Ausgabe 
1.12.1930
 
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Buntes Allerlei.

Die Bonbonmacherinnen der Königinnen.

In Windsor sind innerhalb weniger Tage zwei alte Fräuleins Cameron gestorben und unter großen Feierlichkeiten beerdigt worden. Die beiden waren äußerlich und für den Fremden einfach zwei alte Mädchen, die sich mit ihrem Zuckerladen schlecht und recht durchschlugen. Aber in Windsor wußte man, daß sie eine ganz besondere Vertrauensstellung bei der englischen Königsfamilie einnahmen. Sie machten nämlich die Bonbons für das Königshaus. Früher, vor langen, langen Jahren waren sie im Dienst der Prinzessin Christian in Cumberland Lodge. Als die Prinzessin starb, kauft« die königliche Familie den beiden Fräuleins Cameron den Bon­bonladen in Windsor und machte sie zu den Süßig- keitslieferantinnen für den direkten Gebrauch der Königin. Von den Pralinen bis zu den Ostereiern entstand alles, was mit Näschereien zusammenhing und für das Königshaus bestimmt war, unter den geschickten Händen dieser beiden alten Damen. Nun starb zuerst, ganz unerwartet Caroline Cameron. Und ihre Schwester konnte das Hinscheiden nicht verwinden und starb drei Tage später auch. Der Königin haben sie die Bonbonrezepte vermacht. Und nun ist man auf der Suche nach einer neuen kleinen Spezialfabrik für die Näschereien der englischen Königinnen.

Flucht aus der Fremdenlegion.

Ein Oesterreicher, dem die Flucht aus der französischen Fremdenlegion in Syrien gelungen ist, erzählt seine aufregenden Abenteuer in einem StamLmler Blatt. Zweimal hatte er vergeblich versucht fortzula,ufen, und war deswegen in eine Strafkompanie gesteckt worden, die mit Wege- bauten zwischen Latakije und Antiochia beschäf­tigt war. Die Hitze war unerträglich, die Be­handlung grausam, und so machte er einen dritten Fluchtversuch, der glückte. In einem Karren ver­borgen erreichte er Aleppo und wurde dort von der Militärpolizci aufgehalten. Er wußte sich ckber herauszureden, indem er angab, er sei eben aus dem Lazarett entlassen worden und warte auf einen Transport, der ihn zu seiner Ab­teilung zurückbringen würde. Den gangen Tag irrte er durch die Stadt und suchte nach einer Gelegenheit, weiterzukommen. Schließlich fand er einen armenischen Kraftwagenführer, der sich be­reit erklärte, ihn während der Aacht zur tür- kisichen Grenze zu bringen, aber er verlangte Vorausbezahlung, um Benzin zu kaufen. Der Flüchtling gab ihm sein letztes Geld, doch als der Abend kam, blieb der Chauffeur aus. und

er mußte sich allein auf den Weg machen. Die Entfernung bis zur Grenze betrug fast 150 Kilo­meter. Als er in Muselmije anlangte, sah er auf der Bahnstation einen Güterzug zur Abfahrt bereit und verbarg sich in einem Wagen. Als der Tag anbrach, sprang er während der Fahrt hinaus und wanderte nun stundenlang durch die Berge. Schließlich stieß er auf einen syrischen Kohlenbrenner, der ihn zur türkischen Grenze brachte. Er erreichte sein Ziel im Zustand voll­ständiger Erschöpfung.

Das bärtige Rußland.

