Ausgabe 
6.2.1930
 
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f ar 8 eine große Stadt Britanniens. Die Aus* grabungen sollen zu Anfang des Sommers be­ginnen und werden mehrere Jahre dauern. Man verspricht sich von ihrem Ergebnis wertvolle Auf­schlüsse über die britannische Kultur vor 2000 wahren.

ein öfter und gern gehörter Vortragsredner. Noch am 30. Dezember v. 3. hat er dort unter großem Beifall über französische Einflüsse in der Frei­burger Bevölkerungsentwicklung des au . gehenden 17. Jahrhunderts aus Grund eigener archivali­scher Aeuforschungen gesprochen.

Der Verewigte wird in seinen schriftstellerischen Werken in bester Wertschätzung fortleben.

Unser neuer Vornan.

In der heutigen Bummer unseres Blattes bringen wir den Abdruck des in unserem Leser­kreise mit so lebhaftem Interesse auf genommenen Romans®er Traum vom Glück' von Lovett und Weißenthurm zu Ende. In der morgigen Aus­gabe desGießener Anzeigers" werden wir mit der Veröffentlichung eines neuen Romans be­ginnen, von der wir uns einen nicht geringeren Erfolg glauben versprechen zu dürfen. Es han­delt sich hier um das Werk eines sehr routinierten Schriftstellers, der bi.her noch nicht bet uns zu Wort gekommen ist; seine höchst bemerkens­werten Publikumserfolge auf dem ganz besondere I Anforderungen stellenden Gebiete des 3e;tung3- romanes sprechen indessen dafür, den Autor auch unserer Leserschaft mit feinem jüngsten Wer? einmal vorzustellen:

Oie blonde Sklavin" von Hermann Weick

Aus der Provinzialhauptstadt

Gießen, den 6. Februar 1930.

Landgerichispräsident L K. Geheimerat Or. Gustav Güngerich.

Es wurde beschlossen, die Ruinen Q3crulam auszugraben. Derulam war be reits vor der Landung Julius ES

ist ein überaus spannender und anschaulich ge­schriebener Roman, der das Lebens- und Liebes­schicksal einer unverschuldet in die Hände emeä brutalen Gewaltmenschen geratenen schönen Frau und den erbitterten Kampf zweier Männer um den Besitz derblonden Sklavin" schildert. Die Handlung verfügt über ein lebhaftes Tempo, dra­matische Schlagkraft und steigert sich von Kapitel zu Kapitel gegen das Ende hin, bis eine toa^r- haft überraschende Wendung den ins Krimi­nelle hinüberspielenden Liebesroman zu einer befreienden und harmonischen Lösung führt.

Wir sind überzeugt, mit der Erwerbung dieses Werkes einen glücklichen Griff getan zu tja&en, und wir hoffen, mit seiner Veröffentlichung allen unseren Leserinnen und Lesern eine besonders willkommene und fesselnde Lektüre zu bieten.

Taten für Freitag, 7 Februar.

1801: der Maler und Kupserstecher Daniel Chodowiecki in Berlin gestorben; 1312: der Dichter Charles Dickens in Landport bei Ports­mouth geboren; 1851: der Kunsthistoriker Hugo v. Tschudi auf Gut Iakobshof in Rieder- österreich geboren (gestorben 1911).

Gictzencr Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 180, Matte 30 bis 35, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 30 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10 Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 1OO bis 120, Tomaten 70 bis 80, Zwie­beln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarz­wurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4,5 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Endivien 80 bis 100, Rüsse 50 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 80, Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 25 bis 30, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück; Kartoffeln 3,80 bis 4, Wirsing 10 bis 12 Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 7 bis 8, Aepfel 10 bis 12, Dirnen 8 bis 10 Mk. der Zentner.

