Parationskapitels Les Versailler Vertrages sehen vor, daß im Falle deutscher Verfehlungen die Regierungen alle Maßnahmen, die erforderlich erscheinen, zu ergreifen berechtigt seien. Artikel 430 des Versailler Vertrages sieht ferner die Wiederbesetzung des besetzten deutschen Gebietes für den Fall vor. daß die Reparationskommission deutsche Verfehlungen feststellt. Demgegenüber erklärt der Voung-Plan in Llebereinstim- mung mit seinem Geist und seiner Verfassung in völlig unzweideutiger Weise im Kapitel 6: „Die Beziehungen der R e p a r a t i o n s k o m - Mission zu Deutschland hören auf.“ Damit fällt derjenige Organismus, der allein eine Wiederbesehung der ehemals besetzten deutschen Gebiete herbeiführen kann, ferner erklärt der Voung-Plan, daß durch die feierlichen Verpflichtungen, die die deutsche Regierung in dem Voung-Plan übernehme, alle Garantien, Pfänder imö Kontrollen, die bestehen oder entstehen könnten, ersetzt würden.
Da durch den Voungßjan die Reparationskommission endgültig in Fortfall kommt, handelt es sich für die Reichsregierung nunmehr um die von der Haager Konferenz vorzunehmende amtliche Feststellung, daß die Befugnisse der Repko zur Feststellung deutscher Verfehlungen auf keinen anderen Organismus übertragen werden. Der Voungplan sieht ausdrücklich eine schiedsgerichtliche Entscheidung sämtlicher sich aus dem Voungplan ergebenden Streitfragen vor. Hierdurch ist füv die Zukunft grundsätzlich eine Regelung aller etwaigen Schwierigkeiten geschaffen worden. Es ist nunmehr eine Angelegenheit der deutschen Würde, daß die Befugnisse zur Festellung deutscher Verfehlungen und damit das Recht zur Wiederbesehung der ehemals besehten Gebiete laut Artikel 430 des Versailler Vertrages auf keine andere Körperschaft, welcher Art sie auch sein mag, übertragen werden. Diese Feststellung muß nach der gesamten politischen Lage von deutscher Seite gefordert werden. Demgegenüber scheint auf französischer Seite die Absicht zu bestehen, eine juristische Formulierung zu schaffen, in der in "einer Form erklär S wird, daß die Befugnisse der Reparationslom- Mission auf die Infer.-ationale Zahlungsbank übergingen. Es versteht sich von selbst, daß ein derartiger Vorschlag für Deutschland unannehmbar sein würde.
Der französische Standpunkt.
Paris, 4. Ian. (WTB. Funkspruch.) Heber die Stellungnahme der französischen Delegation zur Sanktionsfrage äußert sich der „Matin": Im neuen Rcparationsplan kann es keine Zwangs.matz- nah m e n mehr geben. Die Deutschen sind Schuldner im Sinne des gewöhnlichen Rechtes. Wenn sie nicht zahlen, werden gewisse Organe über Deutschlands Zahlungsfähigkeit entscheiden müßen. Ein zweijähriges Moratorium ist vorgesehen, und von vornherein ist ein S ch i e d s- gerichtsoerfahren festgelegt. Aber in einem Punkte hören die Deutschen auf, Schuldner im Sinne des gewöhnlichen Rechtes zu fein, nämlich bann, wenn man sie nicht fassen kann. Man möge sich einmal vorstellen, daß man alle Mittel erschöpft habe, und Deutschland dennoch ungeachtet der Furcht vor einer Gefährdung des nationalen Kredits die Politik betreibe, die von den Anhängern Hugenbergs empfohlen wird, und alle Zahlungen kurzer Hand verweigere. In diesem Falle rotftbe die öffentliche Meinung und würden auch die Parlamente in den Gläubigerländern es nicht zulassen, daß man untätig bleibt und auf jede Sanktionsmaßnahme verzichtet. Obwohl der Wortlaut des Versailler Vertrages in aller Bestimmtheit Sanktionen gestattet, ist daran zu erinnern, daß Frankreich von vornherein das Haager Schiedsgerichts- verfahren angenommen hat. Dementsprechend werde es diesem Gericht den Streitfall unterbreiten — es fei denn, daß man sich auf ein anderes Schiedsgerichtsverfahren einige. Man kann nicht leugnen, daß die französische Regierung mit der Annahme derartiger Formeln bis an dieäußerste Grenze der Konzessionen gegangen ist, und so kann man auch nicht einen einzigen Augenblick zweifeln, daß die deutschen Minister sich damit zufrieden geben dürften.
