Ausgabe 
2.5.1930
 
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Turnen, Sport und Spiel

halt solcher Vorführungen eine befriedigende Ab» grenzung durch Punktbewertung nicht verträgt: aller­dings sollen die Kampfrichter zwischen dem Grad der Ausführung und dem Wert des Inhalts unter­scheiden und dadurch richtunggebend auf dem Gebiet der Neuerscheinungen Mitwirken.

Zum Schluß gaben die seitherigen Erfahrungen wertvolle Anregungen für das bevorstehende Gau­wetturnen in Lauterbach, und Frl. Luise Schwarz erläuterte an Hand einfacher und kleidsamer Mo­delle die Herrichtung des Turnanzugs und des Wan­der- und Tanzkleides.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Der Rhein-Nlain-Kreismeisler SportclubOpel" Rüsselsheim in Gießen.

ö. Mit einem ausgewählten Programm tritt die Spielvereinigung 1900 am kommenden Sonntag an die Oeffentlichkeit. Für Liga- und Ligareservemann- schäft sind Ligamannschaften mit beachtlicher Spiel­starke als Gegner verpflichtet worden, so daß mit interessantem Sport gerechnet werden kann, zumal die Gießener beide Treffen in stärkster Aufstellung bestreiten.

Der SportclubOpel" , früherBorussia", Rüssels­heim ist seit Jahren eine Spitzenmannschaft der Main-Hessischen Kreisliga. Nachdem die hervor­ragende Elf vergangenes Jahr im Kampf um die Meisterschaft- nur Zweiter wurde, ist ihr in diesem Jahr der große Wurf gelungen, den stolzen Titel eines Meisters nach Hause zu führen, und zwar aegen ganz vorzügliche Mannschaften der Mainz- Wiesbadener Gegend. Bei den demnächst beginnen- den Aufstiegspielen zur höchsten Spielklasse Süd- dcutschlands gibt man den daran teilnehmenden Rüsselsheimern die günstigsten Chancen. In der Gästeelf dominiert vor allem die glänzende Spiel­weise des Angriffes, während hinten eine über­ragende Verteidigung kaum Erfolge zuläßt. Die Mannschaft beherrscht den bekannten süddeutschen Flachpaß und ist sehr schnell. Der SportclubOpel" wird in den kompletten 1900ern auf einen (Senner treffen, der erst überwunden sein will, vorausgesetzt, daß bei den Hiesigen alles in bester Verfassung ist. Rein gefühlsmäßig muß man den Leuten vom Main ein kleines Plus zurechnen, das hinreichen sollte, Rüsselsheim als knappen Sieger zu sehen.

Die Ligareserve hat in der Ligamannschaft des Sportvereins Ehringshausen, Kreis Wetzlar, einen Gegner mit recht solidem Können verpflichtet. Die Gäste sind Tabellenzweiter der zweiten Bezirksklasse int Gau Gießen-Wetzlar. Das Borspiel in Ehrings­hausen verlor 1900s Reserve nach anfänglicher 2:0- Führung am Schlüsse 5:2. Der Ausgang in Gießen ist vollständig offen.

Vorher begegnen sich 1900 3 Mannschaft und Ehringshausens 2. Elf, wobei der eigene Platz den Gießenern zum Vorteil gereichen sollte.

Jugendspiele: Die 1. Jugend empfängt die gleiche vom V. f. B. Friedberg. Die Leistungen der Blauweißen müssen viel einheitlicher als seither wer­den, wenn es zu Erfolgen reichen soll.

Die 3. Jugend hat Leuns 1. Jugend im Rückspiel und sollte ihren Vorspielsieg wiederholen.

Die 1. Schülerelf tritt in Weilburg den dortigen Schülern entgegen.

B. f. B

Union Riederrad am Samstag aus dem waldsportplah.

