Ausgabe 
6.9.1930
 
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Nr. 208 vierter Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)Samstag, 6. September (950

Wirtschaft.

Oie Roggenstühung.

Dor Vertretern der Berliner Presse erklärte der Getreidekommitsar bc» Reilsernäbrungsmini- fteriumS, Ministerialdirektor Dr Baad«, da sich alle Parteien, auch die Sozialdemokraten, über die Lotwendig kett der Loggen» ftützung einig seien, und dem Leich noch reiche sinanztclle Möglichkeiten zur Verfügung ständen, sei an eine plötzliche Beendigung der Stützung-aktion nicht zu denken. An- Sesicht« der geringen diesjährigen Loggenernte andele es sich unter Einsetzung der alten Vor­räte bei einem normalen Brotverbrauch von 4 bis 4,5 Millionen Tonnen ind einer normalen Rog- genversuttcrung von 2,5 Millionen Tonnen nur um die Lotwendigkcit der Unterbringung der restlichen 800 000 Tonnen. Da bis­her in drei Monaten 300 000 Tonnen Solin- Doggen zu 70 Mark unter Aufwendung von 20 Millionen Mark verlorener Zuschüsse abgcleht worden seien. f6nne der weitere Arberschuh im Lause des Jahres spielend abgesetz» werden, besonders wenn nach dem Verbrauch der Dor- einsuhren an Gerste der Absatz von öolin- Loggen mit der Berechtigung zum Erwerb zoll­begünstigter Gerste verbunden würde. Bei dem matten Angebot, da- in den letzten Tagen, vor ollem in Berlin, den Stützungsgesellschasten ge­macht worden sei. handele es sich in der Haupt­sache um Terminware bei geringem Angebot von essektiver Ware, so dast sich der Handel zum LicserungStcrmin erst mit Loggen erlassen müsse. Angesichts der sicheren Erfolglosigkeit des Dersuches, die Stühungsgesellschasten zu siren. habe die Spekulation an der Produktenbörse bei der Lealilierung ihrer Terminverpsiichtungcn mit unter Umständen gröberen Verlusten zu rechnen.

Saaten- und Srntestand im Deut­schen Leich Ansang September. Die Qualität der diesjährigen Getreideernte Hot unter der lang andauernden Lässe vielsach gelitten. Besonders stark wurde die Ernte an Sommer- halmsrüchten, vor allem an Haser, durch Aus­wuchs und Aussall beeinträchtigt. Die Entwick­lung der Hacksrüchte ist durch die Licderschläge überwiegend günstig beeinsluht worden. 3m all­gemeinen haben sich die Srnteauslichten für Hack­früchte gegenüber dem Vormonat gebelfert. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten, 2 -- gut, 3 mittel, 4 gering, ergibt sich im Reich-- durchlchnilt folgende Begutachtung Spätkar- tossel 2,6 (Vormonat 2.8), Zuckerrüben 2,5 (Vor­monat 2,7), Runkelrüben 2,5 (Vormonat 2,7), Klee 2,7 (Vormonat 3.0). Luzerne 2.5 (Dormonat 2,5). Dewäffcrungswiefeu 2.3 (Vormonat 2.4). andere Wielen 2.7 (Vormonat 3.0).

Anhaltende Depression auf dem Automarkt Der Kraftfahrzeugabsatz zeigt« im Juli kein« Anzeichen einer Besserung. Unter dein Einfluß der ungünstigen Witterungsverhöltnisse ist der Absatz fabrikneuer Personenkraftwagen weiter zurückgegangen. Die Registrierungen betrugen im Durchschnitt des Juli arbeitstäglich etwa 280 gegen­über 358 ctürf im Monat Juni. Auch der Absatz van Nutzfahrzeugen blieb unbefriedigend. Arbeits­täglich wurden 57 Stück zugelaffen gegen 63 Stück im Darmonat. Mit Eintreten einer günstigeren Wit­terung hat das Geschäft in den letzten Wochen eine kleine Belebung erfahren: dennoch ist im Gesamt- ergebnis des Auguftgeschäftes soweit sich das setzt schon überfchen laßt eine weitere Abschwä- chung eingetreten, die allerdings verhältnismäßig gering und faisonmäßig bedingt ist.

e Der Mehlbreis weiter gesenkt. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl (Spezial 0) ab 5. Sep­tember erneut um 25 Pf. auf 41,25 Mk. ermäßigt.

