die zuständige Stelle des Reiches vollkommen versagt hat, nämlich das von Herrn Severing geleitete Reichsinnenministerium.
Es ist natürlich nichts als eine leere Ausrede, wenn der Reichsinnenminister jetzt erklärt, er werde zu gegebener Zeit das Problem in An- griff nehmen, wenn nämlich nicht die Gefahr bestehe, daß er für seine Reformvorschläge keine zureichenden Mehrheiten findet. Wenn man darauf warten wollte, daß eine Mehrheit sich dem Minister anbietet, um dieses ebenso notwendige wie schwierige Reformwerk durch- zusühren, dann wird Deutschland vorher an seinen verfassungsrechtlichen Llnzulänglichkcllen zugrundegehen. Cs entspricht nicht der Führeraufgabe, die der Reichsinnenminister gerade in dieser Frage hat, zu warten, bis andere Leute die Aufgabe gelöst haben. Auf der Passivseite der Bilanz einer fast zweijährigen Regierungstätigkeit des gegenwärtigen Kabinetts figuriert das Versagen in der Frage der Reichsreform mit an erster Stelle. Denn dieses Problem ist nun einmal die Schlüsselfrage jeder produktiven deutschen Innenpolitik überhaupt. Das erkannt zu haben ist das Verdienst des Lutherbundes, das von Professor Hellpach hervorgehoben worden ist. Dem nicht Rechnung getragen zu haben, ist der schwere Vorwurf, der gegen den zuständigen Reichsinnenminister Severing erhoben werden muh.
Oer Kurs bleibt der alte.
Der neue Innenminister m Preußen.
Berlin, 5. März. (CRV.) Der preußische Minister des 3nnern, Prof. Dr. W a e n t i g , gewährte einem Vertreter des Sozialdemokratischen Pressedienstes eine Unterredung, in der er sich über seine künftigen politischen Absichten äußerte. Der Kurs, führte Dr. Waentig aus, der im preußischen Innenministerium unter meinen Amtsvorgängern Severing und G r z e s i n s k i gesteuert wurde, wird nach wie vor gehalten. Vornehmste Aufgaben des preußischen Ministers des 3nnern sind die Sicherung und Festigung der Republik, der Schutz der demokratischen Verfassung. Es wird mein Bestreben sein, die republikanische Personalpolitik, die Demokratisierung der Verwaltung, die Severing und Grze- sinski so erfolgreich begonnen und fortgeführt haben, mit allem Rachdruck weiter zu fördern.
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Darmstadt, 4. März. (WHP.) Der Finanzausschuß setzte seine Beratungen des Etats bei Kapitel III (Siedlun gswesen) fort.Das Kapitel schließt mit 459 984 Mk. Einnahmen und 444 900 Mk. Ausgaben. Das Kapitel wurde genehmigt. Außerdem fand Annahme ein demokratischer Antrag, der die Vergütung der Amts Vorsteher der Forstämter für die Mitversorgung der Landamtsmanngeschäfte von 1 5 0 0 a uf 6 0 0 M k. herabseh t. Bei Kapitel Kameralgüter unter Bauverwaltung liegt ein Antrag vor, die Regierung möge die Grundsätze darlcgen, nach denen die Mieten für staatliche Dien st - und Mietwohnungen berechnet werden. Das Kapitel enthält unter den 981 000 Mk. Einnahmen an Mieten 756 000 Mk. Die Regierung erklärt, daß sie mit dem Ausschuß der gleichen Meinung sei, daß der wirkliche Wert der Wohnungen ermittelt und auch bezahlt werden müsse. — Kapitel V (Draunkohlenwerke „Ludwigs-Hoffnung", Wölfersheim und Weckesheim, die am 1. Januar cm die Preußen-Elektra übergegangen sind), wird genehmigt. — Kapitel VI Salzwerk, Badeanstalt und Tiefbauamt Dad-Rauheim wird schließlich noch verabschiedet. Hier sind an Einnahmen die seitherige Ablieferung von 330 000 Mk. an die Hauptstaatskasfe und außerdem eine außerordentliche einmalige Ablieferung von. 300 000 Mk. vorgesehen.