** Sitzung des Provinzialausschus­ses. Am nächsten Samstag, vormittags 8,30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaals des Re­gierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sit­zung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Antrag der Reichsbahndirektion Frankfurt a. Main auf Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Dahnhofs Reu- haus in Homberg a. d. Ohm; 2. Gesuch des Heinrich Raaf in Gießen um Erlaubnis zur Ausdehnung seines Wirtschaftsbetriebes in dem Hause Walltorstr atze 34 zu Gießen; 3. Klage des Johann Höhn in Gietzen gegen das Kreisamt Gießen wegen Versagung eines Wandergewerbescheines für 1930; 4. Berufung des Heinrich Groth in Bad-Rau heim gegen das Urteil des Kreisausschusses des Krei­ses Friedberg wegen Richtgenehmigung zur In­betriebnahme einer Pferdedroschke; 5. Berufung der Stadt Alsfeld gegen das Urteil des Kreisausschufses des Kreises Alsfeld in Sachen: Klage des Rechtsanwalts Domseiff in Alsfeld als Konkursverwalter über das Vermögen von Karl und Richard Listmann in Alsfeld gegen die Stadt Alsfeld wegen Erhebung von Wert­zuwachssteuer.

* Sie Kreiskpmmission des Kreis- jugendamtes Gießen. Im letzten Amts- verkündigungsblatt fordert das Kreisjugendamt Gietzen die im Kreise Gietzen wirkenden Ver­einigungen für Iugendwohlfahrt und Jugend­bewegung auf, bis zum 1. März geeignete Per- | sonen als Mitglieder der Kommission des Kreis- iugendamtes vorzuschlagen. Wohlfah-rtsvereine *sind auch dann vorschlagsberechtigt, wenn sie sich nicht ausschliehlich mit Iugendwohlfahrt be­fassen.

* Schulpersonalie. Der Lehrer Albert F e n ch e l zu Höckersdorf, Kreis Schotten, wurde zum Lehrer an der Volksschule zu Lollar mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts ab er­nannt.

* Sie Aufbauschule Friedberg macht im heutigen Anzeigenteil auf die Anmeldung und Aufnahmeprüfung für die Aufbauschule in Friedberg aufmerksam. Sie Aufbauschule führt begabte und fleißige Jungen, die mindestens sieben Jahre die Volksschule besucht haben, in sechs Jahren zur Reifeprüfung. Das Reifezeug­nis der Aufbauschule berechtigt zu allen akademi­schen Studien und zu Berufen, für die das Be­stehen der Reifeprüfung Vorbedingung ist.

Verhaftu ngen. Am 4. Februar wurden hier die beiden Brüder Hans und Paul I Dohlein aus Bamberg festgenommen, die als angebliche Scherenschleifer von Haus zu Haus gingen, um Aufträge zum Schleifen von Scheren I usw. entgegenzunehmen. In einer Pension hatten I sich beide als Monteure eingemietet, dort übten sie auch ihr Schleiferhandwerk aus, das darin I bestand, die erhaltenen Gegenstände mit Schmir­gelpapier und Feile zu bearbeiten, um so ein ordnungsmäßiges Schleifen vorzutäuschen. In einem Falle liehen sie sich für das sog. Schleifen einer Schere und zwei Messer von Fleischhack­maschinen 5 Mk. geben. Rach fachmännischem Gutachten kostet das sachgemäße Schleifen dieser

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Kein Wunder, daß dieser Mann die hohe Wert- schätzung aller Kreise der Bevölkerung. besitzt, die ihn aus seiner dienstlichen Tätigkeit oder dem ge­selligen Verkehr kennen, und daß er ganz besonders sich höchster Verehrung bei allen Richtern und An­wälten erfreut, die jemals mit ihm in dienstliche Be­rührung kamen. Seine stete Hilfsbereitschaft und sein bestes Wollen lernten alle kennen. Der Ernst dor­nenvoller Aemter ließ dabei den Jubilar niemals den reinen goldenen Humor verlieren, der im Freundeskreise sprudelt und um den ihn heute noch die Jugend beneiden darf. In glücklichem Fam-lien- leben mit seiner Gattin Charlotte, geb. Pfann- rnüller, genießt Geheimerat Dr. G ü n g e r i ch unter uns Gießenern in Gesundheit sein otium cum dignitate, seinen wahrlich wohlverdie 'ten Ruhestand.