Mit Bomben gegen Krauen und Kinder.
Attentat gegen den „DeuischenFranenbund" in vstobcrschlesien.
K a t t o w i tz , 3. Jan. („Germania"). 3n 3a- now bei Kattowih wurde in einen Saal, in dem der katholische Deutsche Frauenbund eine religiöse Feier abhielt, durch das Fenster eine Brandbombe geworfen, wodurch eine furchtbare Panik entstand. Diele der Frauen flüchteten durch die Fenster. Rur dem Llmstand, daß der Saal zu ebener Erde lag, ist es zu verdanken, daß eine größere Katastrophe vermieden wurde. Einige Teilnehmerinnen erlitten schwere Nervenzusammenbrüche. Rur mit Mühe konnte der anwesende Ortspfarrer die schreienden Frauen und Kinder beruhigen und die Bombe, die bereits den Fußboden des Saales und verschiedene Gegenstände in Brand gesetzt hatte, beseitigen lassen. Der Vorfall hat in Polnisch-Oberschlesien unter den deutschen Katholiken ungeheure Erbitterung hervor- gerufen, zumal es sich um eine rein religiöse Veranstaltung handelte, die nur vonFrauen und Kindern besucht war.
Sorgen um Aegypten.
Rückwirkung der indischen Krisis.
London, .3. 3an. (WTB.) „Daily Expreß" veröffentlicht eine Meldung seines Sonderkorrespondenten aus Luxor, die nach der Ansicht des Blattes eine „ernste Ankündigung einer ägyptischen Krisis im Frühjahr" bedeutet. Der Korrespondent ist überzeugt, daß die Ereignisse in Aegypten zu Beginn des Frühjahrs die Augen des gesamten Britischen Reiches nach diesem Winkel Afrikas richten werden. Die letzten Vorkommnisse in3ndien hätten fast unmittelbare R ü ck w i r ku n g e n in Aegypten gehabt. Die radikaleren Elemente seien der Ansicht, daß Großbritannien alle Hände mit 3nöien voll haben werde und daß daher die „Sinnfein"- Taktik in Aegypten schließlich mehr erzielen werde, als der augenblickliche Vertragsentwurf biete. Der Vertrag soll daher durch die Lieberweisung an eine parlamentarische Kom, Mission auf die lange Bank geschoben Verden, und zugleich soll eine Kraftprobe mit
polenabkommen und Voungplan.
Ein polnischer Vorstoß im Haag. - Oer deutsch-polnische Liquid aiionsverirag bei derKonferenzniedergeleot/jedoch keine rechtliche Verbindung mit dem voungplan.
Haag, 3. Jan. (Tel.-An.) Am Jreitag wurde in der geheimen vollsihübg der Haager Konferenz, die hauptsächlich einen geschäflsordnungsmätzigen Charakter trug, von polnischer Seite das vielerörterte deutsch-polnische Liquidationsabkommen vom 31. Oktober 1929 zur Sprache gestellt. Der Führer der polnischen Abordnung, 2H r o f o ro- sky, der anstelle des polnischen Außenministers Zalefki Polen auf der Konferenz vertritt, erklärte, dah das deutsch-polnische Abkommen einen integrierenden Bestandteil (auf französisch: „element constitutif“) der gesamten Haager Vereinbarungen bilde. Diese Darstellung der Rechtslage wurde sofort von Reichsaußenminister L u r t i u s richtiggestellt. Dieser betonte, dah das deutsch-polnische Abkommen keineswegs als ein integrierender Bestandteil der Haager Abkommen anzusehen sei, sondern Rechtskraft in sich allein trage. Das deutsch-polnische Liquidationsabkommen sieht bekanntlich vor, daß das Abkommen gleichzeitig mit dem Voungplan ratifiziert und ebenso, wie das deutsch-englische und das deutsch-amerikanische Abkommen auf der Haager Konferenz niedergelegt werden müsse.