Wenn man die Witzblätter des heutigen Ruß­land durchsieht, so findet man, daß sich der Spott vielfach gegen die Bärte richtet, die augenscheinlich jetzt unter dem Sowjet-Stern ein besonders reiches Wachstum entwickeln. Wäh­rend die Mode des glatten Gesichtes und die Herrschaft der Rasierklinge eine Zeitlang auch im russischen Reich große Fortschritte machte, kehrt man jetzt zu jener Bollbehaarung zurück, die bereits Peter dem Großen einDorn im Auge" war, so daß er seine Hofleute aum Ra­sieren zwang. Die langen Bärte haben nach den Anspielungen der Witzblätter viele Vor­teile: man braucht keinen Schlips zu tragen, der im heutigen Rußland nicht leicht zu be­schaffen ist: man verbirgt darunter auch mit einer schützenden Decke etwaigen Schmutz, und außerdem wärmt der Bart die Brust und schützt sie vor Erkältungen. Aber der wichtigste Grund für die Bartfreudigteit des modernen Russen doch wohl der, daß man in dem glatten Gesicht den Ausdruck einerbourgeoisen Ge­sinnung" sieht und sich dadurch verdächtig macht. Rur die Rothaarigen überwinden alle Vorur­teile und beseitigen nach Möglichkeit allen Haarwuchs weil ja der alte Volksaberglaube von der Bösartigkeit dieses Menschenschlages noch immer in Rußland tief eingewurzelt ist. Ein weiterer nicht minder wichtiger Grund für die Herrschaft der Bärte ist die große Schwie­rigkeit, sich mit den nötigen Rasierwerkzeugen zu versorgen. Zwei Dutzend Rasierklingen sind mit einem Zoll von nicht weniger als 300 Mark belegt. Für einen Rasierapparat beträgt der Zoll 100 Mark, und für zwei Pfund Rasierseife werden gar 600 Mark gefordert. Unter sol­chen Umständen ist es begreiflich, daß sich nur die wenigen Krösusse den Luxus eines glatt­rasierten Kinns leisten können.

SJLtfpoit

Fußball her Gießener Mannschaften.

Auf dem VfD.-Platz standen sich am Sonntag die Ligamannschaft des VfB. und die Mann­schaft vonHessen" Hersfeld gegenüber. Die Gie­ßener konnten das Treffen nach einem außer­ordentlich anregenden Kampfe mit 3:1 für sich entscheiden. Die Ligareserve konnte das angesehte Derbandsspiel nicht aus tragen, da der Gegner, Riederweisel, nicht erschien Die 1. Jugend ge­wann gegen Lich knapp mit 1:0.

Die Spielvereinigung 1900 hatte fünf Mann­schaften im Feld. Die Ligamannschaft verlor gegen Breidenbach Liga überraschend hoch mit 1:6. Die 2. Mannschaft gewann gegen die Sport­abteilung des Tv. Lollar 2:0. die 3. Mannschaft schlug Garbenteichs II. hoch mit 7:0, die 4. Mann­schaft spielte gegen Sie 1. Mannschaft von Garben­teich unentschiedei- 3:3. Die Schüler verloren gegen Garbenteich Schüler 1:0.

Fußball in Hessen-Hannover.

Ueberraschungen in der Südgruppe.

Der erste Spiclsonntag der zweiten Serie in Hessen-Hannover brachte auf der ganzen Linie Ueberraschungen. Sport Kassel schlug den Spihenmeister der Südgruppe KurhefsenMar- burg mit 5:1. Da auch Hessen Hersfeld mit 3:1 in Gießen gegen den BfB. verlor, rückt Sport Kassel auf Grund seines besseren Tor­verhältnisses auf den dritten Tabellenplatz vor. In der Rordgruppe kam es in Groh-All- merode zu einem hartnäckigen Kampfe zwischen dem FC. Groh-Allmerode und Hessen 09 Kassel, den die Platzbesiher glücklich mit 4:3 für sich ent­scheiden konnten. Dadurch steht Groß-Allmerode vorerst mit dem SC. 03 punktgleich an der Spitze der Tabelle. Der Tabellenletzte, FC. Grone konnte in Einbeck ein Linentschieden von 1:1 Toren herausholen.

Eintracht Frankfurt wieher Meister.

Sie Derbandsspiele in der Grupp« Main.

Der süddeutsche Meister Eintracht Frankfurt gewann am Sonntag sein Spiel in Offenbach gegen die Kickers überraschend glatt 3:0 (1:0), und damit holte er sich auch den Punkt, dec ihm zum erneuten Gewinn der Mainmeisterschaft noch fehlte. Die Kickers, die vor wenigen Wochen noch eine klare Meisterschaftschance hatten, sind mehr und mehr zurückgefallen, und im Moment ist es sogar zweifelhaft, ob sie überhaupt noch auf einen Platz kommen werden. Die beste Chance auf den zweiten Platz hat Rot-Weiß Frankfurt, das am Sonntag Union Riederrad 3:2 (1:0) be­siegte. Union und Offenbach dürsten den dritten Platz unter sich ausmachen. Der FSV. schlug in einem überlegen geführten Spiel den Ta­bellenletzten Fechenheim dank der Unfähigkeit seines Innentrios nur 2:0. Hanau 93 und Bieber trennten sich mit einem Unentschieden von 2:2.