Möge dem Achtzigjährigen, zu dessen ragender Gestalt Kinder und Kindeskinder und viele andere emporblicken, dem die Herzen seiner alten Freunde und Verehrer in Treue und Dankbarkeit entgegen­schlagen, noch ein langer heiterer Lebensabend in Gesundheit beschieden sein.

Or. Friedrich Noack t.

Am 1. Februar ist in Freiburg i. B., das er zu seinem Ruhesitz erwählt hatte, nach kurzer Krankheit | der Privatgelehrte und Historiker Dr. Friedrich N o a ck verstorben. Der Heimgegangene, der im 72. Lebensjahre stand, war ein geborener Gießener, ein Sohn des Philosophieprofessors Dr. Ludwig Noack, der als Leiter der Universitätsbibliothek in weiten Kreisen bekanntgeworden war.

Friedrich Noack besuchte das Gymnasium und die Universität in Gießen. Aus der Hochschule war er ein Schüler Wilhelm Dürfens, bei dem er im Fahre 1880 zum Dr. phil. promovierte. Er war dann eine Reihe von Jahren Redakteur an derKrefelder Zeitung" und derKölnischen Zeitung", hierauf ging er als Vertreter derKölnischen Zeitung" nach Rom, wo er von 1891 bis 1902 und 1905 bis 191) die , Kölnische Zeitung" vertrat. In den Jahren 1902 Oo und dann wieder von 1915 bis 1917 wirkte er als Leiter des Feuilletons und stellvertretender Chef­redakteur in der Hauptredaktion derKölnischen Zei­tung" in Köln. 1918 ging er für dieKölnische Zeitung nach Wien, im Oktober 1918 trat er dann in den Ruhestand, den er feit 1921 in Freiburg i.B. verlebte, um dort seine großen historischen Arbeiten über die Geschichte des römischen Deutschtums abzu- fch(i£ftcn.

In den letzten Jahren hatte der Heimgegan­gene der sich in außerordentlich fruchtbarer Weise schriftstellerisch betätigte und auch im ..Gießener Anzeiger" mehrfach Beitrage ver­öffentlichte. noch weitere Arbeitsgebiete in An­griff genommen, und zwar die archivalische Er­forschung der Geschichte Freiburgs im 17. und 18. Jahrhundert und die Mitarbeit am Deutschen Auslandinstitut in Stuttgart. An der Haupt- pflegestätte der Heimatkunde des Breisgaus, dem Freiburger HeimatvereinSchauinsland", war er

Lin Slahlhelmmann erschlagen.

Auf dem Heimweg von A m m e n d o r s bei Halle war in der Nacht zum Sonntag der 25jährige Wal­ter Graefe aus Besten, Mitglied desStahlhelm, von K o m m u n i fte n überfallen und schwer mißhandelt worden. Graefe ist seinen Ver­letzungen erlegen. Unter der Bevölkerung herrscht große Erregung, da es in wenigen Wochen der zweite Fall ist, daß hier ein Stahlhelmmitglied nachts von Kommunisten über­fallen und tödlich verletzt worden ist.

Line Griechin zurMiß Europa" gewählt.

In Paris wurde von einer Jury aus 19 Ma­lern und Bildhauern verschiedener Länder die Schönheitskönigin Europas gewählt. 19 Rationen, darunter Deutschland, waren durch ihre Schönheitsköniginnen vertreten. Die Wahl fiel auf die Vertreterin Griechenlands, die 18jährige Tochter eines Advokaten aus Sparta, Alice D i p l a r a k u, die 10 Stimmen erhielt, während die französische Schönheitskönigin 3, die belgische zwei und alle anderen je eine Stimme erhielten.

Sturmfahrt eines holländischen Postagierdampfers.

