kn die preußische Regierung auf neuer Grundlage verhandelt worden. Demgegenüber wird versichert, daß bei der Besprechung der beiden genannten Abgeordneten lediglich festgestellt worden sei, daß die Sozialdemokratie sich bei den letzten Koalitionsverhand- lungen loyal verhalten und daß von der Dottspartei kein offizielles Angebot zum Eintritt in die Regierung vorgelegen habe. Reue Besprechungen seien noch nicht wieder angebahnt Dagegen wird an unterrichteter Stelle bestätigt, daß für den Posten des 06er- präsrdenten von Hessen-Rassau der sozialdemckratische Landtagsabgeordnete Haas in Aussicht genommen ist.
Das britische Arbeitslosen- versicherungsgeseh.
London, 5. Febr. (WTB. Funkspruch) Im Unterhaus brachte gestern Premierminister Mac- donald den Vermittlungsantrag ein, die Gültigkeitsdauer des Arbeitslosenversicherungsgesetzes auf 3 Jahre festzusetzen. Er erklärte, das Oberhaus habe mit seinem Beschluß, die Gültigkeit des Gesetzes auf ein Jahr zu beschränken, einen Eingriff in die Privilegien des Unterhauses begangen. Wenn die Regierung die Vorlage fallen ließe, um ihr nach drei Sessionen gemäß der Parlamentsakte ohne Rücksicht auf die Haltung der Lords Gültigkeit zu verschaffen, dann würde der Arbeitslosenfonds völlig erschöpft sein und die Arbeitslosen würden der Armenunterst üßung zur Last fallen. Der Antrag der Regierung wurde schließlich einstimmig angenommen und die Vorlage geht jetzt in der neuen Form an das Oberhaus zurück.
England und die Dominions.
Die Loslösung von London.
London, 4. Febr. (WB.) Der Bericht des Komitees von Vertretern der Dominions, das im Oktober und Rovember hier tagte, um d a s geltende Staatsrecht mit dem von der Reichskonferenz 1926 aufgestellten Grundsatz der autonomen Bestandteile des Britischen Reiches in Einklang zu bringen, ist heute veröffentlicht worden. Dieses in Form von «Empfehlungen" gekleidete Dokument enthält als Hauptpunkt die Forderung, das englische Parlament solle gesetzlich festlegen, daß das Einspruchsrecht gegenüber der Domi- nion-Gesehgebung, das seit 1873 nicht ausgeübt worden ist, nicht mehr in Anspruch genommen wird und daß der Gene r a l g o u v e rn e u r nicht angewiesen werden kann, seine Zustimmung zu den von den Dominions-Parlamenten beschlossenen Gesehen zu verweigern. Außerdem wird die volle internationale Anerkennung dieser Gesetze insbesondere auf dem Gebiet des Seerechts verlangt.
Oie indischen Fürsten gegen Ghandi.
London, 4. Febr. (SH.) Der Präsident der indischen Obersten Kammer, der Maharadscha von Patiala, hielt am Montag eine Rede, in der er zum Ausdruck brachte, daß es Pflicht der Herrscher sowie der Völker des indischen Staates sei, sich zu der Hnabhängig- keitsentschließung Ghandis zu äußern. Diese betreffe nicht nur das britische Indien, sondern sehe auch vor, daß ein unabhängiges Indien die indischen Staaten übernehmen bzw. kontrollieren solle. Herrscher wie ■Untertanen seien verpflichtet, mit aller Macht diesen Ideen entgegenzutreten. Die heiligen Verpflichtungen, die ihnen durch Verträge auferlegt seien, ließen ihnen keine andere Wahl. Die indischen Staaten seien der britischen Krone verpflichtet. Sie seien entschlossen, diese Pflichten einzuhalten. Sie sympathisierten mit den politischen Fortschritten in Indien und seien bereit, am Aufbau einer gesicherten Zukunft mitzuarbeiten.
Aus aller Well.
Der britische Botschafter ehrt Kapitän Dreyer.