Oie Punktekämpfe in Hessen.

In der Gruppe Hessen gab es am Sonntag einige Entscheidungen. Der VfL. Reu-Isenburg konnte sich durch einen überraschend hohen 4:1- Sieg über den Hessenmeister Wormatia Worms an die dritte Stelle der Tabelle setzen, von der Alemannia Worms, das auf eigenem Platz gegen den SV. Wiesbaden mit 1:0 unterlag, verdrängt wurde. SV. 98 Darmstadt besiegelte durch ein Unentschieden von 2:2 gegen Viktoria Urberach seinen Abstieg, da der 1. FC. Langen ebenso gegen FSV. Mainz 05 unentschieden 1:1 spielte und somit seinen Vorsprung von drei Punkten gegen­über Darmstadt behauptete.

Fußball-Tagung in Münster.

Wichtige Beschlüsse.

Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes hielt am Sonntag in Münster

eine Arbeitstagung ab, die sich in erster Linie mit dem Profistatut befaßte. Das schon in der am 7. Rovember stattgefundenen Sitzung in seinen Grundzügen ausgezeichnete Statut wird nunmehr der Gesamtvorstandssitzung am 13. und 14. Dezember in Hannover zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt werden. Die Sitzung befaßte sich ferner mit den durch die Entschluh- faffung verschiedener Finanzämter im Reiche aktuell gewordenen Steuerfrage. Man kam über­ein, daß ein Appell für die Rotwendigkeit des Sports, insonderheit Fußball, an das Innen­ministerium unbedingt erforderlich fei, um eine tatsächliche Besteuerung der Fußballspiele recht­zeitig zu unterbinden. Das Ziel des Bundes ist nach wie vor allein die Förderung des Amateursportes. Eine Erhöhung der in Dresden festgelegten Spesensätze wurde grund­sätzlich abgelehnt. Es wurde nochmals betont, daß es sich um Höchstsätze handelt, die nur erseht werden dürfen, wenn der Rachweis der tatsächlichen Verauslagung vorliegt.

Es wurden folgende neuen Spielter­mine festgelegt: 11. Januar: Bundespokal- Zwischenrunde. Es spielen Süddeutschland gegen Westdeutschland in Mannheim und Südost­deutschland gegen Mitteldeutschland in Deuthen. 10. Mai: Vorrunde der Deutschen Fußball- Meisterschaft. 17. Mai: Zwischenrunde der Deutschen Fußball-Meisterschaft. 14. Juni: End­spiel der Deutschen Fußball-Meisterschaft.

flohfporfpremiere in her Frankfurter Festhalle.

Die Frankfurter Festhalle feierte am Sonntag nach einer zweijährigen Pause ihre Wieder­eröffnung mit einem vielversprechenden Radsport- Programm. Obwohl die Durchführung von Rad­rennen an einem Sonntage für das fußball- freudige Frankfurt fein besonders geeigneter Ter­min ist, fanden sich über 5000 Zuschauer ein, die den Ereignissen im Oval bald mit größtem Inter­esse und lebhaftester Anteilnahme folgten. Die Begeisterung wuchs, als der Frankfurter Lokal­matador Willi Christmann in ganz famoser Ma­nier seine großen Konkurrenten Weltmeister Sa- wall und Möller im Omnium-Match niet)errang. Den Höhepunkt der Deranstaltung bildete dann das Stunden-Mannschaftsrennen, das eine ein­zige Jagd war.

Die Ergebnisse:

Omnium-Match.Gesamtergebnis: 1. Christ­mann 12, 2. Sawall 7,5, 3. Möller 4,5 Punkte.

Flieger-Hauptfahren: 1. van Hout, 2. Pühfeld 3/4 2g., 3. Walthvur 1 2g., 4. Mouton.

60-Runden-Punktefahren: i. Schön 18, 2. Kroll 15, 3. Funda 9, 4. Reisiger 6 Punkte.

Stunden-Mannschaftsrennen:

1. Preuh/Resiger 30 Punkte, 44,480 Kilometer, 2. Krüger/Funda 21 P., 3. Schön/Mouton 16 P., eine Runde zurück: 4. Kilian/Pützfeld 16 P. 5. Etübecke/Göbel 7 P. vier Runden zurück: 6. Geyer/Koch 12 P. fünf Runden zurück: 7. van Hout/van der Heyden 15 P., 8. Kroll- MietHe 0 IP., 9. Walthour/Horder 0 P., 10. Car- pus/Schäfer 0 P.

