Einzelbild herunterladen

Beamte des Foreign Office hätten heute den Daily Wörter", der die Botschaft der Kommu­nistischen internationale enthielt, durchgesehen, und es sei eine weitere Bummer des Blattes an Macdonald nach Lossiemouth gesandt worden. 3n den nächsten Tagen würden Konferenzen darüber stattfinden, ob eine Aktion unternom­men werden solle. 3n einemMoskau geht an die Arbeit" überschriebenen Leitartikel sagt die Times" ironisch, die englische Regierung habe nicht lange zu warten brauchen, um zu sehen, wie die Sowjetregierung ihr Verspre­chen, keine Propaganda zu treiben, auffasse. Die von der neuen Zeitung veröffentlichte Botschaft der Kommunistischen Internationale, die sich hauptsächlich gegen diesozial ° f aszi st i- sche Arbeiterregierung" richte, sei ein flagranter Fall bolschewistischer Propaganda. Henderson versichert, die Sow­jetregierung habe sich verpflichtet, die Propa­ganda der Komintern zu zügeln: es sei jetzt seine Aufgabe, zu handeln, und zwar mit einer Entschiedenheit, die jede Mögl.chk.it eines Miß­verständnisses in Moskau ausschließe.

Hochzeitsamnestie in Italien.

Rom, 2.Jan. (Tel.-Un.) Aus Anlaß der bevor- stehenden Hochzeit des italienischen Kronprinzen hat der König eine Amnestie erlassen, die am Donnerstag in Kruft getreten ist. Sie betrifft im wesenllichen Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder entsprechende Geldstrafen sowie Strafmandate, fer­ner wurden alle Diebe begnadigt, deren Beute den Wert von 500 Lire nicht überschreiten. Bon der Amnestie ausgeschlossen sind alle, die zur Zeit des Verbrechens unter besonderer polizei­licher Aufsicht standen. Die Amnestie erstreckt sich nicht auf Verbrechen gegen den Staat, Spionage, Aufruhr, Desertion usw. Für das Heer und die Marine wird eine Amnestie für Dienstver­gehen gewährt, die im Jahre 1929 begangen wurden. In der Stadt werden zur Zeit die letzten Arbeiten für die Ausschmückung der Straßen und Plätze in Eile ausgeführt.

Der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Bayern hat als Onkel der Braut des italienischen Kronprinzen zur Vermählung eine Einladung erhalten. Angesichts der bei Kriegsbeginn unterbro­chenen Beziehungen zu seinem Schwager, dem bel­gischen König, hatte er die Einladung zuerst ab- gelehnt. Unter gewissen Voraussetzungen und Zusicherungen seitens des Quirinals erfolgte inzwi­schen seine Zusage. Der ehemalige Kronprinz wird mit seiner Gemahlin an der Trauung im Quirinal teilnehmen.

Die Mahnung des Reichspräsidenten.

Berlin, 3. Ian. (Priv.-Tel.) Reichs­präsident von Hindenburg hat die Ge­legenheit des Empfanges der Reichsregierung benutzt, um an Parteien und Volk einige ernste Mahnungen zu richten. Hindenburg führte aus, daß eine große Airzahl von Aufgaben int neuen Jahre der Erledigung harre, insbesondere die Durch- und Weiterführung der zur Rentabel- machung der Landwirtschaft erforder­lichen Maßnahmen. Hm diese schweren Fragen lösen zu können, müsse Parteigeist und Interessenpolitik hinter die großen vater­ländischen Gesichtspunkte zurückgestellt wer­den und alle Deutschen mähten sich in den Lebensfragen des Volkes zu einer breiten einheitlichen Front zusammenschliehen. Hoch über den Parteien müsse das Vaterland stehen. Wer entschlossen die Hand mit anlegt und mitarbeitet an den Aufgaben der Gegenwart und am Aufbau der Zuörnft, handle wahrhaft national. Die Ansprache des Reichs­kanzlers enthielt einen Heberblik über die außen- und innenpolitischen Aufgaben, in der man indessen einen ausdrücklichen Hinweis auf die Rotwendigkeit einer alsbaldigen Lösung der Saarfrage vermißt. Dieser wäre um so not­wendiger gewesen, als man auf französischer Seite offenbar bestrebt ist, die Saarfrage bis nach Erledigung der Haager Konferenz zu ver­zögern.