wie von deutscher Seite zu diesem Zwischenfall erklärt wird, bedeutet die Bestimmung der gleichzeitigen Ratifizierung mit dem Voungplan in keiner weise, dah dieses Abkommen in irgendeiner Richtung a l s ein integrierender Bestandteil der Haager Abmachungen anzusehen sci. Die Bestimmung der gleichzeitigen Ratifizierung sei lediglich von formaljuristischer Bedeutung, da der Zoungplan die Liquidierung der Streitigkeiten aus der Vergangenheit empfehle. Der vorstoh des polnischen Vertreters hatte offenbar zum Ziel, ein direktes Band zwischen dem Voungplan und dem deutsch-polnischen Liquidationsabkommen zu schaffen, um damit dem Abkommen erhöhte Bedeutung und endgültige Sicherung für die Zukunft zu verleihen. Dieser Vorstoh ist jedenfalls von deutscher Seite a b g e l e h n t worden. Der Präsident der Konferenz, Jaspar, stellte nach der polnischen und der deutschen Erklärung fest, dah das deutsch-polnische Liquidationsabkommen ordnungs- mähig bei der Konferenz niedergelegt worden sei, das übrige gehe die Konferenz nichts an. Das deutsch-polnische Liquidationsabkommen ist in 35
der britischen Regierung dadurch herbeigeführt werden, daß zwei Gesetzentwürfe, die der vormalige Oberkommissar Lord Lloyd entschieden abgelehnt hatte, nämlich das Recht, S t r a - ßenversam ml ungen abzuhalten und das Recht, Waffen zu tragen, angenommen werden. Der Korrespondent erwartet im Zusammenhang damit politische LInruhen im Frühjahr und bemerkt, selbst bei der augenblicklichen Truppenstärke in Kairo sehe man sein Leben aufs Spiel, wenn man sich zwölf Meilen vom Mittelpunkte Kairos entferne. Es besteht die Möglichkeit, dah König Fuad wieder das Parlament auflöst, um ein Chaos zu verhindern.
Deutschlands diplomatische Vertretung in Irland.
Ter erste deutsche Geschäftsträger in Dublin.
Dublin, 3.Jan. („Times".) Der erste Schritt zur Errichtung einer deutschen Gesandtschaft in Dublin wurde gestern unternommen, als der deutsche Generalkonsul Dr. v. D e h n - S ch m i d t dem Außenminister des Irischen Freistaates sein Beglaubigungsschreiben als Geschäftsträger überreichte. Dr. v. Dehn-Schmidt sprach die aufrichtige Hoffnung aus, daß dieser Beginn direkter diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und dem Irischen Frcistaate einen neuen Ansporn einer freundschaftlichen Bewegung in Richtung engerer Handels- und Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern geben werde. Megilligan erklärte, indem er den neuen deutschen Geschäftsträger beglückwünschte, die irische Freistaatregierung erwidere herzlich die Gefühle der deutschen Regierung. Der Vollzugsrot des Irischen Freistaates sei sehr erfreut darüber, daß von Dehn-Schmidt, der als Generalkonsul bereits viel getan habe, um die guten Be- Ziehungen zwischen Deutschland und Irland zu fördern, zum er ft en diplomatischen Vertreter Deutschlands in Dublin gewählt wurde.
Aus aller Wett.
Hochofenunglück in Duisburg.
3m Hochofenbetrieb der Riederrheinischen Hütte in Duisburg-Hochfeld ereignete sich ein entsetzliches Unglück. Ein Kranführer war damit beschäftigt, mit einem elektrischen Laufkran eine Pfanne mit flüssigem Eisen zu einem Ofen zu fahren. Die Pfanne eckte aber an einem T-Eisen an und geriet ins Schleudern, so daß das glühende Eisen auslief und zum Teil in den Führerkorb drang. Der Kranführer versuchte sich durch Abspringen zu retten. Hierbei stürzte er in die den Erdboden bedeckenden flüssigen Eisenmassen, die ihn in eine lebende Fackel verwandelten. Er verbrannte bis zur Unkenntlichkeit. Ein Maschinist, der ebenfalls von den glühenden Eisenmassen getroffen wurde, ist mit schweren Brandwunden an beiden Unterschenkeln dem Hospital zugeführt worden.
