Ausgabe 
2.7.1930
 
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Oberhessen.

GemeinderaLssihung in Grünberg.

+ Grünberg. 1.3uü. In der jüngsten Gemein dcratssihung waren 11 Gc° meinderäte anwesend. Zu dem ersten Punkt der Tagesordnung,I n st a n d s e h u n g der Londorfer Straße", waren Daurat Grü­newald und Ober-Dausekretär Schmier als Sachverständige anwesend. Ersterer erläuterte den Voranschlag für Oberflächenbehandlung der Straße, der bei zweimaliger Teerung nebst Aus­besserungsarbeiten bis zum Bahnübergang, das sind 361 Meter Länge mit einer Fläche von 1970 Quadratmeter, etwa 4500 Mk. Kosten erfor­dern würde, davon 2100 Mk. zu Lasten der Provinz gehen und 2400 Mk. auf die Stadt entfallen. Gleichzeitig erklärte er auch den Vor» anschlag für die Herstellung eines beiderseitigen, erhöhten Fußsteiges und Herrichtung der Gosse. Bei Verwendung von Kunstbasalt als Rand- stein und Herrichtung des Fußsteiges in As­phaltbeton würde sich dafür ein Betrag von rund 9000 Mk. ergeben. Diese Summe ist von der Gemeinde zu tragen, die aber hier laut Ortssahung von den Anliegern die Kosten des Fußsteiges cs ist dies etwa ein Drittel des Betrages wieder einfordern könne. Auch sei es wahrscheinlich, daß bei Anlage eines Fuß­steiges die Provinz dann die Straße neu walzen lasse. Gsgen eine Stimme beschließt der Ge­meinderat nach längerer Aussprache die Her­stellung des Fußsteiges auf beiden Seiten und die Llebcrnahme des auf die Stadt entfallenden Anteils der Oberflächenbehandlung.

Bei der Abhaltung des Vieh Marktes an­läßlich des vorjährigen Gal'lusmarktes stellte es sich als Mißstand heraus, daß besonders die Ferkolhändler mit ihren Lastautos den durch das nasse Herbstwetter ungünstigen Platz nicht be­fahren konnten und daher abseits Aufstellung nehmen mußten, was zu Klagen führte und auch die veterinärpvlizeilichc Tleberwachung erschwerte. Das Deterinäramt schlägt daher vor, den ge­samten Viehmarkt am Gallusmarkt auf den bei den anderen Märkten benutzten Viehmarlt- platz an der Lehmkaute, der ein Stück weiter liegt, zu verlegen. Der Gemeinderat beschließt in diesem Sinne.

Die Butzbach Licher Eisenbahnge­sellschaft ist mit der Zahlung ihrer Grund­steuer seit 1928 im Rückstände, da sie gegen ihre als zu hoch angesehene Veranlagung Berufung eingelegt hat. Der Gemeinderat beschließt, das erste Ziel für das Rechnungsjahr 1928 anzu­fordern und die übrigen Ziele bis zur Ent­scheidung zu stunden. Aehnlich liegt der Fall bei der Gewerbesteuer: auch hier wird beschlossen, einen Teil anzufvrdern und den Rest zu stunden.

BezüglichOrtssahung über dieWahl eines Bcrufsbürgermeisters" wird die Aufhebung des von dem Minister beanstandeten Beschlusses vom 17. März 1930, der die Vor­nahme der Wahl eines Berussbürgermeisters erst nach Erledigung des schwebenden Disziplinar­verfahrens gegen den derzeitigen Wahlbürger­meister vorsah, beschlossen. Ebenso wird den ge­wünschten redaktionellen Aenderungen zugestimmt und als Gehalt Gruppe 3b bis Stufe 5 vorge­sehen. Die Annahme dieses Beschlusses erfolgte mit 7 gegen 5 Stimmen.