Zusammenfaffung der Frank­furter VaSinteressen. Die Frankfurter Vasgesellschaft hatte bereits in ihrem Ge­schäftsbericht für 1929 darauf hingewiesen, dah eine Vereinheitlichung der Gasversorgung in Frankfurt a. M. durch Zusammenfassung der ge­samten Sasinteressen in einer Gesellschaft geplant sei. Lach Mitteilung des Vorstandes ist die Verwirklichung des Projektes so weit sortgefchrit- ten, daß die Vorlage der entsprechenden Ver­träge in aller Kürze bei den zuständigen Stellen

erfolgen wird. Die Vereinheitlichung der Gas- interesfen der Frankfurter Gasgesellschaft und der Stadt Frankfurt soll in einer neuen Ge­sellschaft erfolgen, deren Grundkapital sich rest­los in Händen der Städte Frankfurt und Offen­bach befinden wird. Die Gesellschaft wird mit einem Grundkapital von 33 Mill. Mark aus- geftattct. Die Gründung erfolgt mit Wirkung vom 1 Januar 1930 Die neue Gesellschaft soll den Firmennamen .Main-Gaswerke AG" er­halten. Den Privatakt,on^ren der Frarklurter Gosgesellschaft wird die Stadt Frankfurt ein An­kaufsangebot auf ihre Aktien zu 130 Proz. unterbreiten.

Daimlcr-Üen». Zu der in diesen Ta­gen über Arbcitcrentlaslungen bei der Daimler- Benz AG verbreiteten Lachricht teilt die Ge- schältslcitung mit, dah sich diese Angaben le­diglich auf das Mannheimer Werk beziehen. Dieser Betrieb ist von fortschreitenden Ratio- nalisierungsmostnohmen am stärksten betroffen und bat gegenwärtig eine Delegfchaft von nur noch 900 Mann Lach Durchführung weiterer Rationalifierungsmahnahmen und der saifonmü- stigen Einschränkung der Produktion, die in die­sem Jahre infolge der herrschenden allgemeinen Depression der Wirtschaft früher al» sonst vor- genommen wurde, beschönigt der Konzern ge­genwärtig noch 9000 Arbeiter und Angestellte.

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M. 6. Sept. Tendenz etwas freundlicher. Die Wochenschluhbörse zeigte ftim- mungsmaßig wieder eine leichte Besserung. Die feste gestrige Neuyorker Börse war in erster Linie dafür ausschlaggebend. Die Kulifff trat etwas aus ihrer Zurückhaltung heraus und schritt an einige einigen Markten zu Deckungen, so daß das Geschäft in einigen Spitzenwerten zeitweise etwas lebhaftere Formen annehmen konnte. Sonstige Anregungen fehlten vollkommen. Die wirtschaftlichen Berhaltnisse liegen nach wie vor ungunfiig. Die NedenmarNe lagen vernachläsfigl und fast ohne Geschäft. Gegen­über der gestrigen Abendborse ergaben sich Kurs­erholungen im Durchschnitt bis zu 1,5 o. H. Etwas mehr Interesse machte sich für Chemiewerte gellend. IG.-Farben konnten 1 v. S). und Scheide- anstatt ebenfalls 1 o. S). gewinnen. Holzverkohlung besserten sich dagegen nur leicht. Gefragter waren noch am Elektromarkt Schlickert mit plus 1 v. H. AEG. zogen um Bruchteile eines Prozents an. sonst kamen an diesem Markte Grftnotierungen vorläufig nicht zustande. Kunstseidepapiere gewannen bis zu 1 v. S). Etwas mehr in den Vordergrund treten tonn­ten noch von Kaliwerten Westeregeln und von Zell­stoffwerten Waldhof, die bis zu 1,75 o. h. fester er­öffneten. Zellstoff Aschaffenburg waren dagegen nur behauptet. Banken lagen wenig verändert. Am Ren- tenmarkl war die Umsotztatigkeit ebenfalls nicht um­fangreich. Nur für Mexikaner bestand wieder etwas mehr Nachfrage, bei anziehendem Kurse. Im Ver­laufe war die Stimmung auf weitere kleine Deckun- gen freundlich, und gegen Anfang traten manchmal Kurserhohungen bis zu 1.5 v. f). ein. Siemens lagen insgesamt 4 v. S). fester. Am Geldmarkt war Tages­geld mit 3 v. f). unverändert. Am Devisenmarkt unterlag der Dollar größeren Schwankungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1985, gegen Pfund 20,4150, London gegen Kabel 4,8610, gegen Paris 123,78, gegen Mailand 92,90, gegen Schweiz 25,0550, gegen Holland 12,0790.

