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Neue Ausschreitungen in Mainz.

Gegen ehemalige Separatisten. Auch andere Bürger werden belästigt.

polnische Angfiphanlasien.

Alberne Hetze gegen den Reichspräsidenten

Warschau, 3.Juli. (Tel.-Lln.) Lieber den Aufenthalt des Reichspräsidenten von Hindenburg auf seinem Gute R e u d e cf in Ostpreußen im Augenblick der Rheinlandräu- mung läßt sich das RegierungsblattKurjer Czerwvny" aus Berlin u. a. folgendes berichten: Dies ist eine Geste, die nicht ohne Eindruck in der Welt bleibt, und ein verständliches E ch o in Polen finden muh, zumal der Reichspräsi­dent am Tage, als in Deutschland die Rhein- landräumung gefeiert wird, sich am 30. Juni an den Weichselstrom begeben hat, und zwar gerade an der Ecke, wo sich die Grenzen Danzigs, Polens und Deutschlands berühren. An der Weichsel entblößte der Feldmarschall sein Haupt und verharrte einige Minuten im Schwei­gen, um auf diese Weise seinem Gefühl gelegent­lich der Defreiungsfeier Ausdruck zu verleihen. Diese symbolische und schweigsame Geste Hinden­burgs spricht mehr als ganze Bände von ge­haltenen Reden und erfordert keinerler Kommen­tare" Diese Betrachtung versieht das Blatt mit folgender Lieberschrift:Der provokatorische Schatten des kaiserlichen Marschalls über dem polnischen Weichselstrom. Hindenburg mustert am Tage der Rheinlandbefreiung das nationale Lager an der polnischen Grenze." Die Schrrft- leitung des Blattes bemerkt zu der Berliner Meldung noch: Dieser alte Soldat hat es vor­gezogen, seinen Urlaub nicht in einem Badeort, sondern dort, wohin ihn seine Ratur zieht, näm­lich im befestigten Lager Deutsch­lands, in Ostpreußen zu verbringen. Feldmar­schall v. Hindenburg ist nach Preußen gefahren, um aus nächster Rähe zu beobachten, wie eine flammende Grenze gemacht wird.

Mussolini gegen Briands paneuropa.

Voraussetzung die Revision der Verträge.

Paris, 3.Juli. (Tel.-Un.) Mussolini veröffent­licht über die Paneuropadenkschrist Briands durch eine Agentur einen Artikel, in dem er feststellt, daß, wenn auch die unter germanischer Führung stehende Dölkerkombination zerschlagen sei, doch neben dem Britischen Reich und den Vereinigten Staaten das Deutsche Reich bestehen ge­blieben sei, und zwar auf der von Bismarck geschaf­fenen Grundlage. Das heutige Europa sei v i e l z u verschiedenartig, um «in gemeinsames Gan- zes bilden zu können. Der Grund für den Zusam­menschluß fehle jetzt noch. Falls England dem Bunde beitreten, würden es die Dominions ebenfalls hineinbringen und so eine europäische Vereinigung zunichtemachen. 3m übrigen sei für ein wirtschaft­liches Paneuropa eineernsthafte und aufrichtige Revision der bestehenden Verträge" Voraussetzung.

DasJournal des Döbats" wirft dem italienischen Ministerpräsidenten vor, mehr Red­nertalent als Genauigkeit entwickelt zu haben. Die Ausführungen Mussolinis hätten lediglich den Zweck gehabt, zu beweisen, daß Europa im Augenblick materiell und moralisch nicht geeig­net sei, den Bereinigte Staaten-Dlock nach dem Borbilde Großbritanniens, der Bereinigten Staa­ten von Amerika, oder des Deutschen Reiches zu bilden. Er versuche hierbei, den Sieger-Staaten die Absicht zuzuschreiben, die in Wirklichkeit nur Italien hätte. Denn abgesehen von Ita­lien verlange keine der aus dem Weltkrieg siegreich hervorgegangenen Länder mehr als das, Wäs ihnen die Friedensverträge zuerkannten. Wenn Mussolini hoffe, durch seine Ausführungen das italienische Bolk in dauernder Aufregung zu erhalten, um dadurch einen Druck auf Frank­reich auszuüben, so täusche er sich. Man wisse in Frankreich sehr wohl, daß die Mehrheit des italienischen Bolkes nicht in Frankreich einen Feind sehe, wie man es glauben cktachen wolle. DerJntransigeant" hebt hervor, daß Artikel 19 des Dölkerbundpaktes tatsächlich in gewissen Fällen eine Revision der bestehenden Derträge vor sehe. Deutschland habe nicht ver­säumt, bei seinem Eintritt in den Völkerbund auf das Bestehen dieses Artikels hinzuweisen. In der gegenwärtigen gefährlichen Entwicklung sei das Datum der Aussührungen Mustolinis jedoch doppelt bemerkenswert, da nunmehr auch er sich gegen die Beiträge aus­spreche, die Europa bisher im Gleich­gewicht gehalten hätten.