Gemeinderaissihung in Nidda.

lp Ridda, 30. Juni. In der letzten Ge­meinderatssitzung wurde zunächst der neu gewählte Beigeordnete, Bauunternehmer Adolf L u p p, in den Dienst eingewiesen und verpflich­tet. Im Anschluß an die Verpflichtung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Das Kuratorium der Gewerbeschule Ridda seht sich aus den Herren Bürgermeister R u l l m a n n, Vorsitzen­der, Beigeordneter L u p p, stellv. Vorsitzender, Rektor Vitt, einem Vertreter des Lehrerkolle­giums, Gemeinderatsmitgliedern G a h e r t, Seum, Pfannkoch, Roth und Orth, Spenglermeister Heinrich Wolf, Fabrikant F. R e u n i n g, Geschäftsführer Meyer, Bauunter­nehmer H. D r o t t und Schreiner Paul Wer­muth zusammen. Das Gesuch des Robert Goebel aus Siegen i. W. um Erlaubnis zur Ausübung des Gastwirtsgewerbes im Hotel Stern" wird befürwortet und die Dedürfnis- frage im Hinblick darauf, daß in diesem Hause seit Jahrzehnten ununterbrochen Gastwirtschaft betrieben wird, bejaht. Für das Sechs­familienwohnhaus in der oberen Schiller- strahe werden die restlichen Arbeiten, wie Dade- einrichtung, Auffüllen des Hofes, Ableitung der

Abwässer usw. vergeben. Zu der Herstellung der Provinzialstraßen-Ortsdurch- f a h r t e n in Ridda leistet die Stadt einen Zu­schuß bis zu 2500 Mk. zur Beschaffung des über die ursprünglich geplante Herstellung eines drei Meter breiten Streifens hinaus erforderlichen Materials. Man hofft durch diese Straßenher­stellung der geradezu unerträglich gewordenen Staubplage einigermaßen begegnen und ander­seits das Strahensprengcn wesentlich cinschränken zu können. Der Riddaer Herb st markt am 8. September soll mit der üblichen Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Ge­brauchsgegenständen verbunden werden, und zwar sollen diesmal 8000 Lose zu je 1 Mk. zum Ver­trieb kommen. Die Verhandlungen mit der Gemeinde Michelnau über den beabsichtigten G e- l ä n d e t a u s ch zwischen den Gemeinden Ridda und Michelnau sollen xum Abschluß gebracht werden. Durch den Geländetausch kommt die Stadt Ridda in den Besitz der Wiesen oberhalb Michel­nau, in denen sich mehrere Quellen befinden. Die Quellen müssen von der Stadt Ridda innerhalb einer bestimmten Frist gefaßt und dem Reservoir zugeleitet werden. Wenn auch die Stadt Ridda das Wasser vorerst nicht ousnuhen kann, weil das vorhandene Reservoir in der Regel von den bereits gefaßten Quellen vollkommen gespeist wird, sollen die Quellen doch dem Reservoir zu­geführt werden, um das Wasser bei der geplan­ten, aber vorerst zurückgcstellten Erweite­rung der Wasserleitung nutzbar machen zu können. Die Fassung und Zuführung der Quellen erfordert einen Kostenaufwand von etwa 10 000 Mk. Gegen die Errichtung einer Benzintankanlage vor dem Anwesen des Schmiedemeisters Hermann Schneider in der Raun bestehen keine Bedenken. Für die Be­nutzung von städtischem Gelände zum Einbetten der Tanks ist eine jährliche Anerkennungsgebühr von 100 Mk. zu zahlen. Dem Vorgehen des Hessischen Staates, Wohnungsneubauten, die im Jahre 1930 errichtet werden, für das laufende und die folgenden fünf Jahre von der Grundsteuer freizustellen bzw. sie bei der Grund­steuerveranlagung lediglich als unbebaute Grund­stücke zu behandeln, schließt sich der Gemeinderat an. Für das Turnier des Reit - undFahr- Vereins Ridda am 5. und 6. Juli l. I. stiftet die Stadt zum Ankauf von Ehrenpreisen 60 Mk. Für das Turnier wird die Gänsweid links der Allee unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Bei dem Markttempel auf der Gänsweid soll zu Bleichzwecken eine Z a p f st e l l e der Wasserlei­tung errichtet werden.

