Ausgabe 
3.7.1930
 
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Oberhessen.

12. Bundesfest des Radfahrerbundes Oberheffen in Lich.

* L i ch, 2. Juli. Unsere Stadt stand dieser Tage im Zeichen des Radsportes. Der Radfahrer- bund Oberhessen, im Jahre 1913 gegründet, beging hier in Verbindung mit der zehnjährigen Jubelfeier des hiesigen Radfahrervereins Edelweiß sein 12. Vundesfest. Eine gröhere Zahl von Rennfahrern und Bundes- vereinen ncchmen an dem Festzug durch die fahnengeschmückten Straßen der Stadt teil. In der Turnhalle fand bi# Vegrüßungs- und Jubi­läumsfeier statt. Ein volles^Haus zeigte, daß die Licher Bevölkerung lebhafte Anteilnahme be­kundete. Rach einem Eröffnungsmarsche der Fest­kapelle (Feucrwehrkapelle Lich) unter Leitung von Kapellmeister Sommer leitete der I. Vor­sitzende deS Jubelvereins, Erb, mit einem Will» kommcngruh die Feier ein. Hieran schloß sich die Begrüßungsansprache von Bürgermeister Geil. In seinen Ausführungen hieß er die Ehrengäste und die übrigen Teilnehmer herzlich willkommen. Er betonte, daß dieses Fest nicht allein eine Feier des Bundes und des Vereins sei, sondern daß wie bei allen früheren Veranstaltungen in den Mauern Lichs, diese auch ein Fest der Stadt Lich und der gastlichen Einwohnerschaft seien. Seine Worte klangen aus in dem Wunsche, i>afr dieses Bundesfest schön verlaufen und sich an die vergangenen Veranstaltungen würdig an- schließen möge. Großen Beifall fanden die sport- lichen Leistungen im Zweier-Kunstfahren der Herren Hartmann und Bücking (Alsfeld). Schone Darbietungen zeigten die Dorwettbewerbe zur D u n d e s re i ge n m e i ste r sch o f t, die von den Mannschaften der Vereine 1925 Leusel, «Germania Hungen, Wanderlust Eberstadt auf Saalmaschinen und 1927 Laubach auf Touren­maschinen gefahren wurden. Zwischendurch er­freuten Rothscher Männerchor (Leiter Lehrer Stein), Männergesangverein Cäcilia 1838 (Lei­ter Lehrer Ilge) und Arbeiter-Gesangverein Einigkeit (Leiter Friedrich Textor) mit fein geschulten Chören. Der Rothsche Männerchor überreichte mit seinem Glückwünsche dem Jubel­verein eine Plakette. Anschließend fand der ge­mütliche Teil und ein flotter Tanz statt. Den Festsonntag leitete das 2. diesjährige Zuver­lässigkeitsfahren des Bundes ein. In drei Klassen gefahren, hatte eS folgendes Er­gebnis: Klasse Ä 70,7 Kilometer: Heinrich Hentz, Lich, Dundesmeister. 