Aus Der Provinzialdouptstadt. |
Stehen, den 5. August 1930.
SlnguterSekannler in schlichtem Gewände
Dir Deutschen haben ein 6prühroort, das mir dann anwenden, wenn uns etwas nicht besonders gefallt, wenn wir allerlei auszufetzen haben oder wenn uns die Sache zu geringfügig erscheint. „Es ist nicht weit her!" sagen wir.
Dieses Sprichwort spricht Bände und ist bezeich- nend für deutsches Wesen. Wenn wir die Verneinung nämlich umtcbren, dann mühte es bei etwas ganz Vorzüglichem heißen: „Das ist weit her!" Das sagen wir nun zwar nicht, handeln aber sehr ost danach. Die Kleiderstoffe müssen „echt englisch" sein, die Damen holen ihre neuesten Klciderrnusler aus Paris, wieder andere schwören auf Amerika, das Weizenmehl muh aus dem Auslande kommen, es fei feiner gemahlen, die besten Eier kämen aus Däne, mark, und der Käse muh aus der Schweiz oder aus Holland fein. So wollen es viele haben Rur recht weit her!
Und weil wir gerade am Käse sind, warum denken so wenige an unfern heimischen Handkäse? Ist er vielleicht schlechter als der ausländische? Wenn er auch nicht in die feine Klasse der Edelkäse wie Camembert, Rochefort usw. gehört, so *iat er anderseits den großen Vorzug, dah er ein echt deutsches Erzeugnis ist. Für unsere Gegend ist der Handkäse sogar so etwas wie Heimatkunst.
Als 4d) vor Jahren auf dem Brocken einkehrte, lieh ich mir natürlich einen Harzer Käse geben. Der Form noch gleicht er unferm Handkäse, aber die Farbe ist ganz anders, fast grünlich. Trotz des guten Geschmacks muhte ich doch unwillkürlich an unseren Heimatkäse denken, der in seinem Goldgelb auch mit- hilft, dah das Apge etwas hat. Dasselbe mag ein Herr am Nebentisch der auch vor seinem „Harzer" sah, gedacht haben Wir kamen in ein Gespräch und behandelten natürlich die „Käsefrage". Der Herr war aus Berlin und hatte eine Vorliebe für den Mainzer Handkäse, wie er allgemein genannt wird. Dann sagte er so beiläufig: ,Zch habe übrigens einen guten Bekannten in Hochelheim bei Mainz (I), von dem bekomme ich alle vierzehn Tage eine Sendung, die ich mit einigen Freunden teile."
Ich hatte keine Ursache, den kleinen Geographie- fehler des Berliners aufzuklären, freute mich aoer über das Lob das unserm Mainzer Handkäse, der hier in der Gegend von Gießen hergestellt wird, gezollt wurde. —
Handkäse im eigentlichen Sinne des Wortes ist er auch schon nicht mehr; denn fast in allen Betrieben haben jetzt Maschinen ihren Einzug geholten Man schaue sich nur einmal eine solche Käsefabrik an. Da stehen die Knetmaschinen, die die Matten, die aus der Molkerei bezogen werden, gehörig kneten, mit Salz, Natron und etwas Kümmel mischen und dann die Masse in ein Rohr leiten. Beim Heraus- pressen schneiden feine Drähte die formgerechten Käse ob. Sie kommen zum Trocknen auf ein Brett, später in den Keller Nach einigen Tagen sind sie versand- reif. Früher wurde dos alles mit der Hand gemacht. Es war eine mühsame Arbeit, dos Kneten und Formen.