Aus der Antwortrede des Reichspräsidenten an die Vertreter des Diplomatischen Korps ver­dient besonders hervorgehoben zu werden der Hinweis, daß Deutschland seine Aufgaben im Kreise der Rationen nur erfüllen könne, wenn es politische Freiheit und wirtschaft­liche Entwicklungsmöglichkeiten habe. In dieser Formulierung kann man einen Hin­weis auf die wichtigen noch schwebenden Fragen sehen, die auf der Haager Konferenz eine erhebliche Rolle spielen, nämlich die Emp­fehlungen der Pariser Sachverständigenkonferenz auf Beseitigung der Hemmungen des internatio­nalen Handels und auf Verzicht auf die Sank­tionspolitik.

Gklareksteundschasten.

Disziplinarverfahren gegen einen Berliner Staaisanwaltschaftsrat.

Berlin, 2. Jan. (TH.) Gegen Staats­anwaltschaftsrat Dr. Willy Wasmundt von der Berliner Staatsanwaltschaft I ist, wie jetzt erst bekannt wird, vor einiger Zeit vom General­staatsanwalt beim Kammergericht ein Diszi­plinarverfahren eingeleitet worden in dem seine Beziehungen zu den Gebrüdern S k l a r e k einer Rachprüfung unterzogen wer­den sollen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Was­mundt ist bis zum Abschluß dieses Verfahrens, in dem bereits einige Zeugen vernommen wor­den sind, beurlaubt worden. Aus diesem Grunde kann er nicht im Tscherwonzen-Fälscher» Prozeh, der am nächsten Montag seinen Anfang nimmt, die Anklage vertreten. An seine Stelle tritt Staatsanwaltschaftsrat Grünberg.

Der Staatsanwalt, der sich lebhaft für Rennen interessiert, hatte Max Sklarek auf dem grünen Rasen kennengelernt und war einer Einladung des Rennstallbesihers gefolgt. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich dann eine Freundschaft. Aus Anlaß seiner bevorstehenden Heirat hatte Dr. Wasmundt ein I u n g g e s e l- lenabschiedsessen im HotelAdlon" gegeben, das er jedoch zeitig verlieh. Max Sklarek bezahlte die Rechnung und Dr. Wasmundt hat nach seiner Angabe diesen Betrag später mit Sklarek verrechnet. Wei- ter soll Dr. Wasmundt auch ein Darlehen von Max Sklarek erhalten haben, das er jedoch ebenfalls später zurückgegeben habe

Reichslandbund und

Berlin, 3. Ian. (Priv.-Tel.) Wie dieLand­volknachrichten" mitteilen, haben die Präsi­denten des Reichslandbundes, Mi­nister a. D. Schiele, Hepp und Bethke, an die ge­schäftsführenden Präiidenten des Reichsaus­schusses für das deutsche Volksbe­gehren, Hugenberg und Seldte, einen Brief ge­richtet, in dem zunächst erklärt wird, dah der Reichslandbund in dem Kampf gegen die Kriegs­schuldlüge und gegen den Tributplan seine ganze Kraft für das Volksbegehren und den Volks­entscheid eingesetzt habe, obwohl diese Haltung nicht ohne Gefahren für den inneren Bestand des Landbundes und für seine Z u s a mm enarbeit mit anderen Parteien und W i r t s ch a f t s g r u p p e n gewesen sei. Im Gegensatz zu den Auffassungen, wie sie im Hugenberg-Lager vertreten wurden, betont der Brief, dah nach Auffassung des Reichs­landbundes der Reichsausschuh eine für die be­sondere Aufgabe des Volksentscheids willkommene Einrichtung gewesen sei, die nach Erledigung dieser Aufgabe aufgehört habe zu bestehen. Schließlich wird in dem Brief noch hervorgehoben, der Reichslandbund vertrete die Auffassung, daß für den Kampf um die deutsche Zukunft eine breitere Front gebaut werden müsse. Der Reichslandbund sei bereit, die kommenden Aufgaben gemeinsam mit allen

