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Nr. 78 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Mittwoch, 2. April 1950
Reichsstädieordnung
Der Deutsche ©täbtetag hat der Oefsentlich- feit Entwurf und Begründung einer Reichs- ftLdtevrdnung vorgelegt als Ergebnis einer Arbeit, die schon 1921 begonnen hatte. 3n immer neuen Derhandlungen und Entwürfen ist der Plan einer neuen LeichSftadteordnung aus^creift. wobei die inzwischen gesammelten verwaltungs- rechtlichen und verwaltungspolitischen Erfahrun- gen einen bestimmenden Einfluh auSübten. Das deutsche Städterecht ist heute noch immer so buntscheckig, wie es bis 1900 das bürgerlich! Accht in Deutschland war, denn nicht nur in den Ländern weicht dies Städterecht voneinander ab, auch innerhalb PreuhenS selbst gibt es neun verschieden geartete Stadtverfassungen. Der Deutsche Städtetag will das deutsche StLdterechl einheitlich zusammensassen, was um so mehr zu begrühen ist, als Preuhen von sich aus ver- sucht, eine neue Städteversassung zu schaffen, was dann zur Folge haben wird, dah die anderen Lander auf dem Fuhe folgen. Dann haben wir wieder die Buntscheckigkeit wie zuvor, die schon deshalb untragbar ist, weil die Reichs- gesetzgebung inzwischen vielfach in die Aufgaben der Städtevcrwaltung eingegtifsen hat. Wenn auch das tatkräftige Dorgehen des Deutschen Stadtetggs an sich zu begrüßen ist, so läßt sich durchaus nicht sagen, dah der von ihm heirnus- gebrachte Entwurf unbedingte Zustimmung tret* dient. Das will der Deutsche Städtetag vielleicht selbst nicht, zumal in der Begründung zwischen den Zeiten zu lesen ist. dah es sich um einen Dersuch handelt, gegensätzliche staats- und verfassungspolitische Auffassungen in sich zu vereinigen
Als Grundsatz stellt die Reichsstädteordnung auf, dah mit dem Zweikammersystem, qllo der Magistratsversassung, gebrochen werden soll. Die überstürzte Demokratisierung des Gemeindewahlrechts nach der Staatsumwälzung hat es tatsächlich mit sich gebracht, dah die Magistratsversassung ihren ursprünglichen Zweck und ursprünglichen Sinn verloren hat. Der Magistrat ist heute vielsach nun noch eine schematisch verkleinerte Ausgabe der Stadtverordnetenversammlung, so dah der Magistrat gar nicht mehr in der Lage sein kann, etwas sachlich und überparteilich zu entscheiden, sondern das tun oder lassen muh, waS die Stadtverordnetenversammlung zuvor beschlossen hat. Der Deutsche Städtetag entscheidet sich für eine Stadtvertretung, die durch die gewählten Stadtverordneten dargestellt wird, an deren Spitze der Bürgermeister steht, dem aber viel größere Befugnisse zugemessen werden sollen, als das bisher der Fall gewesen ist. Dann aber muh der Städtetag auch die Folgerungen ziehen, d. h. für den Bürgermeister eine Eignung verlangen, wie sie sich durch parteipolitische Tätigkeit ganz gewiß nicht beschaffen läßt. Der Bürgermeister muh auf Grund der Reichsstädteordnung ein hoch befähigter und vielseitig ausgebildeter Derwal- tungsmann sein, was wohl auch die Boraus- setzung dafür ist, die Stadtverwaltung selbst parteipolitisch zu entgiften. Wenn manche deutfche Städte seit der Staats- Umwälzung vielfach in finanzielle und andere Schwierigkeiten gekommen sind, fo trägt daran nicht zum wenigsten die Politisierung der Stadtverwaltung die Schuld Gerade weil der Deutsche Stadtetag eine so hohe Auffassung von den Aufgaben und Pflichten der Gemeindeverwaltung hat, muß er gerade m Hinsicht auf die demokratische Grundausfassung der Wirklichkeit Rechnung tragen. Ob es zweckmäßig ist, das Wahlrecht nur an eine Aufenthaltsdauer von drei Monaten zu knüpfen, ist fraglich, denn die Beschlüsse der Stadtvertretung sollen in der Regel für eine längere Dauer gelten, womit sich nicht verträgt, daß sie von Stadtvertretungen gefaßt werden, deren Bildung von dem durch die toirt- fchaftlichen Verhältnisse bedingten schnellen Wechsel der Wohnbevölkerung abhängt
Zum Tode Cosima Wagners.