In Halifax ist der holländische Passagierdampfer D e e n d a m" nach einer ungewöhnlich stürmischen Ueberfahrt mit drei Tagen Verspätung eingetroffen. Der Kapitän erklärte, daß sich W e (l e n bis zu 30 Meter Höhe über das Sch.ff er- gossen und die Räume der 3. Klasse überfluteten. Die Luken wurden durch die Gewalt der Wellen einge­schlagen. Im Speisesaal stand das Wasser vier Fuß hoch. Alle beweglichen Gegenstände wurden fort­gerissen, auch das Klavier stand völlig unter Wasser. Einige Rettungsboote wurden schwer beschädigt und 40 Fenster zertrümmert. Der Kartenraum, der sich 20 Meter über dem Wasserspiegel befindet, wurde völlig verwüstet. Unter den Frauen und Kindern, die sich in den unteren Decks aufhielten, herrschte eine unbeschreibliche Aufregung.

Dronkheim soll nicht umgetauft werden.

Die beiden Häuser des norwegischen Storthing hatten im vorigen Jahre beschlossen, daß die Stadt Drontheirn vorn 1. Januar 1930 ab wieder ihren mittelalterlichen Rarnen Ri daros führen sollte. Diese Maßnahme hatte in weiten Kreisen, insbesondere auch bei der Stadtverwaltung, s o starken Widerspruch gesunden, daß das Parlament sich mit der Frage nochmals be­schäftigen mutzte. Das Oberhaus hat heute mit 57 gegen 55 Stimmen beschlossen, daß der Rame Dronthcim beibehalten werden soll.

Ausgrabungen in England.

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Geheimerat Dr. Güngerich gehört zu lenen seltenen Menschen, denen es vergönnt ist bis ins Patriarchenalter hinein sich oie «rische und Schärfe des Geistes, eine unermüdliche Arbeits­kraft und eine geradezu jugendliche Elastizität des Körpers zu erhalten. Das Leben im fast spartanisch einfachen väterlichen Gutshause schuf gewiß hierzu die Grundlage.

Wem es jemals vergönnt war, unter oder neben Geheimerat Dr. Güngerich zu arbeiten, kennt sein starkes Gedächtnis, die Fülle feiner theoretischen Kenntnisse, die Raschheit und Zielsicherheit seines Urteils, die Klarheit (einer Entscheidungen und seine restlose Objektivität. Offenheit und Grad!)eit liebend, war Geheimerat Dr. Güngerich als Mensch und Richter allzeit ein Feind jeglichen trockenen Schleicher- tums, dabei Freiheit der persönlichen Gesinnung mit aristokratischer Lebensauffassung aufs glücklichste in sich vereinend. Gleichzeitig ist er em Freund der Kunst, ein Kenner der Geschichte und der schonen

Am morgigen 7. Februar vollendet der Land­gerichtspräsident i. R. Geheimerat Dr. rnr. Gustav Güngerich sein achtzigstes Le­bensjahr. In bewundernswer er geistg:rund körperlicher Frische tritt der Jubilar: in em neues Lebensjahrzehnt ein. Ein guter Ober he Ne sein Vater war Gutspächter des idyllisch I gelegenen Hof Albach bei Lich blieb rat Dr. Güngerich allzeit auch ein treuer Sohn seiner schönen oberhessischen Heimat.

