dem Körper möglichst wenig harnfäurebil- dende Kost zuführt. Man wird also bei Fleischspeisen Niere, Leder, Euter, Zunge, ferner alle kleinen Tiere (Taube, Rebhuhn und dgl.), und außerdem Oelfardinen, Hecht, Zander ufto. vermeiden. Anderseits eignen sich Sahne, Milch, Butter, Mehlspeisen, Eier, Obst und Gemüse be- sonders gut für eine Gichtdiät. Der Kranke kann jedoch ruhig 100 bis 150 Gramm Fleisch pro Tag genießen. Schließlich spielen ganz besonders bei
den chronischen Formen der Gicht Bade- und Trinkkuren mit natürlichen Heilquellen, Schlamm» und Moorbäder, HeißluUbehandluna, Dampf duschen, Diathermie und andere physikalische Methoden eine wichtige Rolle.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stadt' theater: „Musik", 20 bis 22 Uhr. — Republikanische Arbeitsgemeinschaft an der Landesuniversität: Vortrag über das Thema „Studententum und Nationalsozialismus" (Vortragender: Dr. mierenborff), 20.15 Uhr, im Cafs Ernst Ludwig. — Matthäus« gemeinde: Hauptversammlung, 20.15 Uhr, im Gemeindesaal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bruder Bernhard" und „Sein Herzensjunge". — Astoria-Lichtspiele: „Gefangene des Meeres" und „Das Haus ahne Männer".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Premiere „Musik", von Wedekind, beginnt um 20 Uhr. — Sonntag Fremdenvörstellung „Drei alte Schachteln", Operette van Walter von Kolo. — Dienstag, 11. Februar, „Du wirst mich heiraten", Lustspiel von.Verneuil. — In Vorbereitung: „Wie es Euch gefällt", Shakespeare, und »Heilige Flamme", von Maugham.
— Hebet „ötuöentenfebaft und Nationalsozialismus" wird der Pressechef des Hess. Innenministeriums Dr. Mieren- dorff, Darmstadt, heute Freitag, 20*/♦ Uhr. im oberen Saale des ©a'e Ernst Ludwig sprechen. Die Veranstaltung geht von der republikanischen Arbeitsgemeinschaft an der Landesuniversität aus.
— Familienabend der ßutas gern einbe. Die Lukasgemeinde wird dm nächsten Sonntagabend wiederum einen Familienabend in ihrem Gemeindesaal veranstalten. Es wird ein Vortrag m t Lichtbildern über das Thema: „Menschen und Städte in Italien" gehalten werden. Der Vortrag wird durch gesangliche, dem Thema angepahte Darbietungen umrahmt werden. Näheres in der heutigen Anzeige.
— Die Soldaten- und Schuhpolizeimission, Sih Eßen, die auf eine 39jährige segensreiche Tätigkeit zurückblickt und die ihre Aufgabe darin sieht, den Reichstvehrsoldaten, der Schutzpolizei und den Fremdenlegionären (mit letzteren steht sie allein mit mehr als ICO in brieflicher Verbindung) das Evangelium nahezubringen, labt im heutigen Anzeigente.l zu einer Konferenz im <5aare der Stadtmission ein.
— Der Verein ^Oberhessisches Dame n h e i m" teilt mit feiner Wobltä'.igle'tsauf- führung »Die Eiskönigin" allen Besuchern den Minter vorzaubern, den die Natur uns bis jetzt noch vorenthalten hat. Die Wohltätigkeitsveran- ftaltung wird in unserem heutigen Anzeigenteil erneut angekündigt. Der Besuch des Festes, das am (Sonntag und Montag auf der Liebigs- höhe stattsindet, fei noch einmal toarm empfohlen.
— Ein Dortrag für Damen findet auf Veranlassung des Naturheilvereins am kommenden Montagabend im Katholischen Dereinshaus statt. Vortragende ist Frau Elsa von ® elfte r l (Berlin), die — wie man uns mitteilt — den Frauen und Töchtern unserer Stadt viel wichtiges zu sagen haben wird. (Siehe heutige Anzeige.)
— Der öffentliche Vortrag .Gutes Licht gehört zum Haushalt', den die Hausfrauenvereine und die E.ektrogemeinfchaft Gießen veranstalten, findet, wie wir in Derichti- gung einer früheren Notiz bemerken möchten, am nächsten Dienstagabend im Saale des Eas6 Leib statt.
L.U. Don de r Landes-Universität Gießen. Die Universität Amsterdam hat Professor Dr. Victor eingeladen, im März Gastvorlesungen dort zu halten.
•* Finanzamtspersonalie. Der Obersteuerinspektor Ernst Lehr beim Finanzamt Gießen wurde zum ©teucra.ntmann ernannt und an das Finanzamt Friedberg ver.'etzt. Herr Lehr konnte sich hier bei seinen Vorgesetzten, sowie bei seinen Kollegen und sogar bei den Steuerpflichtigen des größten Ansehens erfreuen.