Ein phantastisch reiches und wechselvolles "Sakin liegt hinter Cosima Wagner, die, wie schon gestern kurz gemeldet wurde, im Alter von dreiundneunzig Jahren in der Villa Wahn- frieb in Bayreuth gestorben ist. Ein Kind zweier bevorzugter Menschen, Franz LisztS und der Gräfin d A g o u 11, wurde sie am zweiten Weihnachtsfeiertage des Jahres 1837 geboren und wuchs zwanglos in Die geistig-musikalisch führenden Streife ihrer Zeit hinein. Als ihr Vater in Weimar lehrte, lernte sie Hans von Bülow kennen, in ihren Pariser Jahren aber den jungen Richard Wagner, zwei damals noch unbekannte Persönlichkeiten, die für ihr Leben entscheidend werden sollten.
Cosima wird die Schülerin Hans von Bülows, bann seine Frau. Ihr Wesen fasziniert überall, ihre musikalische, sprachliche unb bichterische Veranlagung - Erbteil von Vater unb Mutter her — stellt sie in den Mittelpunkt eines geistig herrschenden Kreises, von dessen Teilnehmern sich keiner ihrer bestrickenden Persönlichkeit entziehen kann. Als Hans von Bülow in München wirkt unb die erste Aufführung ber „Meistcr- finger" leitet, tritt Richarb Wagner zum zweitenmal und jetzt entscheidend in ihr Geben. Sein .Tristan" wird die große Tondichtung, unter deren symbolischer Verkleidung er seine Liebe zu. Cosima verherrlicht. Aus der beglückenden Gemeinschaft mit Cosima entstehen Wagners letzte
Opern, der .Ring" wird abgeschlossen der Gedanke der Bayreuther Festspiele, der von Cosima ausging, in seinen Ansängen verwirklicht.
Als Wagner 1883 starb, hatte die Witwe die große Ausgabe, daS Theater auf dem Feft- spielhügel zu erhalten und zu fördern, bis sie das Erbe des Weister- ihrem Sohn Siegfried übergeben konnte. Mutter und Sohn haben den Festspielgedanken auch in den schwersten Jahren, als 1914 die Wagneropern frei wurden und auch ber „Parsisal' über alle deutschen Bühnen gehen konnte, gehalten unb gestärkt, unb schien auch Bayreuth einmal durch den Krieg und die Rachkriegsjahre erschüttert, so steht cs heute fest wie nur je, eine glänzende Gralsburg int Leben deutscher Kultur.
Das zunehmende Alter unb bi» Tobessälle unter ihren Nächsten haben Frau Cosima Wagner schwer getroffen. Seit einigen Jahren cr- bllnbet, lebte fie unter der Fürsorge Siegfrieds und seiner Gattin Winifred in der Villa Wahn- fried, ganz zurückgezogen, apathisch, dem Leben entfremdet, nur noch den Erinnerungen an eine große Vergangenheit gehörend. Sine einzigartiae Frau unb eine große Persönlichkeit ist mit ihr dahingegangen. Aber als die Inspiration Richard WagnerS unb die Hüterin seiner Werke lebt fie weiter in dem Andenken Deutschlands und tu der Geschichte seines geistigen Lebens.
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Links: Cosima mit ihrem ältesten Sohn Siegfried. — In ber Mitte: Haus Wahnsried in Bayreuth. — Rechts: oben: Hans von Bülow, Cosimas erster Gatte; unten: Richarb Wagner, ber zweite Gotte Cosimas.