Hugenbergausschuß. nationalen und christlichen Kräften des Volkes in Angriff zu nehmen. Die gleiche Auffassung herrscht, wie dieLandvolknachrichten" weiter erfahren, auch innerhalb der Christlich- Rationalen Bauern - und Landvolk­partei. Wie aus einer Meldung derRassaui- schen Bauernzeitung" hervorgeht, sieht auch die Landvolkpartei die Tätigkeit ihrer beiden Ver­treter im Reichsausschuh praktisch als been­det an.

Hierzu teilt der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren mit:Ein Teil der Presse gibt den Inhalt eines Briefes wieder, mit dem die Präsiden­ten des Reichslandbundes die Mitgliedschaft des Reichslandbundes im Reichsausschuß für das Volks­begehren als erloschen ansehen. Dieser Brief ist schon alt. Er ist am 23. D e z e m b e r dem Reichs­ausschuß zugestellt worden. Die Präsidenten des Reichslandbundes begründen ihren Schritt u. a. mit inneren organisatorischen Fragen des Landbundes. Die an diesem Schritt von der gegnerischen Presse geknüpften Schlußfolgerungen gehen um so mehr fehl, als der Kampf gegen den Poungplan, an dem der Reichslandbund stets aktiv beteiligt war, ja noch nicht abgeschlossen ist. lieber die kom­menden politischen und organisatorischen Maßnah­men des Reichsausschusies wird im übrigen die auf den 7. Januar einberufene P f i dia ls i tz u n g entscheiden."

Llnerledigie Entwürfe.

Aus der Werkstatt der Gesetzesmacher.

Berlin, 3. Jan. (Priv.-Tel.) Der Reichstag ist für bas kommende Jahr schon im voraus mit Ar­beit überlastet. Es ist nicht nur eine Fülle von Ge­setzentwürfen von Seiten der Regierung zu erwar­ten, sondern in den verschiedenen Ausschüßen lie­gen seit Beginn der diesmaligen Wahlperiode, also seit Juli 1928, etwa 36 Gesetzentwürfe, die die Regierung eingebracht hat und die aber bisher keine endgültige Erledigung im Sinne einer Ab­lehnung oder Annahme erfahren haben. Am wenig­sten begünstigt vom Schicksal ist das Reichs in» nenministerium, das allein 7 Gesetzentwürfe unerledigt im Wallotbau liegen hat. Da ist u. a. das im Rechtsausschuß ruhende Gesetz über den Nationalfeiertag vom 4. Juli 1928, das schon zu heftigen Kämpfen Anlaß gab. Dann ein Entwurf über die Prüfuna der Verfassungs­mäßigkeit von Vorschriften über das Reichs recht, ein Entwurf zur Aenderung des Vereinsgesetzes, ebenfalls politisch be­deutsam, das Republikschutzgesetz und das Reichsministergesetz, das im Haushaltsaus- schuß auf bessere Tage wartet.