Landkreis Gießen.

tl Lollar, 2. Juli. Auf dem Wege von seiner Arbeitsstätte, den Buderusschen Eisenwerken in Lollar, nach seinem Wohnorte Wißmar wollte gestern zwischen 18 und 19 Tlhr der Hütten­arbeiter Wilhelm Klar aus Wißmar in der Lahn ein Bad nehmen. Kaum hatte er die Füße im Wasser, als er zusammenbrach und von Badenden ans Land gebracht werden mußte. Der Tod trat alsbald ein und wurde von Dr. Schlapp aus Lollar als Folge eines Herz­schlages festgestellt. Der Verunglückte ist ver­heiratet und 42 Jahre alt.

-f Treis a. d. L d a., l.Juli. Bei der Ver­steigerung der hiesigen Gemeindekirschen wurden 379 Mark erlöst. Die Kirschenernte ist reichlich. Hier herrschen nun unter den Kindern die Masern sehr stark, besonders die jüngeren Jahrgänge sind davon befallen.

Grünberg, 1. Juli. Ein üblerStreich wurde in der hiesigen Gegend in der Rächt vom Sonntag auf Montag begangen. In der Rähe des Steinbruches am Hellküppel bei der Reumühle wurde gegen 22.30 älhr eine Kette über die Hochspannung geworfen. Dadurch versagte die Lichtleitung und dos im benachbarten Queckborn abgehaltene Sängersest war die ganze Rächt ohne Licht. Man nimmt an, daß das die Ab­sicht des Täters war. Hoffentlich gelingt es, den Täter ausfindig zu machen und ihn seiner ver­dienten Strafe zuzuführen.

* Cid), 30. Juni. Am Freitag, 4. Juli, feiert Weißbindermeister Friedrich Schäfer mit seiner Gemahlin das Fest der g o l d e n e n H o ch z e i t. Die Eheleute erfreuen sich noch guter Gesundheit. Der Jubilar vollendet demnächst sein 76. Lebensjahr. Er geht noch täglich seinem Gewerbe nach. Seine Ge­mahlin, die einige Jahre jünger ist, versieht noch sämtliche Hausarbeiten.

Q Grünberg, 1. Juli. Aus dem ersten Schlafe geweckt wurden gestern zwischen 23 und 24 Uhr die Anwohner des Kirchplatzes, Markt­platzes und der nächsten Straßen. Der Grün-

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Berget GesangvereinL i e d e r?r a n z" hatte sich an das Denkmal für die im Weltkriege gefallenen Grünberger begeben und feierte die Befreiung des Rheinlandes durch Absingung einiger Vaterlands- und Rheinlieder. Mächtig hallten die sehr schön vorgetragenen Chöre über den nächtlich stillen Marktplatz.

s. Trais-Horloff. 30. Juni. Dieser Tgae feierte der älteste Einwohner un­serer Gemeinde, der Landwirt Heinrich Karl Hublitz, seinen 8 7. Geburtstag. Durch die Aemter, die er bekleidete, ist er weit und breit in der ümgegenö bekannt. Von 1873 bis 1919 war er Gemeinderechner, ein Amt, das schon fein Vater seit 1854 innehatte, und das auch jetzt wieder von seinem Sohne übernommen worden ist. 46 Jahre lang war er auch Kirchen­rechner des Kirchspiels Trais-Horloff. Die 1900 hier errichtete Tlntererhebestelle übernahm er ebenfalls. Im Jahre 1905 erhielt er das Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste" und 1916 dos Kriegsehrenzeichen. Bevor er Ge­meinderechner wurde, war er auch während einer Wahlperiode Mitglied des Gemeinderats. Er ist noch einer der wenigen, die die drei großen Kriege miterlebt haben. Selbst gedient hat er jedoch nicht, obwohl er das Los zum Militärdienst gezogen hatte. Da er daheim nicht abkömmlich war, konnte ihn sein Vater für 175 Gulden in Darmstadt loskaufen. Der Greis er­freut sich einer ganz ungewöhnlichen geistigen und körperlichen Rüstigkeit und nimmt noch an den auswärtigen Zahlungsterminen teil.