Der Versorgungsetat vom Reichstag angenommen.

Berlin, 3. Juli. (DdZ.) Im Reichstag wird die zweite Beratung des Versvrgungs- e t a t s fortgesetzt.

Abg. v. T r o i l o (Dnt.) bestreitet, daß in den wenigsten Fällen der Reuanmeldung von Kriegs­beschädigtenrenten ein Zusammenhang zwischen der Invalidität und der Kriegsteilnahme festzu­stellen sei. Kriegsteilnehmer von 1870 hätten noch nach 25 Jahren berechtigte Ansprüche auf Anerkennung von Kriegsdienstbeschädigupg er­hoben. Der Pensionskürzungsantrag der Sozial­demokraten sei verfassungswidrig und wolle eine ungerechtfertigte Sonderbesteuerung der Pensio­näre schaffen.

Abg. Lucke (Wirtschp.) betont, die Pension des Beamten sei ein zurückl^haltener Teil des Ge­halts. Die von den Sozialdemokraten bean­tragte Pensionskürzung sei als Dauereinrichtung grundsätzlich abzulehnen. Sie könne nur als vor­übergehende Rotmaßnahme in der schweren Zeit der Arbeitslosigkeit gelten. Die Millionenauf­wendungen für Die Liebergangsgebühren an aus­scheiden de Reichswehrangehörige könnten vermin­dert werden durch eine schnellere Unterbringung dieser Leute bei den Behörden.

Abg. Brüninghaus (DB.) stimmt derRo- velle zum Bersorgungsgesetz zu. Mit den dauern­den Reuanmeldungen von Kriegsbeschädigungen muß endlich einmal Schluß gemacht werken. Es ist ein unmöglicher Zustand, wenn 12 Jahre nach dem Kriege noch 330 000 neue Anträge auf Kriegsbeschädigten- rente zusammenkommen. An der ablehnenden Stellungnahme unserer Fraktion zu einem Pen­sionskürzungsgesetz hat sich nichts geändert. Wir verlangen vor allem eine Liebersicht über die Pensionen, die von Ländern und Gemeinden an die Angehörigen jener neuen Beamten* schicht gezahlt werden, die sich erst in der neuen Republik gebildet hat. Gs gibt viele Ober­bürgermeister. deren Bezüge die der Reichs­minister weit übersteigen.

WSN. Mainz, 3.Juli. Gestern gegen 19 Uhr sammelten sich in der O u i n t i n s st r a ß e vor einem Laden Leute an, die gegen den Geschäfts­inhaber eine feindselige Haltung einnahmen. Der Polizei gelang es jedoch ohne größere Anstrengung, die Menge zu zerstreuen. Gegen 20 Uhr wurden der­artige Ansammlungen an mehreren Stellen der Stadt festgestellt. Infolgedessen wurde sofort die gesamte Polizei sowie das in Mainz stationierte Schupokommando alarmiert. In kurzer Folge liefen dann aus den verschiedensten Stadtteilen Meldungen über Gewalttätigkeiten der Menge ein. Die Polizei sandte sofort an die bedrohten Punkte in Kraftwagen und zu Fuß Kommandos, denen es auch gelang, die Menschenmenge zu zerstreuen. An mehre- ren Stellen roar^n aber bereits größere Zer- störungen bei dem Eintreffen der Polizei vor- genommen worden. Die Polizei nahm die bedrohten Personen, soweit sie es wünschten, in S ch u tz h a s t und verhinderte weitere Gewalttätigkeiten und Brandstiftungen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.