Auch das Auswärtige Amt muh auf die Erledigung von rund sechs Entwürfen warten, die aber nicht, wie beim Reichsinnenministerium, vor allem aus innenpolitischen sondern mehr aus Zeitgründen vertagt wurden. Hier handelt es sich meist um weniger wichtige Verträge mit dem Ausland, untit denen der Kuriosität halber einFreundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich des Hedjas,

Medjd und anderen zugehörigen Gebieten" er­wähnt sei. Sehr stark ist unter den unerledigten Entwürfen auch das I u st i z m i n i st e r i u m mit sechs und das Reichsfinanzministerium mit der gleichen Zahl vertreten. Hier spielt vor allem der Gesehesbündel um das Steuerver- einheitlichungsgeseh vorn Rovernber 1928 eine große politische Rolle. Auch das Reichs- arbeitsrninisteriurn bringt es immerhin auf vier vertagte Gesetzesvorschläge, unter denen dem Arbeitsschuhgesetz wohl die größte politische Bedeutung zukonnnt.

Die übrigen Regierungsentwürfe verteilen sich auf andere Ministerien ober sind in gemeinsamer Arbeit entstanden. Damit ist die Liste der unerledigten Ar­beiten des Reichstages aber noch lange nicht erfüllt, denn weitaus antragsfreudiger als die Regierung sind die H e r r e n A b g e o r d n e t e n, die sich aber um das Schicksal ihrer Anträge nicht allzu sehr zu kümmern scheinen, denn es ergibt sich, daß für jeden Monat runbSObis 70 bisherun­erledigt gebliebene Anträge der Par­lamentarier zu verzeichnen sind! Und schließlich werden in den Reichsministerien neue Ent­würfe vorbereitet, wie eine Novelle zur Kran­kenversicherung, eine Seemannsord­nung, eine Reform der Dersicherungsauf» sicht, ein neues Preßgesetz und schließlich HaushaltundYounggesetze, so daß es dem Reichstag an Arbeitsstoff wahrlich nicht mangeln wird.

Drei Oberbürgermeister gesucht. Bevorstehender Rücktritt der Stadtober­häupter von Leipzig, Dresden und Chemnitz.

Leipzig, 2.Jan. (TU.) Wie dieLeipziger Abendpost" meldet, hat der Leipziger O b e r bür­ge r m e i ft e r Dr. Rothe am 2. Januar dem Vor­steher des Stadtverordnetenkollegiums sein Rück- t r i t t s g e s u ch eingereicht und gebeten, bereits am 15. April 1930 seinen Posten niederlegen zu können. Die Leipziger Presse nimmt ausführlich Stellung zu der Frage, wer der Nachfolger werden wird. Die rechtsstehendeLeipziger Abendpost" nennt an erster Stelle den Direktor des Leipziger Messeamtes, Dr. Reimund Köhler, dann den Reichsinnen­minister a. D. Dr. Külz, ferner die Namen Koch- Weser und Dr. Jarres. Das Blatt meint u. a., Dr. Köhler komme aus der Verwaltung, habe im Messeamt eine hervorragende organisatorische Fähig­keit erwiesen und sei in der mitteldeutschen Frage durch seine verschiedenen Stellungnahmen schon kein unbeschriebenes Blatt mehr: In Dr. Külz sieht das Blatt einen Mann, dem die Fähigkeiten und Voraus­setzungen nicht abzusprechen sind. Nach derNeuen Leipziger Zeitung", dem Sprachrohr der bürgerlichen Linken, kommt zunächst als Kandidat in Frage der jetzige 2. Bürgermeister Hofmann, Rechtsanwalt Dr. Kubitz, dann Dr. Reimund Köhler. Die Leipziger Neuesten Nachrichten" halten die Nen­nung von Kandidaten für verfrüht. Sie weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, daß auch die Oberbürgermeister von Dresden und Chemnitz, Dr. Blüher und Dr. Hübschmann, die beide der Deutschen Volkspartei angehören, mit Er­reichung des 65.Lebensjahres zurückzutreten beabsichtigen. Beide sollen, wie das Blatt er­fährt, beabsichtigen, mit dem Ablauf des Jahres 1930 ihr Amt niederzulegen, so daß nunmehr in den drei sächsischen Großstädten Oberbürgermeisterwahlen bevorstehen.

Wer wird Berliner Oberbürgermeister?