Am kommenden Samstagabend findet wieder ein Fußballgesellschaftsspiel auf dem Waldsport­platz statt. Als Gegner der Ligamannschaft ist kein geringerer als die Liga des F. C.Union Frankfurt a. M.-Niederrad verpflichtet worden. Union" steht seit etwa Jahresfrist unter der Leitung des bekanntesten aller Trainer, des Eng­länders Townley, dessen jahrzehntelange Tä­tigkeit und fruchtbares Wirken als Fußball­lehrer in Süddeutschland richtunggebend für die Entwicklung und Spielweise war. Die als typisch süddeutsch bezeichnete engmaschige Flachkombina­tion ist das Produkt der Townleyschen Schule. Niederrad ist, was Spielkultur, also Technik, Zu- und Stellungsspiel usw. anbelangt, weit über die Gäste des vergangenen Samstags,Ale­mannia" Worms, zu stellen. Am Schluß der Derbandsspiele stand die Mannschaft mit Fuß- ballsportverein an dritter Stelle und verlor gegen

diesen das Entscheidungsspiel nur ganz knapp. Ihr Sturm ist als schuhgewaltig bekannt und er­zielte in den Punktkämpfen die meisten Tore. Die Gäste kommen in ihrer zur Zeit stärksten Aufstellung, also auch mit Leichter, dem besten Mittelstürmer des Maingebiets, der als junges Talent mit Erfolg an den Auswahlspielen des D. F. B. tellnahm. Auch in seinen Gesellschafts­spielen der letzten Zeit hatUnion sehr gut abgeschnitten. Es ist sehr zu begrüßen, daß der­artig spielstarke Mannschaften nach hier ver­pflichtet werden, nicht zuletzt zum Vorteil der D. f. D.-Mannschaft, die in diesen Spielen sehr viel lernen kann. Sie muh auch diesmal wieder mit einer Niederlage rechnen.

Sonntags folgt die Ligamannschaft einer Ein­ladung der zum Bezirke Siegen gehörendenGer­mania Mudersbach. Der Gastgeber gehörte bis­her der obersten Spielklasse an, aus der er je­doch nun absteigen muß. Seine Gesellschaftsspiele und deren Resultate lassen aber erkennen, daß die Mannschaft wieder im Kommen ist. In wel­cher Aufstellung die B. f. D.-Elf fährt, steht noch nicht fest. Die Spielleitung wird jedoch gut tun, die stärkstmögliche Vertretung zu entsenden, da sonst auf dem fremden Platz eine Niederlage un­vermeidlich sein wird.

*

Das Mittwoch-Abendspiel der Fußballmann­schaft des Reichswehrbataillons und der aus Liga und Ligareserve kombinierten V.f.B.-Elf endete mit einem 5:0-Sieg der Platzmannschaft. Es war ein flotter unö. abwechslungsreicher Kampf, der durchaus nicht so einseitig war wie das Resultat es vermuten läßt. Besonders in der ersten Halbzeit zeigten sich die Soldaten den V. f. B.ern völlig gewachsen. Nach dem Wechsel fand sich allerdings die kombinierte Mannschaft des Plahvereins besser zusammen, ihr Zuspiel wurde genauer und ließ sie über die Gäste, die wohl recht gute Einzelleistungen boten, bei denen aber verständlicherweise das richtige Zusammen­arbeiten oft fehlte, überlegen werden. V. f. D. schloß nach der Pause noch vier seiner tadellosen Kombinationsangriffe erfolgreich ab, ohne daß die Militärmannschaft zum verdienten Ehrentor gekommen wäre. Beiderseits wurde forsch, aber fair gekämpft.

V. f. B. Leichtathletik.

Erste leichlathletische Frauenwettkämpse auf dem waldsporlplah.