Die Gewalttätigkeiten richteten sich vor aUen Dingen gegen die Personen, die im Berdacht standen, der separatistischen Bewe­gung nahegestanden zu haben.*Llnbegreis» licherweise hatten auch andere Bürger, die der separattstischen Bewegung voNständig fern standen, unter den Angriffen zu leiden, ja auch solche Personen, die im Ruhr- und Separa­tistenkampf zu den energisch st en Bor- kämpsern der Abwehrbewegung ge­hörten, wie z. B. die Herren Gastell, Halle- plah, und Gebrüder Decker, Liebfrauenstraße, wurden nichtverschont. Die Polizei stellte, teils unter Anwendung des Gummiknüppels, die Ruhe im Lause der Rächt wieder her, so daß die von Darmstadt und Friedberg alarmierte Schupo sich bei ihrem Eintreffen darauf beschränken konnte, die ermüdeten städtischen Polizeibeamten

Berlin, 3.3uli. (OB.) Die Zentrums- fr aff Ion de» Reichstages trat zu einer Sitzung zusammen, in der Reichskanzler Dr. Brüning über die politische Lage berichtete. Aus dem Ergebnis der heutigen Abstimmung im Reichsrat, die bekanntlich eine große Mehrheit für das Deckungsprogramm ergeben hat, zog der Reichskanzler den Schluß, daß auch Im Reichs­tage die Parteien schließlich in Ihrer Mehrheit für die Vorlage stimmen würden. 3n Erweiterung dieser Deckungsvorlagen sei eine Preissenkungs­aktion notwendig; nur so könne Deutschland die Krise überwinden. Die Fraktion brachte durch ihren Vorsitzenden zum Ausdruck, daß sie vollständig hinter der Regierung und dem Reichskanz­ler stehe.

Morgen nachmittag findet eine Parteifüh­rerbesprechung statt, bei der, wie wir von zuständiger Seite erfahren, nochmals die Meinungen der Führer der hinter der Regierung flehenden Par­teien gehört werden sollen. Zusahlösungen zu den Deckungsvorlagen, die nichts wesent­liches andern, können vorgebracht werden; doch wird sich die Regierung nicht in Ver­handlungen über wesentliche Aende- r u n g e n ihres Programms einlassen. Brüning denkt daran, zuerst die Steuergesehe beraten zu lassen, wobei er augenscheinlich auf die Unter­stützung sozialdemokratischer Stimmen rechnet, was allerdings eine noch ungewisse Hoff­nung ist. Dann soll das Resormgeseh zur Ar­beitslosenversicherung und das Gesetz über die Krankenkassen folgen, wobei man anscheinend diesmal auf Hilfe von rechts hofft. Erst wenn alle diese Gesetze erledigt sind, folgt die endgültige Verabschiedung des O st Programms.

Abg. Cisenberger (DB.) erklärt, seine Freunde wollten keineswegs die Bersorgung der Kriegsbeschädigten irgendwie schmälern. In der jetzigen Rotzeit müsse das Geld aber dort ge­nommen werden, wo es zu reichlich gegeben wird, nämlich bei den hohen Pensionen. Man kommt zu einer falschen Betrachtung, wenn man den Staat durch die Drille eines Dergwerks- direktors oder Pensionsempfängers ansieht. (Sehr gut!) Wir hoffen, daß durch ein Pen- sionskürzungsgesetz wenigstens etwas beigetra- gen wird, um die Locher im Reichssäckel zu stopfen.

Der Haushalt wird nach den Vorschlägen des Ausschusses angenommen, dazu die Ausschuhent­schließung, die verlangt, daß die Länder, Ge­meinden, Kommunalverbände usw. zur ver­mehrten Einstellungvon Zivildienst-' berechtigten veranlaßt werden.

Wer wird amnestiert?

