Aus aller Well.
Dr. Eckener bei der Untersuchung der Katastrophe des „R 101“.
Die amtliche Untersuchung über die Katastrophe des Lustschisses „R lül'/ wurde i n Anwesenheit Dr. Eckeners wieder aufaenommen. Dor Eröffnung der Sitzung hatte Dr. Eckener mit dem Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses Sir John Simon und den Beisitzern eine halbstündige Unterredung. Sir John Simon und Dr. Eckener betraten sodann Arm in Arm den Sitzungssaal. Der Vorsitzende wies dem deutschen Gast einen Platz neben sich an und betonte die Vorteile, die dem Ausschuß aus der Unterstützung und der Anwesenheit Dr. Eckeners erwüchsen. Dr. Eckener habe das ganze vorliegende Material durchgesehen und sei bereit, alles in seinen Kräften Stehende zu tun. um alle möglichen Erklärungen für die Ursache der Katastrophe zu analysieren.
Bluttat eines Elfjährigen.
3n Grafen tonna war der elf Jahre alte Schüler Cramer von seiner nach Gotha fahrenden Mutter allein in der Wohnung zurückgelassen worden. Um sich die Zeit zu vertreiben, holte der Knabe den sechsjährigen Bachbarssohn Weida zum Spielen in die elterliche Wohnung. Der junge Cramer, fand dabei den geladenen Revolver seines Vaters und zielte mit der Wafie auf den Spielgefährten. Dabei ging ein Schuß los und traf den kleinen Weida über dem Auge in die Stirn. Der Getroffene st a r b sofort. Der Tatbestand wurde von der Behörde in der Wohnung Cramers, der Führer der kommunistischen Opposition ist, festgestellt, wo der jugendliche Täter einem Verhör unterzogen wurde.
Dreifacher Raubmord an der polnischen Grenze.
In Jobannlsburg wurden die preußischen Behörden von dem Grenzübertritt eines mehrfachen Raubmörders verständigt, der aus Polen auf deutsches Gebiet geflüchtet ist Dicht an der Landesgrenze wurde ein Lehrer aus dem polnischen Grenzdorf Zachowo, der sich mit seiner Frau und einer zweiten polnischen Dame aus der polnischen Stadt Molno die Gehälter für sich und seine Kollegen abholte und etwa 3000 Zloty bei sich trug, 3 Kilometer von Molno entfernt auf freier Landstraße von zwei Wegelagerern überfallen und erschossen. Die Räuber flüchteten nach der polnischen Grenze zu, wurden aber von einem polnischen Grenzbeamten beobachtet und beschossen. Einer der Räuber fiel, wurde aber nach Beobachtung des Grenzbeamten von den unverletzt gebliebenen Komplicen über Die Grenze auf deutsches Gebiet geschleppt, dort aber nahe bei dem Grenzdorf Jakubben von seinem Komplicen durch einen Schläsenschuß ermordet. Offenbar wollte der Pole den unbequemen Kom- plicen beseitigen und sich der Beute bemach- tigen. Maßnahmen zu seiner Ergreifung sind ein- geleitet.
Zusammenstoß zwischen Eisenbahn und Straßenbahn.
In Leningrad ereignete sich an einem Eisenbahnübergang ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Eisenbahnzug. 2 8 F a h r g ä st e der Straßenbahn wurden getötet, 19 verletzt.
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nreresmveau umgerechneten Luftdruck tvituivui ..:.,agc
Die kontinentale Hochdruckwetterlage hat unvermindert angehalten und durch die Zunahme des Frostes ihren winterlichen Charakter verstärkt. Im ganzen Reich lagen die heutigen Morgentempcratu- ren unter Null, wobei sich der Mältehcrd am stärksten über dem mittleren Deutschland mit Werten bis zu minus 5 Grad ausgeprägt hat. Auch in unserem Bezirk fielen die Temperaturen bis zu minus 5 Grad und in Bodennähe bis zu minus 7 Grad. Das gesamte Hochdruckgebiet zeigt bereits Abbauerscheinungen, dies ift besonders deutlich an seiner Nordseite. Hier setzt sich die vorübergehende Störung mit ihren anormalen Luftdruckoerhältnisien — die Warmlust der Vorderseite brachte über dem Nord- meer und Skandinavien Morgentemperaturen bis zu plus 10 Grad — mehr und mehr durch und verdrängt den hohen Druck. Obwohl bei der weiteren Zusammenschrumpfung des Hochs sich später Anzeichen zum Witterungsumschlag einstellen. so behält für uns der Einfluß absinkender Luft noch die Vorherrschaft und das Frostwetter dauert auch morgen noch fort.
