Ausgabe 
3.2.1930
 
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Die Begründung

sagt u. a: daß die Stadt Alsfeld seit historischer Leit wirtschaftlicher Mittelpunkt des Schwalmtales und des nördlichen Vogelsberggebietes gewesen ist. Daß die Kreisstadt Alsfeld von jeher als Sitz eines Kulturzentrums für den nördlichen Teil der Pro­vinz Oberhessen anerkannt worden ist, geht aus der

Nervenkranke a.Nervös-Erschöpfte. Spexlalknranstilt Holhel» Im Taanns bei Frankf.a.M. Prospekte durch

Protest des Alsfelder Stadirats gegen die Aufhebung des Kreises Alsfeld

Treffer.

Sp.Dg. Fürth bayrischer Bezirksmelsler. Sp.vg. Fürth gegen München 1860 9:3 (6:1).

Der südbayerische Handballmeister München 1860 mußte in dem zweiten Entscheidungsspiel um die Meisterschaft von Bayern nach dem unentschie­denen Ergebnis von 5:5 jetzt in Fürth gegen die Sp. Vg. Fürth eine empfindliche Niederlage ein­stecken. Die Fürther befanden sich diesmal in Hoch­form und waren ihrem Gegner vor allem in tech­nischer Hinsicht überlegen. Bereits bei Halbzeit stand das Treffen schon mit 6:1 zugunsten der Fürther, die dann im weiteren Verlauf des Spiels das End­resultat von 9:3 herstellen konnten. Damit ist die bayerische Bezirksmeisterschaft an die Sp. Vg. Fürth gefallen.

Polizei Fxeiburg badischer Meister.

F.v. Rastatt 04 gegen Polizei Freiburg 1:4.

In Rastatt fand bas zweite Entscheidungs­spiel um die Handball-Meisterschaft von Baden statt, zu dem sich F.V. Rastatt und Polizei Fr.iburg durch ihre Abteilung.s ege qualifiziert hatten. Wie im Vorspiel, indcte auch dieses Treffen mit einem überlegenen Sieg der Frei­burger Polizisten, die mit 4:1 Rastatt abfertig­ten.. Mit diesem Sieg wurde Freiburg badischer Handballmeister.

Keine Entscheidung in der Gruppe Rhein. v.s.R. Mannheim gegen F.E. Mannheim 08 1:1.

In Mannhe im standen sich im Entschei­dungsspiel um die Gruppenmeisterschaft der Gruppe Rhein die beiden Handballmannschaften von V.f.R. Mannheim und Mannheim 08 gegen­über. Das spannende Treffen endete nach gleich­wertigem Kampf mit 1:1 unentsch'.eden, so daß ein w.itcres Entscheidungsspiel notwendig wurde.

Der Stadtoorstand der Kreisstadt Alsfeld und die von ihm vertretene Bürgerschaft der Stadt Alsfeld erheben einmütig mit aller Entschie­denheit Einspruch gegen eine Auf­hebung des Kreises Alsfeld, da eine Maßnahme die wirtschaftliche Existenz der

hört hat.

Eine lange Reihe von Veröffentlichungen gibt Zeugnis von der Bedeutung Strengs auf dem Gebiet se'ner Wissenschaft. Unter diesen Arbeiten gellen viele unserer engeren Heimat, die der Gelehrte mit unermüdlichem Eifer durchforschte. Zahlreiche hier vorkommende Mineralien wur­den von ihm und seinen Schülern entdeckt und beschrieben. Insonderheit fesselten ihn die zahl­reichen vulkanischen Gebilde vergangener erd- geschichtlicher Perioden in der näheren und wei­teren Umgebung Gießens. So finden wir unter seinen Arbeiten eine Beschreibung des Aspcn- kippel bei Climbach, dessen Ratur als Basalt­vulkan Streng entdeckte, eine solche der Basalt­durchbrüche am Wetterberg bei Gießen, eine Untersuchung über den Dolorit von Londorf und andere mehr. In Wort und Schrift, sowie auf zahlreichen Exkursionen, die er mit seinen Schülern cder mit auswärtigen Fachgenossen und Raturforschern unternahm, hat Streng dafür ge­wirkt, daß der naturgeschichtliche Reichtum des Hessenlandes weiten Kreisen bekannt geworden ist. und daß der Rame manch einsamen Dorfes und manch unscheinbarer Bergkuppe einen Weg gefunden hat in die weite Welt der Wissenschaft.