df. Langsdorf, l.Juli. Am vergangenen Sonntag waren es 25 Jahre, daß unser Kirchen­diener Heinrich Roth II. fein Amt versieht. Aus diesem Anlaß überreichte der Kirchenvor» stand dem Jubilar in Anerkennung seiner treuen und gewissenhaften Dienstführung einen Sessel. Der Bürgermeister überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde. Am gleichen Sonntag veran­staltete der Gesangverein den Volks­lied e r t a g auf dem sog. Juxplah. Der Ver­ein brachte Volkslieder zu Gehör. Der Dirigent hielt die Ansprache und wies auf die Bedeutung des Volksliedes hin. Die Veranstaltung erfreute sich eines für hiesige Verhältnisse guten Besuchs. Seit einigen Wochen treibt hier ein Blu­mendieb sein Wesen. Er stiehlt meist in der Rächt von Samstag auf Sonntag die schönsten Stöcke. Wie verlautet, hat er sein Revier auch auf die Rachbarorte ausgedehnt. Rach den an- gestellten Ermittlungen kommt ein hiesiger Ein­wohner als Täter nicht in Frage.

O Holzheim, 1. Juli. Am 9. Juli feiert unser Kirchspiel dahier das alljährlich wieder­kehrende große M i s s i o n s f e st, das von jeher aus der näheren und weiteren Umgebung sehr zahlreich besucht wird. Zählt man doch regel­mäßig weit über 1000 Teilnehmer. Es wirken mit der Gemischte Chor und der Posaunenchor. Fest­prediger sind: Pfarrer Christ lieb von Heid- Berg, Pfarrer Veiler (Mainz-Bretzenheim), Missionsinspektor Hoffmann und Missionar S a r t o r, beide von Barmen. Bei der bekannten Gastfreundschaft Holzheims darf mit einer großen Zahl Festgäste gerechnet werden.

Kreis Friedberg.

WSR. Bad-Rauheim,29.Juni. Frau Louise E. Kerckhoff aus Los Angeles, die im vorigen Jahr für eine Million Dollar für die Er­richtung eines Forschungsinstituts für Herzkranke in Bad-Nauheim stiftete, wurde vor einigen Tagen durch den deutschen Generalkonsul in San Franzisko und den deutschen Konsul in Los Angeles im Auf­trage des Deutschen Reiches die Rote-Kreuz- Medaille überreicht.

ch Bad-Nauheim, l.Juli. In dem benach­barten ausgedehnten Wintersteingebiet mit seinen großen Wäldern ist gegenwärtig die Heidelbeer- ernte in vollem Gange. In diesem Jahre bringen die Heidelbeeren recht gute Erträge.

ch Ober-Mörlen, 1. Juli. Auf der Straße nach Ziegenberg ereignete sich ein Motorrad- Unglück. Ein aus Bad-Nauheim stammender Fahrer rannte mit seinem Motorrad mit einem Fuhrwerk zusammen. Der Motorradfahrer wurde vom Rad geschleudert und erlitt schwere Ver­letzungen. Im Auto verbrachte man ihn in das Städtische Krankenhaus nach Bad-Nauheim. Das Motorrad wurde stark beschädigt.

ch Fauerbach, l.Juli. Bei dem letzten über unsere Gegend niedergegangenen Gewitter schlug der Blitz in einen Nußbaum und tötete den darunter stehenden Schäfer Eugen S ch e n e k. Außerdem wur­den zwei Schafe vom Blitz erschlagen. Der Schäfer erfreute sich in unserem Dorfe allgemeiner Beliebt­heit.