Die Kinderepidemie im Flüchtlingslager Hammerstein.
Nachdem im Laufe des Freitags noch einige Kinder im Lager Hammerstein der furchtbaren S tre p- tococcenseuche erlegen sind, wird an maßgebender Stelle angenommen, die Seuche jetzt g e • bannt zu haben. Bis Freitag abend waren 5 2 Kinder seit Auftreten der Krankheit in den Weihnachtsfeiertagen gestorben. Man hofft, daß von den noch kranken 40 Kindern der größte Teil mit bem Leben davonkommt. Auf Anraten des Berliner dirigierenden Arztes -am Dirchow-Krankenhause Pros.
Exemplaren bei der Haager Konferenz niedergelegt worden.
Scharfe Kritik.
Wo bleiben die Rechte des deutschen Parlaments?
Berlin, 4. Jan. (TU.) Zur Riederlcgung des deutsch-polnischen Abkommens auf den Konferenztisch im Haag nimmt der Sonderberichterstatter der „D A Z." in sehr scharfer weise Stellung. Rach dem Hinweis auf die Zurückweisung der polnischen Auffassung über das Abkommen durch den Reichsautzenminister Eurtius schreibt die „DAZ.": was wolle aber diese gewiß erfreuliche juristische Richtigstellung gegenüber der Tatsache bedeuten, daß hiernach die deutsche Staatsleitung in der Tat diesen Polenvertrag in eine absolute politische Verbindung mit dem Voungplan gebracht habe, eine Tatsache, über die das deutsche Volk und der Deutsche Reichstag bis zur Stunde vollkommen im Unklaren gelassen worden seien. Es sei also eine glatte Unmöglichkeit, noch irgendeine Verbesserung in dem deutsch-polnischen Abkommen zu erzielen. Die Geheimdiplomatie sei soweit getrieben worden, dah man den Deutschen Reichstag trotz aller lebhaft genug zum Ausdruck gebrachten Bedenken auch der Regierungsparteien einfach vor vollendete Tatsachen nicht stellen wolle, sondern bereits beim Vertragsabschluß unwiderruflich gestellt habe. Gerade derjenige Politiker, der der jetzigen Reichsregierung mit Skepsis und Kritik gegenüberstehe, hätte es oorge- zogen, nicht schon am ersten Tage der Konferenz von einem Vorgang berichten zu müssen, der in weitesten Kreisen der Oesfentlichkeit und des Reichstages stürmischen Widerspruch Hervorrufen müsse. Aber es handele sich um eine so schwerwiegende Präjudiz für den ganzen weiteren Verlauf der Haager Konferenz, daß man vergebens nach einer Erklärung für das politische Verhalten der verantwortlichen deutschen Stellen suche. In keinem anderen parlamentarisch regierten Lande der Welt wäre eine solche brüske Vergewaltigung des Volkes durch seine Regierung möglich. — Auch die „Deutsche Tageszel tung“ weist darauf hin, daß mit diesem Vorgang jede Möglichkeit zur Abänderung desAbkommens genommen fei. Jetzt fei auch erwiesen, welches Interesse Polen in Wahrheit an diesem deutsch-polnischen Liquidationsvertrag habe.
Friedemann wurden heute früh Schutzimpfungen an den Kindern vorgenommen, worauf im Zustand vieler Kinder eine Besserung eintrat. Zweifellos sind die Krankheitskeime, die die schwere Epidemie verursacht haben, aus Rußland eingeschleppt worden. Die nicht von der Krankheit befallenen Kinder haben «ine Schutzimpfung mit Erwachsenenblut erhalten, weil weder Erwachsene, noch Kinder im Alter von mehr als vier Jahren von der Krankheit ergriffen worden sind. Für die erkrankten Kinder ist die Krankheit, die zahlreiche Geschwüre heroorruft, außerordentlich schmerzhaft.
Papageienkrankheit in München, Bernburg und Prag.