Daß ber Deutsche ©täbtetag sich für bie finanzielle Selbständigkeit unb Unabhängigkeit ber Gemeinden einsetzt, also bie Rückübertragung wichtiger ©teuerquellen for- bert, ist an sich zu verstehen. Tiber eine sparsame Verwaltung wirb durch die Verfügung über die wichtigsten ©teuerquellen allein nicht gewährleistet. wenn nicht auf der anderen ©eite ber Wille hinzukommt, die K o st e n ber Stadtverwaltung den örtlichen wirtschaftlichen unb finanziellen Verhältnissen anzupassen. Dah der Deutsche Städtetag aber das fast unbedingte Recht für die Stadtverwaltungen fordert, sich wirtschaftliche Betriebe anzugliedern oder sich überhaupt wirtschaftlich zu betätigen.
muß entschiedenen Widerspruch Hervorrufen, wenn man von der Gas-, Wasser unb Elektrizitätsversorgung absieht. Wenn ber Deutsche ©täbtetag in der Begründung seines Entwurfs so ernste Worte über die finan- fielle Selbstzucht ber Stadtverwaltungen findet, dann darf er nicht im gleichen Atemzuge sich für städtische Wirtschal tsbetriebe ein- setzen Jeder Wirtschaftsbetrieb ist mit Gefahren belastet, wie sie durch das Aus und Ab der wirtschaftlichen Konjunktur gegeben sind. Es entspricht auch nicht der Forderung der Sparsamkeit, daß der Deutsche ©täbtetag für die Stadtwirtschaftsbetriebe überörtliche Aufsichtsorgane verlangt, also neue 03 c fj ö r -
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den, deren Kosten der Steuerzahler decken muß. Die bisherigen Erfahrungen mit städtischen Wirtschaftsbetrieben, wobei nur an die zwcihundert- sünfzig Betriebe ber Reichshauptstadt erinnert werden soll, schrecken so gründlich ab, daß bie Reichsstädteordnung den Gemeindeverwaltungen unbedingt jede wirtschaftliche Tätigkeit untersagen muß, die nicht mit dem Verwaltungszweck selbst zusammen hängt Für diese Verwaltung werden die Steuern und Gebühren aufgebracht. nicht aber dafür, daß die Stadtverwaltungen sich auf ihnen wesensfremde Gebiete wagen.
Holzamer-HeiermR'evei-Olm
Wilhelm yj o 13 a m e r, der allzufrüh verstorbene hessische Dichter (1907). wurde vor 60 Jahren, am 2s. März 1870 in Rieder Olm bei Mainz geboren. Aus Anlaß dieses Gedenktages hatte sich der neu- gegründete Hol zamer-Bund an die breite Oeffentlichkeit mit einem Aufruf gewandt und nach- b.üdlid) auf das unvergängliche Werk des Dichters hingewiesen Auf Deranlassung des Bundes versammelten sich zahlreiche HolzamerFreunde und -Der- ehrer in Rieder-Olm zu einer würdigen Gedenkfeier Reben der Witwe, den drei Söhnen und der Tochter des Dichters waren seine Brüder und andere Verwandte erschienen, außerdem eine Reihe von Schriftstellern, Künstlern, Pressevertretern usw
Nachmittags wurde durch den Vorsitzenden des Holzamer-Bundes, Barber, eine bronzene Gedenktafel am Geburtshause des Dichters enthüllt Diese Tafel zeigt Holzamers Reliefbild mit einer Inschrift Rach der Enthüllung hielt der Leiter des österreichischen Holzomer-Bundes, Dr Adalbert Schmidt der Verfasser der Schrift „Ein unbekannter Großer", eine Ansprache in der er den Menschen und den Dichter Holzamcr würdigte An schließend daran fand im „Pfälzer Hof" eine weitere Feier statt Als Redner hatte sich der Holzamer- Bund den jungen Rieder-Olmer Karl Hetterich verschrieben der in tiefschürfenden Ausführungen einen umfassenden Ueberblirf über Holzamers dichterisches Werk gab Ganz besonderen Anklang und rauschenden Beifall erntete der jüngste Sohn des Dichters, Lehrer Hans H o l z a m e r . der mit höchster Eindringlichkeit und feinster Einfühlung eine größere Anzahl lyrischer Gedichte seines Vaters sowie die dramatisch bewegte Erzählung „Herbst" las Zum Schluß gab Reichstagsobgeordneter Franz f» o l 3 a m e r allerlei interessante Episoden aus dem Geben und Schaffen feines Bruders zum besten und warf damit scharfe Schlaglichter auf den eigenartigen und menschlich wertvollen Charakter des Dichters
Am gleichen Tage eröffnete auch der Holzamer- Bund ein besonderes Holza mer-Zimm er im großväterlichen Haufe des Dichters, und zwar an historischer Stätte, nämlich in demselben kleinen Raum, in dem der Großvater der als der „alte Krafft" in den Werken seines Enkels lebt, eine kleine Privatschule unterhielt, nachdem er auf Veranlassung des damaligen Bischofs von Mainz seines Amtes enthoben worden war
Dieses Holzamer-Zimmer enthäN außer der von Bildhauer Heinz Müller neugeschaffenen Büste
des Dichters die Erstausgaben der Holzamer-Werke, Handschriften, Bilder, Photographien und andere Erinnerungen an ihn und feine Familie.