8 8. Geburtstag. Am nächsten Sonntag, 9. Febr., begeht der Oberpostschafsner i. R. Adam Emig, Wilhelmstraße 45, Altveteran von 1866 und 1870 71, bei noch guter körperlicher Rüstigkeit seinen 88. Geburtstag.
** D i e Fenträluhrenanlage in Gießen, die noch vor einigen Wochen den Stadtrat beschäftigte, wirb nun in Betrieb kommen. An die Anlage, bie ihren Betriebsmittelpunkt im alten Rathause in dem großen Vorzimmer vor dem Standes« amtsbureau hat, ist bereits die öffentliche Uhr an der Johanneskirche angeschlossen und seit gestern in Gang gesetzt worben. Von heute mittag ab soll auch die öffentliche Uhr an bcr Katholischen Kirche von dieser Zentralanlage aus betrieben werben. In den nächsten Tagen werben bann bie öffentlichen Uhren am alten Rathaus, an ber Pestalozzischule unb am Gas« unb Wasserwerk angeschlossen und in Betrieb gesetzt werben. Der Anschluß weiterer öffentlicher Uhren ist für dieses Jahr vorerst nicht geplant, es wirb für nächstes Jahr damit zu rechnen sein. Dagegen haben sich eine ganze Anzahl industrieller und gewerblicher Betriebe jetzt bereits an die Zentral« uhrenanlage anschließen lassen, um dadurch eine ein- heitliche unb einwandfreie Uhrzeit zu erlangen. Die Zcntraluhr im alten Rathaus wird täglich nach den Hingaben des Nauener Zeitzeichens gerichtet, so baß bie Bürgerschaft unb bie angeschloffenen Betriebe also jeberzeit bie maßgebenbe mitteleuropäische Zeitbestimmung haben.
Kirche und Schule.
= Hungen, 6. Febr. Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz von Dekan Engel, Obbornhofen, und in Anwesenheit von Oberkirchenrat Magner, Gießen, dir erste Deka n a t s k o n f e re n z unseres Dekanats im neuen Jahre statt. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein Referat von Pfarrverwalter Lenz, Münzenberg, über .Die Geschichte und Bedeutung der Augsburgischen Konfession", deren 400. Jubiläum in diesem Jahr festlich begangen wird. Der Redner trug die neuesten Forschungen auf diesem Gebiet vor. Im Verlaufe der geschäftlichen Verhandlungen wurde mitgeteilt, daß die diesjähr. Superintendenturkonferenz am 21. Mai in Gießen stattfindet.
tog. Gedern, 4. Febr. An Gaben und Opfern unserer evangelischen Gemeinde gingen im Jahre 1929 insgesamt ein 3090 Mk., und
zwar milde Gaben an Vereine unb Anstalten evangelisch-christlicher LiebeStätigkeit 1425 Wk.. allgemein erhobene KirchenkoUekten ausschließlich Neujahrskollekte 371 Mk., Opfer und Gaben für die Ortsarmen 183 Mk.. sonstige freiwillige Leistungen für kirchliche Zwecke 1111 Mk.; auf den Kopf der evangelischen 'Bevölkerung entfallen somit 1,70 Mk.
(Schluß be» redaktionellen Teil»)
Zum guten fiaffee gehört ein guter Zusatz. Dieser alten Erfahrung ist cs in erster Linie zu verbanken, baß ber „Aechte tfranrf" mit ber Schutzmarke, ber Kaffeemühle, über bie halbe Welt verbreitet würbe. Sein reicher Gehalt an Wiirzftosfen, seine Färbekraft, sein« große Ausgiebigkeit unb Billigkeit im Verbrauch sinb Eigenschaften, bie jebe gute Haus- {rau zu schützen weiß. 251V
TUerccbes-Beni in Barcelona prelegcfröi
Das internationale Preisgericht ber Weltausstellung in Barcelona hat ber Daimler-Benz A.-G., Gaggenau, für bie ausgestellten Nutzkraftfahrzeuge ben „Großen Preis" zuerkannt. 347v
Der Seniorchef
des Hauses H. Ä Co. ist mit seinen 79 Jahren noch von einer solchen geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit, daß er täglich bei allen wichtigen Entscheidungen selbst mitwirkt. Die Bürde des Alters ist ihm kaum fühlbar geworden. -
„Solange Arterien, Herz, Nerven und Nieren in Ordnung sind - pflegt er zu sagen - bleibe ich jung. Und da Ich stets den coffeinfreien und unschädlichen Kaffee Hag trinke, vermeide ich es, diese wichtigsten Organe Einflüssen auszusetzen, die ihnen schaden könnten. Ich kann sogar abends meinen Mokka trinken, so schwarz ich ihn nur mag - aber F ig muß es sein V*