Auf einem vom Hamburger Senat aus Anlaß des Besuches des britischen Botschafters Sir Horace Rumbold gegebenen Frühstückes beim Bürgermeister Roß führte der Botschafter u. a. aus: Wir haben erst vor ganz für’er Zeit wieder einen erhebenden Beweis jener See- mannstreue erlebt, die alle seefahrenden Rationen eng miteinander Der» B i n d e n. Ich denke an den heroischen Sod des Kapitäns der „Monte Cervantes". Ich weiß, daß ich dem Gefühl des englischen Volkes Ausdruck gebe, wenn ich Ihnen mein tiefstes Beileid zu dem Verlust dieses hervorragenden Seemannes ausspreche, dessen Andenken stets überall in Ehren gehalten wird.
(Eidfons Tod gilt als sicher.
Die Arktische Regierungskommission in Moskau erhielt vom Kapitän des nahe dem Rordkap überwinternden Sowjetschiffes „Stawropol" einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß gemeinsame Flüge russischer und amerikanischer Flieger zum Absturzort Eielsons endgültig die Tatsache des Todes Eielsons und Borlands ergeben haben. Die Lage des abgestürzten Flugzeuges läßt keinen Zweifel am Tode der Flieger. Hierüber ist gemeinsam mit den amerikanischen Fliegern ein offizieller Bericht aufgesetzt worden. Ausgrabungen zur Bergung der Leichen sind imgange.
Die ersten Auswanderer in Brasilien.
In Rio de Janeiro ist der erste Transport von 190 deutsch-russischen Auswanderern, der am 16. Januar mit der „Monte Olivia" Hamburg verlassen hatte, eingetroffen. Die Zahl der Auswanderer hat sich auf der Reise durch die Geburt von zwei Kindern vermehrt. Die Auswanderer, die sich im Staate Parana in Südbrasilien ansiedeln werden, werden teils mit dem Dampfer, teils mit der Eisenbahn nach ihrem Bestimmungsort Weiterreisen.
kommunistische Mordtat.
Tischler Höhler, der in Berlin am 14. Januar abends den nationalsozialistischen Studenten Wessel in seiner Wohnung niedergeschossen hatte, hat geftanben, den Anschlag mit zwei Komplizen begangen zu haben. Er ist, wie das Polizeipräsidium mitteilt, seit etwa fünf Jahren Mitglied der K. P. D. und führend in einer Sturmabteilung tätig. Er be- hauptet, von seinem Bereitschaftsführer den Be- fehl erhalten zu haben, mit ihm und einem anderen Parteigenossen dem Wessel eine „prole
tarische Abreibung zu verabfolgen". Da bekannt gewesen sei, daß Wessel Waffen besitze, hätten alle drei Pi st ölen mitgenommen. Beim Oeffnen der Tür habe Höhler aus einer Bewegung Wessels geschlossen, daß dieser seine Schußwaffe ziehen wollte und habe darauf geschossen.
Chikago erhält Vorschüsse.
Die Stadtverwaltung von Chikago, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befindet, entschloß sich heute zu einem Schritt, der auf Errichtung einer finanziellen Diktatur hinausläuft. Der Stadtrat nahm ohne Widerspruch das Ultimatum des Dürgerhilfsausschusses unter Führung von Silas Strawn an und ging die Verpflichtung ein, daß die städtischen Behörden mit diesem Ausschuß Zusammenarbeiten werden. Unter dieser Bedingung werden Strawn und seine Kollegen, ine mehr als 50 Millionen Dollar zur Verfügung haben, der Stadt Chikago Vorschüsse gewahren. Diese Wendung bedeutet eine große Erleichterung für etwa 40 000 Angestellte der
Stadt, die seit Weihnachten keine Gehälter und Löhne empfangen haben.
Unamunos Rückkehr aus dem Exil.
Der bekannte spanische Dichter Professor d e Unamuno ist von seinen Universitätskollegen davon in Kenntnis gesetzt worden, daß er n a ch Spanien zurückkehren und fein Lehramt an der Universität Salamanca wieder aufnehmen könne. Unamuno befindet sich seit der Errichtung der Diktatur in Frankreich und beabsichtigt, in den nächsten Tagen nach Salamanca zurückzukehren.