Berlin. 3. Ian. (Priv.-Tel.) Der Abschluß des Disziplinarverfahrens gegen den derzeitigen auf Hrlaub befindlichen Oberbürgermeister Dr. Böß ist noch immer nicht abzusehen, doch glaubt man In eingeweihten Kreisen, dah die notwen­digen Feststellungen doch noch im Laufe die ses Monats abgeschlossen werden können, und dah dann Anfang Februar das Urteil ausgesprochen werden kann, durch das eine güt­liche Auseina Übersetzung zwischen der Stadt Berlin und ihrem jetzigen Oberbürger­meister möglich ist. Wenn Dr. Döh auch noch nicht offiziell hat erllären lassen, dah er nach dem Ab- schluh des Disziplinarverfahrens nicht wieder auf seinen Posten zurückkehrt, so hält man es doch nach wie' vor für unwahrscheinlich, dah er die Geschäfte der Stadt Berlin wieder übernimmt. Die Kombinationen über die Person seines Rachfolgers treten jetzt wieder in den Vordergrund des öffentlichen Interesses, wobei <j«L Kandidaten in erster Linie Dr. Heinrich (Altona) als Gewährsmann der Sozialdemo- r^ten un$ Karres (Düsseldorf) an erster Stelle genannt werden. Natürlich hängt die

Wahl des kommenden Oberbürgermeisters ganz von der Haltung der Parteien im Berliner Stadtparlament ab, bei deren schwieriger Kon­stellation eine Heberraschung natürlich nicht aus­geschlossen ist. Das Zünglein an der Waage, die Demokraten und das Zentrum, werden aller Voraussicht nach, wenn es bei der Kandidatur der genannten Persönlichkeiten bleibt, höchst­wahrscheinlich zur Wahl von Dr. Heinrich neigen.

Kleine politische Nachrichten.

Dem Herrn Reichspräsidenten sind an­läßlich des Jahreswechsels wiederum zahl­reiche telegraphische und briefliche Glückwünsche aus dem In- und Auslande zu­gegangen. Da die Einzelbeantwortung ihm nicht möglich ist, bittet der Herr Reichspräsident alle, die seiner freundlichst gedacht haben, seinen herzlichen Dank und die Erwiderung der Glückwünsche auf diesem Wege entgegenzunehmen.

Anläßlich des Jahreswechsels hat zwischen dem Herrn Reichspräsidenten und einer Anzahl weiterer Staatsoberhäupter ein Glückwunschaus­tausch stattgefunden, so mit den Königen von Bul­garien, von Dänemark, von Norwegen und von Schweden, mit dem Verweser des Königreichs Ungarn, dem Schah von Persien und dem Präsidenten der chinesischen Republik.

*

Ein Berliner Mittagsblatt fragte, weshalb bei dem Neujahrsempfang nicht vor demNeichs- kanzler präsentiert wurde, von unter­richteter Stelle wird dazu mitgeteilt, daß in Deutschland nach der Garnisondienstvorschrift vorn 24. April 1925 nur vor dem Reichspräsi­denten präsentiert wird. Vor den Bot­schaftern der auswärtigen Mächte wird nach dieser Vorschrift ebenfalls präsentiert, was den durch tne Botschafter vertretenen S t a a t s h ä u p t e r n gilt. Eine Aenderung dieser Standortsdienst­vorschrift ist nicht geplant.

e

Die Bergarbeiterverbände haben die Normalarbeitsordnung für den Ruhrbergbau zum 31. März 1930 gekündigt mit der Begründung, daß manche Bestimmungen infolge der neuen ar­beitsrechtlichen Gesetze überholt wären. Die bis­herige Arbeitsordnung war seit dem Jahre 1921 in Kraft.

Der Präsident der französischen Republik hat anstelle des auf eigenen Wunsch von diesem Posten zurücktretenden Divisionsgenerals D e b e n e y auf Vorschlag des Krieasministers den Dioisionsgeneral W e y g a n d zum französischen General st abs- che s ernannt.