Am nächsten Sonntag veranstaltet der V. f. B. erstmals Frauenwettkämpfe im größeren Rahmen, die von jetzt ab alljährlich regelmäßig zum Som­merprogramm seiner aufstrebenden Leichtathketik- abteilung gehören werden. Die Veranstaltung ist außer den im Gebiet des Westdeutschen Spieloer­bandes stattfindenden Verbands-Frauenwettkämpfen in dieser Saison die einzige ihrer Art. Die überaus zahlreichen Meldungen gewährleisten eine erstklassige Besetzung. Eine bedeutsame und erfreuliche Tatsache ist die Meldung des Männerturnvereins Gießen, der nach der neugeschlossenen Arbeitsgemeinschaft zwi­schen der D.T., D.S.B. und D.F.B. schon bei der ersten sich bietenden Gelegenheit im Geist der für alle Teile förderlichen Zusammenarbeit handelt und auf die Einladung des V.f.B. seine Frauenabteilung teilnehmen läßt, damit sich zweifellos ein großes Verdienst um die gemeinsame Sache erwerbend. Außer dem Mtv. haben noch folgende Vereine ge­meldet:Eintracht" Frankfurt, K.B.C. Köln, Sport­vereinigung Engers a. Rh., GriesheimElektron", V. f. B. Diez, 23. f. B. Wetzlar und Spielvereinigung 1900, mit zusammen rund 110 Teilnehmerinnen. Im Mittelpunkt der Kämpfe wird in erster Linie die 4X100-Meter°Staffel stehen, zu der die bei den letzten Deutschen Meisterschaften im Endlaus gewe­senen Sp.V. GriesheimElektron", Mtv., Sp.Vgg. 1900 und V.f.L. Wetzlar bestimmt, wahrscheinlich auch die Weltrekord- und Meisterschaftsstaffel der Eintracht" Frankfurt und die Westdeutsche Mei­sterschaftsstaffel des K.B.C. Köln an den Start gehen. Neben dem 100-Meter-Lauf, bei dem Frl. Nickel (Sp.Vgg. 1900) ein Wort mitzureden haben wird, sollte der Hochsprung die interessanteste Einzelkon­kurrenz werden, da man sehr gespannt ist, wie sich hier Frl. B i ck e l h a u p t (Mtv.), die bei den letzten D.T.-Meisterschaften den 2. Platz belegte und Frl. N i ch t b e r g (Sp.Vgg. 1900) sich gegen die starke

Mittelrheinkreis der O. T.

87. Kreisturniag in Bad-Nauheim.

= Am Samstag und Sonntag tagt in Bad- Nauheim der 8 7. Kreisturntag des Mittclrheinkreises der D.T. Etwa 400 Abgeordnete aus allen Teilen des großen Kreis­gebiets nehmen aus 23 Gauen an den wichtigen Beratungen teil; fast die Hälfte der Abgeord­neten kommt aus dem besetzten Gebiet und von der Saar. Unser Heimatgau Hessen ent­sendet 24 stimmberechtigte Abgeordnete.

Am Samstag hat der aus etwa 70 Köpfen bestehende Kreisausschuh wichtige Vorar­beit für den eigentlichen Turntag zu leisten, der am Sonntagvormittag in der Turnhalle des Tv. 1860 beginnt und eine sehr umfangreiche Tagesordnung zu erledigen hat. U. a. sind dis ergänzten Satzungen und die Kreisspielordnung zu genehmigen. Dann werden die Wahlen leb­haftem Interesse begegnen.

Nicht weniger als zehn Anträge liegen dem Turntag vor. Cs ist als ein Ausdruck wirtschaft­licher Not und Sorge zu werten, daß die Hälfte dieser Anträge sich mit finanziellen Lasten der Gaue und Vereine befaßt.

Durch das Entgegenkommen der Bad- und Kurverwaltung sind den Besuchern des Turn- tags, auch den Nichtabgeordneten und Turner- angehörigen, Vergünstigungen für den Besuch der Konzerte gewährt worden. Außerdem finden am Samstag und Sonntag verschiedene Füh­rungen durch die interessanten technischen Be­triebe des Bades statt.

Frauenturnen im GauHeffen D.T.

o Die Frauenabteilungen hatten ihre Gau- übungSstunde am vorigen Sonntag in der Turn­halle des Tv. 1846 zu Gießen zahlreich beschickt; nahezu 100 Turnerinnen mit ihren Abteilungs­leitern und -leiterinnen traten unter der Lei­tung des Gauwartes Rudolf Paul (Gießen) auf dem Turnboden an, um zunächst die für die großen Veranstaltungen im Gau und Kreis vor- geschricbenen allgemeinen Freiübungen ein­gehend zu behandeln und in den Rhythmus ihrer Musikbegleitung einzugliedern. Darstellungen im Keulenschwingen wechselten dann mit solchen der Pflichtübungen zu den Wettkämpfen im Geräte turnen, und bei der Unterweisung in formreichen Volkstänzen tarnen rhythmische Anmut und Froh­sinn zu ihrem Recht. Eine Erweiterung des Stoff­plans wurde eingeleitet durch die Einführung in die Technik des Handballweitwurfs und in die Grundformen gymnastischer Sprünge.