Schuh der Arbeitsfreiheit in Oesterreich.
Wien, 4. März. (WTB.) Der Iustizaus- schuh des Rationalrates trat in die Beratung des Gesetzes zum Schuh der Arbeitsfreiheit, des sogenannten Anti- terrorges ehes, ein. Der Berichterstatter legte im Einvernehmen mit der Regierung eine Reihe von Abänderungsanträgen vor, die eigentlich eine vollständig neue Vorlage bedeuten. 2m wesentlichen wird bestimmt, daß Kollektivverträge, die auf die Zugehörigkeit der Angestellten und Arbeiter eines Betriebes z u bestimmten Berufsvereinigungen bezugnehmen, nichtig sind, weiter, daß der Arbeitgeber keine Lohnabzüge zu - gunsten von Vereins-, Gewerkschafts- oder Parteibeiträgen vornehmen darf. Die Sozialdemokraten stehen vorläufig diesen Anträgen ablehnend gegenüber.
Fast eine Million Arbeitsloser in Japan.
London, 3. März. (£U) Die Arbeitslosigkeit xn Japan steigt beträchtlich an und wird in aller Kürze die erste Million erreicht haben. Die schlechte Lage in allen Geschäftszweigen ist außerordentlich groß und die Zahl von Schließungen von Fabriken und Geschäften nimmt stän- okg zu. Don den Arbeiterorganisationen find bereits eine große Anzahl von Plänen ausgear- bextet und der Regierung zugeleitet worden, um auf dem Wege von Rotstandsarbeiten die Arbeitslosigkeit zu verringern. Die Regierung hat gleichzeitig einen Plan für die Einführung ferner Arbeitslosenversicherung in Dorbe^itung. Mit dem bevorstehenden Ab- schluß der Wiederaufbauarbeiten in Tokio, die der Beseitigung der Erdbebenschäden des Zahres 1923 gelten, werden mehrere hunderttausend Arbeiter beschäftigung los. Die endgül- tlge Beendigung der Wiederaufbauarbeiten ist für den 24. März vorgesehen.
Aus aller Welt.
Lin Stadloerordueler als Vraudstifler verhaftet.
3n Gladbeck brach im Keller des Arbeitsamtes Feuer aus. Vom Karneval Heim- kehrende bemerkten die Flammen und alarmierten die Feuerwehr, die das Feuer löschte. 3n der vergangenen Woche hatte es in den Bureau- räumen des Arbeitsamtes gebrannt. Der Fuß-
Die Sochwafferkalastwphe in Süd-Frankreich.
Hundert Todesopfer.
Äicle Städte von jeglichem Verkehr avflcichnltten.
Paris, 4. März. (WTB.) Die aus den lieber« schwemmungsaebieten eingetroffenen Nachrichten lassen nur annähernd erkennen, wieviele Personen bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind und mit welchen Sachschäden zu rechnen ist. Einige Blätter beziffern die Zahl der Toten auf 100, eine Bestätigung hierfür liegt allerdings bisher nicht vor. Nur die Zahl der Opfer einzelner Ortschaften ist bekannt. So sind in (Taftres (Departement Tarn) drei Personen ertrunken. Die Stadt selbst steht vollkommen unter Wasser; sieben Häuser sind eingestürzt. Aus M a z a m e t im gleichen De« partement wird ein Toter gemeldet. Die hier gelegenen zahlreichen Fabriken können nicht arbeiten. Der durch das Wasser angerichtete Schaden wird auf 20 Millonen veranschlagt. Auch die Ortschaft C a • huzac hat einen Toten zu beklagen. Am schwersten dürfte die Stadt St. S u l p i c e mitgenommen sein, in der nicht weniger als 21 Häuser ein« gestürzt sind. Die Eisenbahn st recken Albi- Toulouse und Albi—Castres sind unterbrochen. Der Canal du Midi ist über seine Ufer getreten. Zwischen Narbonne und Cacassonne liegt jeder Verkehr still. 3n Besseres stürzten 15 Häuser ein. Auch die Eisenbahnverbindungen Toulouse- Languedoc und Toulouse—Narbonne sind unterbrochen, ebenso die Strecken Toulouse—Cette und Toulouse—Bordeaux; jede telefonische und telegraphische Verbindung zwischen diesen beiden Städten ist unterbrochen. Im Laufe der vergangenen Nacht ist in Moifsac ein Damm gebrochen. Das zwei Stadtteile überflutende Wasser hat w e i t e r e Menschenleben gefordert. In den vom Wasser
bedrohten und nach und nach einstürzenden Häusern befinden sich noch Bewohner. Die unermüdlich durchgeführten Rettungsarbeiten gehen nur langsam vorwärts.