Berlin, 3.Juli. (Priv.-Tel.) Wir erfahren so­eben aus gut unterrichteten Kreisen nähere Einzel­heiten über den Personenkreis, der von den Am­nestiegesetz erfaßt wird. Bei der Amnestierung durch das Reich kommen folgende Kommuni st en in Betracht: Margis, Theo Ebers (Essen), Baikardt, Peters und Nachtigall. Unter die Begnadigunas- aktion der preußischen Regierung fallen folgende wegen der sog. Fememorde Verurteilte: Schulz, Fuhrmann, Fahlbusch, Unhofer, Klapproth, Heines und Rein. Die Untersuchung gegen den Schriftsteller Peter Lampe! wird auf Grund der Amnestie eingestellt. Der Fall Eckermann, der ebenfalls in den Rahmen der Begnadigungsaktion fällt, untersteht der Kompetenz des mecklenburgischen Staates.

Mit der Entscheidung des Reichstages über die Amnestievorlage sind die parlamentarischen Schwierigkeiten insofern noch nicht alle ausge­räumt, als der R e i ch s r a t noch einmal mit dem Gesetz befaßt werden wird. Sicherem Ver­nehmen nach werden hier einzelne Länder Ein­wände gegen die Art und Ausdehnung der Amnestte vorbringen, so daß ntxf) größere Aus­einandersetzungen zu erwarten sind. Das Reich , ist nur zuständig für diejenigen Fälle, die vor

abzulösen. Es sind alle Vorkehrungen getroffen, um eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse unmöglich zu machen.

Einer der führenden Separatisten, der Arzt Dr. Friedrich Roth und seine Frau versuchten sich mit Eyankali zu vergiften. Unter dem Schuh der Polizei wurden sie ins Krankenhaus gebracht. Der Zustand des Dr. Roth hat sich etwas gebessert, während Frau Dr. Roth hoff­nungslos darniederliegt. Der Abend ist in Mainz ziemlich ruhig verlaufen. Vor den Häusern der Separatisten stehen zwar noch die Polizeiposten, doch kehrt der Verkehr langsam in normale Dahnen zurück.

Auch in Wiesbaden Ausschreitungen gegen Separatisten.

Wiesbaden, 4.Juli. (WTD. Drahttnel- düng.) In der vergangenen Rächt kam es auch hier zu schweren Ausschreitungen gegen ehemalige als Sparatisten bekannte Personen. Eine große Anzahl von Läden in den Hauptgeschäfts­straßen wurde demoliert. Wie wir weiter hören, wurden u. a. eine Däckerei und eine Metzgerei vollständig verwüstet. Im Hause der Rheinischen Volkszeitung und in einem anderen Geschäft wurden d i e Fensterscheiben eingeworfen. Bei der Schnelligkeit, mit der die Menge von einem Platz zum anderen strömte, war es der Polizei nicht möglich, die Zerstörungen zu verhindern. Einige Bedrohte wurden in Schutzhaft genom­men und etwa ein Dutzend Personen inhaftiert. Cs scheint festzustehen, daß sowohl die Lieberfälle in Mainz als auch die in Wiesbaden von ein und der selben Gruppe, die ihre Pläne vorher genau vorbereitet hatte, angesttftet wor­den sind.

Mit dieser Reihenfolge glaubt der Kanzler einen gewissen Druck auf einige Rechtskreise ausüben zu können, die am Zustandekommen des Ostgesehes interessiert sind.