Gau-Oberturnwart Wilhelm Will (Gie­ßen! nahm regen Anteil, besonders auch bei den anschließenden Besprechungen. Bei der fortschrei­tenden technischen Ausgestaltung und zahlenmäßi­gen Entwicklung des Frauenturnens wurde er­neut als Pflicht der Abteilungsleiter heraus­gestellt, neben der geistigen Mitarbeit insbeson­dere die eigene Tumfertigkeit zu erhalten und erhöhen, ferner wurde in Ausführung eines Beschlusses des letzten Gauturntags auch für das Frauenturnen ein Unterausschuß für den Gau gebildet, dem außer dem Gauwart die Abtei­lungsleiter Heinrich Schneider, Tv. Wetz­lar, und Frl. Luise Schwarz. Tgde. Friedberg, angehören, und schließlich wird die Eingliede­rung des Frauenturnens auch in die volkstüm­lichen Bezirksturnfeste allgemein geregelt. Für dieses Iahr ist ein Vierkampf vorgesehen aus Weitsprung, einer Freiübung, Lauf über 75 Me­ter und statt Kugelstoßen der Handballweitwurf, über dessen Bewertung nach der Seite der Ueber- punkte demnächst der Gau-Tumausschuh entschei­den wird, da noch keine Erfahrungen Über die Abgrenzung der Durchschnittsleistungen vorliegen.

Die am Kreisturnfest zu Hanau sich beteiligenden Frauenabteilungen sollen nicht getrennt zu verschie­denen Sondervorführungen antreten, sondern zu einer einzigen Sondervorführung des Gaues Hes­sen in Stabübungen zusammengefaßt werden. Nach einer sehr lebhaften Aussprache über die Wertungs- wcise von Sondervorführungen bei Gau- und Be­zirksveranstaltungen kam man zu dem Ergebnis, es bei der bisherigen Art der Notenbezeichnung zu be­lassen, da der ästhetische und entwicklungsreiche In- 9ie gefieberte SdMiflt.

Vornan von Edgar Wallace.

39 Forlit^ung Nackd'mck verboten.

Er ließ heimlich durch seinen Freund die Pläne dafür zeichnen, als sich die entsetzliche Tragödie ereignete, die William Lane ins Gefängnis brachte.

Auf seinen Streifzügen kam er mit einem ge­wissen Lewston in Verbindung, der sich später Leicester Crewe nannte. Er lernte auch dessen verheiratete Schwester Ella Lewston oder Farm- ster kennen. Sie war die Frau eines Mannes, der früher unter dem Namen Farmster verurteilt wurde und zu jener Zeit eine Gastwirtschaft in ^ital Basin unter dem Namen Farmer betrieb. Er lebte aber nicht mit seiner Frau zusammen, weil sie sich nicht besonders gut vertrugen, und weil Lewston, den ich Crewe nennen will, es für belfer hielt, daß sie sich in der Oeffentlichkeit nidjt kannten. Denn Ioe Farmer hatte zu jener Zeit den ehrgeizigen Plan, französische Tausend- sranknoten zu fälschen.

Er legte sein ganzes Geld in Maschinen und Betrrebsmatcrial an, die in sein Haus in der- fdben Straße eingeschmuggelt wurden, in der Ioe Farmers Kneipe lag. Nach einigen Schwierig­keiten war Lewston mit Paula Ricks, der Tocb- ter des bekannten Geldfälschers, in Verbindung gekommen, die eine traurige Zeit in einer kleinen sranzösischen Provinzstadt verlebt hatte. Er brachte sie nach England, damit sie die Platten gravieren sollte, und dasGeschäft" hatte in kleinem Maßstab begonnen, als Gregory Beale mit dem Bruder und der Schwester bekannt wurde.