VI. Hallensportfest in Hannover.

Am 25. Januar bringt der Kreis Hannover des Norddeutschen Sportverbandes in der Ausstellungs­halle sein 6. Nationales Hallensportfest zur Durch- führung. Wie in den Vorjahren bilden drei Ein­ladungswettbewerbe, und zwar ein Sprinter-Drei­kampf über 60, 70 und 80 Meter, ein 800-Meter- und ein 3000-Meter-Lauf die Hauptzugstücke der Ver­anstaltung, zu der wieder hervorragende Leicht­athleten aus dem Reiche eingeladen werden. Ferner enthält das Programm noch einige offene Konkur­renzen und auch wieder die beliebten Rundenstaffeln. Hier treffen die ^-Vereine über zehnmal zwei Run­den um den Magistrats-Wanderpreis, den der DSV. 1878 Hannover zu verteidigen hat, aufeinander. Den Abschluß bildet ein Handballspiel, das zum erstenmal zum Austrag kommt.

Kurze Sportnotizen.

Im Hvckey-2änderkampf der Damen zwischen Deutschland und Australien trugen in Köln die deutschen Damen mit einem 3:2- (0:1-) Sieg einen sehr schönen Erfolg davon.

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Der 1. F C. Nürnberg, der am Sonntag überraschend von Würzburg 04 2:1 geschlagen wurde, trägt am 14. Dezember in 2eipzig gegen Fortuna ein Freundschaftsspiel aus.

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Im Kölner Sechstagerennen lagen nach 43 Stunden (Sonntag um 17 Uhr, die Mannschaften Rieger/Kroschel und Damm/Schvrn mit Rundenvorsprung an der Spitze.

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Bor dem Spiel in Köln schlugen Austra­liens Hockey-Damen in Brüssel am Samstag Belgiens Damen-Au^wahlelf mit 4:1 Treffern.

Die DP.Vg. Fürth schlug am Sonntag irt Magdeburg vor 5000 Zuschauern eine Auswahl­mannschaft des Gaues Mittelelbe überlegen mit 3:0 Treffern.

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Primo Camera brachte am Sonntag in Barcelona vor über 100 000 Zuschauern das Kunststück fertig, den spanischen Schwergewicht­ler Pavlino über 15 Runden klar nach Punkten zu schlagen.

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I n Stuttgart tritt am nächsten Samstag und Sonntag der Vorstand des Süddeutschen Fußball- und 2eichtathletik°Verbandes zusammen, um sich in erster Linie mit den Fragen der Spe­sen-Zahlungen an die Spieler und des Spiel- shstems zu befassen.

Um die Südwe st deutsche Handball - Hochschulmei st erschaff trafen sich Tech­nische Hochschule Darmstadt und Universität Marburg mit 10:3.

Aus her Geuossenschastöarbeit.

Am 12. und 13. Dez. findet an der Landesuniver- fitöt Gießen der 4. Kursus über-Landwirtschaft­liches Genossensch aftswesen statt. Vorgesehen sind folgende Vorträge:Dilanzaufbau und Bilanz-- prüsung" (Pros. Dr. Auler, Gichen);Die landwirtschaftlichen Genossenschaften im Dienste der Getreidewirtschaft" (Direktor Strasbur­ger, Darmstadt):Die gegenwärtige 2age und Zukunft des deutschen Obst-, Gemüse- und Garten­baues" (Generaldirektor Oekorwmierat Dr. Ha­mann, Darmstadt):Genossenschaftliche Kredit­politik" (Oberfinanzrat Prof. Dr. Hillring- haus, Berlin). Im Anschluß an die Vorträge findet jeweils eine Aussprache statt. Im Zu­sammenhang mit diesem Kursus werden einige Besichtigungen durchgeführt. Vorgesehen sind die Besichtigung des Forstinstituts der LandeS- universität in der Draugasse (Führung: Prof. Dr. Borgmann und Prof. Vanselow): der Städti­schen Abwässer- und Kläranlage (Führung: Prof. Dr. Kleberger): und des Städtischen Schlacht­hofes.

Rundfunkprogramm.

Freilag, 5. Dezember.