Aus aller Welt.

Sinderepidemie in hammerflein.

Eine Epidemie bat sich unter den Kindern der deutsch-russischen Flüchtlinge im Lager Hammerstein ausgebreitet. Es handell sich nicht um reine Masern- erkrankungen sondern um eine eigenartige Fie- berkrankheit, die in den meisten Fallen in wenigen Stunden zum Tode führt. Man kennt bisher kein Mittel zur Bekämpfung der Krank­

heit. Bisher find über40KinderderGeuch> erlegen, 50 Kinder liegen noch krank darnieder. Daneben waren mehrere hundert Kinder an Ma­sern erkrankt, sind jedoch größtenteils bereits wieder gesundet. Das Lager wird streng bewacht. Das Be­treten des Lagers ist verboten, ebenso dürfen sich die Flüchtlinge in den einzelnen Baracken nicht aegenseitig besuchen, damit die Krankheit nicht ver- sch.eppt wird. In Hammerstein sind zur Zeit 3200 Personen untergebracht. Die Flüchtlinge erkennen an, daß von deutscher Seite alles für sie getan wird was irgend für sie getan werden kann. Es ist jedoch in einer Anzahl von Fällen vorgekommen, daß die Mütter ihre kranken Kinder versteckt haben, weil sie sich nicht von ihnen trennen wollten. Die sehr religiösen Mennoniten versuchen, den Ge­wohnheiten ihrer früheren Heimat gemäß die Kin­der gesund zu bgten. Bei Untersuchungen des Lagers nach erkrankten Kindern wurden von den Müttern diese Kinder mit aller erdenklichen List den untersuchenden Aerzten entzogen. Es mußten da­her sämtliche Barackenausgänge bewacht und dann eine energische Untersuchung der Baracken vorge­nommen werden. Sämtliche erkrankten Kinder sind in Einzelräumen isoliert worden.

Kurzschluß auf der Berliner Ringbahn.

Auf dem Ringbahnhof Papcstraße ereignete sich ein Hnfall, der schwere Folgen hatte. Ein Mann stürzte vom Bahnsteig auf die Schienen und geriet unter einen einfahrenden Zug. Ihm wurde eine Hand zerquetscht. Hm ihn bergen zu können, mußte die Strecke stromlos gemacht werden. In dem Augenblick, als der Strom wieder eingeschaltet tourbe, schlugen plötz­lich aus dem elektrischen Schaltwerk Ebersstrahe Flammen heraus. Die Isolierung war durch­gebrannt. Gleichzeitig sprühten auf der Strecke der Stadtbahn in der Nähe des Bahnhofs EberS- strahe elektrische Funken aus den Dchie- nen. Sie setzten an der Heberführung des Bahn­hofs Ebersstraße den Bodenbelag der Brücke in B r an d. Die Schienen begannen zu glühen, und als die Feuerwehr alarmiert wurde, liefen von vielen Stellen der Strecke Meldungen ein, daß die Bohlen unter den Schienen in Brand geraten waren und daß somit die ganze Strecke in Gefahr war, für den Verkehr unbrauchbar zu werden. Der Verkehr kam erst wieder mit großen Verzögerungen in Gang.

Krasiwagenexplosion ans der Landstraße.

Ein Hamburger Diertonnen-Lastkraftwagen ge­riet zwischen Barstaedt und Grabow in der Rahe der Ortschaft Warnow (Mecklenburg) in Brand. Den beiden Insassen gelang es gerade noch, den Kraftwagen, der mit wertvollen Fellen und drei Fässern Oel beladen war, zum Halten zu bringen und auf die Felderzu flüchten, bevor das Oel explodierte, den Wagen aus- einanderriß und in einen Trümmerhaufen ver­wandelte.

Die Wetterlage.