Rach dem Besuch der Gymnasien rn Gießen und Darmstadt und wohlbestandenem Maturr- tätsexamen gedachte er sich dem kaufma.mischen Berufe zu widmen und arbeitete deshalb zunc^st ein Jahr lang bei der bekannten chemischen Firma Merck in Darmstadt, machte alsdann den Feldzug 1870/71 als Kriegsfreiwill'ger im Groß- herzoglich hessischen 1. Reiterregiment mit und studierte darauf an unserer Landesumversilat Gießen die Rechtswissenschaft. Hier gehörte er dem Korps Teutonia an, dessen Ehrenmitglied er heute ist. Im April 1875 verlieh er nach bestens bestandenem Fakultätsexamen die How- schule. Bald darauf erwarb er die luristische Doktorwürde. Als Gerichtöak^essist, heute Refe- rendar genannt, beschäftigte er sich zu Beginn seiner Lausbahn an den Gerichten rn Gießen | und dem damaligen Landger.cht Lich, so­dann am Kreisamt in Du-ingen, be- stand im Mai 1877 bestens das Staatsexamen und wurde dann zum /Zwecke weiterer praktischer Ausbildung©tagiar bet dem damaligen Hofgerichtsadvokaten, spateren Rechtsanwalt und Reichs- und Landtag.abgeord­neten Dr. Egid Gutfleisch in Gießen, dessen aus­gezeichneter Mitarbeiter er zwei Jahre Jang blieb. Nach längerer Amtsanwaltszeit in Gießen wurde Dr Güngerich Ende Rovember 1883 provisori­scher und sodann Ende 1884 definitiver Staats­anwalt in Darmstadt, wurde im Sommer 1890 Amtsrichter am Amtsgericht Darmstadtl, im Jahre 1894 Landgerichtsrat am Landgericht Der Provinz Oberhessen in Gießen und no-y im gleichen Jahre Erster Staatsanwalt bet diesem Gericht. Als Oberstaatsanwalt trat der heutige Jubilar stets in objektivster Weise als Anklage­vertreter in die breitere OeffentUchkett. Rach mehrjähriger Tätigkeit als Landgerichtsdirektor in Gießen und feit 1905 in Darmstadt erfolgte im Jahre 1908 seine, eine hohe Auszeichnung be­deutende Ernennung zum Landgerichtsprastden- ten der Provinz Oberhessen, welch verantwor- tungsvoNes Amt er bis zum Jahre 1923 beklei­dete Das Gesetz über die Altersgrenze setzte sei­nem unermüdlichen praktischen richterlichen Wir-

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Wettervoraussage.

Die seitherige Störung, welche sich in zwei Kerne aufgespalten hat, von denen der eine über der Ost­see, der andere über Südfrankreich liegt, füllt sich weiter auf. An ihrer Rückseite bringt Kaltluft süd­wärts, welche das deuijche Küstengebiet und das westliche Deutschland bereits erreicht hat. Sie wird sich weiter durchsetzen, die vorhandenen Warmluft- reite wegräumen und Temperaturrückgang bis unter Null verursachen. Des weiteren treten in ihrer Be­gleitung zunächst noch Niederschläge, meist als Schnee, auf. Da gleichzeitig mit dem Kaltluststrom Barometeranstieg verbunden ist, und der nordwest­liche hohe Druck mehr nach dem Festlande gezogen wird, so ist später eine Besserung der Wetterlage nicht ausgeschlossen.

Wettervoraussage für Freitag. Weiterer Temperaturrückgang, nachts bis unter null. Rebelig-wolkig, auch aufheiternd, vereinzelt Riederschläge, meist als Schnee.

Amtliche Wintersporlnachrlchten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, minus 1 Grad, 16 bis 20 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Herchenhainer Hohe: Klar, plus 1 Grad, 10 bis 15 Zentimeter Pappschnee, Sportmöglich- keit vorhanden. w

Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, mi­nus 2 Grad, 57 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, nur Ski­sport möglich.

Alpen. Garmisch - Partenkirchen: Klar, minus 3 Grad, 2 Zentimeter Schnee, Pul­verschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.

Stück- nur 85 Pf. Das Geschäft der beiden mutz einträglich gewesen sein, denn in ihrem Besitz wurden noch nicht bearbeitete Scheren usw. von 35 Austraggebern aus unserer Stadt vorge- unden. Diese werden ersucht, ihr Eigentum bei der Kriminalabtcilung, Zimmer 62, in Emps ang zu nehmen. Die beiden Betrüger, die sich u. a. angeblich auch in Friedberg. Marburg und Kassel auf gehalten und dort gearbeitet haben, wurden dem Amtsgericht zugeführt und kamen in Unter­suchungshaft. Weiter wurden noch festgenommen der Arbeiter Hintz aus Danzig, wegen vor­sätzlicher Zertrümmerung einer Erkersch.ibe, der Kaufmann Franz Schmitt auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Darmstadt und der Steuer­sekretär Hermann aus Schlüchtern wegen Be­trugs und Unterschlagung.