^Wölfersheim, 1. Juli. Am 4. Juli feier! Fräulein Luise Hainer ihren 80. Geburt6- t a g. Die Jubilarin entstammt einer alten hessi« schen Pfarrerssomilie und ist im Jahre 1850 zu Ober-Breidenbach im Kreise Alsfeld geboren. Sie ist eine Tochter des zu Dorheim verstor- denen Pfarrers Eduard Hainer und eine Schlve» fter des in Hessen weithin bekannten, im Jahrs 1919 verstorbenen Kirchenrats und Dekans Eduard Hainer zu Hungen. Seit etwa drei Jayrmi wohnt die Jubilarin in unserer Gemeinde. Fräu­lein Hainer erfreut sich noch einer großen geisti­gen und körperlichen Frische und ist noch uner­müdlich im Haushalt tätig.

Kreis Büdingen.

bd. Büdingen, 1. Juli. Dem für den 12. und 13. Juli 1930 angekündigten Sängerwett- st.r e i t des GesangvereinsLiederkranz ging am gestrigen Abend anläßlich des 90jährigeni Jubiläums des Vereins die Fahnenweihs voraus. Viele Sangessreunde hatten der Ein­ladung Folge geleistet, und die Säle des Hotels Fürstenhof waren bis zum letzten Platz gefüllt. Die Orchestervereinigung Büdingen eröffnete die Weihefeier durch ein Musikstück, der Jubiläums­verein fang den ChorO bone Jesu. Es folgte nun unter Harmoniumklängen der^Lcierliche Ein­zug der Festdamen mit der neuen Fahne, die mit dem Sängergruß empfangen wurden. Die Fahne wurde durch die Festdamen dem Verein über­reicht. Der Weiheredner, Kreisdirektor Dr. G a ß - n e r, würdigte in seiner Ansprache die Zwecke, die der Verein statutenmäßig erfüllen solle, näm­lich: Pflege mehrstimmigen deutschen Männer­gesangs und Pflege der Freundschaft unter d.rn Mitgliedern. Er feierte den guten Geist, der im Verein herrsche. Gerade die Männergesangverein« seien es, die zur großen Masse des Volkes sprä­chen. Dies verpflichte sie aber auch, sich nur an wertvolle Musik zu halten. An dieser sei das deutsche Volk ja besonders reich. Der Redner gedachte auch der Persönlichkeiten, denen dev Verein feine geachtete Stellung besonders zu Hanken habe. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Verein auch unter der neuen Fahne feinen alten Idealen treu bleiben werde. Ministerialrat Dr. S i c g e r t (Darmstadt) überbrachte dem Ver­ein die Glückwünsche und Grüße des Hessischen Sängerbundes. Mit einem wuchtigen Schlußlied des Gesangvereins Liederkranz sand die erhebends Feier ihr Ende.

/ Gelnhaar, l.Juli. Dieser Tage trug di« hiesige Handballmannschaft in Gedern ein Wett­spiel aus. Auf dem Rachhausewege stürzte Leo 18jährige Heinrich Röder von hier auf deo sehr abschüssigen Straße zwischen Hof Luisenlust und Gelnhaar so unglücklich von seinem Fahrrad, daß er einen Schädelbruch davontrug. Bei seines Einlieferung ins Gederner Krankenhaus konnte nur noch der inzwischen eingetretene Tod fefb- gestellt werden.

Kreis Lauterbach.

* Ilbeshausen, 29.Juni. An dem unbe­wachten Bahnübergang der Straße Ilbes­hausenHochwaldhausen st i e ß heute nachmittag das Personenauto eines Lauterbacher Geschäfts» mannes, der sich mit seiner Familie auf einer Ver­gnügungsfahrt befand, mit dem 3.45 Uhr von Frank­furt kommenden Zutze zusammen. Der Lenker des Autos fuhr in mäßigem Tempo aus dem Orte, sah jedoch an der unübersichtlichen Stelle den Zug zu spät herannahen. Das Auto wurde wider einen Prellbock geworfen, wodurch Kühler, Motor und Vordergestell demoliert wurden. Die Insassen kamen, abgesehen von kleinen Verletzungen, mit dem Schrecken davon.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

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44 rm Eichennutzknüppel (2,40 m l.)i ca. 20000 Stück Durchforstungswellen.

Brandoberndorf, den 2. Juli 1930.

Der Bürgermeister, / xj