Auch In München sind mehrere Fälle von Erkrankungen, die durch Papageien verursacht sein sollen, beobachtet worden. Sie sind unter dem Bilde einer schweren Grippe-Lungenentzündung' verlaufen. Eine Frau ist daran gestorben. Die übrigen Fälle sind leichter verlaufen. Zur Zeit ist nur noch ein Fall im Krankenhaus Schwabing in Behandlung. Diese sämtlichen Infektionen, deren erste schon im Ro- vember austrat, kommen von einem Papagei her, der angeblich zum halben Preis von einem auswärtigen Händler geliefert wurde. Das Tier, das die Erkrankungen verursachte, wurde getötet und wird zur Zeit bakteriologisch untersucht. — In Bernburg (Anhalt) ist im Kreiskrankenhaus eine Frau gestorben, deren Familie sich vor vier Wochen aus Hamburg einen Papagei hat kommen lassen, der vor vier Tagen ebenfalls gestorben ist. Bei der Frau stellte sich zunächst eine doppelseitige Lungenentzündung heraus, der eine allgemeine Vergiftung des ganzen Körpers folgte. — Auch in einer Prager Dorstadt ist ein kinderloses Ehepaar unter verdächtigen Symptomen erkrankt. Das Ehepaar erwarb kürzlich einen Kakadu, der bald darauf cinging und vom Tierhändler durch ein anderes Exemplar ersetzt worden war. Da man nach den Krankh'.itserscheinungen Papageienkrankheit annimmt, wurde das Ehepaar in das Infektionsspital übcrgesührt. Das Ergebnis der Untersuchung liegt noch nicht vor.
Diphtherieerkrankungen in Vad Hersfeld.
Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." ist in Bad Hersfeld eine Dipötherieepidemie ausgebrochen, die unter außerordentlich schweren Symptomen auftritt. Bisher find der Krankheit im Hersfelder Kreiskrankenhaus sieben Kinder erlegen.
Furchtbares
Flugzeugunglück bei einer Filmaufnahme.
Bei Santa Monica in Kalifornien sind zehn Personen einem furchtbaren Flugzeugunglück zum Opfer gefallen. Die Fox-Filmgesellschaft hatte zwei Stimson-Detroit-Maschinen gemietet, um für ken Film „Solche Männer sind gefährlich" Trickaufnahmen zu machen. In einer Höhe von etwa 700 Meter stießen die beiden Flugzeuge zusammen und stürzten ins Meer. Eine der beiden Maschinen brannte beim Absturz lichterloh. Dor dem Unglück kreiste über den beiden Maschinen ein drittes Flugzeug, von dem aus ein Fallschirmabsprung stattfinden sollte. (In Anlehnung an das geheimnisvolle Verschwinden des bekannten Brüsseler Bankiers Löwenstein ist dos Manuskript verfaßt.) Der Vorgang sollte von dem niedriger fliegenden Flugzeug auf genommen werden. Der Schauspieler der den Sprung in die Tiefe wagen sollte, war bereits absprungbereit, als der Führer des oberen Flugzeuges plötzlich bemerkte, daß eines der beiden anderen Flugzeuge gegen die Sonne liegend, buchstäblich in das zweite TlUgzeUg hineinstürzte. Offenbar ist der
Führer der Unglücksmaschine von der Sonne geblendet worden. Rach mehreren Stunden Suchens wurden sämtliche Leichen geborgen. Der leitend^ Direktor H a w k s, der ebenfalls unter den Opfern ist, ist der Gatte der Filmschauspielerin May Astor, die während der Katastrophe in Los Angeles In einem Lustspiel auftrat und unter den Zuschauern wahre Lachstürme entfesselte.
Voruntersuchung im Falle Guttmann.
Gegen den Zahnarzt Dr. Guttmann aus Schwedt a. O. ist die Voruntersuchung wegen Verdachts des Mordes in zwei Fällen, begangen a n feiner er ft en und zweiten Ehefrau, sowie wegen schwerer Urkundenfälschung in acht Fällen eröffnet worden. Dr. Guttmann befindet sich zur Zeit im Gerichtsgefängnis in Prenzlau in Untersuchungshaft.
Tetzner wird ausgeliefert.
