Ausgabe 
2.9.1930
 
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Die politischen Intriganten, die seit Wochen jetzt wieder gegen die Reichswehr wühlen, können sich diese Vornehmheit der Gesinnung offenbar nur sehr schwer vorsteilem Denn ihr Grundsatz be­stand darin, immer einzelne Offiziere gegen den Ehef der Heeresleitung auszuspielen und au behaupten, daß hinter seinem Rücken ein politisches Ränkespiel getrieben werde. Man wird abwarten müssen ob jetzt endlich mit diesen die Interessen der Landes­verteidigung schädigenden Anwürfen gegen ein­zelne Offiziere des Reichsheeres Schluß ge­macht wird, oder ob der Maulwurfsbetrieb gegen die Reichswehr weitergehen soll. Was in dieser Beziehung schon gesündigt worden ist. geht allein daraus hervor, daß das führende Blatt der englischen Arbeiterpartei. der D a i l h H e r a l d", einen Artikel mit der sensa­tionellen Lieberschrift bringt: »Ein finsteres Geheimnis bedroht Europa'. Hier handelt es sich offenbar um die berühmten Spitzel­berichte über die angeblichen Auslandbeziehungen des Reichsheeres, deren Herkunft man ja zur Genüge kennt. Zumeist ist es Material, das von radikal-pazifistischen Kreisen gekauft worden ist. Es war höchste Zeit, daß dieser Intrige gegen die Reichswehr ein Ende bereitet wurde.

Sensation im Bombenlegerprozeß.

Eine Frau der Sätifltcit als Polizeispitzel beschuldigt.

Altona, I.-Sept. (WTB.) Am fünften Tag des Bombenlegerprozesses kam das Gericht zu den früheren Aussagen des Angeklagten H a m k e n s. Er ist Geschäftsführer und Teilhaber der Zeitung Das Landvolk" G. m. b. H. Er befand sich an­geblich dauernd auf Agitationsreisen und wollte nichts von der Sache wissen. Hamkens will mehr­fach versucht haben, Heim von Gewaltakten zurück- zuhalten. Sein persönlicher Eindruck ist der: Heim und Volck haben mindestens die ersten Bomben­anschläge aufgezogen. Der Angeklagte Heim, Hof­besitzer in Annen-Oesterfeld und Führer der Landvolkbewegung, hat jede Mitwisser- und Mtt- täterschaft strikt in Abrede gestellt. Er be­hauptete, für terroristische Unternehmungen ab­solut nichts übrig zu haben, bestritt. Geldgeber in der Dombensache gewesen zu sein, und sagte, es wäre ihm völlig rätselhaft, wie seine Freunde dazu kämen, ihn in solcher Weise zu belasten.

Rechtsanwalt Graf von der Goltz beantragte, Frau Ilse von Oertzen gebor.Neumann zu laden. Sie soll im Dienste der Polizei stehen, den Angeklagten Bolck bespitzelt, an den Ermittlungen teilgenommen, aber auch sonst vorher von den Anschlägen gewußt haben. Sie soll sich ferner an den verschiedenen Besprechungen be­teiligt haben, also gewissermaßen a l s st a a t l i ch e r Agent provokatorisch gewirkt haben. Sie gehöre zu den ersten Kräften der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums und habe zu dem Angeklagten Bolck freundschaftliche Be­ziehungen unterhalten, die sie geschickt ausnuhte, um die Landvolkorganisation wie auch die Bomben­legerarbeit bis in die letzten Einzelheiten kennenzu­lernen. Frau von Oertzen soll bereits mehrfach in ähnlichen Angelegenheiten eine ähnlich Rolle ge­spielt haben. Oberstaatsanwalt Dr. Gollnick erklärte, die Behauptung, Frau von Oertzen sei als agent provocateur tätig gewesen, für abwegig. Frau von Oertzen soll als Zeugin geladen werden.

Gefängnisstrafe für Or. Goebbels.

Berlin, 1. Sept. (ERD.) Das Schöffengericht Charlottenburg hatte sich mit dem Strafverfahren gegen den nationalsozialistischen Führer Dr. Goeb­bels wegen öffentlicher Beleidigung des Berliner Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß und übler Rachrede, begangen durch mehrere Artikel in der ZeitungDer Angriff", zu beschäftigen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu sechs Wochen Gefängnis und 500 Mark Geld­strafe. Die schwerste Beleidigung erblickte das Gericht darin, daß dem Polizeivizepräsidenten in einem Artikel desAngriffs' vorgeworsen wor­den war, er habe in einem Strafverfahren als Leiter der Berliner Polizei die Strafverfolgung nicht objektiv geführt. Darin sei die Behauptung zu erblicken, daß Dr. Weiß seine Stellung in parteilicher Weise mißbraucht- habe. Der Staats­anwalt hatte eine Gesamtstrafe von neunMonaten beantragt, doch konnte das Gericht nicht den Ent­schluß fassen, ein so hohes Strafmaß zur An­wendung w bringen, da es dem Angeklagten mildernde Umstände zubilligen mußte.