2. bis 8. Preis: Georg Schmidt, Ulfa; Reinhard Jäger, Alfa: Hch. Kraft, Alsfeld: K. L ö b, Alsfeld: Hch. I ä g e r, Alfa: Karl Maus, Münch-Leusel und Heinrich Wagner. Eifa. Anfängerklasse 48,2 Ki^meter: Karl Eckhardt, Flensungen-Mücke, Bundes- meister: 1.Preis F. Merle, Münch-Leusel: 2. Pr. Hch. Rückershäuser, Reustadt: 3. Pr. Peter Kuhn, Reustadt: 4. Pr. L. Schmier - mund, Münch-Leusel: 6. Pr. H. Rann, Flen­sungen-Mücke: 7. Pr. A. Decker, Wermertshau­sen: 8. Pr. Karl Horn, Steinbach: 9. Pr. H. Opper, Wermertshausen: 10. Pr. E. Weber, Heuchelheim. Jugendklasse 33,2 Kilometer: Otto Rink, Hattenrod, Dundesmeister: 2. bis 11. Pr.: K. Peil, Wermertshausen: L. Schade, Münch- Leusel: H. Faul st ich, Wermertshausen: H. Höchst, Flensungen-Mücke: H. Schmiermund, Münch-Leusel: Otto Schulze, Göbelnrod: K. All mann, Münster: G.Blum, Alsfeld: W. Bechtold. Alfa: H. H e r r. Heuchelheim. Am Rachmittag bewegte sich ein schöner Festzug durch die Straßen der Stadt. Die Standwertung mit dem sich anschließenden Preiskorsofahren der Radfahrervereine im Festzuge ergab folgende Preiszucrkennuna: Klasse AI: 1925 Leusel. Ehren­preis: Brabant Alsfeld 1. Pr. Klasse All: Wan­derlust Steinbach, Ehrenpreis: 1926 Heuchelheim 1. Pr. Klasse B: Wanderlust Münster, Ehren­preis: Wanderlust Eberstadt l.Pr.,- Germania Hungen 2. Pr.: Concordia Dettenhausen 3. Pr.: 1923 Alfa 4. Pr.; Schwalbe Hattenrod 5. Pr.: 1927 Wermertshausen 6 Pr.: 1920 Flensungen- Mücke 7. Pr.: Vorwärts Mainzlar 8. Pr.: Chattia Groß-Felda 9. Pr.: Aeber Derg und Tal Reu­stadt 10. Pr. Klosse C: Edelweiß Berstadt, Ehren­preis. Klasse D: Aeber Berg und Tal Göbelnrod. Ehrenpreis: 1923 Ober-Schmitten, Ehrenpreis: 1927 Laubach 2. Pr.; Burkhardsfelden 3. Pr. Klasse E: Griedel, Ehrenpreis: Rieder-Dessingen l.Pr.: Riederkleen 2. Pr. Alsdann begrüßte auf dem Festplahe Bürgermeister Geil die Fest- Versammlung. Auf die Rotwendigkeit der sport­lichen Ertüchtigung hinweisend, brachte er ein kräftigesAll Heil" auf die Sportssache und das deutsche Vaterland aus. Dundcsehrenvor- sihender Schäfer (Hungen) hielt die Festrede. Er gedachte der verstorbenen und im Weltkriege gefallenen Dundeskameraden und ging näher auf das Wirken des Bundes ein. Mit einer Ermah­nung zum ferneren Zusammenhalten in dem, er­freulicherweise immer mehr anwachsenden Bunde schloß er mit einem kräftigenAll Heil". Die im Laufe des Rachmittags ausgetragenen Meisterschaften im Bundesreigenfcchren und Rad­ballspiele hatten folgendes Ergebnis: Dundes- reigen-Dierer Tourenräder 1927 Laubach Ehren­preis und Dundesmeisterschaft: Aeber Berg und Tal Göbelnrod l.Pr. Vierer Saalmaschinen: Wanderlust Eberstadt, Ehrenpreis und Dundes­meisterschaft. Sechser Saalmaschinen: 1923 Ober- Schmitten, Ehrenpreis und Dundesmeisterschaft: Edelweiß Derstadt 1. Pr.; 1925 Leusel 2. Pr.: Drabant Alsfeld 3. Pr. Kunstfahren: Drabant Alsfeld (Hartmann und Bücking) Ehren­preis: 1920 Flensungen-Mücke (Eckhardt und . Reitz) l.Pr. Radballspiele: Alsfeld, aktive Mannschaft des Radfahrervereins Drabant, Dun­desmeisterschaft.