Oie Garonne steigt weiter.
Kriische Lage in Montauban.
Paris, 5. März. (WTB. Funkspruch.) Während die Rachrichten aus dem Lleberschwem- mungsgebiet einen leichten Rückgang des Hochwassers des Tarn angaben, steigt die Garonne noch weiter. Rach einer Ha- vasmeldung aus Toulouse gelang es gestern, über die Lage in Dillemur näheres zu erfahren. Die erst vor drei 3ahren gebaute 100 Meter breite Drücke ist durch die Trümmer der beiden oberhalb dieser Stelle gelegenen und vom Hochwasser weggespülten Brücke z e r st ö r t worden. Das Elektrizitätswerk ist vollkommen überschwemmt. Der dort angerichtete Schaden wird auf vier Millionen Franken geschäht. Ungefähr 25 Häuser sind eingestürzt. Die Behörden haben Flugzeuge angefordert, die das Lleberschwemmungsgebiet zur Ausklärung für die Rettungsarbeiten überfliegen sollen. Die Rettungsarbeiten werden sehr erschwert, da nicht genügend Boote zur Verfügung stehen. Der Tarn selbst ist etwa 1 Meter zu- rückgegangen. 3n Montauban befinden sich 60 Personen seit 30 Stunden auf den Dächern und erwarten die Rettung, aber die Strömung ist so stark, daß man ihnen noch nicht Hilfe bringen konnte. Die Stadt selbst ist immer noch von jeglichem Verkehr abgeschnitten. Der Strom geht nur sehr langsam zurück.
Vor einer neuen kommunistischen Aktion am 6. März.
Die Kommunistische Partei befindet sich, wie schon früher, so auch jetzt nach ben fehlgeschlagenen Aktionen der jüngsten Zeit, in einer starken Krisis. Massenhaft wenden ihr bisher treue Funktionäre den Rücken. Sie stellen peinliche Fragen an die Parteileitung, aus denen hervorgeht, daß diese langsam sehend werdenden Kommunisten genau erkennen, welcher verbrecherische agitatorische Unfug mit ihnen getrieben worden ist. Sie zerfetzen das ganze Lügengebilde der „Massenaktionen". Die Partei selbst befindet sich in einer schweren finanziellen Krisis. Sie hat den größten Teil ihres immobilen Besitzes verramschen müssen. Sie braucht also unbedingt ein neues Zugmittel, um sich das ramponierte Ansehen bei den Massen wieder zu erwerben.
Von Moskau, wo Thälmann zum persönlichen Defehlsempfang geweilt hat, ist der Auftrag gekommen, am 6. März wieder einmal nach dem Muster des verunglückten 1. Februar eine Hun- gerdemonstration au veranstalten. Man will Geheimbefehle gefunden haben, aus denen hervorgeht, daß bei dieser Gelegenheit noch ernstere Zusammenstöße mit der Polizei provoziert werden sollen. Es ist das Schicksal aller solcher vorher angesagten Revolten, daß sie ins Wasser fallen. Deshalb kann man auch diesmal wiederum Voraussagen, daß gerade an diesem Tage nidjt viel passieren wird. Die Organe der staatlichen Macht werden zweifellos genügen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten oder bald wieder herzustellen. Rachher werden die sozialdemokratischen 3nnenminister große Anklagereden gegen die Kommunisten halten, und wenn es wirklich blutige Köpfe geben sollte, werden die Berliner Asphaltpolitiker sich daran machen, nach den Schuldigen innerhalb der Polizei zu suchen. Dieses unerfreuliche Schauspiel haben wir nun schon mehrere Male erlebt.