So ist das Gedächtnis dieses hervorragenden Mannes lebendig geblieben und wird lebendig bleiben weit hinaus über den Rahmen, der sein Erdenwallen und sein Wirken in Gießen um­schlossen hält, und die heutige Generation ge­denkt dankbar seiner Verdienste um die Wissen­schaft, um unser Volk und um unser Land.

Laien für Ljenslag. 4 Februar.

1871: Friedrich Ebert, Präsident des Deutschen Reiches, in Heide-berg geboren (gestorben 1925). 1921: der Dichter Karl Hauptmann in Schreiberhau gestorben (geboren 1858).

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Deutsches Seminar der Universität: Vortrag von Dr. Karl RitterPolitisches Theater und Kultur­theater", 20.30 Uhr, im Hörsaal des Kunst- geschichtlichen Instituts. Lichtspielhaus Bahn­hofstraße:Dolores del Rio"; auf der Bühne

»-^Alsfeld,!. Febr. In der am gestrigen Frei­tag abgehaltenen außerordentlichen Stadt Vorstandssitzung behandelte der Stadtvor­stand als wichtigsten Punkt der Tagesordnung die vom Reichssparkornmissar vorgeschlagene Aus- Hebung des Kreises Alsfeld.

Der Vorsitzende,

Bürgermeister Dr. Dölsing, * betonte in seinen einleitenden Worten, daß es sich hier um eine Lebensfrage für d i e Stadt Alsfeld handele. Auch die Stadt Alsfeld erkenne die harte Notwendigkeit an, daß vorn hessischen Staate Sparmaßnahmen getroffen werden müß­ten, auf keinen Fall dürften aber Maßnahmen ge­troffen werden, welche geeignet seien, nicht nur die wirtschaftliche Existenz einzelner Berufsgruppen, sondern auch diejenigen einer ganzen Stadt als solche auf das schwerste zu schädigen. Es gehe nicht an, die Auswirkung von Sparmaßnahmen ausschließlich auf die Bevölkerung in ihrer ganzen Schwere abzu­wälzen, denn auch die Staatsregierung müsse sich immer vor Augen halten, daß der Staat nur dann gedeihen kann, wenn die Gemeinden lebens- und steuerkräftig erhalten bleiben.

In der Aussprache betonten die

Redner aller Parteien, daß es sich hier um keine politische Frage, sondern um eine rein wirtschaftliche Frage von einschnei­dendster Bedeutung für die Stadt Alsfeld handele, bei der es nur eine Einheitsfront aller Parteien und Stände zur Abwehr der Auf­teilung des Kreises Alsfeld geben könne. Es wurde e i n ft i m m i g eine

Entschließung angenommen, welche dem Ministerium des Innern unterbreitet werden soll und die lautet:

Gesangsdarbietungen des Regertenors Elma Spy- > glas; fernerJennys Bummel durch die Män­ner". Astoria-Lichlspiele:Achtung! Doppel­gänger".

Aus dem S t a d t t h e a t e r bu r e au wird uns geschrieben: Morgen findet als Gastspiel der Operettengastspiele Frankfurt die Operette Die lustige Witwe" statt. Mittwoch, 5. Februar, Kyrih-Pyrih". Freitag, 7. Februar, Premiere: Musik" von Wedekind. Sonntag, 9. Februar, Cum ersten Male:Drei alte Schachteln".