Bei Volksbelustigung und Tanz nahm das Fest einen schönen Verlauf. Seine Durchführung mag allen denen, die mit selbstloser Hingabe mitgeholfen haben, eine Genugtuung fein.

LandkreiZ Meßen.

X Allendorf a. d. Lahn, 2. Juli. Am Giebel der Scheune eines hiesigen Einwohners befinden sich unter einem schützenden Balkenvorbau, auf engem Raum etwa dreißig Schwalben- n e st e r dicht nebeneinander. Da jetzt jedes Rest eine Anzahl Junge beherbergt, ist der Schwalben­flug hin und her äußerst lebhaft und die hungri­gen Schnäbel der Kleinen sind stets geöffnet. Große Mengen lästiger Insekten werden von den nützlichen Vögeln täglich vertilgt. Die ur­alte D o r f l i n d e ist leider in einem Zustande, daß mit einem baldigen Eingehen zu rechnen ist, da nur noch ein kümmerlicher Rest kleiner Triebe vorhanden ist und alle Aeste in den letzten Jahren abgestorben sind.

X Klein-Linden, 2. Juli. Die G e meindekosse ist von gestern ab in bte neue Schule verlegt, so daß eine unmittelbare Der- bindung mit den Diensträumen der Bürger­meisterei hergestellt ist. Hierdurch werden viele unnötige Wege gespart.

* Wieseck , 1. Juli. Am 5., 6. und 7. Juli dieses Jahres findet hier das Gau-Somme r- f e ft des Lahngaues im Bund Deutscher Radfahrer statt. Zugleich verbindet damit der Radfahrer-Verein 1900 Wiefeck die Feier feines 30jähr. Bestehens. Der von der Gemeinde neuerrichtete, schön gelegene Festplatz bietet Raum für die zahlreichen Wettbewerbe des Saalsportes und dürste den Festbesuchem und Radsport­freunden interessante Aufführungen geboten wer­den. Ein Preiskorso und ein Motorrad-Geschick­lichkeitsfahren stehen u. a. auf dem Programm.

£ Wieseck, 1. Juli. Ende vorigen Monats unternahm die Oberklasse der hiesigen Volks­schule eine viertägige Schülerfahrt in den Odenwald. Die Fahrt ging zunächst nach Darm­stadt und von da nach Zwingenberg, wo die Schüler im Carl-Alrich-Heim die erste Rächt verbrachten. Run ging es quer durch den Oden­wald. Rachdem Lindenfels passiert war, er­reichten die Schüler das Mümlingtal. Von Michelstadt aus wurde die Rückreise angetreten. Die Schülerfahrt war vom herrlichsten Sommer- Wetter begünstigt und bot den Kindern wert­vollen Einblick in die Landschaft und Bevölke­rung des Odenwaldes. Sie dürfte den Kindern in lebhafter Erinnerung bleiben.

4 Mainzlar, 2.Juli. Wie in einigen Nach- batbörfem so treten auch in unserem Dorfe die M a s e r n immer noch, schon seit Ostern, verhält­nismäßig stark auf, so daß immer noch eine Anzahl Kinder der Schule fernbleiben müssen.

I Langd, 2. Juli. Dieser Tage wurde der letzte Altveteran des Krieges 1870/71, R. Fritz, zu Grabe getragen. Er war 83 Jahre alt und bis vor ganz kurzer Zeit noch körperlich und geistig rüstig, so daß er mit seinen beiden unverheirateten Töchtern alle Arbeiten verrichten konnte. Dor 14 Tagen erlitt er einen schweren Schlaganfall, an dessen Folgen er starb. Der Verstorbene genoß im ganzen Dorfe und darüber hinaus er war in Kriegervereins­kreisen eine bekannte Persönlichkeit größte Achtung. Der Kriegerverein erwies ihm durch Riederlegung eines Kranzes die letzte Ehre. Vor etwa 14 Tagyn ging ihm seine eine Tochter im Tode voraus.