Wenn man aber weiterblickt, dann sollte man sich mit dieser Abwehrtaktik nicht begnügen. Sie ist etwas zu ärmlich, um als Staatspolitik gewertet zu werden. Denn der Grund dafür, daß es den Kommunisten immer wieder gelingt, irregeleitete ’ Massen zu Teilaktionen zu bewegen, liegt doch in unseren unglaublichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Es ist kein Wunder, daß die Massen heute von einer gewissen Verzweiflung gepackt werden. Richts wirkt demoralisierender als eine lang andauernde Arbeitslosigkeit. Wenn man aber das psychologische Verständnis für diese Vorgänge aufbringt, dann muß man sich um so mehr zu der Forderung bekennen, endlich einmal Schluß zu machen mit diesem System der Hilflosigkeit und Unzulänglichkeit, das Deutschland von Krisis zu Krisis schleudert und das auf dem besten Wege ist, die gesunden Grundlagen der deutschen Wirtschaft zu untergraben.
Wiederherstellung der Staatsautorität gegenüber den aufruhrlustigen Elementen auf der einen Seite, Wiederher st ellung einer gesunden wirtschaftlichen Grundlage furunsere nationale Produktion auf der anderen Seite, das sind die Forderungen einer positiven staatsbürgerlichen Politik, die in dieser Lage erhoben werden müssen. Die Proben des strikten Gegenteils, die wir in diesen letzten Wochen von Regierung und Reichstag erhalten haben, berechtigen auf die Lange der Zeit zu den schlimmsten Befürchtungen. Der Geist des Aufruhrs kann in einem Staate nur dann so frech sein Haupt erheben, wenn die staatliche Autorität sich selbst jeden Tag aufs Neue schädigt. Sie zu kräftigen ist die erste und dringendste Aufgabe, damit endlich dem Volke wieder der Gedanke ausgetrieben wird, als sei der Staat nichts weiter als die Beute der verschiedenen miteinander ringenden Interessentengruppen. Die zweite Notwendigkeit aber ist die Wiedergewinnung einer gesunden Finanz
und Wirtschaftsgrundlage, damit der deutsche Ar- beiter, soweit es in unserer bedrängten Lage heute überhaupt möglich ist, wieder Arbeit und Brot erhält. Die Zugkraft der radikalen Agitation aber wird in dem Maße Nachlassen, in dem es gelingt, den Staat wieder auf gesunde Grundlagen zu stellen.
Neue „Hungermärsche".
Die Besetz le der Moskauer Zentrale.
Berlin, 4. März. (L7lB.) Am Montagabend hat eine Sitzung der kommuni st lfchen Parteifunftionäre stattgefunden. Aus Anordnung des europäischen Sekretariats der Roten Ge- roerF|d)aftsinternationale, der Kommunistischen 3u- gendinlernationale und des Westeuropäischen Bureaus der Komintern hat auch die Berliner Parteileitung für den 6. März Hungermärsche aus derAmgebungDertinsnachderReichs- Hauptstadt angeordnet. Gleichzeitig sollen auch innerhalb Berlins unter Umgehung des Demonstrationsverbotes derartige Hungermärsche und Umzüge stattfinden, die sich auf die g r ö h e r e n B e t r i e b e und die Arbeitslosennachweise konzentrieren sollen, wo Parteifunktionäre an ihre Genossen Ansprachen halten werden. Für diese Märsche ist ein genauer plan ausgearbeitet worden, der sich im übrigen mit den Demonstrationen vom 1. Februar deckt. Das Demonstrationsverbot soll in der Weise umgangen werden, daß auf ein oerab- rebetes Zeichen in allen Teilen Berlins größere und kleinere Ansammlungen sich bilden, die dann wiederum auf ein verabredetes Zeichen sich in Marsch sehen sollen. Durch diese Taktik soll erreicht werden, daß die Polizei hierdurch Überrascht und mürbe genta cht wird und nicht einheitlich vorgehen kann. Die Polizei hat ihre Maßnahmen getroffen. Für den 6. Mär; ist für die poli- 3ei die große Alarmstufe angeordnet worden, nach der sich alle Offiziere und Mannschaften in den Kasernen aufzuhalten haben. 3n den Rachmittagsstunden wird bereits ein starker Patrouillendienst auf der Straße einfetjen.