Aus aller Welt.

Die Neste der AudrLc-Expcdüion

Bon Hasvik, westlich von Hammersest, wo die Dratvaag" am Sonntag eintraf, setzte das Schiff die Reise nach S k ä r v ö im Alten Fjord fort, wo es vor Anker ging. In Tromsö kann die Bratvaag" erst heute gegen Mittag eintreffen. Die ersten von Kapitän Iensen übermittelten Rachricyten haben sich nicht in allen Stücken als richtig erwiesen. Die Leichen der drei schwedischen Forscher sind nicht so gut erhalten, daß eine Einbalsamierung möglich ist. Bon Strindbergh und Fränkel ist wenig mehr als die Skelette erhalten. Es besteht jedoch keinerlei Zweifel, daß es sich um Andree und seine Begleiter handelt, da das Tagebuch, das man bei Andröe fand, und die übrigen Gegenstände deutlich den Beweis dafür erbrin­gen. Die Ueberreste der drei Forscher befinden sich wohlverwahrt in Eis an Bord derBrat­vaag", die während des Aufenthalts in Dkärvö polizeilich bewacht wurde. Die wissenschaftliche Kommission wird ihre Arbeit nicht an Bord der Dratvaag" ausneymen, sondern man wird die Leichen und alles übrige in Tromsö an Land bringen. Der österreichische Professor Stern, der sich zu Untersuchungen über das Rordlicht in Tromsö befindet, hat sich erboten, photographische Aufnahmen von dem Fund in natürlichen Farben zu machen.

Man nimmt an, daß die Expedition Andröes infolge Ermattung untergegangen ist. Unter den gefundenen Gegenständen befindet sich sehr viel Munition, woraus man schließt, daß die Expedition Möglichkeiten zum Berpro- viantieren gehabt habe, aber wegen der Ermat­tung diese Möglichkeiten nicht ausnutzen konnte. Die Instrumentenkästen sind noch nicht aufgetaut und konnten bisher nicht geöffnet werden. Das Tagebuch ist ein einziger Ei-kl um- p e n; aber man glaubt, daß die meisten Aufzeich­nungen entziffert werden können

Ser MseMani» auf demMerbakmhosHaimover

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Die durch den Brand in der Güterabferti­gung Hannover-Rord angerichteten Schäden lassen sich erst jetzt ganz übersehen. Es brannte in zwei Schuppen von etwa 300 Meter Länge und je 40 Meter Breite. In diesen Schuppen landen, zum Teil schon beladen, s i e b e n Gü­te r z ü g e. Das Feuer verbreitete sich mit so rasender Geschwindigkeit, daß in weniger als fünf Minuten die Schuppen in Flammen standen. Einige der flüchtenden Ar­beiter muhten, sogar ihre Elektrokarren stehen lassen. Die Schuppen, von denen nur noch die geborstenen Seitenmauern stehen, bilden e i n schauriges Chaos, über dem ein dichter Rauchnebel lagert. Riesige Eisenträger haben sich in der Höllenglut gebogen. Durch die herab- stürzenden Deckenkonstruktionen wurden die Eisen- vfeiler von 30 Zentimeter Durchmesser, denen das Feuer nichts anhaben konnte, aus dem Boden gerissen und umgestürzt. Die Hitze war so stark, daß das Glas der Decken- senster schmolz und wie Eiszapfen herunterhängt. Die Güterwagen, deren Holzteile völlig ver­

brannt sind, stehen noch auf Den verbogenen Schienen und werden wahrscheinlich dort ver­schrottet werden müssen, da sie sich nicht be­wegen lassen. Die Eisenstreben der Decken und die großen Säulen sind zum Teil auf die Wa­gen gestürzt. Alles, was nicht aus Stahl oder Eisen war, ist re st los verbrannt. Der Schaden, der an den Dächern der benachbarten Wohnhäuser angerichtet wurde, ist ebenfalls ganz erheblich. Der Dachstuhl eines Hauses ist zur Hälfte verbrannt. Daß die Kontinental- Gummifabrik verschont blieb, ist außer den übermenschlichen Anstrengungen der Feuerwehr und vieler beherzter Einwohner nur dem Um­stand zu verdanken, daß der ziemlich starke, Wind, der öfter seine Richtung wechselte, das Feuer nicht dorthin trieb. Es ist noch nicht ab­zusehen, wie die Reichsbahn den Güterverkehr aufrecht erhalten wird. Der während des Bran­des vermißte Arbeiter Hamel hat sich inzwi­schen wieder eingefunden, so daß Men­schenleben nicht zu beklagen sind.