Zwei Kinder im Klärbecken ertrunken.
Die beiden Brüder Wilhelm und August Sander. sechs und acht Iahre alt, wurden in dem Klärbecken der früheren EisenhüttePhönix in Berge-Dorbeck bei Essen ertrunken aufgefunden. Die beiden Knaben sind vermutlich beim Spielen in die Kläranlagen gefallen und ertrunken. Die Verunglückten waren die einzigen Kinder des Arbeiters Sander.
Schobers Ltalienfahrt.
Der österreichische Bundeskanzler Schober huldigt dem Grundsatz, daß man das Eisen schmieden muß, so lange es heiß ist. Er entwickelt eine geradezu erstaunliche Tatkraft: kaum hat er die Verfassungsreform unter Dach gebracht und dadurch die Gefahr eines Bürgerkrieges von Oesterreich abgewandt, schon fuhr er nach dem Haag und erreichte es nicht zuletzt durch geschickte Ausnutzung der diplomatischen Lage, Oesterreich ziemlich unbelastet aus der Liquidation des Krieges herauszubringen, vor allem das Generalpfandrecht loszuwerden. Mit gutem Grunde ist er bei seiner Heimkehr jubelnd begrüßt worden, aber er ruht nicht etwa auf seinen Lorbeeren aus, sondern packt sofort wieder seine Koffer, um eine Rundreise anzutreten, die ihn zunächst nach Rom führt.
Das ist kein Zweifel. Italien hat ihm im Haag ausgezeichnete Sekundantendienste geleistet, der italienischen Unterstützung ist es nicht zuletzt zuzuschreiben, wenn Oesterreich so billig wegkam. Es wäre also schließlich nur eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn Herr Schober jetzt in Rom seine Visitenkarte abgibt. Aber in der hohen Politik tut man für Dankbarkeit allein nichts, Mussolini hat also auch Oesterreich nicht etwa aus allgemeiner Menschenfreundlichkeit unterstützt, sondern wußte sehr genau, was er wollte. Für ihn ist Oesterreich ein wichtiger Stein auf dem Balkan, ein Bündnis mit Oesterreich könnte die Einkreisung Iugoslawiens ab- schließen. Indessen daran wird kaum zu denken sein. Denn Herr Schober ist viel zu klug, um sich auf eine Politik öffentlicher oder geheimer Bündnisse einzulassen. Er würde dafür auch weder bei den Christlichsozialen noch bei den Groh- deutschen Gefolgschaft finden. Dazu ist der Haß in Wien gegen Italien und vor allem gegen die italienische Politik in Südtirol noch zu groß.
Aber es braucht ja nicht gerade ein Bündnis zu sein, zwischen Italien und Oesterreich schweben noch allerlei unbereinigte Finanzfragen, wodurch die Atmosphäre belastet wird. Herr Schober will versuchen, sie in Ordnung zu bringen. Er wird wahrscheinlich auch versuchen, handelspolitisch einen regeren Warenaustausch in Gang zu bringen, bei dem beide Staaten gewinnen könnten. Er wird vor allem aber versuchen, Herrn Mussolini klarzumachen, daß psychologisch eine engere Verbindung zwischen Rom und Wien unmöglich ist, solange in S ü d t i r o I mit Gewaltmaßregeln regiert wird. Erhält er von Mussolini die Zusage, daß die südtiroler Deutschen künftighin ungestört ihre Muttersprache pflegen und ihre Kultur wieder verteidigen können, dann wird dadurch nicht nur die Atmosphäre zwischen Oesterreich und Italien gereinigt, sondern es wird auch die Voraussetzung geschaffen für eine Annäherung zwischen Italien und Deutschland, für die an sich auf beiden Seiten alle sachlichen Voraussetzungen gegeben wären Vielleicht wird man darüber Näheres hören, wenn Herr Schober wenige Wochen nach seinem römischen Besuch auch in Berlin als Gast erscheint.