Oie „Rote Fahne".
Die richtige Auslage wird gerichtlich festgestellt.
Berlin, 4. März. (Priv.-Tel.) Die Kommunistische Partei und ihr Zentralorgan, die Rote Fahne, haben verschiedentlich im Kampf mit den Sozialdemokraten Angaben über die Auflage der Roten Fahne gebracht, die jetzt durch ein sehr interessantes Gerichtsurteil auf ihren wahren Sachverhalt zurückgeführt worden sind. 2lus Anlaß eines Prozesses wegen arglistiger Täuschung eines 3nserenten nahm das Gericht in sein Urteil eine Feststellung über die Abonnentenzahl der Roten Fahne und über ihre Auslage^ mit auf, die nach kommunistischen Angaben über 100000 liegen soll und damit die größten deutschen Tageszeitungen erreichen würde. Tatsächlich ist gerichtsnotarisch festgestellt worden, daß die Abonnentenzahl der Roten Fahne nochnicht einmal 20000 erregt, und daß die Gesamtauflage des Blattes einschließlich der Auslandexemplare höchstens 25 000 beträgt. Da der Vertreter der Roten Fahne die Feststellung in Kauf genommen hat, dürfte erwiesen sein, daß die gerichtlichen Feststellungen auch von der Roten Fahne nicht widerlegt werden können. DaS Märchen mit der Auflage von 100 000 Exemplaren ist nüchtern und gründlich zerstört worden.
boden und die Dureaumobel waren mit Petroleum übergossen und angezündet worden. Auch diesmal liegt wieder Brandstiftung vor. Unter dem Verdacht, das Feuer angelegt zu haben, wurde der sozialdemokratische Stadtverordnete und Angestellte des Arbeitsamtes Prell festgenommen.
Die deutsche Universität Prag.
Der akademische Senat und das Professorenkollegium der deutschen Universität in Prag werden sich in einer feierlichen Kundgebung gegen die durch das tschechische Universitätsgesetz geforderte Schädigung der Prager deutschen Uni*
versität, der durch Aberkennung des Ramens„Karl-Ferdinand-Unive rfi- t ä t" ihre fast 600jührige historische Tradition genommen worden ist. Der auf den Gründer der Universität, Kaiser Karl IV., zurück- gehende Rame „Karls-Universität" wurde auf die Prager tschechische Universität übertragen. Diese ideelle Schädigung entspricht, wie in der Kundgebung hervorgehoben wird, in keiner Weise der historischen Forschung, welche in beiden Prager Universitäten, sowohl in der tschechischen wie in der deutschen, die natürlichen Fortsetzerinnen der ursprünglichen
Karls-Universität sieht. Auch die tschechischen Historiker standen bis zum 3ahre 1918 auf diesem Standpunkt. Das betreffende Universllätsgesetz ist von einer gesetzgebenden Körperschaft im 3 ahre 1920 beschlossen worden, in welcher die Deutschen der Tschechoslowakei überhaupt noch nicht vertreten waren und daher keine Verwahrung einlegen konnten. Heute, nach zehn 3ahren, appellieren der Rektor und der akademische Senat an die Regierung und daS Parlament, das Universitätsgeseh im Sinne der historischen Wahrheit abzuändern.
Gefängnisrevolte In Lille.