Oie Wetterlage.

werden ein internationales Statut zu ' ickaften um ihre Verwendung in Knegszecken zu Ämes" meldet, die britisch« Regierung werde Vorschlägen, alle Ersatzdauien für Schlacht, schiffe b i s 19 3 6 aufzu schieb en und vor dem Genannten Jahre eine Konferenz abzuhalten, um zu untersuchen ob der Bau von Ersatzfahrzeugen rückt noch weiter aufgeschoben werden konnte. Sollte aber der Ersatz beschlossen werden dann , tollte vereinbart werden, ine Tonnage der Schlacht- U fe auf ungefähr M 000 Tonnen unt> das ftohber der schwersten Gefchutze dieser Schifte von 18 auf 16 Zoll herabzusetzen.

Spaniens Zukunft.

förflf Romanones über die Berfalsungs- cntwicklung.

Paris, 5. Febr. (WTB.) DemMatin".hat Graf Romanon-s, der Führer der Libe­ralen, seine Ansichten zur politischen Lage in Spanien mitgeteilt. Gras Romanones wünscht, daß die Regierung des Generals Der-mguer bis zur Losung ihrer Aufgabe am Ruder bleibe. Rach dieser Hebergan^speriode mußten alle Generale in die Kasern en z u tu ck g e- schickt werden mit dem Verbot, sich weiter PoU- tisch zu betätigen. Die Wahle u könnten ni^ vor Ende des Jahres stattsinden. Es handele sich jetzt nicht um eine Wiedereinführung der Ver- sassung von 1876, denn diese sei endgültig abgeschasst. Es müsse eine neue, gründ- legende Verfassung geschasfen w.rden, zu der man einzelne Artikel der letzten Verfassung benutzen könne. Die erste Eortes^versammlung müsse also eine verfassunggebende Versammlung

Auf die Frage, ob der K önig für eine 2len- derung der Verfassung fein werde, die feine Rechte einengen würde, antwortete Gras Romanones:Glauben Sie, daß ein gewiften- Hafter Monarchist eine Abänderung der Ver­fassung Vorschlägen tarnt, die für seinen Sou­verän ungünstig ist? Die Verfassmtg, die aus dem König einen Präsidenten der Republik mit Erfolg macht, ist ein Elixier der Langlebigkeit für die Monarchie. Ich bin Monarchist und werde doch meinem König nicht einen Giftbecher an- bieten, sondern im Gegenteil ein Mittel, damit er weiterleben kann und sich über den Parteien­kampf erhebt." Für die Monarchie sei zur Zett keine unmittelbare Gefahr zu verzeichnen, aber in einer späteren Zukunft könne die republika­nische Gefahr ernste Charakter annehmen. Das sei auf die Diktatur zurückzuführen; die spanische Jugend sei durch das Regime Primo de Riveras Der elementarsten bürgerlichen Freiheiten be­raubt worden und sei republikanischen Bestre­bungen und Gedankengängen gefolgt.

Aus aller Well.

weitere Verhaftungen im Fall Wessel.

Rach einer Mitteilung der Polizei sind im Zu­sammenhang mit den Ermittelungen wegen des Anschlags auf den nationalsozialistischen Studen­ten Wessel noch weitere Verhaftungen erfolgt. In Glienicke an der Rordbahn wurden ine Mit­glieder der KPD. Willi G a n d e r und Theodor Will festgenommen, die als die Besitzer der Limousine ermittelt wurden, in der ter Haupttäter Hohler genannt Ali an die tschechoslowakische Grenze gebracht wurde. Ferner wurde in Spandau ter Partei­sekretär und ständige Kurier der KPD. Viktor D r e w n i h k i festgenommen, ter den Hohler unter Umgehung der amtlichen Grenzkontrolle nach Prag geleitet hatte.