Ob es aber Brüning gelingt, die taktischen vorteile dieses Programms für die Regierungsvorlage aus- zunuhen, ist noch ungewiß, da er nach unseren 3nformationen noch mit beträchtlichen Ab- ä n de r u n g s w ü n s che n der Sozialdemo­kraten und bestimmten Forderungen der Volks- parket rechnen muh. Von volksparteiiicher Sette steht im Mittelpunkt die Forderung, daß die Zu­schüsse und Darlehen, die die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung in diesem 3ahre vom Reich erhält, von vornherein auf eine bestimmte höhe festgesetzt werden, damit die Stabi­lität de» Etats auf alle Fälle gewahrt bleibt. Gleichzeitig will man auf diese Meise ein Druck­mittel für weitere Reformen in der Arbeitslosenversicherung erreichen. Mit dieser For­derung wird die Volkspartei auf starke Widerstände vor allem aus den Kreisen der christlichen Gewerk­schaften rechnen müssen. Die Arbeitslosenversicherung hat nach dem Gesetz vom 2S. April 1930 einen Zu­schuß von 150 Millionen erhalten, der bereits am 1. 3uni verbraucht war, und dann weitere 50 Millionen aus der 3nduftrieausbringungsanleihe, die bis zum 1. 3uli von der Reichsanstalt v e r a u s- gabt worden sind. Da so bereits 200 Millionen Reichszuschüsse im ersten Vierteljahr zur Arbeits­losenversicherung gewandert sind, und man mit sehr hohen Arbettslosenzahlen für den Winter rechnet, will man in volksparteilichen Kreisen dieser Ent­wicklung der wachsenden Reichszuschüsse einen Damm entgegensetzen.

Gerichten des Reiches abgeurteilt worden sind. Hierunter fallen also Hochverrat, Landesverrat oder vor Sondergerichten abgeurteilte Verbrechen gegen das Leben, deren Mottve auf einen poli- tischen Hintergrund zurückgehen. Von vornherein war die Haltung der einzelnen Länder in der Amnestiefrage aus politischen Gründen unein­heitlich.

Aus aller Welt.

Schweres Eisenbahnunglück bei Bologna.

3n dem 18 Kilometer von Bologna entfernt liegenden Bahnhof Sasso stießen ein aus Mailand körnender Personenzug und ein Schnellzug zusam­men. 16 Personen wurden getötet, zahlreiche ver­letzt. Das Eisenbahnunglück ist, wie bereits jetzt feststeht, auf einen Fehler in der Weichen- ff e 11 u n g zurückzuführen. Bei dem Eisenbahn­unglück handelt es sich nicht um einen internatio­nalen Zug. Obwohl noch nicht alle Toten identi- fiziert werden konnten, ist man bei den zuständigen Lisenbahnstellen der Meinung, daß kein Aus­länder verunglückt ist. wie man weiter er­fährt, erklärt sich die verhättnismähig große Zahl Toter und verwundeter aus dem Umstande, daß sich bei dem Zusammenstoß der Gepäckwagen des Schnellzuges auf den ersten Personenzugwagen hinaufschob, das mit zahlreichen inlän­dischen Ferienreisenden beseht war und unter der außerordentlichen Belastung sofort zu­sammenbrach. Deshalb gestaltete sich auch die Bergung der verunglückten und Toten recht schwie­rig. Bei der Wucht des Zusammenstoßes sind auch die beiden Lokomotiven überelnandergeschoben worden.

Großer Waldbrand bei Dessau.

In der Oranienbaumer Heide wütet ein Wald­brand, der sich mit unheimlicher Schnelligkeit ausbreitet. Die Hochwaldbestände der Heide, die soeben erst aus herzoglichem Besitz In die Hände des Staates übergegangen sind, sind ausS

Brünings Aussichten.

Mit wechselnden Mehrheiten?

schwerste gefährdet. Mehrere hundert Morgen wertvollster Bestand sind bereits den Flammen -um Opfer gefallen. Der Feuerstrom wälzt sich mit ungeheuerer Schnelligkeit der Kreisstraße zu. Die Gräben, die aufgeworfen wurden, erwiesen sich als wir­kungslos; sie sind sofort von den Flammen übersprungen worden. Tausende von Hel­fern wurden von dem Flammenmeer zur Flucht gezwungen. Die einzige Hoffnung zur Rettung liegt darin, daß man den Flammen an der schnur­geraden Kreis st raße Dessau-Oranienbaum Einhalt gebieten kann. Ministerpräsident Deist hat die Dessauer und die Zerbster Garnison alarmiert.

Wolkenbruch und Gewttetrsiurrn über Reuyork.