Berliner Börse.

Berlin, 6. Sept. Die erste Samstagsbörse nach der zweimonatigen Sommerunterbrechung eröffnete den Erwartungen des Vormittagsverkehrs entspre­chend in vollkommener geschaftsloser und wenig veränderter Haltung. Die Kurs­festsetzung vollzog sich recht schleppend Man merkte an dem Ordereingang, daß das Publikum erst wieder daran gewohnt werden muß. daß auch am Samstag Börte abgehalten wird. Aus der Wirtschaft war eine leichte Besserung des Ruhrkohlenabsatzes, allerdings bei weiter steigenden Haldenbeständen, gemeldet wor- den. Auch die befriedigende Entwicklung des Kunft- seidemorktes und der sehr feste Sd)& ber geftrigen Neuyorker.Börse waren keine ungünstigen Momente. Bei JG.-Farben blieb aber eine Abschwächung der Karftabtaltien auf 9,5 noch 9,75 Dollars nicht ohne Einfluß. Dom Karftabtmarlt ausgehenb kam bann hier auch eine Unsicherheit in die Tendenz. Man sprach außerbem von Krcbitfünbigungen bei dieser

Gesellschaft und notierte den ersten Kurs 3,5 v H niedriger Sonst waren die Kursveranberungen sehr Nein unb gingen nur ganz vereinzelt über 1 v H hinaus Siemens zeichneten sich sogar mit einem IL-o H.- unb Motoren Deup mit einem 2 o. H.- Gewinn aus Deutsche Anleihen unb Ausländer ruhig. Lissaboner Stadtanleihe : v. H fester Pfand briefe waren bei lehr kleinem Gelchasi behauptet. Ablosungspsondbriefe weiter gesucht. Am Geldmarkt erleichterte sich lagesgelb auf 2,5 bis 4,5 o H. bie übrigen Satze blieben unverändert Auch nach den ersten Kursen blieb die Umsapiatigkeit Nein, bei leichten Deckungen zum Wochenschluß war die Mehr- zahl der Papiere wieder leicht gebessert Das weitere Anziehen des Dollarkurses auf 4,20 Mark fand zwar Beachtung, wurde aber heute schon wesentlich fach­licher beurteilt, da man tingeleben hat. daß die Be­wegung nur eine Folge ber Verschiebung der Pfund- gegen Kabelparitot ist und nur auf eine Verände­rung des London Neuporker Zinsgefalles zurück­geführt werben darf.

Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Die Lage am Frankfurter Schlachtviehmarkt war gegen bie Vorwoche kaum verändert Das Geschäft war nach wie vor lehr klein Lediglich der Export schritt weiter zu einigen größeren Käufen, während die Frankfurter Metzger nicht über den notwendigsten Bedarf hinausgingen. Die Preisveränderungen waren nur unbedeutend. Aus dem Aindermarkt war der Austrieb stär­ker als in der Vorwoche DaS angetriebene Vieh war von nüttlcrcr Qualität Bei ruhi­gem Handel verblieb Aeberstand. Die Preise gaben bei Ochsen, Bullen unb Färsen etwas noch, konnten sich aber bei Kühen behaupten. Etwa 52 Prozent des Austriebs wurden wieder in die bekannten DersorgungSgebiete auSgesührt. Am Schweinemarkt war die Beschickung ge­ringer olS in der Vorwoche. Lach schleppen­dem Geschäst unb kaum veränderten Preisen wurde der Markt geräumt. Fettschweine waren wiederum fast unverkäuflich. Kälber hatten bei etwa» schwächerem Austrieb ruhige» Ge­schäft. Bei von 1 bi» zu 3 Mark anziehenden Preisen wurde ausverkauft. Schafe wurden bei unveränderten Preisen geräumt.

Der Gesamtaultrieb bestand aus 1407 Rin­dern. darunter befanden lich 360 Ochsen. 114 Bullen, 462 Kühe und 420 Färsen, ferner aus 1363 Kälbern, 245 Schafen unb 5365 Schweinen. Verglichen nut dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 35 Rinder mehr angetrieben, während 73 Kälber, 45 Schale unb 255 Schweine weniger zum Verkauf standen.

Bezahlt würben pro Zentner Lebendgewicht in Work Ochsen al) 58 61. .12) 53 57. bl) 48- 52 Bullen a) 54 57. b) 48 53. Kühe r) 48 - 52. b) 44 47. c) 40 43. d) 34 39 Fär­sen a) 59 c2. b) 55 58. c) 50 54 Kälber b) 79-82. c) 73 78. d) 65-72. Schale al) 50 bi» 53. b) 43- 49 Schweine b) 66 - 68. c) 67 bi» 69. d; 67 - 69. e) 65-68.

XBodjenbtndit

vom frankfurter Effektenmarkt.

Zu Beginn dieser Woche konnte sich die freund­lichere Stimmung nicht erhalten, da erneute un­günstige Wirtschaltrnachrichten unb die Unlieber- beit über den Ausgang ber Wahlen der Spe­kulation starke Zurückhaltung aul­erlegten. Die Orderlosigkeit dehnte lich weiter au». Io dah Im Zulammenhang mit zu­meist schwächeren Auslanbbörfen das Geschält fast vollkommen st a g n i e r t e. Auf der andern Seite fehlten Anregungen, um der Bvrl« einen Ansporn zu geben. Der Grundton war aber widerftandssähig, so dah bie Baiste-Lpekulation nicht wagte, einen Vorstoß zu unternehmen. Di« Kursverluste blieben daher im allgemeinen zie n- lich gering. Die Zunahme bet Spareinlagen m Preußen auf über 10 Milliarden wurde kaum beachtet. Doch wurde die Tendenz wider Er­warten im Laufe der Woche freundlicher. Anlaß hierzu boten einige Sonderanregungen oder einige Lpezialbewegungen. In Börsenkreilen machte sich wieder ein Hoffnungsschimmer be­merkbar. und die Spekulation schritt verschie­dentlich in SpeUalwerten zu Meinungskäusen, so daß m Verbindung mit einigen Ausland- order» da- Geschäft in Spezialaktien wieder lebhaftere Formen annehmen konnte. Auch scheint sich da» Vertrauen im Aus­lande zu den deutschen Aktienmärkten wieder etwa- zu heben. Die Wirtschaft-nachrichten lau-

Die deutsche Wirtschaftslage Lude August.

Das Institut für Konjunkturforschung verössent- licht in feinem neuen Dierteljahrshest bie Ergebnisse feiner Untersuchungen über die gegenwärtige deutsche Wirtschaftslage, die im engsten Zusammenhang mit der Entwicklung der weltwirt- schastlichen Industriekonjunktur steht. Danach ver­harrt die deutsche Wirtschaft in tiefer Depres­sion.