Crewe gab vor, ein kleiner Agent zu fein. Er lebte nicht in großen, aber doch behaglichen und achtbaren Verhältnissen. Beale hatteschein- bar einen günstigen Eindruck von ihm. Crewe wußte ihn bald zu nehmen, und als er entdeckt hatte, welche Art Lebensgeschichte dieser sonder­bare Mann gern hörte, erzählte er ihm Fabeln von seinen Kämpfen, seinen Versuchungen und seinen kleinen Verbrechen. Aus Beales Interesse wurde allmählich Freundschaft. Er hatte die

Gewohnheit, Crewe abends zu besuchen, und fühlte sich besonders in der Gesellschaft feiner Schwester sehr wohl. Wenn die Liebe einen Mann in mittleren Iahren packt, geht sie ge­wöhnlich sehr tief, und Ella Creed, deren An­klage wir weder erwarten noch fürchten, war in den Augen dieses verliebten Mannes das schönste Geschöpf auf Gottes Erde. Sie war eine voll­endete Schauspielerin, fühlte sich in feine Ideen ein und spielte ihre Rolle ausgezeichnet.

Warum sich Beale im Osten Londons auf­hielt, konnten sie nicht ergründen, und er sagte ihnen auch nicht, daß er der unbekannte Men­schenfreund war. Sie vermuteten, daß er ein kleines Vermögen besaß, und Ella Creed er­zählte mir in der vergangenen Nacht, daß sie dazu entschlossen waren, ihn auszubeuten.Wir dachten, sagte sie,daß er der Sündenbock sein könne, wenn die Dinge einmal schief gingen." Sie ließen sich nicht träumen, daß er ein Mil­lionär war, sondern betrachteten ihn als ein großesKind", das man vorschieben könnte, wenn Entdeckung und Bestrafung drohte.

Sie waren schon tief in Ioe Farmers ver­brecherische Taten verwickelt. Er war ein ge­wissenloser Hehler und benutzte seine Wirtschaft hauptsächlich zu diesem Zweck. Eigentum im Wert von vielen Tausenden ist über seinen Ladentisch gegangen. Iuwelendiebe aus dem Westen und Opiumschmuggler waren die Geschäftsfreunde Ioe Farmers, der zu jener Zeit einen Gehilfen, Harry Merstham, hatte. Bekannter war dieser alsHarry, der Barmann". Wahrscheinlich war er in Farmers nichtswürdige Pläne eingeweiht.

Harry hatte Mr. Beale unter einem seiner an­genommenen Namen kennengelernt und erhielt von ihm Unterstützungen. Da Gregory Beale aber Gastwirtschaften nicht betrat, muß man anneh- men, daß Harry ihn nur bei wenig wichtigen Anlässen gesehen hat.

Der Plan des Falschdrucks französischer Bank­noten konnte nun in die Wirklichkeit umgeseht werden. Paula Ricks war in England angenom­men und hatte schon eine oder zwei sehr gute Platten graviert. Die Druckpresse war in einem kleinen Hause eingerichtet, und die erste Partie Banknoten war hergestellt, aber noch nicht in Umlauf gesetzt worden.

BealcL Besuche bei Crewe und seiner Schwester

wurden häufiger, und als er eines Abends mit Ella allein war, erklärte er ihr seine Liebe und fragte sie, ob sie ihn heiraten wolle. Sie war nicht sehr erstaunt, schien aber erfreut und er­zählte ihm, daß sie erst ihren Bruder fragen müsse. Dann erbat sie sich vierundzwanzig Stun­den Bedenkzeit. Heirat war natürlich unmög­lich, da sie ja schon mit Farmer verheiratet war; aber Crewe hielt es für sehr gut, daß sie ihren exzentrischen Liebhaber fest in der Hand hatte. Billy sagte, er könnte sehr nützlich sein, und es sev jetzt nicht der geeignete Zeitpunkt, ihn laufen zu lassen, und >o stimmte ich denn zu. Er erzählte dauernd davon, daß wir unser Leben den Armen widmen sollten, und ich pflich­tete ihm natürlich in allem bei. Ich dachte niemals, daß er etwas Besonderes damit meinte, obwohl ich sicher war, daß er über bedeutend mehr Geld verfügte, als mein Bruder ahnte."

Das Sonderbarste war, daß er niemals seinen richtigen Namen Gregory Beale nannte, son­dern stets sein Pseudonym William Lane auf­recht erhielt. Eines Abends erzählte er Ella, als sie allein in dem kleinen Salon saßen, daß er in diesem Stadtteil einen großen, mustergültigen Bau von Arbeiterwohnungen errichten wollte. Sie behandelte das als törichten Wahnsinn, und sogar als er ihr sagte, daß er das Geld dazu habe, glaubte sie, daß es weiter nichts als Prahlerei mit seinem vielen Gelds sei.