Rom.
Schobers Ankunst in Rom.
Offizieller Empfang am Bahnhof.
Rom, 4. Febr. (TU. Funkspruch.) Der österreichische Bundeskanzler Schober ist heute um 12.25 Uhr in Rom eingetroffen. Er befand sich in Begleitung des österreichischen Gesandten beim Quirinal, der dem Kanzler bis an die Grenze entgegengereist war, ferner des italienischen Gesandten in Wien und der übrigen Herren seines Gefolges. Arn Bahnhof hatte sich der österreichische Gesandte beim Heiligen Stuhl und sämtliche Herren der Gesandtschaft beim Quirinal, ferner die Unter- ftaatsfetretäre des italienischen Außenministeriums und des Ministerpräsidiums, der Gouverneur von Rom, der Präfekt von Rom, ferner die Vorsitzenden der österreichischen Landmannschaft und der deutschen Vereinigung in Rom, eine Reihe wei- tcrer höherer italienischer Beamter und zahlreiche Pressevertreter eingefunben. Die österreichischen Gäste fliegen im Grandhotel ab. Das Hotel hat bie italienischen und österreichischen Farben geflaggt. Die heutigen Mittagsblätter bringen ausnahmslos Abbildungen des österreichischen Bundeskanzlers auf der ersten Seite und ausführliche Lebensbeschreibungen Schobers.
Schober bei Mussolini.
Ein hoher
österreichischer Orden für den Duce.
7N u f f o l i n i empfing Dienstag nachmittag den ästerreichifchen Ministerpräsidenten Schober und hatte eine VA stündige Unterredung mit ihm. Der Bundeskanzler sprach der italienischen Regierung herzlichsten Dank für die von ihr Oester- reich auf der Haager Konferenz gewährte Unterstützung aus und überreichte Mussolini den Groß- kordon mit goldenem Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik 0 e ff e r r e i d). 3m verlaufe der Besprechung wurde beschlossen, die Unterzeichnung des italienisch-österreichischen Freundschafts- und Schieds- Vertrages am Donnerstag vorzunehmen.
Südtirol.
Der Stein im Wege.
Wien, 4. Febr. (Tel.-Un.) Wie ein christlich- soziales Blatt berichtet, hat Bundeskanzler Schober vor seiner Abreise nach Rom mit den F ü h - rern der fübtiroler Bewegung am Samstag eine Aussprache gehabt, bei der Schober erklärte, daß er in Rom — obwohl er natürlich bezüglich Südttrol keine Forderungen zu stellen in der Lage sei —, doch darauf Hinweisen werde, daß ein herzliches Einvernehmen zwischen Italien und Oesterreich einzig und allein von Italien selbst abhänge. Er werde versuchen, Mussolini auf gewisse Härten der italienischen Politik in Südtirol hinzuweisen, bie einer Aussöhnung der beiden Völker im Wege stünden.
Das Äquidalionsabkommen mit polen.
Oie Auffassung des Auswärtigen Amts. - Was sagt die deutsche Minderheit in polen. - Kein versaffungsändernder Charakter. - Oie Annahme im Reichstag ist Doraussehung für das Inkrafttreten des ^oungplanes.
Berlin, 4. Febr. (Prtv.-Tel.) Nachdem die Verhandlungen mit Polen am Samstag zum Abschluß gekommen sind, hat die Reichsregierung dem Reichsrat die notwendigen Gesetzentwürfe mit einer Denkschrift zugeleitet, in der eine eingehende Begründung gegeben wird. Die Verhandlungen des Reichsratsausschusses werden voraussichtlich heute abend beendet werden, so daß die Vollsitzung des Reichsrats morgen ihre Beratungen abschließen kann. In amtlichen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß das Liquidationsabkommen mit Polen feinen Ursprung im Abschnitt 9 des Young- planes hat, der bie ßiquibierung b e r Vergangenheit empfiehlt. Indem die Reichs- regierung die Verhandlungen mit Polen vom Haag abgetrennt hat, hat sie erreicht, daß wir keinen Generalverzicht aussprechen mußten. Auf diese Weise ist es auch gelungen, die Gegenleistungen und die Verbesserungen gegenüber dem Young- plan zu erzielen. Im wesentlichen handelt es sich dabei um folgende drei Punkte.