Das Kolrnarer Gericht hot die Auslieferung des auf französischem Gebiet verhafteten Deutschen Erich Tetzner ungeordnet. Tetzner hatte, wie seinerzeit berichtet, mit der Absicht, eine Üebensver siche - rungssumme zu erhalten, einen Unbekannten in fein Automobil genommen und den Wagen dann in Brand gesetzt, so dah der Eindruck entstand, er selbst sei bei dem Autobrande ums Leben gekommen.
Der Frauenüberschuß.
Der Frauenüberschuß in den einzelnen Ländern ist nicht erst nach dem Kriege entstanden, sondern hatte bereits um dieJahrhundertwende in den meisten Staaten beträchtlichen Umfang angenommen. In den am Weltkrieg beteiligten Staaten stieg er in den letzten 25 Jahren erheblich an; in den übrigen Ländern ist er im Abnehmen begriffen. Es kamen in Dänemark um das Jahr 1900 auf 1000 Männer 1060 Frauen, 1925 nur noch 1051 Frauen. Auch in Schweden erfuhr der Frauen- Überschuß eine Verminderung: er ging von 1050 auf 1037 zurück. Noch größer ist der Rückgang in N o rw e g e n, wo vor 25 Jahren auf 1000 Männer 1095 Frauen tarnen, während 1925 die Ziffer nunmehr 1054 beträgt. Die Niederlande hatten schon vor dem Kriege einen sehr geringen Frauenüberschuß; er betrug 1017 und ist letzt auf 1013 zu- rückgegangen. In den am Weltkrieg beteiligt gewesenen Staaten stellen sich die Der- hältniszifsern wie folgt dar: In Rußland ist der Frauenüberschuß von 1025 auf 1110 g e ft i e g e n, in Deutschland von 1029 auf 1067, in Frankreich sogar von 1022 auf 1110. In Serbien, wo vor dem Kriege die Männer in der Ueberzahl waren (es kamen auf 1000 Männer 936 Frauen), ist jetzt ein starker Frauenüberschuß festzustellen, er beträgt 1039. Ein ähnliches Ergebnis zeitigte der Krieg in Bulgarien, wo im Jahre 1900 950 Frau n auf 1000 Männer kamen und jetzt bereits ein deiner Frauenüberschuß vorhanden ist. Griechenland hatte 1900 auf 1000 Männer nur 920 Frauen, jetzt kommen auf 1000 Männer 1013 Frauen. In Großbritannien ist der Frauenüberschuß von 1067 auf 1094 angewachsen, in Belgien von 1017 auf 1033. Die Vereinigten Staaten von Am. r i k a indes haben noch immer einen Männernder- schuß: es kommen dort 961 Frauen auf 1000 Männer.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Die erneut von Westen heranrückende Warmluft hat wieder Temperaturanstieg verursacht, so daß in Mittel- und Norddeutschland die heutigen Morgentemperaturen bis 9 Grad erreichten. Nur Süddeutschland, das stärker von hohem Druck beeinflußt wird, weist Temperaturen um den Gefrierpunkt und etwas darunter auf. Wenn auch zunächst mit dem Abzug der nördlichen Störung wieder Temperaturrückgang erfolgt und neben Bewölkung auch Aufheiterung ein» tritt, so scheint doch noch kein Uebergang zu beständigem Wetter zu bestehen. Im Nordwesten zeigt das Barometer erneut fallende Tendenz, und über Irland und Schottland drehen die Winde auf Süden zurück.
Wettervoraussage für Sonntag. Wolkig, auch aufheiternd, wieder Temperaturrückgang, meist trocken.
Witterungsaussichten für Mon- t a g. Wieder milder und abermals Wetterverschlechterung wahrscheinlich
Lufttemperaturen am 3. Januar mittags 7 Grad Celsius, abends 7,4 Grad; am 4. Januar morgens 7 Grad. Maximum 8,1 Grad, Minimum 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Januar abends 4,1 Grad, am 4. Januar morgens 4,6 Grad Celsius.
Amtliche Winkerfporlnachrichlen.
Schwarzwald, Feldberg: Klar, 2Grad. 45 Zentimeter Schnee (gekörnt), Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. — Furtwangen: Klar, minus 4 Grad, 10 Zentimeter Schnee, bereift, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.
Alpen. Garmisch » P artenkirch en:
5 Zentimeter Schnee- vereist. Ski und Rodel mäfjift