Vortrag in der Hochschulgesell­schaft. Man schreibt uns: Am Dienstag, 11. Tebruar, wird der neuerdings nach Tübingen berufene bekannte Vertreter der alten Geschichte an der Universität Halle, Professor Dr. Wilhelm Weber, im großen Hörsaal der Universität einen durch Lichtbilder illustrierten Vortrag über die Religionen der römischen Kaiserzeit halten. Der Vortrag, der von einem hervorragenden Kenner gehalten wird und im besonderen die Auseinandersetzung der antik-heidnischen mit der christlichen Religion zum Gegenstand hat, darf allgemein auf besonderes Interesse rechnen. Er ist jedermann zugänglich. Räheres wird im An- zeigentcil noch bekanntgegeben.

Das Oekonomieprinzip in der Leibeserziehun g." Heber dieses Thema spricht am morgigen Dienstag 20.15 Uhr iin Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Institutes, Ludwigstraße, Dr. Bode, München. In dem vom Institut für Leibesübungen der Universität veranstalteten Vortrag kommt eine der führenden Persönlichkeiten der neueren Gymnastikschulen zu Wort. Dr. Bode ist der Begründer der Aus­drucksgymnastik und Leiter der nach ihm be­nannten Schule. Im Anschluß an den Vortrag zeigt Dr. Bode sein System in einer praktischen Vorführung mit Unterstützung einiger Schülerin­nen. Diese Vorführung findet sofort anschließend an den Vortrag in der Turnhalle des Realgym­nasiums statt.

EinLichtbildervortragüberDie Deutsch-russische Parnirexpebition" wird am Donnerstag, 6. Februar, in der Reuen Aula stattfinden. Man beachte die Anzeige vom Samstag.

Filmvorführung.,Der Weltkrieg" zum Besten der Kriegerwaisen. Der Fechtverband Kassel der deutschen Kriegerfecht- qnstalt veranstaltet am nächsten Mittwochabend im Saale des Cas6 Leib eine einmalige Vor­führung des von der damaligen Obersten Heeres­leitung aufg:n:mmcivn Wel fr egssilm. Der Rein­ertrag des Abends ist zum Besten der sich in Rot befindlichen vier Kriegerwaisenhäuser be­stimmt. Der Besuch der Veranstaltung sei emp­fohlen. (Siehe heutige Anzeige.)

HeberStudentenschaft und Ra­tionalsozialismus" spricht am nächsten Freitagabend Dr. Mierendorf, Darmstadt, im oberen Saale des Cafe Ernst Ludwig. (Siehe heutige Anzeige.)

Die Amtszeit d e r unbesoldeten städtischen Beigeordneten. Rach dem soeben im hes'i'chen Regierungsblatt veröffent­lichten zweiten Gesetz über die Wahlen für Ge­meinden und Semeindeverbände vom lu. De­zember 1929 beträgt die Amtszeit aller unbe- soldetcn Beigeordneten in den Städten, die tm Jahre 1925 wiedergewählt worden sind, neun

Schulfrei am 31.Oktober. 3m Hessi­schen Landtag war vor kurzem der Antrag ge­stellt worden, am 31. Oktober, dem Reformations­tage, für die evangelischen Schaler fämiftel zu geben. Der Minister für Kultus und Bildungs- wesen hat nun angeordnet, daß in allen Orten,

Die übrigen Punkte der Tagesordnung fanden rasche Erledigung. Die Rechnung der Stadt-, Hospital- und Armenkasse, sowie des städtischen Schlachthofes vom Rechnungs­jahr 1928 wurden ohne Debatte genehmigt. Ebenso der Vertrag über die gemeinsame Verpachtung der Waldjagd im Homberg zusammen mit dem Hessischen Fiskus. Danach wird das vorhandene Jagdgebiet des städtischen und fiskalischen Waldes zwecks gemeinsamer Verpachtung zu einem Gebiet vereinigt. Für die städtische Umformer- station wurde die Anschaffung eines Nullspan­nungsautomaten beschlossen, um die in letzter Zeit wiederholt durch die unregelmäßige Stromzuführung des Ueberlandwerks hervorgerufenen Beschädigungen der Gleichrichteranlage künftig zu vermeiden. Wie der Vorsitzende hierzu bemerkte, lehnt die Direktion des Ueberlandwerks Oberhessen jeden Schadenersatz ab, da die aufgetretenen Schankungen und Störun­gen hauptsächlich durch den neuen Schwelwerksbe­trieb verursacht seien, wofür das Ueberlandwerk Oberhessen nicht verantwortlich sei.