Arbeiterunruhen in Budapest.

Budapest, 1. Sept. (1BIB.) Bei sozialdemo­kratischen Demonstrationen ist es zu schweren Aus­schreitungen gekommen. Am Stadtwäldchen muhte eine Gruppe von jungen Arbeitern mit Waffengewalt zerstreut werden. 3n dieser Gruppe befanden sich Verteiler von kommuni st ischen Flug­zetteln. Eine Gruppe der von der Andrassystrahe zurückgedrängten Demonstranten st ü r m t e in elnerRebengafsedie Villen und versuchte, sie zu plündern, wurde jedoch von herbeige­eilten Polizeiverstärkungen zerstreut. 3m Stadtwäld­chen wurde ein Kaffeehaus von den Demonstranten demoliert. 3n der Vembinskygasfe in der Röhe der Andrassystrahe sind die Demonstranten nicht nur in einige Villen eingedrungen, sondern begannen auch, die Geschäfte zu plündern. Die De­monstranten stürzten in der Rähe des Rlilleniums- Venkmals, dem Hauptherd der Ruhestörungen, ein Automobil um und steckten cs in Brand. Vie Polizei wurde mit Steinen und Eisenstücken beworfen, hier­auf wurden Panzerwagen mitMaschlnen- gewehren ausgestellt. Die Demonstranten warfen mit Steinen und aus den Fabriken mitgebrochlen Bleistücken Fenster ein und verwundeten Passanten.

Zur Fortschaffung der verwundeten muhten Privat­automobile in Anspruch genommen werden, aus denen die Rote-Kreuz-Flagge gehihl wurde. 3m Stadtwäldchen wurde ein Automobil der Freiwil­ligen Retter umgestürzt, ebenso zwei Autobusse und zwei elektrische Strahenbahnwagen, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Bei dem vorgehen gegen die Masse sielen auch Schüsse. Der demokratische Stadtrepräsentant Dr. 6 l a a r wollte in der Rähe des Stadtwäldchens die Menge von feinem Auto­mobil aus beruhigen. Die Demonstranten stürzten aber sein Auto um und steckten es in Brand, klaar wurde durch einen Stockhieb so schwer verletzt, dah er bewußtlos in ein Sanatorium ge­bracht werden muhte. Rachmittags um 2.30 Uhr herrschte auf den grohen Verkehrsstrahen wieder Ruhe und Ordnung. Rach dem amtlichen Lommu- niquö, der Polizei wird die Zahl der Demon­stranten auf 15 000 bis 20 000 geschäht. 3m Lause der Zusammenstöhe ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. 3n den Stadtteilen, die als Herd der Unruhen gelten, nimmt die Polizei Durchstreifungen vor, doch ist es zu keinerlei Einschreiten der Polizei gekommen.

Ein wertvolles Wrack.

Bei Brest ist das Wrack des vor sieben Iah- ren an der sranzösischen Westküste gesunkenen englischen DampfersE g h p t", der eine G o l d- barrenladung i m Werte von 200 Millionen Frank an Bord hatte, von ita­lienischen Tauchern nunmehr festgestellt worden. Die Taucher haben bereits mit der Abmontierung des Wracks begonnen und hoffen, sehr bald zu den Räumen mit der Goldladung zu gelangen.

Der amerikanische Vandenführer Diamond in Aachen verhaftet.

Der König der Reuyorker llntertoelt Iack Diamond, der sich auf einer Guropareise be­findet, ist an Bord des belgischen Dampfers Delgenland" in Antwerpen eingetroffen. Sein Paß und seine sonstigen Dokumente waren jedoch völlig in Ordnung, so daß er an Land ue- lassen wurde. Gr erklärte, daß er nur drei Tage Belgien bleiben wolle, und sich später in den französischen Badeort B i ch y begeben werde, um sein Magenleiden zu Furieren. Er werde sich nach Beendigung seiner Kur toieöer nach Reuyork zurückbegeben. Gr habe sich sehr gewundert über das Interesse, das man seiner Person entgegen­bringe, da man i h rn nichts vorwerfen könne. Auch auf der Reise habe er sich keineswegs verleugnet. Mit den Reuyorker Alkoholschmugg- lem habe er nichts zu tun und sei keineswegs ihr Führer, wie behauptet werde. Äachdern Dia­mond einem eingehenden verhör im Fremden amt der Antwerpener Polizei unterzogen wurde, wurde ihm der Aufenthalt in Belgien unter­lagt, und er, da sein Pah ein Visum f ü r Deutschland trug, unter polizeilicher Be­deckung in den 18,50 Ahr nach Deutschland abgehenden Zug gebracht. Bei seinem Eintreffen i n A a che n ist Diamond von der Kriminalpolizei verhaftet worden.