Crewe, der in Farmers Druckerei gewesen war, kam in diesem Augenblick herein und wurde in das Geheimnis eingeweiht. Zu Ellas Er­staunen schien die Sache großen Eindruck auf ihn zu machen.Ich dachte, er wollte mich bluffen", erzählte mir Ella.Aber nachdem Lane gegangen war, sagte mein Bruder mir, daß viel Wahres an seinen Worten sei, und daß dieser Mann der mysteriöse Millionär fein könnte, der im Osten Londons arbeitete, und über den jedermann sprach. Er bat mich, noch weitere Einzelheiten aus Lane herauszuholen, und ich sagte es zu.

Als Lane am nächsten Abend wiederkam, er­zählte ich ihm, daß ich bereit sei, ihn zu heiraten. Er war überglücklich und versprach mir wunder­volle Flitterwochen auf dem Kontinent, bevor wir zu unserer Arbeit für die Armen nach London zurückkehren würden. Ich dachte, er sei ein wenig

auswärtige Konkurrenz, zu der auch Frl. Eich« Horn vom V.f.L. Wetzlar gehört, zu behaupten ver­mögen. In den Wurfkonkurrenzen haben u. U. Frl. Luh und Frl. Stammel vom Platzverein einige 1 Chancen. Die Veranstaltung ist vom Platzverein wohloorbereitet. Recht interessant versprechen auch die Kämpfe der Jugendklassen A und B zu werden, in denen sich V.f.L. Wetzlar, Sp.Vgg. 1900, Mtv. und V.f.B. gegenüberstehen und besonders in der 4X50-Meter-Stafsel ein starkes Rennen liefern werden.

Der Spiel -und Sportklub 1921 Burg veranstal­tet am Sonntag leichtathletische Wettkämpfe. 23om V.f.B. werden sich M o h l und Ia b am Kugel- | stoßen und Dreikampf, Büttner anT 400- und ' Henns und Heise am 1500-Meter-Lauf beteili­gen. Wenn die drei Letztgenannten sich mit den Bahnoerhältnissen abfinden, sollten sie sich durch­setzen können. Von Mohl und Jakob kann man be­stimmt ein gutes Abschneiden erwarten.

Leichtathletik im Männer-Turnverein.

Die Leichtathletikabteilung des hiesigen Män­ner turnvereins besucht am nächsten Sonntag zwei Sportfeste. Die Turnerinnen beteiligen sich an den auf dem Waldspvrtplah stattfindenden na­tionalen Frauenwettkämpfen des VfB. Gießen; da seit dem l.Mai 1930 zum ersten Male die Mitglieder der Deutschen Turnerschaft und der deutschen Sportbehörde für Leichtatlethik zusam­mentreffen, muß man auf das Abschneiden der Mtv.erinnen gespannt sein. Insgesamt beteiligt sich der Männertumverein mit zehn Damen und zwei Staffeln an diesem Sportfest. Außerdem wird der Mtv. Gießen durch drei Tümer bet den für den Mittelrheinkreis offenen Wettkämp­fen der Tumgemeinde Frankfurt a. M.-Rödelheim vertreten sein. Da auch bei diesem Sportfest erstmalig die deutsche Sportbehörde für Leicht­athletik teilnehmen wird, werden die Gießener, die erst kaum 14 Tage trainieren konnten, auf sehr starke Konkurrenz stoßen; doch ist sicher, daß so­wohl die Turnerinnen als auch die Turner, wie in den vergangenen Iahren, ihre Schuldigkeit tun werden.

Lehrgang für Sommerspiele im Gau Hessen O. T.