# Obbornhofen, 2. Juli. Bei herrlichstem Festwetter feierte unser Gesangverein »Frohsinn" dieser Tage sein silbernes F ah­ne n weih fest, mit dem gleichzeitig das Fest des 35jährigen Bestehens verbunden war. Ein- geleitet wurde die Jubelfeier durch einen wohl- gelungenen Fcstkommers, an dem die gesamte Einwohnerschaft teilnahm und bei dem der stell­vertretende Vorsitzende Richard Hahn die Ehrung des verdienten Mitgliedes Gustav Jung vomahm und ihm für treue 25jährige Dereins- zugehörigkeit eine Ehrentafel überreichte. Kon­zertstücke der Musikkapelle Göbel von Bellers­heim und Gesangsvorträge des festgebenden Ver­eins unter Leitung seines Dirigenten Heinrich Glockengießer trugen zur Verschönerung des Abends wesentlich bei. Am Festsonntag fand nach einem gemeinsamen Gottesdienst am Krie­gerdenkmal eine Gefallenenehrung statt. Der Ehrenvorsitzende des Vereins, Wilh. Müller, hielt die Gedächtnisrede, in der er u. a. die Treue der Gefallenen und den kraftschöpfenden Wert des deutsch-en Liedes, vor allem des Heimat- liebes pries. Rachmittags bewegte sich ein statt­licher Festzug, an dem über 20 Vereine teil» nahmen, zum schön gelegenen Festplatz. Rach dem Vortrag eines Drgrüßungschores und der Begrüßungsansprache des Dereinsvorsihenden Wilh. Bommersheim hielt Dekan Engel .von hier die Festrede, in der er das deutsche Lied als hohen Kulturfaktor würdigte und die volksbildende Arbeit der Gesangvereine hrrvor» hob. Mit einem sinnigen Weihegedicht übergab Fräulein Johanna Hahn die von den Frauen und Jungfrauen gestiftete prachtvolle Fahnen­schleife. Der Rachmittag war dem deutschen Liede gewidmet, da sämtliche Gastvereine auf der Ge- fangstribüne ihre Lieder zum Vortrag brachten, wobei gerade kleinere Landvereine vorzügliche Leistungen aufwiesen. Der Festmontag war das Fest der Einheimischen und verlief wie der Haupt­festtag in voller Harmonie.

Kreis Büdingen.

i. Boben hausen I, 1. Juli. Rachdem vorige Woche einige Bäume Frühkirschen versteigert worden waren, fand dieser Tage am sog.Kirsch­berg" die Versteigerung der Spät» k i r s ch e n" statt. Es hatte sich eine große Anzahl Liebhaber aus unserem Dorfe eingefunden. Der Ertrag der Bäume ist dieses Jahr recht gut Im allgemeinen waren die Preise trotz der reichen Ernte nicht niedrig: besonders die schonen Früchte fanden zahlreiche Liebhaber und wurden gut bezahlt.

sh. Leidhecken, 2. Juli. Gin schönes Fest bei herrlichem Wetter feierte dieser Tage unser Musikverein. Zwölf eingeladene Vereine waren erschienen. Zu dem Feftgottesdienst hatten

sich viele Besucher eingestellt. Der Dorrnlttag des Festsonntags war angefüllt mit den musika­lischen Darbietungen der einzelnen Vereine. Rach- dem sich der Festzug durch unser reichgeschmücktes Dorf bewegt hatte, wurde das Fest eröffnet durch einen schön Dorgetragenen Prolog, gesprochen von Fräulein Ma riechen A l r i ch Der Vereins- Präsident, August Sehl, begrüßte im Romen des MusikvereinS und der Gemeinde die Gäste, indem er auf die Berechtigung und den 6imx unseres Festes hinwies. Rach ihm hielt Pfarrer Karl R h e i n f u r t h die Festrede. In packender Weise zeigte er die große Bedeutung der Musik- Vereine für die Pflege edler, deutscher Kunst Rüt nicht weniger Beifall ausgenommen wurden die Massenchöre, die Obermusikmeister Helfe- rich (Stockheim) dirigierte. Am zweiten Fest­tag fanden sich zahlreiche Zuschauer cm, um bem Jugendfest beizuwohnen. Lehrer Loh leitete bte Wettkämpfe ber Kinder. Als Preise hatte die Gemeinde in anertennenswerter Weise einen namhaften Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Auch hatte Sanitätsrat Dr. Rikolay ihnen Karussellfahrten und Zirkusbesuch gestiftet. Der hiesige Gesangverein unter Leitung von Lehrer Loh trug viel zur Erhöhung der Feftstimmung bei. So nahm das Fest einen ungestörten froh- üchen Verlauf. Alle, die den Vereinen, den Gästen von nah und fern und der Gemeinde diese frohen Tage bereiteten, verdienen Dank und An­erkennung.