Tagung des Oekumeniichen Rotes für Praktisches Lhristentum.

Die diesjährige Tagung des Oekumenifchen Rates für praktisches Christentum, in dem die evange- lischen, anglikanischen und griechisch-orthodoxen Kir­chen der Welt vertreten sind, ist in C h e b e r s bei Lausanne eröffnet worden. Den Vorsitz führte der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenaus- schusses. D Kapler (Berlin) Im Mittelpunkt des

ersten Verhandlungstages stand der Todeskampf des Christentums in Sowjetrußland. In der Aussprache über Frieden und Schiedsgerichtsbarkeit, wurde die Verantwortung der Kirche zur Beeinflussung her öffentlichen Meinung im Sinne des Friedensgedan­kens zum Ausdruck gebracht.

Transätlantikflug Loftes' und Bellontes.

Costes und Bellonte haben Montag um 11.40 Uhr bei Le Crotoy ihren Flug über den Aermel­kanal begonnen. Sie wollen von dort über Die Scilly-Infeln an der Südspitze Englands nach S ü d i r l a n d fließen und Dann längs Des 42. Brei- tengraDes Den Schiffsweg bis Halifax verfolgen.

vor einer Hungersnot in Rußland.

Der amerikanische Oberst Walter Bell, Der Mit­arbeiter Des Präsidenten Hoover bei Der Hilfsaktion für RußlanD, hat eine Aufforderung Der russif ch e nRegierung angenommen, währenD einer Hungersnot, Die man in RußlanD voraus­sehe, Die Versorgung Des russischen Volkes mit Le- bensmitteln mit Hilfe von Flugzeugen zu übernehmen.

Das Schicksal eines Fremdenlegionärs.

Seit Iahren werden von elsaß-lothringischer und deutscher Seite unablässig Schritte unter­nommen, um eine Wendung des Schicksals von Alfons Paul Schwarz herbeizuführen. Dieser Schwarz ist ein Fremdenlegionär mit ursprüng­lich deutscher Staatsangehörigkeit, der sich auf der Teufelsinsel befindet und der dort z u I e - benslänglicher Deportation verur­teilt ist. Schwarz wurde 1886 a l s Sohn elsaß-lothringischer Eltern auf Korsika geboren und wohnte mit ihnen seit 1895 im Elsaß. Er machte auf deut­scher Seite den Krieg mit und blieb nach Kriegsschluß in Kehl ansässig. Am 18. Februar 1919 wurde er aber von den Franzosen ver­haftet und erst jetzt erfuhr Schwarz, dah er in Frankreich feit 1911 wegen Fahnen­flucht verfolgt wurde. Am 14. Iuni 1921 erfolgte seine kriegsgerichtliche Verurteilung zu lebenslänglicher Zwangsarbeit wegen ..W af­fentragens gegen sein Vaterland . Kurze Zeit daraus befand sich Schwarz auf dem. Wege zur Teufelsinsel, die ihn bis heute be­herbergt. Gr war ein Opfer des Gegensatzes zwischen den deutschen und französische Staats­

angehörigkeitsbestimmungen geworden: ein Grenz- landschicksal von besonderer Tragik. Rach den neuesten Mitteilungen will das französische Kriegsministerium jetzt endlich die restlose Be­gnadigung von Schwarz 'unter der Bedin­gung in die Wege leiten, dah die deutsche Re­gierung eine erneute Anerkennung der deutschen Staatsangehörigkeit von Schwarz zum Ausdruck bringt. Es haben auch Besprechungen stattgefun­den, so dah es jetzt allmählich den Anschein ge­winnt, als ob das Schicksal des Deportierten sich zu seinen Gunsten wendet. Einen hervorragenden Anteil an der Wiederaufrollung des Falles Schwarz, der die Oeffentlichkeit in den letzten Iahren wiederholt beschäftigte, hat sein Essener Verteidiger, Professor Dr. Grimm, der seit Iahren in ununterbrochener Verbindung mit Schwarz steht und sowohl bei den deutschen als auch bei den französischen Behörden für seine Befreiung eingetreten ist.