Ein plötzlich über die ganze Stadt nieder­gehender Wolkenbruch und Gewittersturm machte stundenlang den Straßen- und Bahnverkehr zu einem Chaos. Die herabstürzenden Wassermassen zwangen Zehntausende von Automobilen, auf den Straßen und Brücken zu halten, so daß die Ge­fährte sich meilenweit aufstauten. Der.Bahnver­kehr nach Rorden zu stockte eine ganze Stunde, so daß sich die wegen des Rationalseierragas ab­reisenden Menschenmengen in den Hallen der Grand Central Station in geradezu lebensge­fährlicher Weise ansammelten. Ebenso ging es in den Llntergrundbahnstationen zu, wo der Ver­kehr wegen der Lleberschwemmung gleichfalls zeitweilig eingestellt werden mußte.

3n der Südwesiafrikanischen Wüste.

Ein Polizeiwachtmeister entdeckte auf einem Ritt in der Wüste, 24 Kilometer nördlich vom Oranjefluh, acht Menschenskelette. Aus den bei ihnen aufgefundenen Erkennungsmarken geht hervor, daß es sich um die Lieberreste von Regern handelt, die in den Consolidated diamond mines beschäftigt gewesen waren. Im Frühjahr 1925 waren 167 eingeborene Berg­leute dieser Grube entwichen. 88 von ihnen wurden, nachdem sie weite Sttecken durch un­fruchtbare Wüsten gewandert waren, wieder verhaftet. Von den übrigen 65 Arbeitern war keine Spur mehr entdeckt worden. Die aufgefundenen Skelette dürften die Lieber­reste einer Gruppe dieser Entwichenen sein.

von einem Löwen angefallen.

Der Löwendompteur Weglar-Wessoli in Stutt­gart wurde nach beendeter Vorstellung bei einer Dreffurprobe von einer 1 ^jährigen- win, die zum erstenmal in der Manege war, angefallen und schwer verletzt. Die Löwin schlug ihn mit der Pranke in die rechte Schläfe und durchbiß ihm den Oberarm vollkommen. Ein anderer Dompteur hatte die Geistesgegenwart, in die umgitterte Manege zu springen und den Ohnmächtigen von dem Raubtier zu befreien.

Schweres Motorradunglück.

Ein schwerer Verkehrsunfall, dem zwei Menschen­leben zum Opfer fielen, ereignete sich bei Göttingen auf Der Wendeer-Landstraße. Ein mit zwei Göttinger Studenten besetztes Motorrad wollt« ein vor ihm fahrendes Auto überholen, als eine etwa 40jährige Frau, die hinter dem Auto schnell über die Straße wollte, von dem Motorrad a n - gefahren und getötet wurde. Das Motor­rad stürzte um, wobei der Motorradführer getötet, der Mitfahrer leicht verletzt wurde.

vom Blitz erschlagen.

Der Blitz schlug in filmen in der Eifel in eine Gruppe von Land- , leuten und tötete zwei Personen. Eine Frau wurde gelähmt, ein Bursche schwer verletzt. Die Leute waren im.Begriff, ihr Vieh von der Weide nach Hause zu 'treiben.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Roch immer steht unser Wetter unter dem Ein­fluß hohen Druckes. Die starke Sonnenstrahlung läßt die Temperaturen weiterhin sehr hohe Werte erreichen. Da sich die atlantische Störung bis­her nicht besonders bemerkbar gemacht, ja so­gar noch etwas abgeflacht hat, so besteht vor­läufig noch die Aussicht auf Fortdauer des herr­schenden Wetters, jedoch ist weiterhin mit dem Auftreten lokaler Gewitterstörungen zu rechnen.

Wettervoraussage für Samstag. Weiterhin meist heiter und heiß, fortbestehende Gewitterneigung.

Reifewetterdienst.

Swinemünde. 20 Grad, gestern: der Jah­reszeit angemessene Temperatur, Ostwind, heute morgen: heiter bis halb bedeckt, gestern: meist heiter.

Garmisch-Partenkirchen. 19 Grad, gestern: heißer Tag. Südwestwind, heute mor­gen: heiter bis halb bedeckt, gestern: teils hei­ter, teils wolkig.

Baden-Baden. 21 Grad, gestern, schwül. Südwestwind, heute morgen: beiter bis halb be­deckt, gestern: teils heiter, teils wolkig.