Kreis Schotten.

Schotten, 30. Juni. In der letzten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Steuerausfchlag, der vom Finanzausschuß vorberaten war. Laut Voranschlag find 59 000 Mark Umlagen aufzubringen, die entsprechend auf Gebäude, Grundbesitz und Gewerbe ver­teilt wurden. Es wurden folgende Ausschlags­sätze erhoben: 32 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwert ber Gebäube, 55 Pf. auf je 100 Mk. Wert der landwirtschaftlichen Grundstücke, 70 Pf. auf ge­werbliches Betriebs- und Anlagekapital, 3,20 Mk. auf den gewerblichen Ertrag, und 34 Pf. als Son» berge6äubcfteucr. Die Erhebung einer beson­deren Bier st euer hat ber Ocmcinberat zu- rüdgeftellt. Die Wasfergelbsähe wur­den je nach ber Gröhe des Verbrauches ge­staffelt. In den Haushaltungen sind überall Wassermeffer eingebaut, die halbjährlich abge- lefen werden. Bis zu 50 Kubikmeter werden 50 Pf. erhoben, bis zu 100 40 Pf. ufw. Es wird ferner beschlossen, daß Wohnungsneubau­ten, die 1930 errichtet werden, für dieses Jahr und die nächsten fünf Jahre grundsteuerfrei blei­ben. Der vom Forstamt Schotten vorgelegte Waldwirtschaftsplan wird angenommen. Es soll gemeinsam mit dem Forstamt Schotten ein Waldgang stattfinden, bei bem bie nähere Bewirtschaftung bes Stadtwalbes besprochen wirb. Der freiwilligen Sanitäts­kolonne Schotten wirb im alten Kranken­haus ein größerer Raum zur Aufbewahrung ihrer Gerätschaften unb zur Abhaltung ihr^r Hebungen zur Verfügung gestellt. Die Be­willigung von städtischen Daudarlehen wird davon abhängig gemacht, baß bie be- tresfenben Bauherren unb Bauunternehmer ein­heimische, in erster Linie ausgesteuerte Arbeiter berücksichtigen. Die ausgesteuerten Er­werbslosen werben von der Stadt so viel Tage in ber Woche beschäftigt, daß fie die auf- gestellten Richtsätze ber Wohlfahxtsunterstützun- gen erreichen. Das Wohnhaus bet kürzlich verstorbenen Witwe B r o d r e i ch, bas gemäß einem abgeschlossenen Verpflegungsvertrag auf bie Stabt überging, soll zu einem angemessenen Preis an den interessierten Rachbar verkauft werben.