Das 20. Opfer des wilden Kaisers.

Im Gebiet des Wilden Kaisers wurden der Münchener Werkmeister Rottner und seine Braut tot, bzw. schwer verwundet, aufgefunden. Die beiden gerieten beim Aufstieg oberhalb der Grut- ten in einen Steinhagel, der durch eine vorangegangene Touristenpartie ausgelöst wor­den war. Fräulein Brunner würd^-durch einen Felsblock der rechte Arm abgeschlagen: sie verlor das Gleichgewicht, stürzte ab und blieb mit zerschmetterten Gliedern liegen. Rottner erlitt schwere Verletzungen. Es ist dies der 20. tödlich verlaufene Bergsteigerunfall im Wilden Kaiser in diesem Iahre.

Zwei Berliner in den Dolomiten abgestürzt.

Am Fuße Der Bordwand des Rosengar­ten s in den Dolomiten sind Die Leichen Der Berliner Alpinisten Ritter unD Streicher gefunDen roorDen. Die jungen Touristen wollten eine Besteigung Der RosengartennorDwanD unternehmen. Beim Aufstieg glitt jeDoch Der oorangehenDe Tourist aus unD stürzte Die 400 Meter hohe WanD ab unD r i ß im Sturz seinen KameraDen mit.

Ein Schnellzug überfährt ein Auto.

Bei Laufen (Oberbayern) wurde abends ein Automobil von dem Schnellzug BerlinBerchtes­gaden überfahren. Die beiden Insassen des Wagens wurden getötet. Die ordnungsmäßig geschloffene Schranke soll wieder geöffnet worden fein.

Radiosteuer endgültig abgelehnt.

Das Bestreben einzelner Kommunen, sich durch die Besteuerung ,von Radioemp­fangsgerät neue Einnahmequellen zu ver­schaffen, das schon vor längerer Zeit auf den energischsten Widerstand der Reichsrundfunk­gesellschaft gefloßen ist, dürfte nunmehr c n d - gültig fallen gelassen worden sein. Die Reichsrundfunkgesellfchaft, die zunächst vor einet Erhebung derartiger Steuern gewarnt hatte, hatte sich schließlich veranlaßt gesehen, eine Reihe von Prozessen anhängig zu machen, die bis­her in allen Fällen zu ihren Gunsten ausgegangen sind. Dabei haben es die Ge­richte auch abgelehnt, daß eine Lautsprecher­steuer, wie dies z. B. in Dresden vorgesehen war, erhoben wird. Augenblicklich schweben Aus­einandersetzungen zwischen der Reichsrundfunk­gesellschaft und den Kommunalverwaltungen nut noch in Frankenhausen in Thüringen und eini­gen kleinen Ortschaften in Sachsen, es ist aber anzunehmen, daß auch diese Kommunen in aller Kürze ihre ursprüngliche Absicht in Verfolg der inzwischen getroffenen Entscheidungen zurück- zleh en und auf die Erhebung einer besonderen Radiosteuer verzichten.

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Wettervoraussage.

Mil dem Kaltlufteinbruch an Der Rückseite Der abzichenden FinnlanDstörung hat sich Der hohe Druck von EnglanD her in südöstlicher Richtung über Das Festland ausgebreitet. Rur an der Küste traten heute morgen noch leichte Niederschläge auf, während bei uns bereits in den gestrigen Abendstunden sich die Bewölkung auflöste, so daß in Der klaren Nacht Die Temperaturen bis nahe an Den Gefrierpunkt zurück- gehen. Im Bereich Des Hochs bleibt Das schone Wetter zunächst erhellten. Die Temperaturen werDen Der Ein- und Ausstrahlung unterworfen, D. h. sie erfahren zwischen Tag unD Nacht stärkere Gegen­sätze. Bei der starken nächtlichen Abkühlung kommt es stellenweise zu NebelbilDung.

Aussichten für Mittwoch: Stellenweise Frühnebel, sonst heiter und trocken, tagsüber warm, nachts stärkere Abkühlung.

Lufttemperaturen am 1. September: mittags 17,0 Grad Celsius, abends 12,6 Grab Celsius: am 2. Sep­tember. morgens 8,5 GraD Celsius: Maximum 18,6 GraD Celsius, Minimum 3,8 GraD Celsius. Nieder­schlag 0,0 mm, Sonnenscheindauer 1 StunDe. (Erb- temperaturen in 10 cm liefe am 1. September: abends 19,9 Grad Celsius: am 2. September: mor­gens 14,4 Grad Celsius.