1. Oie Freigabe oer bisher zur Liquidation gestellirn Güter.
Im ganzen waren etwa noch 15 000 Hektar mit sogenannten dritten Liquidationsbeschlüssen behaftet. Die Schwierigkeit bestand darin, daß die polnischen Liquidationen nicht nur finanzieller Art waren, wie die in anderen Ländern, sondern politischen Charakter hatten. Es ist uns in den Verhandlungen mit Polen trotzdem gelungen, diese Liquidationen mit in das Gesamtwerk einzubeziehen und festzulegen, daß Anwesen, die am 1. September 1929 noch in der Hand ihrer Besitzer waren, e r - halten bleiben.
2. Oie Abrechnung über die beider- seiiigen Staatsforderungen.
I Die Polen forderten vor allem E r st a t t u n g der Rücklagen au« der Sozialver
sicherung in dem abgetrennten Oberschle - s i e n. Die deutschen Forderungen beziehen sich auf die Abstimmungskosten in Oberschlesien, Allenstein, Marienwerder, die Kosten für den Transport von Desahungstruppen und ähnlichen. Die Hauptforderungen von beiden Seiten umfassen finanzielle Abgeltungen in Posen und Westpreußen. Insgesamt beliefen sich die deutschen Forderungen auf 538,7 Millionen, die polnischen auf etwa 830 Millionen, freilich mit recht ungleichem inneren Wert. Darin waren Ersatzansprüche für Requisitionen und Zwangsmaßnahmen gegen polnische Arbeiter und Kriegsgefangenenforderungen enthalten. Beide Teile haben auf diese Privatforderungen verzichten müssen. In dem Gesetzentwurf der Reichsregierung toetben nun bestimmte Maßnahmen vor- gefchlagen, die Sicherheit bieten für eine gerechte Cn t schä digung der deutschen Priv*at- ansprüche, und zwar für ein Verfahren auf schiedsrichterlicher Grundlage mit dem Reichswirtschaftsgericht als «Revisionsinstanz". Reichsregierung, Reichsrat und Reichstag bilden einen gemeinsamen Ausschuß, dem die Festsetzung der Richtlinien obliegt für die Entschädigung nach dem inneren Wert der Ansprüche.
3. Oas Wiederkaufsrecht.
Deutschland hat die Ansprüche auf die Geltendmachung des Wiederkaufsrechts nicht anerkannt. Bisher hat Polen in 450 Fällen von seinen Rechten als Rachfolger der preußischen Ansiedlungskommission Gebrauch gemacht. Polen hat nun künftig auf die Geltendmachung des Wicderkaufsrcchtes verzichtet, und zwar hat Deutschland den Preis dieses Verzichtes soweit wie möglich ausgedehnt. Dabei ist auch der Todesfall des Besitzers, der in der Praxis des Wiederkaufs- rechtes bisher die Hauptrolle spielte, besonders berücksichtigt worden. Di« TteferDen, die Polen
eingeschaltet hat, sind vor allem schlechte De- wirtschastung und Vergehen und Verbrechen. Die Führung der deutschen Minderheit in Polen hat gegen die Geltendmachung der schlechten Bewirtschaftung nichts einzuwenden, da sich hieraus bei dem hohen Kulturstand der deutschen Landwirtschaft in Polen bisher noch niemals eine Gelegenheit zu polnischem Eingreifen geboten hat. Die Frage der Vergehen ist in den letzten Verhandlungen dahin interpretiert worden, daß darunter nur solche ge gen den Staat, wie Fahnenflucht und dergleichen zu verstehen sind. Das ist nach Auffassung deutscher Kreise ein erheblicher Fortschritt, wenn auch nicht alle deutschen Wünsche befriedigt worden sind. In diesem Zusammenhang wird übrigens darauf aufmerksam gemacht, daß die Grenzzonenverordnung seit ihrem Erlaß tm Iahre 1926 in keinem Falle zu Enteignungszwecken gegen deutsche Ansiedler angewendet worden ist.