7.30: Frühkonzert. 12.20: Schallplattenkonzert. 15:Die Reifeprüfung für Richtschüler nach dem 2ehrplan der deutschen Oberschule. Grund­sätzliches und Tatsächliches", Vortrag von Stu­diendirektor Dr. Schramm. 15.25:Ueberschau über das neuere Schrifttum zur Landschule", vor­getragen von Regierungs- und Schulrat Eckhardt, Koblenz. 16 (von Wiesbaden): Konzert desStädt. Kurorchesters. 17.55: Buch und Film. 18.20: Eine Viertelstunde Deutsch. 18.35: Dr. Oskar Schürer liest aus seinem WerkPrag". 19.05: Aerzte- vortrag:Ueber die Behandlung lockerer Zähne". 19.30: Im Foyer des Theaters. 20 (aus dem Fest­saal der Liederhalle Stuttgart): Konzert deS Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.15: Briefe und Schriften von Schauspielern. 23.15: Unterhaltungsmusik.

Samstag. 6. Dezember.

7.30 (von Gießen): Militär-Konzert des Musik­korps des 1. Hess. Grenadier-Bataillons 15. Inf.- Rgts. Gießen. 1020 (aus der Schwanthalerschule): Schulfunk. 12.20: Schallplattenkonzert: Alte und neue Tanzmusik. 14.30: Stunde der Jugend. 15.15 (von Oxford): Oxford Greyhounds gegen Sport­klub 1880 Frankfurt a. M. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 16.30 (aus dem Landes- theater Karlsruhe): Uebertragung einer Probe zu 2ortzingsZar und Zimmermann". 17.15: Tanztee. 18.05 (von Kassel):Fünfzig Jahre im Dienste für deutsche Waisenkinder", Vortrag von Oberinspektor Reinecke des Reichsverbandes für Waisenfürsorge, Kassel. 18.35:Die Gewerkschafts­bewegung der Dalkanstaaten", Vortrag von F. I. Furtwängler, Berlin. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Stammtisch der Theater­leute. 20.15: Klavierkonzert. 21.30: Der Rarr mit der Hacke. Ein Hörspiel nach japanischen Mo­tiven von Eduard Reinacher. 22.20: Tanzmusik.

Berliner Börse.

Berlin, 1. Dez. (WTB. Funkspruch.) Zu Be­ginn der neuen Woche war im Frühverkehr, bisher wenigstens, noch kein Geschäftsbelebungssymptom zu verzeichnen. Man nannte noch keine Sturfe, so daß es schwer war, sich ein Bild von der herrschenden Stim­mung zu machen. Dem Ausgang der gestrigen Bremer Wahlen, die eine weitere Stärkung der Nationalsozialisten brachte, stand ein fester Schluß der Neuyorker Samstagbörse gegenüber. Am De­visenmarkt nannte man London gegen Paris 123,60, London gegen Mailand 92,75 zu 92,77, London gegen Spanien 43,25, London gegen Kabel 4,8550 zu 4,8554, London gegen Berlin 20,3675, Kabel gegen Berlin 4,1950.

Was tun Sie, wenn Sie Schmerzen fühlen?

Cie gehen zum Arzt. Gut! Aber nicht immer ist ein Arzt sofort erreichbar; bei leichten Erkrankungen, ). B. Erkältungen, Kopfschmerzen und was sonst den Menschen öfters heimsucht, kann und will man auch nicht gleich zum Arzt laufen. Was soll man in solchen Fällen tun? Aus den kleinen Schmerzen des Alltags können sich bald ernste Leiden ent- wickeln, aus dem unbedeutenden Schnupfen können Entzündungen und Vereiterungen der Stirnhöhle werden, die dann sehr schwer zu heilen sind; eine sogenannte Erkältung kann Rheumatismus, der oft wochenlang arbeitsunfähig macht, zur Folge haben. Kopfschmerzen .rauben alle Arbeitslust. Daher sollte jeder in seinem eigenen Jnteresie bewährte Hausmittel zur Hand haben, die einfach in der Anwendung und ohne Gefahr auch für den Laien sind Solche Hausmittel rechtzeitig bei Be­ginn der Schmerzen angewandt, werden viele Leiden verhüten. Vor­beugen ist stets besier und leichter als heilen.