Aussichten sür Freitag: Weiterhin stellenweise morgens dunstig oder neblig, sonst meist klar und heiter, trocken Frost.
Aussichten für Samstag: Abschwächung des Frostes und mehr nebliges und wolkiges Wetter wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 3. Dezember: mittags 3,4 Grad Celsius: abends —0.4 Grad; am 4 Dezember: morgens — 3,9 Grad Maximum 4 Grad, Minimum — 4,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am d. Dezember: abends 0,9 Grad; am 4. De- xember: morgens 1 Grad Celsius. — Sonnenschein- dauer 5% Stunden.
Erweitertes Vezirksschöffengericht Gießen.
* Gießen, 3. Dez. Ein übler Streich hat einen Polizeioberwachtmeister von Butzbach In schweres Unglück gebracht. Mit zwei Zechgenossen, eurem Fabrikarbeiter und einem Schuhmacher, beibe ebenfalls aus Buhbach, die heute neben ihm auf der Anklagebank sahen, begab er sich an einem durchzechten dienstfreien Tag an eine Jagdhütte in der Gemarkung Pohl^öns, wo sie sich bei dem Desiher zu einem gelegentlichen besuch angesagt haben wollten. Als sie die Hütte verschlossen sanden, stieg er mit dem Schuhmacher über die zwei Meter hohe Umzäunung ein. Drin- nen verstreute er zunächst das vorgefundene Mehl, dann aber begannen die dort aufbewahrten Sachen feine Habgier zu erregen; nachdem er feinen De- gleitet aus gefordert hatte, nicht- anzufassen, damit es keine Fingerspuren gebe, trug er mit umwickelter Hand zwei Ferngläser, eine Taschenlampe, einen Revolver, einen Photographenapparat, Jagdpa krönen u. a. m. zusammen, beförderte die Sachen über die Mauer und begab sich mit ihnen an einen entfernten Ort im Walde, wo er sie hinter Gesträuch niederlegte. Cin Fernglas und die Jagdpatronen brachte er zu Bekannten, denen er erklärte, er brauche sie zur Jagd. AIS die Sache herauskam und der Verdacht auf die Angeklagten fiel — der miteingestiegene Begleiter des Oberwachtmeisters hatte am Tatort einen Gegenstand verloren, der vorher bei ihm gesehen worden war — leugneten sie, wobei der dritte im Bunde, der nicht mitgemacht und die andern auf das Strafbare ihres Tun- aufmerksam gemacht hatte, ihnen half. Strafantrag wegen Hausfriedensbruch- hat der Hüttenbesitzer mcht gestellt. Cs wurden folgende Strafen verhängt. Gegen den Oberwachtmeister wegen einfachen Diebstahls drei Monate Gefängnis; gegen die beiden anderen Angeklagten wegen Beihilfe zum Diebstahl und wegen Begünstigung statt je zwei Wochen Gefängnis hundert Mark Geldstrafe.
Wegen unzüchtiger Handlungen an einem Kinde wurde cin Arbeiter von Gießen zu sechs Monaten, wegen Urkundenfälschung ein Gärtner von Friedberg zu einerWocheGefäng- ni - verurteilt.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Großes Rehschlachten im Gießener Sladlwald.