Die diesjährige Sommerspielzeit eröffnet die Spielleitung des Gaues Hessen mit einem Lehr­gang, verbunden mit Schiedsrichterprüfung. In­folge der raschen Zunahme besonders an Faust­ballmannschaften ist eine Ausbildung der Neu­linge unbedingt nötig; hat doch Faustball in den letzten Iahren eine Entwicklung zum Kampfspiel durchgemacht, die Anfängern das schnelle Dor- wärtskorymen sehr erschwert. So wird der Lehr­gang in erster Linie in die feine, ausgeklügelte Spielweife des Faustball einführen, zum ande­ren soll aber auch das andere Turnspiel, der Schleuderball, nicht zu kurz kommen. Schlcuder- ball, beide bei uns zu wenig bekannt, dürfte für den Handballer eine vollwertige Ergänzung sei­ner Tätigkeit im Sommer sein. In dem Lehr­gang soll versucht werden, auch für dieses Spiel Freunde zu werben. Die Teilnahme können alle mitwirkenden Turner mit einer Schiedsrichter- Prüfung abschließen.

Bom Faustballspiel.

In einer Zeitung stand einmal als Überschrift eines SpielaufsahesMeister, die nicht von sich reden machen." Hierin war in feiner Weise die stille Uebungsarbeit des derzeitigen deutschen Meisters in FaustballLicht-Luft Frankfurt" ge­würdigt worden. Mit viel weniger Tamtam als bei den großen Kampfspielen geht es im Lager der Faustballer zu, dafür aber, das darf man wohl behaupten, mit einem um so größeren Fleiß und Ausdauer in den Uebungsstunden. Wer heute Meister im Faustball werden will, darf nicht zu den betreffenden Spielen beliebig fünf Leute zusammenstellen, sondern eine Mann­schaft muß sich hier in jahrelangem Ueben zu- fammenfinben, wenn sie bei dem heutigen hohen Stand des Spieles bestehen will. Da heute Faustball immer mehr unter den Spielen beliebt wird, und feine Anhängerschaft von Iahr zu Iahr zunimmt, folge für den Uneingeweihten eine kurze Besprechung des Spielgedankens.

verrückt. Dann redete er über das Gebäude und sagte, daß er siebenhunderttausend Dollars in dem Fetter Lane Safe Deposit liegen hätte. Gr zeigte mir den Schlüssel und sagte mir auch das Erkennungswort."

Ella machte sich zum Schein darüber lustig und zweifelte daran. Und da tat Deale das Wahn­sinnige, er schrieb auf ein Stück Papier:Ge­statten Sie dem Ueberbringer, jederzeit zu meinem Safe Nr. 741 zu gehen." Ella ging hin, sah das Geld und berichtete es ihrem Bruder. Ioe Farmer wurde zu Rate gezogen, und zwi­schen diesen dreien wurde nun der teuflischste Plan ausgeheckt, den jemals menschliche Phan­tasie erdenken konnte.

Paula Ricks hatte schwere Bedenken und wollte sich von dem Unternehmen zurückziehen. Sie fürchtete, daß ihre Anwesenheit in London be­kannt würde. Außerdem war sie mit den ge­druckten Banknoten nicht zufrieden und wünschte die Zuziehung zweier Franzosen.'

Die drei planten, Lane in die Fälschungen der Banknoten zu verwickeln, fein Geld abzuheben und zu fliehen Lane mochte dann sehen, wie er vor Gericht mit der Anklage fertig wurde. Um seine Verurteilung sicherzustellen, über­redete ihn Crewe, in Farmers Wirtschaft zu gehen und eine Fünfpfundnote wechseln zu lassen. Beale hatte eine große Abneigung, Gastwirt­schaften zu betreten, aber die Gründe, die Crewe vorbrachte, waren so einleuchtend, daß er die Banknote zu dem Barmann trug, der das Geld wechselte. Als die andern aber entdeckten, daß 2ane mit Harry, dem Barmann, bekannt war, gerieten sie in große Bestürzung. Harry, der Barmann, hätte ja bezeugen können, daß die zum Wechseln gegebene Fünspsundnote echt war. Farmer schob dann eine gefälschte Banknote unter und zeigte die Sache der Polizei an.

S«ro hatte schon vorher versucht, Farmer um ein Darlehen zu bitten, weil er nach Süd­amerika reifen wollte. So fand man die er-

Gelegenheit, ihn loszuwerden. Harry schiffte sich an dem Tage ein, an dem sich Lane mit Ella verheiratete. Die Trauung wurde in einem Standesamt in Cast Ham vollzogen, und der Bräutigam gab sonderbarerweise seinen rich­tigen Namen an, obwohl niemand diese Tatsache zu beachten schien. .(Schluß folgt.). ,