Weitere Proteste in Gicht.

W Alsfeld, 1. Febr. Der Kreistag des Kreises AlSfeld ist auf Donners - tag, 6. Februar, zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen worden mit dem Punkte zur Tagesordnung: Aufteilung des Kreises Alsfeld.

Die Bürgermeistervereinigung des Kreises Alsfeld wird in einer besonderen Sitzung am nächsten Mittwoch ebenfalls Stellung zu der Frage nehmen.

in denen am 31. Oktober eine Feier der prote­stantischen Religionsgemeinde stattfindet, für die protestantischen Lehrer und Schüler der Unter- richt ausfällt.

* Besihwechsel. Das Villenanwefen Wil- helmstrahe 25, früher im Besitze des Geh. Kom­merzienrates Dr. Wilhelm Gail und zuletzt im Eigentum des Fabrikanten Dr. Georg Gail stehend, ging durch Kaufvertrag an den Alt- Herren-Verband des Korps Teutonia über. Richt mitverkauft ist ein Geländestreifen (Bauplatz), der an die Liebigstraße angrenzt. Das Korps Teutonia gibt sein bisheriges Korpshaus Kaiser­allee 81, an das Korps Sylvania ab. Die Heber­gabe wird zu Anfang April erfolgen.

** E i n Verkehrsunfall ereignete sich am Samstag gegen 17 Uhr am Selterstor. Dort bog das Lastauto einer Gießener Firma von der West­anlage her kommend in die Frankfurter Straße ein, wobei infolge der feuchten Fahrbahn die Hinteren Räder des Kraftfahrzeugs ins Gleiten kamen und der seitlich abrutschende Wagen eine verheiratete Frau aus der Bleichstraße, die mit einem Handwa­gen auf der rechten Fahrbahnseite fuhr, heftig um« warf. Die bedauernswerte Frau erlitt hierbei Ver­letzungen an den Beinen und mußte von der Sani­tätsmannschaft der Feuerwache mit dem städtischen Sanitätsauto der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Der Führer des Lastautos verlor bei dem Vorfall die Herrschaft über den Wagen, fuhr quer über die Fahrbahn hinweg auf den linksseitigen Bürgersteig und rannte dort gegen ein Gartenspa­lier mit Untermauerung an. Zum Glück kamen hier­bei weitere Personen nicht zu Schaden.

Hauptvers ammlung des Hessi­schen Turnlehrervereins in Gießen. Am 5. Februar hält der Hessische Turnlehrer­verein in Gießen seine Hauptversammlung ab. Der bekannte Gymnastik-Pädagoge Dr. Bode und Hniversitätsprosessor Dr. med. Becher werden Referate halten.

Aus der Provinzialhauptssadi

Gießen, den 3. Februar 1930.

Zur Erinnerung an Geheimrat August Streng.

Im raschen Wandel unserer Zeit ist es dem Einzelnen nur selten beschießen. die Spuren ei­nes Schassens und Wirkens so eindrucksvoll und nachhaltig zu gestalten, daß sie auch spateren Generationen noch gegenwärtig bleiben. Zu die­len toeniaen gehörte Johann August Streng? der 27 Jahre lang (1867 bis 1894) als Professor der Mineralogie an unserer Hm- versität wirkte, und dessen am 4. Februar wie» verkehrender 100. Geburtstag zu dankbarem Ge­denken Anlaß bietet.