Wer einmal in einem der ersten Züge nach Frank- furt fährt, hat sicher schon in einem Wogen gesessen, in dem mehr Körbe als Fahrgäste standen Und welchen Inhalt führt erst der Packwagen mit! Der ganze Zug riecht nach Handkäse In Frankfurt teilt sich die Händlerschaft, einige fahren nach Offenbach, andere nach Mainz (!) und noch weiter. So wandert der Mainzer Handkäfe aus Dberbeffen in alle größeren Städte
Und er ist es wert. Wer einmal zum Frühstück einen „reifen", recht speckigen Handkäse mit frischer Butter und gutem Roggenbrot, dazu ein Glos Most ober Apfelwein genossen hat, der weiß, daß er nicht zu kurz gekommen ist Mag man noch soviel von Vitaminen reden, mögen die andern Holländer und Schweizer Käse loben, wir Oberhessen bleiben bei unserm Handkäse, wenn er auch eine Schattenseite hat Sein Geruch ist nämlich manchmal nicht gerade vornehm. H. Z-
Gietzcner Wochenmarttprcise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Butter 160 bis 180, Matte 30 bis 35. Wirsing 10 bi« 12. Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben und rote Rüben 15 bis 20, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, grüne Dohnen 20 bis 25, gelbe Dohnen 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 25. Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Pilze 30 biS 35. Kartoffeln 6, Frühäpfel 20 bis 25. Falläpfel 5 bis 6. Dirnen 20 bis 30. Dörrobst 30 bis 35. Heidelbeeren 35 bis 40. Stachel» und
Johannisbeeren 20 biS 25. Pflaumen 20 biS 25, Zwelschen 40 biS 50, Mirabellen. Himbeeren und Reineclauden 40 biS 45, Aprikosen 50 bis 55. Pfirsiche 50 bis 80, Drombeeren 45 bis 50, Rüste 60 biS ZO. Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 biS 120 Pf. daS Pfund; Käse (10 Stuck) 60 bis 140 Pf, Tauben ZO bis 80, Sier 11 bis 12. "Blumenkohl 30 bis ZO, Salat 10 bis 15. Salatgurken 20 biS 40, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück: Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund; Kartoffeln 5,50 Mk. der Zentner.
Taten für Mittwoch 6. August
Sonnenaufgang 4.30 Uhr; Sonnenuntergang 19.41 Uhr. — Mondaufgang 18.49 Uhr; Wond- untergany 0.40 Uhr.
1195: Heinrich der Löwe, Herzog von Bayern und Sachsen in Braunschweig gestorben; — 1809: der Dichter Alfred Tennyson in SomerSby geboren; — 1914: Kriegserklärung Oesterreich- Ungarns an Rußland und Serbiens an Deutschland.
BornoNzen.
— TageskalenderfürDienstag. Stadt- theater: „Der Deilchenfresser", 20 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Wenn du einmal dein Herz verschenkst ..und „Die Lady von der Straße".
— Letztes Auftreten von Oberspiel' leiter Hans Tannert. Aus dem Stadttheater- bureau wird uns geschrieben: Heute tritt Hans Xannert zum letztenmal in Gießen als Leutnant von Lernst in dem Lustspiel „Der Veilchensresser" auf. Ferner wirken mit die Herren Dommisch, Hoeser, Linkmann, Nieren, Ritter. Schelcher, Seitz, Volck, Wahlen, Sßefcner, Zingel, und die Damen Doering, Jahn, Jüngling, Koch, Schwend. Hilde Schwend vom Stadttheater Plauen, die als erste schwere Sentimentale und jugendliche Heldin ver» pflichtet wurde, und Reinhold Schelcher vom Schau» spielhaus Köln, der als jugendlicher Held und Lieb» Haber oerpflithtet wurde, treten mit dieser Vorstei» lung zum erstenmal in Gießen auf. Beginn der Vorstellung um 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr.
" Dienftiubiläum bei der Reichs- bahn. Am 2. August konnte der Reichsbahnsekretär Ludwig Keßler beim Bahnhof Gießen auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Reichsbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar in Gegenwart des gesamten Bahnhofsbüro» Personals von dem Leiter des Bahnhofs, Reichs» bahnamtmann Dörr, die Glückwünsche und An» erkennung der Reichsbahnverwaltung ausgesprochen. Die Mitarbeiter des Jubilars ehrten ihn durch die Ueberreichung eines Iubiläumsgeschenks. Mit herzlichen Worten dankte der Jubilar für die ihm zu» teil gewordenen Auszeichnungen.