Der Umfang der industriellen Tätigkeit dürste zur Zeit um 15 bis 20 Prozent geringer fein, als zur gleichen Zelt des Vorjahres.

Die Indexziffer der industriellen Produktion ist von Juli 1929 auf Juli 1930 um 20 Prozent zurückge- gangen, der gewerbliche Stromverbrauch um 14 Prozent (Juni-Vergleich), die Wagengestellung der Reichsbahn um 18 Prozent, die Zahl der in der Industrie geleisteten Arbeitsstunden um 21 Prozent, der Beschäftigungsgrad der Gewerkschaftsmitglieder um 17 Prozent. Die Arbeitslosigkeit er­streckte sich Mitte August auf 2,85 Millionen Per­sonen, das sind rund 1,5 Millionen mehr als vor einem Jahr. Das Bild, das sich aus der Betrachtung der verschiedenen Wirtschaftsbaro­meter ergibt, ist eindeutig nur insofern, als es die Hoffnung auf eine noch inwiefern Jahr zu erwartende Besserung der Wirt- schastslage nicht erlaubt. Dagegen ist Im Augenblick noch nicht mit voller Sicherheit zu ent- scheiden, ob der konjunkturelle Tiefpunkt der De­pression bereits erreicht worden ist. Eine Anzahl von Symptomen legt diesen Schluß nahe. Zu berück­sichtigen ist aber, daß durch die politischen Ereig­nisse Faktoren geschaffen sind, die störend in den Wirtschaftsorganismus eingreifen und die aus ihm erwachsenden Konsolidierungstendenzen in gewissem Umfange unterbinden. Denn zweifellos gesellt sich zu den konjunkturellen Reaktionen, die zur De­pression geführt Haden, eine

schwere verkrauenskrisis, die sich In einer ver­hängnisvollen Kapitalflucht äußert.

Besonders viel wird für die deutsche Wirt­schaft auch diesmal darauf ankommen, wie sich in der nächsten Zelt die Konjunktur in den Ver­einigten Staaten und in anderen Landern gestalten wird Denn zum erstenmal seit dem Weltkrieg haben die strukturellen Verflechtungen der Weltwirlschast zu einem sehr engen Zusammenhang auch der wirt- schastlichen Gebiete der einzelnen Länder gesührt. Zum erstenmal ist die deutsche Konjunktur In Gleichtakt mit der Konjunkturbewegung der anderen großen Industriestaatenge- treten. Anders als 1926 bietet deshalb ber Export der deutschen Industrie keinerlei Ausgleiche die Ausfuhr Deutschlands Ist sogar mengenmäßig ge- fünfen Diese Entwicklung ist um so nachteiliger, als Der Rückgang im internationalen Preisniveau auto­matisch eine Erhöhung der Reparation»- lasten nach sich zieht.

3n der Weltwirtschaft Hal sich der ftonjunflur- rückgang in den letzten Monaten weiter ver­schärft.

Mit Ausnahme von Frankreich, sowie von Dänemark, Irland unb Norwegen befinden sich alle Lander in einem mehr ober weniger starken Kon­junkturrückgang Anzeichen eines nahe bevorstehen­den, oder bereits vollzogenen Tendenzum- schwungs der Konjunktur im Sinne eines be­ginnenden Wiederanstiegs zeigten sich bisher i n keinem Lande. Bei der wechselseitigen inter­nationalen KonjunfturbeeinfluHung bedeutet die noch anhaltende Rückgangstendenz in einzelnen Ländern eine weitere weltwirtschaftliche Markt- Verengung und damit zunehmende Erschwerung des Auslandabsatzes. Van entscheidender Bedeutung für die Gestaltung der Weltkonjunktur Ist die wei­tere Entwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Auch hier dürften noch nicht alle Span­nungen überwunden sein, die auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Tätigkeit hindrängen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt deschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

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