ES wird hervorgehoben, daß bie deutsche Minderheit, deren Führer über den Verlauf der Verhandlungen unterrichtet worden sind, den Abschluß der Abkommen begrüßt, weil damit erreicht wird, daß 50 000 Hektar deutscher Siedlung mit 12 000 Siedlerstellen und 80 000 Menschen davor bewahrt werden, enteignet zu werden. In Berliner amtlichen Kreisen betrachtet man diese Abkommen auch als die notwendige Grundlage für die Weiterführung derHandelsvertragsverhandlungen. Zur parlamentarischen Erledigung der Abkommen wird bemerkt, daß die Gesetzentwürfe nach dem Urteil des Reichsjustiz- und des Reichsinnenministeriums keinen verfassungsändernd en Charakter haben, und daß deshalb keine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Außerdem liegen der Reichsregierung Gutachten namhafter Autoritäten vor, die sich in gleichem Sinne aussprechen. Der Reichstag wird die Abkommen mit Polen und die eigentlichen Poung-Gesetze in getrennter Ab - Kimmung zu erledigen haben. Dabei ist nach Ansicht maßgebender Stellen nicht zu übersehen, daß die Annahme auch der Polenabkommen eine der Voraussetzungen für die Inkraftsetzung des Voung-Planes ist.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Mit der östlichen Weiterbewegung bes Tiefdruckgebietes wurde die kontinentale Kaltluft weggeräumt, und milde Südwestluft hat sich über Deutschland durchgesetzt, welche im Flachlande die Morgentemperaturen über Null hielt. Neuerdings bringen wieder kältere Luftmassen vom Norden südwärts, die bei uns die Temperaturen zum Sinken bringen werden und zunächst wechselhaftes Wetter mit ein- deinen Schauern verursachen. Wahrscheinlich dürfte später unter ansteigendem Luftdruck die Bewölkung mehr zurückgehen und ruhiges Wetter mit leichtem Nachtfrost zu erwarten sein.
Wettervoraussage für Donnerstag: Wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung, vereinzelte Schauer, teils als Schnee.
Witterungsaussichten für Freitag: Meist trockenes, teils wolkiges, teils aufheitern des Wetter mit leichtern Nachtfrost.
Lufttemperaturen am 4. Februar, mittags, 6,3 Grad Celsius, abends 3,9 Grad: am 5. Februar, morgens, 2,7 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 4. Februar, abends, 2,9 Grad; am 5. Februar, morgens, 2,0 Grad Celsius. — Riederschlag 2,8 Millimeter. — Sonnenscheindauer l1/* Stunden.
Amtliche Mnterfporlnachrlchlen.
Vogelsberg. Hoher o ds kops: Rebel, minus 1 Grad, 12 Zentimeter Schnee, 2 Zenti- meter Reuschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.
Taunus. Kleiner Feldberg: Rebel, minus 1 Grad, 10 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Reuschnee, Pappschnee, Ski- und Ro- delmöglichkeiten gut.
Sauerland. Win ter berg: Schneefall, minus 1 Grad, 15 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee. Ski- und Rodelmöglichkeiten gut.
Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, minus 4 Grad, 68 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- und Rcdelmöglichkeit gut.
A lpen. Gar misch - P artenkirchen : Klar, minuS 2 Grad, 3 Zentimeter Schnee, verharscht, Ski- und Rodelmöglichkeit gut. Berchtesgaden: Klar, minus 2 Grad, 9 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- und Äodelmöglichkeit gut.
Harz. Schierke: Schneefall, null Grad, 5 Zentimeter Schnee, 2 bis 5 Zentimeter Reuschnee, Pappschmee, nur Ski möglich.