•* Die Mieten in der Schwarzlach. Wie uns vom Wohnungsamt mitgeteilt wird, sind für die Wohnungen Typ B (3 Zimmer und Wohnküche mit Zubehör) in den städtischen Häusern am verlängerten Asterweg folgende Mietpreise zu zahlen: Parterre 48 Mark, 1 Obergeschoß 50 Mark, 2 Ober» geschah 49 Mark Die in unserem Bericht vom Sams» tag für diesen Wohnungstyp angegebenen Mietpreise waren gelegentlich des Besichtigungsgangs der Presse irrtümlich angegeben worden.
"Aus dem Gießener Standesamt s r e g i st e r. Es verstorben in der Zeit vom 16. bis 31. 3uli in Gießen: 18. Margarete Henriette Schreiner geb. Hifolai. Witwe, 68 3., Ederstrahe5; 20. LouiS Reiß, Kaufmann, 49 3., Mäusbucgl2. 22. Katharine Größer geb. Weimer. Witwe, 813 . Walltorstraße 15; 22. Wil- Helm Walther, Drechsler, 54 3.. Lahnstrahe 27; 23. Ottilie Römheld geb. Feldmann, Witwe, 46 3., Gnauthstraße 1 29 3u ins Karl Christ, Reichs- bahnfekretär, 62 3ahre, Frankfurter Straße 125.
** Sonntagsfahrkarten am Verlas- Jung« tag. Der Verfasfungstag (11. August) ist in Hessen gesetzlicher Feiertag. Demgemäß läßt die Reichsbahnverwaltung in den hessischen Orten der Reichsbahndirektionen Frankfurt und Mainz Sonntagsfahrkarten ausgeben. Die voy diesen Bahnhöfen ausgegebenen Sonntags-Rück- sahrkarten gelten in diesem 3ahre zur Hinfahrt am Samstag, 9. August, von 12 Uhr an, am, Sonntag und am Montag den ganzen Tag, zur Rückfahrt am Sonntag und Montag den ganzen Tag, und am Dienstag bis 9 Uhr vormittags, d. h. die Rückfahrt am Dienstag muß spätestens mit einem Zuge angetreten werden, der um 9 Uhr den Zielbahnhof verläßt.
„Graf Zeppelin" in Darmstadt
Darmstadt, 4. "Aug. (TU.) Rach längerem Flug über das Rhein-Maingebiet, die Städte Frankfurt, Hanau und Mainz, den Taunus und den Odenwald, traf da- Luftschiff ..Graf Zeppelin" heute kurz nach 17 Uhr über Darmstadt ein. Eine Gewitterböe verhinderte jedoch zunächst die Canbung. Erst nachdem sich die Böe verzogen hatte, konnte das Luftschiff um 18.32 Uhr auf dem Griesheimer Land, umjubelt von Tausenden von Zuschauern, landen. Rach kurzem Aufenthalt erfolgte um 18.50 Uhr der Start zum Weiterflug.
Friedrichshafen, 4. Aug. (WTB.) Das Luftschiff ..Gras Zeppelin" ist um 0.30 Uhr bei strömendem Regen glatt gelandet.
5lufl über Oberhessen, Gießen geschnitten.