In Frankfurt a. M. geboren und bereits in früher Kindheit verwaist, sah sich Streng ge­zwungen, das Gymnasium seiner Vaterstadt schon in Sekunda zu verlassen und sich durch praktische Tätigkeit und anschließend durch den ^such der damaligen polytechnischen Schule in Karlsruhe für den Beruf eines Technikers vorzubereiten. Hier war es vorzugsweise die Chemie, die ihn an­zog und die ihn schon nach 2 Jahren (1849) zu Robert Bunsen führte, der damals in Marburg wirkte. Mit diesem seinem großen Lehrer ging er 1851 nach Breslau und 1852 nach Heidelberg. Hüter dem Einfluß Bunsens, dessen Assistent er 1851 wurde, war in Streng der Entschluß ge­reift, sich ganz der Wissenschaft zu widmen. So sehen wir ihn denn mit zäher Willenskraft und mit eisernem Fleiß am Tage im Laboratorium, in der Rächt mit der Vorbereitung für das Abi­tur beschäftigt, das er dann 1852 am Friebnch- Wilhelm-Gymnasium in Breslau absolvierte. Hnd nur wenige Monate später erfolgte, gleichfalls in Breslau, feine Promotion zum Doktor der Philosophie.

In einer klassischen, im Jahre 1851 erschienenen AbhandlungHeber die Prozesse der Dullani- schen Gesteinsbildungen Islands" hatte Dunsen die chemisch-analytischen Methoden auf die Er­forschung der vulkanischen Gesteine angewendet und eine Theorie begründet, die die Entstehung solcher Gesteine allgemein aus einem extrem sau­ren und einem extrem basischen Endglied (Trachyt und Basalt) bartun sollte. Angeregt durch diese Hntersuchung Dunsens gelten denn auch diesem Problem die ersten wissenschaftlichen Arbeiten Strengs: seine Dissertation und eine weitere Ar­beit, auf Grund deren er sich 1853 in Heidelberg als Privatdozent für Chemie habilitierte. Beide Schriften legen Zeugnis davon ab, daß Streng sich neben der Chemie auch mit dem Studium der Mineralogie und der Geologie schon in seinen Studienjahren eingehend beschäftigt hatte. Welche Hoffnungen die wissenschaftliche Welt auf den jungen Gelehrten setzte, beweist die Berufung des Dreiundzwanzigjährigen als Hüttenmeister und Lehrer der Chemie an die damalige Berg- schule Clausthal am Harz. 1862 erfolgte seine Ernennung zum Professor, und 1867 seine Be­rufung auf den Lehrstuhl der mineralogischen Fächer an der Universität Gießen.

Hier in Gießen hat Streng 27 Jahre lang gewirkt und als Forscher und Lehrer eine segens­reiche Tätigkeit entfaltet, bis eine unheilbare Krankheit ihn zur Riederlegung seines Amtes zwang, von der ihn im Januar 1897 der Tod erlöste. Hier in Gießen lebt heute noch in gei­stiger uni) körperlicher Frische seine greife Gattin Elisabeth, geb. Mettenheimer.

Besondere Verdienste hat sich Streng erworben um das Mineralogische Institut der Hniversi­tät, als dessen eigentlicher Begründer er an­gesehen werden kann. Ihm gelang es, diesem Institut in dem neuen, 1830 eingeweihten Vor­lesungsgebäude ein würdiges Heim zu schassen, bas noch heute, nzuerbingo um eine Reihe von Arbcitsräumen erweitert, den Zwecken der Mine­ralogie und Petrographie bient. Die Samm­lungen von Mineralien unb Gesteinen, auf bie bas Institut stolz sein kann, sind in erster Linie das Werk Strengs. Ebenso geht bie Bücherei bes Instituts in ihrem Grunbstock auf ihn zurück, sie erfuhr eine bankenswerte Bereicherung be- senbers baburch, baß nach Strengs Willen seine reichhaltige Privatbibliolhek bem Institut zusiel. Das Amt eines Rektors ber Lande ^Universität bcHcibcte Streng zweimal, 1878 bis 1836 war er stänbiges Mitglieb ber Mademischen Abministra- tlons-Kommission unb 1878 bis 1894 üerfab er bas Amt eines Ephorus. Aber nachdrücklicher noch vermochte er im Interesse ber Gesamtuni­versität zu wirken als Mitglied der Ersten Kam­mer der hessischen Stände, der er auf Grund mehrfach erneuter Berufung viele 3ahre ange«*