Jtöst

Seydlsfjo re

NorHöv

Wien

Donnerstaa.

d.2.Jan. 193Q7" aDas

©woixentos. ® nencr. ®nart> DcdecKtfr vonrig oedeckt «flrgritz * Schnee & Oraupein. e Mebel K<iewitttr.(§)uin<!$tiHe.«O-. seh»

«rate» 0$) p «lässige» Südsüdwest q stürmische» ««ordwest Oie »feilt fliegen mit dem winde Pie ooden Stationen stehenden Za!> *en geben die Temperatur an Pie Linien verbmdeo Orte mit gleichet* eel -UeresniVeau umgtrMneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Störungstätigkeit erreicht noch kein Ende. Infolge des anhaltenden Dorüberzuges der Fall­gebiete im Norden werden wir fortgesetzt von den Südseiten, also den wärmeren Teilen beeinflußt. Dabei dringen Staffeln wärmerer Luft vom Ozean her vor, bringen Erwärmung und Niederschläge und verursachen veränderliches und nicht der Jahreszeit entsprechendes Wetter. Zur Zeit schiebt sich über England und dem Kanal eine neue Warmluftwelle mit einem verbreiteten Niederschlagsgebiet westwärts vor, die uns abermals überqueren wird. Die Luft- bewegung nimmt wieder zu, und unter Trübung folgen zunächst Niederschläge. Nach Vorüberzug des Regengebietes und dem Drehen der Winde auf We- sten wird die Wolkendecke erneut durchbrochen. Die Bewölkung gestaltet sich wechselhaft; unter Abküh- hing treten noch Regenschauer auf. Immer noch bleibt das Wetter unbeständig.

Wettervoraussage für Sa ms tag: Wieder wärmer, bedeckt und Niederschläge, auf­frischende südwestliche Winde, später wechselnd wolkig.

Wltterungsaussichten fürSonntag: Weiter unbeständig, wieder Temperaturrückgang, Regenschauer.

Lufttemperaturen am 2. Januar: mittags 7,4 Grad $c^h£s' abends 6,8 Grad; am 3. Januar: morgens: 5,6 Grad. Maximum 7,9 Grad, Minimum0,2

Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2-3?PUQr; abcn*>s 3,2 Grad; am 3.Januar: morgens 3,8 Grad Celsius. Niederschlag 3,8 mm. Son­nenscheindauer 1% Stunden.

Amtliche Dinlersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskops: Nebel, 0 Grad, 3 bis 4 cm Pappschnee, Sportmöglichkeit nicht vorhanden.

Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 1 Grad, 55 cm Pulverschnee Ski und Rodel gut

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Be- wölkt. 3 Grad, 6 cm Schnee, gekörnt, Ski und Rodel gut.

Ku« fr

pro!

Gestern serE aubach Gcr Dinners

?tne ®». »öictU imrdon- °r g r als Hl Stig, üo: ehret a" um Po )berlehre uf er r lachte et weisen n »o er st em Gebi Zungen unden- Oie spä^ eichen 0 Vorstand Vollst rischen Ko

;<chre IS ltitterkrer ipps dei ÜlriW Serdiensti Seschichte Sogelsbe Mchstei historisch m Jahr rum Gr« int bie he

Mit P Laubach euch die hcssenland Liebe für knd darüb seclt War zahlreiche geschrieben -äs Stück nähere 2 tinfli Ma Allgemein sich dieser Mer E llo. auch höhrn-Clr Teilung i Schönheit« Professor ben Tvg «rdentlich chriftstell. bat er Di roch vor schichtig lcherarbei

Äl

Schwa i Nervt »ind<jie G Wochen meisten K "eilen. Bei ormui, jJ°pfen,S< wuslänc oller Art, Z Appetitlos! "ervösen .Senbesc soii

Spell Snerk "efrenkrf Vn9imittei

Pro ehe m. O'oöe f l53 unc ?°Ppel Pja99es

Hi 653

Ä P-