Allenthalben bemühen sich Iagdvereine und Staaten, durch geeignete Maßnahmen den hohen wirtschaftlichen Wert unserer Jagden für unser verarmtes Vaterland zu erhalten, und große Organisationen werben für Raturliebe und Ra- turschutz in unserem der Ratur vielfach entfremdeten Volk. Mit um so größerem Widerwillen wird jeder Raturfreund und wahre 3äger sich von dem abkehren, was sich in zwei Bezirken des Gießener Stadtwaldes, die in der Hand auswärtiger Pächter sind, abspielte. In mehrfachen Sreibjagben mit vielen und wenigen Schützen sind rund 75 Stück Rehwild abgeschossen worden. Was dabei nicht zur Strecke kam, obwohl es angeschossen wurde, kann der Kenner solcher Jagden ermessen, ilnerfafot muß auch bleiben, was etwa noch im Einzelabschuß erlegt wurde. Rechnen wir noch die Böcke des Sommers hinzu, dann stehen wir vor dem Bild einer völlig ausgeschossenen Jagd, ohne Rücksicht auf irgendwelche weidmännischen oder naturschützlerifchen Belange. Cs muß Sache der Jäger fein, zwischen sich und solchen Jagdpächtern und ihren Helfershelfern einen dicken Trennungsstrich zu ziehen. Cs erscheint jedoch dringend angebracht, die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf solche Dinge zu lenken. Einmal aus ideellen Gründen. Das Wild lchört zur Ratur der Heimat, und die Allgemein- >eit hat einen Anspruch auf sein Dafein, woraus ich ergibt, daß niemand das moralische Recht einer Vernichtung, auch nicht als Jagdpächter, besitzt. Dann aber aus materiellen Gründen. Man wird selbstverständlich dem 3agbberm, der cin Revier pachtete und damit das Jagdrecht darin erwarb und sich einen Wildstand heranzog, auch das Recht zu seiner Rutzung nicht bestreiten können. Aber dem sind Grenzen gesetzt, unb der Sinn eines solchen Pachtvertrages muh sein, daß dabei der Verpachter nicht durch Vernichtung der in der Jagd steckenden Vermögenswerte geschädigt werden darf. Wenn aber so verfahren wird, wie wir cs vor den Toren der Stadt erleben mußten, dann bedeutet das eine wesentliche Wertminderung. Das Ausschießen wird im nächsten Jahre noch fortgesetzt, soweit das Gesetz es gestattet, und dann bietet die Stadt Gieszen zwei wildleere Bezirke auf Verpachtung an, deren Pachtpreis angesichts fintenber Wildpreise unb sinkender Pachtpreise nun noch besonders gebrückt werden wird, also eine Schädigung des städtischen Steuerzahlers. Aber die Anschluhbezirke müssen sich darüber klar sein, daß sie nun die Lücke mit rhrem Wild wieder auffüllen müssen, daher wird auch hier eine Minderbewertung die Folge sein. Cs ist allerhöchste Zeit, daß die Gemeinden sich gegen solche Erscheinungen schützen. Leider enthält das Verpachtungsprotokoll für Gemeindejagden gar nichts über die Art der Jagdausübung. In den Bestimmungen für Staatstagden aber heißt es ausdrücklich: ... „er muß die Jagd weidmännisch behandeln und darf sie nicht derart ausüben, daß der Wildbestand nach dem Ermessen der Forstbehörde allzusehr vermindert wird". Cs wäre Zeit, daß auch in die Gemeindeverträge ähnliche Klauseln eingefügt würden, die in krassen Fällen wenigstens dem Verpächter die Möglichkeit geben, feine Rechte zu sichern und einer Vernichtung eines Vermögensbestand- teiles durch Aufhebung des Vertrages vorzubeugen. Hoffentlich führen die Erfahrungen dieses Jahres dazu, daß man dieser Frage in Der Stadtverwaltung rechtzeitig Beachtung schenkt.
Ein Jäger und Raturfreund. __________sSchluh bcs^redaktionellen Teil».)__________ Das alte Weihnachts-Symbol — jetzt elektrisch. Uns allen ist und bleibt das Symbol des Weihnachtsfestes die brennende Wachskerze im grünen Tannengezweig. Ein feierlich schönes Symbol, leider auch ein unbequemes und gefährliches, denn offene Flammen in unmittelbarer Nähe der leichtentzündlichen Nadelzweige sind ständige Feuersgefahr. Alles das kann man vermeiden, ohne auf den gewohnten Eindruck des Festfymbols verzichten zu muffen, wenn man statt der Wachskerzen die elektrischen Osram > Weihnachts - Kerzen verwendet. Sie sind in Form und feierlichem Lichteindruck brennenden Lichten zum Verwechseln ähnlich, bieten aber alle bekannten Vortelle des elektrischen Lichtes.
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in der Anpreisung ist heute die besteGeschäftsreklame,weildas kaufende Publikum gute Ware zu wählen weiß. Diesen Grundsatz haben wir unsseit Gründung unseres Unternehmens zum Prinzip gemacht. Nicht durch Bluff sollte das Publikum beeinflußt und gewonnen werden - sondern durch Schaffung einer Organisation, die den Verteuerri- den Zwischenhandel vollständig ausschließt. Dies haben wir dadurch erreicht, daß wir die Herstellung unserer PERFEKT von der Tabakpflanze bis 'zum Fertigprodukt in unsrer Hand vereinigten. Denn nur so ist es möglich, dem Käufer den 1OO°/oigen Wert seinesGeldesanWarenzugeben.
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