H.LL.
Heile ohne Beweise.
Äon Jo Hanns Rösler.
Man kann es niemals allen Menschen recht machen. Oder können cs uns die anderen nicht recht machen? Jedenfalls — das Leben ist schwer.
Da war zum Beispiel Max Meier, ein braver Bürger aus Grühnou. von dem eigentlich nichts weiter zu berichten wäre, als daß er in Grühnau eine Frau und einen Porzellanladen befaß und jedes Jahr auf vier Wochen verreiste. Da er seine Fahrkarte nicht am Grütznauer Bahnhof kaufte und unterwegs keine Ansichtspostkarten schrieb, wußte man nie genau, wohin eigentlich Max Meier gereist war. ob er überhaupt gereift war. wann er gereift war. wie er gereift war und warum er gereist war.
Darüber ärgerte sich ganz Grütznau sehr, berat schließlich hatte der Mann hier feinen Porzellanladen und lebte somit von ihnen Da konnte man auch erwarten, daß man erfuhr, was der Mann mit ihrem Gelde machte.
Dieses Jahr, behauptete Max Meier, wäre er in Reapel gewesen.
„Wie war es denn?" fragte ihn Quengler, der leben zweiten Monat einen Suppenteller bei ihm kaufte.
„Wie soll es schon gewesen fein?"
..Haben Sie bas berühmte Aquarium besucht?"
„Rein."
..Aber in Pompeji finb Sie boch gewesen?"
„Rein."
..Auch nicht in Sorrent unb Capri?"
„Olein.“
..Ja warum reifen Sie berat überhaupt, wenn Sie sich nichts anfehen? Rur. um bas Rational- mufeum zu besuchen?"
„Dort war ich auch nicht."
„Was? Wie?" würbe jetzt Quengler mißtrauisch. „sagen Sie mal. lieber Herr. Sie waren wohl überhaupt nicht in Reapel? Sic wollen uns wohl in Grütznau auf ben Befett laben? Sie benlen wohl, weil wir fo bumm finb unb Ihr Porzella nkaufen können Sie uns alles aufbinben? Wo waren Sie denn in Reapel?"
„Ach überall" blieb Meier höflich um ben Kunben nicht gerade zu verletzen, „in Santa Lucia zum Beispiel." . _
„In Santa Lucia? Das wissen Sie wohl aus der Operette? Olein, nein. Sie erzählen uns hier Märchen, und in Wirklichkeit sind Sie vielleicht in Kuhschnabbel gesessen. Mich können Sie nicht mehr veralbern. Sie kleiner Globetrotter Sie. aber das eine will ich Ihnen flüftem: Porzellan kaufe ich keins mehr bei Ihnen!"