Aus feinem Rundfluge über dem Rhein-Main- gebiet passierte daS Luftschiff ..Graf Zeppelin" gestern gegen 13 Uhr R i d d a. ES flog dann weiter über Hungen bis In die Gegend von Langsdorf und schwenkte hier nach Südwesten in Richtung "Butzbach ab. Obwohl die Gießener Stadtverwaltung, Se. Magnifizenz der Rektor der Universität, der Derkehrsverein und andere für den Zeppelin-Luftschiffbau begeisterte Mitbürger die Leitung des ..Graf Zeppelin" wiederholt gebeten hatten, mit dem Luftschiff auch einmal bei Tage Gießen zu überfliegen, hat man bei der Luftschiffleitung diese Wünsche bisher stets unbeachtet gelassen. Gestern hätte dos Luftschiff von Hungen bis Gießen höchstens eine Flugzeit von 10 Minu- t c n gebraucht, zur Landung in Darmstadt wäre es auf alle Fälle noch zur vorgesehenen Zeit erschienen. Trotzdem wurde Gießen wiederum in geradezu auffälliger Weise geschnitten. 3n weiten Kreisen der Gießener Bevölkerung ist nachgerade der Eindruck entstanden, daß man bei der Leitung des „Zeppelin"" offenbar eine Animos ität gegen Gießen habe, die um so weniger zu verstehen sei, als vor einigen 3ahren Dr. Eckener hier in begeisterter Weise gefeiert wurde und unsere Bürgerschaft bei Geldsammlungen für Zeppelinzwecke auch stets eine sehr freigiebige Hand hatte. Häufig kann man in der Bürgerschaft die Meinung äußern hören, daß man nur bei Geld- fammhmgen untere Stadt zu finden wußte, im übrigen aber sich nicht um sie kümmere.
Oberbeffen
Schottener Sommermarkt.
(Eigener Bericht des „Gießener Anzeigers".)
* Schotten, 5. Aug. Gestern und heute wurde hier der altbekannte und immer gern besuchte Scho11ener Sommer markt abgchalten. Am gestrigen Montag sand Pferde-, Bullen» und Rindoiehmarkt statt, heute ist vor allem der Schweinemarkt Mittelpunkt des ganzen Interesses Außerdem lenkt der Ärämermartt die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Gestern waren aufgetrieben 250 Stück Großvieh etwa 100 Kälber, 100 Pferde und 50 Fohlen. Der Handel verlies flott, die Preise waren den Verhältnissen entsprechend hoch.Für gute Pferde wurden je nach Qualität zwischen 1000 und 1500 Mark gezahlt. Fohlen kosteten je nach Qualität 200 bis 300 Mark. Großvieh kam pro Stück auf 400 bis 600 Mark, Kälber brachten Preise van 100 bis 120 Mark. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen etwa 750 Ferkel und Einleger zum Verkauf. Der Markt war von Käufern sehr stark besucht.
In der Stadt, die mit Verkaufsbuden des Krämermarktes reich gefüllt ist, bewegen sich große Men» sä)enmasfen, so daß man mit gutem Grund sagen kann, daß der Schottener Sommermarkt nach wie vor ein Hauptpunkt des Verkehrs und Wirtschaftslebens im Vogelsberg ist.
Ziegen- und Schweinemarkt in Hungen.
//Hungen, 4. Aug Der gestern hier ab» gehaltene Ziegen- und Schweinemarkt war mit 86 Ziegen (einschl. Lämmer) und mit 597 Ferkeln beschickt. Der Handel auf dem Ziegen» markt war gut, es wurden eine ganze Anzahl Böcke und auch Ziegen verkauft und für Ziegen- bocke bis zu 120 Mark, für Ziegen je nach Qualität bis zu 90 Mark bezahlt. Der Handel auf dem Ferkelmarkt war infolge des reichlichen Angebots mittelmäßig, es verblieb Ueberftanb. Bezahlt | wurden für bis zu 6 Wochen alte Ferkel 18 bis
20 Mark, 6 bis 7 Wochen alte 21 bis 30 Mark. 7 bis 8 Wochen alle 31 bis 36 Mark, 8 bis 10 Wochen alle 37 bis 42 Mark. Der Markt hatte im allgemeinen unter der ungünstigen Witterung (es setzte um etwa 9.30 Uhr Regen ein) zu leiden, lieber die Prämiierung werden wir noch berichten.
Landkreis Wickcii.
X Allendorf (L a h n). 4. Aua. Die hiesige Feldbcreinigungsgefellschaft hat an Unkosten für die Anführung der Zusammenlegung noch den Betrag von 70 000 Mark aufzubringen. Rach KommlsiionSbefchluh soll dieser Betrag auf die beteiligten Grundbesitzer dergestalt umgelegt werden, daß diese pro Morgen 25 Mark und für den Quadratmeter Dvnitie- rungswert 1,6 Pf aufzubringen haben. Wie der notleidende Landwirt diese Beträge und die Zinsen aufbringen kann, ist vorerst noch unklar. Die Beteiligten haben daher bei tvt hessischen Regierung Schritte unternommen mit der Bitte, die Beträge zu ermäßigen bzw. einen StaatS- zuschuß hierzu zu gewähren.