Laubach, 2. Juli. Am vergangenen Sonn­tagnachmittag versammelte sich die Laubacher Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in der hiesigen Turnhalle, um vor dem Provinzialinspektor, Sanitätsrat Dr. Hahn (Bad-Rauheim), zwecks Aufnahme in den Lan­desverband Hessen ihr Können zu beweisen. Er­schienen waren auch Bürgermeister H ö g h und der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe des Roten Kreuzes Laubach, Lehrer i.R. PH. Weil. Zu­nächst nahm der Kolonnenarzt, Dr. med. Mas - fing (Laubach) eine theoretische Prüfung über die erste Behandlung von Verletzten bei An- glücksfällen vor, wobei sich zeigte, daß jedes Mit­glied der erst im vorigen Jahre gegründeten Kolonne über die nötigen Kenntnisse verfügt. Einen schneidigen Eindruck machten die anschlie­ßenden Marsch- und Geräteübungen unter der Leitung des Kolonnenführers PH. Repp. Hier­nach fand am hiesigen Bahnhof eine praktische Hebung statt, wobei ein Eisenbahnunglück ange­nommen wurde. Die Kolonne war rasch zur Hebungsstelle geeilt und bewies dort eine ruhige und sachliche Behandlung berVerletzten" unb zeigte große Geschicklichkeit in der Anlegung von Rotverbänden und in dem Abtransport der Verunglückten". Jrn Anschluß an diese Hebung sprach sich ber Provinzialinspektor über die ge­zeigten Leistungen sehr lobend aus unb gab über das rege Interesse, den Eifer unb Die gute Disziplin ber Freiwilligen Sanitätskolonne seiner Freude Ausdruck. Ein kameradschaftliches Bei­sammensein bildete den Abschluß der wohlge­lungenen Veranstaltung. Sonach dürfte der Auf­nahme der Freiwilligen Sanitätskolonne Lau­bach in den Landesverband Hessen nichts mehr im Wege stehen.

Laubach, 1. Juli. Die diesjährige Heu­ernte geht ihrem Ende zu. Rur in ben Wiesen der Laubacher Waldgemarkungen ist man noch mit dem Einbringen des letzten Heues beschäftigt. Infolge des guten Grasstandes waren die Prerse bei den gräflichen und städtischen Grasversteige- rungen irn Gegensatz zu den früheren Jahren fefje gering. In seiner letzten Sitzung verhandelte der Gemeinderat über bie Reuherstellung der mehr als 1400 Meter langen Ortsdurch­fahrt Laubach. Don ber Provinzialdirektion

öberfcffen tn Gießen waren zwei Kostenvor­anschläge über zwei verfchtedene HerstellungS- arbeiten aufgcftellt worden. Der Gemeinderat entschied sich nach längerer Beratung für das bessere Tränkdeckeverfahren. Hiernach belaufen sich bie gesamten Herstellungskosten auf etwa 35 000 Mk, wobei bie Stabt Laubach mit etwa 11000 Mk. beteiligt ift Die von ber Provinzial­birektion geleiteten Herstellungsarbeiten sollen demnächst begonnen werden, damit die Staub- plage, unter der bie hiesige Bevölkerung sehr zu leiden hat, auf dem schnellsten Wege beseitigt wird.

' Glashütten, 2. Juli. Heute morgen ereignete sich in Hirchenhain in der Rähe deS Eisenwerkes ein Derkehrsunsall. Der 30- jädrige Maschinenformer Otto Söller auS Glashütten fuhr mit feinem Fahrrad in ein Lastauto der Eisenwerke hinein und wurde dabei überfahren. Die Verletzungen sind glücklicher­weise nur leichter Ratur: DaS Fahrrad wurde vollständig zertrümmert.

? Ober-Schmitten, 1. Juli. Der hiesige Radfahrverein errang auf dem DunbeSfest des oberhessischen Radfahrerbundes in L i ch im Korso- und Reigenfahren einen erstenKlas- senpreis und einen Ehrenpreis. Der rüh­rige Verein, der erst in der Rachkriegszeit inS Leben trat, gehörte längere Zeit dem Bund deut­scher Radfahrer an, unb ging dann zu dem vorgenannten Bunde über.