Mak Weier ist bie Sache äußerst peinlich Hat er bas nötig gehabt? Natürlich war er in Reapel, auch in Pompeji, int Aquarium unb in Sorrent Aber erstens erzählt er das seinen Kunden nicht gern, damit sie nicht sofort denken, ihm gehe es zu gut und er verdiene zu viel an ihnen. Und zweitens liebt er das Gewäsch nicht, er liebt es nicht, tausendmal das Wort unerhört und wunderschön und fabelhaft zu wiederholen unb zu hören Früher hatte er es getan, hatte erzählt, wie gut ihm dies gefallen hätte und wie schön jenes gewesen wäre Aber stets hat der andere irgendeine kleine belanglose Sehenswürdigkeit gewußt, wo er, Mar Meier, nicht gewesen war. und dann schwoll der andere vor Stolz an und erklärte:
„Wenn Sie das nicht gesehen haben, dann haben Sie überhaupt nichts von der Stadt und dem Lande gesehen. Das war das Unerhörteste vom Ganzen Aber Sie verstehen eben nicht zu reifen.
Darüber hatte sich Meier jedesmal geärgert und endlich beschlossen, in Zukunft überhaupt nichts mehr zu erzählen Er wollte einfach tagen, daß er dies nicht gesehen hätte und jenes nicht, vielleicht ließ man ihn bann in Ruhe Tiber ba war er jetzt auch wieder mit Quengler hineingefallen So ging es auch nicht, und er beschloß. von heute ab einfach allen Leuten auf alle Fragen bejahend zu antworten ganz gleich ob es stimmte oder nicht Vielleicht waren dann bie Menschen zufriebener.
„Sie waren in Reapel", traf ihn kurz barauf Walter Wimmer.
„Ja," nickte Mar Meier.
„Ich kenne Reapel. Es ist wundervoll." „2a."
„In Pompeji waren Sie boch auch? Da geht boch jeder mal hin."
„Gewiß."
„©eben Sie. da rennen fie nun alle hin. Aber das wirkliche Reapel kennt keiner. Auch Sie nicht Waren Sie im Alchimistengätzchen?"
War Weier war nicht im Alchimistengäßchen gewesen. Max Meier wußte überhaupt nicht.
daß es in Reapel ein Alchimistengäßchen gab. Aber er sagte, um sich unnötigen Olerget zu ersparen, einfach:
„2a."
„Sie waren wirklich dort?"
„Gewiß."
„Sehen Sie, das gefällt mir von Ihnen," ärgerte sich Wimmer, daß Meier die Gasse auch kannte und ihm somit fein Plus verdarb, „diese Alchimistengasse gibt es nur einmal in Europa. Diese kleinen Häuser! Diese alten Alchimisten!"
„Vor allem der eine,“ ergänzte Meier.
„Ja, vor allem ber eine."
„Der mit ber langen Rase."
„Der mit ber langen Olafe."
„Das ist doch der Sohn von dem Vater?", wurde jetzt Meier kühner.
Das aber fiel Wimmer auf. Er blieb eine Weile ruhig, dann tagte er:
„Sagen Sie mal. mein Lieber, wie haben Sie denn die Gasse gesunden?"
„Ach, rein zufällig."
„So?"
„Ja, ich ging in Reapel spazieren, auf einmal war fie da."
„Die Alchimistengasse?"
„Ja."
„Run will ich Ihnen mal was erzählen, mein guter Herr," setzte sich da Wimmer in Pose. Sie waren gar nicht in Reapel. Sie sind überhaupt nie irgendwo gewesen. Das ahnen wir nämlich in Grütznau schon lange."
„Erlauben Sie mal!“
„Olein, mein Bester, hier haben Sie sich einmal richtig verheddert. Ich habe mich nämlich geirrt. Das Alchimistengäßchen liegt nämlich gar nicht in Reapel, das liegt in Prag. Mich können Sie nicht mehr veralbern. Sie kleiner Globetrotter, Sie, und das eine will ich Ihnen flüstern: Porzellan kaufe ich keins mehr von Ihnen!"
Diese Geschichte hat sich wirklich ereignet. Max Meier erzählte sie mir selbst vor einigen Tagen in Karlsbad.
„Die Leute gönnen einem eben nichts," fügte er traurig hinzu.
„Wacht Ihnen denn das Reisen wirllich solche Freude.“ fragte ich ihn, „dah Sie jedes Jahr in ein ayderes Land fahren?"
„Rein, eigentlich gaf nicht," gestand Meier ehrlich, „aber man muh doch überall gewesen fein, um die Leute ausfragen zu können, wenn sie von ihren Reisen erzählen."