3m Zuchthaus von Lille haben 65 Strafgefangene einen Massenausbruch versucht. 3m Arbeitssaal überfielen sie den wachhabenden Beamten und raubten fein Schlüsselbund. Die Tür war aber von außen verriegelt. Der Posten auf dem Korridor schlug Alarm, wodurch der von langer Hand vorbereitete Versuch vereitelt wurde. Rur dem Rädelsführer des Ausbruchsversuchs gelang es, in dem allgemeinen Durcheinander zu fliehen.- Er war bereits über zwei Mauern geklettert, als er in eine unter Starkstrom stehende Drahtsperre geriet. Schwerverletzt wurde er ins Gefängnislazarett eingeliefert.
Dänische Auszeichnung für einen deutschen Flieger.
Die Königlich Dänische Aeronautische Gesellschaft hat beschlossen, dem deutschen Flieger Freiherrn o. König-Warthausen, der mit einem Sportflugzeug um die Welt geflogen ist, feine höchste Auszeichnung, eine goldene Plakette, zu verleihen.
Flammentod eines Fabrikbesitzers.
Der Besitzer der chemischen Fabrik Otto Reeh & Co. in Wesel ist bei einem Schadenfeuer in den Dureauräumen der Sirma in den Flammen umgekommen. Reeh scheint versucht zu haben, den Ofen mit einer leichtentzündbaren Flüssigkeit ingang zu bringen, wobei eine Explosion eintrat. Der Brand konnte in kurzer Zeit gelöscht werden. Als man in die Räume einbrang, fand man d i e Leiche des Firmeninhabers völlig verkohlt vor dem Ofen. Das Gebäude, eine ehemalige Kaserne, ist durch den Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.
Autounglück auf der Fahrt zur Trauung.
Auf der Fahrt zur Trauung stieß bei Rottendorf (Franken) ein Automobil, in dem sich der 23jährige Kellner Hermann Röll von Dettelbach mit seiner jungen Frau, seiner Schwiegermutter und einem Trauzeugen befand, bei starkem Rebel mit einem auf der falschen Straßenseite entgegenkommenden Personenkraftwagen so heftig zusammen, daß der Drautwagen völlig demoliert wurde. Alle vier 3n- faffen und der Chauffeur wurden durch Glassplitter und Prellungen mehr oder minder schwer verletzt. Auch der Besitzer des anderen Wagens erlitt Verletzungen. Rur fein Chauffeur, der durch seine Fahrlässigkeit den Unfall verursacht hatte, kam mit heiler Haut davon.
Lin Geisteskranker in der Schulstube.
In höchster Gefahr schwebten die Kinder einer Schule in dem Städtchen Wolfoille in Neuschottland (Kanada). Ein mit einem Revolver bewaffneter 59jähriger Geisteskranker, der in die Schule eingebrungen war, führte dort wirre Reden und erklärte, er sei von Gott beauftragt, sämtliche Kinder zu erschießen. Glücklicherweise war ihm seine Nichte, die ebenfalls einen Revolver bei sich hatte, nachgeschlichen und schoß ihn nieder, bevor er Unheil anrichten konnte. Der Geisteskranke liegt jetzt unter polizeilicher Bewachung im Krankenhaus.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Die Warmlustwelle von Westen her hat sich über ganz Deutschland durchgesetzt und frostfreies Wetter verursacht. Das Hochdruckgebiet verlagert sich weiter nach Süden, und an der Rückseite der Baltikum- störung bringt Kaltluft südwärts vor. Sie wirb sich zunächst hier bei uns auf bis Temperaturen aus- wirken und ferner etwas wechselhaftes Wetter Hervorrufen, wobei einzelne Niederschläge nicht ausgeschlossen sind.
Wettervoraussage für Donnerstag: Wechselnd wolkig, allmählich wieder kühler, vereinzelte Riederschläge.
Witterungsaussichten für Freitag: Meist wolkiges Wetter, Temperaturen schwankend, mit Reizung xu Aiede-fchlägen.
Lufttemperaturen am 4. März: mittags 11,3 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 5. März: morgens 4,7 Grad. Maximum 11,5 Grab, Minimum 2,8 Grab. — Grbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. März: abenbs 4,2 Grab; am 5. März: morgens 2,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4i Stun- ben.