Ärcie Büdingen.
y. Ridda. 4. Aug Der Kur- und Der-- kchrsverein Dao Salzhausen -Ridda: hat auf der Beunde, neben dem DiSmarckstein, einem der schönsten und aussichtsreichsten Punkto zwischen Dad Salzhausen und Ridda, einen AuS- fichtstempel und zugleich eine Schutz- Hütte errichten lassen. Dieser kleine Bau kommt einem dringenden Bedürfnis entgegen und mürbe dieser Tage mit einer kleinen, stimmungsvollen Feier vom Kur- und Derkehrsverein der Stadt Ridda in "Verwaltung und Besitz übergeben. Der Borsitzende des KurvereinS, Geh. 3uftiArat Römheld. hier, gab zuerst einen Ucberolick über die Entstehung des Planes und dankte aHcn Förderern desselben und für die Unterstützungen zu dessen Ausführung. Er übergab Bürgermeister Rullmann die neue Beundehütte in Besitz der Stadt Ridda. Bürgermeister Rull- m a n n übernahm mit herzlichen DankeSWorten die schöne Hütte und versprach, sie in besonderen Schutz der Stadtverwaltung gegen Beschädigung und Verschandelung zu stellen. Ermittelte Frevler würden unnachsichtlich zur Anzeige gebracht werden. An die Uebergabe schloß sich eine gemütliche Rachfeier im Tempelchen und in dessen Umgebung. — Der Dorstand der Bezirkssparkasse Ridda wählte kürzlich den seitherigen langjährigen Gehilfen der Kasse, Heinr. M e u b, zum Rachfolger des vor zwei Monaten verstorbenen Kontrolleurs Karl Düppel.
„?“ Ridda, 4. Aug. Die Kriegerkameradschaft „H a s s i a", Bezirk Ridda. veranstaltet am 10. August hier ein Kriegersest. Dies dürfte daS erste fein, das feit Kriegsbeginn 1914 abgehalten wird.
Aus dem Riddatal, 4. Aug. Die zahlreichen Dreschmaschinen unseres Tales sind in ihre Dreschbezirke in der Wetterau abgerückt. Der Beginn der Dreschsaison liegt fast 14 Tage früher, als in normalen 3ahren. Die .kleinen" Leute haben schon ihre Frucht an den Ortsau-- gängen dreschen lassen. Man ist mit dem Druschergebnis allgemein zufrieden, wenn auch bei Lagerfrucht die Körner nicht die Dollkommenheit der vorigen Ernte erreichten.
Berliner Sorte.
Berlin, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Auch im heutigen Frühverkehr änderte sich an der lustlosen Stimmung für Effekten nichts. Bei den Banken war immer noch kein Kaufinteresse der Kundschaft feft» zustellen, auch Anregungen besonderer Art fehlten weiterhin. Die Tendenz ist daher vorläufig als ge» schäftslos und abwartend zu bezeichnen. Arn Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,81, Conbon gegen Mailand 92,98, London gegen Spanien 43,70, London gegen Buenos 40,45, London gegen Kabel 4,8716 zu 4,8719, London gegen Berlin 20,3775 zu 20,38, Kabel gegen Berlin 4,1830.
Verantwortlich für das Feuilleton i. 93.: Or. Fr. W. Lange.
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Arnold Holste Wwe. Bielefeld (4.681
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Die Statistik zeigt, daß der Gesamt-Verbrauch an Zigaretten in Deutschland gesunken ist. In diesen Zeiten der Umsatz-Stockung steigt unser Kolli»! Umsatz. Daran erkennen wir, wie richtig es ist, dem Raucher für sein gutes Geld einen vollen Gegenwert in hoher Qualität zu bieten.