Kreis Alsfeld.

w Alsfeld, 30. Juni. Am vergangenen Sams- tagabenb gastierte das Gießener Stadtthea» ter mit einer Sondervorstellung des Volksstücks Flieg', roter Adler von Tirol". Die Aufführung war eine hervorragende schauspielerische Leistung. Die Zuhörer, die von der dramatischen Wirkung des Stückes gepackt waren, spendeten lebhaften Bei­fall, der sich nach jedem Aktschluß steigerte. Es mag wohl auf die Jahreszeit zuruckzuführen fein, daß der Besuch nicht so stark war, wie in den regel­mäßigen Wintervorstellungen. Am Sonntag fand das alljährliche Waldfest der B H E. -Zweig- vereine am idyllisch gelegenen Backofenhausteich statt. Die Leitung des Festes lag in den Händen des Zweigoereins Alsfeld. Bürgermeister Dr. B ö l» sing, als Vorsitzender des Zweigoereins, begrüßte die anwesenden benachbarten Zweigoereine Alsjeld, Ulrichstein, Burg, und Niedergemünden und Mücke. Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein) wies in einer kernigen Ansprache auf die hohen und idealen Ziele der VHC.-Bewegung hin und begrüßte die Der- zanftaltung der Zweigvereine gemeinsame Waldseste abzuhalten. Schulrat Huss (Alsfeld) gedachte in einer schwungvollen Ansprache der Befreiung des Rheinlandes, worauf die Festteilnehmer das Deutsch- landlied sangen. Die hübsch vorgetragenen Chöre der Gesangsabteilung des Zweigvereins Alsfeld, sowie der Gesangvereine Ehringshausen und Nie­dergemünden schufen einen stimmungsvollen Rah­men der volkstümlichen Veranstaltung, die als ständige Einrichtung auch in den kommenden Jah­ren beibehalten werden soll. In einer der letzten Nächte waren wiederum Einbrecher m der hiesigen Stadt an ber Arbeit. Sie drangen durch ein Fenster und entwendeten in dem Manufakturwaren­geschäft von Fritz Kalk brenn er in der Unter­gasse Stoffe im Werte von etwa 600 Mark. Die aufgefundenen Fußspuren ließen erkennen, daß es sich um dieselben Täter handelt, die kürzlich die mehrfachen Einbrüche verübt haben. Die'sofort ein­gehenden Ermittlungen führten auf eine bestimmte Spur, bie von ber Kriminalpolizei weiter verfolgt wird.

»er. Homberg, 2. Juli. Am Sonntag fand aus Anlaß bes Deutschen Liebertages auf bem Marktplatz ein öffentliches Konzert, veran­staltet von ben beiden hiesigen Gesangvereinen, statt. Durch einen Massenchor unter ber bewähr­ten Leitung bes Dirigenten Lehrer Appel, Bühselb, würbe bie Feier eröffnet. Bürgermei­ster Schweiker sprach in wohlburchdachter Rebe über bie Debeutung bes Volksliebes unb ermahnte zur Pflege bes Liebes in Familie, Schule unb Vereinen. Den Vereinen bankte er für ihre freunbliche Mitwirkung namens ber Stabt. Ferner gedachte er ber Befreiung ber Rheinlands. Ein gut vorgetragener Massenchor: Deutschland, dir mein Vaterland", unter der sicheren Stabführung von Lehrer Viehmann, Ober-Ofleiben, folgte. Dann trug jeder Verein noch einen einzelnen Chor vor. Der Gesangver­ein Frauenlob fang:Bleib deutsch, du herrlich Land am Rhein" und danach der Männergesang­verein:Schwing dich auf mein Lied . Die Chore wurden mit gutem Ausdruck unb mit Stimmenreinheit vorgetragen. Sämtliche Schu­len bes Kreises Alsfeld machen am 14. unb 15. Juli eine zweitägige Rheinreise. Heber 1200 Schüler unb viele Erwachsene haben sich zur Teilnahme angemelbet.

Verantwortlich für Lokales: I. V.: Dr. Thyriot.

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