Tatsache hervor, daß die hessische Staatsregierung im Jahre 1909 ihr die Genehmigung zum Ausbau ihrer Realschule zur Dollanstalt als Oberrealschule erteilte. Alsfeld war sogar früher der Sitz eines Bezirksstrafgerichts. Die Stadt Alsfeld darf also Anspruch darauf erheben, als wirtschaftlicher Mittelpunkt des nördlichen Teiles der Provinz Oberhessen behandelt zu werden. Die Aufhebung des Kreisamts und der damit ver­bundenen Behörden würde nicht nur eine ganze Anzahl kleinerer Existenzen des gewerb­lichen und kaufmännischen Mittelstandes, sowie auch industrielleBetriebeschwerschädigen, sondern sie würde auch für die Stadt als Kommune die bedenklich st en Folgen nach sich ziehen, da eine erhebliche Schwächung der Steuerkrast not­wendigerweise mit der Aufteilung des Kreises Als­feld unter Wegnahme der Kreisbehörden eintreten müßte, wodurch die ganzeFinanz wirtschaft der Stadt Alsfeld ernstlich in Frage g e ft e l l t würde, da alle Anlagen und Unterneh­mungen mindestens auf der gegenwärtig vorhan­denen Steuerkraft aufgebaut sind.

Turnen, Spork und Spiel.

Gau-Wettkämpfe der Kunstturner in Frankfurt.

Gau Frankfurt mit 1825 Punkten Sieger.

Vor 3000 Zuschauern wurde am gestrigen Sonntag in Frankfurt zwischen den Gauen Frank- urt, Main Taunus unb Main Ofsenbach Hanau ein Wettkampf im Kunstturnen ausge­tragen, der ganz ausgezeichnete Leistungen brachte. Dor allem ragten bie Vertreter Frank- urts hervor, bie um eine Klasse besser als ihr« Konkurrenten waren. Die höchste Punktzahl er­reichte ber Frankfurter Ernst Winter mit 230 Punkten, bem mit 218 Punkten ebenfalls dev Frankfurter Turner Georg Pfeiffer folgte. Den brüten Platz belegte bei den Einzelergeb­nissen Holls elber, TD. Bornheim, mit 206, den vierten Ab am Hau, Isenburg, mit 204 unb ben fünften Platz 3. Kipp, Klein-Auheim, mit 200 Punkten. 3m Gesamtergebnis siegte ber Gau Frankfurt mit 375 Punkten am Barren, 395 am Querpferd, 407 am Längspferd, 428 am Reck und 220 in den Freiübungen, also mit insgesamt 1825 Punkten vor dem Gau MainTaunus mit 1641 und dem Gau Offen­bach-Hanau mit 1663 Punkten.

Fußball in Hessen-Hannover.

Der Bezirk Hessen-Hannover sah ge­stern K u r h e s s e n Kassel auf eigenem Platze gegen S. C. 03 Kassel 3:4 verlieren.

Süddeutsche Fußballmeisterschaft

Die süddeutschen Fußballspiele erbrachten am gestrigen Sonntag in der

Runde der Meister bemerkenswerte Ergebnisse und eine Hmgrup- pierung der Tabelle. Die Sp. Vgg. Fürth schlug die Münchener Bayern knapp, aber sicher mit 2:1, verdrängte sie hierdurch von der Tabellenspitze, an die sich bie Fürther gleichzeitig allein setzte. Die zweite Stelle nimmt nunmehr wieder bie Frankfurter Eintracht ein, bie bie Wormser Wormatia in einem spannenden Treffen 5:3 besiegen konnte. Eine schwere Schlappe, gleichzeitig als erste Riederlage, erlitt Der F. C. Pirmasens, der mit einem 1:5 vom F. C. Freiburg entlassen wurde. V f B. Stuttgart und S. V. Waldhof Mann­heim spielten unentschieden 4:4.

Runde der Zweiten unb Dritten.