Was verlangt man von einem Hausmittel? Daß es hilft, daß es leicht und jederzeit anzuwenden ist, daß es wohlfeil ist, und daß auch längerer Gebrauch keinen Schaden für die Gesundheit bringt. Alle diese Anforderungen erfüllt aufs beste das millionenfach erprobte antiseptisch und schmerzstillend wirkende Carmol. Carmol lindert Schmerzen, oft hilft schon einmalige Anwendung. Die Vielseitigkeit seiner'Verwendung ist so groß, daß Carmol die ideale Haus- und Reiseapotheke darstellt.

Bei schmerzhaften Erkältungskrankheiten, wie HalS- muskelschmcrzen (steifem HalS und Genick), Rheumatismus, Hexen­schuß, Gliederschmerzen, bei Gicht, Wadenkrampf usw. reibe man die schmerzenden Stellen mit Carmol ein, das bringt rasch Linderung. Bei Kopfschmerzen oder Migräne wirkt Carmol unübertrefflich, man hot nur nötig, einige Tropfen auf Stirn und Nacken zu verreiben und den Duft einzuatmen. Bei einfacher Ohnmacht verwendet man es als Riech- und Erfrischungsmittel.

Zahnschmerzen werden prompt gelindert durch einige Tropfen Car­mol auf Watte in den hohlen Zahn gegeben. Gegen Schnupfen, Husten­reiz und Katarrh empfiehlt es sich, etwas Carmol zwischen den Händen zu verreiben und den Duft ein^uatmcn, ferner mit verdünntem Carmol (ein halber Teelöffel Carmol tn ein Glas Wasser) öfters zu gurgeln. Bei Hautjucken, Quetschungen, übermäßiger Schweißsekretion (Schweiß- süßen), Wundlaufen wird ebenfalls Carmol mit Erfolg angewendet.

Mit Wasser verdünnt ist Cacmol als Gurgel- und Zohnwasier für den täglichen Gebrauch sehr beliebt.

Wer nach Strapazen, langen Wanderungen ober im Sommer bei drückender Hitze Carmolduft einatmet und Car mol auf Stirn und Nacken verreibt, fühlt sich wundervoll erfrischt und neubelebt. Um zu verhüten, daß kleine Wunden eitern, reinigt man sie zweckmäßig durch mit Carmol getränkte Watte, bevor man verbindet. Auch Insektenstiche benetzt man mit Carmol, damit sie nicht jucken und anschwellcn.

Es wird kaum ein Hausmittel geben, das so vielseitig mit wirklichem Erfolg verwandt werden kann als Car mol. Zu- dem ist es völlig ungefährlich, Schaden kann damit nicht angerichtet werden. . .

Trotz seiner vielen Vorzüge ist Carmol auch noch billig. Eine Flasche kostet nur RM. 1,50. Wer jemals die Qualen einer schlaflosen Nacht, durch plötzlich auftretende Schmerzen verursacht, kennengelernt hat, wird gern die kleine Ausgabe für ein seit Jahrzehnten millionenfach erprobtes Hausmittel wie Carmol anwenden. Carmol gibt es schon über 25 Jahre, täglich eingehende Nachbestellungen sind ein Beweis dafür, daß die Käufer damit zufrieden waren, und es in Bekanntenkreisen weiter empfehlen. Aber man verlange in Apotheken und Drogerien stets das echte Carmol der Carmol - Fabrik Rheinsberg, denn Carmol hilft. Carmol tut wohl!

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III. VORTRAG

Mittwoch, 3. Dezember, 8 Uhr, Neue Aula Glück und Tragik der Vererbung mit Lichtbilder

Herr Ernst Mühlbach, Hamburg, naturw. Schriftsteller Eintritt für unsere Mitglieder nebst zwei weiteren Angehörigen frei, Kontroll­abschnitt 3 Ist am Saaleingang abzugeben. 8083D

Die Deutsche Sozial-hygien. Bühne in Berlin

gibt am Mittwoch, dem 3. Dezember 1930 abends 8 Uhr, im Saale des früheren HotelsEinhorn, Kirchenplatz, ein ein­maliges Gastspiel, betitelt stmn

Blauejungen

Schauspiel in 9 Szenen von LeoHerzog. Diese Theateraufführung dient der volkstümlichen Aufklärung über die Gefahren der Tuberkulose.

Die Vorführung wird von den Krankenkassen der Stadt und des Kreises Gießen für ihre Mitglieder veranstaltet. Der Eintritt ist frei. Einlaßkarten sind bei den Krankenkassen erhältlich. Verband der Krankenkassen für Stadt und Kreis Gießen.