Hier hatte die Gruppe R o r d we st zwei Hn- entschieden. DfL. Recke rau gab Sport­freunde Saarbrücken mit 3:3 Toren einen Punkt mit. Es rächte sich, daß ber F. Sp. B Frankfurt mit geschwächter Mannschaft nach Saarbrücken zum F.V. gefahren war. Wit 1 -1 büßten die Frankfurter einen Punkt ein. S.V. Wiesbaden gewann auf eigenem Platze gegen Rotweiß Frankfurt mit 2:1 Toren nur recht knapp. Phönix Ludwigshafen dagegen errang mit 3:1 einen klaren Sieg über ben V. f. L. Reu - 3 senburg.

In ber Gruppe öüboft gab es mit einer Ausnahme äußerst torreiche Treffen. Phönix Karlsruhe sah den 1. F. C.Rürnberg mit einem hohen 8:2-©ieg und ben beiben Punkten nach Hause zurückk .hren, noch schlimmer erging es, allerdings auf fremdem Platze, HnionDvckin- gen. Sie wurde von S. V. 1860 München mit 10:0 überfahren. Jahn Regensbur g behauptete den Vorteil des eigenen Platzes gegen ben K. F. V. K arlsruhe, ber mit 3:4 Toren ben Punktverlust zu beklagen hatte. Sehr an­erkennenswert machte sich wieder der A. S. V. R ü r n b e r g bemerkbar. Mit 2:1 Toren holte er sich den Sieg beim V- f. R. Heilbronn,

Handball - Entscheidungsspiele in Süddeutschland.

Um bie Bezirksmeisterschaft von Main.Hessen. 5.H. 98 Darmffabt gegen F.S.v. Mainz 05 7:0 (2:0).

Vor 2000 Zuschauern wurde gestern in Darm­stadt zwischen den beiden Gruppenmeistern S. V. 9 8 D a r m st a d t und F. S. V. M a i n z 0 5 das erste Entscheidungsspiel um die Meisterschaft des Bezirks Main-Hessen ausgetragen. Der süddeutsche Pokalmeister Darmstadt, der ohne seinen bewährten rechten Flügel Werner und Fiedler antrat, mußte sich gewaltig anstrengen, um sich gegen die Mainzer erfolgreich 'durchzusetzen. Bis zur Pause gelang es den Darmstädtern, mit 2:0 in Führung zu gehen. Nach Wiederbeginn gab es eine kurze Drangperiodc der Mainzer. Dann aber kamen die Darmstädter wieder mehr zu Wort und erzielten fünf weitere

** Der Evangelische Arbeiterverein hielt am Samstagabend im Dereinslokal seine Jah­reshauptversammlung ab. Der Vorsitzende H. Kirch­ner erstattete den Jahresbericht, während Rechner M. Z s ch u n k e einen Ueberblick über bie Kassen- vcrhältnisse des Vereins und der Sterbekasse gab. Bei den Wahlen wurde der erste Vorsitzende ein­stimmig wiedergewählt, ebenso erfolgte die Wieder­wahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Neu in den Vorstand wurden gewählt die Herren H o r st, Steinbach und Volk. Zum Schluß wies der Vorsitzende noch auf die günstige Entwicklung des Frauenchors des Vereins hin und gab davon Kennt­nis, daß eine Reihe weiterer Veranstaltungen zu­sammen mit dem Wartburgverein durchgeführt wer­den sollen.

Wehlar hat einen Oberbürgermeister.

WSR. Wetzlar, 1. Febr. Die hiesige Stabt- verorbnetenversammlung hat in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen, dem Dürgermeister Dr.Kühn bie AmtsbezeichnungOberbür­germeister" zu verleihen. Eine finanzielle Mehrbelastung ist mit diesem Beschluß nicht verbunben.

Berliner Börse.

Berlin, 3. Febr. (WTD. Funkspruch.) Ob­wohl entgegen ben Erwartungen für heute der Zentralausschuh ber Reichsbank noch nicht ein­berufen ist. taxiert man im Frühverkehr bie Kurse fester. Die Stimmung ist, angeregt burch bie Siemenstransaktion, bie besonders ben Elektro­werten einen Stimulus geben durfte, recht freunb- lich. Am Devisenmarkt nannte man Lonbon gegen Paris 123,98, London gegen Mailand 92,96, London gegen Spanien 36,90.